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Irak 1542 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

US-Präsident Bush: 'Ich bedauere den Irak-Krieg überhaupt nicht'

Do.12.06.08 - US-Präsident George W. Bush hat bei seinem Abschiedsbesuch in Deutschland seine Entscheidung für den Irak-Krieg verteidigt. "Ich bedauere das überhaupt nicht. Saddam Hussein ist nicht mehr an der Macht, die Welt ist sicherer", sagte Bush nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merke in Meseberg.

Bush betonte, Washington und Bagdad würden sich auf ein strategisches Abkommen einigen. Die Errichtung ständiger Militärstützpunkte im Irak planten die USA entgegen anders lautender Medienberichte nicht. Die US-Armee sei mit Erlaubnis der souveränen irakischen Regierung vor Ort, um Sicherheit für eine stabile Demokratie herzustellen, betonte der US-Präsident.

Merkel sagte, auch von deutscher und europäischer Seite bestehe ein "elementares Interesse" an einem stabilem Irak. Deutschland helfe dem Land daher gerne beim wirtschaftlichen und zivilen Aufbau.

(Quelle: afp)

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 12.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendachtundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Di.12.06.07 - USA wollen laut Zeitungsbericht Sunniten im Irak aufrüsten +++ Irakischer Parlamentspräsident abgesetzt +++ Britische Opposition fordert parlamentarische Untersuchung zum Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0706120.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 


 

US-Präsident Bush bedauert Kriegs-Rhetorik

Do.12.06.08 - US-Präsident George W. Bush bedauert seine oftmals heftige Rhetorik vor und während des Irak-Krieges. Seine teils aggressive Sprache habe den Eindruck in der Welt vermittelt, er sei ein «Typ, der nur auf Krieg aus ist», räumte Bush in einem Interview der «Times» ein. So bedauere er beispielsweise die Formulierung «tot oder lebendig», mit der er einst zur Jagd auf Terroristen blies. Er wolle seinem Nachfolger nun Strukturen hinterlassen, die es diesem mit Blick auf die internationale Diplomatie leichter machten.

(Quelle: dpa)
 


 

Palästinenser: Nahost-Abkommen dieses Jahr nicht möglich

Do.12.06.08 - Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hat ein Nahost-Abkommen noch in diesem Jahr ausgeschlossen.

"Ich habe das so gut wie sichere Gefühl, dass dieses Jahr keine Lösung mehr erreicht wird", sagte Fajad wenige Tage vor dem Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice, die die stockenden Verhandlungen in einem trilateralen Gespräch mit beiden Seiten voranbringen will. Als Haupthindernis für eine Einigung nannte Fajad am Mittwoch den Ausbau israelischer Siedlungen im Westjordanland. "Selbst wenn eine Vereinbarung möglich wäre, könnten wir diese anhaltenden Aktivitäten nicht akzeptieren."

US-Präsident George W. Bush bekräftigte dagegen bei seinem Abschiedsbesuch in Deutschland das Ziel einer Einigung bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt im Januar. "Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir noch vor dem Ende meiner Präsidentschaft einen Staat erreichen können, unter klaren Vereinbarungen von beiden Seiten", sagte er bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Meseberg bei Berlin.

Israel hat zuletzt den Ausbau weiterer Siedlungen in der Umgebung von Jerusalem angekündigt, die es bei einem Friedensschluss im Rahmen eines Landtausches behalten wird. Die Palästinenser haben dies scharf kritisiert.

(Quelle: rtr)
 


 

Afghanistans Außenminister setzt auf Abzug ausländischer Truppen

Do.12.06.08 - Afghanistans Außenminister Rangin Dadfar Spanta hat vor der Afghanistan-Konferenz in Paris den Willen seines Landes zu einer schrittweise Übertragung der politischen Verantwortlichkeiten auf die Regierung in Kabul hervorgehoben. «Wir zielen auf ein weitgehendes Ende der internationalen Truppenpräsenz bis 2013», sagte Spanta der in Erfurt erscheinenden «Thüringer Allgemeine». Der afghanische Außenminister knüpft an die Konferenz die Hoffnung auf weitere Hilfszusagen der internationalen Gemeinschaft.

(Quelle: dpa)
 


 

Zahlreiche Tote bei Luftangriffen in Afghanistan

Do.12.06.08 - Bei Luftangriffen der US-geführten Truppen im Osten von Afghanistan sind nach Angaben des Innenministeriums mehr als 30 Menschen getötet worden. Bei den meisten Opfern handele es sich um ausländische Kämpfer, sagte am Mittwoch der Sprecher des Innenministeriums in Kabul, Semeri Baschary. Ein Abgeordneter aus der Provinz Paktika erklärte aber, unter den Toten seien mindestens neun Zivilisten. Ziel des Angriffs seien ein Führer der Aufständischen, Mullah Mohammad Nabi, und dessen Kämpfer gewesen.

Die zivilen Opfer bei Angriffen der internationalen Truppen hatten zu heftigen Protesten in Afghanistan geführt. Im Vergleich zu 2007 ging die Zahl der zivilen Opfer in diesem Jahr bei derartigen Angriffen aber deutlich zurück.

(Quelle: ap)
 


 

Pakistanische Soldaten bei US-Luftangriff getötet

Do.12.06.08 - Bei einem US-Luftangriff auf einen Posten des verbündeten pakistanischen Militärs an der Grenze zu Afghanistan sind mindestens elf Soldaten ums Leben gekommen. Die pakistanische Armee verurteilte den Beschuss in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung als einen «feigen Akt».

Mit der Zerstörung des Grenzpostens sei das «Fundament der Kooperation» im gemeinsamen Krieg gegen den Terrorismus massiv erschüttert worden, hieß es.

Die US-Regierung bedauerte den Zwischenfall. «Wir betrauern den Tod pakistanischer Soldaten, die (unsere) Partner im Kampf gegen den Terrorismus sind», sagte Gonzalo Gallegos, ein Sprecher des US-Außenministeriums, in Washington. Zuvor hatten die US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan mitgeteilt, Einheiten seien in der Nacht zuvor in der benachbarten ostafghanischen Provinz Kunar in unmittelbarer Grenznähe angegriffen worden und hätten das Feuer erwidert. Dabei seien auch Drohnen - unbemannte und mit Raketen bestückte Flugzeuge - eingesetzt worden.

Wie aus Sicherheitskreisen in Pakistan verlautete, hatten heftige Gefechte von afghanischen und ausländischen Truppen mit Kämpfern der radikalislamischen Taliban auf das halbautonome Stammesgebiet im Nordwesten Pakistans übergegriffen. Den Angaben zufolge soll eine Rakete den Grenzposten zerstört haben, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs mehr als 50 pakistanische Soldaten aufhielten.

Der Sprecher der Taliban-Bewegung in Pakistan, Maulvi Omar, sagte, bei den Kämpfen seien auch acht Aufständische getötet und neun weitere verletzt worden. Nach einem Bericht des Senders Geo TV sollen bei weiteren Luftangriffen auf zwei Dörfer mindestens sieben Zivilisten ums Leben gekommen sein. Fernsehsender zeigten Bilder von Verletzten. Kritiker machen die US-Armee immer wieder für Drohen-Angriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan verantwortlich.

Pakistan gehört zu den engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten im internationalen Anti-Terror-Kampf. Vor allem das Grenzgebiet im Nordwesten des Landes gilt als Hochburg radikalislamischer Extremisten und als Rückzugsraum für in Afghanistan aktive Taliban- Kämpfer und El-Kaida-Terroristen. Islamabad hat etwa 100 000 Sicherheitskräfte in der Unruhe-Region stationiert.

(Quelle: dpa)
 


 

Erste formalen chinesisch-taiwanischen Gespräche seit 1999

Do.12.06.08 - Erstmals seit fast zehn Jahren haben sich chinesische und taiwanische Delegationen zu formellen Verhandlungen an einen Tisch gesetzt. Die ersten Gespräche seit 1999 begannen am Donnerstag in Peking und sollen unter anderem die Aufnahme eines erweiterten Charterflugverkehrs ausloten. Zwischen China und Taiwan, das von Peking als abtrünnige Provinz betrachtet wird, gibt es seit 59 Jahren keine fahrplanmäßigen Reiseverbindungen mehr. Die taiwanische Delegation will nach eigenen Anagaben auch weitere Hilfe im chinesischen Erdbebengebiet anbieten. Ihr gehören zwei stellvertretende Minister an - die ranghöchsten Regierungsvertreter, die bisher an bilateralen Gesprächen teilnahmen.

(Quelle: ap)
 


 

Japan trotzt Ölpreisschock mit solidem Wachstum

Do.12.06.08 - Trotz des Ölpreisschocks ist Japans Wirtschaft unerwartet kraftvoll ins Jahr gestartet.

Mit einer Wachstumsrate von einem Prozent wurden frühere Schätzungen klar übertroffen. Impulse lieferte dabei insbesondere die rege Investitionstätigkeit. Experten sehen trotz der guten Daten vom Mittwoch dunkle Wolken am Konjunkturhimmel der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufziehen. Das teure Öl setzt dem rohstoffarmen Fernoststaat ebenso zu wie der weltweite Abschwung, den die Exportwirtschaft zu spüren bekommt. "Möglicherweise wird Japan sogar in eine leichte Delle rutschen, in der die Wirtschaft schrumpft", sagte Experte Takeshi Minami vom Norinchukin Research Institute voraus.

Auch von der Preisfront droht Ungemach: Japans Großhändler hoben ihre Preise im ersten Quartal mit 4,7 Prozent so stark an wie seit 27 Jahren nicht mehr. Nach Einschätzung einiger Fachleute wächst nun der Druck auf die Notenbank, die Zinsen noch in diesem Jahr anzuheben. Die Zentralbank könne nun wie die US-Währungshüter und die Europäische Zentralbank die Inflationsgefahren stärker ins Visier nehmen. Die japanischen Notenbanker stecken jedoch in einem Dilemma: Mit einer Erhöhung des Zinsniveaus von derzeit 0,5 Prozent würden sie das Wachstum hemmen, das sich im Jahresverlauf ohnehin wahrscheinlich deutlich abkühlen wird. Zugleich treiben die hohen Energiekosten die Inflation, die durch ein höheres Zinsniveau gedämpft würde.

(Quelle: rtr)
 


 

USA werfen Eritrea militärische Aggression gegen Dschibuti vor

Do.12.06.08 - Die USA haben Eritrea eine militärische Aggression gegen seinen Nachbarn Dschibuti vorgeworfen. Bei dem Zwischenfall seien mindesten neun Dschibutier getötet worden, teilte US-Außenministeriumssprecher Gonzalo Gallegos am Mittwoch in Washington mit. Die USA verurteilten diese Feindseligkeiten, «die eine zusätzliche Bedrohung des Friedens und der Sicherheit am ohnehin schon instabilen Horn von Afrika darstellen», sagte Gallegos. Aus seinen Angaben ging nicht hervor, wann es zu den Kämpfen kam, die am umstritten Kap Ras Dumeira am Roten Meer stattgefunden hätten. Gallegos rief die beiden Nachbarstaaten auf, ihren Grenzdisput friedlich zu lösen.

(Quelle: ap)
 


 

UNEP: Konflikte und Klimawandel verändern Afrikas Landkarte

Do.12.06.08 - Konflikte und der Klimawandel haben die Landkarte Afrikas grundlegend verändert. Das ist die Quintessenz eines am Dienstag in Nairobi vorgestellten Berichts des UN-Umweltprogramms (UNEP), der auf der Auswertung von mehr als 300 Satellitenbildern beruht. "Der Vergleich solcher zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemachten Aufnahmen macht deutlich, wie sehr vor allem der Klimawandel Afrika trifft", erklärte der UNEP-Experte Peter Gilruth.

Der mehr als 400-seitige Atlas sei eine wichtige Basis für afrikanische Regierungen, um ihre Umweltpolitik zu formulieren. "Über die Ergebnisse lässt sich nicht streiten." Neben weithin bekannten Phänomenen wie der Gletscherschmelze auf dem Kilimandscharo durch den Klimawandel belegten Satellitenbilder etwa die Folgen des Straßenbaus im nördlichen Kongobecken. "Seit 1975 gebaute Straßen haben die Zerstörung des angrenzenden Regenwalds stark beschleunigt." Der Verlust von Wäldern sei ein Problem in 35 afrikanischen Staaten.

Die Bilder aus dem All belegen auch die Folgen von Konflikten für Afrikas Umwelt. So ist die Region am Fuß der Jebel-Marra-Berge im Sudan weitgehend entwaldet, weil Flüchtlinge aus der benachbarten Krisenregion Darfur den Bedarf nach Feuerholz gesteigert hätten. Es gibt aber auch Belege für positive Entwicklungen: So zeigen Satellitenbilder die Wiederbelebung einst öder Landstriche in Niger durch eine 1970 begonnene Baumpflanzinitiative von Bauern. "Der Bericht zeigt, wie kleine Schritte die Umwelt im großen Stil verändern können", so Gilruth.

(Quelle: epd)
 


 

Kanada entschuldigt sich formell bei Ureinwohnern - Versöhnungskommission soll Betroffene anhören

Do.12.06.08 - Kanada hat sich bei seinen Ureinwohnern öffentlich für das ihnen zugefügte Unrecht entschuldigt. In einer historischen Erklärung vor dem Parlament räumte Ministerpräsident Stephen Harper am Mittwoch ein, dass sein Land vom 19. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre mehr als 150.000 Kinder von Ureinwohnern zwangsweise in staatliche christliche Internate einwies. Dort waren viele von ihnen körperlicher und sexueller Misshandlung ausgesetzt.

Harper sprach von einem sehr traurigen Kapitel in der Geschichte Kanadas. Dies erfordere eine Wiedergutmachung. Die Regierung zahlt Betroffenen, die aus ihrer Familie gerissen wurden, als Teil einer außergerichtlichen Einigung eine Entschädigung mit einem Volumen von insgesamt fünf Milliarden kanadischen Dollar (3,2 Milliarden Euro). Mehr als 200 ehemalige Internatsschüler waren am Mittwoch zu der Feierstunde ins Parlament eingeladen, viele weitere hatten sich vor dem Gebäude versammelt und ein zeremonielles Feuer entfacht.

Die Entfernung von Kindern aus ihren Familien sollte seinerzeit dazu dienen, die Indianer besser in die kanadische Gesellschaft zu integrieren. Mehr als 80.000 der Betroffenen leben noch. Vor zehn Jahren hatte die Regierung bereits eingestanden, dass Misshandlungen in den Internaten weit verbreitet waren. Viele ehemalige Schüler haben berichtet, dass sie geschlagen wurden, wenn sie in ihrer Muttersprache redeten, dass sie häufig Hunger leiden mussten und mit der Zeit den Kontakt zu ihren Eltern und deren Kultur verloren. Indianische Führer machen dieses Trauma für grassierenden Alkoholismus und Drogenmissbrauch in den Reservaten mitverantwortlich.

Bis 1960 durften Ureinwohner in Kanada nicht wählen. 1998 äußerte die damalige Ministerin für indianische Angelegenheiten, Jane Stewart, «tiefes Bedauern» für die Einrichtung der umstrittenen Internate, doch betrachteten die Indianer diese Erklärung als nicht ausreichend. Über die formelle Entschuldigung vom Mittwoch hinaus soll nun eine Wahrheits- und Versöhnungskommission die damalige Regierungspolitik untersuchen und Aussagen Überlebender anhören.

Erst im Februar hatte sich Australien in einem ähnlichen Schritt bei den Ureinwohnern des Landes für deren langjährige unwürdige und erniedrigende Behandlung und den dadurch zugefügten großen Schmerz entschuldigt.

(Quelle: ap)
 


 

Venezuela: Präsident Chávez zieht umstrittenes Geheimdienst-Gesetz zurück

Do.12.06.08 - Nach massiver Kritik hat Venezuelas Staatschef Hugo Chávez ein neues Geheimdienst-Gesetz zurückgezogen. Das per Dekret erlassene Gesetz zur Schaffung von vier neuen Geheimdienstbehörden, die die Mitarbeit von jedermann erzwingen können, werde an das Parlament zurück verwiesen, sagte Chávez. Die Regelung hatte es zu einem Straftatbestand erklärt, als Person, Unternehmen oder Organisation nicht mit den Geheimdiensten zusammenzuarbeiten oder als geheim oder vertraulich eingestufte Informationen zu veröffentlichen. "Niemand kann gezwungen werden, einen anderen zu denunzieren... Das ist ein Unheil", sagte der Präsident nun.

Chávez hatte das umstrittene Gesetz Ende Mai in Kraft gesetzt. Menschenrechtsorganisationen kritisierten, damit leite Chávez einen Wandel zum Polizeistaat ein. Schließlich erlaube die Regelung Geheimdiensteinsätze ohne richterliche Anordnung. Die Nationalversammlung hatte Chávez Anfang vergangenen Jahres das Recht eingeräumt, 18 Monate lang Gesetze per Dekret und ohne Zustimmung des Parlaments in Kraft zu setzen.

(Quelle: afp)
 


 

Britisches Parlament verschärft Anti-Terrorismus-Gesetz

Do.12.06.08 - Großbritanniens Premierminister Gordon Brown hat am Mittwoch die Parlamentsabstimmung über das neue Anti-Terrorismus-Gesetz gewonnen.

Damit können Terrorismus-Verdächtige künftig ohne formelle Anschuldigung 42 Tage lang in Haft gehalten werden. Bislang waren 28 Tage zulässig. Das Parlament entschied sich mit 315 zu 306 Stimmen dafür.

Gegen das Gesetz hatte es ernsthaften Widerstand in Browns eigener Partei gegeben. Bis zu 30 Labour-Abgeordnete hatten erwogen, mit der Opposition gegen die Vorlage der Regierung zu stimmen. "Wir dürfen beim Thema Sicherheit keine Risiken eingehen", warb Brown im Unterhaus für das Gesetz.

Ein Scheitern der Initiative hätte die Autorität Browns weiter untergraben, dessen Popularitätswerte in Meinungsumfragen ein historisches Tief erreicht haben. sein Vorgänger Tony Blair war 2005 mit dem Vorhaben gescheitert, die Haftzeit auf 90 Tage zu verlängern. Es war seine erste Niederlage in acht Jahren.

Die Gesetzesvorlage war bei Bürgerrechtlern auf scharfe Ablehnung gestoßen. Sie verweisen darauf, dass viele Länder in solchen Fällen weit geringere Haftzeiten vorsehen. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte, Martin Scheinin, hatte die britische Regierung aufgefordert, den Entwurf zurückzuziehen.

Die britische Regierung argumentierte dagegen, dass es angesichts der zunehmend komplexeren Terrorermittlungen in Einzelfällen nötig sein könnte, Verdächtige länger in Haft zu halten.

(Quelle: rtr)
 


 

Deutschland

SPD-Mitglieder stehen laut Umfrage nicht mehr hinter Beck - Ein Drittel denkt an Austritt - Auch Zustimmung für Große Koalition auf Tiefstand

Do.12.06.08 - Die in der Wählergunst schwer angeschlagene SPD gerät auch innerparteilich immer mehr unter Druck. In der zweiten Woche in Folge kam die Traditionspartei nur auf 20 Prozent, den tiefsten jemals für die SPD gemessenen Wert, wie der «Stern» am Mittwoch berichtete. Und die Mitglieder stehen laut einer weiteren Umfrage im Auftrag des Magazins nicht mehr hinter ihrem Vorsitzenden Kurt Beck. Sowohl in Personal- als auch in inhaltlichen Fragen ist die Partei tief gespalten. Ein Drittel der Mitglieder hat unlängst an einen Austritt gedacht.

Deutlich mehr als die Hälfte der von Forsa befragten Parteimitglieder bewerten die Arbeit von Beck als schlecht (60 Prozent). Mit 54 Prozent sind fast ebenso viele der Meinung, dass jemand anderes die Partei besser führen könnte. Rund ein Viertel der Mitglieder hielte Außenminister Frank-Walter Steinmeier für die bessere Lösung.

Gut die Hälfte (57 Prozent) der Mitglieder sind gegen einen stärkeren Einfluss der stellvertretenden Vorsitzenden Andrea Nahles. Aber immerhin 43 Prozent sind dafür. Die SPD-Kandidatur von Gesine Schwan für das Bundespräsidentenamt wird nur von gut der Hälfte der Parteimitglieder (52 Prozent) gutgeheißen. Fast genauso viele (48 Prozent) sind dagegen.

Der Kurs der Parteiführung, eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei abzulehnen, wird von einer etwas größeren Mehrheit (59 Prozent) getragen. Aber immerhin 39 Prozent sind für eine Zusammenarbeit.

Gut ein Drittel der Mitglieder (36 Prozent) ist der Umfrage zufolge mit ihrer Partei so unzufrieden, dass sie in letzter Zeit sogar über einen Austritt nachgedacht haben. Sechs Prozent erklärten, sie hätten vor, in Kürze auszutreten.

Weil die CDU/CSU nach der wöchentlichen Umfrage von «Stern» und RTL einen Prozentpunkt auf jetzt 35 Prozent abgab, kommt die Große Koalition nun gemeinsam nur noch auf eine Zustimmung von 55 Prozent. Bei der Bundestagswahl im September 2005 hatte Schwarz-Rot zusammen noch 69,4 Prozent der Stimmen erhalten.

Während sich die Linkspartei mit 15 Prozent auf dem dritten Rang hielt, legte die FDP um einen Prozentpunkt auf ein neues Jahreshoch von 14 Prozent zu. Die Grünen verloren einen Prozentpunkt auf 11 Prozent. Für sonstige Parteien würden der Umfrage zufolge 5 Prozent (plus ein Prozentpunkt) stimmen.

Mit zusammen 49 Prozent liegen Union und FDP nunmehr drei Prozentpunkte vor SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 46 Prozent).

Für die Wähler-Umfrage befragte das Forsa-Institut im Auftrag von «Stern» und RTL vom 2. bis 6. Juni 2.501 Bundesbürger. Für die SPD-Umfrage befragte es im Auftrag des «Stern» vom 4. bis 6. Juni 801 repräsentativ ausgewählte SPD-Mitglieder.

(Quelle: ap)
 


 

Elterngeld fand 2007 bei Vätern großen Anklang

Do.12.06.08 - Das Elterngeld hat im ersten Jahr nach seiner Einführung offenbar viele Väter zu einer Babypause motiviert. Gut 87.000 Vätern von 2007 geborenen Kindern wurde die neue Leistung bewilligt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit stammen rund zwölf Prozent der insgesamt 720.000 bewilligten Anträge auf Elterngeld von Männern. Die meisten nehmen sich allerdings nur eine kurze Auszeit. So bevorzugten von den erwerbstätigen Vätern zwei Drittel eine Babyzeit von zwei Monaten. Bei den berufstätigen Müttern blieben hingegen 89 Prozent zwölf Monate daheim.

Laut Statistik kommen aber immer mehr Väter auf den Geschmack des Elterngeldes, das zum 1. Januar 2007 eingeführt worden war. So stieg der Anteil der bewilligten Anträge für Männer, die 2007 Vater geworden sind, im ersten Quartal dieses Jahres in einigen Bundesländern auf mehr als 20 Prozent. Die liege auch daran, dass die absolute Zahl der Anträge von Vätern zugenommen habe, hieß es.

In den neuen Bundesländern bleiben mehr Männer für eine Weile zuhause bei ihren Kindern als in den alten Ländern. So lag der Anteil der für Väter bewilligten Anträge im Osten bei 12,6 Prozent, im Westen bei 11,9 Prozent. Die Statistik enthält die im vergangenen Jahr und im ersten Quartal 2008 bewilligten Anträge auf Elterngeld für 2007 geborene Kinder.

(Quelle: afp)
 


 

Opposition kritisiert bundeseinheitlichen Einbürgerungstest

Do.12.06.08 - Die Opposition hat den neuen bundeseinheitlichen Einbürgerungstest kritisiert, den das Bundesinnenministerium zum 1. September einführen will. "Das ist eine Scheinlösung für ein Scheinproblem", sagte der Grünen-Abgeordnete Josef Winkler der "Financial Times Deutschland". Auch Linken-Parteivize Halina Wawzyniak bezeichnete die Einbürgerungstests als überflüssig. Die FDP übte inhaltliche Kritik an der Vorlage. "Derjenige, der gut auswendig lernen kann, kann solch einen formelhaften Test leicht bewältigen", sagte die Integrationsexpertin Sibylle Laurischk der "FTD". Das Bundesinnenministerium wies die Vorwürfe zurück.

"Warum ist so ein Test jetzt plötzlich notwendig, wenn er vorher auch nicht notwendig war", sagte Winkler. Er begrüßte allerdings, dass die Union von der Idee einer Gesinnungsüberprüfung abgerückt sei. Der Einbürgerungstest sei "ein später Erfolg der rassistischen Wahlkampagne" des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) aus dem Jahr 2003, erklärte Wawzyniak. Die Bundesrepublik sei ein Einwanderungsland. Dies anzuerkennen, bedeute eine umfassende Revision des Staatsangehörigkeitsrechtes.

Laurischk äußerte die Hoffnung, dass die Ergebnisse des Tests bei der Einbürgerung nicht überbewertet und von den Behörden flexibel gehandhabt werden. Stattdessen sollte bei der Einbürgerung viel mehr Wert auf gute Kenntnisse der deutschen Sprache gelegt werden, sagte die FDP-Abgeordnete. Insgesamt soll der Katalog 310 Fragen umfassen, aus denen für die Tests jeweils 33 Fragen ausgewählt werden.

Der Test sei "sehr sinnvoll", hielt der Sprecher des Innenministeriums, Stefan Paris, den Kritikern entgegen. Die Bürger hätten schließlich Rechte und Pflichten; derartige Tests seien auch in vielen anderen Ländern gängige Praxis.

Auch der Osnabrücker Migrationsforscher Klaus Bade verteidigte die Einbürgerungstests im Grundsatz. Eine Reihe von Einwanderungsländern habe mit solchen Tests gute Erfahrungen gemacht, etwa die Engländer oder die Amerikaner, sagte er im NDR. "Wir sollten das also nicht so schrill, sondern pragmatisch diskutieren." Es müsse allerdings immer klar sein, welchen Zwecken der Test diene und wie sich die Teilnehmer darauf vorbereiten können. Außerdem müsse die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt bleiben, "damit da nicht Fragen gestellt werden, die ansonsten auch einen Politologen zum Zähneknirschen bringen". Außerdem sollten keine Gesinnungsfragen gestellt werden.

(Quelle: afp)
 


 

Studiengebühren in Hessen verfassungsgemäß

Do.12.06.08 - Die hessischen Studiengebühren von 500 Euro pro Semester sind mit der Landesverfassung vereinbar. Das entschied der hessische Staatsgerichtshof in einem am Mittwoch verkündeten Urteil. Die Entscheidung fiel denkbar knapp mit sechs zu fünf Richterstimmen.

Gegen das von der CDU-Landesregierung eingeführte Studiengebührengesetz hatte es eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund unterstützte Massenklage von mehr als 71.000 hessischen Bürgern gegeben. Zudem hatten die Landtagsfraktionen von SPD und Grünen eine Normenkontrollklage eingereicht. Die Kläger hatten darauf verwiesen, dass die hessische Verfassung die Erhebung von Gebühren an den staatlichen Hochschulen verbietet.

Die Abschaffung der Studiengebühren auf politischem Wege war in der vergangenen Woche vorerst gescheitert, weil ein mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken im Landtag verabschiedetes Gesetz einen Formfehler aufweist. Das Gesetz soll nun am 17. Juni in einer Sondersitzung des Parlaments endgültig beschlossen werden.

(Quelle: ap)
 


 

Niedersachsen: Erneut gentechnisch verseuchtes Maissaatgut ausgebracht

Do.12.06.08 - In Niedersachsen ist erneut gentechnisch verunreinigtes Saatgut ausgebracht worden. Betroffen davon waren landesweit mindestens sechs Ackerflächen, wie die Grünen am Dienstag unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage mitteilten. Danach sollen 1350 Saatguteinheiten Mais, die von einem nordrhein-westfälischen Unternehmen ausgeliefert worden seien, mit dem giftigen Gen-Konstrukt BT11 verseucht gewesen sein, das ausdrücklich nicht als Saatgut zugelassen ist. Nach Angaben der Landesregierung wurden jedoch nur 15 Prozent der gesamten Liefermenge ausgesät, bis die Verunreinigung entdeckt wurde. Die betroffenen Pflanzen hätten nachträglich vernichtet werden müssen.

Der Grünen-Politiker Christian Meyer forderte nach Bekanntwerden der Vorfälle Landesregierung und Landwirtschaftskammer auf, eine «strikte Trennung der Produktions- und Lieferketten von konventionellem und gentechnisch verändertem Saatgut» durchzusetzen. Er sehe es als erwiesen an, dass in Anbetracht der neuerlichen Vorkommnisse eine Koexistenz von gentechnikfreier und genmanipulierter Landwirtschaft nicht möglich sei, sagte Meyer. Er plädierte für ein grundsätzliches Verbot der Agrogentechnik in Niedersachsen.

Erst im April war es zu einer heftigen Auseinandersetzung wegen des Einsatzes von gentechnisch veränderten Pflanzen im Landtag gekommen. Die Grünen verlangten, die Freisetzungsversuche von nicht zugelassenen Genrüben, -kartoffeln und -weizen zu verbieten, nachdem Gentechnik-Gegner mehrere Felder besetzt hatten, auf denen genmanipuliertes Saatgut ausgebracht worden war.

(Quelle: ddp)
 


 

Ökostromanbieter liefert auch Atom- und Kohlestrom

Do.12.06.08 - Der Ökostrom-Anbieter Lichtblick liefert entgegen der eigenen Werbung auch Atom- und Kohlestrom an seine Kunden. Lichtblick habe auf Nachfrage eingeräumt, Strom am Spotmarkt an der Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) einzukaufen, berichtet die «Financial Times Deutschland».

Laut Lichtblick sei dies nötig, da es bei der Versorgung «Abweichungen zwischen Kurzfristprognose und zum Teil langfristig im Voraus vertraglich gesicherten regenerativen Strommengen» gebe. An der EEX wird vor allem konventioneller Strom etwa aus Atom- und Kohlekraftwerken gehandelt. Lichtblick wirbt jedoch damit, man verzichte «vollständig auf Strom aus Atom-, Kohle- und Ölkraftwerken».

Der «FTD» zufolge hat Lichtblick im Dezember 2006 und von Oktober 2007 an zeitweise knapp 4000 Megawattstunden täglich von der EEX bezogen. Insider bezifferten die eingekaufte Menge im Jahr 2007 auf rund 20 Gigawattstunden, schreibt die Zeitung. Dies entspreche rund zwei Prozent der Strommenge, die das Hamburger Unternehmen an seine Kunden abgab. Anfang 2008 habe Lichtblick weiterhin an der EEX eingekauft. Der Versorger machte dies öffentlich nicht bekannt.

Lichtblick hat nach eigenen Angaben mehr als 400.000 Kunden und erreicht einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro. Nach Darstellung des Unternehmens kann der Zukauf «nicht in "grüner" Qualität erfolgen». 2007 habe Lichtblick 1,53 Prozent des Stroms an der EEX gehandelt. Die konkreten Mengen wollte Lichtblick der Zeitung nicht bestätigen. Die EEX hat den Stromanbieter dem Bericht zufolge aufgefordert, die Hintergründe der Geschäfte offenzulegen. Der Versorger lehne dies jedoch ab und habe deshalb Klage eingereicht.

(Quelle: dpa)
 


 

Wohlfahrtsverband fordert Energie-Sozialtarife

Do.12.06.08 - Angesichts steigender Energiepreise hat der Paritätische Wohlfahrtsverband eine rasche Entlastung Bedürftiger gefordert. Der Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), Sozialtarife für Energie einzuführen, solle um einen ökologischen Ansatz ergänzt werden, sagte die ehrenamtliche Vorsitzende des Verbandes, Heidi Merk (SPD), am Dienstag im Saarländischen Rundfunk. Neben einem Sozialtarif für Bedürftige müsse es auch einen Bonus für Energiesparer geben: "Im Mix liegt hier die Lösung."

Merk wertete den Vorschlag des Bundesumweltministers als "noch nicht ausgereift, aber doch im Ansatz richtig". Eine wachsende Zahl von Menschen könne die hohen Energiekosten nicht mehr bezahlen. Dadurch öffne sich die Schere zwischen arm und reich weiter. Der Staat könne nicht mehr warten, bis der nächste Winter kommt, warnte Merk.

(Quelle: epd)
 
 
 
 

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