+++ Mo.30.06.08, 06:30
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Irak 1560 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Sieben Tote bei Autobombenanschlag. US-Militärstudie kritisiert
mangelnde Planung für Irak-Krieg
Mo.30.06.08 - Bei einem Autobombenanschlag im Irak sind am Sonntag mindestens sieben
Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei detonierte der mit
Sprengstoff beladene Lastwagen in Duluija, 75 Kilometer nördlich
von Bagdad. Polizisten und Wachleute hätten das geparkte Fahrzeug
gerade kontrollieren wollen, als die Bombe ferngezündet worden
sei. Unter den Toten waren sechs Polizisten.
Eine neue von der US-Armee veröffentlichte Chronik des
Irak-Konflikts lastet dem Befehlshaber der Invasion in den Golfstaat von
2003 eine folgenreiche Umstrukturierung des Militärkommandos in
Bagdad an.
General Tommy R. Franks habe den Schritt gegen den Widerspruch des
stellvertretenden Generalstabschefs angeordnet, zitiert die "New York
Times" (Sonntagausgabe) aus der am heutigen Montag erscheinenden Studie.
Die Folge sei ein unterbesetztes US-Hauptquartier in Bagdad mit einem
unerfahrenen Drei-Sterne-General an der Spitze gewesen.
"Der Schritt kam plötzlich und für die meisten hochrangigen
Kommandeure im Irak unerwartet", heißt es dem Bericht zufolge in
der knapp 700 Seiten starken Arbeit. Diese konzentriert sich auf die 18
Monate nach dem von US-Präsident George W. Bush verkündeten
Ende der wesentlichen Kampfhandlungen im Mai 2003. Die neue Zentrale der
US-Streitkräfte in Bagdad sei nicht für die Aufgaben
gerüstet gewesen, die auf sie zugekommen seien. Ein wesentliches
Problem habe darin bestanden, dass vor der Invasion keine detaillierten
Planungen für die Zeit nach dem Krieg erarbeitet worden seien,
heißt es in der Studie weiter. Für die Publikation
führten Militärhistoriker rund 200 Interviews.
boa (Quellen: ap, rtr)
mehr Nachrichten vom Tage
Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 30.06.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendsechsundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan stark gestiegen
Mo.30.06.08 - Die Zahl der Todesopfer in der afghanischen Zivilbevölkerung bei
Gefechten ist in der ersten Jahreshälfte um fast zwei Drittel
gestiegen. Der UN-Koordinator für humanitäre Einsätze,
John Holmes, erklärte am Sonntag, in diesem Zeitraum seien 698
Todesfälle registriert worden. Das waren 60 Prozent mehr als im
ersten Halbjahr 2007, als 430 Tote gemeldet wurden. Für die
meisten Toten waren nach Angaben von Holmes Aufständische
verantwortlich.
«Viele dieser Todesfälle werden von den Aufständischen
verursacht, die anscheinend keinen Respekt vor dem Leben von Zivilisten
haben», sagte Holmes vor Journalisten. «Aber eine
bedeutsame Zahl wird immer noch von den internationalen Truppen
verursacht.» Die unsichere Lage mache es immer schwieriger,
Hilfsgüter zu verteilen.
Der UN-Koordinator verwies jedoch darauf, dass die Gefechte für
die afghanische Bevölkerung heute weniger gefährlich seien.
Die internationalen Truppen bemühten sich, die
Zivilbevölkerung zu schützen. Für 422 der registrierten
Todesfälle waren nach UN-Angaben Aufständische
verantwortlich. Das entsprach einem Anteil von 60 Prozent. Afghanische
und ausländische Soldaten töteten 255 Menschen. Bei 21
weiteren Todesfällen war der Verursacher nicht bekannt. Holmes
erklärte, der Anteil der Todesfälle, die von Soldaten
ausgelöst würden, sei damit deutlich zurückgegangen.
NATO-Sprecher Mark Laity bezeichnete die Zahlen der UN als zu hoch.
Eigene Angaben zu den Todesopfern in der Zivilbevölkerung machte
er nicht.
(Quelle: ap)
Pakistan sichert bei Kampf gegen Taliban Khyber-Region
Mo.30.06.08 - Pakistanische Sicherheitskräfte haben nach einer Offensive gegen
Taliban-Rebellen ein Gebiet nahe des strategisch wichtigen
Khyber-Passes gesichert.
Ein hochrangiger Regierungsvertreter in der Grenzregion zu Afghanistan
sagte, die Lage sei unter Kontrolle. Die Sicherheitskräfte
starteten am Samstag die Offensive gegen Taliban-Kämpfer, die auf
die Stadt Peshawar vorzudringen drohten. Peshawar liegt südlich
des Khyber-Passes, über den eine wichtige Versorgungsstraße
nach Afghanistan verläuft. Die Region gilt als Hochburg für
Kriminelle, denen sich unlängst islamistische Extremisten
angeschlossen hatten.
Mindestens drei Rebellenverstecke seien zerstört, ein Kämpfer
getötet worden, sagte der Regierungsvertreter weiter. Durch die
Offensive sei die Versorgung der internationalen Streitkräfte in
Afghanistan über den Khyber-Pass nicht beeinträchtigt worden.
Der Einsatz konzentrierte sich auf die Ortschaft Bara.
Im Süden Afghanistans meldeten US-geführte Truppen den Tod
von 32 Taliban-Kämpfern. Die Aufständischen hätten in
der Provinz Urusgan eine Patrouille aus einheimischen
Sicherheitskräften und Koalitionstruppen angegriffen, teilte das
US-Militär am Samstag weiter mit. Daraufhin sei das Feuer erwidert
worden. Einige der Extremisten hätten bei dem Vorfall am
Donnerstag noch versucht, als Frauen verkleidet zu entkommen.
Ebenfalls in Südafghanistan starb am Samstag ein britischer Soldat
bei der Explosion einer Mine. Er war der 110. britische Soldat, der
seit dem US-geführten Einmarsch in Afghanistan ums Leben kam. Die
Bundeswehr ist überwiegend in dem als ruhiger geltenden Norden des
Landes im Einsatz.
(Quelle: rtr)
Nahost-Konflikt
Israel öffnet Warenübergang nach Gaza - Israelisches Kabinett
billigt Gefangenenaustausch mit der Hisbollah - Suleiman drängt auf
rasche Regierungsbildung im Libanon - Palästinenser: Bald neue
Gespräche im Nahost-Friedensprozess - Israelische Soldaten
erschießen 17-jährigen Palästinenser
Mo.30.06.08 - Nach einer fünf Tage dauernden Sperre hat Israel am Sonntag einen
Übergang für Waren in den Gazastreifen wieder geöffnet.
Der israelische Rundfunk meldete, über den Sufa-Übergang
sollte zunächst ein minimaler Transport von Gütern in das
Palästinensergebiet erlaubt werden.
Nach einer Bewertung der Lage solle über eine mögliche
Ausweitung der Transporte entschieden werden. Israel hatte die vor einer
Woche im Rahmen einer Waffenruhe mit den militanten
Palästinenserorganisationen wieder eröffneten
Übergänge nach mehreren Raketen- und
Mörsergranatenangriffen auf sein Grenzgebiet am Mittwoch erneut
geschlossen. Die radikalislamische Hamas-Organisation appellierte
daraufhin an andere militante Palästinensergruppen im Gazastreifen,
den Beschuss Israels sofort einzustellen.
Das israelische Kabinett hat am Sonntag mit großer Mehrheit einem
Gefangenenaustausch mit der libanesischen Hisbollah-Miliz zugestimmt.
Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte vor der Abstimmung,
die beiden von der Miliz verschleppten israelischen Soldaten seien
höchstwahrscheinlich tot. Dem Beschluss zufolge soll die Hisbollah
ihre Leichen übergeben, Israel lässt im Gegenzug fünf
inhaftierte Hisbollah-Kämpfer frei.
Die Entführung der Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev hatte
im Sommer 2006 zu einem 34-tägigen Krieg zwischen der Hisbollah
und Israel geführt. Die Miliz hat bisher keine Beweise dafür
vorgelegt, dass die beiden noch am Leben sind. «Wir wissen, was
mit ihnen passiert ist», sagte Olmert am Sonntag einem vorab
verbreiteten Redetext zufolge. «Soweit wir wissen, sind die
Soldaten Regev und Goldwasser nicht am Leben.»
Ihre Leichen sollen gegen den seit fast 30 Jahren inhaftierten
Hisbollah-Kämpfer Samir Kantar und vier weitere Mitglieder der
Miliz ausgetauscht werden. Israelischen Medienberichten zufolge sollen
die Leichen zunächst nach Deutschland geflogen und dort
identifiziert werden. Deutschland hatte in dem Austausch in den
vergangenen Jahren vermittelt. Die Umsetzung der Vereinbarung werde
etwa zwei Wochen dauern, berichteten Medien.
Kantar soll 1979 im Alter von 16 Jahren in eine Ortschaft in Nordisrael
eingedrungen sein und dort einen Israeli vor den Augen von dessen
vierjähriger Tochter erschossen haben. Danach soll er das
Mädchen erschlagen haben. Während des Angriffs erstickte die
Frau des Israelis versehentlich die zweijährige Tochter des
Paares, als sie ihr den Mund zuhielt, damit Kantar und seine Komplizen
sie nicht finden konnten. Kantar bestreitet, die Vierjährige
getötet zu haben.
Israel bemüht sich außerdem, einen dritten von
Palästinensern im Juni 2006 im Gazastreifen verschleppten Soldaten
freizubekommen. Gilad Schalit hat seinen Eltern Briefe und eine
Tonbandaufnahme geschickt. Es wird angenommen, dass er noch am Leben
ist.
Der libanesische Präsident Michel Suleiman hat die Bildung einer
Regierung der nationalen Einheit binnen 48 Stunden gefordert. Alle
Parteien müssten "sofort zusammenarbeiten", um bis Dienstag eine
neue Regierung zu bilden, erklärte Suleiman. Eine im Mai in Doha
erzielte Vereinbarung sieht vor, dass die Regierung der nationalen
Einheit 30 Minister haben soll - davon soll die pro-westliche Mehrheit
16 stellen und die Opposition elf, die übrigen drei
Ministerämter soll Suleiman mit Persönlichkeiten besetzen,
die keinem Lager zuzurechnen sind.
Suleiman wurde selbst auf der Grundlage des Abkommens von Doha am 25.
Mai ins Präsidentenamt gewählt.
Die USA dringen nach palästinensischen Angaben in naher Zukunft
auf eine weitere Serie trilateraler Friedensgespräche mit den
Israelis.
US-Außenministerin Condoleezza Rice habe beide Seiten zu
Beratungen im Juli in Washington und im September in New York
eingeladen, teilte der palästinensische Chef-Unterhändler
Ahmed Kurie am Samstag mit. Ein weiteres Treffen sei im November
wiederum in Washington angedacht.
Sollte Israel bereit sein, in einigen Kernfragen seine Position zu
ändern, erscheine ein Friedensabkommen bis zum Jahresende
möglich, sagte Kurie weiter. Zu den Kernfragen zählt unter
anderem die israelische Siedlungspolitik, die zuletzt auch von den USA
kritisiert worden war. Kurie zufolge streben die Palästinenser
einen eigenen Staat an, der das Westjordanland und den Gazastreifen
umfasst. Eine militärische Präsenz der Israelis in diesem
künftigen Palästinenserstaat sei ausgeschlossen, eine
vorübergehende Stationierung von UN-Truppen dagegen durchaus
denkbar, fügte der Politiker an.
US-Präsident George W. Bush strebt eine grundsätzliche
Einigung zwischen Israelis und Palästinensern noch vor Ende seiner
Amtszeit im Januar an. Die Verhandlungen gerieten aber wiederholt ins
Stocken.
Israelische Soldaten erschossen in der Nacht zum Sonntag bei Tubas im
nördlichen Westjordanland einen 17-jährigen
Palästinenser. Ein israelischer Armeesprecher sagte, die Truppen
hätten bei einer Razzia eine verdächtige Person bemerkt. Zu
palästinensischen Berichten, der Jugendliche sei unbewaffnet
gewesen, sagte der Sprecher, er habe Brandflaschen auf die Soldaten
geworfen. Die Soldaten hätten daraufhin das Feuer eröffnet.
boa (Quellen: dpa, afp, rtr)
Simbabwe: Mugabe lässt sich als Wahlsieger vereidigen
Mo.30.06.08 - Nach der international kritisierten Präsidentenstichwahl in
Simbabwe hat sich Robert Mugabe am Sonntag als klarer Sieger feiern und
für eine weitere Amtszeit vereidigen lassen. Nach Angaben der
Wahlkommission erzielte der Amtsinhaber, der nach einer systematischen
Gewaltkampagne gegen die Opposition als einziger Kandidat angetreten
war, einen Erdrutschsieg. International wurden Rufe nach weiteren
Sanktionen gegen seine Regierung laut.
Auf Mugabe seien bei der Abstimmung am Freitag zwei Millionen Stimmen
entfallen, teilte die Wahlkommission mit. Oppositionsführer Morgan
Tsvangirai, der sich wegen der anhaltenden Gewalt gegen seine
Anhänger aus der Stichwahl zurückgezogen hatte, erhielt
demnach nur 233.000 Stimmen. Allerdings wurden 131.000 Wahlzettel
ungültig gemacht. Die Wahlbeteiligung habe bei 42 Prozent gelegen.
Gefolgsleute Mugabes machten Menschenrechtsaktivisten zufolge nach der
Stichwahl gezielt Jagd auf Oppositionelle. Human Rights Watch
erklärte, Nichtwähler seien von Schlägertrupps
misshandelt worden. Bewohner der Hauptstadt Harare sagten,
Mugabe-Anhänger seien am Samstag von Tür zu Tür gegangen
und hätten die Leute gezwungen, ihre Hände zu zeigen. Sie
suchten dabei nach Spuren der Tinte, mit denen die Wähler bei der
Stimmabgabe markiert worden waren. Wer keine entsprechende Farbe am
Finger nachweisen konnte, wurde nach Angaben der
Menschenrechtsorganisation mit Knüppeln oder Stöcken
verprügelt.
Mugabe, der seit 28 Jahren an der Macht ist, sprach bei seiner
Vereidigung erneut von politischen Gesprächen mit der Opposition.
Bereits am Vorabend der Stichwahl hatte der 84-Jährige einen
Dialog in Aussicht gestellt. Tsvangirai nannte seine Vereidigung
gegenüber der Fernsehnachrichtenagentur APTN bedeutungslos und
eine Selbsttäuschung.
Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) bat die
Afrikanische Union (AU) um die Entsendung von Friedenstruppen.
Außerdem könne die Union einen Sonderbotschafter ernennen,
sagte die Vizepräsidentin der Partei, Thokozani Khupe.
International wurden Forderungen nach Strafmaßnahmen gegen
Simbabwes Regierung laut. So schloss die Europäische Union
angesichts der politischen Krise Sanktionen nicht aus, wie es in einer
am Samstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung
hieß. Mugabe wurde aufgefordert, das Ergebnis der ersten Runde
der Präsidentenwahl zu akzeptieren, die Tsvangirai gewonnen hatte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Mugabe «jede
Legitimität» ab. Die Stichwahl sei eine Farce, sagte sie der
Tageszeitung «Die Welt» (Montagsausgabe) und sprach sich
für weitere Sanktionen der EU gegen Mugabe aus. Auch
US-Präsident George W. Bush kündigte Sanktionen gegen Mugabes
Regierung an.
Der britische Premierminister Gordon Brown bezeichnete die Stichwahl
als «neuen Tiefpunkt» für den afrikanischen Staat.
Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat sein Bedauern über die
umstrittene Abstimmung geäußert.
Die afrikanischen Staaten lehnten Sanktionen dagegen ab. Bei einem
Außenministertreffen der AU am Samstag in Scharm el Scheich
hieß es, wichtiger sei es, Regierung und Opposition an einen
Tisch zu bringen.
(Quelle: ap)
USA weiten Geheimdienstarbeit gegen Iran massiv aus
Mo.30.06.08 - Die USA haben einem Medienbericht zufolge ihre
Geheimdienstaktivitäten gegen die Regierung im Iran massiv
ausgebaut.
US-Präsident George W. Bush habe führenden
Kongressabgeordneten eine entsprechende Finanzierungsanfrage vorgelegt,
berichtete das Magazin "The New Yorker" am Sonntag auf seiner
Internetseite. In dem streng geheimen Schreiben habe der Präsident
Ende vergangenen Jahres bis zu 400 Millionen Dollar beantragt und
später bewilligt bekommen. Damit sollte unter anderem die CIA das
Atomprogramm des Iran schwächen. Zudem sollten Oppositionsgruppen
finanziell unterstützt werden, um die Führung in Teheran zu
untergraben.
Der Autor, Seymour Hersh, beruft sich in seinem Artikel auf
Militär-, Geheimdienst- und Kongresskreise. Bei der Beschreibung
der genauen Geheimdienstziele zitiert er eine namentlich nicht genannte
Person, der der Inhalt von Bushs Schreiben bekannt sei. Während
verdeckte Aktionen gegen den Iran nicht neu seien, sei deren Umfang nun
erheblich ausgeweitet worden, schreibt Hersh weiter. Der Journalist hat
bereits wiederholt über die Iran-Politik der USA berichtet und
dabei Umsturzpläne sowie einen Stopp des Atomprogramms - notfalls
durch militärische Mittel - als Hauptziel der Politik Bushs
herausgestellt.
Die USA sind die treibende Kraft des Westens im Atomstreit mit dem
Iran. Die Islamische Republik wird verdächtigt, unter dem
Deckmantel der zivilen Nuklearnutzung nach Atomwaffen zu streben. Der
Iran weist dies zurück.
(Quelle: rtr)
Hunderte Verletzte bei Demonstration in Südkorea - Protest gegen
Wiederaufnahme von Rindfleisch-Importen aus USA
Mo.30.06.08 - Bei Ausschreitungen während einer Großdemonstration in
Südkorea sind in der Nacht zum Sonntag mehrere hundert Menschen
verletzt worden. Etwa 15.000 Demonstranten gingen in Seoul auf die
Straße, um gegen die Wiederaufnahme von Rindfleisch-Importen aus
den USA zu protestieren.
Einige Personen versuchten, die Polizeibusse wegzuziehen, die den Weg
zum Präsidialamt versperrten. Die Polizisten setzten daraufhin
Wasserwerfer und Feuerlöscher ein, um die Demonstranten
zurückzudrängen. Diese wiederum griffen die
Sicherheitskräfte mit Stahlrohren und Steinen an.
Nach Angaben der Organisatoren wurden hunderte Demonstranten verletzt.
Laut Polizei erlitten auch mehr als 100 Beamte Verletzungen. Rund 50
Demonstranten seien festgenommen worden.
(Quelle: ap)
Deutschland
Umweltministerium dementiert angebliche Pläne für Atomsteuer
Mo.30.06.08 - Das Bundesumweltministerium (BMU) hat Berichte dementiert, wonach
Ressortchef Sigmar Gabriel (SPD) eine zusätzliche Steuer auf
Atomstrom vorschlägt. "Das ist nicht unsere Position", sagte ein
Ministeriumssprecher dazu in Berlin. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel"
hatte zuvor unter Berufung auf ein internes Papier des BMU berichtet,
Gabriel wolle sich für eine Extra-Steuer auf Atomstrom einsetzen.
Ziel sei eine Brennelementesteuer von einem Cent pro Kilowattstunde. "Es
gibt kein solches internes Papier des BMU", sagte dazu der
Ministeriumssprecher.
(Quelle: afp)
Autoindustrie will Steuerbefreiung für umweltschonende Autos
Mo.30.06.08 - Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) fordert die
Befreiung besonders umweltschonender Autos von der Kraftfahrzeugsteuer.
VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte in einem am Sonntag vorab
veröffentlichten Interview der Zeitschrift «Super Illu»
laut Vorabbericht, die Politik solle zügig über die neue
schadstoffbezogene Kraftfahrzeugsteuer entscheiden, die den Kauf
umweltfreundlicher und sparsamer Autos begünstige. Bestimmte Wagen
mit einem Verbrauch weniger als vier Litern auf 100 Kilometer und einem
CO2-Ausstoß von 120 Gramm oder weniger pro Kilometer sollten ganz
von der Kraftfahrzeugsteuer freigestellt werden.
Skeptisch beurteilte Wissmann Pläne der großen Koalition,
wonach es bei der geplanten Reform der Kraftfahrzeugsteuer keine
zusätzlichen Belastungen für Besitzer von älteren
Kraftfahrzeugen geben soll. «Wenn die Politik die Fahrer von
Altautos in den ersten zwei Jahren tatsächlich nicht belasten will,
dann muss der Fiskus unterm Strich auch Einnahmeausfälle bei der
Kfz-Steuer hinnehmen», sagt der VDA-Präsident. Der Erwerb
neuer, umweltfreundlicher Autos dürfe für die Käufer
nicht zum Nullsummenspiel werden. «Wenn es uns gelänge, den
Altersschnitt der Pkw in Deutschland von derzeit 8,5 Jahren auf 7,5
Jahre zu senken, würden wir Millionen Tonnen CO2 vermeiden und 800
Millionen Liter Benzin und Diesel einsparen. Dafür müssen
entsprechende Kaufanreize her», sagte Wissmann.
(Quelle: ddp)
IG Metall erwägt Eskalation im Altersteilzeit-Streit
Mo.30.06.08 - Nach dem Scheitern der Verhandlungen über eine Fortsetzung der
Altersteilzeit in der Metall- und Elektroindustrie drohen der Branche
weitere Warnstreiks.
Die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württembergs
kommt am heutigen Montag zu Beratungen über das weitere Vorgehen
zusammen, am Dienstag soll der Vorstand die Marschroute absegnen. Der
baden-württembergische Bezirksvorsitzende Jörg Hofmann
erklärte nach der fehlgeschlagenen Verhandlungsrunde am
Freitagabend, die Gewerkschaft ziehe eine Verschärfung des
Konflikts in Betracht. Die Gewerkschaft sei nicht mehr in der
Friedenspflicht, sagte IG-Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis dem
"Tagesspiegel".
In den vergangenen Wochen haben nach Gewerkschaftsangaben schon mehr
als 350.000 Beschäftigte der Metallindustrie vorübergehend die
Arbeit niedergelegt, um der Forderung nach einer neuen
Altersteilzeitregelung Nachdruck zu verleihen.
Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall hatten sich
auch in ihrer siebten Verhandlungsrunde nicht einigen können. Im
Bezirk Baden-Württemberg war stellvertretend für die
bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigen der Metall- und
Elektroindustrie über eine Nachfolgeregelung für die Ende 2009
auslaufende Altersteilzeit verhandelt worden. Bisher wird sie von der
Bundesagentur für Arbeit mitgetragen. Während die Arbeitgeber
nur noch Ausnahmefälle zulassen wollen, will die Gewerkschaft die
Altersteilzeit noch attraktiver machen.
Gescheitert seien die Verhandlungen letztlich "an der wesentlichen
Frage der IG Metall, wie wir einen Anspruch für alle Betriebe
öffnen können", sagte Hofmann in Böblingen. Die
Gewerkschaft hatte darauf gepocht, dass fünf Prozent aller
Beschäftigten weiterhin eine Altersteilzeit beantragen können.
Sie warf den Arbeitgebern vor, im Verlauf der Gespräche von
bereits erzielten Verhandlungsständen wieder abgewichen zu sein.
Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell schloss weitere Verhandlungen
aus. "Die Gespräche sind hier beendet. Ich gehe nicht davon aus,
dass sie in Baden-Württemberg wieder aufgenommen werden", sagte er.
Ziel der Arbeitgeber sei es weiterhin, noch vor der Sommerpause eine
Regelung zu finden. Den Fahrplan dafür werde der
Gesamtmetall-Vorstand am Mittwoch festlegen. Die Arbeitgeber hätten
ein Gesamtkonzept auf dem Tisch gelegt. Die IG Metall habe aber an
einer wesentlichen Stelle nicht folgen wollen. Details wollte Roell
nicht nennen.
(Quelle: rtr)
Bundesarbeitsminister Scholz will Arbeitszeitkonten vor Firmenpleiten
schützen
Mo.30.06.08 - Bundesarbeitsminister Olaf Scholz will Arbeitszeitkonten künftig
besser vor Firmenpleiten schützen. Das Nachrichtenmagazin
«Der Spiegel» berichtet unter Berufung auf einen
Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums, die Arbeitgeber sollen
künftig verpflichtet werden, den Gegenwert sogenannter Zeitguthaben
auf separaten Konten, getrennt vom Vermögen des Unternehmens,
anzulegen.
Auf den Konten sammeln Beschäftigte ihre nicht bezahlten
Überstunden an, um damit den Arbeitszeitausfall in Krisenzeiten
oder finanzielle Einbußen im Vorruhestand auszugleichen. Heute
werden die entsprechenden Mittel häufig in den Firmenbilanzen
geführt, so dass sie den Beschäftigten bei einer Insolvenz
verloren gehen, heißt es in dem Bericht.
Scholz will demnach die Guthaben auch vor unerwünschten Verlusten
absichern. Deshalb dürfen laut Gesetzentwurf höchstens 20
Prozent ihres Wertes in riskanteren Vermögenstiteln wie Aktien
investiert werden. Gelten sollen die Insolvenzregeln für
Zeitkonten, die einen Ausgleichszeitraum von mehr als einem Jahr haben
oder deren Wert einen Monatslohn übersteigt.
Wer seinen Arbeitgeber wechselt, soll das Konto zudem auf die neue
Firma übertragen dürfen. Alternativ können die
Beschäftigten die angesammelten Vermögenswerte auch von der
Deutschen Rentenversicherung verwalten lassen, schreibt der
«Spiegel».
(Quelle: ap)
Arbeitslose Schulabbrecher sollen Abschluss nachholen
Mo.30.06.08 - Arbeitslose Schulabbrecher sollen nach den Vorstellungen von
Arbeitsminister Olaf Scholz ihren Hauptschulabschluss nachholen. Scholz
erläuterte am Wochenende im Berliner «Tagespiegel»
seine Pläne für eine «nationale
Bildungsstrategie». Dazu gehört auch die Öffnung der
Hochschulen und Universitäten für Menschen mit fundierter
Berufserfahrung aber ohne Abitur. Der baden-württembergische
Ministerpräsident Günther Oettinger warnte den Bund davor, den
Ländern Kompetenzen im Bildungsbereich wegnehmen zu wollen.
Scholz sagte, Bildung sei «der Schlüssel zur Bekämpfung
von Arbeitslosigkeit und Armut». Er rechne damit, dass etwa
250.000 Menschen einen Schulabschluss nachholen wollten. Es könne
aber auch Druck auf Verweigerer ausgeübt werden. «Wie bei
allen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gibt es die
Mitwirkungspflicht.» Wer einen Kurs besuchen solle, an dessen Ende
der Hauptschulabschluss stehe, könne sich dem nicht verweigern.
Der SPD-Politiker forderte von Bund und Ländern mehr
Anstrengungen: «Wenn acht Prozent der Jugendlichen jedes Jahr die
Schule abbrechen, dann kann an dieser Bildungspolitik etwas nicht
stimmen». Er plädierte zudem für einen Verfassungsrecht,
«dass jeder jederzeit jeden allgemeinen Bildungsabschluss
nachholen kann».
Zugleich schlug Scholz vor, Berufstätige, die eine Lehre
abgeschlossen und drei Jahre Berufspraxis hätten, sollten studieren
können. Auch die Meisterprüfung solle als Befähigung zum
Studium anerkannt werden. «Wir müssen für mehr und
bessere Bildungsabschlüsse sorgen.»
Bildungsministerin Annette Schavan stellte den Ländern einen
Bundeszuschuss von einer Milliarde Euro zur Verbesserung der
frühkindlichen Bildung in Aussicht. Dem Nachrichtenmagazin
«Der Spiegel» sagte sie, das Geld sollte aus Mitteln
stammen, die der Bund wegen sinkender Kinderzahlen etwa beim Kindergeld
sparen könne.
Mit Blick auf den von Bundeskanzlerin Angela Merkel für Oktober
angekündigten Bildungsgipfel rief Oettinger seine
Länderkollegen dazu auf, für die Länderhoheit im
Bildungswesen zu kämpfen. Im «Spiegel» kritisierte er
das Bundesprogramm zum Bau von Ganztagsschulen als «Einfallstor in
Länderhoheiten».
Oettinger nannte die Sorge nicht unbegründet, dass der Bund auf
dem Bildungsgipfel versuchen werde, den Ländern
Zuständigkeiten abzuhandeln. «Wer an der Aufgabenteilung
zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik rüttelt,
gefährdet die verfassungsmäßige Ordnung der
Bundesrepublik - das werden wir nicht zulassen», sagte er.
(Quelle: ap)
Bayerns Arbeitsministerin Stewens kritisiert zu wenig
Weiterbildungsangebote der Unternehmen
Mo.30.06.08 - Die Unternehmen in Bayern vernachlässigen nach Ansicht von
Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) die Weiterbildung von gering
qualifizierten Beschäftigten. Zwar sei die Quote der Firmen, die
Weiterbildung anbieten von 38 Prozent vor vier Jahren auf heute 47
Prozent gestiegen, sagte Stewens am Sonntag in München. Jedoch
werde dort nicht einmal jeder Dritte tatsächlich gefördert.
«Gering Qualifizierte, Ältere, geringfügig
Beschäftigte und Leiharbeitskräfte werden zunehmend
ausgegrenzt», kritisierte Stewens.
Weiter- und Fortbildung seien am Arbeitsmarkt «für jeden
unverzichtbar». Die Produktivität eines Unternehmens
könne dadurch deutlich gesteigert werden. Für gut ausgebildete
Arbeitnehmer verbesserten sich zudem die Arbeitsplatzsicherheit und die
beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten. Die Ministerin appellierte an
die Betriebe, die Weiterbildung auszubauen. Insgesamt sei der Anteil
noch viel zu gering: «Nur 22 Prozent der Beschäftigen in
Bayern haben eine betriebliche Weiterbildung erfahren.»
(Quelle: ddp)
Ansehen der Banken hat in Finanzkrise gelitten
Mo.30.06.08 - Die weltweite Finanzkrise hat das Ansehen der Banken in Deutschland
beschädigt. Das ergab eine repräsentativen Umfrage im Auftrag
der Postbank. Jeder zweite Befragte gab an, das Image der Banken habe
sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Nur vier Prozent
hätten ein verbessertes Image wahrgenommen, berichtete der Berliner
«Tagesspiegel» am «Wochenende.
Die Postbank hatte im Frühjahr 2.500 Bürger befragt und dabei
zwischen den eigenen und Kunden fremder Banken unterschieden. Insgesamt
gab etwa jeder Dritte an, von Subprime-Krise, Kreditausfällen oder
hohen Verlusten bei Landesbanken gehört zu haben.
Viele Kunden wollten daraus Konsequenzen ziehen, hieß es weiter.
48 Prozent derer, die ein schlechteres Bild von den Banken haben,
wollten sich künftig besser informieren. 40 Prozent gaben an, den
Empfehlungen der Banken künftig weniger zu vertrauen. Bei
Postbank-Kunden waren es 36 Prozent. 45 Prozent wollen sich wieder
stärker selbst um ihre Geldgeschäfte kümmern. Bei
Postbank-Kunden waren es 39 Prozent.
(Quelle: ap)
Rund 50 Genmaisgegner bei Feldzerstörung festgenommen
Mo.30.06.08 - Gegner der genmanipulierten Landwirtschaft haben am Sonntagmorgen nahe
Kitzingen ein Genmaisfeld verwüstet. Die Polizei nahm rund 50
Personen fest. Ihnen wird Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung
vorgeworfen, wie ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage sagte.
Die Aktivisten hatten sich in einem Waldstück nahe Westheim
versteckt und waren gegen 6.30 Uhr in ein abgesperrtes Genmaisfeld
eingedrungen. Dort zertrampelten sie auf einem Viertelhektar die
Pflanzen und rissen sie heraus. Der Sachschaden wird auf rund 600 Euro
geschätzt. Die Polizei schritt ein. Einige Aktivisten mussten
weggetragen werden.
Eine Sprecherin der Genmaisgegner hatte im Vorfeld auf ddp-Anfrage
gesagt, ihr sei die Rechtslage bewusst. Sie würden sich aber
vorsätzlich darüber hinwegsetzen. Für ähnliche
Aktionen waren in den vergangenen Jahren Aktivisten wegen
gemeinschaftlicher Sachbeschädigung zu Geldstrafen von bis zu 600
Euro verurteilt worden.
(Quelle: ddp)