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Irak 1561 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Irakische Regierung sagt 100 Mio Dollar für Wiederaufbau von
Sadr-City zu. USA hielten den Irak-Krieg zu früh für beendet -
Mindestens 4.113 US-Militärangehörige verloren im Irak ihr
Leben
Di.01.07.08 - Die irakische Regierung hat für den Wiederaufbau des bei Gefechten
zerstörten Bagdader Stadtteils Sadr-City 100 Millionen Dollar
zugesagt.
Das Geld solle auch für den Bau von Schulen, Krankenhäusern
und Sportstätten verwendet werden, teilte ein Regierungssprecher am
Sonntag mit. Zudem sollten Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies
könne geschehen, indem Kleinunternehmer mit günstigen
Krediten versorgt würden.
In Sadr-City, einer Hochburg des radikalen Schiitenführers Moktada
al-Sadr, leben rund zwei Millionen Menschen. Al-Sadr-Anhänger
lieferten sich dort zuletzt im Frühjahr heftige Kämpfe mit
irakischen und amerikanischen Truppen. Dabei gab es Hunderte Tote. Nach
der Vereinbarung eines Waffenstillstandes erlangte die Regierung die
Kontrolle über das Elendsviertel zurück. Die Behörden
gehen aber davon aus, dass ein Wiedererstarken der Milizen nur dann
verhindert werden kann, wenn die Lebensbedingungen für die Menschen
in Sadr-City grundlegend verbessert werden.
In der Euphorie nach dem Sieg 2003 haben die USA den Krieg im Irak zu
früh für beendet gehalten und es dadurch versäumt,
genügend Soldaten für die anschließende Besetzung des
Landes bereitzustellen. Die Aussage von Präsident George W. Bush am
1. Mai 2003, dass die Hauptkampfhandlungen vorüber seien, habe
diesen Eindruck noch verstärkt, heißt es in einem fast
700-seitigen Bericht des US-Heeres.
Diejenigen Strategen, die damals mehr Soldaten verlangt hätten,
seien nicht gehört worden, erklärten die Autoren der Studie,
Donald Wright und Oberst Timothy Reese aus Fort Leavenworth in Kansas.
Zudem seien Kommandeure in Bagdad mit einer zu geringen
Übergangszeit ausgetauscht worden und personell unterbesetzt
gewesen.
Im Vorwort erklärt General William Wallace, der Leiter des
Ausbildungskommandos des US-Heeres, die Schlussfolgerungen dieses
Berichts, für den hunderte Soldaten und Offiziere befragt wurden,
seien keine Überraschung. Die Planung für die Zeit nach Saddam
Hussein sei ungenügend gewesen, heißt es weiter, wobei
selbstkritisch hinzugefügt wird, dass das Heer auf eine bessere
Planung und Vorbereitung hätte dringen müssen.
Nach dem Sturz des Regimes seien die meisten Kommandeure davon
ausgegangen, dass es nun um Stabilisierungs- und
Unterstützungseinsätze gehen werde, ähnlich wie in
Bosnien oder im Kosovo, heißt es in dem Bericht. Es sei ein
relativ friedlicher Übergang erwartet worden, und man sei davon
ausgegangen, dass die Iraker schnell selbst wieder die Verantwortung
übernehmen. General Tommy Franks habe am 16. April 2003 in Bagdad
seine Untergebenen angewiesen, sie darauf vorzubereiten, die meisten
Truppen bis September aus dem Irak abzuziehen. Nur wenige Kommandeure
hätten das ganze Ausmaß der Aufgabe im Irak übersehen.
Der Krieg im Irak hat bislang mindestens 4.113
US-Militärangehörige das Leben gekostet.
boa (Quellen: rtr, ap)
mehr Nachrichten vom Tage
Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 01.07.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendsiebenundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
So.01.07.07 - Mordanklage gegen zwei GIs +++ 26 Tote bei US-Razzien in Bagdader
Schiitenviertel: Bewohner und irakische Regierungskreise sprechen von
mehreren zivilen Opfern +++ Bei Selbstmordanschlag in zentralirakischer
Stadt Muktadija kommen mindestens 20 Menschen ums Leben...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707010.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Im Juni mehr internationale Soldaten in Afghanistan getötet als im
Irak
Di.01.07.08 - Im Juni wurden in Afghanistan mehr amerikanische und internationale
NATO-Soldaten getötet als im Irak. Nach einer Zählung der
Nachrichtenagentur AP ließen im Juni mindestens 44 Soldaten der
NATO- oder US-Truppen in Afghanistan ihr Leben. Damit ist der Einsatz
am Hindukusch bereits im zweiten Monat in Folge tödlicher als der
im Irak, wo im Juni etwa 30 Soldaten ums Leben kamen. Erst am Montag
waren zwei deutsche Soldaten nahe der nordafghanischen Stadt Kundus in
eine Sprengfalle geraten, zwei wurden dabei leicht verletzt.
Die meisten Toten waren im Juni im Süden und im Osten des Landes
entlang der unruhigen pakistanisch-afghanischen Grenze zu beklagen. Die
Truppen dort wurden zuletzt noch verstärkt, womit mehr Soldaten
den Angriffen der Taliban aus dem Grenzgebiet ausgesetzt sind. Die
Angriffe der islamischen Extremisten nehmen immer mehr zu und werden
zudem raffinierter: Im Juni kamen bei vier Angriffen je vier Soldaten
ums Leben, zuvor hatte kein Angriff seit vergangenem August mehr als
drei Soldaten auf einmal getötet.
Bei einem Militäreinsatz im Südwesten des Landes töteten
US-Streitkräfte in einem kombinierten Luft- und Bodeneinsatz 28
Rebellen, wie der Gouverneur der Provinz Nimros, Ghulam Dastagir Asad,
am Montag mitteilte. Die US-Streitkräfte sprachen nur von
«mehreren» getöteten Rebellen. Sieben weitere
Aufständische seien bei einem gemeinsamen Einsatz mit
pakistanischen Truppen im Grenzgebiet getötet worden,
erklärte die NATO.
(Quelle: ap)
Deutsche Kampftruppe in Afghanistan einsatzbereit
Di.01.07.08 - Die Bundeswehr ist seit 21.30 Uhr deutscher Zeit mit ihrem ersten
Kampfverband für die internationale Schutztruppe ISAF in
Nord-Afghanistan einsatzbereit. Der deutsche ISAF-Regionalkommandeur
übertrug der Bundeswehreinheit in Masar-i- Scharif zum 1. Juli das
Kommando für die schnelle Eingreiftruppe. Überschattet wurde
die Kommandoübergabe durch einen Anschlag auf die Bundeswehr in
Kundus. Dabei wurden zwei deutsche Soldaten mit einem Sprengsatz
angegriffen und leicht verletzt.
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt
Militante Palästinenser feuern erneut Rakete auf Israel
Di.01.07.08 - Ungeachtet einer Waffenruhe haben militante Palästinenser am Abend
erneut eine selbst gebaute Rakete vom Gazastreifen auf den Süden
Israels gefeuert. Wie eine israelische Militärsprecherin sagte,
verursachte das Geschoss keinerlei Schaden. Es war die fünfte
Rakete, die seit dem Beginn der Waffenruhe zwischen Israel und
militanten Palästinenserorganisationen am 19. Juni vom
Gazastreifen aus auf Israel abgeschossen wurde.
(Quelle: dpa)
Afrikanische Staatschefs verschonen Mugabe - Harsche Kritik aus London
und Paris
Di.01.07.08 - Der simbabwische Präsident Robert Mugabe hat von seinen
afrikanischen Kollegen nach wie vor wenig Kritik zu befürchten.
Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Ägypten wurde
Mugabe am Montag im Kreise der Staats- und Regierungschefs willkommen
geheißen. Trotz eindringlicher Appelle westlicher Staaten war
nicht zu erwarten, dass die AU die umstrittene Wahl in Simbabwe
verurteilt - obwohl ihre eigenen Beobachter erklärten, sie habe
nicht den Standards der Staatengemeinschaft entsprochen.
Der tansanische Präsident Jakaya Kikwete gratulierte als
AU-Vorsitzender dem simbabwischen Volk und den AU-Vermittlern, nicht
jedoch Mugabe selbst. Er nannte die Wahl «historisch»,
sprach aber auch von Herausforderungen. Deutlichere Worte fand die
ebenfalls aus Tansania stammende stellvertretende
UN-Generalsekretärin Asha-Rose Migiro. Sie bezeichnete die
Situation in Simbabwe als ernste Krise und größte
Herausforderung im südlichen Afrika.
Offene Kritik musste sich Mugabe nur vom kenianischen Regierungschef
Raila Odinga und dem senegalesischen Außenminister Scheich
Tidiane Gadio anhören. Odinga forderte in Nairobi, Mugabe sollte
vom Gipfeltreffen ausgeschlossen werden. Truppen der AU sollten in
Simbabwe freie und faire Wahlen garantieren. Ein weiterer Kritiker
Mugabes, Sambias Präsident Levy Mwanawasa, musste wegen Krankheit
in eine Klinik gebracht werden und konnte nicht am Gipfel teilnehmen.
Großbritannien und die USA forderten die AU auf, das Ergebnis der
Stichwahl nicht anzuerkennen. Das Gipfeltreffen solle
unmissverständlich deutlich machen, dass es einen Wechsel in
Simbabwe geben müsse, sagte der britische Premierminister Gordon
Brown. Der französische Außenminister Bernard Kouchner
bezeichnete die Wahl als Farce und erklärte, Frankreich erachte
die simbabwische Regierung als nicht legitim.
Der 84-jährige Mugabe hatte sich am Sonntag nach einer Stichwahl
ohne Gegenkandidaten für eine sechste Amtszeit als Präsident
vereidigen lassen. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai, der seine
Kandidatur wegen der Gewaltexzesse zurückgezogen hatte,
kritisierte am Montag, Mugabe dürfe keinen Platz auf dem AU-Gipfel
in Scharm-el-Scheich haben. «Robert Mugabe ist nicht der
rechtmäßige Herrscher Simbabwes», sagte Tsvangirai der
Nachrichtenagentur AP. Er habe die Macht an sich gerissen und sein Volk
brutal behandelt.
Mugabe schien auf dem Gipfeltreffen nach Legitimität und
Anerkennung zu suchen. Er betrat den Konferenzraum zusammen mit dem
ägyptischen Gastgeber Husni Mubarak, bei den darauffolgenden
Treffen umarmte er mehrere Staatschefs und Diplomaten demonstrativ.
«Er hat ziemlich jeden umarmt, jeden, dem er nahe kommen
konnte», sagte ein Diplomat, der nicht namentlich genannt werden
wollte.
US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte während
eines Besuchs in Peking, die Zeit für Erklärungen sei vorbei.
Washington hat angekündigt, in den kommenden Tagen eine Resolution
zu Simbabwe in den UN-Sicherheitsrat einzubringen. Die Vetomacht China
lehnt mögliche Sanktionen jedoch ab. Peking ziehe Verhandlungen
zwischen Mugabe und der Opposition vor, erklärte der
Außenminister Yang Jiechi.
Mehrere weiße Farmer wurden unterdessen in Simbabwe neue Opfer
der Gewalt. Mindestens vier Menschen wurden brutal zusammengeschlagen
und mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden, wie der
Vizepräsident der Vereinigung gewerblicher Farmer, Deon Theron,
erklärte. Nach der erneuten Vereidigung Mugabes glaubten seine
Schergen, «sie haben wieder vollkommene Immunität».
Der Gewerkschafter rechnete mit einer weiteren Eskalation der Gewalt.
(Quelle: ap)
China und Exiltibeter setzen Gespräche fort - Gesandte des Dalai
Lamas in Peking
Di.01.07.08 - Zwei Gesandte des Dalai Lamas kommen nach tibetischen Angaben am
(heutigen) Dienstag und Mittwoch mit chinesischen Regierungsvertretern
zusammen. Lodi Gyari und Kelsang Gyaltsen träfen noch am Montag in
Peking ein, teilte der Ministerpräsident der tibetischen
Exilregierung in Indien, Samdhong Rimpoche, mit. Es handele sich um die
Fortsetzung eines formellen Dialogs, der 2002 begonnen habe.
Das letzte Treffen stand noch ganz unter dem Eindruck der im März
blutig niedergeschlagenen antichinesischen Proteste in Tibet. Es fand am
4. Mai in der chinesischen Stadt Shenzhen statt. Die Beratungen gingen
mit der Zusage Pekings zu Ende, den Dialog mit den Vertretern des Dalai
Lamas fortzusetzen. Dieser habe die Gesandten angewiesen, nichts
unversucht zu lassen, um die Situation der Tibeter in ihrem Heimatland
zu verbessern, erklärte das Büro des Dalai Lamas.
China bekräftigte, dass es an Gesprächen interessiert sei.
«Unsere Tür für den Dialog mit dem Dalai Lama ist immer
offen», hieß es in einer Meldung der amtlichen
Nachrichtenagentur Xinhua. Beobachter äußerten die Vermutung,
dass sich China vor allem mit Blick auf die Olympischen Spiele, die am
8. August beginnen, zum Dialog mit den Tibetern bereiterklärt hat.
(Quelle: ap)
Polizei in Südkorea geht gegen Bürgerorganisationen vor
Di.01.07.08 - Die südkoreanische Polizei hat am Montag die Büros von zwei
Bürgerorganisationen durchsucht, die die seit mehreren Wochen
andauernden Proteste gegen die Wiederaufnahme von Rindfleisch-Importen
aus den USA koordinieren. Dabei wurden nach Polizeiangaben in Seoul
Unterlagen beschlagnahmt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur
Yonhap wurde eine Person festgenommen.
Die Regierung hatte im April mit den USA vereinbart, das wegen
möglicherweise bestehender Gesundheitsgefahren wie BSE seit 2003
geltende Importverbot wieder aufzuheben. Seither kam es zu
Massenprotesten, an denen jeweils bis zu 80.000 Menschen teilnahmen. Die
gesamte Regierung bot deswegen ihren Rücktritt an. In der Nacht
zum Sonntag wurden bei Ausschreitungen mehr als 200 Demonstranten und
Polizisten verletzt. Justizminister Kim Kyung Han erklärte, wer zu
gewaltsamen Protesten anstifte, werde festgenommen.
(Quelle: ap)
Republikanische US-Abgeordnete wollen Biosprit-Produktion senken -
Wegen anhaltend steigender Rohstoffpreise
Di.01.07.08 - Eine Gruppe von mehr als 50 republikanischen Kongressabgeordneten hat
die US-Umweltbehörde (EPA) zu einer Senkung der diesjährigen
Vorgabe zur Produktion von Biodiesel aufgefordert. Die gesetzlich
verlangte Menge von Sprit aus landwirtschaftlichen Rohstoffen werde nur
die Preise weiter antreiben und damit Millionen armer Amerikaner
zwingen, noch mehr Geld für ihre Lebensmittel auszugeben,
hieß es in dem Brief der 51 Abgeordneten an die EPA.
Es liege in der Macht der Regierung von Präsident George W. Bush,
«den wirtschaftlichen Schaden für Millionen Amerikaner zu
begrenzen», erklärte Bob Goodlatte, der führende
Republikaner im Landwirtschaftsausschuss, am Montag. Auch
Viehzüchter seien von den Preisanstiegen schwer betroffen. Die
Preise für Mais sind im vergangenen Jahr um mehr als 80 Prozent
gestiegen. Die jüngsten Überschwemmungen im Mittleren Westen
haben die diesjährige Mais-Anbaufläche nochmals um neun
Prozent reduziert, wodurch die Preise weiter stiegen.
Der EPA-Vorschrift zufolge müssten in diesem Jahr 34 Milliarden
Liter Ethanol produziert werden, um daraus Biodiesel zu machen. Das
entspräche nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums etwa 30
bis 35 Prozent der gesamten Maisernte. Die US-Regierung sieht darin ein
probates Mittel im Kampf gegen den globalen Klimawandel, aber auch eine
Strategie, um die Abhängigkeit der USA vom Rohöl zu
verringern.
(Quelle: ap)
Hohe Ölpreise sorgen für Rekordinflation im Euro-Raum - EZB
vor Zinserhöhnung
Di.01.07.08 - Explodierende Ölpreise haben im Juni für eine Rekordinflation
im Euro-Raum gesorgt.
Die Verbraucherpreise stiegen um 4,0 Prozent im Vergleich zum
Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Montag in Brüssel
mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik
1997. Der erst im Mai erreichte Rekord von 3,7 Prozent wurde damit
deutlich übertroffen. "Das besorgt uns alle sehr", sagte
EU-Kommissar Joaquin Almunia. Auf die Verbraucher rollt Experten
zufolge in den kommenden Monaten eine noch kräftigere Preiswelle
zu. Die Bundesregierung geht aber davon aus, dass die EZB das Problem
in den Griff bekommt.
Größter Inflationstreiber war Rohöl, dessen Preis sich
binnen eines Jahres verdoppelte. Ein Fass kostete am Monatsende mit
rund 143 Dollar so viel wie nie zuvor. Das Ölkartell Opec erwartet
im Sommer Preise zwischen 150 und 170 Dollar. Ökonomen rechnen
deshalb mit einer Teuerungsrate von 4,2 oder 4,3 Prozent. "Das Thema
Inflation wird in den kommenden Monaten noch an Brisanz gewinnen",
sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil.
In Deutschland stiegen die Preise mit 3,3 Prozent vergleichsweise
gering, auch wenn das die höchste Teuerungsrate seit fast 15
Jahren bedeutete. In Spanien wurde mit 5,1 Prozent die bislang
höchste Inflationsrate ermittelt. In Belgien lag sie mit 5,8
Prozent so hoch wie seit fast 24 Jahren nicht mehr.
Mit vier Prozent liegt die Inflationsrate im Euro-Raum gut doppelt so
hoch wie von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebt. Die
Währungshüter sehen stabile Preise mittelfristig nur bei
knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Sie werden deshalb
voraussichtlich ihren Leitzins am Donnerstag erstmals seit gut einem
Jahr anheben - von 4,0 auf 4,25 Prozent.
Wegen der hartnäckigen Teuerung könnte danach ein weiterer
Schritt folgen. "Das spielt den Falken im EZB-Rat in die Hände",
sagte Volkswirt Gilles Moec von der Bank of America. So werden streng
auf Preisstabilität ausgerichtete Währungshüter wie
Bundesbankchef Axel Weber genannt. Bislang hat EZB-Präsident
Jean-Claude Trichet eine Serie von Zinserhöhungen ausgeschlossen,
nicht aber eine zweite Anhebung.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass die EZB stabile Preise
mittelfristig sichern wird. Die Zentralbank werde ihrer Aufgabe "in
vollem Umfang nachkommen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm zu
Reuters.
Bei höheren Zinsen wird es für Banken teurer, sich bei der
Notenbank mit frischem Geld einzudecken. In der Folge steigen die
Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher, was Investitionen
und Konsum und damit den Preisauftrieb dämpft. Eine kleine
Zinserhöhung auf 4,25 Prozent würgt nach Einschätzung
des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die
Konjunktur nicht ab. "Das ist ein Signal der Zentralbank, dass sie die
Inflation im Auge behalten wird", sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann zur
Nachrichtenagentur Reuters. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar
Almunia befürchtet einen nachhaltigen Schaden für Wachstum
und Beschäftigung, wenn steigende Lebenshaltungskosten zu
übermäßigen Lohnerhöhungen führen. "Wir
müssen eine Inflationsspirale verhindern", sagte Almunia.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hält
wegen der Teuerung weltweit höhere Leitzinsen für notwendig.
"Angesichts der eindeutigen und aktuellen Inflationsgefahr und der in
den meisten Ländern historisch gesehen sehr niedrigen realen
Leitzinssätze scheint auf globaler Ebene eher eine Straffung der
Geldpolitik angezeigt", hieß es im Jahresbericht.
(Quelle: rtr)
Frankreich übernimmt EU-Ratsvorsitz
Di.01.07.08 - Frankreich hat um Mitternacht für sechs Monate die rotierende
EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Als Prioritäten
nannte Staatspräsident Nicolas Sarkozy in einem am Montagabend
ausgestrahlten Fernsehinterview den Kampf gegen illegale Einwanderung,
Klimaschutz und die hohen Energiepreise. Zudem will er eine
Mittelmeerunion gründen.
Die Europäer erwarteten von der EU, dass sie sie vor bedrohlichen
Folgen der Globalisierung schütze, sagte Sarkozy. Die
Europäische Union riskiere, die Menschen abzuschrecken, wenn sie
sich deren Alltagssorgen nicht annehme. «Die europäische
Idee gerät in Gefahr, wenn wir die Europäer nicht
schützen», erklärte der Staatspräsident.
Aus Anlass der Übernahme der Ratspräsidentschaft
empfängt Sarkozy den Präsidenten des Europaparlaments,
Hans-Gert Pöttering, in Paris. Am Nachmittag wird auch die
EU-Kommission unter ihrem Präsidenten José Manuel Barroso
in der französischen Hauptstadt erwartet.
Überschattet wird das Programm allerdings vom Nein der Iren zum
EU-Reformvertrag. Die französische Ratspräsidentschaft steht
vor der Aufgabe, einen Ausweg zur Rettung des Vertrags zu finden, der
eigentlich am 1. Januar 2009 in Kraft treten sollte.
(Quelle: ap)
Bundespräsident Köhler unterzeichnet EU-Vertrag vorerst nicht
- Verweis auf anhängige Klagen beim Bundesverfassungsgericht
Di.01.07.08 - Bundespräsident Horst Köhler wird die Ratifikationsurkunde
zum Vertrag von Lissabon vorerst nicht unterzeichnen. Das teilte das
Bundespräsidialamt in Berlin mit Verweis auf anhängige Klagen
beim Bundesverfassungsgericht mit. Bei SPD und CDU stieß die
Entscheidung Köhlers auf Kritik. Der europapolitische Sprecher der
SPD, Axel Schäfer, sprach von einem "falschen Signal". Nach dem
Nein der Iren zum Lissabon-Vertrag sei dies "Wasser auf die Mühlen
der Europaskeptiker", sagte er dem "Handelsblatt".
Wegen Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit des Vertrags von
Lissabon hatten der CSU-Politiker Peter Gauweiler und die Linksfraktion
in Karlsruhe geklagt, die insbesondere Demokratiedefizite der EU
anprangert. Ein Termin für ein Urteil des
Bundesverfassungsgerichts steht noch nicht fest. Zudem liegen den
Karlsruher Richtern eine Reihe von Anträgen auf einstweilige
Anordnung gegen die Unterzeichnung der Ratifikationsurkunde durch
Köhler vor. Darauf reagierte der Bundespräsident nun. Seine
Entscheidung sei dem Bundesverfassungsgericht am Montag mitgeteilt
worden, teilte das Bundespräsidialamt mit.
Mit seiner Unterschrift hätte Köhler zeigen können, dass
er sich klar hinter den integrationspolitischen Kurs der
Bundesregierung und des Bundestages stelle, sagte Schäfer dem
"Handelsblatt". Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Bundestag,
Gunther Krichbaum (CDU), sagte der Zeitung, Köhler hätte wie
der frühere Bundespräsident Roman Herzog beim
Maastricht-Vertrag den Vertrag unterzeichnen und dann das Dokument bis
zur Klärung in Karlsruhe verwahren können.
FDP-Europapolitiker Werner Hoyer verteidigte Köhler. "Dass
Bundespräsident Köhler den Vertrag von Lissabon vorerst nicht
unterzeichnen will, ist ein Zeichen des Respekts vor dem
Bundesverfassungsgericht und deshalb eine Selbstverständlichkeit",
sagte er dem "Handelsblatt".
Der europapolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Rainder
Steenblock, sprach in der "Frankfurter Rundschau" (Dienstagsausgabe)
von einem "normalen Verfahren, dass in keiner Weise die Klagen gegen
den Lissabon-Vertrag in der Sache bestätigt".
Der Bundesrat hatte dem EU-Vertrag Ende Mai zugestimmt, der Bundestag
etwa vier Wochen vorher. Zuletzt stimmten die Iren bei einem Referendum
gegen das Reformwerk. Außer Irland haben eine Reihe weiterer
Mitgliedstaaten das Vertragswerk noch nicht ratifiziert. Damit es
jedoch zum Januar 2009 in Kraft treten kann, muss es von allen 27
EU-Mitgliedsstaaten ratifiziert werden.
(Quelle: afp)
Deutsche die pessimistischsten Europäer
Di.01.07.08 - Unter allen EU-Bürgern sind die Deutschen die pessimistischsten.
68 Prozent der Bundesbürger befürchten laut einer am Montag
in Brüssel veröffentlichten Umfrage, dass das Leben in 20
Jahren schlechter sein werde als heute. Damit ist der Anteil der
Schwarzmaler in Deutschland noch deutlich höher als der bereits
beachtliche EU-Durchschnittswert von 49 Prozent. Am optimistischsten
zeigten sich die Esten: 78 Prozent von ihnen rechnen mit einer
Verbesserung der Situation in ihrem Land, nur elf Prozent mit einer
Verschlechterung.
Die Anfang April durchgeführte Telefonumfrage unter 25.000
EU-Bürgern ab 15 Jahren bezieht sich in erster Linie auf soziale
Fragen. Neben der allgemeinen Einschätzung der Lebensqualität
in 20 Jahren waren auch die Erwartungen zu spezifischen Themen wie etwa
der Kluft zwischen Arm und Reich gefragt. EU-weit stimmten rund 80
Prozent der Befragten der Einschätzung zu, diese Kluft werde sich
in den nächsten 20 Jahren vertiefen. In Deutschland und
Österreich wird diese Befürchtung sogar von 90 Prozent der
Bürger geteilt.
Erhebliche Sorgen bereitet den Europäern auch die Zukunft der
Gesundheitsversorgung. 70 Prozent der Befragten stimmten der
Einschätzung zu, in 20 Jahren würden sich viele Menschen
nicht mehr «die medizinische Versorgung leisten können, die
sie brauchen». In Deutschland äußerten 82 Prozent der
Befragten diese Befürchtung, die Bundesrepublik belegt damit den
zweiten Platz hinter Griechenland und Portugal (je 84 Prozent).
Eine der Ursachen für diese Ängste ist die Globalisierung: 57
Prozent der befragten Europäer stimmten der Aussage zu, die
Menschen in Europa würden künftig aufgrund zunehmenden
Wettbewerbs durch Schwellenländer wie China und Brasilien weniger
verdienen. In Deutschland teilen sogar 69 Prozent der Befragten diese
Einschätzung, noch höher lag die Zustimmungsrate nur in
Griechenland (77 Prozent).
(Quelle: ap)
Arbeitsplatzverlagerungen - EU-Kommission will Hilfe für
Globalisierungs-Opfer erleichtern
Di.01.07.08 - Die EU-Kommission will Opfern von Arbeitsplatzverlagerungen den Zugang
zu Hilfsmitteln aus dem Anfang 2007 aufgelegten Globalisierungsfonds
erleichtern. Die Brüsseler Behörde zieht damit Konsequenzen
aus der bislang mäßigen Inanspruchnahme des Fonds, wie ein
Kommissionsexperte am Montag erläuterte. Bislang seien von den
verfügbaren 500 Millionen Euro nur knapp 22 Millionen Euro
ausgezahlt worden.
In ihrem für Mittwoch angekündigten Sozialpaket will die
Kommission deshalb anregen, die Hürden für den Zugang zum
Globalisierungsfonds zu senken. Bedingung für den Erfolg eines
Förderantrags ist bislang, dass von einer Fabrikschließung
oder -verlagerung infolge der Globalisierung mindestens 1.000
Arbeitnehmer betroffen sind. Zudem müssen die EU-Staaten den
Betrag, den sie aus dem Globalisierungsfonds erhalten, durch einen
mindestens ebenso hohen nationalen Beitrag ergänzen.
Möglicherweise seien diese Bedingungen zu schwer zu erfüllen,
sagte der Kommissionsexperte.
Die bislang höchste Fördersumme aus dem Globalisierungsfonds
wurde zugunsten der ehemaligen Mitarbeiter des Handy-Herstellers BenQ
in Deutschland bewilligt. Nach den Werksschließungen in
München, Kamp-Lintfort und Bocholt wurden aus dem Fonds 12,8
Millionen Euro für die Wiedereingliederung der 2.500
Beschäftigten in den Arbeitsmarkt bereitgestellt. Das
Bundesarbeitsministerium teilte am Montag mit, knapp 1.800 der
ehemaligen BenQ-Mitarbeiter seien in neue Arbeitsverhältnisse
vermittelt oder bei der Existenzgründung unterstützt worden.
1.160 davon waren nach Angaben der nordrhein-westfälischen
Landesregierung in Bocholt oder Kamp-Lintfort beschäftigt.
Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der
EU-Kommission fürchten über die Hälfte der
Europäer, dass die Globalisierung den wirtschaftlichen Wohlstand
in Europa schmälern wird. 57 Prozent der rund 25.000 Befragten
stimmten der Aussage zu, in 20 Jahren würden die Europäer
aufgrund zunehmenden Wettbewerbs durch Schwellenländer wie China
und Brasilien weniger verdienen. In Deutschland teilen sogar 69 Prozent
der Befragten diese Einschätzung, noch höher lag die
Zustimmungsrate nur in Griechenland (77 Prozent).
(Quelle: ap)
Deutschland
Kanzlerin Merkel kündigt 'kraftvolle Aktion' für den Osten an
Di.01.07.08 - Die CDU will sich angesichts schwindender Zustimmungswerte in
Ostdeutschland stärker für den Aufbau Ost engagieren. Die
Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte am
Montag vor einer Präsidiumssitzung in Halle eine «kraftvolle
Aktion» ihrer Partei an.
Nach Verabschiedung des Programms «Perspektiven für den
Osten Deutschlands» werde die CDU-Spitze in die ostdeutschen
Regionen ausschwärmen, kündigte Merkel an. «Ich glaube,
das wird eine kraftvolle Aktion, die deutlich macht, dass die CDU daran
interessiert ist, dass die neuen Bundesländer den noch bestehenden
Rückstand aufholen, dass die alten Bundesländer von den
Stärken der neuen Bundesländer erfahren, dass wir zu den
Menschen gehen.»
Die CDU will dem Zehn-Punkte-Programm zufolge erreichen, dass bis zum
Auslaufen des Solidarpaktes II im Jahr 2019 alle «wesentlichen
wirtschaftlichen Eckpunkte» in Ost und West vergleichbar sind.
Unter anderem fordert die Partei, die 2009 auslaufende
Investitionszulage bis 2013 zu verlängern. Zugleich schlägt
sie vor, für den Osten Abweichungsrechte sowie
Öffnungsklauseln etwa beim Arbeitsrecht zu prüfen.
Nach der Präsidiumssitzung will die CDU-Spitze Betriebe sowie
soziale und kulturelle Einrichtungen in den ostdeutschen
Bundesländern besuchen. Merkel wird am Mittag zusammen mit
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU)
zunächst in der Landesschule Pforta erwartet. Danach steht die
Besichtigung des Naumburger Doms und ein Auftritt beim CDU-Sommerfest
auf dem Naumburger Marktplatz auf dem Programm.
Die CDU rüstet sich damit für die Serie von Landtags- und
Kommunalwahlen im kommenden Jahr. Damit reagiert sie unter anderem auf
ihre sinkenden Zustimmungswerte im Osten. Umfragen zufolge ist sie dort
vielerorts längst auf den dritten Platz hinter der Linkspartei und
der SPD gesunken.
(Quelle: ap)
Inflation oder Wachstum verhindern - SPD und Gewerkschaften warnen EZB
vor Zinserhöhung - Exportindustrie drängt darauf
Di.01.07.08 - Vor der nächsten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank
(EZB) am kommenden Donnerstag haben führende Vertreter von SPD und
Gewerkschaften vor einer Anhebung des Leitzinses gewarnt. «Die EZB
muss bedenken, dass sie mit einer Zinserhöhung ein falsches Signal
setzen könnte, weil diese im Abflauen der Konjunktur prozyklisch
wirken könnte», sagte Bundesfinanzminister Peer
Steinbrück (SPD) dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) widersprach
Steinbrück. Auch Wirtschaftsvertreter mahnten eine
Zinserhöhung an.
Eine Erhöhung des aktuellen Zinssatzes von 4,00 Prozent auf dann
4,25 Prozent gilt angesichts der anhaltend hohen Inflation wegen der
steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise als ausgemacht. Zugleich
könnten höhere Zinsen laut Experten aber das sich bereits
abschwächende Wirtschaftswachstum noch stärker bremsen.
Zuletzt hatte die EZB die Zinsen Anfang Juni vergangenen Jahres um 25
Basispunkte auf 4,00 Prozent angehoben. Die Inflationsrate ist im Juni
auf 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 15 Jahren
gestiegen. Preisstabilität sieht die EZB bei knapp unter zwei
Prozent gewährleistet.
Vor diesem Hintergrund warnte Glos vor einer weiter steigenden
Inflation. Wer glaube, Inflationsrisiken ignorieren zu können und
damit etwas Gutes für die Konjunktur zu tun, habe die schmerzhafte
Lektion der ersten Ölpreiskrise der 70er-Jahre nicht gelernt, sagte
Glos dem «Handelsblatt» (Montagausgabe). Zwar seien die
Entwicklungen an der Preisfront «beunruhigend», doch komme
es angesichts des massiven Ölpreisanstiegs «jetzt vor allem
darauf an, diesen von außen vorgegebenen Preisschub nicht in
einen allgemeinen Inflationsprozess münden zu lassen». Er
habe «überhaupt keine Zweifel, dass die EZB hier die
richtigen Stabilitätssignale senden» werde.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer
Wend, hält höhere Zinsen gegenwärtig für nicht
geboten. «Die EZB sollte die Zinsen stabil halten, um das Wachstum
nicht noch zusätzlich zu gefährden», sagte er dem
«Spiegel». Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende
Ludwig Stiegler hofft, dass die EZB angesichts der Konjunkturprognosen
und der Entwicklung an den Börsen ihre Entscheidung noch einmal
überdenkt. «Da sollte man nicht noch zusätzlich mit dem
Hammer eins draufgeben. Ich hoffe, dass die Mehrheit im EZB-Rat
vernünftig bleibt», sagte er.
Die Gewerkschaften haben ebenfalls ein Problem mit einer Straffung der
Geldpolitik. Die Ursache der Inflation komme von außen,
argumentiert Dierk Hirschel, Chefökonom des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB). «Höhere Zinsen werden nicht
dafür sorgen, dass Chinesen weniger Fleisch und Inder weniger Milch
konsumieren», sagte er dem «Tagesspiegel»
(Montagausgabe). «Sie werden auch nicht bewirken, dass mehr
Öl in die Adern des fossilen Kapitalismus fließt»,
fügte er hinzu.
Die deutsche Exportindustrie drängt hingegen auf eine
Zinserhöhung. «Die Europäische Zentralbank muss den
Geldwert unter allen Umständen verteidigen», sagte
Außenhandelspräsident Anton Börner der
«Welt» (Montagausgabe). Er warnte die Zentralbank zugleich
davor, politischem Druck nachzugeben: «Sie darf sich nicht von
Politikern aus kurzfristigen Überlegungen heraus davon abhalten
lassen.»
(Quelle: ddp)
DIW sieht keinen Wachstumseinbruch im kommenden Jahr
Di.01.07.08 - Die deutsche Wirtschaft wird 2008 nach Einschätzung des DIW noch
stärker wachsen als im vorigen Jahr und auch 2009 nicht einbrechen.
"Für dieses Jahr können wir uns vorstellen, dass wir die
Vorjahresrate von 2,5 Prozent noch toppen", sagte DIW-Chefökonom
Christian Dreger am Montag zu Reuters. Nach dem starken Auftaktquartal
rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zwar
mit einem Dämpfer. Damit sind die Forscher jedoch weniger
pessimistisch als die Bundesregierung, die bestenfalls von einer
Stagnation ausgeht. "Wir werden im zweiten und dritten Quartal ein
schwaches Wachstum haben. Erst gegen Jahresende wird es allmählich
besser", sagte Dreger, dessen Institut am Dienstag seine Sommerprognose
vorlegt. Für kommendes Jahr werde das DIW seine Vorhersage von
bisher 1,6 Prozent wohl tendenziell nach unten korrigieren.
"Dies hat aber rein statistische Gründe, die vor allem im
überaus starken 1. Quartal 2008 liegen", sagte Dreger. Insgesamt
rechne das DIW aber für 2009 mit einer Fortsetzung des
Aufschwungs. Das Institut ist damit optimistischer als das
Münchner Ifo, das nur ein Plus von einem Prozent vorhersagt. Damit
würde die jetzige Wachstumslokomotive Deutschland nächstes
Jahr zum Schlusslicht in der Europäischen Union werden. Die
Berliner Wirtschaftsforscher sehen Deutschland hingegen eher im
Mittelfeld. Sie rechnen damit, dass die Inflation als Hemmschuh der
Konjunktur im Jahresverlauf nachlassen wird. Explodierende
Ölpreise haben im Juni für eine Rekordinflation im Euro-Raum
gesorgt. Die Verbraucherpreise stiegen überraschend deutlich um
4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt
Eurostat mitteilte. "Den Höhepunkt bei der Inflation werden wir im
Sommer überschreiten", sagte Dreger. Damit würden auch die
Voraussetzungen für eine Belebung des Konsums im kommenden Jahr
geschaffen. Die Experten erwarten hier einen Anstieg um "wesentlich
mehr als ein Prozent".
Die Forscher sehen zudem vorerst keine gravierenden
konjunkturdämpfenden Effekte durch eine Zinserhöhung der EZB,
wie sie für die nächste Sitzung der Währungshüter
am Donnerstag erwartet wird. "Ein Anstieg der Zinsen um voraussichtlich
25 Basispunkte auf 4,25 Prozent ist doch eher symbolisch. Das ist ein
Signal der Zentralbank, dass sie die Inflation im Auge behalten wird",
sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann. Damit sei sicherlich nicht die Gefahr
verbunden, dass die europäische Konjunktur abgewürgt werde.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte vor negativen
Auswirkungen einer Leitzinserhöhung für die Wirtschaft
gewarnt und von einem falschen Signal gesprochen.
Das DIW rechnet damit, dass die EZB bei nachlassender Inflation im
Jahresverlauf nicht gezwungen sein wird, weitere geldpolitische
Straffungen vorzunehmen. Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass
auch die US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation wieder am
Zinszügel ziehen werde. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es
sehr lange dauern wird, wenn sich das Zinsniveau zu Europa weiter
auseinander entwickelt", sagte Zimmermann.
Wegen der wirtschaftlichen Schwäche der USA müsse man sich
zumindest temporär weiter auf einen starken Euro einstellen. Eine
geldpolitische Straffung der EZB werde den Eurokurs allerdings nicht
stark in die Höhe treiben: "Wir werden eine Zinserhöhung
sehen. An den Börsen wird sich bei den Wechselkursen aber wohl
nicht viel tun", sagte Zimmermann. Die Märkte hätten eine
Erhöhung ohnehin schon "eingepreist".
(Quelle: rtr)
Arbeitskräftenachfrage im Juni gestiegen
Di.01.07.08 - Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Juni gestiegen. Wie die
Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mitteilte,
legte der Stellenindex BA-X im Juni auf 247 Punkte zu und liegt damit
um 7 Punkte über dem Vormonat sowie um 40 Punkte über
Vorjahr. Damit signalisiere der BA-X weiterhin eine hohe
Einstellungsbereitschaft in der Wirtschaft.
Wie schon in den Vormonaten sei der Anstieg zu einem großen Teil
auf eine stärkere Personalsuche über Online-Medien
zurückzuführen. Über diese Medien würden
überwiegend gut- und hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht. Die
Arbeitslosenzahlen für Juni gibt die Bundesagentur am (heutigen)
Dienstag, (10.00 Uhr) bekannt.
(Quelle: ap)
Linke attackiert Rente mit 67
Di.01.07.08 - Die Linke hat ihre Ablehnung der Rente mit 67 bekräftigt und der
SPD ein «Chaos» vorgehalten. Bei den Sozialdemokraten wisse
«buchstäblich die Linke nicht, was die Rechte tut»,
sagte der Vizevorsitzende Klaus Ernst am Montag mit Blick auf die
jüngste Diskussion über die Erwerbsminderungsrente. Er
kündigte an, dass sich die Linke verstärkt für den
früheren Ausstieg von Beschäftigten in besonders belastenden
Berufen einsetzen wolle.
Die von der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder
eingeführten Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten seien
«der Gipfel der Ungerechtigkeit», sagte Ernst. Wer sich
abrackere und dabei seine Gesundheit ruiniere, dürfe nicht aufs
soziale Abstellgleis geschoben werden. Er forderte ein Konzept, das
diesen Beschäftigten einen früheren Ausstieg ohne
Rentenabschläge ermögliche.
«Ob erleichterter Zugang zu Erwerbsminderungsrenten oder
Fortsetzung der geförderten Altersteilzeit - die SPD hat immer
noch nicht begriffen, dass das eigentliche Problem die Rente mit 67
ist», erklärte der Rentenexperte der Linksfraktion, Volker
Schneider. Er warf SPD-Fraktionschef Peter Struck und anderen falsches
Spiel vor: «Wer wie die SPD den Zugang zu Erwerbsminderungsrenten
verschärft, anschließend die Rente mit 67 durchsetzt und
jetzt zurückrudert, weil ihm die Wählerinnen und Wähler
abhandenkommen, handelt unglaubwürdig. Auch Struck weiß,
dass jeder Versuch, in diese Richtung spätestens am
Koalitionspartner scheitern wird.»
(Quelle: ap)
Demonstration gegen Stellenabbau bei HypoVereinsbank
Di.01.07.08 - Mit einer Demonstration vor der Unternehmenszentrale und der
Übergabe von 8.000 Unterschriften hat die Gewerkschaft ver.di gegen
den Stellenabbau bei der HypoVereinsbank protestiert. 230
Gewerkschafter wandten sich am Montag in München gegen bereits
geplante Abbaumaßnahmen, die laut ver.di 1.800 Stellen kosten
sollen. Dagegen zu protestieren sei umso wichtiger, da offenbar die
nächste Abbauwelle anstehe, erklärte die Gewerkschaft.
Die Konzernmutter UniCredit hatte am Donnerstag angekündigt, in
Westeuropa 9.000 Stellen streichen zu wollen. Ob die HypoVereinsbank
davon betroffen sein wird, ist offen. Sie stellt rund ein Viertel der
Beschäftigten in Westeuropa.
(Quelle: ap)
CDU gegen Öffnung der Erwerbsminderungsrente
Di.01.07.08 - Die CDU hat sich gegen Überlegungen der SPD gewandt, den Zugang
zur Erwerbsminderungsrente wieder zu erleichtern. CDU-Haushaltsexperte
Steffen Kampeter warnte in der «Berliner Zeitung» vor dem
Aufweichen der Rente mit 67, weil dies die Rentenversicherung und den
Bund zu viel kosten würde. «Das wäre das Ende der
Konsolidierung», sagte Kampeter dem Blatt. Die SPD solle zu dem
stehen, was sie beschlossen habe.
(Quelle: ap)
Schulranzen vom Sozialamt? - Hartz-IV-Empfänger müssen Kosten
für Lernmaterial meist selbst tragen
Di.01.07.08 - Hartz-IV-Empfänger mit schulpflichtigen Kindern haben ein Problem.
Das Gesetz sieht nämlich vor, dass sie Schulranzen, Stifte, Hefte
und anderes notwendiges Lernmaterial selbst bezahlen. Einen
Rechtsanspruch auf einmalige Beihilfen gibt es nicht.
Einige Städte und Gemeinden haben auf das Problem reagiert.
Mittlerweile gibt es in über 40 Kommunen freiwillige Zuschüsse
oder Gutscheine zur Einschulung. Wo Hilfebedürftige von
Sonderregelungen profitieren, zeigt eine Übersicht der
Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen im Internet (http://erwerbslos.de,
Link Kampagnenseite, Materialien).
Gibt es keine Leistungen von der Kommune, sollten Hilfebedürftige
einen Antrag auf Schulbedarf beim Sozialamt stellen, rät der Verein
Tacheles. Er verweist auf Urteile der Landessozialgerichte, die auf die
Regelungslücke im für das Arbeitslosengeld II
maßgeblichen SGB II hinweisen.
So heißt es in einer Entscheidung des
nordrhein-westfälischen Landessozialgerichts, dass zur
Berücksichtigung des Schulbedarfs entweder eine Erweiterung des SGB
II oder aber eine «Hilfe in sonstigen Lebenslagen» nach dem
Sozialhilferecht (Paragraf 73, SGB XII) in Frage komme. Zur
endgültigen Klärung dieser Rechtsfrage sprachen die Richter
der Klägerin Prozesskostenhilfe zu (Beschluss vom 17. April 2008,
AZ: L 7 B 47/08 AS).
Auch wenn der Ausgang des Verfahrens offen ist, sollten Eltern nach
Empfehlung des Vereins notwendige Ausgaben zum Beginn des Schuljahres
2008 beim Sozialamt geltend machen. Wie ein Antrag aussehen kann, zeigt
ein Mustertext mit detaillierten Ausfüllhinweisen auf der
Tacheles-Webseite (http://www.tacheles-sozialhilfe.de).
Wichtig ist, dass Eltern für jedes schulpflichtige Kind einen
eigenen Antrag stellen, und zwar bevor sie Schulmaterial anschaffen.
Denn rückwirkend zahlt das Sozialamt grundsätzlich nicht.
Falls das Sozialamt eine andere Stelle, beispielsweise die Arge,
für zuständig hält, muss das Amt den Antrag
entgegennehmen und selbst weiterleiten. Dieses Verfahren muss unbedingt
eingehalten werden, damit Hilfebedürftige im Zweifelsfall beweisen
können, dass das Amt von ihrer Notlage wusste.
Lehnen Sozialamt oder Arge die Zahlung einer Beihilfe ab, haben
Antragsteller Anspruch auf einen Ablehnungsbescheid, gegen den sie
Widerspruch und Klage einlegen können. Da eine Entscheidung bis zum
Schulbeginn fallen müsse, könne das Sozialgericht auch im Weg
der einstweiligen Anordnung die Auszahlung verfügen,
erläutert Tacheles.
(Quelle: ddp)
Unternehmen haben noch Nachholbedarf bei Familienfreundlichkeit
Di.01.07.08 - Unternehmen müssen einer Umfrage zufolge mehr für ihre
Familienfreundlichkeit tun.
Demnach weisen 15 Prozent der Firmen einen deutlichen Nachholbedarf
auf. 70 Prozent haben noch Entwicklungspotenzial. Die übrigen 15
Prozent zeichnen sich durch ein hohes Maß an Familienbewusstsein
aus. Als neues Instrument für eine bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf soll der neue Index "Beruf und Familie" dienen, den
Familienministerin Ursula von der Leyen am Montag vorstellte.
Anhand eines Fragenkataloges, der auch der Umfrage zugrunde lag,
können die Firmen überprüfen, wie gut ihre Mitarbeiter
Familie und Beruf vereinbaren können und für Verbesserungen
sorgen. Die Unternehmen sind laut Umfrage aber besser als ihr Ruf: Von
100 möglichen Punkten erreichten die befragten 1000 Firmen im
Schnitt 63 Punkte. Den größten Nachholbedarf gibt es beim
Dialog zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern. Zwei
weitere wesentliche Aspekte des Indexes sind die Unternehmenskultur in
Sachen Familienfreundlichkeit und Leistungen wie zum Beispiel
Betreuungsangebote.
"Familienbewusstsein in der Wirtschaft rechnet sich in Euro und Cent,
es ist ein ganz harter ökonomischer Faktor", sagte von der Leyen
bei der Vorstellung des Indexes, den das Forschungszentrum
Familienbewusste Personalpolitik mit Unterstützung des
Familienministeriums erarbeitet hat. Die Balance zwischen Familie und
Beruf müsse geschaffen werden, sonst gingen den Unternehmen die
Fachkräfte verloren, mahnte die Ministerin.
"Familienfreundlichkeit ist keine Frage der Größe eines
Unternehmens oder der Branche." Entscheidend sei die
Mitarbeiterstruktur: Je mehr qualifizierte Beschäftigte es gebe,
die Kinder oder Alte betreuen müssten, desto wichtiger werde das
Thema Familienfreundlichkeit.
(Quelle: rtr)
Digitalkameras - Der optische Zoom zählt
Di.01.07.08 - Die Hersteller digitaler Fotoapparate locken mit allerlei
ausgeklügelten Funktionen. Doch längst nicht jede von ihnen
ist sinnvoll. Wirklich wichtig ist vor allem der optische Zoom.
Besonders gefragt ist bei vielen Hobbyfotografen eine gescheite
Vergrößerungsfunktion (Zoom), die es ermöglicht, auch
weiter entfernte Objekte groß und gestochen scharf abzulichten. In
den Produktbeschreibungen der Digitalkameras ist sowohl von einem
optischen als auch von einem digitalen Zoom die Rede. Doch was genau
haben diese Angaben zu bedeuten und worauf sollten Käufer achten,
bevor sie ihre Wahl treffen?
Um es vorweg zu nehmen: Maßgeblich ist der optische Zoom des
Fotoapparates. Er beschreibt, wie weit die Kamera das gewählte
Motiv tatsächlich "heranholen" kann. Ein digital aufgenommenes Foto
besteht aus vielen Millionen kleiner Bildpunkte, die in der Fachsprache
als Pixel bezeichnet werden. Ist der optische Zoom der Kamera
ausgereizt, soll der digitale Zoom die Leistung seines optischen
Vetters erweitern. Es werden einfach weitere Pixel hinzugerechnet. Was
sich praktisch anhört, verschlechtert jedoch häufig das
Gesamtergebnis. Denn die hinzugefügten Bildpunkte werden von der
Kamera interpretiert. Wer den digitalen Zoom zu sehr ausreizt, kratzt
somit an Bildschärfe und Farbqualität.
Um festzustellen, wie stark die gewünschte
Vergrößerungsfunktion sein sollte, empfiehlt es sich, mehrere
Kameras im Fachgeschäft auszuprobieren. Hierbei ist darauf zu
achten, beim Test nur den optischen Zoom in Anspruch zu nehmen. Denn
die Qualitätsverluste durch den digitalen Zoom sind auf den kleinen
Kamera-Displays kaum zu erkennen - wohl aber, wenn man das Foto
später auf dem Rechner ansieht oder es gar im Fotoladen entwickeln
lassen möchte. Daher gilt grundsätzlich: Käufer sollten
dem optischen Zoom ihre ganze Beachtung schenken.
(Quelle: gp)
Internet-Probleme: Bei Verbraucherzentralen häufen sich
Beschwerden über DSL-Anschlüsse
Di.01.07.08 - Schnelles Surfen, Telefonieren und Fernsehen via Internet: Bei den
Verbraucherzentralen häufen sich nach eigenen Angaben die
Beschwerden über DSL-Anschlüsse und andere Aspekte der
Telekommunikation.
Daher wollen sie die Schwachstellen bundesweit genauer unter die Lupe
nehmen und starten am 1. Juli 2008 eine bundesweite Online-Umfrage zum
Thema «Mit Highspeed ins Internet Lust oder Frust?»,
wie die Verbraucherzentrale Hessen (VZH) am Montag ankündigte.
Im harten Wettbewerb um Breitbandzugänge ins Internet
kämpften die Anbieter um jeden Kunden, wobei nicht alle
Leistungsversprechen eingehalten würden. Häufig bleibe auch
die Unterstützung der Kunden auf der Strecke. So klagten
Verbraucher über Probleme bei der Anmeldung und Vertragsabwicklung,
über lange Wartezeiten bei der Einrichtung des Anschlusses und der
Störungsbeseitigung, über teure und ständig besetzte
Service-Hotlines sowie über die Qualität und die
Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses.
Manche Kunden sollten für hohe Bandbreiten zahlen, die aus
technischen Gründen gar nicht bereitgestellt werden.
Anbieterwechsel führten oft dazu, dass Kunden wochen- oder
monatelang komplett ohne Telefon und DSL dastünden, berichtete die
VZH.
Unter http://www.verbraucher.de
können Interessenten im Rahmen der Online-Befragung bis
einschließlich 7. September 2008 von ihren Erfahrungen berichten.
(Quelle: dpa)
Lästige E-Mails: Spam weit verbreitet
Di.01.07.08 - Mindestens eine unerwünschte Werbenachricht (Spam) landet
täglich im elektronischen Postfach von 71 Prozent der privaten
deutschen E-Mail-Nutzer. Rund jeder vierte E-Mail-Kunde erhält
sogar mehr als fünf solcher Nachrichten am Tag. Dies geht jetzt aus
einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom hervor. Demnach fallen im
weltweiten digitalen Schriftverkehr insgesamt mindestens 80 Prozent
aller versandten E-Mails unter die Kategorie "Spam".
Die Mehrzahl der Kunden bekommt die unerwünschte Post jedoch
selten zu Gesicht, drei Viertel der Befragten nutzt verschiedene
Schutzmaßnahmen. Die meisten Umfrageteilnehmer setzen dabei auf
Spam-Filter ihrer E-Mail-Anbieter, jeder Vierte verwendet einen Filter
auf dem eigenen Computer, entweder integriert im E-Mail-Programm oder
als separate Software.
Um das Spam-Aufkommen gering zu halten, empfiehlt sich darüber
hinaus die Wahl einer möglichst komplizierten E-Mail-Adresse mit
langen oder ungewöhnlichen Zeichenfolgen. Da die Absender
unerwünschter Werbenachrichten, sogenannte Spammer, die Adressen
oft automatisch generieren, erschwert dies ihre Arbeit. Auch eine zweite
E-Mail-Adresse ist nützlich. Sie wird bei Chats, Online-Spielen
oder Bestellungen angegeben und bei einem erhöhten Spam-Aufkommen
gegen eine neue ausgetauscht. Unter der ersten E-Mail-Adresse ist man
jedoch weiterhin für Freunde und Bekannte erreichbar.
Außerdem sollte man auf Spam-Mails niemals antworten, auch nicht,
wenn es sich um einen Newsletter handelt, den der Nutzer per Mausklick
abbestellen kann.
Um andere Nutzer vor Spammern zu schützen, sollten die Adressen
beim Versand von Nachrichten an mehrere Empfängern im Feld "BCC"
eingeben werden. Hierbei handelt es sich um eine "blinde Kopie", die
Adressen werden nicht angezeigt und sie können folglich nicht von
Unbefugten ausspioniert werden.
(Quelle: gp)