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Irak 1565 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.05.07.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor
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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 05.07.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinhundertundersten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Afghanistan: 22 Zivilisten nach US-geführtem Luftangriff
getötet
Sa.05.07.08 - Bei einem US-geführten Luftangriff in Afghanistan sind nach
Angaben eines örtlichen Behördenvertreters 22 Zivilisten
getötet worden, darunter Frauen und Kinder.
Der Vorfall habe sich am Freitag in der östlichen Provinz Nuristan
ereignet, sagte der Bezirksvorsitzende Sia-Ul Rahman. Die Truppen
hätten zwei Fahrzeuge angegriffen, in denen Zivilisten gerade das
Gebiet verlassen wollten. Die Soldaten selbst hätten die
Evakuierung angeordnet, weil sie einen Einsatz gegen die
extremistischen Taliban in der Region planten.
Das US-Militär bestätigte den Einsatz, erklärte aber
zugleich, es lägen keine Berichte über verletzte Zivilisten
vor.
Bei einem Anschlag in Südafghanistan sind acht Polizisten
getötet worden. Die Angreifer hätten zunächst eine
Granate auf einen Kontrollpunkt geworfen und die Sicherheitskräfte
dann beschossen, teilte der Polizeichef der Provinz Kandahar, Sumanwal
Matiullah, am Freitag mit. Ein Polizist erlitt Verletzungen, zwei wurden
nach dem Überfall vom Donnerstagabend vermisst. Das Gebiet gilt
als eine Hochburg der Taliban.
Anschläge der Taliban haben im vergangenen Jahr mehr als 1.000
einheimische Polizisten das Leben gekostet. Der Gewalt fielen insgesamt
mehr als 8.000 Menschen zum Opfer, in diesem Jahr wurden bereits mehr
als 2.100 Tote gezählt.
In der Provinz Ghasni wurden bei der Explosion eines am
Straßenrand versteckten Sprengsatzes zwei Polizisten getötet
und fünf weitere verletzt, wie der stellvertretende Polizeichef
Mohammad Saman mitteilte. In der Provinz Paktika im Osten des Landes
töteten afghanische und ausländische Soldaten bei einem
Gefecht nahe der pakistanischen Grenze nach Behördenangaben sieben
mutmaßliche Aufständische.
Wegen der anhaltenden Gewalt verlängerte die US-Regierung den
Einsatz von 2.200 Marineinfanteristen, die eigentlich im Oktober nach
Hause zurückkehren sollten. Die in Südafghanistan stationierte
Einheit werde einen Monat länger bleiben, teilte ein
Militärsprecher in Washington am Donnerstag mit. Das Pentagon hatte
monatelang versichert, die Soldaten würden wie geplant nach Hause
geholt.
boa (Quellen: rtr, ap)
Oberster Richter will Scharia-Prinzipien in Großbritannien
zulassen
Sa.05.07.08 - Der Oberste Richter für England und Wales, Lord Phillips, will
Prinzipien der Scharia zur Lösung von Streitigkeiten zulassen.
Phillips sagte in einem muslimischen Zentrum in London, es gehe nicht
darum, dass das islamische Recht das bestehende Recht ersetze. Er sehe
aber keinen Grund, warum Grundsätze der Scharia nicht bei
Schlichtungsfällen herangezogen werden sollten. Muslimische
Juristen begrüßten am Freitag den Vorstoß des Richters.
Die Scharia werde in Großbritannien häufig missverstanden,
sagte Phillips in seiner Rede vom Donnerstag. Dazu gehöre
«der Glaube, dass es bei der Scharia nur um Strafmaßnahmen
wie Auspeitschungen, Steinigungen, das Abhacken der Hände oder den
Tod» gehe. Gewalttätige Extremisten prägten das Bild
des islamischen Rechts, weil diese damit auch Selbstmordanschläge
rechtfertigten. Bereits im Februar war der Erzbischof von Canterbury,
Rowan Williams, mit ähnlichen Äußerungen auf
Empörung gestoßen. Williams sei missverstanden worden,
erklärte Phillips. Er habe lediglich sagen wollen, dass Menschen
freiwillig ihr Leben nach der Scharia ausrichten könnten, ohne
dabei mit den gesetzlich garantierten Rechten in Konflikt zu geraten.
Der Vorsitzende des Muslimischen Schiedsgerichts, Shaykh Faiz Siddiqi,
begrüßte den Vorschlag des Lordoberrichters. Kritiker der
Scharia-Anwendung ließen außer Acht, dass beide Parteien in
einem Streitfall einer solchen Lösung zustimmen müssten,
sagte er. Der Vorsitzende Richter des Schiedsgerichts, Shamim Qureshi,
erklärte, der Einsatz der Scharia könnte bei Streitigkeiten
um Zwangsehen sinnvoll sein. Das Muslimische Schiedsgericht wurde im
vergangenen Jahr eingerichtet und schlichtet unter anderem bei
Familienstreits, Zwangsehen und Erbschaftsstreitigkeiten.
(Quelle: ap)
Zahl der Hungernden steigt wegen hoher Nahrungsmittelpreise
Sa.05.07.08 - Die Zahl der Hungernden weltweit ist im vergangenen Jahr nach
UN-Angaben wegen drastischer Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln
und Treibstoff um 50 Millionen gestiegen. Um die Zahl der Hungernden zu
reduzieren und den steigenden Bedarf an Lebensmitteln zu befriedigen,
müsse die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 verdoppelt werden,
sagte der Generaldirektor der UN-Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation (FAO), Jacques Diouf, am Donnerstag nach
FAO-Angaben bei einer EU-Konferenz in Brüssel.
Bisher hatten Vereinten Nationen die Zahl der Hungernden weltweit mit
rund 850 Millionen angegeben. Keine Institution und kein Staat
könne das Problem des Hungers allein lösen, mahnte der
FAO-Generaldirektor "Wir brauchen neue und stärkere
Partnerschaften, um wachsende Probleme der Ernährungssicherheit zu
lösen", forderte Diouf.
(Quelle: epd)
Weltbank-Betricht: Biosprit verteuerte Lebensmittel um 75 Prozent
Sa.05.07.08 - Die Produktion von Biosprit hat einem vertraulichen Bericht der
Weltbank zufolge die Lebensmittelpreise deutlich stärker in die
Höhe getrieben als bisher angenommen.
Die Herstellung von Treibstoff aus Pflanzen habe Nahrungsmittel
weltweit um bis zu 75 Prozent verteuert, heißt es in dem am
Freitag in der britischen Zeitung "Guardian" veröffentlichten
Dokument. Es basiere auf einer detaillierten Analyse des international
anerkannten Volkswirts Don Mitchell und stehe im drastischen Widerspruch
zu den Einschätzungen der USA, so das Blatt. Diese sähen die
Lebensmittelteuerung durch Biosprit bei weniger als drei Prozent.
Hochrangige Entwicklungspolitiker gehen dem "Guardian" zufolge davon
aus, dass die Weltbank-Analyse vom April aus Rücksicht auf
US-Präsident George W. Bush bislang nicht veröffentlicht
worden sei. "Sie hätte die Weltbank in die politische Schusslinie
des Weißen Hauses gebracht", habe ein Entwicklungspolitiker
gesagt. Bush hatte die jüngst rasant gestiegenen Lebensmittelpreise
auf eine wachsende Nachfrage in Indien und China
zurückführte. Dem Bericht zufolge hat aber vielmehr die
Nachfrage nach Biosprit in den USA und Europa die größten
Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung und -preise.
Mit dem Wechsel von fossilen Brennstoffen zu Biosprit soll der
Ausstoß klimaschädigender Gase verringert werden. Zudem
wollen sich die Industrieländer unabhängiger von dem immer
teurer werdenden Erdöl machen.
Die Regierung in Tokio kündigte unterdessen im Vorfeld des
G-8-Gipfels in Japan an, weitere 50 Millionen Dollar an
Lebensmittelhilfen für Entwicklungsländer bereitzustellen.
Japan hat nach Angaben des Außenministeriums als Nothilfen bereits
Lebensmittel im Wert von 200 Millionen Dollar gespendet oder
zugesichert. Die sieben führenden Industriestaaten und Russland
(G-8) wollen bei ihrem Gipfel in der kommenden Woche vor allem über
die steigenden Lebensmittel- und Treibstoffpreise beraten.
(Quelle: rtr)
Umfrage: Mehr Europäer für Kernenergie
Sa.05.07.08 - Die Kernenergie findet in Europa mehr Befürworter als noch vor
einigen Jahren. 44 Prozent aller Bürger seien gegenüber dieser
Energiequelle "voll und ganz" oder "eher" positiv eingestellt,
berichtete die EU-Kommission in Brüssel am Donnerstag bei der
Vorstellung einer Eurobarometer-Umfrage. 2005 hatte die Zustimmungsquote
noch bei 37 Prozent gelegen. Der Anteil der Kernkraft-Gegner nahm von
55 auf 45 Prozent ab. Ein Grund für den Meinungsumschwung sei die
derzeitige Debatte über den Klimawandel, vermutet die
EU-Behörde.
Für die Studie waren in jedem EU-Land rund 1.000 Personen befragt
worden.
(Quelle: epd)
CSU für Bekenntnis zu Atomkraft im Wahlkampf
Sa.05.07.08 - Die Union soll nach Ansicht von CSU-Chef Erwin Huber mit einem
Bekenntnis zur Atomkraft in den Bundestagswahlkampf gehen. Die positive
Haltung der CDU zur Atomenergie sei "richtig und notwendig", sagte Huber
der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er verwies auf das
CDU-Grundsatzpapier zur Umweltpolitik, in dem sich die Schwesterpartei
ausdrücklich für die zivile Nutzung der Atomenergie
ausspricht. "Die Union muss nun den Mut aufbringen, ihrem Papier auch
Taten folgen zu lassen. Sie muss im Wahlkampf für die Kernkraft
streiten", forderte er.
Der CSU-Vorsitzende wertete das Papier zugleich als Absage gegen eine
Zusammenarbeit mit den Grünen auf Bundesebene. "Wir haben keine
Einwände gegen das umweltpolitische Grundsatzpapier der CDU", sagte
Huber. "Denn es ist keine Brücke zu Schwarz-Grün, wie es
einige falsch gedeutet haben. Mit diesem Umwelt-Papier hat sich die CDU
zum klaren Gegner der Grünen gemacht."
(Quelle: afp)
Vorwerk-Chef: Steigende Energiepreise sind Standortvorteil
Sa.05.07.08 - Die steigenden Energiepreise können nach Einschätzung des
Vorwerk-Chefs Peter Oberegger zu einer Renaissance des
Wirtschaftsstandortes Deutschland führen. Die hohen Transportkosten
machten die Vorteile einer Produktions-Verlagerung in Länder
außerhalb Europas zunichte, sagte der persönlich haftende
Gesellschafter am Freitag dem Deutschlandradio Kultur.
«Selbst die hohen Lohnkosten in Deutschland wiegen nicht mehr die
Kosten für die Logistik auf, wenn ein Produkt von Asien nach Europa
zurückgebracht werden muss», sagte Oberegger. Ein weiterer
Vorteil in Deutschland seien die vielen hoch qualifizierten
Fachkräfte. Diese seien in Asien oder Osteuropa nicht so leicht zu
bekommen. «Der Standort Europa steht vor einer Renaissance und
Deutschland muss in diesem europäischen Kontext mitspielen und wird
dort eine führende Rolle haben. Deutschland hat ganz klar die Nase
vorn», sagte der Vorwerk-Chef.
(Quelle: ap)
Regierung sieht kein Mittel gegen Inflation auf nationaler Ebene
Sa.05.07.08 - Die Bundesregierung sieht trotz zunehmender Ängste der Deutschen
vor der Inflation auf nationaler Ebene keine Handhabe gegen die
Teuerungswelle.
Gegen die Preisentwicklungen auf den internationalen Märkten
könne man mit nationalen Mitteln der Haushalts- und der
Steuerpolitik nichts unternehmen, sagte der stellvertretende
Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. Ziel der
Bundesregierung sei finanzpolitische Stabilität. Er
bekräftigte, beim Treffen der Regierungschefs der acht
führenden Industrieländer (G8) kommende Woche in Japan werde
die weltweite Teuerungswelle ein Thema sein.
In Deutschland wurde im Juni mit 3,3 Prozent die höchste
Teuerungsrate seit 15 Jahren registriert. In der Euro-Zone stieg die
Inflation sogar um vier Prozent, das sind zwei Prozent mehr als das von
der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel für
Preisstabilität. Steg und ein Sprecher des Finanzministeriums
bezeichneten die Heraufsetzung des EZB-Leitzinses um 0,25 auf 4,25
Prozent am Donnerstag als klares Signal für Preisstabilität.
Nach dem neuen ARD-Deutschlandtrend haben 85 Prozent der Deutschen
Angst vor der Inflation. Knapp zwei Drittel der Befragten sorgen sich,
dass sie mit ihrem Geld wegen der starken Preissteigerung künftig
nicht mehr auskommen. Zugleich weiß knapp die Hälfte der
Menschen nicht, wo sie noch sparen können. Dabei schränken
sich über zwei Drittel schon ein, vor allem beim Autofahren (59
Prozent), bei Lebensmitteln (46 Prozent), beim Strom (31 Prozent), bei
der Kleidung (30 Prozent) und beim Urlaub (24 Prozent).
(Quelle: rtr)
Scholz schließt Senkung des Arbeitslosenbeitrags nicht aus
Sa.05.07.08 - Angesichts der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schließt
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz eine weitere Senkung des Beitrags zur
Arbeitslosenversicherung von 3,3 auf 3,0 Prozent nicht mehr aus.
«Im September werden wir die Entwicklung der Einnahmen und
Ausgaben der Bundesagentur einschätzen und prüfen, welche
Spielräume für eine weitere Beitragssenkung bestehen»,
sagte der SPD-Politiker der «Welt am Sonntag» laut
Vorabmeldung vom Freitag. Noch fehlten jedoch die Daten für eine
seriöse Entscheidung.
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise,
hatte eine weitere Senkung des Beitragssatzes in dieser Woche ins Spiel
gebracht. Am Mittwoch hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt,
«von 3,3 auf 3,0 dürfte der Spielraum da sein».
Die Koalitionsspitzen hatten sich bereits im Juni grundsätzlich
auf eine weitere Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung
verständigt. Die SPD wollte sich jedoch noch nicht endgültig
festlegen, sondern erst finanzielle Spielräume bei der
Bundesagentur für Arbeit ausloten.
(Quelle: ap)
BA kritisiert Mehrbelastung der Beitragszahler
Sa.05.07.08 - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat der Bundesregierung am
Freitag eine «weitere ungerechtfertigte Belastung der
Beitragszahlergemeinschaft» vorgeworfen. Die Beiträge von
Eltern zur Arbeitslosenversicherung während der
Kindererziehungszeit werden bisher vom Bund und damit von allen
Steuerzahlern gezahlt. Ab 2009 sollen dies die Beitragszahler der BA
übernehmen. Der BA-Verwaltungsrat kritisierte, weil es sich um
eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handle, müssten alle
Steuerzahler in die Pflicht genommen werden. Durch die Verlagerung
kämen 290 Millionen Euro Mehrbelastung auf die Beitragszahler zu.
(Quelle: ap)
Geringverdiener erhalten künftig höheres Wohngeld
Sa.05.07.08 - Geringverdiener erhalten ab dem kommenden Jahr ein höheres
Wohngeld: Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat der
zehnprozentigen Erhöhung der Sozialleistung zu. Der Neuregelung
zufolge steigen die Leistungen ab 1. Januar 2009 von derzeit
durchschnittlich 90 auf 142 Euro im Monat. Zudem wird ein
Heizkostenzuschlag von 50 Cent pro Quadratmeter eingeführt.
Kürzlich hatte der Vermittlungsausschuss von Bundestag und
Bundesrat den Kompromiss ausgehandelt, nachdem aus den Ländern
Kritik geäußert worden war. Der Bundestag hatte der Regelung
bereits vor einer Woche zugestimmt.
Der Bundestag billigte zudem die im Vermittlungsausschuss erzielte
Einigung zur Beteiligung des Bundes an den Unterkunftskosten von
Hartz-IV-Empfängern. Demnach beteiligt sich der Bund auch über
2010 hinaus mit 29,2 Prozent an den Unterkunftskosten für die
Hartz-IV-Empfänger.
Dies kritisierte das Land Schleswig-Holstein. Der Bund stehe als
"strahlender Gewinner" der Verhandlungen im Vermittlungsausschuss da,
während vor allem die Kommunen besonders stark belastet
würden, sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU)
in der Länderkammer. Er stimmte gegen die Regelung.
(Quelle: afp)
Bundesrat billigt Sicherungsverwahrung auch bei jungen Straftätern
Sa.05.07.08 - Gegen jugendliche Straftäter, die wegen eines schweren
Gewaltverbrechens zu einer mindestens siebenjährigen Haftstrafe
verurteilt wurden, kann künftig auch eine nachträgliche
Sicherungsverwahrung angeordnet werden. Eine entsprechende Änderung
des Jugendgerichtsgesetzes nahm am Freitag in Berlin im Bundesrat die
letzte parlamentarische Hürde.
Bisher ist die Sicherungsverwahrung im Jugendstrafrecht nicht
zulässig. Sie soll nun etwa bei Mord oder Vergewaltigung sowie
«Raub- oder Erpressungstaten mit Todesfolge» auch bei
Verurteilungen nach dem Jugendstrafrecht nachträglich angeordnet
werden können. Voraussetzung ist, dass «mit hoher
Wahrscheinlichkeit von dem Betroffenen künftige Straftaten
entsprechender Art zu erwarten» sind. Die Fortdauer der
Unterbringung soll regelmäßig nach einem Jahr
überprüft werden.
(Quelle: ddp)
SPD-Spitze will angeblich Ypsilanti Linksbündnis ausreden
Sa.05.07.08 - Die SPD-Spitze will nach einem Zeitungsbericht der hessischen
SPD-Chefin Andrea Ypsilanti einen neuen Anlauf für eine Wahl zur
Ministerpräsidentin mit Hilfe der Linkspartei ausreden.
SPD-Chef Kurt Beck, seine drei Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier,
Peer Steinbrück und Andrea Nahles sowie Generalsekretär
Hubertus Heil wollten sich in den kommenden Wochen deshalb mit Ypsilanti
treffen und sie von einer solchen Aktion abhalten, berichtete die
"Süddeutsche Zeitung" am Freitag unter Berufung auf die
Parteispitze in Berlin. Ziel sei es, Ypsilanti vor den Folgen eines
solchen Schrittes vor der Bundestagswahl 2009 für die Partei zu
warnen. Ein Datum für das Gespräch stehe noch nicht fest,
denkbar sei ein Termin im August.
Nach der Landtagswahl im Januar war es weder Ministerpräsident
Roland Koch (CDU) noch seiner Herausforderin Ypsilanti gelungen, eine
Koalition zu bilden. Ypsilanti gab nach innerparteilichen Widerstand den
Plan auf, sich mit Hilfe der Linkspartei zur Regierungschefin
wählen zu lassen. Die auch von SPD-Chef Beck befürwortete
Öffnung zur Linkspartei ist in der Partei umstritten.
"Es gilt das Wort von Beck, dass man nicht zweimal mit dem gleichen
Kopf gegen die gleiche Tür rennt", zitiert die "Süddeutsche
Zeitung" ein Mitglied der Parteispitze. In der hessischen SPD werde aber
weiterhin darüber nachgedacht, Ypsilanti zur
Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Für den 13.
September hat die Hessen-SPD einen Landesparteitag angesetzt, auf dem
die Frage einer Kooperation mit der Linkspartei aus Sicht von
SPD-Bundespolitikern nicht vermieden werden könne. In der
Bundes-SPD gebe es den Wunsch, dass dieser Parteitag verschoben wird.
(Quelle: rtr)
CSU spaltet CDU im Streit um Pendlerpauschale
Sa.05.07.08 - Die CSU verschärft mit ihrer Forderung nach Rückkehr zur
vollen Pendlerpauschale die Auseinandersetzung in der CDU über
Steuerentlastungen.
Saarlands Ministerpräsident Peter Müller schloss sich am
Freitag der bayerischen Schwesterpartei an und stellte sich damit offen
gegen den Kurs von Kanzlerin und Parteichefin Angela Merkel. Es sei
falsch, erst auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur
gekürzten Pendlerpauschale zu warten, sagte der CDU-Politiker der
"Rheinischen Post" vom Freitag. Es gehe darum, jetzt ein Zeichen
für die Arbeitnehmer als Leistungsträger zu setzen.
CSU-Chef Erwin Huber brachte am Freitag das umstrittene Steuerkonzept
seiner Partei in den Bundesrat ein und griff in einem Interview die
Kanzlerin massiv an. Wer sich angesichts der hohen Energiepreise der
alten Pendlerregelung mit Steuervergünstigungen vom ersten
Kilometer an verschließe, handele lebensfremd und ungerecht,
sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er registriere
"wachsende Zustimmung aus fast allen CDU-Landesverbänden und der
Bundestagsfraktion", sagte Huber. "Ich kann verstehen, dass viele
keinen offenen Konflikt mit der CDU-Vorsitzenden suchen", fügte er
hinzu.
Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident Günther
Oettinger widersprach und wies den Vorstoß zur Pendlerpauschale
erneut zurück. Vorrang habe die Sanierung des Staatshaushaltes.
"Der Vorschlag der CSU kommt viel zu früh und ist falsch", sagte
er am Rande der Bundesratssitzung in Berlin. Die CDU-Parteizentrale
wollte die Auseinandersetzung nicht weiter kommentieren. Die Positionen
seien bekannt. Spitzenpolitiker hatten in den vergangenen Tagen darauf
verwiesen, die CSU befinde sich im Wahlkampf.
Zuletzt sahen Umfragen die CSU für die Wahl im September in Bayern
sogar unter der absoluten Mehrheit. Dies sei sicher ein Grund für
die aggressiven Töne. Auch gibt es Stimmen in der CDU, die den
Sinn der jetzt gestarteten CSU-Unterschriftenkampagne für die
Pendlerpauschale bezweifeln. Denn Unterschriftenaktionen sind
eigentlich ein Instrument der Opposition.
Zugleich wächst aber in den CDU-Landesverbänden die Unruhe
darüber, dass die harte Haltung von Parteichefin Merkel keinen
Spielraum für eine Entlastung der Bürger lässt. "Niemand
will offiziell die Kanzlerin brüskieren. Aber die Frage ist, wie
lange die Parteibasis sich damit zufrieden gibt angesichts der Stimmung
in der Bevölkerung und der Angst vor weiter steigenden
Energiepreisen", sagte ein CDU-Funktionär.
Einer allerdings freute sich besonders über den Unionsstreit:
SPD-Chef Kurt Beck, seit Monaten von internen Reibereien um
Linkspartei, Kanzlerkandidatenfrage und anderes geplagt. Was die Union
doch für ein "zerstrittener Haufen" sei, kommentierte Beck
sichtlich zufrieden. "Mein Gott, wenn so etwas nur annähernd in
der SPD los wäre, da wäre aber was los."
(Quelle: rtr)
Kanzlerin Merkel wirbt für enges Bündnis mit USA
Sa.05.07.08 - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für den Erhalt der engen
Beziehungen zwischen Deutschland und Europa zu den USA geworben.
Das transatlantische Bündnis müsse immer wieder gepflegt und
unter Beweis gestellt werden, sagte Merkel am Freitag zur
Eröffnung der neuen US-Botschaft in Berlin. Davon müsse
gerade auch die junge Generation überzeugt werden.
Die großen weltweiten Herausforderungen wie der Kampf gegen
Hunger, Terrorismus und Klimawandel oder die Sicherung der
Energieversorgung bei immer knapper werdenden Rohstoffen könne
kein Land allein leisten. Merkel warb zudem für den Abbau von
Handels- und Investitionshemmnissen zwischen Europa und Amerika.
Die neue Botschaft war zuvor vom früheren US-Präsidenten
George Bush, dem Vater des amtierenden Staatschefs, eröffnet
worden. Bush senior sagte, die Beziehungen zwischen Deutschland und den
USA seien noch nie so eng gewesen wie heute.
(Quelle: rtr)
EU will Barrierefreiheit von Internet-Seiten voranbringen
Sa.05.07.08 - Für Menschen mit Behinderungen sollen Internet-Seiten
zukünftig besser zugänglich werden. Dafür will sich die
EU-Kommission einsetzen. Derzeit ist ein großer Teil der
europäischen Internet-Seiten nicht ausreichend benutzerfreundlich
für gehandicapte Anwender. Das hat jetzt die EU-Kommissarin
für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding,
kritisiert. In einer von Reding gestarteten öffentlichen
Konsultation können die Betreiber von Web-Angeboten bis zum 27.
August 2008 ihre Ansichten zum Thema Nutzerfreundlichkeit mitteilen.
Hierdurch will die EU-Kommission in Erfahrung bringen, welche Schritte
die einzelnen EU-Mitglieder einleiten könnten, um das Internet
für Menschen mit Behinderungen zugänglicher zu gestalten.
Laut der EU sind in Europa 15 Prozent der Menschen von einer
Behinderung betroffen. Für viele dieser Menschen ist etwa die zu
knapp bemessene Schriftgröße auf Internet-Seiten ein Problem,
weil sie an einer schweren Sehstörung leiden oder blind sind.
Insbesondere Verwaltungen und offizielle Stellen sollten deshalb bei
ihren Online-Auftritten auf eine barrierefreie, also auch auf die
Bedürfnisse gehandicapter Menschen abgestimmte Gestaltung achten.
Informationen zu der Konsultation und Möglichkeiten zur Teilnahme
finden sich in englischer Sprache unter http://ec.europa.eu/information_society/activities/einclusion/index_en.htm.
(Quelle: gp)
Wissenschaft
Merkur überrascht durch starken Vulkanismus
Sa.05.07.08 - Der sonnennächste Planet Merkur überrascht die Astronomen
durch unerwartet starken Vulkanismus.
Der erste Besuch einer Raumsonde seit mehr als 30 Jahren zeigt Vulkane,
riesige Lavaströme und Belege für ein gigantisches
Magma-Reservoir unter der Oberfläche des kleinsten Planeten unseres
Sonnensystems, wie die beteiligten Forscher in elf Fachaufsätzen
im US-Journal «Science» von diesem Freitag berichten. Die
NASA-Sonde «Messenger» hatte bei ihrem Vorbeiflug im Januar
auch knapp die Hälfte der bisher unbekannten Hemisphäre des
Merkurs kartiert. Die Astronomen rätseln nun über einen
ungewöhnlichen Eisenmangel in der Merkuroberfläche.
Aus früheren Beobachtungen haben die Forscher abgeleitet, dass
rund 60 Prozent der Merkurmasse auf das Konto eines eisenreichen Kerns
gehen, mehr als doppelt so viel wie bei jedem anderen Planeten unseres
Systems. Dennoch ist das Metall zu höchstens 6 Prozent in der
Merkuroberfläche enthalten.
Auf dem Merkur stellte «Messenger» große Mengen eines
dunklen Gesteins fest, das vulkanischen Ursprungs zu sein scheint. So
ist etwa das Caloris-Einschlagbecken, mit einer Million
Quadratkilometern rund dreimal so groß wie Deutschland, mit diesem
Gestein gefüllt. Anders als bei solchem Gestein zu erwarten,
enthält es den Messdaten zufolge sehr wenig Eisen. Die Forscher
untersuchen nun, worum es sich bei dem ungewöhnlichen Gestein
handeln könnte.
Der Merkur hat einen Durchmesser von 4876 Kilometern und kreist einmal
in 88 Tagen um die Sonne. Zuletzt hatte die NASA-Sonde «Mariner
10» 1975 den Planeten besucht. «Messenger» wird noch
zwei Mal am Merkur vorbeifliegen, am 6. Oktober 2008 und am 29.
September 2009, und am 18. März 2011 in eine Umlaufbahn um den
Merkur einschwenken.
(Quelle: dpa)