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Irak 1569 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Fester Zeitplan für Irak-Truppenabzug laut USA derzeit kein Thema.
Jordanischer König Abdullah sagt Irak-Besuch ab
Mi.09.07.08 - Die USA verhandeln mit dem Irak gegenwärtig nicht über einen
konkreten Zeitplan für den Abzug ihrer Truppen aus dem Golfstaat.
Dies sagte ein Sprecher von US-Präsident George W. Bush am
Dienstag am Rande des G8-Gipfels in Japan und wies damit eine
anderslautende irakische Erklärung zurück. In den derzeit
laufenden Verhandlungen über einen neuen Sicherheitspakt spiele
dieses Thema keine Rolle.
Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki hatte am Montag erstmals einen
solchen Zeitplan ins Gespräch gebracht. In einer Mitteilung seines
Amtes hieß es, in den aktuellen Verhandlungen gehe es um die
Vereinbarung eines Truppenrückzugs oder einen Zeitplan dafür.
Die USA haben 150.000 Soldaten in dem Golfstaat. Die Regierung in
Washington lehnte einen festen Rückzugsplan schon in der
Vergangenheit mit der Begründung ab, dies spiele militanten Gruppen
in die Hände.
Der neue Sicherheitspakt, über den derzeit verhandelt wird, soll
das zum Jahresende auslaufende Mandat der Vereinten Nationen über
die Präsenz ausländischer Truppen ersetzen.
Der jordanische König Abdullah hat einen geplanten Irak-Besuch bis
auf weiteres abgesagt. Dies gab die irakische Regierung am Dienstag
bekannt. Es wäre der erste Besuch eines arabischen Staatschefs
seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 gewesen. Die jordanische Regierung
habe Bagdad über die Besuchsabsage informiert, sagte der irakische
Regierungssprecher Ali al Dabbagh. Zur Begründung hieß es,
Verpflichtungen hinderten Abdullah daran, nach Bagdad zu reisen.
Die irakische Regierung hatte den Besuch des jordanischen Monarchen in
der vergangenen Woche angekündigt. Ein Termin wurde aber aus
Sicherheitsgründen nicht genannt. Es war vermutet worden, dass der
Besuch am (heutigen) Mittwoch hätte stattfinden sollen.
boa (Quellen: rtr. ap)
mehr Nachrichten vom Tage
Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 09.07.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinhundertundfünften Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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US-Kongress soll vor Kriegseinsätzen gefragt werden
Mi.09.07.08 - Bei künftigen Kriegseinsätzen der USA soll die Regierung nach
einer Empfehlung zweier früherer Außenminister vorher die
Zustimmung des Kongresses einholen. Die Exaußenminister James
Baker und Warren Christopher stehen einer Arbeitsgruppe vor, der
Mitglieder von Demokraten und Republikanern angehören und die sich
seit mehr als einem Jahr mit dem Thema befasste. Die Ergebnisse sollten
am Dienstag in einer Pressekonferenz vorgestellt werden.
Baker war einst Außenminister unter Präsident George Bush
senior, Christopher leitete das State Department unter Präsident
Bill Clinton. Die Kernpunkte ihrer Empfehlung erläuterten die
Exminister bereits vor der Pressekonferenz in einem Beitrag für die
Zeitung «New York Times» (Dienstagsausgabe). Demnach soll
der Präsident verpflichtet werden, vor Kriegshandlungen, die
länger als eine Woche dauern, die Mitglieder des Kongresses zu
konsultieren. Das Parlament hat dann 30 Tage Zeit, dem zuzustimmen oder
zu widersprechen. Eine Ausnahme davon ist für Krisenfälle
vorgesehen.
Mit diesen Vorschlägen wären künftige Debatten über
die Kriegsvollmachten des Präsidenten nicht ausgeschlossen, sie
würden aber einen neuen Konsultationsprozess zwischen dem
Weißen Haus und dem Kongress schaffen und dazu beitragen, eine
Konfrontation zwischen den beiden Verfassungsorganen zu vermeiden.
Beim Irak-Krieg hatte der Kongress Präsident George W. Bush schon
Monate vorher in einer Abstimmung freie Hand gelassen. Das Thema der
Kriegsvollmachten des Präsidenten ist seit dem vergangenen Jahr
wieder in den Mittelpunkt der Irak-Debatte gerückt, als die
Demokraten vergeblich versucht hatten, Bush zu einem Ende des Kriegs zu
zwingen. Die Demokraten haben seit den Kongresswahlen im November 2006
die Mehrheit in beiden Parlamentskammern, ihre Mehrheit reicht aber
nicht, um ein Veto des Präsidenten zu überstimmen. Das
Weiße Haus stellt außerdem die Befugnisse des Kongresses bei
diesem Thema infrage und beruft sich auf die Rolle des Präsidenten
als Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
(Quelle: ap)
Iranische Armee beginnt Großmanöver mit Warnung an USA und
Israel
Mi.09.07.08 - Die iranischen Streitkräfte haben mit einem Großmanöver
begonnen und dies mit einer Warnung an die USA und Israel
verknüpft. Auf der Website der Eliteeinheit der Revolutionsgarde
wurden am Dienstag keinen näheren Einzelheiten zum Zeitrahmen oder
zum Ort des Manövers genannt, es wurde lediglich darauf verwiesen,
dass Raketeneinheiten daran beteiligt seien. Ein Sprecher der
Revolutionsgarde, Ali Schirasi, wurde mit den Worten zitiert, wenn der
Iran angegriffen werde, gehörten Tel Aviv und die US-Marineinheiten
im Persischen Golf zu den ersten Zielen eines Vergeltungschlags. Die
USA und Israel haben beide einen Angriff auf den Iran nicht
ausgeschlossen, um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von
Atomwaffen kommt.
(Quelle: ap)
Tschechien und USA unterzeichnen Abkommen zu Raketenabwehr - Russland
droht mit militärischer Antwort
Mi.09.07.08 - Die USA und Tschechien haben am Dienstag ein Abkommen für die
Stationierung von Teilen des geplanten US-Raketenabwehrsystems in dem
osteuropäischen Land unterzeichnet. Russland reagierte mit
heftiger Ablehnung und drohte mit einer militärischen Antwort. Der
tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg erklärte nach
der Unterzeichnung des Vertrags mit seiner US-Kollegin Condoleezza Rice
in Prag: «Dieser Vertrag wird nicht nur die Sicherheit der
Tschechischen Republik verbessern, sondern die ganz Europas.»
Das Außenministerium in Moskau zeigte sich enttäuscht und
sprach von einer Gefahr für die Sicherheit in Europa. Sollte das
Abkommen ratifiziert werden, «werden wir gezwungen sein, nicht
nur mit diplomatischen Mitteln, sondern auch mit
militärischen-technischen zu antworten», hieß es in
der Reaktion Russlands. Im Februar hatte der damalige Präsident
Wladimir Putin gesagt, Russland könne Raketen auf die
Militärbasen des Raketenabwehrsystems richten. Auch eine
Stationierung von Raketen in Kaliningrad (Königsberg), das an
Polen angrenzt, zog Putin in Erwägung.
Moskau sieht in der geplanten US-Raketenabwehr in Osteuropa eine
Bedrohung der eigenen Sicherheit. Washington zufolge richtet sich das
Rüstungsprojekt jedoch in erster Linie gegen Raketen aus dem Iran.
Die Bedrohung aus Teheran werde immer größer, sagte Rice in
Prag. Der nächste US-Präsident werde über den weiteren
Ausbau des Raketenschilds befinden.
Die Unterzeichnung des Vertrags ist jedoch noch nicht das letzte Wort
der monatelangen Verhandlungen: Das tschechische Parlament muss dem bei
der Bevölkerung unbeliebten Bau eines US-Radarsystems noch
zustimmen. Auch ist ein zweiter Vertrag, der die Rechtssituation von
US-Soldaten auf der zukünftigen Militärbasis klären
soll, noch nicht unterschriftsreif.
Prag und Washington hatten sich in der vergangenen Woche im Grundsatz
auf den Bau verständigt. In Polen wollen die USA außerdem
zehn Abfangraketen stationieren. Die Regierung in Warschau hatte in der
vergangenen Woche jedoch neue Forderungen gestellt. Die seit 18 Monaten
laufenden Verhandlungen dauern daher weiter an. «Wir sind kurz
vor einem Abschluss der Verhandlungen», sagte Rice am Dienstag.
Außenminister Radek Sikorski hatte sich am Montag nach
Gesprächen mit Rice in Washington ebenfalls optimistisch gezeigt.
(Quelle: ap)
Hunderte demonstrieren gegen US-Raketenabwehr in Tschechien
Mi.09.07.08 - Rund 1.000 Menschen haben am Dienstag in Prag gegen die geplante
Stationierung eines US-Radarsystems in Tschechien demonstriert.
«Radar nein, Frieden ja» war auf Plakaten zu lesen. Einige
der Demonstranten auf dem Wenzelsplatz forderten den Rücktritt von
Ministerpräsident Mirek Topolanek. Der tschechische
Außenminister Karel Schwarzenberg und seine US-Kollegin
Condoleezza Rice hatten zuvor ein Abkommen für die Stationierung
von Teilen des geplanten US-Raketenabwehrsystems in Osteuropa
unterzeichnet.
Die Regierung habe sich über den Willen des Volkes hinweggesetzt,
sagte der Organisator der Protestveranstaltung, Jan Tamas. Umfragen
zufolge lehnen die Tschechen das Radarsystem mehrheitlich ab. Das
Parlament muss dem unterzeichneten Abkommen noch zustimmen. Auch ist
ein zweiter Vertrag, der die Rechtssituation von US-Soldaten auf der
zukünftigen Militärbasis klären soll, noch nicht
unterschriftsreif.
(Quelle: ap)
Nordkorea-Verhandlungen werden fortgesetzt
Mi.09.07.08 - Die Sechsergespräche über das nordkoreanische Atomprogramm
werden am Donnerstag nach neunmonatiger Pause in Peking fortgesetzt. Das
teilte das chinesische Außenministerium am Dienstag mit. Die
Gespräche sollen drei Tage dauern, sagte Ministeriumssprecher Qin
Gang. Dies könne sich aber je nach Verhandlungsverlauf noch
ändern.
Seit der letzten Runde der Verhandlungen im Oktober 2007 hat Nordkorea
seinen Atomreaktor Yonbyon abgebaut und eine Erklärung mit
Einzelheiten zu seinem Atomprogramm vorgelegt. An den Gesprächen
sind neben Nordkorea und China auch Südkorea, die USA, Japan und
Russland beteiligt. Bei den weiteren Gesprächen soll es vor allem
um die Überprüfung der Zusagen Nordkoreas gehen.
(Quelle: ap)
Russland bringt Spannungen um Abchasien vor Weltsicherheitsrat
Mi.09.07.08 - Russland hat die jüngsten Spannungen um die zu Georgien
gehörende Region Abchasien vor den Sicherheitsrat der Vereinten
Nationen gebracht. UN-Botschafter Witali Tschurkin legte dem Rat am
Dienstag einen Resolutionsentwurf vor, der von Georgien dringliche
Maßnahmen verlangt, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu
verhindern.
So wird gefordert, dass keine nicht legitimierten Truppen das
Kodori-Tal zwischen Georgien und der abtrünnigen Region betreten
dürften. Außerdem soll der Rat seine Besorgnis zum Ausdruck
bringen, nachdem am Sonntag ein Dolmetscher der Vereinten Nationen und
drei weitere Personen bei einem Bombenanschlag in Abchasien
getötet wurden. Tschurkin sagte, es gebe Hinweise, dass Georgien
damit die Spannungen weiter anheizen wolle.
Abchasien hat sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der
Staatsgründung in Georgien 1992 für unabhängig
erklärt. Dies wird von Moskau ebenso unterstützt wie die
Unabhängigkeitsbestrebungen in Südossetien, einer weiteren
georgischen Region. Georgien, das den Beitritt in die NATO anstrebt,
besteht darauf, dass beide Regionen zum eigenen Territorium
gehören.
(Quelle: ap)
Afghanistan macht pakistanischen Geheimdienst für Anschlag
verantwortlich
Mi.09.07.08 - Afghanistan hat am Dienstag den pakistanischen Geheimdienst für
den verheerenden Anschlag auf die indische Botschaft in Kabul
verantwortlich gemacht. Dabei waren am Montag 41 Menschen getötet
worden. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte das Selbstmordattentat auf
das Schärfste. Kein Terrorakt könne den Weg Afghanistans zu
Frieden, Demokratie und Wiederaufbau umkehren, hieß es in einer
einstimmig verabschiedeten Erklärung in New York.
Der Sprecher von Präsident Hamid Karsai, Humajun Hamidsada,
erklärte am Dienstag, es gebe «genügend Beweise»,
dass der pakistanische Geheimdienst hinter dem Anschlag stecke.
«Die Raffinesse des Anschlags, das Ziel, die verwendeten
Materialien, alles trägt die Handschrift eines bestimmten
Geheimdienstes, der schon ähnliche Anschläge in Afghanistan
verübt hat», sagte Hamidsada. Er erwähnte Pakistan zwar
nicht namentlich, erklärte auf Nachfrage, dass dies
«offensichtlich» sei.
Der Anschlag nahe der indischen Botschaft in Kabul war der blutigste
seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001. Unter den Todesopfern sind
auch indische Diplomaten, fast 150 Menschen wurden verletzt. Zum
Zeitpunkt des Anschlags gegen 08.30 Uhr (Ortszeit) standen wie jeden
Morgen vor der Botschaft Dutzende Männer an, um ein Visum zu
beantragen. Durch die Wucht der Detonation wurde ein Teil der Mauer vor
dem Botschaftsgelände niedergerissen.
(Quelle: ap)
Simbabwe Präsident Mugabe erklärt Bereitschaft zu
Allparteienregierung
Mi.09.07.08 - Unter wachsendem internationalem Druck hat sich der simbabwische
Staatschef Robert Mugabe nach Angaben seines Außenministers zu
einer gemeinsamen Regierung mit der Opposition bereiterklärt.
Mugabe wolle eine Regierung bilden, an der alle politischen Parteien
beteiligt seien, sagte Außenminister Simbarashe Mumbengegwi am
Dienstag bei einem Besuch in Burkina Faso. Inwieweit auch
Oppositionsführer Morgan Tsvangirai eingebunden werden soll, sagte
der Minister nicht.
Mumbengegwi traf in Ouagadougou mit dem Präsidenten von Burkina
Faso, Blaise Compaore, zusammen. Der westafrikanische Staat gehört
zurzeit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Dessen Mitglieder
berieten am Dienstag über mögliche Sanktionen gegen Simbabwe.
Aus Kreisen Frankreichs und der USA verlautete, dass es eine Mehrheit
dafür gebe, dass aber Russland mit seinem Veto gedroht habe. Eine
Abstimmung wird noch in dieser Woche erwartet.
Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G-8)
verständigten sich bei ihrem Gipfel in Japan nach zähem
Ringen darauf, die Wahl Mugabes als nicht rechtmäßig zu
verurteilen. Die Staatengruppe forderte den Beginn von Gesprächen
zu einer friedlichen Beilegung der Krise in dem südafrikanischen
Land.
Noch beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) vor einer Woche in
Ägypten hatte Mugabe die Forderung nach einer Teilung der Macht
abgelehnt. Der Präsident ließ sich Ende Juni in einer
Stichwahl ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit
wählen. Oppositionsführer Tsvangirai hatte die erste
Wahlrunde im März gewonnen, aber nicht die notwendige absolute
Mehrheit erhalten. Er zog sich wegen Übergriffen auf seine
Anhänger aus dem Wahlkampf zurück.
(Quelle: ap)
US-Regierung wegen Ölförderung vor Alaska verklagt -
Tierschützer um Eisbären und Walrösser besorgt
Mi.09.07.08 - Zwei Umweltschutzgruppen haben die US-Regierung wegen der
Ölförderung vor Alaska verklagt. Die am Dienstag in Anchorage
eingereichte Klage richtet sich gegen eine Entscheidung der Regierung,
wonach die Ölkonzerne auch die unbeabsichtigte Schädigung von
Eisbären und Walrössern in Kauf nehmen können.
Das Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological
Diversity) und die Organisation Pacific Environment sehen darin einen
Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften zum Schutz der beiden
Tierarten und ihres sensiblen Lebensraums in der Tschuktschensee
zwischen Amerika und Asien. Dieses Meer sei ein wichtiger Lebensraum
für Eisbären und Walrösser, sagte Brendan Cummings vom
Zentrum für biologische Vielfalt. «Damit sie angesichts der
globalen Erwärmung überleben, können wir eine
Erschließung des Gebiets für die Ölförderung
einfach nicht zulassen.»
Die Klage richtet sich gegen Innenminister Dirk Kempthorne und gegen
die zu seinem Verantwortungsbereich gehörende
Naturschutzbehörde (U.S. Fish and Wildlife Service). Diese hat
beschlossen, dass sieben Ölunternehmen in der Tschuktschensee in
den nächsten fünf Jahren nicht verklagt werden dürfen,
wenn sie bei Bohrarbeiten versehentlich eine «kleine
Anzahl» von Eisbären oder Walrössern schädigen.
Die Behörde hat erklärt, dass die Erschließung des
Meeresgebiets für die Öl- und Gasförderung allenfalls
geringe Auswirkungen auf die Eisbär- und Walross-Populationen
habe. Ursache für den Rückgang der Bestände sei
wahrscheinlich die globale Erwärmung.
Die Regierung hat im Februar die Genehmigung für Bohrarbeiten vor
Alaska an Shell, ConocoPhillips und fünf weitere Unternehmen
versteigert und dafür 2,6 Milliarden Dollar erhalten (1,7
Milliarden Euro). Im Mai wurde der Eisbär als bedrohte Art
eingestuft.
In der Tschuktschensee leben etwa 2.000 der rund 25.000 Eisbären
der Arktis. Außerdem stellt dieses Randmeer nach Angaben von
Biologen den Lebensraum von nahezu der gesamten weiblichen Population
des Pazifischen Walrosses dar.
(Quelle: ap)
G8: Weltwirtschaft von hohen Rohstoffpreisen bedroht
Mi.09.07.08 - Die Weltwirtschaft wird nach Ansicht der G-8-Staaten derzeit von
Risikofaktoren wie dem hohen Ölpreis bedroht.
Die Preise für Rohstoffe wie Öl und Lebensmittel stellten
eine ernsthafte Herausforderung für das globale Wachstum dar,
hieß es in einer Erklärung der sieben führenden
Industrieländer und Russlands (G8) am Dienstag.
Darin riefen sie zudem indirekt China auf, eine Aufwertung seiner
Währung Yuan zuzulassen, um zur Verringerung der globalen
Ungleichgewichte im Finanzsystem beizutragen. Einige
Schwellenländer mit einem großen und wachsenden
Leistungsbilanzüberschuss müssten dafür sogen, dass sich
ihre Wechselkurse anpassen könnten, hieß es dazu in der beim
G8-Gipfel im japanischen Toyako veröffentlichten Erklärung.
(Quelle: rtr)
G-8 einigen sich erstmals auf Halbierung von Treibhausgasen
Mi.09.07.08 - Die G8-Staaten haben sich auf ihrem Gipfel in Japan überraschend
auf eine Halbierung des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes bis
2050 geeinigt.
George W. Bush gab auf seinem letzten Gipfel als US-Präsident
seine Blockadehaltung auf und machte damit den Weg frei für eine
langfristig ausgerichtete, konkrete Vereinbarung. Wichtigen
Schwellenländern wie China und Indien ging der Beschluss aber
nicht weit genug. Auch der WWF und Greenpeace äußerten sich
enttäuscht.
Die sieben führenden Industriestaaten und Russland betonten in
ihrer Erklärung am Dienstag, alleine könnten sie den Kampf
gegen die Erderwärmung nicht gewinnen. Dieser Zusatz dürfte
entscheidend für das Einlenken der USA gewesen sein. Bislang hatte
Bush seinen Widerstand stets damit begründet, dass auch andere
große Umweltsünder wie China und Indien ihren
CO2-Ausstoß begrenzen müssten. Bush-Berater Dan Price
bemerkte zufrieden, die G8-Erklärung nehme "alle großen
Volkswirtschaften" in die Pflicht.
Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel sagte, die G8 werde über zwei
Fonds im Umfang von zusammen sechs Milliarden Euro die
Klimaschutz-Bemühungen der Schwellen- und die
Entwicklungsländer unterstützen. Die Industrieländer
müssten bei der Minderung des Schadstoffausstoßes den
Löwenanteil mit ambitionierten Zwischenzielen leisten. Dabei werde
es noch harte Verhandlungen geben. Denn konkrete mittelfristige Marken
setzten die G8 in ihrem Kommunique nicht.
Immerhin fiel die Klimaerklärung aber griffiger aus, als die
schwammige Variante vom G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Damals
hieß es lediglich, man werde eine Halbierung der Emissionen bis
2050 "ernsthaft in Erwägung ziehen".
Merkel lobte die Vereinbarung als wichtigen Fortschritt im Kampf gegen
den Klimawandel. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown
sagte, das Halbierungsziel sei ein großer Schritt hin zu einem
neuen Rahmenwerk, das im Dezember kommenden Jahres auf einer
UN-Konferenz in Kopenhagen angestrebt wird und das das 2012 auslaufende
Kyoto Protokoll ersetzen soll.
Enttäuscht waren die fünf großen Schwellenländer
China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko, die am Mittwoch zu
dem G8-Gipfel in Toyako stoßen. Sie forderten umgehend eine
Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes um 80 bis 95 Prozent unter
das Niveau von 1990. Schon bis 2020 sollten die Emissionen um 25 bis 40
Prozent gedrückt werden und ferner sollten die reichen Länder
0,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die
Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel bereitstellen.
Der WWF erklärte, die G8-Staaten trügen die Hauptschuld am
Klimawandel. Dass sie nicht zu ihrer historischen Verantwortung
stünden, sei "armselig". Die Ankündigung zur Halbierung der
Treibhausgase sei beliebig, solange kein Ausgangsjahr genannt werde,
sagte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Glaubwürdige
Klimapolitik sehe anders aus. Die Globalisierungskritiker von attac
warfen der G8 vor, sie inszeniere sich als Klimaschützer, setze
aber auf weitere Investitionen im Ölsektor.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beklagte in Toyako, die
Erderwärmung trage dazu bei, dass es immer schwieriger werde, die
ehrgeizigen Millenniumsziele der Vereinten Nationen zur Halbierung von
Hunger und Armut in der Welt bis 2015 zu erreichen. Im Vorfeld des
Gipfels waren die G8 unter Zugzwang geraten, weil Zweifel an der
Einhaltung ihrer Hilfszusagen von 2005 für die armen Länder
aufkamen. Die Staats- und Regierungschefs bekräftigten am Dienstag
die im schottischen Gleneagles getroffenen Zusagen: Damals stimmten sie
zu, die Hilfsgelder jährlich bis 2010 um 50 Milliarden Dollar
aufzustocken.
Zugleich äußerten sich die G8 "tief besorgt" über den
rapiden Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise. Diese könnten
Millionen Menschen in Hunger und Armut treiben. Sie riefen Länder
mit ausreichenden Lebensmittelvorräten dazu auf, einen Teil ihrer
Reserven bedürftigen Nationen zur Verfügung zu stellen, ohne
dabei den Handel zu verzerren. Beim Kampf gegen den hohen Ölpreis
wolle die G8 zudem ihre Bemühungen um einen engeren
Schulterschluss von Produzenten- und Konsumentenstaaten
verstärken, sagte Merkel.
(Quelle: rtr)
UN-Umweltchef: G8-Bilanz bei Klima ernüchternd
Mi.09.07.08 - UN-Umweltchef Achim Steiner hat die Klimabeschlüsse des
G8-Gipfeltreffens als zu zögerlich kritisiert.
"Die Bilanz des Gipfels in Japan fällt ernüchternd aus",
sagte Steiner am Dienstag dem ZDF. Der Kompromiss, die Treibhausgase
bis 2050 zu halbieren, sei von Kritikern als leerer Slogan verurteilt
worden, dem die Substanz fehle. "Ich glaube, das wird sicherlich in
vielen Ländern auch die Ansicht sein", sagte er.
Der Chef des UN-Umweltprogramms wünschte sich "ein viel
stärkeres Signal". Dass die USA das gemeinsame Ziel offiziell
anerkenne, sei positiv. Die Entwicklung des Klimawandels und die
jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigten aber, dass dies
nicht ausreiche. Die sieben Industrienationen und Russland müssten
ihrer Führungsverantwortung nachkommen, auch bei den Verhandlungen
über das Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das 2012
ausläuft.
US-Präsident George W. Bush hatte bei dem Treffen in Toyako seine
Blockadehaltung überraschend aufgegeben und damit den Weg für
die Vereinbarung des langfristigen Ziels frei gemacht. Aber auch
wichtigen Schwellenländern wie China und Indien ging der Beschluss
nicht weit genug. Die Umweltschutzorganisationen WWF und Greenpeace
äußerten sich enttäuscht.
(Quelle: rtr)
EU verabschiedet Klimaschutzvorschriften für Luftverkehr
Mi.09.07.08 - Fluggesellschaften werden in der Europäischen Union ab 2012
für ihre Luftverschmutzung zur Kasse gebeten.
Das Europäische Parlament verabschiedete am Dienstag in
Straßburg ein Gesetz, wonach die Airlines zur Teilnahme am Handel
mit Verschmutzungsrechten verpflichtet werden. Bei ihren Flügen in
und nach Europa können sie künftig nur soviel Treibhausgas in
die Luft blasen, wie ihnen Kohlendioxyd-Zertifikate zur Verfügung
stehen. Für 15 Prozent ihrer Abgase müssen sie die
Zertifikate in Auktionen kaufen, der Rest wird ihnen kostenlos
zugeteilt.
Die Fluggesellschaften klagten, sie würden durch die
Klimaschutzauflagen übermäßig belastet und müssten
die Kosten an die Passagiere weitergeben. Flugtickets werden sich nach
Einschätzung der EU-Kommission für einen Hin- und
Rückflug in Europa aber nur um zwei bis neun Euro verteuern.
Im Straßburger Parlament stimmten 640 Abgeordnete für die
Vorlage und 30 dagegen. Der Ausstoß an Treibhausgas soll im
Luftverkehr so bis 2012 auf 97 Prozent der jährlichen Emissionen
in der Basisperiode 2004 bis 2006 sinken, von 2013 bis 2020 soll er auf
95 Prozent weiter reduziert werden. Das Gesetz gehört zu einem
Paket von Regulierungen, mit denen die EU ihre Klimaschutzziele
erreichen will. Die Emission von Treibhausgasen soll bis 2020 um 20
Prozent unter das Niveau von 1990 sinken.
Europas zweitgrößte Fluggesellschaft, die Deutsche
Lufthansa, kritisierte das Gesetz: "Aus unserer Perspektive ist das
Gesetz, wie es verabschiedet wurde, ökologisch kontraproduktiv und
ökonomisch schädlich", sagte ein Unternehmenssprecher.
Lufthansa schätzt, dass sie einen mittleren dreistelligen
Millionen-Betrag jährlich ab 2012 wegen des Gesetzes zahlen muss.
Nach Einschätzung des deutschen Flughafenverbands ADV braucht die
Luftfahrtindustrie eine vollständig kostenfreie Zuteilung der
Emissionszertifikate, um gerade auch gegenüber den aufstrebenden
"Golf-Staaten-Carriern" wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Verband
bemängelte, dass es keine seriösen Zahlen über die
zusätzlichen Kosten für die Industrie gebe.
Der seit 2005 bestehende Handel mit Zertifikaten über
Kohlendioxid-Emissionen ist das wichtigste Instrument der EU im Kampf
gegen den Klimawandel. Firmen können dabei Anrechte auf eine Menge
CO2-Ausstoß erwerben. Belasten sie die Umwelt weniger,
können sie mit dem Verkauf überzähliger Zertifikate Geld
verdienen. Dies soll einen Anreiz zu Investitionen in umweltfreundliche
Technologie schaffen.
Die Luftfahrt erzeugt drei Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen in der
EU. Sie war bislang vom Emmissionshandel ausgenommen, da
befürchtet worden war, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit der
Branche im internationalen Vergleich belasten könnte. Da sich der
Luftverkehr bis 2020 verdoppeln wird und die CO2-Emissionen deutlich
zunehmen, wollten Politiker für Fluggesellschaften aber keine
Ausnahme mehr machen.
"Die Einigung im Bereich Flugverkehr gilt als wichtiges Signal für
die anstehenden Verhandlungen über das große Klima- und
Energiepaket der Europäischen Kommission, das bis zum Jahresende
abgeschlossen werden soll", sagte der Berichterstatter des Parlaments,
Peter Liese (CDU). Nun müsse aber auch der CO2-Ausstoß im
Straßenverkehr reduziert werden, erklärte der
SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote.
(Quelle: rtr)
Uranlösung aus französischen Atomkraftwerk ausgetreten
Mi.09.07.08 - Aus dem Atomkraftwerk Tricastin in Südfrankreich sind am Dienstag
30.000 Liter radioaktive Uranlösung ausgetreten. Ein Teil davon
gelangte in zwei Flüsse, wie die Atomaufsichtsbehörde
mitteilte. Die Gefahr für die Bevölkerung sei aber gering,
sagte Sprecher Charles-Antoine Louet. In drei Gemeinden nahe Avignon
wurde dennoch die Verwendung von Wasser untersagt, verboten wurden
außerdem die Bewässerung von Feldern, Angeln und Wassersport.
Die ausgetretene Lösung enthalte insgesamt etwa 360 Kilogramm
nicht angereichertes Uran, das aber nur schwach radioaktiv sei, sagte
Louet. Die Ursache für den Unfall war der Behörde zufolge
noch unklar. Örtliche Behörden berichteten, die
Flüssigkeit sei bei der Reinigung eines Tanks ausgetreten.
Betroffen waren die Flüsse Lauzon und Gaffiere. In letzterem wurde
der Atomaufsichtsbehörde zufolge eine Urankonzentration rund 1.000
Mal über dem Normalwert gemessen. Der Wert gehe aber rasch
zurück, hieß es.
Die Anti-Atomkraft-Gruppe Sortir du nucléaire warf den
Behörden vor, den Zwischenfall zu verharmlosen. Es sei
unmöglich, dass der Austritt uranhaltiger Flüssigkeit keine
bedeutenden Konsequenzen für die Umwelt und die Gesundheit der
Anwohner habe, hieß es in einer Erklärung.
(Quelle: ap)
Längere AKW-Laufzeiten bringen Versorgern Milliardenplus
Mi.09.07.08 - Eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken würde
den deutschen Energiekonzernen nach einem Bericht des
«Handelsblattes» zweistellige Milliardensummen an
zusätzliche Einnahmen bescheren. Nach Berechnungen der Analysten
des Bankhauses Sal. Oppenheim würde eine Laufzeitverlängerung
von acht Jahren für RWE einen Wert von gut acht Milliarden Euro
bringen, schreibt die Zeitung. Für E.ON würden die
Zusatzeinnahmen auf gut zwölf Milliarden Euro geschätzt.
EnBW-Chef Hans-Peter Villis ist nach eigenen Worten bereit, diese
Vorteile unter anderem in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in
die Energieforschung zu investieren, sagte er dem
«Handelsblatt» laut Vorabmeldung.
Die Energiekonzerne beschlossen mit der damaligen rot-grünen
Bundesregierung im Jahr 2000 den Atomkonsens. Danach dürfen
Atomkraftwerke eine bestimmte Restrommenge produzieren, bevor sie
abgeschaltet werden. Vor allem Politiker der Union fordern eine
Verlängerung der Laufzeiten oder gar die Rücknahme des
Atomausstieges.
(Quelle: ap)
CSU-Politiker fordert Bau neuer Atomkraftwerke
Mi.09.07.08 - Aus der CSU gibt es jetzt auch klare Forderungen nach dem Bau neuer
Atomkraftwerke. Die neue Technologie der europäischen
Druckwasserreaktoren EPR, die derzeit in Finnland und Frankreich gebaut
werden, sei ein Schlüssel gegen die globale Klimaerwärmung
und die steigenden Energiepreise, sagte der stellvertretende
Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Christian Ruck, der
"Augsburger Allgemeinen". Die SPD bekräftigte das Festhalten am
Atomausstieg, wobei Fraktionschef Peter Struck längere Laufzeiten
für einzelne Kraftwerke nicht ausschloss.
"Ich bin klar dafür, dass wir mit dieser Technologie auch hier in
Deutschland neue Kraftwerke bauen", sagte der CSU-Politiker Ruck. Er
wies darauf hin, diese Reaktoren seien so konstruiert, dass selbst beim
größten anzunehmenden Unfall keine Radioaktivität nach
außen dringen könne. Ruck äußerte die Erwartung,
dass sich seine Partei nicht nur zu längeren Laufzeiten
bestehender Kernkraftwerke, sondern schnell auch klar zu einem
Wiedereinstieg in die Atomenergie mit neuen EPR-Reaktoren bekennen
werde. Bislang waren aus der CDU/CSU in erster Linie längere
Laufzeiten für bestehende Atomkraftwerke gefordert worden.
CSU-Chef Erwin Huber appellierte an die SPD, Abstand von der Linie der
ehemaligen rot-grünen Koalition zu nehmen und längeren
Laufzeiten zuzustimmen. Huber forderte die SPD in der "Passauer Neuen
Presse" auf, "an Klima und Arbeitsplätze gleichzeitig zu denken,
und vom verhängnisvollen Irrtum ihrer Zusammenarbeit mit den
Grünen Abschied zu nehmen".
Struck sagte im ARD-Morgenmagazin, längere Laufzeiten wären
auch mit der SPD zu machen, "wenn im Grundgesetz der Ausstieg
verbindlich aufgeschrieben würde". Die Frage der Atomkraft sei so
bedeutend, dass dafür durchaus die Verfassung geändert werden
könnte. SPD-Chef Kurt Beck verwies darauf, dass der Atomkonsens
einvernehmlich mit den Energieerzeugern beschlossen worden sei.
"Kernenergie ist nicht gleichzusetzen mit billigem Strom", sagte Beck.
Die SPD setze auf Energiesparen, auf die Nutzung erneuerbarer Energien
sowie auf moderne Kohle- und Gaskraftwerke.
Der Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram
König, verwies im WDR auf die Risiken der Atomtechnologie. Die oft
propagierte Versorgungssicherheit durch Atomkraft habe es nie gegeben.
Wegen Sicherheitsmängeln seien in jüngster Zeit drei
Kraftwerke über ein Jahr lang abgeschaltet gewesen.
(Quelle: afp)
Ifo-Institut: Wachstum im Bausektor lässt nach
Mi.09.07.08 - Nach dem ausgeprägten Wachstum in der Baubranche in den
vergangenen beiden Jahren wird der europäische Bausektor bis 2010
voraussichtlich eine spürbare Schwächephase erleben. Zwischen
2008 und 2010 sei nur noch mit einem jährlichen Zuwachs von rund
0,5 Prozent zu rechnen, teilte das Ifo-Institut am Dienstag in
München mit. Zwischen 2005 und 2007 sei das Bauvolumen im
Durchschnitt noch mit 2,5 Prozent pro Jahr gewachsen. Allein im Tiefbau
werde es weiterhin Wachstum geben.
«2008 erwarten wir einen leichten Rückgang der
Baumaßnahmen in Westeuropa, während die osteuropäischen
Staaten unverändert auf Expansionskurs bleiben», sagte Ludwig
Dorffmeister, Bau-Experte des Münchener Ifo-Instituts. Einer der
Hauptgründe für die Stagnation der Bauleistungen sei die in
vielen Ländern zu beobachtende konjunkturelle Abkühlung
infolge der Immobilienkrise in den USA und der sich
anschließenden internationalen Finanzkrise. Daneben wirkten sich
vor allem die gestiegenen Bauzinsen sowie die strengeren
Kreditbedingungen der Banken negativ auf die Baunachfrage aus.
Das europäische Bauvolumen hat im vergangenen Jahr nach
Institutsangaben die Marke von 1,5 Billionen Euro überschritten.
Fast die Hälfte der Bautätigkeiten entfiel dabei auf den
Wohnungsbau.
(Quelle: ddp)
Wirtschaftsverbände erwarten höhere Preise
Mi.09.07.08 - Die Wirtschaftsverbände rechnen wegen der gestiegenen
Energiepreise mit höheren Kosten für die Endverbraucher.
Viele Unternehmen könnten die stark gestiegenen Kosten nicht aus
eigener Kraft kompensieren und sähen nur die Möglichkeit zu
Preiserhöhungen, um Arbeitsplätze nicht zu gefährden,
sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, dem "Handelsblatt"
(Dienstagsausgabe). Auch Spitzenvertreter anderer Verbände
äußerten die Erwartung, dass es zu Preissteigerungen auf
breiter Front kommen werde.
"Kein Unternehmen erhöht gern Preise. Sie sind dazu gezwungen,
wenn der Kostendruck zu hoch wird. Genau das ist jetzt der Fall", sagte
Wansleben der Zeitung. Der Präsident des Bundesverbandes
Groß- und Außenhandel, Anton Börner, sagte mit Blick
auf die hohen Energiepreise, die Unternehmen müssten sich damit
auseinandersetzen "und werden nicht umhinkommen, den Preisdruck
teilweise weiterzugeben, wenn es nicht zulasten der Ertragskraft und
Beschäftigung gehen soll."
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen
Industrie, Werner Schnappauf, sagte dagegen, die höheren Kosten
für Energie könnten nur in Ausnahmefällen auf die Kunden
abgewälzt werden. "Die Unternehmen können die gestiegenen
Kosten nicht ohne weiteres über den Preis weitergeben. In der Regel
sind die Spielräume sehr eng und begrenzt."
(Quelle: rtr)
Rentenversicherung fordert Strategie gegen Altersarmut
Mi.09.07.08 - Die Deutsche Rentenversicherung hat eine Strategie zur Vermeidung von
Altersarmut angemahnt. Dazu gehöre auch eine Aufstockung der
Rentenbeiträge für Langzeitarbeitslose, sagte
Rentenversicherungs-Präsident Herbert Rische am Dienstag in
Berlin. Er wollte sich allerdings nicht festlegen, wie viel die
Bundesagentur für Arbeit zusätzlich an die Rentenversicherung
überweisen soll.
Außerdem plädierte er für eine zusätzliche
Absicherung des Risikos von Invalidität über die
Riester-Rente und die Betriebsrente. Nur so könnten die Abstriche
ausgeglichen werden, die es mit den jüngsten Rentenreformen nicht
nur bei der Alterssicherung, sondern auch der gesetzlichen
Invaliditätsrente gegeben habe.
Zudem brachte Rische erneut eine Pflichtversicherung auch für
Selbstständige ins Gespräch mit dem Ziel, sie gegen
Altersarmut abzusichern. Grundsätzlich sei es zu
begrüßen, dass inzwischen nicht mehr nur einseitig über
Beitragssätze diskutiert werde, sondern auch über die
Leistungseinbußen nach den jüngsten Rentenreformen, sagte er.
(Quelle: ap)
Siemens opfert der Rendite rund 17.000 Jobs
Mi.09.07.08 - Siemens verschärft mit dem Abbau von 16.750 Stellen sein
Sparprogramm. Allein in Deutschland sollen 5250 Arbeitsplätze
wegfallen, vor allem in der Verwaltung, wie der Münchener Konzern
am Dienstag mitteilte.
Durch den Stellenabbau sowie durch Einsparungen bei externen Beratern
und in der Informationstechnik will Siemens-Chef Peter Löscher die
Kosten in der Verwaltung bis 2010 um 1,2 Milliarden Euro senken.
Gewerkschaften und Politik kritisierten den Jobabbau des weltweit rund
420.000 Mitarbeiter zählenden Technologiekonzerns, davon rund
130.000 im Inland, als überzogen.
Der seit rund einem Jahr amtierende Siemens-Chef Löscher
verteidigte den Schritt: "Die Geschwindigkeit, mit der sich das
Geschäft weltweit verändert, hat erheblich zugenommen. Wir
stellen Siemens darauf ein. Auch vor dem Hintergrund einer sich
eintrübenden Konjunktur müssen wir effizienter werden."
Personalvorstand Siegfried Russwurm kündigte an, die
Stellenstreichungen möglichst sozialverträglich über
Transfergesellschaften und Altersteilzeit umzusetzen. "Wir können
betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen, aber sie
sind immer das letzte Mittel." Die Unternehmensspitze wolle mit den
Arbeitnehmervertretern schnell Verhandlungen aufnehmen.
Der Großteil der Stellen werde in der Verwaltung gestrichen. Die
Neuorganisation des Konzerns mache Einschnitte aber auch in der
Produktion nötig, so dass 4150 Arbeitsplätze außerhalb
der Verwaltung wegfielen. Zudem stellt der Konzern die
Industriemontage-Sparte SIMS, die in Deutschland 1200 Menschen
beschäftigt, zum Verkauf. "Der Anspruch ist also klar: Schlanke
Verwaltungen in einem wachsenden Unternehmen", sagte Löscher.
Die IG Metall kritisierte den Abbau als
unverhältnismäßig. "Siemens steht wirtschaftlich gut
da, die Auftragsbücher sind voll. Der geplante Stellenabbau ist
vor diesem Hintergrund weder nachvollziehbar noch akzeptabel, und in
diesem Umfang völlig überzogen", erklärte Bayerns
IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Die Arbeitnehmervertreter würden
sich wehren, kündigte er an. Zunächst wollen Gewerkschaft und
Betriebsrat allerdings die Verhandlungen abwarten. "Sollte es
nötig werden, sind in der Folge unterschiedliche Formen des
Protestes und des Widerstands möglich." Pauschalkürzungen
"per Rasenmäher" seien mit der IG Metall nicht zu machen.
Auch in der Politik stieß der neuerliche Kahlschlag auf
Ablehnung. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein
erklärte Medienberichten zufolge: "Siemens macht mir
natürlich großen Kummer." Der CSU-Politiker, der sich im
Herbst Landtagswahlen stellt, wolle sich demnächst mit Konzernchef
Löscher treffen.
Der Gewerkschafter und stellvertretende Fraktionschef der Linken, Klaus
Ernst, nannte den Schritt "widerlich und skandalös". "Die
Siemens-Führung darf mit ihren Plänen nicht durchkommen",
sagte er. Wer Profitmaximierung über Moral stelle, gefährde
Demokratie und soziale Marktwirtschaft.
An der Börse war der Stellenabbau, dessen Größenordnung
in der vergangenen Woche schon durchgesickert war, keine
Überraschung mehr. Die Siemens-Aktie verlor mit dem Gesamtmarkt
ein Prozent auf 70,10 Euro.
Am stärksten von den Stellenstreichungen betroffen sind Siemens
zufolge die Standorte Erlangen, München, Nürnberg und Berlin.
Von den drei Sektoren des Konzerns schultert die Sparte Industrie mit
6350 wegfallenden Stellen den größten Teil des Abbaus.
Allein in der gebeutelten Zugsparte fallen 2500 Stellen weg.
Grundsätzlich wolle Siemens allerdings weiterhin an dem Bereich
festhalten. In der Medizintechnik sind 2800 Beschäftigte
betroffen, in der Energietechnik 3950, in der IT-Sparte SIS 1050 und in
den Zentralfunktionen 800. Erst Ende Februar hatte Siemens
angekündigt, abgesehen von der aktuellen Abbaurunde in der zum
Verkauf stehenden Telefonanlagensparte SEN 6800 Stellen zu streichen.
Die US-Kanzlei Debevoise & Plimpton, die für Siemens die
Korruptionsaffären aufarbeitet, kann allerdings ihre Rechnungen
weiterhin ohne Abstriche ausstellen. "Rückhaltlose Aufklärung
bleibt trotz Sparzwang unser Ziel", sagte Löscher. Die Belastungen
aus der Aufklärung sollen allerdings schrittweise verringert
werden. Bislang kosteten die Schmiergeldskandale und ihre Folgen
Siemens rund 1,8 Milliarden Euro.
(Quelle: rtr)
BA-Verwaltungsratschef fordert Ausweitung der Zuwanderung
Mi.09.07.08 - Der Verwaltungsratschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Peter
Clever, hat gefordert, die Zuwanderung nach Deutschland auszuweiten.
«Um die Fachkräfte-Lücke zu schließen, sind in den
kommenden fünf Jahren mehrere Hunderttausend qualifizierte
Zuwanderer notwendig», sagte Clever der «Rheinischen
Post». Die geplanten Erleichterungen der Bundesregierung für
Zuwanderer seien nur ein erster Schritt. Eine qualifizierte Zuwanderung
liege im Interesse Deutschlands: «Diese Menschen sind
Problemlöser und schaffen Beschäftigung in Deutschland.»
Clever forderte, die Mindesteinkommensgrenzen für Akademiker
Einwanderer, die sich nicht einer Prüfung der Bundesagentur
unterziehen müssen, auf 45.000 Euro herunterzusetzen. Das sei
für eine Export-Nation existenziell. «Wir müssen endlich
lernen, dass Zuwanderung kein Geschenk der großzügigen
Deutschen an die Ausländer ist, sondern eine
Selbstverständlichkeit, wenn wir wirtschaftlich weiterhin
erfolgreich sein wollen», sagte der Arbeitgebervertreter im
Verwaltungsrat der Bundesagentur.
(Quelle: ap)
Türkische Verbände fordern Abschaffung der Optionspflicht
Mi.09.07.08 - Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) und weitere
Verbände haben die Abschaffung der Optionspflicht gefordert, nach
der sich in Deutschland aufgewachsene türkischstämmige
Jugendliche mit dem 18. Lebensjahr für eine
Staatsangehörigkeit entscheiden müssen. "Es darf keinen Zwang
zur Aufgabe einer Staatsangehörigkeit geben", sagte der
TGD-Vorsitzende Kenan Kolat in Berlin. Den Jugendlichen solle selbst die
Entscheidung überlassen werden, ob sie eine
Staatsangehörigkeit aufgeben wollen. Kolat appellierte an die
Bundesregierung, hier eine Lösung herbeizuführen.
Der Vorsitzende des Bundesverbands Türkischer Studierendenvereine,
Serdar Yazar, sagte: "Wir sind Deutsche und Türken. Die Frage nach
der Identität erfordert kein Entweder-Oder." Die Unterschiede
zwischen Deutschland und der Türkei würden immer geringer. In
den Sozialwissenschaften seien multiple Identitäten längst der
Normalfall; dem müsse auch die Politik folgen.
Seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000
erhalten in Deutschland geborene Kinder von Ausländern automatisch
die deutsche Staatsbürgerschaft. Wenn sie 18 Jahre alt sind,
müssen sie sich allerdings entweder für die deutsche oder die
Staatsbürgerschaft ihrer Eltern entscheiden. Für die seit 2000
geborenen Doppelstaatsbürger beginnt damit die Optionspflicht im
Jahr 2018. Die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts enthielt
jedoch auch eine Übergangsregelung, wonach auf Antrag auch
ausländische Kinder unter zehn Jahren zusätzlich den deutschen
Pass erhalten konnten. Laut Kolat sind daher in diesem Jahr die ersten
3300 Jugendliche von der Optionspflicht betroffen.
(Quelle: afp)
Internet ist wichtige Austausch-Plattform für Migranten
Mi.09.07.08 - Für Migranten ist das Internet in Deutschland ein wichtige
Plattform für den Austausch untereinander. Das ist eines der
Ergebnisse einer Tagung, die jetzt im Rahmen des Forschungsprojekts
"Politisches Potenzial des Internet" des Instituts für
Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster durchgeführt worden ist.
"Viele Migranten nutzen das Internet, um in der deutschen
Öffentlichkeit stärker vertreten zu sein", erläutert
Projektleiter Dr. Uwe Hunger. In den konventionellen Medien fühlten
sie sich häufig unterrepräsentiert. Das Internet biete ihnen
dagegen eine gute Möglichkeit, sich über Probleme
auszutauschen und auf Schwierigkeiten hinzuweisen.
An dem Nutzungsverhalten der verschiedenen Gruppen lasse sich zudem
ablesen, wie weit der Integrationsprozess schon fortgeschritten sei. So
sprechen die Deutschtürken, die schon in der zweiten oder dritten
Generation in der Bundesrepublik leben, in Foren häufig über
ihren Alltag in Deutschland. Wird auf Quellen verwiesen, dann sind diese
meist deutschen Ursprungs. Bei den Deutschrussen, die erst Anfang der
neunziger Jahre in die Bundesrepublik gekommen sind, wird das Netz
dagegen vorwiegend für den Kontakt zur Verwandtschaft in Russland
genutzt. Dabei wird vor allem auf Russisch geschrieben und auf russische
Quellen verwiesen.
(Quelle: gp)