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Irak 1572 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Türkischer Ministerpräsident zu Gesprächen im Irak. Entführte US-Soldaten nach einem Jahr tot aufgefunden

Sa.12.07.08 - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Donnerstag erstmals den Irak besucht. Sein irakischer Kollege Nuri al-Maliki sprach von einem «historischen» Besuch. Der Irak und die Türkei seien zu einer neuen Ära der Zusammenarbeit bereit, erklärte Al-Maliki vor Journalisten. Er sprach von Erfolgen beider Länder im Kampf gegen den Terrorismus. Eines der Gesprächsthemen ist der türkische Kampf gegen die kurdischen Rebellen, die von Stützpunkten im Nordirak aus operieren. Die türkischen Streitkräfte drangen im Frühjahr im Rahmen einer Offensive gegen die Rebellen mit Bodentruppen in den Norden des Iraks ein, was zu Protesten der irakischen Regierung führte.

Mehr als ein Jahr nach ihrer Entführung im Irak sind zwei US-Soldaten tot aufgefunden worden. Ihre Familien teilten am Donnerstag mit, dass die beiden Soldaten im Alter von 19 und 25 Jahren identifiziert worden seien.

Alex Jimenez und Byron Fouty wurden im Mai 2007 von Aufständischen verschleppt. Vorangegangen war ein Angriff auf ihre Einheiten, bei dem mehrere Soldaten getötet wurden. Ein dritter entführter Soldat, Joseph Anzack, wurde bereits im Mai tot aufgefunden.

(Quelle: ap)

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 12.07.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendeinhundertundachten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Do.12.07.07 - Weitere Senatorin wendet sich von Bushs Irak-Politik ab. Laut US-Präsident erfordert Strategie im Irak mehr Zeit +++ US-Armee: Mehr als 4000 El-Kaida-Opfer im Irak in sechs Monaten +++ Deutsche Geisel in Irak nach 155 Tagen frei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707120.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 



 

Offenbar 64 tote Zivilisten bei Luftangriffen in Afghanistan

Sa.12.07.08 - In Afghanistan hat erneut der Tod von zahlreichen Zivilisten bei Luftangriffen US-geführter Truppen für Empörung gesorgt. Wie Untersuchungskommissionen der afghanischen Regierung mitteilten, kamen bei zwei Luftangriffen im Grenzgebiet zu Pakistan am vergangenen Wochenende mindestens 64 Zivilisten ums Leben, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Präsident Hamid Karsai hatte die Untersuchung der Luftangriffe angeordnet, nachdem örtliche Behörden sich über zivile Opfer beklagt hatten. Die US-geführten Streitkräfte wiesen die Vorwürfe bislang zurück und kündigten eigene Untersuchungen an.

Bei dem Luftangriff am vergangenen Sonntag im abgelegenen Bezirk Deh Bala in der Provinz Nangarhar starben 47 Gäste einer Hochzeitsgesellschaft, wie Kommissionsleiter Burhanullah Schinwari mitteilte. Neun weitere Menschen seien verletzt worden. "Die Opfer waren alle Zivilisten und hatten keinerlei Verbindung zu den Taliban oder El Kaida", sagte Schinwari. Nach Angaben eines weiteren Kommissionsmitglieds, Mohammed Asif Schinwari, waren lediglich drei Männer unter den Todesopfern des Angriffs vom 6. Juli. Der Rest seien Frauen und Kinder gewesen. Die Hochzeitsgäste hätten die Braut in der Bergregion nahe der pakistanischen Grenze begleitet, als der Angriff erfolgte, sagte Schinwari weiter. Zehn Menschen werden den Angaben zufolge noch vermisst.

Bei der Untersuchung eines weiteren US-Luftangriffs kam eine Kommission zu dem Ergebnis, dass 17 Zivilisten in der Provinz Nuristan getötet worden seien. Kommissionsleiter General Mohammad Amin sagte, neun weitere Zivilisten seien verletzt worden. Amin warnte, dass der Rückhalt der internationalen Truppen und Regierungseinheiten, die in der Region gegen Aufständische kämpfen, durch die zivilen Opfer weiter schwinden werde.

Die US-geführte Koalition verwies auf die eigenen Untersuchungen, deren Ergebnisse noch ausstünden. "Jeder Verlust zivilen Lebens ist tragisch", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP. "Wir nehmen Zivilisten niemals ins Visier und tun unser Bestes, zivile Verluste zu vermeiden."

Die derzeit rund 70.000 ausländischen Soldaten in Afghanistan sind in der Vergangenheit bereits häufiger wegen ziviler Opfer bei den Kämpfen gegen Aufständische in die Kritik geraten. Seit Anfang 2008 kamen bereits rund 700 Zivilisten im Land ums Leben. 255 von ihnen starben durch die internationalen Streitkräfte, wie der UN-Koordinator für Hilfseinsätze, John Holmes, sagte.

(Quelle: afp)
 



 

SPD und Grüne kritisieren Überlegungen für Awacs-Einsatz in Afghanistan

Sa.12.07.08 - Überlegungen der Nato für einen Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen in Afghanistan stoßen bei SPD und Grünen auf Kritik.

Der Awacs-Einsatz biete keinen Mehrwert für die internationalen Truppen in Afghanistan, sagte der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold der "Berliner Zeitung" vom Freitag, Schon jetzt könne der Luftraum dort durch die USA gesichert werden. "Ein Einsatz würde falsche Signale senden und unnötige Befürchtungen schüren", sagte er unter Hinweis darauf, dass mit Hilfe der fliegenden Kontrollzentren Operationen auch außerhalb Afghanistans gesteuert werden könnten, etwa in den Nachbarländern Pakistan oder Iran. Durch eine Anfrage der Nato für die Awacs-Maschinen würde die deutsche Debatte über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr deutlich komplizierter, warnte Arnold.

Im Herbst soll der Bundestag über die Aufstockung des Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan entscheiden. Eigentlich sollte das deutsche Afghanistan-Mandat im Oktober lediglich um 1000 auf bis zu 4500 Soldaten aufgestockt werden. Schon dies ist in den Koalitionsfraktionen umstritten, da der Einsatz bei der Bevölkerung unbeliebt ist und in Bayern Landtagswahlen anstehen. Bei einer Beteiligung an einem Awacs-Einsatz müsste die Mandatsobergrenze möglicherweise weiter erhöht werden.

Auch der Grünen-Verteidigungspolitiker Winfried Nachtwei reagierte skeptisch auf die Nato-Überlegungen. Es sei zu befürchten, dass Deutschland Schritt für Schritt in eine Sache hineingerate, deren Dimension überhaupt nicht abgeschätzt werden könne, sagte er der "Berliner Zeitung". Nachtwei forderte das Verteidigungsministerium auf, die Abgeordneten schnell über den Stand der Überlegungen in der Nato zu informieren. "Wir brauchen als Parlamentarier solche Informationen frühzeitig - sonst ist das kontraproduktiv."

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte am Donnerstag erklärt, die Awacs-Anfrage des Nato-Kommandeurs in Afghanistan liege in Berlin nicht vor, und es gebe keine Anfrage des Bündnisses. Das Verfahren liege nun erst einmal in Brüssel.

Sollte der Awacs-Einsatz Realität werden, müsste die Bundesregierung dafür vermutlich ein neues Mandat beim Bundestag beantragen. Erst im Mai hatte das Bundesverfassungsgericht die Rechte des Parlaments auch bei solchen Aufklärungseinsätzen gestärkt. Die Richter erklärten damals die Beteiligung deutscher Soldaten am Awacs-Einsatz über der Türkei 2003 vor dem Irak-Krieg für verfassungswidrig, weil der Bundestag damit nicht befasst worden war. Die Bundeswehr stellt einen großen Teil der Awacs-Besatzungen. Die 17 umgebauten Boeing 707 sind im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen stationiert, rund ein Drittel der 1600 Soldaten des Awacs-Verbandes kommen von der Bundeswehr.

(Quelle: rtr)
 



 

Iran-Invasion-Nachricht verbreitet Computer-Schädlinge

Sa.12.07.08 - Mit der Nachricht über eine angebliche US-Invasion im Iran wollen Kriminelle jetzt die Rechner von ahnungslosen Computerbesitzern mit Schadsoftware infizieren. Die Autoren des berüchtigten "Storm Worm" verschicken derzeit E-Mails mit Schlagzeilen wie "Occupation of Iran", "War with Iran is the reality now" oder "Washington prefers to shoot first". Laut "Websense", einem Experten für Internet-Sicherheit, enthält die E-Mail ein Video, das akutelle Bilder enthalten soll. Wer das Video öffnet, holt sich automatisch einen Trojaner auf seinen PC. Generell sollten keine unverlangt zugeschickten Dateien in E-Mails geöffnet werden.

(Quelle: gp)
 



 

Nahost-Konflikt

Regierung der nationalen Einheit im Libanon gebildet - Hamas nimmt Palästinenser nach Israel-Beschuss fest

Sa.12.07.08 - Nach sechswöchigen zähen Verhandlungen hat der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora am Freitag eine Regierung der nationalen Einheit vorgestellt. In der Allparteienregierung wird die von der schiitischen Hisbollah angeführte Opposition faktisch ein Vetorecht haben. Die Regierungsbildung begann nach der Wahl von Präsident Michel Suleiman Ende Mai. Die Opposition hatte die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts monatelang blockiert.

Nach der Blockade und dem Ausbruch von Gefechten in der Hauptstadt Beirut einigten sich die prowestlichen Fraktionen Sinioras und die prosyrische Opposition unter Vermittlung der Arabischen Liga auf ein Friedensabkommen. Die neue Machtstellung der Hisbollah war Teil der Vereinbarung.

In dem neuen 30-köpfigen Kabinett entfallen 16 Posten auf die Parlamentsmehrheit und elf auf die Opposition. Die drei restlichen Kabinettsposten werden von Präsident Suleiman verteilt.

«Wir haben beschlossen, unseren Streit im Rahmen der demokratischen Institutionen und durch Dialog beizulegen und nicht mit Gewalt und Einschüchterung», sagte Siniora nach der Vorstellung des neuen Kabinetts. Hauptaufgabe sei es, unter diesen äußerst schwierigen Umständen allen libanesischen Bürgern zu dienen. Siniora kündigte zugleich die Vorbereitung transparenter Parlamentswahlen für das kommende Jahr an.

Erstmals seit Beginn der Waffenruhe für den Gazastreifen hat die radikal-islamische Hamas offenbar Palästinenser im Zusammenhang mit Raketenangriffen auf Israel festgenommen.

Die militanten Al-Aksa-Brigaden erklärten am Donnerstag, die Hamas habe zunächst drei ihrer Mitglieder nach einem solchen Angriff in einem Flüchtlingscamp festgesetzt. Vier weitere Anhänger seien später nach Einbruch der Dunkelheit festgenommen worden, als sie Raketen auf israelisches Gebiet schießen wollten.

Die Hamas kontrolliert das Küstengebiet seit gut einem Jahr. Den Waffenstillstand mit Israel vereinbarte die Gruppe im Juni unter Vermittlung Ägyptens. Dazu gehörte die Zusage Israels, im Gegenzug für den Verzicht der Hamas auf Raketenangriffe wieder Hilfslieferungen in das seit dem vergangenen Sommer weitgehend abgeriegelte Territorium zulassen. Dennoch kam es wiederholt zu Raketenangriffen, die Israel mehrfach mit der zeitweisen Schließung der Grenzübergänge beantwortete.

Bei dem jüngsten Raketenbeschuss auf Südisrael wurde niemand verletzt. Hamas-Vertreter Sami Abu Suhri appellierte umgehend an alle anderen Palästinensergruppen, das Abkommen mit Israel einzuhalten. Es sei schließlich im Konsens vereinbart worden. Die Hamas hatte ursprünglich erklärt, dass sie keine Gewalt gegen militante Personen anwenden wolle, die gegen den Waffenstillstand verstießen.

Nach Angaben der Al-Aksa-Brigaden war der Raketenbeschuss Vergeltung für die Tötung eines ihrer Mitglieder durch die israelische Armee. Die Soldaten hatten am Donnerstag auf den unbewaffneten Mann an der Grenze zum Gazastreifen gefeuert. Von der Hamas forderte ein Sprecher der Brigaden die sofortige Freilassung der Festgenommenen.

boa (Quellen: rtr, ap)
 



 

Venezuela und Kolumbien erneuern Beziehungen - FARC erneuert Angebot für Austausch von Gefangenen

Sa.12.07.08 - Venezuela und Kolumbien haben ihren monatelangen Streit für beendet erklärt. «Von heute an beginnt eine neue Ära», sagte der venezolanische Präsident Hugo Chávez. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe stimmte zu und erklärte: «Wir sind Brüder.»

Beide trafen am Freitag erstmals seit elf Monaten wieder zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche im Raffineriezentrum Paraguana an der Karibikküste von Venezuela standen Wirtschaftsfragen. Der bilaterale Handel erreichte im vergangenen Jahr einen Wert von sechs Milliarden Dollar. Mit der Errichtung einer neuen Eisenbahnstrecke wollen die beiden Andenstaaten die Voraussetzung für einen weiteren Ausbau des Handels schaffen. Venezuela hat Kolumbien außerdem eingeladen, an der Erschließung von Ölfeldern in der Faja-Region des Orinoco-Beckens mitzuwirken.

Chávez bekräftigte seine Bereitschaft zur Vermittlung in dem seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikt mit der Guerillaorganisation FARC. Venezuela werde sich aber nur engagieren, wenn es dazu von Kolumbien eingeladen werde. Eine erste Vermittlungsmission von Chávez scheiterte im November vergangenen Jahres, als Uribe diese abrupt für beendet erklärte.

Die Beziehungen verschlechterten sich zusätzlich nach einem kolumbianischen Angriff auf einen Guerillastützpunkt in Ecuador im März dieses Jahres. Uribe sagte, er hoffe, dass die Beziehungen auch zu Ecuador wiederhergestellt werden könnten. Während Kolumbien als wichtigster Verbündeter der USA in Südamerika gilt, führen Venezuela und Ecuador eine Staatengruppe an, die von linksgerichteten Präsidenten regiert wird.

Chávez wies den Vorwurf Kolumbiens zurück, der FARC einen Kredit von mindestens 250 Millionen Dollar angeboten zu haben. Dies soll aus Dokumenten hervorgehen, die in einem Notebook von Guerilleros entdeckt wurden. Uribe brachte die Vorwürfe nach dem vierstündigen Treffen nicht öffentlich zur Sprache.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) machten unterdessen zwei Aufseher für die Befreiung von Ingrid Betancourt und 14 weiteren Geiseln verantwortlich. Die beiden Aufseher César und Enrique Gafas hätten mit ihrem «verachtenswerten Verhalten ihre revolutionäre Verpflichtung verraten», hieß es in einer Erklärung der FARC vom 5. Juli, die am Freitag von der Bolivarischen Presseagentur im Internet veröffentlicht wurde.

Die FARC-Rebellen César und Enrique, mit bürgerlichem Namen Gerardo Aguilar and Alexander Farfan, wurden bei der Befreiungsaktion am 2. Juli überwältigt und verhaftet. Die kolumbianischen Behörden bereiten eine Anklage wegen Geiselnahme und Terrorismus vor. Die USA haben ihre Auslieferung beantragt, weil zu der Geiselgruppe auch drei US-Bürger gehörten.

Die FARC erklärte, dass sie weiter eine Vereinbarung anstrebe, um Geiseln gegen inhaftierte Mitglieder auszutauschen. Wenn aber die Regierung auf Befreiungsaktionen bestehe, «dann sollte sie alle Konsequenzen dieser rüchsichtslosen und abenteuerlichen Entscheidung tragen», drohte die Organisation, die noch rund 700 Gefangene in ihrer Gewalt hat.

(Quelle: ap)
 



 

Acht Tote bei Gefecht mit PKK-Kämpfern in der Ost-Türkei

Sa.12.07.08 - Im Südosten der Türkei sind bei einer Schießerei mit kurdischen Rebellen nach Angaben aus Militärkreisen acht Menschen ums Leben gekommen.

Bei den Toten handele es sich um sieben Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und einen Wachmann, hieß es am Freitag. Die Auseinandersetzungen hätten gegen Mitternacht am Berg Kato in der an den Irak grenzenden Provinz Sirnak begonnen, als Sicherheitskräfte eine aus dem Nachbarland eingesickerte Gruppe von 20 bis 25 PKK-Kämpfer ausmachten. Der Einsatz gegen die Rebellen dauere an.

Ebenfalls im Südosten der Türkei, allerdings in einer anderen Provinz, hält die PKK seit Mittwoch drei deutsche Bergsteiger als Geiseln. Für deren Freilassung verlangen die Entführer eine Änderung der deutschen Kurdenpolitik, was die Bundesregierung ablehnt.

(Quelle: rtr)
 



 

EU sagt Kosovo auf Geberkonferenz eine halbe Milliarde Euro zu

Sa.12.07.08 - Die Europäische Union hat dem Kosovo auf einer Geberkonferenz Hilfsgelder in Höhe von einer halben Milliarde Euro zugesagt.

Nach den Worten eines Kommissionssprechers kann die ehemalige serbische Provinz obendrein mit weiteren Geldern von den einzelnen 27 EU-Mitgliedsländern rechnen. Die Bundesregierung sicherte für den wirtschaftlichen und sozialen Aufbau des Kosovo in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 100 Millionen Euro zu.

Deutschland ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes nach den USA der zweitgrößte Einzelgeber. Die USA haben Hilfsgelder in Höhe von etwa 400 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Zu den Schwerpunkten der deutschen Zusammenarbeit zählen die Bereiche Energie, Erziehung und die Reform der Verwaltung.

Das Kosovo mit seinen zwei Millionen Einwohnern hatte sich im Februar trotz erbitterten Widerstands der serbischen Regierung für unabhängig erklärt. Inzwischen ist es als eigenständiges Land von mehr als 40 überwiegend westlichen Staaten anerkannt worden. Die internationalen Finanzhilfen sollen nun ein erster Schritt zum Aufbau der brachliegenden Wirtschaft sein. Die Regierung des Kosovo hat dafür einen umfassenden Investitionsplan erarbeitet.

(Quelle: rtr)
 



 

Klage gegen UN wegen Srebrenica-Massaker gescheitert

Sa.12.07.08 - Die Vereinten Nationen können wegen des Völkermordes in der bosnisch-muslimischen Enklave Srebrenica im Juli 1995 nicht gerichtlich belangt werden. Das urteilte ein Gericht in Den Haag am Donnerstag. Zehn bosnische Frauen und die Stiftung "Mütter von Srebrenica" hatten den niederländischen Staat und die Vereinten Nationen auf Schadensersatz verklagt. Ihrer Auffassung nach hatten niederländische UN-Blauhelme die muslimische Bevölkerung nicht ausreichend gegen serbische Truppen geschützt.

Die Enklave Srebrenica stand während des Bosnienkrieges unter dem Schutz einer niederländischen Einheit. Serbische Truppen unter General Ratko Mladic überrannten den Ort am 11. Juli 1995, anschließend deportierten und ermordeten sie 8.000 Männer und Jungen. Die niederländischen Soldaten griffen bei der Deportation nicht ein und brachten nur diejenigen Bosnier in Sicherheit, die für die UN-Einheit arbeiteten.

Nach Ansicht der Richter genießen die UN aufgrund internationaler Verträge Immunität. Die Unantastbarkeit internationaler Organisationen garantiere deren Unabhängigkeit. Dadurch sei ausgeschlossen, dass nationale Richter beispielsweise UN-Personal in Friedenseinsätzen verurteilten, um deren Arbeit zu erschweren. Die Entscheidung betrifft nicht die Klage gegen den niederländischen Staat. Darüber soll im September weiter verhandelt werden.

In Den Haag läuft noch ein weiteres Verfahren im Zusammenhang mit dem Massaker von Srebrenica. Dabei hat eine andere Gruppe von Hinterbliebenen den niederländischen Staat angeklagt. Das Urteil soll am 10. September veröffentlicht werden.

(Quelle: epd)
 



 

Deutschland fällt bei EU-Bildungsziel zurück

Sa.12.07.08 - Deutschland fällt beim EU-Ziel, den Anteil junger Menschen mit Abitur und abgeschlossener Berufsausbildung auf 85 Prozent zu steigern, immer weiter zurück.

Der Anteil junger Bundesbürger mit einem entsprechenden Bildungsabschluss sinkt nach neuesten Zahlen der Europäischen Kommission statt wie geplant zu steigen. Unter den 20- bis 24-Jährigen des Jahres 2007 konnten nach Angaben der Brüsseler Behörde vom Donnerstag bloß 72,5 Prozent das Abitur oder einen gleichwertigen Abschluss vorweisen - ein Minus von 2,2 Punkten verglichen mit dem Jahr 2000.

EU-Ziel ist, die Zahl junger Leute mit Abitur oder abgeschlossener Lehre auf 85 Prozent zu steigern. Die meisten Länder kommen dabei voran: EU-weit ist diese Gruppe unter den 20- bis 24-Jährigen laut Bildungsbericht der Kommission von 76,6 Prozent im Jahr 2000 auf zuletzt 78,1 Prozent gewachsen. In Tschechien, Polen, Slowenien und der Slowakei hatten 2007 mehr als 90 Prozent der jungen Menschen Abitur oder eine Berufsausbildung. Hinter Deutschland rangierten nur Luxemburg, Dänemark, Spanien, Malta und Portugal.

Von insgesamt fünf Bildungszielen werden die 27 EU-Staaten zusammengenommen nur die angestrebte Steigerung der Studienabschlüsse in mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Fächern erreichen. Bei den Zahlen zu Fortbildung, Schulabbrechern sowie Abitur und Lehre verbucht die EU stetige, aber zu geringe Fortschritte. Hingegen hat sich die Lesefähigkeit der 15-Jährigen sogar insgesamt verschlechtert. Auf diesem Gebiet ist Deutschland einer der wenigen Mitgliedstaaten, in dem sich die Lage bessert.

EU-Bildungskommissar Jan Figel betonte die Bedeutung der Bildung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Europa. «Neue Jobs erfordern höhere Fertigkeiten», sagte Figel bei der Vorstellung des fast 230 Seiten dicken Jahresberichts 2008 über die Bildungssysteme in der EU. Am besten stünden Finnland, Schweden, Dänemark, Irland, Slowenien und Großbritannien da. «Finnland könnte es schaffen, alle gesteckten Ziele zu erreichen»,ergänzte Kommissionsexperte Anders Hingel. «Alle anderen haben irgendwo mindestens eine Schwäche.»

Kommissar Figel warb zugleich für eine größere Mobilität junger Menschen in Europa. EU-Experten hatten empfohlen, bis 2020 sollte mindestens die Hälfte aller Europäer im Alter zwischen 16 und 29 Jahren die Möglichkeit zu einem Auslandsaufenthalt bekommen. Für Lehrlinge, Sekundarschüler, junge Künstler, Freiwillige und andere sollten Lernzeiten im Ausland eher Regel als Ausnahme sein. Figel lobte die Universität Luxemburg, die Auslandsaufenthalte zur Pflicht gemacht habe: «Wir brauchen mehr solcher Beispiele.»

(Quelle: dpa)
 



 

Linken-Chef  Lafontaine kandidiert für Bundestag und an der Saar

Sa.12.07.08 - Linken-Chef Oskar Lafontaine will im kommenden Jahr neben seiner angestrebten Spitzenkandidatur bei der saarländischen Landtagswahl auch für den Bundestag kandidieren. "Wenn die Saarländer mir einen Regierungsauftrag geben, werde ich ihn annehmen. Wenn nicht, werde ich meine Aufgaben auf Bundesebene weiterverfolgen", sagte Lafontaine im Saarländischen Rundfunk. Der heutige Bundesvorsitzende der Linken war als SPD-Politiker mehrere Jahre Ministerpräsident im Saarland. Nach der Landtagswahl strebt Lafontaine eine Zusammenarbeit mit der SPD an.

"Wenn es normal zugeht, muss man sich an den Inhalten orientieren und da gibt es viele Überschneidungen mit den Sozialdemokraten", sagte der frühere SPD-Chef. Insofern sei es klar, "dass es eine Zusammenarbeit mit der SPD geben müsste, wenn die Inhalte letzten Endes ausschlaggebend sind." Für ihn sei es "verwunderlich", warum die Saar-SPD sich so schwer damit tue, die früher einmal gemeinsam verantwortete Politik fortzusetzen.

SPD-Landeschef Heiko Maas stellte Lafontaine die Unterstützung der Linken in Aussicht, falls die SPD stärkste Partei werden sollte. Wenn die SPD stärker werde als die Linke, habe sie selbstverständlich das Recht, den Regierungschef zu stellen.

Einen baldigen Rückzug aus der Politik schloss Lafontaine aus. "Ich bin gesund und solange dies der Fall ist, werde ich noch mitmischen, sehr zum Ärger meiner politischen Konkurrenten", sagte der Linken-Chef.

(Quelle: afp)
 



 

CSU-Vize Wulff beansprucht zentrale Rolle im Bundestagswahlkampf

Sa.12.07.08 - CDU-Vize Christian Wulff beansprucht eine zentrale Rolle als Wirtschaftsexperte im Bundestagswahlkampf der Union. "Wir müssen uns jetzt für das Wahljahr 2009 personell, programmatisch und organisatorisch optimal aufstellen", sagte der niedersächsische Ministerpräsident der "Financial Times Deutschland". Die Zeit, die er durch die Aufgabe des CDU-Landesvorsitzes in Niedersachsen gewonnen habe, wolle er "für die Mitarbeit am Regierungsprogramm 2009 nutzen. Ich möchte mich dabei vor allem um Bürokratieabbau, Steuerpolitik und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen kümmern."

Angesichts der schwachen Umfragewerte für CDU und CSU um die 35-Prozent-Marke forderte Wulff mehr Reformwillen. "Man darf nicht sein Fähnchen nach dem Wind hängen", sagte er. Die Union müsse die Unterschiede zur SPD stärker betonen. Im Gegensatz zu den Sozialdemokraten stehe die CDU für Wettbewerb, Eigenverantwortung und Flexibilität. "CDU und CSU müssen angesichts der Schwäche der SPD deutlich machen, dass sie der Hort der Verlässlichkeit sind und zugleich mutig genug, notwendige Reformen anzugehen." Im Moment sei es so, dass beide Seiten in der großen Koalition "ein bisschen Federn lassen und die kleinen Parteien profitieren".

(Quelle: afp)
 



 

Stärkster Anstieg der Großhandelspreise seit 1982

Sa.12.07.08 - Mit 8,9 Prozent sind die Großhandelspreise in Deutschland im Juni so stark gestiegen wie seit 1982 nicht mehr. Damals lag der Anstieg bei 9,5 Prozent im Jahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Mai 2008 waren die Großhandelspreise 8,1 Prozent geklettert, im April um 6,9 Prozent betragen. Im Vergleich zum Mai 2008 stieg der Großhandelspreisindex im Juni 2008 um 0,9 Prozent.

Besonders stark verteuerten sich feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse. Der Anstieg lag im Juni bei 24,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Erze, Eisen, Stahl, Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug wurden um 12,3 Prozent teurer.

Getreide, Saaten und Futtermittel verteuerten sich nach den Angaben der Statistiker im Juni 2008 um 27,9 Prozent. Gegenüber Mai 2008 sanken sie allerdings saisonbedingt um 4 Prozent. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,5 Prozent teurer. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen lag das Preisniveau um 11,2 Prozent über dem des Vorjahres.

Billiger wurden im Großhandel Büromaschinen und Büroeinrichtungen. Sie kosteten 11,8 Prozent weniger als im Juni 2007.

(Quelle: ap)
 



 

Deutsche sehen Zukunft wegen steigender Preise immer düsterer

Sa.12.07.08 - Die auf breiter Front steigenden Preise lassen die Deutschen immer düsterer in die Zukunft blicken.

Inzwischen gingen 41 Prozent der Bürger davon aus, dass es ihnen in einem Jahr finanziell schlechter gehen werde, 42 Prozent erwarteten eine unveränderte Entwicklung, heißt es in dem am Freitag veröffentlichen ZDF-Politbarometer. Noch nie seit der Wiedervereinigung sei die persönliche wirtschaftliche Perspektive schlechter beurteilt worden. Der großen Koalition trauten immer weniger Bürger zu, für die Lösung der Probleme einen wichtigen Beitrag leisten zu können. Nur noch 35 Prozent erwarteten dies, im November seien es noch 49 Prozent gewesen. 58 (November 46) Prozent machten sich da keine großen Hoffnungen.

Das Thema Kosten, Preise und Löhne habe die Sorge vor der Arbeitslosigkeit als wichtigstes Thema abgelöst. 60 Prozent nennen die Preisentwicklung an erster Stelle, 34 Prozent die Angst vor einem Jobverlust. Fast jeder Bundesbürger (95 Prozent) bewerte die gestiegenen Energiepreise als ein sehr großes oder großes Problem. Für 84 Prozent aller Befragten sei es sogar eine Gefahr für unseren Wohlstand, teilte das ZDF mit.

Wegen der gestiegenen Spritpreise wollen 55 Prozent aller Autofahrer der Umfrage zufolge weniger fahren. 29 Prozent wollen benzinsparender fahren, 16 Prozent erwägen, auf ein kleineres Auto umzusteigen. Lediglich 21 Prozent gaben an, sie wollten an ihrem Verhalten nichts ändern.

(Quelle: rtr)
 



 

Spitzentreffen zum Mindestlohn ohne erkennbare Fortschritte

Sa.12.07.08 - Eine Einigung der großen Koalition über die geplante Ausweitung von Mindestlöhnen zieht sich weiter hin.

Ein Spitzentreffen am Donnerstagabend brachte nach Angaben des Arbeitsministeriums keinen Durchbruch. "Wir sind in der Schlussabstimmung der Gesetzentwürfe auf gutem Wege", sagte ein Sprecher von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag lediglich. "Es wird eine zügige Kabinettsbefassung angestrebt", fügte er hinzu. Der Termin sei aber noch offen.

An dem Treffen nahmen nach Informationen aus Koalitionskreisen neben Scholz auch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere teil. Die große Koalition hatte sich vor einem Jahr darauf verständigt, die Möglichkeiten für Mindestlöhne zu erweitern.

Im Juni waren die Gesetzentwürfe des Arbeitsministers unter Leitung des Kanzleramts bereits abgestimmt worden. Glos und die Unionsfraktion lehnen die Entwürfe zum Entsendegesetz und zum Mindestarbeitsbedingungengeetz von Scholz jedoch weiterhin ab. Sie kritisieren, dass durch die geplanten Regelungen gültige Tarifverträge hinfällig würden, wenn sie unterhalb eines Mindestlohns lägen. Außerdem will die Union, dass bei Mindestlohnverträgen von zwei konkurrierenden Gewerkschaften in einer Branche der niedrigere Lohn gilt und nicht der Vertrag der größeren Gewerkschaft, wie es der Arbeitsminister vorschlägt.

(Quelle: rtr)
 



 

IG Metall fordert Lohnerhöhung von mehr als 6,5 Prozent

Sa.12.07.08 - Wegen des starken Anstiegs der Lebensmittel- und Energiepreise will die IG Metall in der anstehenden Tarifrunde im Herbst ein Lohnplus von mehr als 6,5 Prozent fordern. "6,5 Prozent werden nicht reichen", sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO. Der Wirtschaft gehe es gut, jedoch würden Verbraucher durch steigende Mieten und Energiepreise immer stärker belastet. Deswegen werde die IG Metall bei den kommenden Tarifgesprächen mit ihren Lohnforderungen anziehen, sagte Huber.

Bei den vergangenen Tarifverhandlungen im Frühjahr 2007 hatte die IG Metall eingangs ein Plus von 6,5 Prozent gefordert. Am Ende hatte die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 400 Euro durchgesetzt. Der momentane Tarifvertrag zwischen IG Metall und Arbeitgebern läuft Ende Oktober aus. Anfang September will die Gewerkschaft die genaue Höhe ihrer Forderungen festlegen. In der Metallindustrie arbeiten 3,4 Millionen Beschäftigte

(Quelle: afp)
 



 

Bayern: Gewerkschafter kämpfen mit Mahnwache gegen Versammlungsgesetz

Sa.12.07.08 - Mit einer mehrtägigen Mahnwache wollen Gewerkschaftsvertreter in München gegen den Regierungsentwurf für ein neues bayerisches Versammlungsgesetz demonstrieren. Die Mahnwache sollte am Freitagabend am Maxmonument in Sichtweite des bayerischen Landtages aufgebaut werden, wie die bayerische Abteilung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ankündigte. Bis zur Abstimmung des Entwurfes im bayerischen Parlament wollen die Gewerkschafter dort gegen die Gesetzespläne protestieren. Nach Angaben des Landtages steht das Thema am kommenden Mittwoch (16. Juli) auf der Tagesordnung der Abgeordneten.

Verschiedene Oppositionspolitiker hätten bereits einen Besuch bei der Mahnwache zugesagt, teilte die Gewerkschaft mit. Am Montag (14. Juli) würden die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Margarete Bause und Sepp Dürr erwartet, am Dienstag (15. Juli) Vertreter der SPD-Fraktion.

Der Freistaat will das Versammlungsgesetz vor dem Hintergrund zahlreicher Neonazi-Aufmärsche in Bayern verschärfen. Nach Angaben der Staatskanzlei soll das ein wirkungsvolleres Vorgehen gegen extremistische und militant auftretende Versammlungen ermöglichen. Kritiker befürchten dagegen, dass das Gesetz zu einer allgemeinen Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit im Freistaat führt. Gewerkschaften fühlen sich durch die Änderung in ihrem Streikrecht beschnitten.

(Quelle: ddp)
 



 

Wissenschaft fordert mehr Geld für Spitzenforschung

Sa.12.07.08 - Die führenden deutschen Wissenschaftsorganisationen haben für eine mögliche zweite Runde der milliardenschweren Exzellenzinitiative ab 2011 deutlich mehr Geld gefordert. Die derzeit 1,9 Milliarden Euro zur Förderung von universitärer Spitzenforschung und Elite-Universitäten müssten dann um 20 bis 30 Prozent erhöht werden, verlangten Wissenschaftsrat und Forschungsgemeinschaft am Freitag in Berlin. Beide Institutionen empfahlen, die bis 2011 befristete Initiative fortzusetzen.

Sie wird zu drei Vierteln vom Bund getragen, den Rest zahlen die Länder. Ziel der 2005 gestarteten Initiative ist es, Spitzenforschung an deutschen Universitäten zu unterstützen und sie international wettbewerbsfähig zu machen. Insgesamt wurden in zwei Auswahlrunden 85 Projekte, darunter neun sogenannte Elite-Unis, als «exzellent» bezeichnet. Sie werden fünf Jahre mit 1,9 Milliarden Euro gefördert.

Vor Wissenschaftsrat und DFG, die den Wettbewerb durchführen, hatten sich bereits Bundesforschungsministerium und Hochschulrektorenkonferenz für eine Verlängerung ausgesprochen. Umstritten ist, um wie viel die Mittel aufgestockt werden. Auch stehen Bundesländer, die bislang weitgehend leer ausgingen, einer Verlängerung kritisch gegenüber.

In einem gemeinsamen Eckpunktepapier erklären Wissenschaftsrat und DFG, die bislang beschlossene fünfjährige Förderung reiche nicht aus, um die neu geschaffenen Strukturen «nachhaltig zu etablieren». Die Eckpunkte seien «Denkanstöße» für die bevorstehenden Verhandlungen von Bund und Ländern, erklärte DFG-Präsident Matthias Kleiner. Der Wettbewerb habe der Hochschullandschaft Rückenwind gegeben. Einige der geförderten Universitäten hätten die Chance, «in 10 bis 15 Jahren zur internationalen Spitze aufzuschließen». Die Struktur der Initiative mit ihren drei Säulen Graduiertenschulen, Forschungsverbünden und Elite-Universitäten solle nicht geändert werden.

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, warnte, die drei großen Aufgaben der Hochschulpolitik gegeneinander auszuspielen. Für den Kapazitätsausbau bei den Studienplätzen gebe es den Hochschulpakt. Für die Verbesserung der Qualität der Lehre habe der Wissenschaftsrat erst zu Beginn dieser Woche Vorschläge gemacht und über 1,1 Milliarden Euro gefordert. Zum dritten gehe es um die Stärkung der Forschung an den Unis - mit Hilfe der Exzellenzinitiative.

Die SPD lobte die Vorlage aus der Wissenschaft. Der forschungspolitische Sprecher Jörg Tauss erklärte, seine Fraktion unterstütze eine Fortsetzung nachdrücklich. Über das genaue «Wie» könne aber fundiert erst nach Vorlage des in vier Monaten erwarteten Evaluationsberichts zur Initiative diskutiert werden.

Kritik an der geforderten Verlängerung kam von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und den Linken. GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller erklärte: «Voraussetzung für die fortgesetzte Förderung der universitären Spitzenforschung mit weiteren Milliarden ist der Ausbau der Hochschulen in der Breite - wir brauchen keine Leuchttürme auf dem Studentenberg.»

Die Linken forderten ein Ende der Initiative. Die Exzellenzinitiative verstärke Ungleichheit und hänge viele Hochschulen in punkto Finanzmittel und gutes Personal ab.

Die Grünen erklärten, Voraussetzung für eine Weiterentwicklung seien eine umfassende kritische Evaluation und die Integration der Lehre in den Wettbewerb. Hier sprängen die Wissenschaftsorganisationen jedoch zu kurz. Spitzen-Uni könne nur werden, wer in Forschung und Lehre exzellent ist.

(Quelle: ap)
 
 
 
 

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