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Irak 1575 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Di.15.07.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor.
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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 15.07.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinhundertundelften Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Ex-Strafverfolger irrtümlich auf US-Terrorliste gelandet
Di.15.07.08 - Auf einer umstrittenen US-Terrorfahndungsliste ist irrtümlich auch
der Name des früheren obersten Strafverfolgers des Washingtoner
Justizministeriums, Jim Robinson, gelandet. Die
US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU)
forderte am Montag die Zerstörung der Liste, die bei der
Identifizierung von Personen helfen soll, die als Terroristen
verdächtigt werden.
Nach Schätzungen der ACLU werden bis Ende dieses Monats über
eine Millionen Einträge auf der Liste vorhanden sein, die
wahrscheinlich zu Befragungen oder Durchsuchungen von tausenden
unschuldigen US-Bürgern geführt hat. Ein Sprecher der Stelle,
die die Liste verwaltet, sprach dagegen von lediglich 400.000 Personen
in der Fahndungsdatei. Fast alle seien Ausländer. Die von der ACLU
genannte Zahl enthalte vermutlich auch Decknamen.
(Quelle: ap)
Drei Viertel der Schusswaffen weltweit in zivilen Händen -
UN-Studie stellt hohe Verlustquote fest - Verlorene oder gestohlene
Waffen gehen in Unterwelt oder an militante Gruppen
Di.15.07.08 - Drei Viertel der Schusswaffen weltweit befinden sich in zivilem Besitz,
nur ein Viertel in den Händen staatlicher Organisationen wie
Polizei und Streitkräfte. Das geht aus einer Studie für die
UN-Abrüstungskonferenz hervor, die am Montag in New York vom
Genfer Institut für Internationale und Entwicklungsstudien
vorgestellt wurde. Im privaten Besitz befinden sich demnach 650
Millionen der 875 Millionen im Umlauf befindlichen Schusswaffen.
Besorgnis erregend ist die Verlustquote, wie die Autoren feststellten:
650.000 Waffen aus zivilem Besitz seien gestohlen oder verloren
gemeldet worden - das sei jede tausendste private Schusswaffe. Viele
dieser verschwundenen Waffen gelangten in die Hände von
Kriminellen oder an militante Gruppen, ein großer Teil werde in
Länder geschleust, in denen es so gut wie keine Kontrolle gebe,
sagte Jürg Streuli, ein schweizerischer Diplomat bei der Genfer
UN-Abrüstungskonferenz.
Verlorene private Schusswaffen gelangten an Kriminelle, das
organisierte Verbrechen, bewaffnete Gruppen, Aufständische,
Teroristen und Staaten, gegen die ein Waffenembargo bestehe. Sie
würden auf einem Schwarzmarkt gehandelt. Sie könnten auch in
den Irak und nach Afghanistan gelangen.
(Quelle: ap)
Internationaler Strafgerichtshof: Haftbefehlsantrag gegen Sudans
Präsidenten Beschir wegen mutmaßlichen Völkermords
Di.15.07.08 - Der Antrag auf Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar
el Beschir wegen mutmaßlichen Völkermords ist auf ein
geteiltes Echo gestoßen. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel
sagte, dass es an der Zeit sei, "der Straflosigkeit, die die in Darfur
begangenen Verbrechen umgibt, ein Ende zu setzen". Die Afrikanische
Union forderte, nichts zu unternehmen, was den Friedensprozess im Sudan
gefährde. Khartum wies die Anschuldigungen gegen Beschir
unterdessen scharf zurück. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon
rief den Sudan auf, die Sicherheit der Blauhelmsoldaten und anderer
UN-Mitarbeiter zu gewährleisten.
"Ich habe den Richtern heute Beweise dafür vorgelegt, die belegen,
dass der sudanesische Präsident Omar Hassan Ahmed el Beschir
Völkermord-Verbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und
Kriegsverbrechen in Darfur verübt hat", sagte Chefankläger
Luis Moreno-Ocampo am Sitz des Internationalen Strafgerichtshofs
(IStGH). "Was in Darfur passiert ist, ist dem Wunsch Beschirs gefolgt",
erklärte er. Der sudanesische Präsident habe die Absicht,
"einen Schlusspunkt" unter die Geschichte der Ureinwohner von Darfur zu
setzen. Männer seien in Flüchtlingslagern von Beschirs
Kräften getötet und Frauen vergewaltigt worden.
Sollte das Gericht dem Antrag auf Haftbefehl stattgeben, wäre es
das erste Mal, dass das IStGH gegen einen amtierenden Staatschef
vorgeht. Die Richter können Moreno-Ocampos Gesuch aber auch
ablehnen oder weitere Fakten vom Chefankläger einfordern. Das
Prozedere kann sich über mehrere Monate hinziehen.
Die Vereinten Nationen würden ihren Einsatz "unparteiisch und
zuverlässig" forsetzen, erklärte Ban. Der französischen
Zeitung "Le Figaro" sagte der UN-Generalsekretär, dass ein
gerichtliches Vorgehen gegen Beschir sehr ernste Konsequenzen für
die Friedenssicherung in Darfur hätte. Der sudanesische
Präsident hatte der Stationierung von Blauhelmen in Darfur nur
widerwillig zugestimmt. Die Vereinten Nationen erhöhten bereits
die Sicherheitsstufe für ihre Mitarbeiter in Darfur und zogen
nicht dringend benötigte Mitarbeiter aus der Krisenregion ab.
Die Arabische Liga berief auf Antrag des Sudan eine
Dringlichkeitssitzung ein. Das Treffen der arabischen
Außenminister soll am Samstag am Sitz der Arabischen Liga in der
ägyptischen Hauptstadt Kairo stattfinden.
In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen
Reitermilizen und die sudanesischen Streitkräfte. Dabei kamen nach
Angaben internationaler Organisationen rund 200.000 Menschen ums Leben.
(Quelle: afp)
Sudan will sich gegen Haftbefehl gegen Al Baschir wehren
Di.15.07.08 - Der Sudan will beim UN-Sicherheitsrat eine strafrechtliche Verfolgung
von Präsident Omar al Baschir wegen der Gräueltaten in Darfur
verhindern. Khartum werde sich dafür einsetzen, dass das Gremium
den vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH)
beantraften Haftbefehl gegen Al Baschir stoppe, sagte der sudanesische
UN-Botschafter Abdalmahmood Abdalhaleem Mohamed am Montag der
Nachrichtenagentur AP in New York.
Al Baschir ziehe mehrere Optionen in Betracht, sagte Mohamed, darunter
auch eine nicht näher bezeichnete militärische Antwort.
Vermutlich im September werde der Präsident die UN-Vollversammlung
besuchen. Sollte der IStGH dem Antrag auf Haftbefehl gegen Al Baschir
stattgeben, werde jeder Versuch, den Staatschef festzunehmen, von der
sudanesischen Regierung als Kriegserklärung betrachtet, betonte
Mohamed.
(Quelle: ap)
Afghanistans Präsident Karsai wirft Pakistan Gewalt und
Anschläge vor
Di.15.07.08 - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat dem Nachbarland
Pakistan vorgeworfen, hinter Anschlägen und Gewalt in Afghanistan
zu stecken. "Die Gewalt, die Morde, die Zerstörungen in
Afghanistan werden von den pakistanischen Geheimdiensten verübt",
erklärte Karsai. "Wir wissen, wer unschuldige Menschen tötet.
Wir haben das der pakistanischen Regierung und der Welt gesagt und von
nun an wird dies jedes Mitglied der afghanischen Nation wiederholen",
heißt es in der Erklärung weiter. Als Konsequenz hat die
afghanische Regierung mehrere Treffen mit Pakistan abgesagt.
Karsai bezog sich unter anderem auf einen Selbstmordanschlag in der
südlichen Provinz Urusgan, bei dem am Sonntag 24 Afghanen um Leben
kamen, sowie auf das Attentat gegen die indische Botschaft in Kabul am
7. Juli. Dabei wurden nach amtlichen afghanischen Angaben mehr als 40
getötet, nach Angaben des indischen Botschafters sogar mehr als 60
Menschen, unter ihnen zwei indische Diplomaten. Der Anschlag auf die
indische Vertretung war der schlimmste in Kabul und einer der
schwerwiegendsten in ganz Afghanistan seit dem Sturz der Taliban Ende
2001.
Die afghanische Regierung beschloss am Montag, eine Reihe von
bilateralen und multilateralen Treffen mit Pakistan in Dubai, Islamabad
und Kabul abzusagen, die für Juli und August geplant waren.
Afghanistan sehe sich "gezwungen", derartige Gespräche solange zu
boykottieren, bis "eine Atmosphäre beiderseitigen Vertrauens"
wiederhergestellt sei, hieß es in einer Mitteilung des Kabinetts.
(Quelle: afp)
Südkorea beruft Botschafter aus Japan ab - Wegen Streits um
Inselgruppe
Di.15.07.08 - Wegen eines wieder aufgeflammten Gebietsstreits um eine Inselgruppe hat
Südkorea am Montag die Abberufung seines Botschafters aus Japan
angekündigt. Das Außenministerium in Seoul erklärte,
Japan habe seinen Anspruch auf die umstrittenen Inseln bekräftigt.
Sie befinden sich unter südkoreanischer Kontrolle in den
Gewässern zwischen beiden Ländern.
Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak äußerte
«tiefe Enttäuschung und Bedauern» darüber, dass
Japan in einem Lehrbuch für die Mittelschule erneut Anspruch auf
das Gebiet erhoben habe. Lee hat sich seit Beginn seiner Amtszeit im
Februar um eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zu Tokio
bemüht.
Die unbewohnte Inselgruppe, die in Südkorea Dokdo und in Japan
Takeshima genannt wird, wird von beiden Nachbarn beansprucht. Die Inseln
sind von reichen Fischgründen umgeben. Ein koreanisches
Unternehmen vermutet dort außerdem große Vorräte an
Methanhydrat, die den Gasbedarf Südkoreas 30 Jahre lang decken
könnten. Der Streit schwelt seit Jahrzehnten.
(Quelle: ap)
Japan: Tausende demonstrieren gegen atomgetriebenen
US-Flugzeugträger
Di.15.07.08 - Tausende Japaner haben gegen die permanente Stationierung eines
atomgetriebenen US-Flugzeugträgers in einem Hafen bei Tokio
demonstriert. Die rund 13.000 Demonstranten erklärten am Sonntag in
Yokosuka, ein Feuer auf der «USS George Washington» im Mai
habe gezeigt, dass das Schiff nicht sicher sei. Bei dem Zwischenfall
war nach Angaben der US-Marine ein Matrose leicht verletzt worden.
Für den Atomreaktor habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden.
Die «George Washington» sollte eigentlich im August den
Flugzeugträger «USS Kitty Hawk» ablösen, der
demnächst außer Dienst gestellt werden soll. Das verschiebt
sich wegen des Brandes. Die «George Washington» wird das
erste mit Atomkraft angetriebene US-Schiff sein, das in Japan
stationiert ist. Die 1961 in Dienst gestellte «Kitty Hawk»
ist der letzte konventionell angetriebene Flugzeugträger der USA.
(Quelle: ap)
Japanische Fischer streiken wegen hoher Kraftstoffpreise
Di.15.07.08 - In ganz Japan haben am Dienstag wegen der hohen Kraftstoffpreise die
Fischer gestreikt. Die landesweite Aktion war vermutlich der
größte Streik, den es bisher in Japan gegeben hat. Rund
200.000 Schiffe der größten Fischereien des Landes waren
betroffen.
Die Fischer erklärten, sie kämpften ums Überleben und
könnten die hohen Spritpreise ohne staatliche Hilfe nicht mehr
aufbringen. Nach Angaben ihres Verbandes hat sich der Preis für
ihre Kraftstoffe innerhalb der vergangenen drei Jahre verdreifacht.
(Quelle: ap)
Amnesty kritisiert staatliche Unterdrückung in China
Di.15.07.08 - Die Menschenrechtslage in China hat sich knapp vier Wochen vor
Eröffnung der Olympischen Sommerspiele nach Ansicht von Amnesty
International kaum verbessert. Männer und Frauen, die sich für
grundlegende Bürgerrechte einsetzen, seien verstärkt "zur
Zielscheibe staatlicher Unterdrückung" geworden, sagte die
Generalsekretärin von Amnesty-Deutschland, Barbara Lochbihler, am
Sonntag bei einer Kundgebung in Berlin.
"Nicht trotz, sondern gerade wegen der Olympischen Spiele" habe sich
die Menschenrechtslage für diese Menschen verschlechtert. Weltweit
protestierten Amnesty-Gruppen am 13. Juli gegen die Verletzung
grundlegender Bürgerrechte in China. Anlass war der Jahrestag der
Vergabe der Spiele nach Peking im Jahr 2001.
Lochbihler forderte die chinesische Führung auf, die Internet- und
Medienzensur zu beenden und all jene Inhaftierten freizulassen, die
lediglich wegen Meinungsäußerungen im Internet verhaftet
wurden. Menschenrechtsaktivisten dürften nicht mehr
unterdrückt werden. Zudem müsse die Regierung für faire
Gerichtsverfahren sorgen und die Todesstrafe abschaffen. Eine
entsprechende Petition mit 100.000 Unterschriften soll der chinesischen
Regierung zugehen.
(Quelle: epd)
Schwere Vorwürfe gegen mexikanische Armee
Di.15.07.08 - Mexikos Ombudsmann für Menschenrechte, José Luis Soberanes,
hat schwere Vorwürfe gegen die Armee seines Landes erhoben. Ein am
Freitag veröffentlichter Bericht wirft den Soldaten Morde, Folter,
willkürliche Festnahmen, Amtsmissbrauch und Diebstahl vor. 634
entsprechende Beschwerden von Bürgern hat die Nationale Kommission
für Menschenrechte zwischen Dezember 2006 und Mai 2008 erhalten.
Mexiko setzt seit 2006 die Armee zur Bekämpfung des
internationalen Drogenhandels ein. Derzeit sind dazu
schätzungsweise 30.000 Soldaten vor allem an der Nordgrenze des
Landes mit den USA im Einsatz. Menschenrechtsgruppen und Medien
kritisierten in der Vergangenheit mehrfach den Einsatz von für ihre
Aufgabe nicht ausgebildeten Soldaten.
Die Soldaten sind ihrerseits großen Bedrohungen durch die in
Mexiko agierenden Drogenbanden ausgesetzt. Seit Anfang des Jahres
starben in Mexiko mehr als 2000 Menschen im Zusammenhang mit dem
Drogenhandel. Etwa zwölf Prozent der Opfer sind laut
Medienberichten Angehörige der Sicherheitskräfte.
(Quelle: epd)
PKK-Sympathisanten halten laut Experten Entführung für falsch
Di.15.07.08 - Die Entführung von drei Deutschen in der Türkei wird nach
Einschätzung eines Kurdenvertreters von der Mehrheit der PKK-
Sympathisanten in Deutschland abgelehnt. Die meisten Anhänger
seien dieser Meinung, sagte Metin Incesu vom Bonner Zentrum für
Kurdische Studien. Er glaube, dass die Entführung bald enden
werde. Zugleich beklagte Incesu, dass die Kurden in der deutschen
Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen würden. Das
Auswärtige Amt bemüht sich inzwischen weiter mit Hochdruck um
eine Lösung des Geiseldramas.
(Quelle: dpa)
Grundgesetzänderung für Jobcenter - Langzeitarbeitslose
sollen auch künftig eine Betreuung aus einer Hand erhalten
Di.15.07.08 - Bund und Länder wollen das Grundgesetz ändern, um das jetzige
Modell zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen zu retten. Darauf
einigten sich die Sozialminister am Montag bei einer Sonderkonferenz in
Berlin. Damit bleibe es bei der «Hilfe aus einer Hand»
für Hartz-IV-Empfänger, sagte Hamburgs Sozialsenator Dietrich
Wersich (CDU). Bundesminister Olaf Scholz (SPD) sprach von einem
«großen Durchbruch».
Zuvor hatten Bund und Länder monatelang gestritten. Hintergrund
ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass das jetzige
Modell zur Verwaltung der Jobcenter gegen das Grundgesetz
verstoße. Statt die Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) von
Bundesagentur für Arbeit und Kommunen auseinander zu dividieren,
soll nun die Verfassung angepasst werden. «Die Trennung der
Aufgaben ist vom Tisch», sagte Wersich.
Im Sinne der Bürgerfreundlichkeit sei nur die Mischverwaltung
sinnvoll, sagte die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu
Dreyer (SPD). «Das ist die günstigste Konstruktion für
den Bürger.» Die Länderminister stimmten mit 16 zu null
Stimmen für den Kompromiss. Nun sind in Bundestag und Bundesrat
Zwei-Drittel-Mehrheiten nötig. Scholz sagte, das
Gesetzgebungsverfahren solle bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
Der Bundesminister hatte eine Verfassungsänderung bisher
abgelehnt. Nun zeigte er sich aber zufrieden. «Ich bin sehr
begeistert», sagte er. Er sei nur deswegen dagegen gewesen, weil
er befürchtet habe, dass auf eine Verfassungsänderung
Sonderwünsche draufgesattelt würden. Nun hätten aber
alle Länder bestätigt, dass sie nur den Status Quo erhalten
wollten. Damit soll auch das Optionsmodell erhalten bleiben, wonach
einige Kommunen die Betreuung der Arbeitslosen alleine in die Hand
nehmen.
In den ARGEn soll die Zusammenarbeit der Partner verbessert werden, wie
der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU)
betonte. Sie sei bisher nicht besonders erfolgreich. Künftig
sollten sich die Kompetenzen von Bundesagentur und kommunaler
Sozialverwaltung besser ergänzen. Noch am Wochenende hatte BA-Chef
Frank-Jürgen Weise beklagt, die Zusammenarbeit sei eine
Katastrophe.
Die Minister wollen den Beschluss auch als Signal an die
Beschäftigten in den Jobcentern verstanden wissen. Denn wegen der
Rechtsunsicherheit nach dem Urteil Ende letzten Jahres seien bereits
gute Kräfte abgewandert, hieß es. Scholz sagte, er werde in
Verhandlungen mit den Haushaltspolitikern versuchen, für die
11.000 bislang befristeten Beschäftigungsverhältnisse
«Verbesserungen» zu erzielen.
Insgesamt gibt es rund 5,4 Millionen Hartz-IV-Empfänger.
(Quelle: ap)
DGB kritisiert Entscheidung zur Rettung der Jobcenter
Di.15.07.08 - Der DGB hat die Entscheidung der Arbeitsminister von Bund und
Ländern kritisiert, zur Rettung des Jobcenter-Modells zur
Betreuung von Langzeitarbeitslosen das Grundgesetz zu ändern.
«Wir erwarten, dass nicht unsere bewährte Verfassung an die
schlechte Praxis angepasst wird, sondern umgekehrt», sagte
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der «Passauer Neuen
Presse».
Es sei ein Armutszeugnis, dass statt einer sinnvollen Hartz-IV-Reform
der faule Kompromiss zu den Arbeitsgemeinschaften und Optionskommunen
«mit all dem bürokratischen Chaos in Beton gegossen und
dafür auch noch das Grundgesetz geändert werden soll».
Die zentrale Herausforderung, die Unterstützung und Betreuung
Langzeitarbeitsloser möglichst unbürokratisch und effektiv
aus einer Hand zu organisieren, würde «um Lichtjahre
hinausgeschoben».
(Quelle: ap)
Merkel über Sozialtarife gestolpert
Di.15.07.08 - Ein Fehler von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview zu
Energiekosten von Hartz-IV-Empfängern hat für Aufsehen
gesorgt. Regierungssprecher Thomas Steg räumte am Montag in Berlin
ein, die Kanzlerin habe nicht präzise die Kosten herausgestellt,
die Bezieher von Arbeitslosengeld II selbst zahlen müssen.
Erwerbslose erklärten, sie wollten die Kanzlerin beim Wort nehmen.
Merkel hatte am Wochenende in «Bild am Sonntag»
erklärt: «Im Arbeitslosengeld II haben wir die sogenannte
Erstattung der Kosten der Unterkunft, wonach alle Heizkosten und
Stromrechnungen voll ersetzt werden.» Das stimmt für die
Stromkosten aber nicht. Steg sagte, Strom und Warmwasser müssten
mit dem Regelsatz von 351 Euro monatlich bezahlt werden. Miete und
Heizung würden dagegen zusätzlich übernommen.
Das «Erwerbslosen Forum Deutschland» erklärte, es
wolle allen Hartz-IV-Empfängern einen Antrag auf volle
Übernahme der Stromkosten zuschicken. Die bisherige Praxis, bei
der für Strom und Warmwasser gerade mal 21,87 Euro für einen
Alleinstehenden zur Verfügung stünden, scheine nach dem
Interview endlich aufgehoben zu sein. Bei diesem großzügigen
Angebot sei ein Sozialtarif für Strom in der Tat
überflüssig.
Regierungssprecher Steg erklärte, bei den Aussagen der Kanzlerin
habe sich «in der Interpretation eine gewisse Unschärfe
eingeschlichen». Künftig werde hinreichend differenziert,
sagte er.
(Quelle: ap)
RWE erhöht Gaspreis um bis zu 27 Prozent
Di.15.07.08 - Nach E.ON und Dutzenden weiterer Versorger erhöht auch der Essener
Energiekonzern RWE kräftig seine Gaspreise.
Zum 1. September und 1. Oktober würden die Tarife für rund
600.000 Kunden des Konzerns um bis zu 27 Prozent erhöht, sagte ein
Sprecher der Vertriebstochter RWE Energy am Montag. Für einen
Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000
Kilowattstunden bedeute dies inklusive Mehrwertsteuer monatliche
Mehrkosten von 26 bis 29 Euro. Grund für die Erhöhung seien
die drastisch gestiegenen Beschaffungspreise.
E.ON hatte bereits vor wenigen Wochen Preiserhöhungen von 15
Prozent zum 1. August angekündigt. Der Oldenburger Versorger EWE
hatte im April seine Tarife um durchschnittlich zwölf Prozent
angezogen. Nach einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox.de drehen
knapp 100 Versorger an der Preisschraube. Die durchschnittliche
Erhöhung liege bei 13 Prozent.
RWE verweist wie die Konkurrenten auf den gestiegenen Ölpreis, an
den die Gaspreise mit einer Verzögerung von einem halben Jahr
gekoppelt sind. Leichtes Heizöl sei derzeit rund 60 Prozent teurer
als noch vor einem Jahr. Die Erhöhungen bei RWE variieren je nach
Regionalgesellschaft. Während die 400.000 Kunden von RWE
Westfalen-Weser 27 Prozent mehr bezahlen müssen, sind es bei der
kleineren Tochter Süwag 22 Prozent. Um die Kunden bei der Stange
zu halten, will RWE in den kommenden Monaten Festpreisprodukte
anbieten. Dabei können sich die Kunden gegen einen Aufpreis
für drei Jahre gegen weitere Kostensprünge absichern. Ein
ähnliches Produkt hat RWE bereits beim Strom eingeführt.
(Quelle: rtr)
Der Butterpreis ist um 15 Prozent gestiegen
Di.15.07.08 - Für ein halbes Pfund Butter haben die Bundesbürger Anfang
Juli rund 15 Prozent mehr bezahlen müssen als in der Woche davor.
Das ergaben Berechnungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle
für Agrarprodukte (ZMP), die der Deutschen Presse- Agentur dpa
vorliegen.
Mehrere Discounter hatten den Butterpreis von 75 auf 85 Cent
erhöht. Im Vorjahresvergleich lag der Preis um knapp sieben Prozent
höher. Die Butter ist derzeit jedoch nicht teurer als Mitte der
1950er Jahre. Ende Juni 2008 war der Preis nach ZMP-Angaben mit 73 Cent
auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 50 Jahren. Am teuersten war
Butter bisher 1983 mit umgerechnet 1,32 Euro.
Mehrere Handelsketten hatten die Verbraucherpreise für Trinkmilch
im Juni um sieben Cent pro Liter erhöht. Dagegen setzten sich
Preiserhöhungen bei Butter im Lebensmitteleinzelhandel
zunächst nicht durch. Einzelne Konzerne zogen einen höheren
Butterpreis nach kurzer Zeit wieder zurück. Das größte
deutsche Molkereiunternehmen Nordmilch hatte Ende Juni auf
Großhandelsniveau um bis zu 18 Prozent höhere Preise für
Käse durchgesetzt.
(Quelle: dpa)
Finanzminister Steinbrück will höhere Einkommen stärker
belasten
Di.15.07.08 - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat eine stärkere
Belastung höherer Einkommen angekündigt. Damit sollen die
Steuerausfälle ausgeglichen werden, die ab 2010 erwartet werden,
wenn die Krankenkassenbeiträge - wie vom Bundesverfassungsgericht
gefordert - stärker als bisher von der Steuer abgesetzt werden
können.
Steinbrück bekräftigte in der «Bild»-Zeitung
(Montagausgabe): «Es darf nicht nur bei den Besserverdienenden zu
Entlastungen kommen, sondern es müssen auch die unteren
Einkommensgruppen etwas davon haben.» Für den Bund bedeute
dies allerdings bis zu sechs Milliarden Euro Steuerausfälle.
«Das werden wir zum Teil durch neue Einnahmen bei den oberen
Einkommen wieder hereinholen», sagte der SPD-Politiker.
Das Bundesverfassungsgericht hatte Mitte März entschieden, dass
notwendige Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zum
Existenzminimum gehören und deshalb in höherem Maße als
bisher von der Steuer absetzbar sein müssen. Der bisher geltende
Freibetrag von 2.400 Euro jährlich für Selbstständige
wurde für verfassungswidrig erklärt.
Das Urteil betraf einen Privatversicherten. Schon damals war aber
spekuliert worden, dass auch der Freibetrag für Arbeitnehmer von
1.500 Euro angehoben werden muss. Steinbrück hatte in der Folge
wiederholt versichert, dass das Verfassungsgerichtsurteil so umgesetzt
werde, dass es zu einer spürbaren Entlastung für viele
Bürger komme. Profitieren sollten vor allem die unteren und
mittleren Einkommensgruppen, sagte er.
(Quelle: ap)
Geißler nennt Kapitalismus 'so falsch wie Kommunismus'
Di.15.07.08 - Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat sich
gegen einen «ungezügelten Kapitalismus» als Gefahr
für die Gesellschaft gewandt. Im Interview des Onlineportals
sueddeutsche.de sagte der 78-Jährige: «Der Kapitalismus ist
genauso falsch wie der Kommunismus». Geißler ist inzwischen
Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac.
Als CDU-Generalsekretär zwischen 1977 und 1989 hatte er auch die
Wahlkampfparole «Freiheit statt Sozialismus» vertreten.
Stattdessen forderte er jetzt in dem Interview «Solidarität
statt Kapitalismus». Letzterer sei nicht die Wirtschaftsform des
Grundgesetzes und auch nicht der CDU. Geißler nannte es einen
«Denkfehler», Nationalsozialismus und Kommunismus
gleichzusetzen. Der Sozialismus habe eigentlich ein humanes Ideal
gehabt, aber die völlig falschen Methoden angewandt, wird er
zitiert. «Rein gedanklich kann ich mir einen humanen Sozialismus
vorstellen, auch wenn er bislang niemals zustande kam», sagte
Geißler.
Den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck forderte er der Meldung zufolge, die
Abgrenzung zur Linkspartei zu beenden. Die SPD könne «auf
jeden Fall» mit der Linken zusammenarbeiten, sagte Geißler.
Man könne keine Wahl mehr gewinnen, indem «man eine rote
Gefahr beschwört, wenn SPD und Linke koalieren».
Schließlich sei der Kommunismus heute ein Witz.
(Quelle: ap)
Linke hat Unterschriften für Wahlzulassung in Bayern zusammen
Di.15.07.08 - Die Partei Die Linke hat nach eigenen Angaben die nötigen
Unterstützerunterschriften für das Antreten bei der
bayerischen Landtagswahl zusammen. In allen sieben Regierungsbezirken
hätten weit mehr als die vorgeschriebenen 831 bis 2000
Unterschriften gesammelt werden können, sagte
Linke-Landesgeschäftsführer Niels Holger Schmidt am Montag
der Nachrichtenagentur ddp. Insgesamt sind zur Wahlzulassung in Bayern
mindestens 8146 Unterschriften notwendig.
Als letzter Bezirk werde am Dienstag in Mittelfranken die Liste zur
Prüfung eingereicht. Schmidt sagte: «Ich rechne fest damit,
dass die Behörden uns zur Wahl zulassen. Ich habe keinen Anlass,
anderes zu vermuten.» In allen Bezirken sei «mit
Sicherheitsreserve gesammelt» worden, da bei der Prüfung
erfahrungsgemäß bis zu 20 Prozent der Unterschriften
für ungültig erklärt würden. Die endgültige
Entscheidung zur Wahlzulassung fällen die Wahlausschüsse in
den Bezirken Anfang August.
Linke-Landesparteichef Harald Weinberg sagte, die Sammlung der
Unterschriften habe seine Partei motiviert: «Unsere Erfahrungen
auf den Straßen und Plätzen zeigen: Die Bayern wollen den
politischen Wandel. Den gibt es nur, wenn Die Linke in
Fraktionsstärke in den Landtag einzieht.» Er erneuerte seine
Kritik am bayerischen Wahlrecht, das eine Unterschriftensammlung nach
Bezirken unterteilt nötig gemacht habe. Doch das werde die Linke
nicht aufhalten: «Wir sind da. Wir sind wählbar. Wir wollen
Bayern verändern.»
In Umfragen werden der Linken durchaus Chancen auf einen Einzug ins
Maximilianeum eingeräumt. Zuletzt wurden der aus der PDS
hervorgegangenen Partei fünf Prozent der Wählerstimmen
prognostiziert. Die Landtagswahl in Bayern findet am 28. September
statt.
Die Linke hat derzeit rund 2800 Parteimitglieder im Freistaat.
Landesgeschäftsführer Schmidt sagte, die Entwicklung sei hier
sehr positiv: «Wir wachsen enorm, jeden Tag kommen neue
Mitglieder hinzu.» Vor einem Jahr lag die Zahl noch bei 1800.
Allerdings sei die Linke natürlich noch nicht flächendeckend
in Bayern mit Parteigliederungen vertreten. Immerhin gebe es inzwischen
Verbände in allen sieben Bezirken. Am stärksten sei der
Kreisverband München. Hier seien auch mehr als 3000
Unterstützerunterschriften gesammelt worden. Schwächer sei
die Situation auf dem Land. «Unsere Struktur ist da noch sehr
unterschiedlich», sagte Schmidt.
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Leopoldina zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt
Di.15.07.08 - Die Leopoldina in Halle (Sachsen-Anhalt) wurde am Sonntag feierlich zur
Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt. Die Tradition der
naturwissenschaftlich-medizinischen Leopoldina reicht mehr als 350 Jahre
zurück. Ihr gehören derzeit rund 1300 Wissenschaftler
weltweit an, darunter mehrere Nobelpreisträger.
Die Wissenschaftler sollen künftig eng mit der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen
Akademie für Technikwissenschaften zusammenarbeiten. Die
Hauptaufgabe der Nationalakademie wird die Politikberatung sein sowie
die Repräsentanz der deutschen Wissenschaft im Ausland.
(Quelle: afp)
Psychische Störungen sind Hauptanlass für Klinikaufenthalte
Di.15.07.08 - Psychische Erkrankungen sind einer Studie zufolge in Deutschland
inzwischen der Hauptanlass für Krankenhausaufenthalte. Unter der
Hauptdiagnose psychische Störung verbrachten 2007 erstmals
Männer und Frauen im Schnitt mehr Tage im Krankenhaus als wegen
Kreislauferkrankungen, wie der "Report akut-stationäre Versorgung
2008" der Gmünder Ersatzkasse (GEK) ergab. Während die Zahl
der Behandlungstage wegen psychischer Erkrankungen demnach seit 1990 um
37 Prozent auf 241 Tage pro tausend Versicherte anstieg, sank im selben
Zeitraum die Zahl der Behandlungstage wegen Kreislauferkrankungen um 41
Prozent auf 224.
Krankenhausaufenthalte werden dabei generell immer kürzer.
Dauerten sie Anfang der 1990er Jahre noch durchschnittlich gut 13 Tage,
waren es 2006 8,9 und im vergangenen Jahr noch 8,8 Tage. Zugleich kamen
aber mehr Menschen ins Krankenhaus, und zwar im Schnitt 179 von tausend
Versicherten - vier mehr als im Vorjahr. So verbringt ein
durchschnittlicher Versicherter gut anderthalb Tage pro Jahr im
Krankenhaus - 1990 waren es laut GEK-Report noch 2,15 Tage.
Bei ihrem Schwerpunktthema "Kinder im Krankenhaus" zeichnet die Studie
ein gemischtes Bild: Die Versorgung von Kindern in deutschen
Krankenhäusern sei qualitativ gut - allerdings lasse die
Information und Einbindung der kleinen Patienten und ihrer Eltern zu
wünschen übrig. So zeigten sich 34 Prozent der Eltern
völlig unzufrieden, da mit ihnen nicht angemessen und
verständlich über Therapieoptionen, Vor- und Nachteile von
Behandlungen oder individuelle Präferenzen gesprochen worden sei.
43 Prozent kritisierten eine fehlende Einbindung ihrer Kinder.
Vor allem wegen Verletzungen, Magen-Darm-Infektion oder chronischer
Mandelentzündung kommen Kinder im Alter bis 14 Jahren laut
GEK-Daten ins Krankenhaus. Von Verletzungen sind Jungen deutlich
häufiger betroffen als Mädchen. Wegen Magen-Darm-Infekten
werden insbesondere Kleinkinder im Alter bis vier Jahren im Krankenhaus
behandelt. Insgesamt hat sich hier die Zahl der Behandlungsfälle
seit 1990 versechsfacht, weshalb die Studie von einer "erheblichen
Überversorgung" ausgeht.
Für den "Report akut-stationäre Versorgung" hat das Institut
für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung
Hannover im Auftrag der GEK deren gesundheitsbezogene Versichertendaten
und für die ergänzende Elternbefragung knapp 1500
Fragebögen ausgewertet.
(Quelle: afp)
US-Forscher entwickeln 'Gen-Wiki'
Di.15.07.08 - Ein interaktives Online-Nachschlagewerk für Informationen
über Genome wollen US-amerikanische Forscher jetzt entwickeln. Das
"Gene Wiki" ist in die kostenlose Online-Enzyklopädie Wikipedia
eingebettet und soll dazu beitragen, die Entschlüsselung der
Gensequenzen voranzutreiben. Laut dem Magazin "IT News Australia" haben
die Forscher um Andrew Su zunächst ein Computer-Programm
geschrieben, das die bereits verfügbaren Informationen über
Gensequenzen aus vorhandenen Datenbanken liest. Im nächsten Schritt
formatiert die Software diese Daten und lädt sie als Artikel in
das "Gene Wiki". Die auf diese Weise entstehenden Artikel sind
allerdings in aller Regel noch nicht besonders aussagekräftig und
bedürfen einer Überarbeitung durch andere Wikipedia-Nutzer
und Gen-Experten.
Ziel der Forscher ist es, auf diesem Wege ein Netzwerk von Artikeln zu
schaffen, das die Funktionsweise und die Beziehungen der menschlichen
Gene untereinander umfassend darstellt. Su, der am Genomics Institute
der Novartis Research Foundation tätig ist, hält Wikipedia
aufgrund der komplexen Struktur und der Möglichkeiten der
Vernetzungen von Texten für das richtige Medium, um das ehrgeizige
Projekt voranzutreiben. Der Experte geht davon aus, dass die Gen-Artikel
kaum von Vandalismus bedroht sind, wie es bei anderen
Wikipedia-Inhalten der Fall ist. Weil bei dem offenen Nachschlagewerk
jeder Nutzer Texte ändern und erweitern kann, besteht immer die
Möglichkeit, dass jemand bewusst falsche Informationen
veröffentlicht. Da das "Gene Wiki" verglichen mit anderen Artikeln
einen kleinen Leserkreis anspricht, lohnen sich die Texte vermutlich
eher weniger als Ziele für Vandalismus.
(Quelle: gp)