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Irak 1585 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Türkische Luftwaffe greift PKK-Stellungen im Nordirak an. Tote bei Selbstmordanschlag Baku. EU vertagt gezielte Hilfe für Irak-Flüchtlinge

Fr.25.07.08 - Die türkische Luftwaffe hat in der Nacht zum Donnerstag Stellungen von PKK-Rebellen im Nordirak angegriffen. Wie der Generalstab der Armee auf seiner Internetseite mitteilte, wurden 13 Verstecke der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Zap-Region nahe der türkischen Grenze "bei intensiven Bombardierungen erfolgreich getroffen". Dabei sei "jegliche zivile Einrichtung geschont" worden. Opferzahlen nannte die Armee nicht. Sie kündigte lediglich an, dass die "Verluste der Terroristen derzeit ermittelt" würden.

"Die Anti-Terror-Operationen werden mit Entschiedenheit im In- und Ausland fortgeführt", hieß es in der Erklärung weiter. Seit Mitte Dezember griff die türkische Luftwaffe bereits etwa 20 Mal mutmaßliche PKK-Stützpunkte im nordirakischen Berggebiet an. Bei einer einwöchigen Bodenoffensive im Nordirak im Februar wurden nach Armeeangaben mindestens 240 PKK-Kämpfer getötet sowie dutzende Unterschlupfe, Trainingslager und Munitionsdepots zerstört. Das türkische Parlament hat der Armee für einen Zeitraum von einem Jahr die Genehmigung für grenzübergreifende Attacken gegen die in der Türkei verbotene PKK erteilt. Die Frist endet im Oktober. Ankara vermutet mehr als 2000 PKK-Rebellen im Nachbarland und wirft der autonomen Kurdenregierung im Nordirak vor, nicht entschieden genug gegen die "Terroristen" vorzugehen.

Im Kampf zwischen den für Unabhängigkeit beziehungsweise mehr Autonomie kämpfenden Kurdenrebellen und der Armee wurden seit 1984 mehr als 37.000 Menschen getötet. Die PKK wird von der Europäischen Union, den USA und der Türkei als terroristische Organisation eingestuft.

Eine Selbstmordattentäterin hat bei einem Anschlag in der irakischen Stadt Bakuba mindestens acht Menschen mit in den Tod gerissen. Weitere 24 wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die Frau sprengte sich den Angaben zufolge am Donnerstagabend an einem Kontrollpunkt eines örtlichen «Erweckungsrats» in die Luft. Bei dem Erweckungsrat handelt es sich um Sunniten, die sich zum Widerstand gegen die Terrororganisation Al Kaida im Irak zusammengeschlossen haben.

Europa verschiebt eine gezielte Aufnahme besonders gefährdeter Flüchtlinge aus dem Irak. Trotz dringender Appelle von Kirchen, Amnesty International und anderen Menschenrechtlern ließen die EU-Innenminister in Brüssel einen solchen Plan vorläufig fallen. Vor allem Deutschlands Innenminister Wolfgang Schäuble hatte darauf gedrungen, die Entscheidung über konkrete Schritte auf September zu vertagen. Statt eine sichere Heimat in Europa zu finden, sollen geflüchtete Iraker in das Krisengebiet heimkehren.

boa (Quelle: ap, afp, dpa)

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 25.07.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendeinhundertundeinundzwanzigtsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Mi.25.07.07 - Mindestens 20 Tote bei Anschlag auf Schiiten im Südirak... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707250.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 



 

US-Drogenbekämpfer: Afghanistans Präsident Karsai schützt Rauschgift-Barone

Fr.25.07.08 - Ein früherer Drogenbekämpfer in der US-Botschaft in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai beschuldigt, den Kampf gegen das Rauschgift zu behindern.

Karsais Regierung sei tief in den Schutz der Drogen-Barone verwickelt, schrieb Thomas Schweich in einem im Internet veröffentlichten Beitrag für die Sonntagsbeilage der "New York Times". Wie auch die Taliban verdienten viele Anhänger des Präsidenten am Rauschgifthandel. Schweich, der im Juni aus dem Drogendezernat des Außenministeriums ausgeschieden war, schrieb weiter, der Einfluss der Rauschgift-Barone reiche bis in die Spitzen der Regierung. Drogenhändler hätten Hunderte Polizeiführer, Richter und andere Beamte geschmiert.

Schweich kritisierte, das US-Verteidigungsministerium unternehme zu wenig gegen den Anbau von Drogen. Solange sich die Taliban durch den Rauschgifthandel finanzierten und die Regierung sich zum Zweck des Machterhalts auf Opium stütze, werde der Krieg andauern. Seit 2006 sei der Mohnanbau rapide angewachsen, aus Afghanistan stammten 90 Prozent des weltweit angebotenen Heroins.

(Quelle: rtr)
 



 

Südafrikanerin wird neue UN-Menschenrechtskommissarin

Fr.25.07.08 - Die südafrikanische Richterin Navanethem Pillay wird neue Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen in Genf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nominierte die 67-Jährige am Donnerstag zur Nachfolgerin der Kanadierin Louise Arbour, die Ende Juni von ihrem Posten zurücktrat. Notwendig ist nun noch die Zustimmung der UN-Vollversammlung, was jedoch als Formsache gilt und nach UN-Angaben am kommenden Montag über die Bühne gehen dürfte. Pillay ist seit 2003 Richterin in der Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Zuvor war sie seit 1995 Richterin beim Internationalen Tribunal für Ruanda, von 1999 an als Präsidentin dieses Strafgerichts.

(Quelle: ap)
 



 

Zahl der Hinrichtungen 2007 gestiegen

Fr.25.07.08 - Die Zahl der Hinrichtungen weltweit ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. In 26 Staaten wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hands Off Cain (Hände weg von Kain) 5.851 Todesurteile vollstreckt. 2006 seien es 5.635 und im Jahr davor 5.494 gewesen. Nach dem am Donnerstag in Rom vorgestellten Jahresbericht wurden in China die meisten Menschen hingerichtet, rund 5.000. Starke Zunahmen habe es im Iran, Saudi-Arabien und Pakistan gegeben.

Die Organisation gegen die Todesstrafe erwartet in China einen Rückgang der Hinrichtungen. Sie begründet das mit Berichten von Richtern, Forschern und Menschenrechtsgruppen, nach denen die Zahl der Verurteilungen zur Höchststrafe im vergangenen Jahr um 30 Prozent zurückgegangen sei. Das chinesische Oberste Gericht hat mitgeteilt, es habe 15 Prozent der Todesurteile verworfen, die im ersten Halbjahr 2008 ausgesprochen wurde.

Im Iran wurden 2007 mindestens 355 und in Saudi-Arabien 166 Todesurteile vollstreckt. 2006 waren es 215 beziehungsweise 39. Hands Off Cain warf beiden Staaten vor, auch Minderjährige hingerichtet und damit gegen die UN-Konvention über Kinderrechte verstoßen zu haben.

In den USA wurden 42 Menschen hingerichtet, elf weniger als 2006. Die niedrigste Zahl seit 13 Jahren wurde auf eine juristische Debatte über die Rechtmäßigkeit von Hinrichtungen mit einer Giftspritze zurückgeführt.

Die Zahl der Staaten mit Todesstrafe ging im vergangenen Jahr auf 49 zurück - 2006 waren es noch 51 und davor 54 gewesen. In 26 Staaten wurden 2007 Verurteilte hingerichtet - 2006 praktizierten noch 28 Staaten die Todesstrafe.

(Quelle: ap)
 



 

Lebenslange Haft für ehemaligen Heereskommandeur in Argentinien

Fr.25.07.08 - Wegen Verbrechen während der Militärdiktatur in Argentinien ist am Donnerstag ein ehemaliger Militärbefehlshaber zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der 81-jährige frühere Kommandeur des 3. Heereskorps in Cordoba, Luciano Benjamin Menendez, stand bereits wegen anderer Verurteilungen im Zusammenhang mit dem sogenannten schmutzigen Krieg während der Militärherrschaft von 1976 bis 1983 unter Hausarrest. Das Gericht in Cordoba ordnete nach der neuen Verurteilung wegen Folter und der Tötung von vier Aktivisten die Überstellung in ein Gefängnis an.

(Quelle: ap)
 



 

Deutsch-französischer Dissens bei WTO-Gesprächen in Genf

Fr.25.07.08 - Die aktuellen Minister-Gespräche im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) über ein Abkommen zum weltweiten Abbau von Handelsschranken sind nach drei Tagen am Scheideweg angelangt.

"Es steht auf der Kippe", erfuhr Reuters am Donnerstag aus deutschen Delegationskreisen in Genf, wo die Verhandlungen laufen. Strittig war aber nicht nur zwischen Industrie-, Schwellen und Entwicklungsländern, wer nun mit weiteren Zugeständnissen den Weg für einen Erfolg ebnen sollte. Auch zwischen Deutschland und Frankreich brachen nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen Differenzen auf.

"Man hat den Eindruck dass Frankreich den positiven Abschluss nicht will", sagte ein hochrangiges Mitglied der deutschen Delegation in Genf, das namentlich nicht genannt werden wollte. Es verwies auf Äußerungen von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, nach denen sich der Verdacht aufdränge, "dass man es dort als einen Erfolg betrachtet, wenn es kein Ergebnis gibt". "Es gibt unterschiedliche Sichtweisen zwischen Deutschland und Frankreich", formulierte das Delegationsmitglied und unterstrich: "Deutschland kämpft weiter für einen Erfolg."

Sarkozy hatte zuvor in Frankreich erklärt, das, was in Genf auf dem Tisch liege, werde er nicht unterzeichnen, sofern es nicht geändert werde. Frankreich ist unzufrieden mit dem Ausmaß, in dem die EU Importschranken für Agrargüter abbauen soll. In den Verhandlungen in Genf geht es im Kern darum, in welchem Maße die Industrieländer einerseits ihre Subventionen für ihre Agrargüter zurückführen und als Gegenleistung vor allem die Schwellenländer andererseits ihre Märkte für Industriegüter und Dienstleistungen öffnen. Bis Donnerstag war es noch nicht gelungen, in dieser Frage zu einem Durchbruch zu kommen.

Die aktuelle Verhandlungsrunde war 2001 in Doha gestartet worden. Sie sollte insbesondere dem Ziel dienen, die ärmsten Länder besser in den Welthandel zu integrieren und damit voranzubringen. Gelingt in Genf aktuell kein Erfolg, so dürfte die Chancen dafür nach Angaben vieler Beteiligter für längere Zeit verspielt sein.

(Quelle: rtr)
 



 

Serbien lässt Botschafter in europäische Hauptstädte zurückehren

Fr.25.07.08 - Serbien schickt die wegen des Streits um die Unabhängigkeit des Kosovos aus den europäischen Hauptstädten abgezogenen Botschafter wieder zurück auf ihre Posten. Das kündige Außenminister Vuk Jeremic am Donnerstag an. Damit geht die Regierung in Belgrad fünf Monate nach der Unabhängigkeitserklärung der ehemaligen serbischen Provinz einen weiteren Schritt auf die Europäische Union zu. Zuvor war bereits die Verhaftung des ehemaligen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic als positives Signal gewertet worden.

(Quelle: ap)
 



 

UNHCR empört über gleichgültige Urlauber neben Roma-Leichen

Fr.25.07.08 - Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hat sich empört über die Gleichgüligkeit der Badegäste gezeigt, die sich ungeachtet der Leichen zweier ertrunkener Roma-Mädchen weiter am Strand von Neapel sonnten. "Wir sind entrüstet und besorgt", sagte die Sprecherin der italienischen UNHCR-Sektion, Laura Boldrini, der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Informationen der italienischen Zeitung "Il Corriere della Sera" hatten Badegäste vergeblich versucht, die beiden 14 und 16 Jahre alten Mädchen vor dem Ertrinken zu retten. Nachdem die Leichen an den Strand gezogen wurden, ließ der Anblick der mit Badehandtüchern bedeckten Toten die Urlauber ungerührt. Bis zur Ankunft des Leichenwagens eine Stunde später seien sie unbeirrt ihren Strandbeschäftigungen nachgegangen.

Dieses Verhalten sei "schockierend, weil es von fehlender Sensibilität" zeuge, sagte Boldrini weiter. Dass es "keine politische Reaktion" darauf gegeben habe, sei noch dazu "umso schockierender". Lediglich der Erzbischof von Neapel zeigte sich bisher beschämt. Das Foto, das die beiden toten Teenager und im Hintergrund zwei Urlauber zeigt, sei schlimmer als die Müllbilder aus dem vergangenen Jahr, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa.

(Quelle: afp)
 



 

Frankreichs Parlament hebelt 35-Stunden-Woche aus

Fr.25.07.08 - Der französische Senat hat ein umfassendes Gesetzespaket für den Arbeitsmarkt verabschiedet, mit dem unter anderem die bisher geltende 35-Stunden-Woche ausgehebelt wird. Für die Reformen stimmten die Senatoren der konservativen Regierungspartei UMP von Präsident Nicolas Sarkozy. Die oppositionellen Sozialisten votierten dagegen, konnten das Projekt aber nicht stoppen. Da die Nationalversammlung dem Paket bereits zugestimmt hat, kann es nun in Kraft treten.

Das Reformpaket sieht als wichtigste Regelung vor, dass die Begrenzung der Arbeitszeit in Frankreich auf 35 Stunden pro Woche formell zwar bestehen bleibt. Zugleich bekommen Unternehmen aber ausdrücklich das Recht, direkt mit ihrer Belegschaft abweichende Arbeitszeiten zu vereinbaren. Nach Ansicht von Gewerkschaften und anderen Kritikern der Reform bedeutet dies de facto das Ende der 35-Stunden-Woche. Ebenfalls geändert werden durch die neuen Gesetze die Regeln zu Streiks, die künftig nur unter bestimmten Vorbedingungen von den Gewerkschaften ausgerufen werden dürfen.

Die 35-Stunden-Woche war von der sozialistischen Regierung unter Premier Lionel Jospin über mehrere Gesetze ab Mai 1988 eingeführt worden. Damit wurde die Arbeitszeit von davor 39 Stunden herabgesetzt. Ziel war es, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und mehr Menschen eine Anstellung zu ermöglichen. Laut einer umstrittenen Schätzung des französischen Statistikinstituts Insee entstanden so 350.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Präsident Sarkozy hatte die 35-Stunden-Woche im Wahlkampf als "allgemeine Katastrophe für die französische Wirtschaft" bezeichnet.

Das Parlament beschloss zudem strengere Regeln für Arbeitslose. Wenn diese künftig zwei "vernünftige" Jobangebote ausschlagen, kann ihnen die Unterstützung gekürzt werden.

(Quelle: afp)
 



 

Obama ruft in Berlin zu neuem Geist der Zusammenarbeit auf

Fr.25.07.08 - Vor mehr als 200.000 Menschen hat US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama in Berlin die Völker der Welt zu einem neuen Geist der Zusammenarbeit aufgerufen und dabei auch mehr deutsches Engagement für den Anti-Terror-Einsatz in Afghanistan verlangt. An der Siegessäule sagte der US-Demokrat: "Dies ist unser Moment. Dies ist unsere Zeit." Eine neue Generation müsse der Geschichte ihren Stempel aufdrücken. Dies gelte für den Klimaschutz ebenso wie für den Kampf gegen den Terrorismus: "Amerika kann das nicht allein."

Mit den Worten "Völker der Welt, schaut auf Berlin" erinnerte Obama an 1948/49, als die Stadt von den Alliierten über eine Luftbrücke versorgt wurde. Europa und die USA müssten den Geist, der damals herrschte, wieder beschwören. Zwischen Europa und den USA gebe es durchaus Meinungsverschiedenheiten, sagte der Kandidat um die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush. Doch die gemeinsame Last globaler Aufgaben verbinde.

Mit Blick auf den Anti-Terror-Kampf hob Obama hervor: "Dies ist der Augenblick, in dem wir unsere Entschluss erneuern müssen, die Terroristen zu verjagen, die unsere Sicherheit in Afghanistan bedrohen." Er fügte hinzu: "Das afghanische Volk braucht unsere Truppen und Ihre Truppen; unsere Unterstützung und Ihre Unterstützung, um die Taliban und El Kaida zu besiegen, seine Wirtschaft zu entwickeln und beim Wiederaufbau seiner Nation zu helfen."

Obama würdigte Berlin als die Stadt, "wo eine Mauer fiel, ein Kontinent sich vereinigte und der Lauf der Geschichte bewies, dass keine Herausforderung zu groß ist für eine Welt, die zusammensteht". Heute sei die größte Gefahr, dass neue Mauern die Völker voneinander trennten. Die Mauern zwischen Reich und Arm, zwischen Rassen und Ethnien, zwischen Einheimischen und Migranten, zwischen Christen, Moslems und Juden dürften nicht stehenbleiben. "Jetzt sind dies die Mauern, die wir einreißen müssen."

Auch bei Obamas Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ging es am Donnerstag um die transatlantische Zusammenarbeit und die Zukunft Afghanistans. Steinmeier erläuterte dem US-Senator das deutsche Engagement in Afghanistan und betonte die notwendige Verbindung von zivilem Wiederaufbau und militärischer Absicherung.

(Quelle: afp)
 



 

Deutsche haben Angst vor Globalisierung und rufen nach dem Staat

Fr.25.07.08 - Immer mehr Deutsche sehen sich als Verlierer der Globalisierung und setzen auf einen starken Staat.

Die Hälfte der Bevölkerung geht davon aus, dass der weltweite Handel und Wettbewerb Arbeitsplätze kostet, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte repräsentative Befragung des Bankenverbandes. Nur noch 55 Prozent meinen, dass sie in einer Wohlstandsgesellschaft leben - vor zwei Jahren waren es noch 65, vor sechs Jahren sogar 70 Prozent. Zugleich stieg der Anteil der Bürger, die mehr soziale Absicherung fordern, binnen zwei Jahren von 43 auf 60 Prozent. Der Bankenverband forderte als Konsequenz von der Politik ein schlüssiges Gesamtkonzept für Reformen, das den Menschen eine Zukunftsperspektive aufzeige.

Ausgerechnet beim Exportweltmeister Deutschland stößt der Umfrage zufolge die Globalisierung weiter auf große Vorbehalte: Nur ein Fünftel der Bevölkerung glaubt, dass die weltweite Vernetzung der Wirtschaft für sie mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. Nahezu die Hälfte sieht Vor- und Nachteile in der Waage. In der Folge plädieren fast 80 Prozent der Deutschen für protektionistische Maßnahmen wie Schutzzölle oder Einfuhrbeschränkungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Verunsicherung durch die Globalisierung zieht sich wie ein roter Faden durch die Umfrage. Trotz des Aufschwungs der vergangenen Jahre erwarten sechs von zehn Deutschen, dass der Lebensstandard sinken wird. Auch die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft nimmt ab: Nur noch jeder Zweite meint, dass sie sich bewährt hat. Vor vier Jahren waren es 56, vor acht Jahren 70 Prozent. Andererseits werden die Unternehmen als leistungs- und wettbewerbsfähig wahrgenommen: 70 Prozent sehen sie für den globalen Wettbewerb gut gerüstet, 65 Prozent glauben, dass die Globalisierung die Absatzchancen heimischer Produkte erhöht.

"Die rückläufige Unterstützung für unsere Wirtschaftsordnung muss Politik und Wirtschaft gleichermaßen Sorgen bereiten", sagte der Geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes, Manfred Weber. Die Lösung liege nicht in einer Abschottung vom Weltmarkt oder in mehr staatlicher Absicherung. Der Koalition sei es jedoch nicht gelungen, die Menschen durch eine schlüssige Reformpolitik mitzunehmen. Stattdessen verzettele sie sich in Einzelproblemen wie der Wiedereinführung der Pendlerpauschale.

"Wenn die Menschen eine klare Zukunftsperspektive haben, sind sie auch bereit, sich dafür etwas abverlangen zu lassen", sagte Weber. Der Umfrage zufolge seien die Deutschen nämlich nicht grundsätzlich reformmüde. Nur ein Drittel der Befragten gab an, dass die Reformen der vergangenen Jahre in den Bereichen Gesundheit, Rente, Arbeitsmarkt und Steuern zu weit gegangen seien. Für 22 Prozent waren sie dagegen gerade richtig, 36 Prozent sagten, die Reformen seien nicht weit genug gegangen.

(Quelle: rtr)
 



 

Immer mehr Angst in Deutschland vor Altersarmut

Fr.25.07.08 - Immer mehr Menschen in Deutschland haben Angst vor Armut im Alter. Die GfK-Marktforschung ermittelte im Auftrag der «Apotheken Umschau», dass 42,3 Prozent der Deutschen sich davor sorgen, dass die Rente nicht reichen könnte. 2005 lag dieser Anteil noch bei 34,4 Prozent, 2001 bei nur 23,2 Prozent, wie das Apothekenmagazin am Donnerstag mitteilte.

Besonders groß ist die Sorge vor einem sozialen Abstieg im Alter bei den 40- bis 59-Jährigen. In dieser Altersklasse fürchten sich mehr als die Hälfte der Befragten (52,6 Prozent) vor allem davor, dass ihnen später das Geld ausgehen könnte. Die GfK fragte 2.010 Bundesbürger ab 14 Jahren nach ihren größten Ängsten. An erster Stelle lag die Befürchtung, im Alter zum Pflegefall zu werden (50,6 Prozent), vor der Angst, unheilbar zu erkranken (48,9 Prozent).

Schon in den Jahren 2001 und 2005 sei diese Fragestellung repräsentativ erhoben worden, erklärte die «Apotheken Umschau». Die Besorgnisse, die sich auf die persönliche Versorgungssituation bezögen oder auswirkten, seien im Laufe der sieben Jahre angewachsen.

(Quelle: ap)
 



 

Zahl der Zeitarbeiter erreicht laut 'Handelsblatt' Rekordstand

Fr.25.07.08 - Die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland hat laut «Handelsblatt» einen Rekordstand erreicht. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres sei erstmals die Marke von 700 000 Zeitarbeitern übersprungen worden. Der Anstieg habe sich allerdings in der zweiten Jahreshälfte erheblich verlangsamt. Das ergebe sich aus neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit. Der neuen Statistik zufolge waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 715 056 Menschen als Zeitarbeiter beschäftigt. Das sind dem Bericht zufolge gut 135 000 mehr als 2006.

(Quelle: dpa)
 



 

Bundesrechnungshof kritisiert Arbeit von Job-Centern

Fr.25.07.08 - Der Bundesrechnungshof hat einem Zeitungsbericht zufolge die Arbeit von Job-Centern kritisiert. So müssten viele Arbeitssuchende lange auf eine Beratung warten, meldete die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» unter Berufung auf einen Bericht des Bundesrechnungshofs an den Arbeits- und Sozialausschuss des Bundestags. Darin heiße es unter anderem, die Qualität der Vermittlungstätigkeit und das Fallmanagement hätten sich «gegenüber früheren Prüfungen nicht grundlegend verbessert».

Hartz-IV-Empfänger warteten «im Durchschnitt neun Wochen vom Leistungsbeginn an auf ein qualifiziertes Erstgespräch bei einer Vermittlungskraft», schreibt das Blatt weiter. Bis zur Vorlage einer schriftlichen Vereinbarung zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt «vergingen durchschnittlich 16 Wochen». In jedem dritten Fall würden überhaupt keine Eingliederungsvereinbarungen geschlossen.

Die aufgedeckten «gravierenden Mängel» bei Prüfungen in Berlin, Hannover, Köln, München und Stuttgart seien auch weitgehend unabhängig davon, ob die Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit oder kommunalen Trägern erbracht worden waren, schreibt der Bundesrechnungshof dem Bericht zufolge weiter.

(Quelle: ap)
 



 

Ifo-Geschäftsklima im Juli unerwartet deutlich gesunken

Fr.25.07.08 - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so schlecht wie seit knapp drei Jahren nicht mehr.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Juli unerwartet deutlich von 101,2 auf 97,5 Zähler, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Donnerstag mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit September 2005. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 100,0 Punkte gerechnet. Die Stimmung verschlechterte sich quer durch alle Branchen - von der Industrie über den Handel bis zur Bauwirtschaft. "Diese Ergebnisse legen nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Aussichten für die kommenden sechs Monate schätzten die 7000 befragten Manager pessimistischer ein. Der entsprechende Teilindex sank von 94,6 auf 90,0 Punkte. Der Index für die Lage gab von 108,3 auf 105,7 Punkte nach.

Eine Rezession befürchtet das Ifo-Institut aber nicht. "Der konjunkturelle Gipfel liegt zwar hinter uns, das Wachstum verlangsamt sich spürbar, eine Rezessionsgefahr sehe ich aber nicht", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger zu Reuters. Belastend wirkten vor allem der hohe Ölpreis und der starke Euro sowie indirekt über die wirtschaftliche Abschwächung in den USA auch die Finanzkrise. Der Konsum in Deutschland werde mau bleiben. Auch die Exporterwartungen der Firmen schwächten sich weiter ab, sagte Abberger.

Der Euro-Kurs fiel unmittelbar nach Veröffentlichung des Ifo-Index auf das Tagestief von 1,5653 Dollar. Der deutsche Aktienindex Dax weitete seine Verluste aus. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Viele Analysten gehen davon aus, dass er in den kommenden Monaten weiter fällt. Eine Rezession erwarten aber auch sie nicht. "Die Wirtschaft ist noch solide aufgestellt und die Lageeinschätzung noch relativ gut", sagte Commerzbank-Experte Matthias Rubisch.

(Quelle: rtr)
 



 

Deutsche streiken vergleichsweise wenig

Fr.25.07.08 - In Deutschland gehen im europäischen Vergleich sehr wenige Arbeitsstunden durch Streiks verloren. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht, lag die Bundesrepublik selbst im Jahr 2006, als mit 2,56 Millionen Stunden im Vergleich zu den Vorjahren mehr Arbeitsstunden verloren gingen, «deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union».

Gleichwohl habe der arbeitskampfbedingte Ausfall in den vergangenen zehn Jahren tendenziell zugenommen, hieß es weiter. So seien in den Jahren 1998 bis 2001 insgesamt 870.000 Arbeitsstunden ausgefallen, was pro Jahr im Schnitt 220.000 Stunden entspricht. Von 2002 bis 2007 waren es 8,05 Millionen Stunden und damit durchschnittlich 1,34 Millionen Stunden pro Jahr.

Bezogen auf das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen der Arbeitnehmer seien die Stundenausfälle gering, schreibt die Bundesregierung. Sie beliefen sich im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre auf 0,002 Prozent.

(Quelle: ap)
 



 

Böhmer ruft zu ernsthaftem Umgang mit Linkspartei auf

Fr.25.07.08 - Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU), hat sich erneut anerkennend über die Linkspartei geäußert. Im Berliner "Tagesspiegel" kritisierte er den Umgang mit den Linken insbesondere im Westen: "In Westdeutschland ist die Argumentationslinie gegenüber der Linkspartei heute noch so, wie sie bei uns in den frühen 90er Jahren war." Die Linkspartei sei aber "nicht mehr gleichzusetzen mit der SED", sagte Böhmer. "Damit zu kommen, dass sie früher die Verantwortung für die Stasi hatte, das hat 18 Jahre lang niemanden so überzeugt, wie wir uns das mal gedacht haben."

Böhmer sagte weiter, er halte es für sinnlos, "diese Partei immer mit dem gleichen Vokabular anzugreifen". Er nehme zur Kenntnis, dass die Linkspartei "einen erstaunlichen, und zwar gewachsenen Zuspruch hat". Deshalb müsse sie als politischen Faktor ernst genommen werden, sagte Böhmer. Bündnisse der CDU mit der Linkspartei auf Landesebene könne er sich "unter den gegenwärtigen Bedingungen" nicht vorstellen. Er wisse allerdings nicht, "was in zwanzig oder dreißig Jahren sein wird".

Böhmer hatte kürzlich in einem MDR-Interview gesagt: "Was ich an der Linkspartei respektiere, ist ihre sehr intensive Basisarbeit. Und das fehlt mir bei der CDU."

(Quelle: afp)
 



 

15 Prozent aller Lebensmittelproben beanstandet - Bundesamt legt Kontrollbilanz vor - Keine Rückschlüsse auf Nahrungsmittelsicherheit

Fr.25.07.08 - Bei amtlichen Lebensmittelkontrollen im vergangenen Jahr ist jeder vierte Betrieb aufgefallen; 15 Prozent aller Proben wurden beanstandet. Dieses Ergebnis für das Jahr 2007 legte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Donnerstag in Berlin vor. Es machte allerdings darauf aufmerksam, dass die Kontrollen vor allem dort stattfinden, wo ohnehin ein erhöhtes Risiko zu vermuten ist. Damit könnten keine Rückschlüsse auf die Nahrungsmittelsicherheit in Deutschland gezogen werden.

Der Leiter des Bundesamtes, Helmut Tschiersky-Schöneburg, zog trotzdem die Bilanz, dass die Lebensmittelsicherheit in Deutschland «auf hohem Niveau» gewährleistet sei. Für die Kontrolle sind die Bundesländer zuständig; das Bundesamt fasst lediglich deren Ergebnisse zusammen.

Die Beanstandungen der Lebensmittelproben bezogen sich zur Hälfte auf eine mangelhafte Kennzeichnung wie ein fehlendes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Mogelpackungen, die eine größere Füllmenge vortäuschen. 14 Prozent der beanstandeten Proben waren verdorben oder enthielten Keime, zehn Prozent waren mit Pflanzenschutzmitteln, Schimmelpilzen oder ähnlichem verunreinigt.

Mit rund 21 Prozent beanstandeter Proben machten Fleisch, Geflügel und Wild sowie Produkte daraus die größte Lebensmittelgruppe aus, gefolgt von Zuckerwaren mit 18,8 Prozent. Eis und Desserts, die zwei Jahre zuvor an der Spitze lagen, sanken mit 13,5 Prozent auf Platz sieben.

(Quelle: ap)
 



 

Seehofer begrüßt Efsa-Warnung vor Klonfleisch

Fr.25.07.08 - Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hat die skeptische Einschätzung der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zu Fleisch von geklonten Tieren begrüßt.

Politisch und ethisch habe er die Zulassung solchen Fleischs immer abgelehnt, erklärte Seehofer am Donnerstag. "Wenn das durch die Efsa nun wissenschaftlich noch bekräftigt wird, begrüße ich das." Die Behörde hatte erklärt, Fleisch und Milch von geklonten Tieren könnten doch mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Noch im Januar hatte die Behörde die Einfuhr solcher Produkte für unbedenklich erklärt, sowohl was den Verzehr angeht als auch die Folgen für die Umwelt.

Zwar würden die Risiken bei Schweine- und Rindfleisch als unwahrscheinlich eingeschätzt, sagte Efsa-Chef Vittorio Silano. Angesichts der bisher geringen Datenbasis seien allerdings weitere Studien nötig.

Die EU-Kommission hatte eine Untersuchung darüber im März 2007 in Auftrag gegeben, nachdem die US-Lebensmittelbehörde FDA Klonfleisch von Kühen, Schweinen und Schafen zugelassen hatte. Seither wurden Hunderte Tiere in den Vereinigten Staaten geklont. Mehreren EU-Vertretern zufolge haben Großbritannien und Deutschland das Klonen bisher grundsätzlich unterstützt. Doch das Bundeslandwirtschaftsministerium erklärte, Deutschland setze sich mitnichten dafür ein, Klonprodukte in der EU zuzulassen.

Die EU-Kommission will unabhängig von der Einschätzung der Efsa die Verbraucher in Europa im September zu dem Thema befragen.

(Quelle: rtr)
 



 

Datenschützer: Chip im neuen Personalausweis ist Sicherheitsrisiko

Fr.25.07.08 - Der stellvertretende Sprecher des NRW-Beauftragten für Datenschutz, Nils Schröder, befürchtet Sicherheitsmängel beim biometrischen Personalausweis. Das größte Risiko sei der Funkchip, der zum Auslesen verwendet werden soll. «Da besteht natürlich auch immer die Gefahr, dass jemand den Chip knackt und irgendwann aus mehreren Metern Entfernung abliest», sagte Schröder den Dortmunder «Ruhr Nachrichten» (Donnerstagausgabe).

Schröder rät davon ab, Fingerabdrücke auf dem Pass speichern zu lassen. «Der Abdruck wird von der Politik immer wieder als Argument für die Fälschungssicherheit angeführt. Aber fälschungssicher sind die Ausweise im Grunde jetzt schon.»

(Quelle: ddp)
 



 

Unterhaltungselektronik: HD-Drahtlos-Technologie wird vorangetrieben

Fr.25.07.08 - Die für die drahtlose Übertragung von HD-Videos erforderliche Technologie soll vorangebracht werden. Um die hochaufgelösten Videosequenzen per Funk zum Beispiel auf ein TV-Gerät zu übermitteln, soll zukünftig auf das Wireless Home Digital Interface (WHDI) zurückgegriffen werden, wenn es nach einer jetzt neu gegründeten Interessengruppe geht.

Laut dem Magazin "Silicon.de" gehören diesem Konsortium neben dem israelischen WHDI-Entwickler Amimon fünf namhafte Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik-Branche an. Mit von der Partie sind Motorola, Samsung Electronics, Hitachi Sharp und Sony. Ziel dieser Interessengruppe ist es, bis zum Ende dieses Jahres einen WHDI-Standard festzulegen. Bereits im Jahr 2009 könnte basierend darauf die Übertragung der High-Definition-Videos innerhalb von Gebäuden sogar durch Wände hindurch möglich sein, die Reichweite soll bei bis zu 30 Metern liegen.

Neben den von der Gruppe favorisierten Lösungsansätzen gibt es Konkurrenzkonzepte wie etwa Wireless HD. Welche Technologie sich letztlich durchsetzen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

(Quelle: gp)
 



 

Wissenschaft

Soja kann Spermienzahl reduzieren

Fr.25.07.08 - Wenn Männer viel Sojaprodukte essen, kann sich die Anzahl ihrer Spermien verringern. Das haben Wissenschaftler der amerikanischen Harvard-Universität in Boston herausgefunden.

Besonders gering war die Spermienzahl bei jenen Männern, die viele solcher Nahrungsmittel aßen und zu dick waren. Nach Angaben der Fachzeitschrift «Human Reproduction» wurde der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Soja, das pflanzliche Hormone enthält, und Unfruchtbarkeit bisher nur bei Tieren nachgewiesen.

Der Ernährungswissenschaftler Jorge Chavarro und seine Kollegen untersuchten 99 Männer, die mit ihren Partnerinnen in einer Unfruchtbarkeitsklinik zwischen den Jahren 2000 und 2006 behandelt worden waren. In der Gruppe jener Patienten, die am meisten Sojaprodukte konsumierten, konnten im Durchschnitt nur 41 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat nachgewiesen werden. Die Normalwerte liegen den Angaben zufolge zwischen 80 und 120 Millionen.

Chavarro vermutet, dass die pflanzlichen Hormone in den Soja- Produkten Einfluss auf die Spermienzahl haben. Dieser Effekt könnte durch Übergewicht noch vergrößert werden, da dicke Männer mehr von dem Hormon Östrogen produzieren als ihre schlanken Geschlechtsgenossen, erläutert der Forscher. Sojabohnen werden bei Tieren als Futtermittel genutzt, finden aber auch als Fleisch- und Milchersatz vor allem in der vegetarischen Küche Verwendung.

(Quelle: dpa)
 



 

Kuhmist für den Klimaschutz: Strom für Millionen

Fr.25.07.08 - Der Mist von Kühen und anderen Nutztieren könnte Strom für Millionen Menschen liefern und zugleich das Klima schützen.

Nach Berechnungen von Wissenschaftlern ist es möglich, allein mit dem Dung der Tiere in den Vereinigten Staaten 100 Milliarden Kilowattstunden Elektrizität zu produzieren - das entspricht knapp drei Prozent des US-Jahresverbrauchs. Damit könnten Millionen von Haushalten und Büros versorgt werden, schreiben Michael Webber und Amanda Cuellar von der US-Universität von Texas in Austin in den «Environmental Research Letters» (Bd. 3, S. 034002).

Beim Verrotten von Fäkalien werden klimaschädliche Gase wie Methan freigesetzt. Im Szenario der Forscher wird dagegen der Mist der Nutztiere ohne Sauerstoff in Biogas umgewandelt, das Turbinen für die Stromproduktion verwenden. Auf diese Weise kann ihren Berechnungen zufolge die Menge der Treibhausgase, die bei der Stromgewinnung in den USA entstehen, um etwa vier Prozent gesenkt werden, schreiben die Experten in dem Physik-Journal.

(Quelle: dpa)
 



 

Lkw-Überholverbot kann CO2-Ausstoß deutlich senken

Fr.25.07.08 - Ein Überholverbot für Lkw könnte neuen Berechnungen zufolge den CO2-Ausstoß in Deutschland deutlich senken. Allein für die in Deutschland zugelassenen 2,6 Millionen Lastkraftwagen ergebe sich eine Reduzierung von mindestens 324 480 Tonnen pro Jahr, teilte das Marktforschungsunternehmen EuPD Research am Mittwoch in Bonn mit. Dies entspreche der Menge an CO2-Emissionen, die innerhalb eines Jahres etwa durch den Stromverbrauch der privaten Haushalte in der Stadt Bochum entstünden. Ein einzelner Kleinwagen müsste 2,3 Milliarden Kilometer fahren, um auf diesen Kohlendioxid-Ausstoß zu kommen.

Den Angaben zufolge stößt ein Lkw beim Überholen zusätzliche 416 Gramm CO2 aus. Bereits bei nur einem Überholvorgang pro Tag und Lkw käme durch die rund 2,6 Millionen in Deutschland registrierten Lastkraftwagen ein jährlicher Zusatzausstoß von über 324 000 Tonnen CO2 zustande.

(Quelle: ddp)
 
 
 
 

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