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Irak 1595 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Autobombe tötet in Bagdad acht Menschen

Mo.04.08.08 - Bei der Explosion einer Autobombe sind in Bagdad nach Polizeiangaben acht Menschen getötet und 14 verletzt worden.

Der Anschlag mit einem geparkten Fahrzeug sei am Sonntag an einer Geschäftsstraße im sunnitischen Viertel Adhamija im Norden der Stadt verübt worden, hieß es weiter.

Größere Anschläge mit Autobomben sind in der irakischen Hauptstadt im Zuge der verbesserten Sicherheitslage zuletzt relativ selten geworden. Insgesamt ist die Zahl der Gewalttaten in dem Golfstaat auf einen so niedrigen Stand wie zuletzt Anfang 2004 zurückgegangen. Die jüngste schwere Anschlagsserie in Bagdad hatte sich vergangene Woche ereignet, als sich drei Selbstmordattentäterinnen unter schiitischen Pilgern in die Luft sprengten und 35 Menschen mit sich in den Tod rissen.

(Quelle: rtr)

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 04.08.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendeinhundertundeinunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Sa.04.08.07 - Verstärkte Rolle der UN im Irak wird immer wahrscheinlicher +++ Vier US-Soldaten im Irak getötet - Seit Kriegsbeginn kamen 3.663 Mitglieder der US-Streitkräfte im Irak ums Leben +++ US-Soldat wegen Mordes in Irak zu 15 Jahren Haft verurteilt +++ Britische Truppen leiden unter totalem Streß... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0708040.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 



 

Nahost-Konflikt: Mehr als 180 Fatah-Mitglieder aus Gaza nach Israel geflohen

Mo.04.08.08 - Israel hat mehr als 180 Mitglieder der Palästinenserorganisation Fatah aufgenommen, die vor der verfeindeten Hamas-Bewegung aus dem Gazastreifen geflohen sind. Von den Flüchtlingen seien 22 mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee. Es handele sich um eine "humanitäre Geste" angesichts der schweren Gefechte zwischen Hamas und Fatah im Gazastreifen. Der Großteil der Flüchtlinge sollte weiter nach Ramallah im Westjordanland gebracht werden. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, dass 32 der geflohenen Fatah-Mitglieder bereits in den Gazastreifen zurückgekehrt seien.

Vize-Regierungschef Haim Ramon sagte im Militärradio, dass Israel denjenigen Palästinensern helfe, die den radikalen Islam bekämpften und Verhandlungen unterstützten. Israel hatte nach Angaben eines ranghohen Beamten am Samstag auf Anordnung von Verteidigungsminister Ehud Barak den Grenzübergang Nahal Os ausnahmsweise für die Flüchtlinge geöffnet. Zuvor habe Palästinenserpräsident Mahmud Abbas persönlich darum gebeten. Die Grenze Israels zum Gazastreifen ist seit der Machtübernahme der Hamas im Juni 2007 geschlossen.

Bei neuen Kämpfen zwischen Anhängern von Hamas und Fatah in Gaza waren am Samstag nach palästinensischen Angaben neun Menschen getötet und mehr als 90 weitere verletzt worden. Auslöser der Gefechte war die versuchte Festnahme des Chefs eines der Fatah nahestehenden Familienclans, der hinter einem Bombenanschlag auf Hamas-Kämpfer stecken soll. Bei dem Anschlag waren am 25. Juli fünf Mitglieder des militärischen Arms der Hamas und ein fünfjähriges Mädchen getötet worden. In Folge des Anschlags waren von der Hamas in den vergangenen Tagen hunderte Fatah-Anhänger festgenommen worden. Die Beziehungen der beiden Palästinenserorganisationen sind äußerst gespannt, seit die radikale Hamas im die Macht im Gazastreifen übernommen hat.

(Quelle: afp)
 



 

Jordanien: 35 Menschen bei illegalen Nierenentnahmen gestorben - Opfer zumeist Arme aus palästinensischen Flüchtlingslagern

Mo.04.08.08 - Mindestens 35 Jordanier sind in den letzten drei Jahren an den Folgen illegaler Nierenentnahmen gestorben. Insgesamt seien im selben Zeitraum 120 Menschen von Händlern des nahöstlichen Schwarzmarktes für Spendernieren rekrutiert worden.

Das erklärte Dr. Mohammed Ghneimat, der Präsident der Vereinigung der Nierenpatienten in Jordanien, in der jordanischen Tageszeitung «Al-Rai» (Sonntagausgabe). Dabei handelte es sich zumeist um verarmte Menschen aus palästinensischen Flüchtlingslagern.

Für die Entnahme einer Niere hätten die illegal angeworbenen Spender 3000 jordanische Dinar (2720 Euro) erhalten. Die Organe wurden an wohlhabende Patienten zumeist in Ägypten und in Pakistan verkauft. Die Spender wurden außerhalb Jordaniens «unter irregulären Umständen» operiert, sagte Dr. Ghneimat. Bei vielen von ihnen seien nach dem Eingriff Komplikationen aufgetreten, so dass mindestens 35 von ihnen daran starben. Inzwischen schritten allerdings die jordanischen Behörden ein. Aufgrund der Aussagen von Spendern seien bereits etliche Akteure des Organhändler-Kartells festgenommen worden.

(Quelle: dpa)
 



 

Mindestens 15 Tote bei Bombenanschlag in Somalia

Mo.04.08.08 - Bei einem Bombenanschlag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP sagten, detonierte der Sprengsatz am Straßenrand und traf eine Gruppe von Frauen, die sich an einer Straßenreinigung beteiligten. Rund 40 Menschen seien verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Allerdings nehmen islamistische Gruppen immer wieder Militärkonvois der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) und der äthiopischen Armee mit versteckten Sprengsätzen ins Visier.

In Somalia herrscht seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre 1991 Bürgerkrieg. Die äthiopische Armee war Ende 2006 eingeschritten, um islamistische Kämpfer zu vertreiben. Die Hauptstadt Mogadischu wird seitdem von ständigen Kämpfen erschüttert. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben internationaler Hilfs- und Menschenrechtsorganisation rund 6000 Zivilisten bei Kämpfen getötet.

(Quelle: afp)
 



 

Gespräche über Machtteilung in Simbabwe wieder aufgenommen

Mo.04.08.08 - Regierung und Opposition in Simbabwe haben die Gespräche zur Teilung der Macht in dem krisengeschüttelten südafrikanischen Land wieder aufgenommen. Vertreter von Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai kamen an einem geheimen Ort in Pretoria zusammen, wie der Sprecher des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki, Mukoni Ratshitanga, am Sonntag erklärte.

Die Verhandlungen waren am 24. Juli gescheitert, nachdem Mugabe darauf bestand, auch eine mögliche Allparteienregierung zu führen. Beide Seiten sind Mbeki zufolge entschlossen, die Gespräche bis zum Montag abzuschließen. Mugabe und Tsvangirai hatten sich darauf verständigt, eine Einheitsregierung zu bilden, um die politische und wirtschaftliche Krise in dem Land zu beenden. Tsvangirai hat Bereitschaft zum Kompromiss signalisiert, er will den seit 28 Jahren regierenden Machthaber Mugabe jedoch nicht weiter als Präsidenten akzeptieren. Die Regionalmacht Südafrika vermittelt zwischen beiden Parteien.

Mugabe hatte sich Ende Juni in einer Stichwahl ohne Gegenkandidaten für eine weitere Amtszeit wählen lassen. Die erste Runde der Präsidentenwahl im März hatte Tsvangirai zwar gewonnen, den amtlichen Ergebnissen zufolge aber die notwendige absolute Mehrheit knapp verfehlt. Wegen massiver Gewalt gegen seine Anhänger zog der Oppositionsführer kurz vor der Stichwahl seine Kandidatur zurück.

(Quelle: ap)
 



 

Neuer Grenzstreit zwischen Kambodscha und Thailand

Mo.04.08.08 - Thailändische Soldaten haben nach kambodschanischen Angaben eine zweite Tempelanlage an der gemeinsamen Grenze beider Staaten besetzt. Etwa 70 Soldaten seien am Donnerstag auf das Gelände des Tempels Ta Moan Thom vorgedrungen, sagte Major Sim Sokha, Vizekommandeur einer kambodschanischen Grenzschutzeinheit, am Sonntag. Der thailändische Außenamtssprecher Tharit Charungvat wies die Angaben über Truppenbewegungen zurück.

Sim Sokha sagte, die thailändischen Truppen wollten erst abziehen, wenn der Streit um die mehrere hundert Kilometer östlich gelegene Tempelanlage Preah Vihear beigelegt sei. Dort haben die Nachbarländer seit Eskalierung des Streits vor rund drei Wochen mehrere tausend Soldaten an der Grenze zusammengezogen. Noch immer sind dort 800 kambodschanische und 400 thailändische Soldaten stationiert. Bei einem Schlichtungsgespräch zwischen den Außenministern am vergangenen Montag war vereinbart worden, die Soldaten abzuziehen.

Die Tempelanlage liegt in einem Grenzgebiet, das der Internationale Gerichtshof in Den Haag 1962 Kambodscha zugesprochen hat. In Thailand wird diese Entscheidung jedoch nicht von allen akzeptiert. Die gespannte Lage zwischen den südostasiatischen Staaten hatte sich im Juli zugespitzt, nachdem die UNESCO die Aufnahme des Tempels als kambodschanische Stätte in die Liste des Weltkulturerbes bekanntgab. Auch das Gebiet, in dem der Tempel Ta Moan Thom liegt, ist nach thailändischen Angaben umstritten.

(Quelle: ap)
 



 

Als Kriegsverbrecher angeklagter bosnisch-serbischer Ex-Präsident Karadzic stand angeblich bis 2000 unter Schutz der USA

Mo.04.08.08 - Der als Kriegsverbrecher angeklagte bosnisch-serbische Ex-Präsident Radovan Karadzic soll bis zum Jahr 2000 unter dem Schutz der USA gestanden haben. Dann habe ihn der US-Geheimdienst CIA dabei ertappt, wie er die als Voraussetzung für diesen Schutz geltenden Vereinbarungen gebrochen habe, berichtete die serbische Zeitung "Blic" unter Berufung auf eine US-Geheimdienstquelle. Die CIA habe ein Telefongespräch abgehört, aus dem klar hervorgegangen sei, dass Karadzic weiterhin seine Serbische Demokratische Partei (SDS) geleitet habe.

Karadzic hatte am Donnerstag vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag erklärt, der frühere US-Gesandte Richard Holbrooke habe ihm im Gegenzug zu seinem Rückzug aus dem politischen Leben Schutz vor Verfolgung durch das Tribunal zugesichert. Holbrooke bestreitet eine derartige Vereinbarung. Die von "Blic" angeführte Quelle erklärte: "Ich bin mir nicht sicher, ob es ein schriftliches Dokument dafür gibt, aber ich weiß andererseits, dass Holbrooke auf höchster Ebene mündliche Garantien für Karadzic abgegeben hat."

Vor der Parlamentswahl in Bosnien-Herzegowina im November 2000 habe die CIA erfahren, dass Karadzic entgegen den Abmachungen die nationalistische SDS führte. Damals habe im ostbosnischen Bijeljina eine von Karadzic persönlich geleitete Parteiversammlung stattgefunden, auf der er seinen Anhängern Anweisungen gegeben und Leute für Führungspositionen benannt habe. Aus Verärgerung darüber sei der "informelle Schutz" für Karadzic aufgehoben worden, der ihn auch vor der Festnahme durch andere Geheimdienste wie diejenigen Frankreichs und Großbritanniens geschützt habe.

Der frühere bosnisch-serbische Außenminister Aleksa Buha sagte dem Sender Radio Belgrad, der US-Unterhändler in Bosnien-Herzegowina, Richard Holbrooke, habe seinerzeit ihm gegenüber die Abmachung bestätigt und ihm zugesagt, dass Karadzic nicht vor das Kriegsverbrechertribunal komme, wenn er sich nicht politisch betätige.

Dieses Versprechen habe Holbrooke während eines Treffens in Belgrad in der Nacht zum 19. Juli 1996 abgegeben, an dem auch der damalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic, der damalige jugoslawische Außenminister Milan Milutinovic und der frühere bosnisch-serbische Parlamentspräsident Momcilo Krajisnik teilgenommen hätten. Krajisnik war während der Friedensverhandlungen in Dayton in den USA der ranghöchste Vertreter der bosnischen Serben. Holbrooke war an den Abkommen von Dayton, die den Bosnien-Krieg 1995 beendeten, maßgeblich beteiligt.

(Quelle: afp)
 



 

Plutonium in IAEA-Labor in Österreich ausgetreten

Mo.04.08.08 - In einem Labor der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) in Österreich ist am Sonntag Plutonium ausgetreten. Dabei wurde niemand verletzt und es trat keine Radioaktivität in die Umwelt aus, wie die IAEA und das Umweltministerium in Wien erklärten. I

In dem Hochsicherheitslabor in Seibersdorf rund 50 Kilometer westlich von Wien platzte eine dort lagernde Probe, woraufhin Plutonium freigesetzt wurde und automatisch ein Alarm ausgelöst wurde. Dies führte zur Evakuierung des Gebäudes, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Zum Zeitpunkt des Ereignisses sei niemand im Labor gewesen und die Radioaktivität in der Luft dürfte von den Abluftfiltern zurückgehalten worden sein, hieß es einer Mitteilung des Umweltministeriums. Österreichische Messstellen außerhalb des Labors hätten keine erhöhte Strahlung angezeigt.

Die in Wien ansässige IAEA ist die Atomaufsicht der Vereinten Nationen. Das Labor wird von der Organisation zur Untersuchung von Proben genutzt, die weltweit von Inspektoren in Atomeinrichtungen eingesammelt wurden.

(Quelle: ap)
 



 

CSU-Chef Huber lehnt Atommüll-Endlager in Bayern ab

Mo.04.08.08 - CSU-Chef Erwin Huber hat sich erneut für längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ausgesprochen, eine Atommüll-Endlagerung in Bayern aber ausgeschlossen. Es gebe seit 30 Jahren eine politische Entscheidung für den Salzstock im niedersächsischen Gorleben, sagte Huber dem "Bericht aus Berlin" der ARD. "Diese Arbeiten müssen weitergeführt werden." Eine Endlagerung in Bayern als mögliche Alternative zu dem höchst umstrittenen Standort Gorleben würde die Debatte um die Endlagerung wieder um 30 Jahre zurückwerfen. "Macht doch keinen Sinn", sagte Huber.

Gleichzeitig nannte Huber längere Akw-Laufzeiten eine "sehr wichtige Bedingung" für Koalitionsverhandlungen, falls die Union nach der kommenden Bundestagswahl weiter an der Regierung beteiligt sein werde. Von einer absoluten Notwendigkeit für das Zustandekommen einer Koalition wollte der CSU-Vorsitzende aber nicht sprechen.

(Quelle: afp)
 



 

BMW-Betriebsrat will gegen Stellenabbau klagen: Laut 'Spiegel' - Ärger um angeblichen Plan zur Ausgliederung von Personaldienstleistungen

Mo.04.08.08 - Der Betriebsrat des Autobauers BMW will gegen das Sparprogramm des Konzerns klagen. Einen angeblichen Plan zur Ausgliederung von Personaldienstleistungen bewertet Betriebsratschef Manfred Schoch als Gesetzesbruch, wie der «Spiegel» am Wochenende berichtete. Zu den betroffenen Personaldienstleistungen zählen dem Nachrichtenmagazin zufolge Küchendienste, Sicherheitskräfte und Betriebsärzte.

Das Betriebsverfassungsgesetz schreibe vor, dass der Betriebsrat rechtzeitig über solche Veränderungen informiert werden müsse. Daher wolle der Betriebsrat nun Klage einreichen: «Es gibt Knatsch, wie ihn das Unternehmen noch nicht gesehen hat», wurde Schoch zitiert.

BMW wies die Kritik zurück. «Bisher ist der Betriebsrat bei jeder Entscheidung informiert worden», sagte BMW-Sprecher Marc Hassinger der AP. «Dies würde auch geschehen, wenn hier eine Entscheidung getroffen würde.» Zu dem angeblichen Ausgliederungsplan sagte er: «Im Rahmen unserer Strategie Number One werden alle Aktivitäten untersucht, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Es gibt aber in keiner Weise eine Entscheidung.»

Verärgert ist der BMW-Betriebsrat dem Bericht zufolge auch über die Art, wie der Abbau von rund 8.000 Arbeitsplätzen vorangetrieben wird. «Wenn wir auf diesem Niveau weitermachen, bekomme ich Angst um dieses Unternehmen», wurde Schoch zitiert. Im Februar hatte BMW den Abbau von 8.100 Arbeitsplätzen bekanntgegeben, davon 7.500 in Deutschland.

BMW leidet ebenso wie Mercedes-Benz unter steigenden Rohstoffpreisen, der Absatzkrise in den USA und dem schwachen Dollar-Kurs. Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal hatte BMW am Freitag seine Prognose für 2008 massiv gesenkt und stürzte daraufhin an der Börse ab.

Der Autobauer rechnet jetzt nur noch einer Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 4 Prozent. Experten errechneten daraus eine Reduzierung der Prognose um 1,5 Milliarden Euro. Statt mindestens 3,8 Milliarden Euro Vorsteuergewinn wären es nur noch 2,3 Milliarden Euro. Die BMW-Aktie verlor nach dieser Mitteilung zeitweise über 10 Prozent.

(Quelle: ap)
 



 

Müller sieht Saarlandwahl als 'Duell' mit Lafontaine

Mo.04.08.08 - Die Landtagswahl im kommenden Jahr wird nach Einschätzung von Ministerpräsident Peter Müller (CDU) ein «spannendes Duell» zwischen ihm und Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine. Der «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe) sagte Müller, Lafontaine sei ein «idealer» und «hilfreicher» Gegner. Mit der Kandidatur des Linkspartei-Chefs sei «die Chance verbunden, den Menschen deutlich zu machen, dass diese Wahl eine Richtungswahl für unser Land ist». Lafontaine stehe für «Steinzeitsozialismus».

Die Saarlandwahl wird nach dem Willen Müllers einige Wochen vor der Bundestagswahl stattfinden. Der endgültige Termin steht aber noch nicht fest. «Im Saarland steht die Alternative Rot-Rot zur Wahl», sagte Müller. Dies werde Rückwirkungen auf die Bundestagswahl haben.

(Quelle: ddp)
 



 

Landtagswahlkampf in Bayern - SPD-Spitzenkandidat Maget will Pendlergeld und Energiebeihilfe

Mo.04.08.08 - Bayerns SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 28. September, Franz Maget, fordert neben einem Landes-Pendlergeld für alle auch einen bayerischen Energiezuschuss. «Es wäre ein Skandal, wenn im reichen Bayern Menschen im Winter frieren, weil sie sich ihr Heizöl nicht mehr leisten können», sagte der SPD-Fraktionschef im Bayerischen Landtag dem Nachrichtenmagazin «Focus». Die Steuerüberschüsse im Freistaat seien derzeit «so groß, dass wir durchaus über eine bayerische Energiebeihilfe nachdenken sollten», ergänzte Maget.

Bei der Debatte um die Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer warf Maget dem CSU-Vorsitzenden Erwin Huber vor, «zu kurz» zu springen. Steuerlich könnten nur diejenigen die Fahrt zum Arbeitsplatz geltend machen, die auch Lohn- und Einkommensteuern zahlten. Gering verdienende Arbeitnehmer habe «die CSU wie immer nicht auf der Agenda». Nach österreichischem Vorbild schlage er deshalb ein aus Landesmitteln finanziertes Pendlergeld für alle vor, auch für Geringverdiener. Diese würden am Jahresende vom Freistaat einen Zuschuss in Höhe von maximal 300 Euro erhalten.

(Quelle: ddp)
 



 

Umweltverbände pochen auf Tempolimit

Mo.04.08.08 - Die Umweltverbände verstärken in der Debatte um ein Tempolimit den Druck auf die Bundesregierung. Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte am Sonntag mit Blick auf den Klimaschutz und hohe Unfallzahlen ein Einlenken von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die stellvertretende Unions-Fraktionschefin Katherina Reiche (CDU) wies die Vorstöße zurück.

Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, betonte in einem ddp-Interview: «Ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf den Autobahnen wäre ein deutliches Signal zum Umdenken.» Ein Verzicht «aufs Rasen» bedeute «den Verzicht auf maximale Energieverschwendung».

Auch Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens mahnte, Deutschland müsse wegkommen «von PS-Wahn und Geschwindigkeitsrausch». Mit einem Tempolimit könne der Kohlendioxid-Ausstoß von Pkw sofort verringert werden. Behrens fügte hinzu: «Die ´Verkehrstoten´ des 21. Jahrhunderts sterben nicht nur auf deutschen Straßen, sie sterben infolge des Klimawandels auch weltweit bei Flutkatastrophen, Dürren oder bei Wirbelstürmen.»

Der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann kritisierte, es sei «ein unverantwortlicher Anachronismus», dass auf den deutschen Autobahnen noch unbegrenzt gerast werden dürfe. Die Kanzlerin sollte deshalb «endlich» für ein Tempolimit eintreten.

Gehrmann fügte hinzu, die Vorteile eines generellen Tempolimits auf den Autobahnen lägen «auf der Hand». So könnten bei einer Begrenzung auf 120 Stundenkilometer «sofort über drei Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden». Ferner werde eine Entwicklung zugunsten leichter und sparsamer Fahrzeuge beschleunigt.

Reiche entgegnete, sie halte ein Tempolimit «sowohl aus klimapolitischen als auch aus verkehrspolitischen Gründen für nicht geboten». So sei das CO2-Einsparpotenzial nur «gering». Die Vizechefin der Unions-Fraktion mahnte: «Wenn die Bürger das Gefühl haben, die Politik tut den ganzen Tag nichts anderes, als sich immer mehr Verbote und Einschränkungen auszudenken, dann erzeugt das null Klimaverbesserung, aber viel Frust.»

Weiger warnte, Deutschland verspiele bei diesem Thema sein internationales Ansehen. Der BUND-Vorsitzende fügte hinzu: «Niemand glaubt uns, wir wollten die Umwelt schützen und Öl sparen, wenn wir mit Sprit fressenden Fahrzeugen und einem Sprit fressenden Fahrstil die Ressourcen vergeuden.»

(Quelle: ddp)
 



 

Foodwatch wirft Lebensmittelindustrie Täuschung vor

Mo.04.08.08 - Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft der Industrie Täuschung bei manchen Lebensmitteln vor. Sie biete in Werbebotschaften Scheinverbesserungen an, mit denen man im Grunde schlechtere Produkte als vorher bekomme, aber für mehr Geld. Das sagte Foodwatch-Chef Thilo Bode der dpa. Die Industrie wolle wegen teurerer Rohstoffe die Kosten senken. Bode forderte von Verbraucherminister Horst Seehofer eine Qualitäts-Kennzeichnung, zum Beispiel eine Einteilung in Premium-, Bio- und Standardprodukte.

(Quelle: dpa)
 



 

Kultur

Literaturnobelpreisträger Solschenizyn gestorben

Mo.04.08.08 - Der russische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er erlag am späten Sonntag einem Herzversagen, wie sein Sohn Stepan der Nachrichtenagentur AP sagte. Weitere Einzelheiten zu den Umständen seines Todes wurden zunächst nicht bekannt. Solschenizyn war der bekannteste Regimekritiker zu Sowjetzeiten und einer der bedeutendsten Schriftsteller Russlands überhaupt.

Solschenizyns Hauptwerk ist das dreibändige «Archipel Gulag». In diesem literarisch-dokumentarischen Werk setzt er sich mit dem bis dahin geheimen System sowjetischer Gefangenenlager auseinander und machte die stalinistische Herrschaft begreifbar. Seine Schilderungen veränderten auch die Einstellung vieler westlicher Intellektueller zur Sowjetunion grundlegend.

Solschenizyn war der älteste lebende Literaturnobelpreisträger. Er hinterlässt seine Frau Natalja, die auch seine Sprecherin war, sowie seine drei Söhne Jermolai, Ignati und Stepan. Alle drei leben in den USA.

Solschenizyn wurde 1918 im Nordkaukasus geboren und zog als Kind mit seiner Mutter nach Rostow am Don, wo er nach dem Abitur an der Physikalischen und Mathematischen Fakultät studierte. Danach arbeitete er kurz als Physiklehrer und wurde 1941 zur Roten Armee eingezogen. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde er wegen abfälliger Bemerkungen über Stalin verhaftet. Er hatte den Machthaber in einem Brief als den «Mann mit dem Schnauzbart» bezeichnet. Solschenizyn verbrachte damals mehrere Jahre in Straflagern.

Nach einer kurzen Karriere in der Sowjetunion als Schriftsteller Anfang der 60er Jahre in der Zeit von Parteichef Nikita Chruschtschow fielen seine als zu politisch betrachteten Werke in Ungnade. 1970 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Normalerweise ehrt die schwedische Akademie der Wissenschaften Schriftsteller erst nach Jahrzehnten des Schaffens. Solschenizyn durfte für die Auszeichnung nicht nach Stockholm reisen. Die Anfeindungen der Behörden verschärften sich, als 1973 in Paris der erste Band der «Gulag»-Trilogie erschien.

Solschenizyn schloss sich schließlich einer Gruppe Bürgerrechtlern an, wurde 1974 verhaftet, ausgebürgert und nach Westdeutschland abgeschoben. Aufnahme fand er zunächst beim Schriftstellerkollegen Heinrich Böll. Später zog er in die Schweiz. 1976 verließ er die Schweiz und zog mit seiner Familie auf eine Farm nahe der Kleinstadt Cavendish im US-Staat Vermont.

Im Westen hatte Solschenizyn in den Folgejahren die Rolle des Mahners, Moralisten und Propheten, der in Vorträgen und Interviews immer wieder eindringlich vor zu großen Zugeständnissen an die Sowjetunion warnte. Sein moralischer Rigorismus, mit dem er auch die westlichen Demokratien kritisch bewertete, fand gleichermaßen Anklang und Ablehnung.

Anfang der 90er Jahre wurde er in Russland rehabilitiert und erhielt seine Bürgerrechte zurück. Mitte der 90er Jahre kehrte er unter großem Medieninteresse nach Russland zurück. Später äußerte er sich verärgert und enttäuscht darüber, dass die meisten seiner Landsleute seine Bücher nicht gelesen hatten. Solschenizyn blieb bis kurz vor seinem Tod ein kritischer Beobachter des neuen Russlands. Ähnlich wie der frühere Staatspräsident Wladimir Putin lehnte er eine russische Gesellschaft nach westlichem Vorbild ab und sprach sich dafür aus, dass das Land seinen eigenen Weg gehen müsse.

(Quelle: ap)
 
 
 
 

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