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Irak 1596 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

US-Oberst hält dauerhafte Sicherheit im Irak für möglich. Zwei US-Soldaten sterben bei Bombenanschlägen in Bagdad - Seit Kriegsbeginn verloren 4130 amerikanische Militärangehörige im Irak ihr Leben

Di.05.08.08 - Die Sicherheitslage im Irak hat sich Angaben eines ranghohen Vertreters der US-Armee deutlich verbessert. Die Kräfte aus den USA und dem Irak seien "im Begriff eine dauerhafte Sicherheit zu erreichen", sagte Oberst Ted Martin, der für einen der gefährlichsten Sektoren in Bagdad verantwortlich ist, per Videobotschaft aus Bagdad. Er habe Veränderungen in dem von ihm Überwachten Bezirk Raschid im Süden der Stadt beobachtet. Ähnlich sei es in anderen Stadtteilen, sagte Martin weiter.

Zudem hat nach Angaben von Martin die Niederlage der schiitischen Milizen, die vom Iran unterstützt würden, im Mai und Juni zur Verbesserung der Sicherheit beigetragen. Das Vertrauen der Bevölkerung in die irakischen Sicherheitskräfte sei gewachsen.

Bei einem Bombenanschlag in Bagdad starben am Montag zwei US-Soldaten. Ein dritter wurde verwundet, wie ein Militärsprecher mitteilte. Der Sprengsatz sei auf einer Straße im Stadtteil Karrada platziert worden. Damit stieg die Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten auf 4130 seit dem Einmarsch in den Irak 2003, wie die unabhängige Internetseite icasualties.org meldete. Bei einer weiteren Explosion in Bagdad starben am Montag zudem ein irakischer Soldat und ein Zivilist starben. 15 Menschen wurden verletzt, als der Sprengsatz bei der Vorbeifahrt einer irakischen Militärpatrouille in die Luft ging, wie irakische Sicherheitsvertreter mitteilten.

(Quelle: afp)

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 05.08.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendeinhundertundzweiunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

So.05.08.07 - Vier Tote bei US-Einsatz gegen Extremisten +++ Iran, Irak und USA wollen erneut Sicherheitslage gemeinsam beraten +++ Ministerpräsident Maliki: Weder USA noch Irak können Zeitplan für US-Abzug aufstellen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0708050.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 



 

Mehr als 20 Tote bei Kämpfen in Afghanistan

Di.05.08.08 - Bei Kämpfen vor allem im Süden von Afghanistan sind wieder mehr als 20 Menschen getötet worden. Afghanische und NATO-Soldaten griffen am Sonntag in der Provinz Helmand eine Gruppe Aufständischer an und töteten 17 von ihnen, wie am Montag das Verteidigungsministerium in Kabul mitteilte. Dabei seien auch Waffen, Munition und 60 Kilogramm Drogen beschlagnahmt worden. In der Provinz Ghasni in der Mitte des Landes wurden vier Polizisten in einem Hinterhalt von Taliban-Kämpfern getötet.

Der Süden von Afghanistan steht im Mittelpunkt des von den Taliban angeführten Aufstands, der allein in diesem Jahr schon mehr als 2.700 (richtig) Menschen das Leben gekostet hat. Die Provinz Helmand ist zudem das größte Anbaugebiet für Schlafmohn auf der Welt, dem Rohstoff für die Droge Opium.

(Quelle: ap)
 



 

16 Polizisten bei Angriff auf Wache in Westchina getötet

Di.05.08.08 - Vier Tage vor Beginn der Olympischen Spiele sind bei einem Anschlag auf eine Grenzpolizeiwache in Westchina 16 Polizisten getötet worden. Zwei Angreifer rasten am Montag mit einem Mülllaster in eine Gruppe von Polizisten, die sich zum Morgenappell vor einem benachbarten Hotel versammelt hatten. Anschließend warfen die Männer zwei Sprengsätze in die Polizeistation in Kashi und griffen die Polizisten mit Messern an, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Die Polizei sprach von einem mutmaßlichen Terroranschlag.

14 Polizisten waren sofort tot, zwei weitere erlagen auf dem Weg ins Krankenhaus ihren Verletzungen. 16 weitere Polizisten wurden verletzt. Die Angreifer wurden laut Polizei festgenommen, einer von ihnen wurde am Bein verletzt.

Die örtlichen Behörden wollten sich zunächst nicht zu dem Vorfall in der Provinz Xinjiang äußern. Das ehemalige Handelszentrum Kashi an der früheren Seidenstraße ist heute ein beliebter Ferienort und liegt 130 Kilometer von der Grenze zu Pakistan, Afghanistan und Kirgistan entfernt. In der Gegend leben muslimische Uiguren, die sich gegen die chinesische Herrschaft auflehnen. Einige von ihnen sind militante Islamisten.

Xinhua meldete, die Polizei in Xinjiang habe zuvor Geheimdienstinformationen über einen möglichen Terroranschlag der Islamischen Bewegung Ost-Turkistan zwischen dem 1. und dem 8. August erhalten. Diese Gruppe radikaler Uiguren wird von China und den USA als Terrororganisation eingestuft; die chinesischen Behörden verwenden den Namen jedoch häufig als Bezeichnung für eine größere Anzahl gewalttätiger Separatistengruppen.

In der Region gab es bereits in den 90er Jahren Angriffe. Die Pekinger Regierung hat dort paramilitärische Einheiten stationiert und geht gegen nicht registrierte Moscheen und Religionsschulen vor, die nach Darstellung der Behörden die Aktionen fördern.

Radikale Uiguren werden auch als größte Gefahr für die Olympischen Spiele gewertet. In den vergangenen Monaten vereitelte die chinesische Polizei nach eigenen Angaben Pläne, nach denen ein Passagierflugzeug gesprengt werden sollte. Geplant sei auch die Entführung von Sportlern und Journalisten gewesen.

(Quelle: ap)
 



 

Atomstreit : Sechsergruppe droht Iran mit neuen UN-Sanktionen

Di.05.08.08 - Im Atomstreit mit dem Iran haben die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit neuen Sanktionen gedroht, sollte Teheran nicht auf ihr Kooperationsangebot eingehen. Dies sei das Ergebnis einer Telefonkonferenz von Vertretern der sogenannten Sechsergruppe gewesen, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Zuvor hatte der EU-Außenbeauftragte Javier Solana mit dem iranischen Unterhändler Said Dschalili telefoniert. Nach einem Bericht des iranischen Fernsehens verständigten sich beide darauf, die Gespräche fortzusetzen. Am Wochenende war eine Frist abgelaufen, binnen derer sich der Iran zum Angebot äußern sollte.

"Wir sind enttäuscht, dass wir keine Antwort vom Iran erhalten haben, wie es am 19. Juli in Genf ausgemacht wurde", sagte US-Außenministeriums-Sprecher Gonzalo Gallegos. Nach Angaben des Sprechers sagte Dschalili aber im Telefonat mit Solana eine schriftliche Antwort an die Sechsergruppe bis Dienstag zu.

"Wir verfolgen weiter beide Gleise unserer Doppelstrategie", sagte Gallegos weiter. Sollte es keine klare positive Antwort Irans auf das Kooperationsangebot geben, müssten "andere Maßnahmen" ergriffen werden. Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China hatten dem Iran wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit im Gegenzug für den Verzicht auf die Urananreicherung angeboten. Bei einem Treffen mit Dschalili in Genf hatten sie dem Iran am 19. Juli zwei Wochen Bedenkzeit eingeräumt, die am Samstag ausgelaufen waren.

Wenn es bis Dienstag keine Antwort des Iran gebe, müsse der UN-Sicherheitsrat wegen möglicher Sanktionen eingeschaltet werden, erklärte ein Sprecher des britischen Außenministeriums in London. Ähnlich äußerte sich der stellvertretende französische UN-Vertreter in New York, Jean-Pierre Lacroix. "Wenn es keine Antwort aus dem Iran gibt, muss man auf Härte setzen."

Die Bundesregierung forderte den Iran auf, eine "substanzielle Antwort" zu geben. "Das Angebot liegt auf dem Tisch. Es verdient eine Antwort", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Jens Plötner. Dem Iran sei zwar kein Ultimatum gestellt werden.

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland versuchen den Iran seit Jahren zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte am Wochenende jedoch erneut, dass sein Land nicht auf das Recht auf ein eigenes Atomprogramm verzichten werde.

(Quelle: ap)
 



 

Prostituierte verlangen Zugang zu Aids-Konferenz in Mexiko

Di.05.08.08 - Auf der internationalen Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt wird von Sonntag an sechs Tage lang über die Probleme von HIV-Infizierten beraten.

Doch viele Menschen aus Risikogruppen wie die Prostituierte Elma Delea sind dort nicht zugelassen. "Wir sind sehr aufgebracht", sagte die Transsexuelle. Die mexikanischen Behörden hätten erklärt, es gebe kein Geld für die Teilnahme aller. Ihren Freunden habe man mangelnde Englischkenntnisse als Grund für Absagen genannt. Als Chefin der Prostituierten-Vereinigung Angeles en Busqueda de la Libertad (Engel auf der Suche nach Freiheit) bleibt Delea also nur, ihrem Ärger vor den Türen der Tagung Luft zu machen.

Rund 25.000 Teilnehmer werden zu der alle zwei Jahre stattfindenden Aids-Konferenz erwartet - darunter Wissenschaftler, Vertreter internationaler Organisationen, von Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen sowie der Medien. Doch neben Prostituierten werden auch andere Risikogruppen wie Homosexuelle und Drogenabhängige kaum bei der Konferenz zu sehen sein. Die meisten von ihnen sind arm und können die Anmeldegebühren nicht aufbringen. In ganz Lateinamerika sind 1,7 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert, weltweit sind es 33 Millionen.

Die Mexikanerin Delea verlangt billigere Aids-Medikamente und die Anerkennung von Prostituierten. Prostitution ist in Mexiko illegal, wird aber weitgehend geduldet. Bestechung ist verbreitet, damit die Polizei Straßenstrichs und Bordelle ignoriert. Im Kampf gegen Aids hat die mexikanische Regierung 23 Millionen Dollar zur Sicherung von Bluttransfusionen ausgegeben, fünf Millionen Dollar für die Prävention unter homosexuellen Männern ausgegeben, aber weniger als eine Million Dollar für Prostituierte.

(Quelle: rtr)
 



 

Hunderte Flüchtlinge landen auf Lampedusa - Lager überfüllt

Di.05.08.08 - Das Flüchtlingslager auf der italienischen Insel Lampedusa ist nach der Landung von Hunderten von Flüchtlingen aus Afrika überfüllt. Innerhalb von zwölf Stunden seien rund 1.000 Flüchtlinge auf der Ferieninsel angekommen, berichteten italienische Tageszeitungen am Freitag. Damit seien zeitweise 1.600 Flüchtlinge in dem Lager untergebracht gewesen, das nur über 1.200 Plätze verfügt. Zwei von den insgesamt 200 Frauen unter den Neuankömmlingen überlebten die Reise von der libyschen Küste aus nicht. Eine von ihnen war den Angaben zufolge schwanger.

Während die Behörden von Lampedusa mehr Unterstützung aus Rom und der Europäischen Union fordern, blockiert Libyen gemeinsame Patrouillen vor der libyschen Küste. Die Behörden weigerten sich, weil sie auf höhere Entschädigungszahlungen hoffen für das Unrecht, das Italien während der Kolonialherrschaft in Libyen begangen hat. Die italienische Regierung stellte bereits Boote und Ausrüstung für die Patrouillenfahrten, mit denen Flüchtlinge an der Überfahrt gehindert werden sollen, zur Verfügung.

(Quelle: epd)
 



 

Konjunkturexperten erwarten Auftragsmangel zum Jahreswechsel

Di.05.08.08 - Konjunkturexperten erwarten im Winter einen Auftragsmangel in Deutschland und damit den Abbau von Arbeitsplätzen. Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate seien "grottenschlecht", sagte der Leiter der Konjunkturabteilung des Münchner ifo-Instituts, Kai Carstensen, der "Bild"-Zeitung. Im Winter sei der Aufschwung "definitiv vorbei". Zeichen für einen Konjunkturabschwung seien auch die erstmals seit sieben Jahren zurückgehenden Frachttransporte von Asien nach Europa, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Vom "Handelsblatt" befragte Konjunkturforscher schraubten ihre Erwartungen für das kommende Jahr deutlich herunter. Sie erwarten ein Wachstum von nur noch 0,9 Prozent im Euroraum. Derzeit ist der Auftragsbestand der deutschen Unternehmen laut ifo-Konjunkturexperte Carstensen noch gut. Es fehle aber an neuen Aufträgen. Ab dem Winter würden viele Firmen nach und nach Kapazitäten abbauen und auch Personal entlassen, sagte Carstensen der "Bild". Auch der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte dem Blatt, in vielen Firmen reichten die Aufträge nur noch bis Jahresende.

Zum ersten Mal seit 2001 seien die Transporte von Asien nach Europa im Juni geschrumpft, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Far Eastern Freight Conference, eine Organisation von Reedern, die 70 Prozent des Verkehrs auf der Strecke abdecken. Spielzeug, Elektronik oder Kleidung für das Weihnachtsgeschäft in Deutschland werde überwiegend in Asien produziert und in den Sommermonaten auf dem Seeweg nach Europa gebracht.

Michael Otto, Aufsichtsratschef des Versandhauskonzerns Otto, sagte der Zeitung, die hohen Energie- und Lebensmittelpreise drückten nicht nur auf den Geldbeutel des Verbrauchers, sondern auch auf seine Stimmung. "Es gibt keinen Optimismus, trotz Wirtschaftswachstums und weniger Arbeitslosigkeit." Wenn die Zukunftserwartungen gedämpft seien, dann bedeute das Konsumzurückhaltung.

Der private Konsum sollte in diesem Jahr die Konjunktur ankurbeln. Bislang ist diese Entwicklung aber ausgeblieben. Die vom "Handelsblatt" befragten Konjunkturexperten von zehn deutschen und internationalen Banken und Forschungsinstituten rechnen mit einem Wachstum von 1,5 Prozent in diesem Jahr, das im kommenden auf 0,9 Prozent weiter zurückgehen wird. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,7 Prozent gewachsen.

(Quelle: afp)
 



 

SPD will Eskalation um Clement verhindern

Di.05.08.08 - Die SPD-Spitze bemüht sich im Streit über den drohenden Parteiausschluss von Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement um Schadensbegrenzung.

Parteichef Kurt Beck warnte seine Partei am Montag davor, die Debatte um Clement zu einem Richtungsstreit eskalieren zu lassen. Alle Beteiligten müssten nun Solidarität und Augenmaß beweisen, heißt es in einem Schreiben an Funktionsträger seiner Partei im Bund, den Ländern und Bezirken. "Es gilt, Brücken zu bauen und sie zu betreten", appellierte Beck in dem Reuters vorliegenden Brief sowohl an den einstigen Superminister wie an seine Kritiker. "Die SPD wird nur mit mehr Gemeinsamkeit erfolgreich sein."

Clement wies allerdings alle Kompromissvorschläge neuerlich brüsk ab. Den Vorschlag der gegen ihn klagenden Ortsvereine auf einen Ausschluss zu verzichten, wenn er eine Rüge akzeptiere und seine "parteischädigenden Aufrufe zur Nichtwahl der SPD" unterlasse, wertete Clement als weltfremd. "Ich werde mich nicht auf irgendwelche Vergleichsvorschläge einlassen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Beck bekräftigte in seinem Schreiben, die Bundes-Schiedskommission, die nun über den Ausschluss entscheidet, werde dies unabhängig von politischen Weisungen tun. Zugleich forderte er erneut, jede Entscheidung müsse auch die Verdienste Clements für die SPD berücksichtigen. "Wir alle kennen die Verdienste und das ausgeprägte Temperament von Wolfgang Clement", schrieb Beck.

Deutlich widersprach Beck aber Clements Einschätzung, dass es in der Debatte um dessen Parteiausschluss vor allem um eine Richtungsentscheidung der Sozialdemokraten gehe. "Es geht nicht um den Kurs der SPD zur Agenda 2010", schrieb Beck. Auch am Atomausstieg werde festgehalten, erklärte der Parteichef zum zweiten großen Kritikpunkt von Clement, der Energiepolitik. Er erwarte, dass alle Parteimitglieder nun öffentlich für die klaren Positionen der Partei einträten, "statt Diskussionen um Details zu Richtungsentscheidungen hoch zu reden", schrieb Beck.

In einer Telefonschaltkonferenz beschloss die Parteiführung, dem Schiedsverfahren gegen Clement beizutreten. "Es geht darum, dass wir Brücken bauen wollen in diesem Konflikt", sagte Heil fast wortgleich mit dem Schreiben seines Parteivorsitzenden. "Ich weise aber auch darauf hin, dass diese Brücken von beiden Seiten betreten werden müssen."

Weil Clement sich aber unbeugsam zeigt, soll einem Medienbericht zufolge nun Finanzminister Peer Steinbrück vermitteln und seinen langjährigen Weggefährten aus der gemeinsamen Zeit in der nordrhein-westfälischen Landespolitik zum Einlenken bewegen. Die "Rheinische Post" (Dienstagausgabe) meldet unter Berufung auf SPD-Führungskreise, Steinbrück solle Clement in einem persönlichen Gespräch dazu aufrufen, den von den klagenden Ortsvereinen vorgeschlagenen Kompromiss anzunehmen. "Wenn es einer schafft, Clement zu besänftigen, dann Steinbrück", zitiert die Zeitung ein Mitglied der SPD-Führung.

Die Landesschiedskommission der SPD in Nordrhein-Westfalen hatte Clement in der vergangenen Woche aus der Partei ausgeschlossen, weil er im Hessen-Wahlkampf indirekt dazu aufgerufen hatte, die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer Energiepolitik nicht zu wählen. Clement will nun vor der Bundesschiedskommission um seine Mitgliedschaft kämpfen. Bis zu einer Entscheidung, die sich Heil zufolge bis zum Herbst hinziehen kann, ist sein Parteiausschluss nicht rechtskräftig.

(Quelle: rtr)
 



 

Scharfe innerparteiliche Attacke gegen Merkel

Di.05.08.08 - In der CDU verschärft der Wirtschaftsflügel die Kritik an der Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Josef Schlarmann, warf Merkel im "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) vor, Kernpositionen der Partei aufgegeben und das wirtschaftspolitische Profil der Partei verwässert zu haben. "Frau Merkel hat nach und nach viele christdemokratische Positionen aufgegeben und sich als Kanzlerin stärker mit der Politik der großen Koalition identifiziert. Für den Bundestagswahlkampf kann das für die Kanzlerin zum Problem werden, um glaubwürdig für eine bürgerliche Koalition zu werben", kritisierte Schlarmann einer Vorabmeldung zufolge.

Dringend nötig sei nun eine ausführliche Debatte über den wirtschaftspolitischen Kurs der Partei. Nur so könne auch anhaltende Welle an Parteiaustritten gestoppt werden.

Die Unzufriedenheit an der Basis sei deshalb so hoch, weil das wirtschaftspolitische Profil der Union immer weniger zu erkennen sei, sagte Schlarmann weiter.

Die wirtschaftspolitische Bilanz der schwarz-roten Regierung nannte Schlarmann ernüchternd. Persönliche Vorwürfe richtet der CDU-Politiker in der Arbeitsmarktpolitik an die Kanzlerin: "Die Verantwortung für die jetzigen Pläne der großen Koalition zu branchenbezogenen Mindestlöhnen trägt Bundeskanzlerin Angela Merkel." Sollte die Koalition ihre Pläne umsetzen, seien Tausende Arbeitsplätze gefährdet, weil der Wettbewerb in bestimmten Branchen ausgeschaltet werde. Die Mindestlohnpläne stünden im Widerspruch zum Grundsatzprogramm der CDU, in dem statt Mindestlöhnen ein Mindesteinkommen für jeden Bürger gefordert werde.

(Quelle: rtr)
 



 

CSU gegen EU-Zuständigkeit für den Anbau von Gentechnik-Pflanzen

Di.05.08.08 - Die CSU ist gegen die Zuständigkeit der EU-Kommission für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. «Wenn sich ein Land oder eine Region zur gentechnikfreien Zone erklären möchte, sollte das auch möglich sein», sagte Bayerns Europaminister Markus Söder (CSU) dem Berliner «Tagesspiegel» (Montagausgabe). Bisher können Genpflanzen von der EU nach einem Prüfverfahren prinzipiell zugelassen werden. «Einmal zugelassen, darf kein Mitgliedsstaat den Anbau verbieten, es sei denn, er kann neue und klare wissenschaftliche Beweise für Gefahren vorlegen». Dies müsse geändert werden, forderte Söder.

In der sogenannten grünen Gentechnologie seien viele Risiken nicht erforscht und viele Versprechen nicht eingehalten worden, sagte der frühere CSU-Generalsekretär zur Begründung. Durch die Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen könnten «Prozesse in Gang kommen, die sich nicht mehr stoppen lassen». Das beunruhige die Menschen. In Bayern lehnten 80 Prozent den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft ab. «Sicherheit geht vor Kommerz. Und wir dürfen bei diesem wichtigen Thema einfach nicht abhängig sein von EU-Entscheidungen», sagte Söder.

(Quelle: ddp)
 



 

Autobauer Nissan stellt 'Öko-Gaspedal' vor

Di.05.08.08 - Der japanische Autobauer Nissan hat ein "Öko-Gaspedal" vorgestellt, das bei zu hohem Spritverbrauch Widerstand leistet. Das Pedal reagiere mit Gegendruck, wenn der Autofahrer zuviel Gas gebe und damit mehr Sprit verbrauche als nötig, erklärte Nissan bei der Vorstellung seines "Öko-Pedal-Systems", das ab kommendem Jahr in die Fahrzeuge eingebaut sein soll. Eine Anzeige informiert in Echtzeit über den Kraftstoffverbrauch und darüber, wie hoch dieser bei einer sparsamen Fahrweise sein dürfte. Wird Sprit verschwendet, zeigt dies ein Farbwechsel an.

Autofahrer könnten so bis zu zehn Prozent Sprit sparen, erklärte Nissan. Der Wettstreit de Autobauer um spritsparende Fahrzeuge geht damit in eine neue Runde - Nissan hat jetzt einen Vorsprung vor dem Rivalen Toyota, der 2006 mit dem "Eco Drive"-System an den Start ging. Es informiert den Fahrer, ob er einen sparsamen Fahrstil hat.

(Quelle: afp)
 



 

Computer: Open Office als kostenlose Alternative zu teuren Office-Produkten

Di.05.08.08 - Günstige Notebooks überschwemmen derzeit den Markt. Auf den portablen Rechnern ist jedoch häufig kaum Software installiert. Werden Office-Programme für Textverarbeitung und Co. benötigt, müssen diese nicht gleich ein paar Hundert Euro kosten. Open Office ist eine kostenlose Alternative, die aus dem Internet heruntergeladen werden kann.

Der Namensbestandteil "Open" heißt zu Deutsch "offen". Dieses Office-Paket ist von etlichen Programmierern mit Hilfe offener Codes erstellt worden, die jeder zum Entwickeln von Computer-Programmen verwenden kann, sofern er über die nötigen Kenntnisse verfügt. Die Entwickler haben Hand in Hand gearbeitet und so ein Programm-Paket erstellt, das unter anderem Anwendungen umfasst, die für die Erstellung und Verarbeitung von Texten, für Tabellenkalkulationen und für das Anfertigen von Präsentationen geeignet sind.

Mit diesen kostenlosen Tools können Dateien erzeugt werden, die sich entweder im Open-Office-Format oder sogar in den jeweiligen weit verbreiteten Microsoft-Formaten wie ".doc" oder ".xls" speichern lassen. Letzteres garantiert, dass sie auch auf Computern geöffnet werden können, auf denen ein Office-Paket von Microsoft installiert ist. Die Kompatibilität ist überwiegend gut, allerdings kann es zum Beispiel bei Präsentationen vorkommen, dass ein Farbverlauf im Dokumenthintergrund im Open-Office-Format gewählt wird und dieser dann beim Speichern im Microsoft-Format genau spiegelverkehrt verläuft. Solche kleinen Schönheitsfehler können jedoch die meisten Anwender verschmerzen, wenn sie dafür kein teures Office-Paket kaufen müssen.

Heruntergeladen werden kann das Open Office unter http://de.openoffice.org. Wenn ein nicht internetfähiges Notebook mit dem Programm-Paket ausgestattet werden soll, kann die Installations-Software auch von einem Rechner mit Internet-Zugang auf einen USB-Speicher-Stick geladen werden. Über diesen lässt sich dann Open Office bequem auf dem Notebook installieren. Das Software-Paket läuft natürlich auch auf Desktop-PCs. Es empfiehlt sich, regelmäßig nach Programm-Aktualisierungen im Internet Ausschau zu halten, denn die Entwickler von Open Office verbessern die Produkte stetig und bieten entsprechende Updates oder gar völlig neue Programmversionen an.

(Quelle: gp)
 
 
 
 

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