+++ Di.05.08.08, 06:30
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Aktuelle Nachrichten
Irak 1596 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
US-Oberst hält dauerhafte Sicherheit im Irak für
möglich. Zwei US-Soldaten sterben bei Bombenanschlägen in
Bagdad - Seit Kriegsbeginn verloren 4130 amerikanische
Militärangehörige im Irak ihr Leben
Di.05.08.08 - Die Sicherheitslage im Irak hat sich Angaben eines ranghohen Vertreters
der US-Armee deutlich verbessert. Die Kräfte aus den USA und dem
Irak seien "im Begriff eine dauerhafte Sicherheit zu erreichen", sagte
Oberst Ted Martin, der für einen der gefährlichsten Sektoren
in Bagdad verantwortlich ist, per Videobotschaft aus Bagdad. Er habe
Veränderungen in dem von ihm Überwachten Bezirk Raschid im
Süden der Stadt beobachtet. Ähnlich sei es in anderen
Stadtteilen, sagte Martin weiter.
Zudem hat nach Angaben von Martin die Niederlage der schiitischen
Milizen, die vom Iran unterstützt würden, im Mai und Juni zur
Verbesserung der Sicherheit beigetragen. Das Vertrauen der
Bevölkerung in die irakischen Sicherheitskräfte sei gewachsen.
Bei einem Bombenanschlag in Bagdad starben am Montag zwei US-Soldaten.
Ein dritter wurde verwundet, wie ein Militärsprecher mitteilte.
Der Sprengsatz sei auf einer Straße im Stadtteil Karrada
platziert worden. Damit stieg die Zahl der im Irak getöteten
US-Soldaten auf 4130 seit dem Einmarsch in den Irak 2003, wie die
unabhängige Internetseite icasualties.org meldete. Bei einer
weiteren Explosion in Bagdad starben am Montag zudem ein irakischer
Soldat und ein Zivilist starben. 15 Menschen wurden verletzt, als der
Sprengsatz bei der Vorbeifahrt einer irakischen Militärpatrouille
in die Luft ging, wie irakische Sicherheitsvertreter mitteilten.
(Quelle: afp)
mehr Nachrichten vom Tage
Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 05.08.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinhundertundzweiunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
So.05.08.07 - Vier Tote bei US-Einsatz gegen Extremisten +++ Iran, Irak und USA wollen
erneut Sicherheitslage gemeinsam beraten +++ Ministerpräsident
Maliki: Weder USA noch Irak können Zeitplan für US-Abzug
aufstellen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0708050.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Mehr als 20 Tote bei Kämpfen in Afghanistan
Di.05.08.08 - Bei Kämpfen vor allem im Süden von Afghanistan sind wieder
mehr als 20 Menschen getötet worden. Afghanische und NATO-Soldaten
griffen am Sonntag in der Provinz Helmand eine Gruppe
Aufständischer an und töteten 17 von ihnen, wie am Montag das
Verteidigungsministerium in Kabul mitteilte. Dabei seien auch Waffen,
Munition und 60 Kilogramm Drogen beschlagnahmt worden. In der Provinz
Ghasni in der Mitte des Landes wurden vier Polizisten in einem
Hinterhalt von Taliban-Kämpfern getötet.
Der Süden von Afghanistan steht im Mittelpunkt des von den Taliban
angeführten Aufstands, der allein in diesem Jahr schon mehr als
2.700 (richtig) Menschen das Leben gekostet hat. Die Provinz Helmand
ist zudem das größte Anbaugebiet für Schlafmohn auf der
Welt, dem Rohstoff für die Droge Opium.
(Quelle: ap)
16 Polizisten bei Angriff auf Wache in Westchina getötet
Di.05.08.08 - Vier Tage vor Beginn der Olympischen Spiele sind bei einem Anschlag auf
eine Grenzpolizeiwache in Westchina 16 Polizisten getötet worden.
Zwei Angreifer rasten am Montag mit einem Mülllaster in eine Gruppe
von Polizisten, die sich zum Morgenappell vor einem benachbarten Hotel
versammelt hatten. Anschließend warfen die Männer zwei
Sprengsätze in die Polizeistation in Kashi und griffen die
Polizisten mit Messern an, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua
meldete. Die Polizei sprach von einem mutmaßlichen Terroranschlag.
14 Polizisten waren sofort tot, zwei weitere erlagen auf dem Weg ins
Krankenhaus ihren Verletzungen. 16 weitere Polizisten wurden verletzt.
Die Angreifer wurden laut Polizei festgenommen, einer von ihnen wurde am
Bein verletzt.
Die örtlichen Behörden wollten sich zunächst nicht zu
dem Vorfall in der Provinz Xinjiang äußern. Das ehemalige
Handelszentrum Kashi an der früheren Seidenstraße ist heute
ein beliebter Ferienort und liegt 130 Kilometer von der Grenze zu
Pakistan, Afghanistan und Kirgistan entfernt. In der Gegend leben
muslimische Uiguren, die sich gegen die chinesische Herrschaft
auflehnen. Einige von ihnen sind militante Islamisten.
Xinhua meldete, die Polizei in Xinjiang habe zuvor
Geheimdienstinformationen über einen möglichen Terroranschlag
der Islamischen Bewegung Ost-Turkistan zwischen dem 1. und dem 8. August
erhalten. Diese Gruppe radikaler Uiguren wird von China und den USA als
Terrororganisation eingestuft; die chinesischen Behörden verwenden
den Namen jedoch häufig als Bezeichnung für eine
größere Anzahl gewalttätiger Separatistengruppen.
In der Region gab es bereits in den 90er Jahren Angriffe. Die Pekinger
Regierung hat dort paramilitärische Einheiten stationiert und geht
gegen nicht registrierte Moscheen und Religionsschulen vor, die nach
Darstellung der Behörden die Aktionen fördern.
Radikale Uiguren werden auch als größte Gefahr für die
Olympischen Spiele gewertet. In den vergangenen Monaten vereitelte die
chinesische Polizei nach eigenen Angaben Pläne, nach denen ein
Passagierflugzeug gesprengt werden sollte. Geplant sei auch die
Entführung von Sportlern und Journalisten gewesen.
(Quelle: ap)
Atomstreit : Sechsergruppe droht Iran mit neuen UN-Sanktionen
Di.05.08.08 - Im Atomstreit mit dem Iran haben die fünf UN-Vetomächte und
Deutschland mit neuen Sanktionen gedroht, sollte Teheran nicht auf ihr
Kooperationsangebot eingehen. Dies sei das Ergebnis einer
Telefonkonferenz von Vertretern der sogenannten Sechsergruppe gewesen,
sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Zuvor hatte der
EU-Außenbeauftragte Javier Solana mit dem iranischen
Unterhändler Said Dschalili telefoniert. Nach einem Bericht des
iranischen Fernsehens verständigten sich beide darauf, die
Gespräche fortzusetzen. Am Wochenende war eine Frist abgelaufen,
binnen derer sich der Iran zum Angebot äußern sollte.
"Wir sind enttäuscht, dass wir keine Antwort vom Iran erhalten
haben, wie es am 19. Juli in Genf ausgemacht wurde", sagte
US-Außenministeriums-Sprecher Gonzalo Gallegos. Nach Angaben des
Sprechers sagte Dschalili aber im Telefonat mit Solana eine
schriftliche Antwort an die Sechsergruppe bis Dienstag zu.
"Wir verfolgen weiter beide Gleise unserer Doppelstrategie", sagte
Gallegos weiter. Sollte es keine klare positive Antwort Irans auf das
Kooperationsangebot geben, müssten "andere Maßnahmen"
ergriffen werden. Deutschland, die USA, Großbritannien,
Frankreich, Russland und China hatten dem Iran wirtschaftliche und
technologische Zusammenarbeit im Gegenzug für den Verzicht auf die
Urananreicherung angeboten. Bei einem Treffen mit Dschalili in Genf
hatten sie dem Iran am 19. Juli zwei Wochen Bedenkzeit eingeräumt,
die am Samstag ausgelaufen waren.
Wenn es bis Dienstag keine Antwort des Iran gebe, müsse der
UN-Sicherheitsrat wegen möglicher Sanktionen eingeschaltet werden,
erklärte ein Sprecher des britischen Außenministeriums in
London. Ähnlich äußerte sich der stellvertretende
französische UN-Vertreter in New York, Jean-Pierre Lacroix. "Wenn
es keine Antwort aus dem Iran gibt, muss man auf Härte setzen."
Die Bundesregierung forderte den Iran auf, eine "substanzielle Antwort"
zu geben. "Das Angebot liegt auf dem Tisch. Es verdient eine Antwort",
sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Jens Plötner. Dem
Iran sei zwar kein Ultimatum gestellt werden.
Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland versuchen den Iran
seit Jahren zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Der iranische
Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte am Wochenende jedoch
erneut, dass sein Land nicht auf das Recht auf ein eigenes Atomprogramm
verzichten werde.
(Quelle: ap)
Prostituierte verlangen Zugang zu Aids-Konferenz in Mexiko
Di.05.08.08 - Auf der internationalen Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt wird von Sonntag
an sechs Tage lang über die Probleme von HIV-Infizierten beraten.
Doch viele Menschen aus Risikogruppen wie die Prostituierte Elma Delea
sind dort nicht zugelassen. "Wir sind sehr aufgebracht", sagte die
Transsexuelle. Die mexikanischen Behörden hätten erklärt,
es gebe kein Geld für die Teilnahme aller. Ihren Freunden habe man
mangelnde Englischkenntnisse als Grund für Absagen genannt. Als
Chefin der Prostituierten-Vereinigung Angeles en Busqueda de la
Libertad (Engel auf der Suche nach Freiheit) bleibt Delea also nur,
ihrem Ärger vor den Türen der Tagung Luft zu machen.
Rund 25.000 Teilnehmer werden zu der alle zwei Jahre stattfindenden
Aids-Konferenz erwartet - darunter Wissenschaftler, Vertreter
internationaler Organisationen, von Regierungs- und
Nicht-Regierungsorganisationen sowie der Medien. Doch neben
Prostituierten werden auch andere Risikogruppen wie Homosexuelle und
Drogenabhängige kaum bei der Konferenz zu sehen sein. Die meisten
von ihnen sind arm und können die Anmeldegebühren nicht
aufbringen. In ganz Lateinamerika sind 1,7 Millionen Menschen mit dem
Aids-Virus infiziert, weltweit sind es 33 Millionen.
Die Mexikanerin Delea verlangt billigere Aids-Medikamente und die
Anerkennung von Prostituierten. Prostitution ist in Mexiko illegal, wird
aber weitgehend geduldet. Bestechung ist verbreitet, damit die Polizei
Straßenstrichs und Bordelle ignoriert. Im Kampf gegen Aids hat
die mexikanische Regierung 23 Millionen Dollar zur Sicherung von
Bluttransfusionen ausgegeben, fünf Millionen Dollar für die
Prävention unter homosexuellen Männern ausgegeben, aber
weniger als eine Million Dollar für Prostituierte.
(Quelle: rtr)
Hunderte Flüchtlinge landen auf Lampedusa - Lager
überfüllt
Di.05.08.08 - Das Flüchtlingslager auf der italienischen Insel Lampedusa ist
nach der Landung von Hunderten von Flüchtlingen aus Afrika
überfüllt. Innerhalb von zwölf Stunden seien rund 1.000
Flüchtlinge auf der Ferieninsel angekommen, berichteten
italienische Tageszeitungen am Freitag. Damit seien zeitweise 1.600
Flüchtlinge in dem Lager untergebracht gewesen, das nur über
1.200 Plätze verfügt. Zwei von den insgesamt 200 Frauen unter
den Neuankömmlingen überlebten die Reise von der libyschen
Küste aus nicht. Eine von ihnen war den Angaben zufolge schwanger.
Während die Behörden von Lampedusa mehr Unterstützung
aus Rom und der Europäischen Union fordern, blockiert Libyen
gemeinsame Patrouillen vor der libyschen Küste. Die Behörden
weigerten sich, weil sie auf höhere Entschädigungszahlungen
hoffen für das Unrecht, das Italien während der
Kolonialherrschaft in Libyen begangen hat. Die italienische Regierung
stellte bereits Boote und Ausrüstung für die
Patrouillenfahrten, mit denen Flüchtlinge an der Überfahrt
gehindert werden sollen, zur Verfügung.
(Quelle: epd)
Konjunkturexperten erwarten Auftragsmangel zum Jahreswechsel
Di.05.08.08 - Konjunkturexperten erwarten im Winter einen Auftragsmangel in
Deutschland und damit den Abbau von Arbeitsplätzen. Die Erwartungen
der Unternehmen für die kommenden sechs Monate seien
"grottenschlecht", sagte der Leiter der Konjunkturabteilung des
Münchner ifo-Instituts, Kai Carstensen, der "Bild"-Zeitung. Im
Winter sei der Aufschwung "definitiv vorbei". Zeichen für einen
Konjunkturabschwung seien auch die erstmals seit sieben Jahren
zurückgehenden Frachttransporte von Asien nach Europa, berichtet
die "Süddeutsche Zeitung".
Vom "Handelsblatt" befragte Konjunkturforscher schraubten ihre
Erwartungen für das kommende Jahr deutlich herunter. Sie erwarten
ein Wachstum von nur noch 0,9 Prozent im Euroraum. Derzeit ist der
Auftragsbestand der deutschen Unternehmen laut ifo-Konjunkturexperte
Carstensen noch gut. Es fehle aber an neuen Aufträgen. Ab dem
Winter würden viele Firmen nach und nach Kapazitäten abbauen
und auch Personal entlassen, sagte Carstensen der "Bild". Auch der
Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin
Kannegiesser, sagte dem Blatt, in vielen Firmen reichten die
Aufträge nur noch bis Jahresende.
Zum ersten Mal seit 2001 seien die Transporte von Asien nach Europa im
Juni geschrumpft, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter
Berufung auf die Far Eastern Freight Conference, eine Organisation von
Reedern, die 70 Prozent des Verkehrs auf der Strecke abdecken.
Spielzeug, Elektronik oder Kleidung für das Weihnachtsgeschäft
in Deutschland werde überwiegend in Asien produziert und in den
Sommermonaten auf dem Seeweg nach Europa gebracht.
Michael Otto, Aufsichtsratschef des Versandhauskonzerns Otto, sagte der
Zeitung, die hohen Energie- und Lebensmittelpreise drückten nicht
nur auf den Geldbeutel des Verbrauchers, sondern auch auf seine
Stimmung. "Es gibt keinen Optimismus, trotz Wirtschaftswachstums und
weniger Arbeitslosigkeit." Wenn die Zukunftserwartungen gedämpft
seien, dann bedeute das Konsumzurückhaltung.
Der private Konsum sollte in diesem Jahr die Konjunktur ankurbeln.
Bislang ist diese Entwicklung aber ausgeblieben. Die vom "Handelsblatt"
befragten Konjunkturexperten von zehn deutschen und internationalen
Banken und Forschungsinstituten rechnen mit einem Wachstum von 1,5
Prozent in diesem Jahr, das im kommenden auf 0,9 Prozent weiter
zurückgehen wird. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft
um 2,7 Prozent gewachsen.
(Quelle: afp)
SPD will Eskalation um Clement verhindern
Di.05.08.08 - Die SPD-Spitze bemüht sich im Streit über den drohenden
Parteiausschluss von Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement um
Schadensbegrenzung.
Parteichef Kurt Beck warnte seine Partei am Montag davor, die Debatte
um Clement zu einem Richtungsstreit eskalieren zu lassen. Alle
Beteiligten müssten nun Solidarität und Augenmaß
beweisen, heißt es in einem Schreiben an Funktionsträger
seiner Partei im Bund, den Ländern und Bezirken. "Es gilt,
Brücken zu bauen und sie zu betreten", appellierte Beck in dem
Reuters vorliegenden Brief sowohl an den einstigen Superminister wie an
seine Kritiker. "Die SPD wird nur mit mehr Gemeinsamkeit erfolgreich
sein."
Clement wies allerdings alle Kompromissvorschläge neuerlich
brüsk ab. Den Vorschlag der gegen ihn klagenden Ortsvereine auf
einen Ausschluss zu verzichten, wenn er eine Rüge akzeptiere und
seine "parteischädigenden Aufrufe zur Nichtwahl der SPD"
unterlasse, wertete Clement als weltfremd. "Ich werde mich nicht auf
irgendwelche Vergleichsvorschläge einlassen", sagte er der
"Süddeutschen Zeitung".
Beck bekräftigte in seinem Schreiben, die
Bundes-Schiedskommission, die nun über den Ausschluss entscheidet,
werde dies unabhängig von politischen Weisungen tun. Zugleich
forderte er erneut, jede Entscheidung müsse auch die Verdienste
Clements für die SPD berücksichtigen. "Wir alle kennen die
Verdienste und das ausgeprägte Temperament von Wolfgang Clement",
schrieb Beck.
Deutlich widersprach Beck aber Clements Einschätzung, dass es in
der Debatte um dessen Parteiausschluss vor allem um eine
Richtungsentscheidung der Sozialdemokraten gehe. "Es geht nicht um den
Kurs der SPD zur Agenda 2010", schrieb Beck. Auch am Atomausstieg werde
festgehalten, erklärte der Parteichef zum zweiten großen
Kritikpunkt von Clement, der Energiepolitik. Er erwarte, dass alle
Parteimitglieder nun öffentlich für die klaren Positionen der
Partei einträten, "statt Diskussionen um Details zu
Richtungsentscheidungen hoch zu reden", schrieb Beck.
In einer Telefonschaltkonferenz beschloss die Parteiführung, dem
Schiedsverfahren gegen Clement beizutreten. "Es geht darum, dass wir
Brücken bauen wollen in diesem Konflikt", sagte Heil fast
wortgleich mit dem Schreiben seines Parteivorsitzenden. "Ich weise aber
auch darauf hin, dass diese Brücken von beiden Seiten betreten
werden müssen."
Weil Clement sich aber unbeugsam zeigt, soll einem Medienbericht
zufolge nun Finanzminister Peer Steinbrück vermitteln und seinen
langjährigen Weggefährten aus der gemeinsamen Zeit in der
nordrhein-westfälischen Landespolitik zum Einlenken bewegen. Die
"Rheinische Post" (Dienstagausgabe) meldet unter Berufung auf
SPD-Führungskreise, Steinbrück solle Clement in einem
persönlichen Gespräch dazu aufrufen, den von den klagenden
Ortsvereinen vorgeschlagenen Kompromiss anzunehmen. "Wenn es einer
schafft, Clement zu besänftigen, dann Steinbrück", zitiert
die Zeitung ein Mitglied der SPD-Führung.
Die Landesschiedskommission der SPD in Nordrhein-Westfalen hatte
Clement in der vergangenen Woche aus der Partei ausgeschlossen, weil er
im Hessen-Wahlkampf indirekt dazu aufgerufen hatte, die
SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer Energiepolitik nicht
zu wählen. Clement will nun vor der Bundesschiedskommission um
seine Mitgliedschaft kämpfen. Bis zu einer Entscheidung, die sich
Heil zufolge bis zum Herbst hinziehen kann, ist sein Parteiausschluss
nicht rechtskräftig.
(Quelle: rtr)
Scharfe innerparteiliche Attacke gegen Merkel
Di.05.08.08 - In der CDU verschärft der Wirtschaftsflügel die Kritik an der
Parteivorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union,
Josef Schlarmann, warf Merkel im "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) vor,
Kernpositionen der Partei aufgegeben und das wirtschaftspolitische
Profil der Partei verwässert zu haben. "Frau Merkel hat nach und
nach viele christdemokratische Positionen aufgegeben und sich als
Kanzlerin stärker mit der Politik der großen Koalition
identifiziert. Für den Bundestagswahlkampf kann das für die
Kanzlerin zum Problem werden, um glaubwürdig für eine
bürgerliche Koalition zu werben", kritisierte Schlarmann einer
Vorabmeldung zufolge.
Dringend nötig sei nun eine ausführliche Debatte über
den wirtschaftspolitischen Kurs der Partei. Nur so könne auch
anhaltende Welle an Parteiaustritten gestoppt werden.
Die Unzufriedenheit an der Basis sei deshalb so hoch, weil das
wirtschaftspolitische Profil der Union immer weniger zu erkennen sei,
sagte Schlarmann weiter.
Die wirtschaftspolitische Bilanz der schwarz-roten Regierung nannte
Schlarmann ernüchternd. Persönliche Vorwürfe richtet der
CDU-Politiker in der Arbeitsmarktpolitik an die Kanzlerin: "Die
Verantwortung für die jetzigen Pläne der großen
Koalition zu branchenbezogenen Mindestlöhnen trägt
Bundeskanzlerin Angela Merkel." Sollte die Koalition ihre Pläne
umsetzen, seien Tausende Arbeitsplätze gefährdet, weil der
Wettbewerb in bestimmten Branchen ausgeschaltet werde. Die
Mindestlohnpläne stünden im Widerspruch zum Grundsatzprogramm
der CDU, in dem statt Mindestlöhnen ein Mindesteinkommen für
jeden Bürger gefordert werde.
(Quelle: rtr)
CSU gegen EU-Zuständigkeit für den Anbau von
Gentechnik-Pflanzen
Di.05.08.08 - Die CSU ist gegen die Zuständigkeit der EU-Kommission für den
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. «Wenn sich ein Land
oder eine Region zur gentechnikfreien Zone erklären möchte,
sollte das auch möglich sein», sagte Bayerns Europaminister
Markus Söder (CSU) dem Berliner «Tagesspiegel»
(Montagausgabe). Bisher können Genpflanzen von der EU nach einem
Prüfverfahren prinzipiell zugelassen werden. «Einmal
zugelassen, darf kein Mitgliedsstaat den Anbau verbieten, es sei denn,
er kann neue und klare wissenschaftliche Beweise für Gefahren
vorlegen». Dies müsse geändert werden, forderte
Söder.
In der sogenannten grünen Gentechnologie seien viele Risiken nicht
erforscht und viele Versprechen nicht eingehalten worden, sagte der
frühere CSU-Generalsekretär zur Begründung. Durch die
Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen könnten
«Prozesse in Gang kommen, die sich nicht mehr stoppen
lassen». Das beunruhige die Menschen. In Bayern lehnten 80 Prozent
den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft ab. «Sicherheit
geht vor Kommerz. Und wir dürfen bei diesem wichtigen Thema
einfach nicht abhängig sein von EU-Entscheidungen», sagte
Söder.
(Quelle: ddp)
Autobauer Nissan stellt 'Öko-Gaspedal' vor
Di.05.08.08 - Der japanische Autobauer Nissan hat ein "Öko-Gaspedal"
vorgestellt, das bei zu hohem Spritverbrauch Widerstand leistet. Das
Pedal reagiere mit Gegendruck, wenn der Autofahrer zuviel Gas gebe und
damit mehr Sprit verbrauche als nötig, erklärte Nissan bei der
Vorstellung seines "Öko-Pedal-Systems", das ab kommendem Jahr in
die Fahrzeuge eingebaut sein soll. Eine Anzeige informiert in Echtzeit
über den Kraftstoffverbrauch und darüber, wie hoch dieser bei
einer sparsamen Fahrweise sein dürfte. Wird Sprit verschwendet,
zeigt dies ein Farbwechsel an.
Autofahrer könnten so bis zu zehn Prozent Sprit sparen,
erklärte Nissan. Der Wettstreit de Autobauer um spritsparende
Fahrzeuge geht damit in eine neue Runde - Nissan hat jetzt einen
Vorsprung vor dem Rivalen Toyota, der 2006 mit dem "Eco Drive"-System an
den Start ging. Es informiert den Fahrer, ob er einen sparsamen
Fahrstil hat.
(Quelle: afp)
Computer: Open Office als kostenlose Alternative zu teuren
Office-Produkten
Di.05.08.08 - Günstige Notebooks überschwemmen derzeit den Markt. Auf den
portablen Rechnern ist jedoch häufig kaum Software installiert.
Werden Office-Programme für Textverarbeitung und Co. benötigt,
müssen diese nicht gleich ein paar Hundert Euro kosten. Open
Office ist eine kostenlose Alternative, die aus dem Internet
heruntergeladen werden kann.
Der Namensbestandteil "Open" heißt zu Deutsch "offen". Dieses
Office-Paket ist von etlichen Programmierern mit Hilfe offener Codes
erstellt worden, die jeder zum Entwickeln von Computer-Programmen
verwenden kann, sofern er über die nötigen Kenntnisse
verfügt. Die Entwickler haben Hand in Hand gearbeitet und so ein
Programm-Paket erstellt, das unter anderem Anwendungen umfasst, die
für die Erstellung und Verarbeitung von Texten, für
Tabellenkalkulationen und für das Anfertigen von
Präsentationen geeignet sind.
Mit diesen kostenlosen Tools können Dateien erzeugt werden, die
sich entweder im Open-Office-Format oder sogar in den jeweiligen weit
verbreiteten Microsoft-Formaten wie ".doc" oder ".xls" speichern lassen.
Letzteres garantiert, dass sie auch auf Computern geöffnet werden
können, auf denen ein Office-Paket von Microsoft installiert ist.
Die Kompatibilität ist überwiegend gut, allerdings kann es
zum Beispiel bei Präsentationen vorkommen, dass ein Farbverlauf im
Dokumenthintergrund im Open-Office-Format gewählt wird und dieser
dann beim Speichern im Microsoft-Format genau spiegelverkehrt
verläuft. Solche kleinen Schönheitsfehler können jedoch
die meisten Anwender verschmerzen, wenn sie dafür kein teures
Office-Paket kaufen müssen.
Heruntergeladen werden kann das Open Office unter http://de.openoffice.org.
Wenn ein nicht internetfähiges Notebook mit dem Programm-Paket
ausgestattet werden soll, kann die Installations-Software auch von einem
Rechner mit Internet-Zugang auf einen USB-Speicher-Stick geladen
werden. Über diesen lässt sich dann Open Office bequem auf dem
Notebook installieren. Das Software-Paket läuft natürlich
auch auf Desktop-PCs. Es empfiehlt sich, regelmäßig nach
Programm-Aktualisierungen im Internet Ausschau zu halten, denn die
Entwickler von Open Office verbessern die Produkte stetig und bieten
entsprechende Updates oder gar völlig neue Programmversionen an.
(Quelle: gp)