+++ Fr.08.08.08, 06:30
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Irak 1599 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Abzug von US-Kampftruppen aus dem Irak möglicherweise 2010
Fr.08.08.08 - Ein Abzug aller amerikanischen Kampftruppen aus dem Irak könnte
nach irakischen Angaben bis Oktober 2010 abgeschlossen sein. Alle
übrigen US-Soldaten könnten das Land dann binnen der
folgenden drei Jahre verlassen, wie am Donnerstag aus Regierungskreisen
in Bagdad verlautete. Demnach stehen der Irak und die USA kurz vor dem
Abschluss eines entsprechenden Abkommens.
Ein Regierungsbeamter in Washington bestätigte, dass bei den
einschlägigen Verhandlungen Fortschritte erzielt worden seien,
nannte aber kein Datum. Ein anderer Beamter bezeichnete die Zielvorgabe
von 2010 als zu optimistisch. Von beiden Seiten war zu vernehmen, dass
es noch keine endgültige Vereinbarung gebe. Ein kritischer Punkt
ist demnach die Forderung Washingtons an den Irak, den US-Soldaten
generelle Immunität vor Strafverfolgung zu gewähren.
(Quelle: ap)
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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 08.08.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am tausendeinhundertundfünfunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Nahost-Konflikt: Hamas lässt 150 Fatah-Mitglieder im Gazastreifen
frei
Fr.08.08.08 - Die Hamas-Bewegung hat rund 150 Mitglieder der Fatah von
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas freigelassen, die bei den
innerpalästinensischen Unruhen im Gazastreifen festgenommen worden
waren. Wie Hamas-Sprecher Ihab el Hussein mitteilte, befand sich unter
den Freigelassenen auch ein Fatah-Führungsmitglied, Abdallah Abu
Samhadana. Nach Angaben der Fatah hielt die Hamas weiterhin rund 150
Fatah-Mitglieder fest.
Die Spannungen zwischen der Fatah und der Hamas, die den Gazastreifen
kontrolliert, waren nach einem Attentat am 25. Juli eskaliert, bei dem
fünf Hamas-Kämpfer und ein kleines Mädchen getötet
wurden. Die Hamas bezichtigte die Fatah, Drahtzieher des Anschlags zu
sein, was diese zurückwies.
(Quelle: afp)
120 Flüchtlinge zwischen Malta und Libyen in Seenot
Fr.08.08.08 - Zwischen Malta und Libyen ist nach Angaben der Vereinten Nationen ein
Boot mit mehr als 120 Flüchtlingen in Seenot geraten.
Kein Land in der Region habe eine Rettungsaktion gestartet, kritisierte
ein Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR am Donnerstag.
Die Menschen hätten weder Wasser noch Nahrungsmittel an Bord. Ihr
Boot sei wegen Treibstoffmangels gestrandet.
Jährlich machen sich Tausende Flüchtlinge von Afrika aus in
oft überfüllten Booten auf den Weg über das Mittelmeer
nach Europa. Hunderte von ihnen dürften ertrunken sein.
(Quelle: rtr)
Generalstreik legt Wirtschaft in Südafrika weitgehend lahm
Fr.08.08.08 - Ein Generalstreik hat die Wirtschaft Südafrikas
größtenteils lahmgelegt. Tausende Menschen gingen auf die
Straße, um gegen den Preisanstieg bei Benzin, Strom und
Nahrungsmitteln zu protestieren. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten
sich sogar fast zwei Millionen Menschen an den landesweiten Protesten.
In der Hauptstadt Pretoria zogen die Demonstranten zum Amtssitz von
Präsident Thabo Mbeki. "Öffentliche Verkehrsmittel stehen
still, die Goldminen mussten schließen, und die Beteiligung in
der Textilindustrie ist gut", sagte der Sprecher des einflussreichen
Gewerkschaftsbundes Cosatu, Patrick Craven.
Die Verwaltungskammer der Goldminen bestätigte, dass die Branche
vom Streik "betroffen" sei. Der größte Goldminenbetreiber
gab an, dass nur zwischen sieben und 40 Prozent der Belegschaft zur
Arbeit erschienen seien. Auch der Autobauer Volkswagen stoppte die
Produktion in seinem Werk in Port Elizabeth, wo täglich 350 Autos
vom Band laufen. In der Provinz Western Cape blockierten Streikende mit
Barrikaden den Verkehr.
In der Hauptstadt übergaben die Demonstranten eine Liste mit
Forderungen an das Energieministerium. Die hohen Strompreise
dürften nicht nur von den Armen getragen werden, hieß es.
Die Forderungen seien nicht populistisch, sondern "realistisch und
überwindbar", sagte ein Ministeriumssprecher der
Nachrichtenagentur AFP.
21 Gewerkschaften hatten ihre Mitglieder aufgerufen, gegen die
angekündigte Anhebung der Strompreise um mehr als ein Viertel zu
protestieren. Der Generalstreik ist der Höhepunkt einer ganzen
Reihe kleinerer Protestaktionen, die seit Juni in einzelnen Provinzen
stattfanden. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen nach Angaben
des Marktforschungsinstituts der Universität von Südafrika
zwischen Mai 2007 und Mai dieses Jahres um 16,8 Prozent, die
Zinssätze um ein Fünftel und die Kraftstoffpreis um gut ein
Drittel. Südafrika ist die stärkste Wirtschaftsnation des
Kontinents. 43 Prozent der Bevölkerung leben jedoch unter der
Armutsgrenze, die Arbeitslosenquote liegt bei mehr als 40 Prozent.
(Quelle: afp)
Pakistan: Regierungskoalition plant Amtsenthebungsverfahren gegen
Präsident Musharraf
Fr.08.08.08 - Die Regierungskoalition in Pakistan hat ein Amtsenthebungsverfahren
gegen Präsident Pervez Musharraf beschlossen, sollte der Staatschef
nicht freiwillig zurücktreten. Musharraf solle sich einer
Vertrauensabstimmung stellen oder es würden parlamentarische
Schritte zu seiner Absetzung eingeleitet, erklärten zwei
Gewährsleute am Donnerstag. Auf das Verfahren hätten sich die
Vorsitzenden der Pakistanischen Volkspartei (PPP) und der Pakistanischen
Muslimliga (PML-N) geeinigt.
Musharraf hatte wegen Presseberichten über eine drohende Absetzung
durch die Koalition am Mittwoch seinen Besuch der Olympischen Spiele in
Peking zunächst abgesagt, seine Entscheidung dann aber
rückgängig gemacht. Er wollte nach Angaben des
Außenministeriums in Islamabad am (heutigen) Donnerstag nach China
fliegen.
(Quelle: ap)
Keine Hoffnung auf Wandel in Birma
Fr.08.08.08 - Zum 20. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung
in Birma am 8. August 1988 gibt es in dem südostasiatischen Land
kaum Hoffnung auf einen baldigen Wandel. Die Justiz erhob am Donnerstag
Anklage gegen einen bekannten Kritiker des Militärregimes, den
Komiker Zarganar. Dessen Schwägerin Ma Hdway teilte mit, im
Gefängnis Insein in Rangun sei gegen Zarganar Anklage in acht
Punkten erhoben worden.
Zarganar wurde im Juni festgenommen, nachdem er gegenüber
ausländischen Medien dem Militärregime vorgeworfen hatte, zu
langsam auf den Wirbelsturm von Anfang Mai reagiert zu haben, der mehr
als 84.000 Menschen das Leben kostete. Mit ihm wurden drei weitere
Menschen angeklagt.
In Rangun wurden vor dem Jahrestag die Sicherheitskräfte
verstärkt. Hunderte Bereitschaftspolizisten waren an wichtigen
Kreuzungen zu sehen. Dass es zu größeren Protestaktion in
Birma kommt, ist unwahrscheinlich. «Ich habe jede Hoffnung
verloren, dass sich etwas durch Massenproteste ändert»,
erklärte der Dissident Min Aung, der schon 1988 auf die
Straße ging und auch im vergangenen Jahr wieder demonstrierte,
als buddhistische Mönche Proteste gegen Preissteigerungen
anführten. «Es ist schwierig, Proteste zu organisieren, weil
viele Führer inhaftiert sind oder sich verstecken
müssen.»
Die damaligen Ereignisse sind in Birma als 8-8-88-Aufstand bekannt,
weil die Ereignisse am 8. August kulminierten. Die Proteste
führten zum Sturz des langjährigen Diktators Ne Win, der aber
nur durch eine neue und bis heute herrschende Gruppe von Generälen
ersetzt wurde. Diese gingen mit Härte gegen die Demokratiebewegung
vor, rund 3.000 Menschen wurden getötet.
Die Proteste brachten Aung San Suu Kyi ins Rampenlicht der
Weltöffentlichkeit, die Tochter des birmanischen
Unabhängigkeitshelden Aung San. Sie führte 1990 ihre
Nationale Liga für Demokratie zu einem erdrutschartigen Sieg, den
die Generäle aber nicht anerkannten. Suu Kyi erhielt 1991 den
Friedensnobelpreis, zwölf von 19 Jahren seitdem verbrachte sie
aber im Hausarrest.
(Quelle: ap)
Interfax meldet heftige Kämpfe in Südossetien
Fr.08.08.08 - Ungeachtet einer georgischen Anordnung zur Waffenruhe ist die
Hauptstadt von Südossetien in der Nacht zum Freitag laut einer
Interfax-Meldung unter heftigen Beschuss gekommen. Zchinwali sei aus
der Richtung von georgisch-kontrollierten Gegenden angegriffen worden,
berichtete die russische Nachrichtenagentur unter Berufung auf einen
Sprecher der Friedenstruppe in der abtrünnigen georgischen Region,
Wladimir Iwanow. Eine amtliche Bestätigung war zunächst nicht
zu erhalten.
Angesichts der zunehmenden Kriegsgefahr in Südossetien hatte der
georgische Präsident Michail Saakaschwili seine Truppen am
Donnerstag aufgefordert, das Feuer einzustellen. In einer
Fernsehansprache rief er die Führung der abtrünnigen Region
auf, Verhandlungen mit seiner Regierung aufzunehmen. Er schlug vor,
dass Russland Garant einer weitgehenden Autonomie Südossetiens
wird, das Gebiet aber bei Georgien verbleiben sollte.
Südossetien hat sich 1992 von Georgien abgespalten und ist seither
de facto unabhängig. International gilt die Region jedoch als Teil
Georgiens. Zweimal - 1992 und 2006 - stimmten die südossetischen
Einwohner für die Unabhängigkeit von Georgien. International
wurden die Referenden jedoch nicht anerkannt.
(Quelle: ap)
Ende der Finanzmarktkrise laut Banken-Präsident Müller
derzeit nicht abzusehen: '2008 wird ein schwieriges Bankenjahr'
Fr.08.08.08 - Ein Ende der Finanzmarktkrise ist laut Bankenpräsident Klaus-Peter
Müller derzeit nicht abzusehen. Aus der US-Immobilienkrise sei eine
Infektion der Finanz- und Kapitalmärkte geworden, sagte der
Commerzbank-Aufsichtsratschef am Mittwochabend. «2008 wird ein
schwieriges Bankenjahr werden.» Zugleich räumte Müller
Fehler der Branche ein und riet zu mehr Risikobewusstsein.
Die Frage der Nachhaltigkeit von Erträgen sollte höher
gewichtet werden als hohe Gewinnmargen verbunden mit hohen Risiken.
«Sonst hätten wir auch aus dieser Krise nichts
gelernt», sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher
Banken bei einer Veranstaltung des Internationalen Clubs Frankfurter
Wirtschaftsjournalisten.
«Wir sind nicht mit Waffengewalt in Produkte getrieben worden,
sondern sind selbst für die Auswahl verantwortlich»,
räumte der scheidende Bankenpräsident ein. Die Branche
hätte wohl besseres Augenmaß walten lassen müssen.
Banken in den USA hatten Hypothekendarlehen an wenig
zahlungskräftige Kunden vergeben, die Kredite in komplizierten
Finanzprodukten gebündelt und weiterverkauft. Als der
Immobilienmarkt in den USA einbrach, verloren die Papiere dramatisch an
Wert. Milliardenschwere Abschreibungen bei Finanzinstituten sind die
Folge. Die Situation in Deutschland und Europa sei allerdings nicht mit
der in den USA zu vergleichen, betonte Müller. Die deutschen Banken
hätten bisher relativ gut abgeschnitten.
Forderungen nach strengeren Aufsichtsregeln erteilte Müller eine
Absage. Es sei ein Trugschluss, mit neuen Regeln Krisen in der Zukunft
vermeiden zu können. Zudem dürfe es keine Alleingänge der
Europäischen Union geben. «Internationale Krisen
bedürfen internationaler Lösungen», sagte Müller.
Kritisch beurteilte er die Rollen der Ratingagenturen im Zusammenhang
mit der Finanzmarktkrise. Der Bericht der US-Börsenaufsicht SEC
habe unvorstellbare Interessenskonflikte von Ratingagenturen offengelegt.
Wenig konkret äußerte sich Müller zu einer
möglichen Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank.
Generell seien Unternehmen vor allem den eigenen Investoren
verpflichtet. Zugeständnisse, nur um einen Deal zu verwirklichen,
könnten problematisch sein. Zwar hat die Commerzbank wegen der
Finanzmarktkrise Gewinneinbußen hinnehmen müssen, schreibt
aber weiterhin schwarze Zahlen. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank
häufte dagegen im zweiten Quartal einen Verlust von 545 Millionen
Euro an.
(Quelle: ap)
Windkraftbranche droht mit Abwanderung ins Ausland
Fr.08.08.08 - Die deutsche Windenergiebranche droht wegen der schwierigen
Rahmenbedingungen hierzulande mit der Abwanderung ins Ausland. Vor allem
die Höhen- und Abstandsregelungen der Bundesländer
behinderten die Entwicklung neuer Windkraftanlagen zur Serienreife,
sagte der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), Hermann
Albers, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es sei fast nicht
möglich gewesen, die von vier Firmen zeitgleich entwickelten
Anlagen der 5- bis 6-Megawatt-Klasse in Deutschland zu bauen.
"Wir dürfen nicht das Schaufenster deutscher Markt vergessen",
warnte Albers: "Wenn die Rahmenbedingungen nicht gut genug sind, gibt es
keinen Grund, die Produktion in Deutschland zu behalten."
Die Windenergiebranche werde künftig unter dem akuten
Ingenieursmangel in Deutschland leiden, mahnte Albers. Erste auf
Windenergietechnik ausgerichtete Studiengänge in Stuttgart,
Oldenburg und Flensburg könnten den Fachkräftebedarf nicht
decken. Der BWE-Chef forderte deshalb eine unbeschränkte
Aufenthaltsgenehmigung für ausländische Fachkräfte. Die
zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnis halte viele Experten von einem Umzug
nach Deutschland ab: "Wir können es uns nicht leisten, mit diesem
Thema so umzugehen", sagte Albers der "NOZ".
Deutsche Windkraftanlagen entwickeln sich nach Branchenangaben zum
Exportschlager. Die Exportquote deutscher Hersteller und Zulieferer
steigerte sich nach BWE-Angaben im vergangenen Jahr auf rund 83 Prozent
- 2006 waren es noch 74 Prozent. Der Weltmarktanteil verringerte sich
indes leicht von knapp 33 Prozent 2006 auf 27,7 Prozent 2007. Der
Marktanteil deutscher Hersteller "wäre noch höher ausgefallen,
wären Hersteller und Zulieferer nicht an ihre
Kapazitätsgrenzen gestoßen", erläuterte der
Geschäftsführer des Anlagenbau-Verbands VDMA, Thorsten Herdan.
BWE-Präsident Albers zufolge wird Deutschland voraussichtlich
kommendes Jahr den Titel des Windkraft-Weltmeisters an die USA
verlieren, die dann die hierzulande installierte Gesamtleistung von
rund 23.000 Megawatt übertreffen würden.
(Quelle: afp)
Fragezeichen vor Senkung des Arbeitslosenbeitrags
Fr.08.08.08 - Ein Abschwung der Konjunktur könnte die anvisierte Senkung des
Arbeitslosenbeitrags auf 3,0 Prozent Anfang 2009 in Gefahr bringen.
Diese Befürchtung äußerte das Mitglied im
Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit, Wilhelm Adamy. Das
Arbeitsministerium betonte am Donnerstag auf AP-Anfrage, die
Entscheidung falle ohnehin erst im Herbst und dann auf Grundlage der
neuesten Daten zur Finanzentwicklung der Bundesagentur. In der
SPD-Fraktion wurde die Senkung infrage gestellt.
Ob die jüngste Eintrübung der Konjunktur die Chancen
verringert habe, wollte eine Sprecherin nicht bewerten. «Da
spekuliere ich nicht mit», sagte sie.
Arbeitsminister Olaf Scholz hatte nach Vorbehalten zuletzt Zustimmung
zur Senkung des Beitragssatzes von derzeit 3,3 Prozent signalisiert.
Darauf dringt vor allem die Union. Adamy äußerte jedoch
Bedenken: «Eine weitere Beitragssenkung wäre aus jetziger
Sicht überhaupt nicht mehr zu rechtfertigen», sagte der
Gewerkschaftsvertreter dem «Handelsblatt».
Selbst mit dem jetzigen Beitragssatz seien die BA-Finanzen 2009 bereits
knapp. «Man würde riskieren, dass die Bundesagentur wieder
in ein strukturelles Defizit gerät und sich beim Bund verschulden
muss», warnte Adamy. «Dann müsste der Beitragssatz
ausgerechnet in den Abschwung hinein erhöht werden.»
Zu Jahresbeginn hatte die BA nach seinen Worten noch ein Finanzpolster
von 17,8 Milliarden Euro aus Überschüssen der Vorjahre. Davon
seien neun Milliarden Euro als kurzfristiger Liquiditätspuffer
reserviert. Weitere 4,5 Milliarden Euro würden selbst auf Basis
der aktuellen günstigen Wirtschaftsprognose der Bundesregierung
zum Ausgleich laufender Defizite in den Jahren 2008 und 2009 gebraucht.
Sollte die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher etwa um 150.000 höher
ausfallen als erwartet, würde dies die BA-Kasse mit weiteren 2,4
Milliarden Euro belasten, rechnete er weiter vor. Unter dem Strich
wären somit nur noch knapp zwei Milliarden Euro verfügbar.
Eine Beitragssenkung um 0,3 Prozentpunkte auf drei Prozent würde
bei der BA demgegenüber bereits zu Einnahmeausfällen von 2,4
Milliarden Euro führen.
Gleichzeitig müsse der BA-Etat weitere Belastungen verkraften,
erläuterte Adamy. Dazu zählten der kürzlich von der
Regierung beschlossene Ausbildungsbonus sowie Mehrausgaben für
Familienleistungen in Höhe von 290 Millionen Euro pro Jahr.
Zuvor hatte das Wirtschaftsministerium Sorge geäußert, dass
die Arbeitslosenzahlen wegen der schwachen Konjunktur steigen
könnten.
Vor dem Hintergrund des Wirtschaftsabschwungs sagte der
stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler der
«Financial Times Deutschland» (Freitagausgabe):
«Statt kurzfristiger Wohltaten muss mittelfristig gedacht
werden». Da es keine Zuschüsse für die Bundesagentur
für Arbeit mehr gebe, könne man sich ein Haushaltsdefizit
dort nicht leisten.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla beharrte jedoch auf der
Absenkung von derzeit 3,3 auf 3 Prozent. Der stellvertretende
Unionsfraktionsvorsitzende Michael Meister sagte der
«Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe), bezahlbare
Arbeit helfe, die Arbeitslosigkeit zu senken. Arbeitgeberpräsident
Dieter Hundt wurde mit den Worten zitiert: «Die Abgaben
könnten allein um 0,6 Punkte sinken, wenn nicht jedes Jahr
fünf Miliarden Euro aus dem Etat der Bundesagentur für die
Bundeshaushalt abgezweigt würden.»
(Quelle: ap)
Zahl der Hartz-IV-Klagen steigt weiter
Fr.08.08.08 - Die Zahl der Klagen von Hartz-IV-Empfängern auf höhere
Leistungen steigt immer weiter. Im ersten Halbjahr 2008 ging die Zahl
der Gerichtsverfahren wegen Hartz IV noch einmal um gut 36 Prozent in
die Höhe und lag bei 61.970, wie die «Frankfurter
Rundschau» berichtet. Das sei mit Abstand der höchste Wert
seit Start der Arbeitsmarktreform 2005. Im vergangenen Jahr gingen
demnach bei den Sozialgerichten insgesamt 99.200 Klagen ein. Von diesem
Niveau sind bereits im ersten Halbjahr 2008 fast zwei Drittel erreicht.
Die Angaben beruhen auf Zahlen des Deutsche Gewerkschaftsbunds (DGB)
auf Basis von Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. Dabei
werden allerdings die Verfahren in den 69 Optionskommunen nicht
berücksichtigt, in denen sich die Städte und Kreise
eigenständig und ohne die BA um die Langzeitarbeitslosen
kümmern.
Eine Ursache für die Klagewelle sieht der Berliner Sozialrichter
Michael Kanert in den schwer durchschaubaren Detailproblemen bei
Ermittlung der Hartz-IV-Ansprüche. Das sei «kompliziert wie
das Steuerrecht». Als Anreiz werden demnach auch hohe
Erfolgsaussichten gesehen: Fast jede zweites Verfahren ende laut Kanert
für die Kläger zumindest mit einem teilweisen Erfolg. Zudem
dringen die Arbeitsagenturen nach Beobachtungen des Aachener
Sozialrichters Martin Kühl stärker darauf, dass Arbeitslose
in einen Job vermittelt werden. «Kooperieren die Betroffenen
nicht, reagieren erst die Agenturen mit Sanktionen und dann die Hartz
IV-Empfänger mit Klagen», sagte Kühl.
(Quelle: ap)
Erneut Streik bei Lufthansa - 360 Flüge fallen bundesweit aus -
Piloten von Cityline legen bis heute mittag die Arbeit nieder
Fr.08.08.08 - Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) erhöht im Tarifkonflikt mit
der Lufthansa-Tochter Cityline den Druck auf die größte
deutsche Fluggesellschaft. Wegen eines erneuten 36-stündigen
Pilotenstreiks bei Cityline fielen am Donnerstag 360 von 400
Regionalflügen aus. Die VC hatte die 740 Cityline-Piloten
aufgerufen, von Donnerstag 0.00 Uhr bis (zum heutigen) Freitag 12.00
Uhr ihre Arbeit niederzulegen. Betroffen waren vor allem die
Flughäfen München, Hamburg, Stuttgart und Frankfurt. Am
Freitag sollten bis zum Mittag nach Lufthansa-Angaben weitere 140 von
170 Flügen gestrichen werden.
Lufthansa-Sprecher Jan Bärwalde betonte, dass sich Passagiere
möglichst vor ihrem Flug telefonisch unter der kostenfreien
Rufnummer 0800 8506070 oder auf der Homepage unter lufthansa.com
informieren sollten. Ob ihre Verbindungen betroffen sein könnten,
zeige sich anhand eines «operated by CL" für Cityline.
Lufthansa versuche, die Kunden «so gut es geht» auf andere
Maschinen von Lufthansa, Eurowings oder Partnerairlines umzubuchen. Auf
innerdeutschen Strecken könne auch die Bahn genutzt werden.
Dennoch müssten die Passagiere mit deutlichen Verzögerungen
rechnen.
Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die gescheiterten
Tarifverhandlungen über einen neuen Vergütungstarifvertrag
für das Cockpitpersonal von Cityline. Nach Angaben von Cockpit
legten die Arbeitgeber in den mehrmonatigen Tarifverhandlungen keine
verhandlungsfähigen Angebote vor. Daraufhin erklärte Cockpit
diese für gescheitert. In Urabstimmungen entschieden sich die
Mitglieder für Streiks.
«Die Cityline-Piloten haben seit 2002 keine
Gehaltserhöhungen erhalten», betonte der
Cockpit-Verhandlungsführer Thorsten Gommert. Da gebe es jetzt
einen großen Nachholbedarf. Die Vereinigung strebe zudem eine
völlig neue Vergütungsstruktur an.
Bärwalde sagte, der Streik sei aus Sicht der Lufthansa und der
Cityline-Geschäftsführung unnötig. Es sei «nicht
nachvollziehbar», warum Cockpit auf Basis des jüngsten
Angebots nicht verhandlungsbereit sei. Die Gesamtvergütung der
Piloten sei im Vergleich zu anderen Gesellschaften
überdurchschnittlich. Die Forderungen der Gewerkschaft
gefährde die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der
Cityline. Die Geschäftsführung habe aber ein ernsthaftes
Interesse an einer Lösung und sei dialogbereit, betonte der
Sprecher.
Bereits im Mai hatte Cockpit die Lufthansa-Töchter Eurowings und
Cityline zu Warnstreiks aufgerufen. Nach den Urabstimmungen folgte am
7. Juli ein 24-stündiger Streik. Am 22. Juli gab es dann einen
36-stündigen Arbeitskampf der beiden Töchter, der zu rund
1000 Flugstreichungen führte. Mit Eurowings befindet sich
Lufthansa seit Anfang der Woche wieder in Gesprächen. Ein
Unternehmenssprecher zeigte sich «zuversichtlich», bald
wieder die Tarifverhandlungen aufzunehmen.
Nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers müssen die Flughäfen
nach wie vor auch den Wartungsstau von den ver.di-Streiks der
vergangenen Woche kompensieren. Diesbezüglich seien am Donnerstag
beispielsweise fünf Interkontinentalflüge ausgefallen. Erst
am vergangenen Freitag hatten sich ver.di und Lufthansa
überraschend auf einen Tarifabschluss geeinigt. Noch bis zum 12.
August stimmen die Gewerkschaftsmitglieder über dessen Annahme ab.
Cockpit vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen der
Piloten sämtlicher deutscher Airlines und hat derzeit nach eigenen
Angaben rund 8200 Mitglieder.
(Quelle: ddp)
Clement zeigt Reue und entschuldigt sich - Hessische SPD reagiert
positiv
Fr.08.08.08 - Wolfgang Clement zeigt Reue: Der frühere Bundesminister hat sich
am Donnerstag bei der Hessen-SPD entschuldigt und ebnet so den Weg
für eine Versöhnung im zähen Streit über seinen
drohenden Ausschluss aus der SPD. SPD-Chef Kurt Beck und Vizekanzler
Frank-Walter Steinmeier begrüßten Clements Erklärung,
ebenso äußerten sich Kritiker vom linken Parteiflügel.
Die hessische SPD erwägt unterdessen, die Entscheidung über
ein Linksbündnis auf die Zeit nach der bayerischen Landtagswahl
Ende September zu verschieben.
Clement bat die hessische SPD um Entschuldigung, falls er Parteifreunde
mit seinem kritischen Zeitungskommentar kurz vor der Landtagswahl
verletzt habe. In der Sache aber blieb der 68-Jährige
unnachgiebig. So bestritt der frühere nordrhein-westfälische
Ministerpräsident, dass er in dem Artikel im Januar überhaupt
dazu aufgerufen habe, in Hessen nicht SPD zu wählen. Er sagte:
«Nach meiner Überzeugung habe ich nicht gegen Regeln
verstoßen, auch nicht in diesem konkreten Fall.»
Auch warb Clement, der nun Aufsichtsrat bei einem Energieunternehmen
des RWE-Konzerns ist, erneut dafür, den beschlossenen Atomausstieg
rückgängig zu machen - entgegen der offiziellen SPD-Linie.
Während seiner Pressekonferenz in einem Bonner Hotel betonte
Clement, er sei und bleibe Sozialdemokrat und wolle auch künftig
offen seine Meinung sagen. Zugleich warb er für eine
«Abrüstung» in dem hitzig geführten Streit, bei
dem es zu Anfeindungen, verbalen Ausfällen und Entgleisungen
gekommen sei. «Diese ungute Entwicklung sollte rasch ein Ende
finden.»
Beck begrüßte Clements Äußerungen als eine gute
Grundlage für das schwebende Parteiordnungsverfahren vor dem
Bundesschiedsgericht, mit dessen Abschluss im Herbst gerechnet wird.
Der stellvertretende Parteichef und Außenminister Steinmeier
erklärte: «Wolfgang Clement gehört für mich fest
zur sozialdemokratischen Familie.»
Clement lehnte es erneut ab, von sich aus die SPD zu verlassen. Auch
schlug er erneut das Kompromissangebot der klagenden Ortsverbände
in dem Verfahren vor der Bundesschiedskommission aus, wonach er
freiwillig eine Rüge akzeptieren und künftig Aufrufe zur
Nichtwahl der SPD unterlassen soll. «Das Verfahren soll seinen
Lauf nehmen - so oder so», sagte Clement. Er kündigte an,
dass er die nun anstehende letztinstanzliche Entscheidung akzeptieren
und nicht vor ordentlichen Gerichten weiterklagen will.
Die hessische SPD reagierte positiv. «Die ausdrückliche
Entschuldigung gegenüber den vielen hessischen Genossinnen und
Genossen, die von Clements Aussagen verletzt waren, ist ein wichtiger
Schritt, den Konflikt beizulegen», sagte
Landes-Generalsekretär Norbert Schmitt. Auch
SPD-Bundesvorstandsmitglied Hermann Scheer von der Parteilinken sagte:
«Natürlich werden Entschuldigungen angenommen.»
In der Diskussion über ein mögliches rot-rot-grünes
Bündnis in Hessen bestätigten Mitglieder von Landtagsfraktion
und Landesvorstand der AP in Wiesbaden, dass die hessische
SPD-Führung den nächsten Landesparteitag eventuell vom 13.
September auf den 4. Oktober verlegen wird - also nach der Landtagswahl
in Bayern. Darüber werde der Landesvorstand auf seiner
nächsten Sitzung am Mittwoch in Frankfurt beraten. Die
«Süddeutsche Zeitung» berichtete, die
SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti reagiere damit auf Druck aus der
Bundespartei sowie der bayerischen SPD.
(Quelle: ap)
Beckstein warnt vor Verlust der Sonderstellung Bayerns
Fr.08.08.08 - Sieben Wochen vor der Landtagswahl in Bayern warnt
Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) vor einem Verlust
der Sonderstellung des Freistaats. «Dass wir unseren Vorsprung
ausbauen, geht nur, wenn die CSU ihre deutliche Mehrheit
behält», sagte Beckstein der «Main-Post»
(Donnerstagausgabe) und betonte: «Andernfalls sind wir ein Land
wie Niedersachen oder Hessen. Das hat Nachtteile für die
Bürger.»
Die Sonderstellung Bayerns mache eine starke Regierung aus. «Es
schüttelt mich wirklich beim Gedanken an eine Koalition»,
sagte der Ministerpräsident. Um alle Chancen für Bayern zu
nutzen, sei eine starke Führung und eine klare Mehrheit nötig.
Beckstein sagte weiter, er sei wegen des Wahlkampfs derzeit von 7.00
Uhr morgens bis 1.00 Uhr nachts unterwegs. «Ich räume ein,
dass ich einen persönlichen Einsatz bringe, der kaum steigerbar
ist.» Ihm mache diese Herausforderung aber Freude. «Wenn ich
jetzt einen Tag freihätte, wäre ich unzufrieden»,
betonte der CSU-Politiker.
Wahlkampfveranstaltungen seien schließlich nicht nur harte
Arbeit, «sondern auch tolle Erlebnisse». Zu den
Versammlungen kämen Menschen, die ihm das Gefühl gäben,
dass er etwas bewege. «Ich weiß, dass das nur ein Ausschnitt
aus der Bevölkerung ist, aber es ist schön, wenn man merkt,
wie viele Leute es sind. Das ist schöner als Urlaub.»
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Milch schon seit über 8000 Jahren Nahrungsmittel
Fr.08.08.08 - Milch dient dem Menschen schon seit mehr als 8000 Jahren als
Nahrungsmittel. Bereits im siebten Jahrtausend vor Christus wurde
Tiermilch getrunken, wie Wissenschaftler um Richard Evershed von der
Universität Bristol herausgefunden haben.
Bislang habe es nur Nachweise aus dem späten fünften
Jahrtausend vor Christus gegeben, schreiben die Forscher im britischen
Fachjournal «Nature» (online vorab veröffentlicht).
Milch spielte demnach eine besonders wichtige Rolle in Gegenden, in
denen wie im Nordwesten Anatoliens Rinder statt Schafe oder Ziegen
gehalten wurden. Dort wurden rund um das Marmarameer besonders viele
Milchreste aus der Zeit von 6500 bis 5000 v. Chr. gefunden.
Die Wissenschaftler hatten mehr als 2200 Tonscherben aus 23
Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens, Anatoliens und des Balkans auf
organische Reste untersucht. Mit einer Kohlenstoff-Isotop-Analyse der
Fette konnten sie unterscheiden, ob die Gefäße früher
das Fleisch oder die Milch von Wiederkäuern enthielten. In
mehreren Fällen stießen sie auf Reste von Milchprodukten.
Tiere wurden bereits seit dem achten Jahrtausend v. Chr. wegen ihres
Fleisches als Haustiere gehalten. Die Forscher vermuten, dass ihre Milch
schon um 6500 v. Chr. weiterverarbeitet und gelagert wurde. Allerdings
sei dies je nach landwirtschaftlicher Technik regional unterschiedlich
gewesen.
(Quelle: dpa)
Internet
Die Welt der Wikis
Fr.08.08.08 - Im Internet machen seit einiger Zeit interaktive Nachschlagewerke von
sich Reden. Die wohl bekannteste Enzyklopädie dieser Art ist
Wikipedia. Aber dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn im Web gibt
es inzwischen eine regelrechte "Wikisphäre".
Den Begriff "Wiki" kennen inzwischen viele Internet-Nutzer. Dass er aus
dem Hawaiischen stammt und für "schnell" steht, ist hingegen
weniger bekannt. Unter einem "Wiki", das mitunter auch als "WikiWiki"
oder als "WikiWeb" bezeichnet wird, sind zweierlei Dinge zu verstehen.
Einerseits handelt es sich um eine Software, mit der Informationsseiten
zum Beispiel für die Veröffentlichung im Internet erstellt
werden können. Andererseits ist ein Wiki das, was der Nutzer auf
der Suche nach Fakten durchforsten oder selbst mit Texten bestücken
kann: eine interaktive Enzyklopädie eben.
Auf die Weisheit der Vielen setzen die meisten Wikis, die für die
breite Öffentlichkeit kostenlos zugänglich sind; das
klassische Beispiel hierfür ist http://www.wikipedia.org. Darüber hinaus gibt
es Exemplare dieser modernen Nachschlagewerke, die nur von einem
elitären Expertenkreis mit Artikeln bestückt werden. Zu dieser
Kategorie gehört etwa das englischsprachige "Medpedia", das von
medizinischen Fachautoren mit Texten versorgt werden soll (http://www.medpedia.com).
Auch zu Spezial- und Nischenthemen gibt es Wikis, zum Beispiel das
Costa-Rica-Wiki "Ticopedia" (http://www.ticopedia.de) oder das Star-Wars-Wiki
"Jedipedia" (http://www.jedipedia.de).
Unter den vielen Informationssammlungen finden sich einige Schätze
im Internet, die von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden.
Das Wiki-Verzeichnis der Online-Community "GründerWiki" (http://www.wikiservice.at/gruender/wiki.cgi?WikiVerzeichnis)
ist ein Einstiegspunkt, um die Welt der kleinen und großen
Web-Enzyklopädien zu erkunden. Nach Fachthemen sortiert oder
alphabetisch lassen sich in dem Verzeichnis die gelisteten Wikis
durchstöbern.
Wer selbst ein Wiki auf die Beine stellen möchte, braucht
dafür einige Grundkenntnisse im Bereich Online-Publikation und
-Programmierung - und natürlich Helfer. Den Wiki-Anwärtern
steht im Web eine Reihe von Software zur Verfügung. Was beim Aufbau
eines Nachschlagewerks zu beachten ist, darüber klärt das
Wiki-Portal "Kowiki" auf (http://kowiki.uni-muenster.de/index.php/Wiki-Portal).
(Quelle: gp)