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Irak 1601 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Zahl der Toten nach Anschlag im Nordirak steigt auf mindestens 25

So.10.08.08 - Nach einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt in der nordirakischen Stadt Tal Afar ist die Zahl der Opfer bis zum Samstag auf 25 gestiegen. Mehrere Schwerverletzte seien ihren Verletzungen seit dem Anschlag am Freitagabend erlegen, teilten die irakischen Behörden mit. Die US-Streitkräfte machten Al Kaida im Irak für den Anschlag verantwortlich.

In Tal Afar westlich der nordirakischen Stadt von Mossul leben überwiegend schiitische Turkmenen. Über die Stadt wurde ein zunächst zeitlich unbegrenztes Ausgehverbot verhängt. Am Freitag gingen die Behörden noch von 18 Toten aus.

(Quelle: ap)

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 10.08.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am tausendeinhundertundsiebenunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Fr.10.08.07 - Zehntausende Pilger bei schiitischem Fest in Bagdad +++ Treffen zur Sicherheitslage im Irak in Damaskus +++ USA begrüßen Pläne für verstärktes UN-Engagement im Irak +++ Irakische Regierung kündigt Revision alter Ölförderverträge an... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0708100.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 
 
 
 

 


 



 

Eskalation des Konflikts im Kaukasus

So.10.08.08 - Der Militärkonflikt im Südkaukasus weitet sich aus: Ungeachtet der schweren Gefechte zwischen Georgien und Russland um Südossetien, bei denen nach russischen Angaben mindestens 2000 Zivilisten getötet wurden, beschossen Kampfjets am Samstag auch georgische Dörfer in der abtrünnigen Region Abchasien. Zudem griff Russland Ziele nahe der georgischen Stadt Gori an, die außerhalb der bisherigen Kampfzone liegt. Georgien rief den Kriegszustand aus und schloss den Ruf nach internationaler Militärhilfe nicht aus. Zugleich bot das Land einen sofortigen Waffenstillstand an. US-Präsident George W. Bush sprach von einer gefährlichen Eskalation und rief Russland zur sofortigen Beendigung der Angriffe auf Gori auf. Russland fordert indes einen georgischen Abzug aus Südossetien.

Bei dem Konflikt starben nach russischen Angaben mindestens 2000 Zivilisten allein in Südossetiens Hauptstadt Zchinwali, 30.000 sind auf der Flucht. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte vor Reisen nach Georgien und forderte Deutsche zum Verlassen des Landes auf. Der seit langem schwelende Konflikt war eskaliert, nachdem Georgien am Freitag eine Großoffensive in Südossetien gestartet und Russland daraufhin Truppen in die für die weltweite Öl- und Gasversorgung wichtige Region geschickt hatte.

Am Samstag gab es nun auch Luftangriffe in Abchasien, wobei widersprüchlich war, woher die Jets kamen. Ein Sprecher der pro-georgischen abchasischen Exil-Regierung sagte der Nachrichtenagentur Reuters, russische Flugzeuge hätten zwei Dörfer in dem von Georgien kontrollierten Gebiet des oberen Kodoritals angegriffen. Indes zitierte die russische Agentur Interfax abchasische Separatisten mit den Worten, ihre Flugzeuge hätten das Gebiet bombardiert. .

Abchasien hatte sich wie Südossetien nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Georgien losgesagt. Die Unabhängigkeit beider Regionen ist international aber nicht anerkannt. Georgien wirft Russland vor, Südossetien und Abchasien annektieren zu wollen. Die Regierung in Moskau beschuldigt hingegen Georgien, sich die Gebiete gewaltsam wieder einverleiben zu wollen.

Russische Kampfjets flogen bis zu fünf Angriffe überwiegend auf militärische Ziele in der Umgebung der georgischen Stadt Gori, die nahe Südossetien liegt. Ein Reuters-Reporter vor Ort beobachtete, wie mindestens fünf Menschen getötet wurden.

Russland hat Georgien zufolge auch versucht, eine für die Rohstoffversorgung des Westens wichtige Öl-Pipeline zu zerstören. Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Leitung sei von russischen Jets angegriffen worden, sagte Ekaterina Scharaschidse, Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung. Die Angreifer hätten ihr Ziel aber verfehlt. Dies beweise, dass Russland nicht allein auf die wirtschaftlichen Interessen Georgiens abziele, sondern auch auf internationale Wirtschaftsinteressen in Georgien.

Das Parlament in Tiflis billigte am Samstag einen Antrag von Präsident Micheil Saakaschwili, wonach sich Georgien offiziell im Kriegszustand befindet. Dies gilt zunächst für 15 Tage. Zugleich erwägt das Land den offiziellen Ruf nach ausländischer Militärhilfe. "Ich schließe nicht aus, dass Georgien nach internationalem Militär-Beistand rufen wird", sagte ein Vertreter des georgischen Sicherheitsrats. Saakaschwili hatte bereits am Freitag dem US-Sender CNN gesagt, es sei im Interesse der USA, seinem Land zu helfen.

Bush forderte Russland auf, die Angriffe auf das georgische Gebiet außerhalb der Konfliktzone in Südossetien sofort zu stoppen. Er sei sehr besorgt über die Lage in Georgien, sagte er am Samstag am Rande der Olympische Spiele in Peking. Georgien sei ein souveräner Staat, dessen territoriale Integrität respektiert werden müsse. Russlands Präsident Dmitri Medwedew forderte dagegen nach Angaben des Kreml in einem Telefonat mit Bush einen Abzug georgischer Truppen aus Südossetien.

Bush ist der mächtigste Verbündete Georgiens bei dessen Bestrebungen für einen Nato-Beitritt. Russland dagegen lehnt einen Wechsel der ehemaligen Sowjetrepublik in das westliche Militärbündnis strikt ab. Europa ist in der Frage gespalten, Deutschland lehnt einen raschen Beitritt aber wegen der internen Probleme des Landes ab. Als Teil einer UN-Beobachtermission sind in Abchasien auch zwölf Bundeswehr-Soldaten im Einsatz.

(Quelle: rtr)
 



 

Deutschlands Außenminister Steinmeier sieht Gefahr eines Flächenbrandes

So.10.08.08 - Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich äußerst besorgt über eine mögliche Ausweitung des Südossetienkonfliktes geäußert. «Wir stehen vor der Gefahr eines gefährlichen Flächenbrandes», sagte Steinmeier der «Bild am Sonntag».

«Angesichts dieser dramatischen Perspektive müssen alle Parteien unverzüglich ihrer Verantwortung gerecht werden - die Waffen müssen schweigen!», fügte der Minister hinzu.

«Die Berichte über eskalierende Gewalt und militärische Auseinandersetzungen in Südossetien erfüllen uns mit Sorge», sagte Steinmeier. Er appellierte an Russen und Georgier, ihre «in den letzten 48 Stunden nach Südossetien geführten Truppen wieder abzuziehen». Besorgt zeigte er sich auch über «Berichte, dass es nun auch in Abchasien zu Kampfhandlungen gekommen ist».

Auch US-Präsident George W. Bush forderte ein Ende der russischen Bombenangriffe in Südossetien und eine sofortige Waffenruhe. Bei einem Besuch der Olympischen Spiele in Peking zeigte sich Bush am Samstag sehr besorgt über die «gefährliche Eskalation der Krise». Russland müsse die internationalen Bemühungen zur Vermittlung in dem Konflikt unterstützen. «Die USA nehmen diese Angelegenheit sehr ernst.»

«Die Gewalt gefährdet die regionale Stabilität», sagte Bush. Die Truppen sollten die Kampfhandlungen einstellen. Auch müsse es eine Rückkehr zum Status Quo vor dem 6. August geben. «Georgien ist eine souveräne Nation, deren territoriale Integrität respektiert werden muss», sagte der US-Präsident.

«Die Lage kann friedlich gelöst werden.» Die USA arbeiteten mit den europäischen Partnern zusammen, um eine internationale Vermittlung einzuleiten. «Russland muss diese Bemühungen unterstützen, damit der Frieden so schnell wie möglich wiederhergestellt werden kann», sagte Bush, der am Vortag in Peking mit Russlands Regierungschef Wladimir Putin zusammengetroffen war.

Auch China hat einen sofortigen Waffenstillstand gefordert. Chinas Präsident Hu Jintao traf am Samstag in Peking mit Russlands Ministerpräsident Putin zusammen, der ebenfalls an der Eröffnung der Olympischen Spiele teilgenommen hatte.

(Quelle: dpa)
 



 

Hintergrund - Abchasien und Südossetien

So.10.08.08 - Die autonomen Gebiete Südossetien und Abchasien in Georgien gelten seit vielen Jahren als Konfliktherde. Beide hatten sich nach dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre in Bürgerkriegen von Georgien abgespalten.

Politisch und wirtschaftlich sind sie weitgehend isoliert. Von der internationalen Gemeinschaft werden sie bis heute nicht als eigenständig anerkannt. Russland unterstützt die Gebiete - zum Ärger Georgiens.

Die Bergregion Südossetien mit der Hauptstadt Zchinwali liegt am Südhang des Kaukasus an der Grenze zur russischen Teilrepublik Nordossetien. Das Gebirgsland hat eine Fläche von rund 3900 Quadratkilometern und ist damit etwas größer als die spanische Mittelmeerinsel Mallorca. Die Einwohnerzahl liegt nach unterschiedlichen Angaben zwischen 50 000 und 100 000.

Südossetien hatte sich Ende 1991 für unabhängig erklärt. Seitdem kam es mehrfach zu Kämpfen mit hunderten Toten. 2004 wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Ein Referendum, bei dem die Bevölkerung Ende 2006 fast einmütig für die Unabhängigkeit stimmte, wird von Georgien nicht anerkannt. Präsident ist seit 2001 Eduard Kokojty.

Die Republik Abchasien mit der Hauptstadt Suchumi liegt am Schwarzen Meer. Mit rund 8600 Quadratkilometern ist der Landstrich etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein. Zahlreiche Kämpfe zwischen Abchasen und Georgiern seit der Unabhängigkeitserklärung im Sommer 1992 haben die Wirtschaft weitgehend ruiniert. Ein 1994 vereinbarter Waffenstillstand wird von UN-Beobachtern überwacht. Die Einwohnerzahl liegt nach Schätzungen zwischen 150 000 und 200 000. Präsident ist seit 2005 Sergej Bagapsch.

(Quelle: dpa)
 



 

Nagasaki gedenkt Atombombenabwurfs vor 63 Jahren

So.10.08.08 - Mit einer Schweigeminute haben am Samstag tausende Menschen in der südjapanischen Hafenstadt Nagasaki an den Atombombenabwurf vor 63 Jahren gedacht und Nordkorea aufgefordert, seine nukleare Waffen abzugeben. "Als Opfer von Atombomben hat unser Land die Pflicht und Verantwortung, die Initiative zu ergreifen, nukleare Waffen zu beseitigen", sagte der Bürgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue bei einer Zeremonie.

Die japanische Regierung müsse sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Nordkorea seine Atomwaffen vernichte. "Wir sollten ernsthaft über die Bildung einer nuklearwaffenfreien Zone in Nordostasien nachdenken", sagte er weiter.

Nordkorea war Anfang 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten und hatte 2006 nach eigenen Angaben eine Atombombe getestet. Im Juni hatte Nordkorea Einzelheiten seines Atomprogramms offengelegt und den Kühlturm des Atomreaktors Yongbyon gesprengt.

Japan hatte im Zweiten Weltkrieg zusammen mit Deutschland und Japan gegen die Alliierten und Russland gekämpft. Vier Tage nach dem Abwurf auf die japanische Stadt Hiroshima mit 140.000 Toten hatten die USA eine zweite Atombombe auf Nagasaki abgeworfen und damit auf einen Schlag 70.000 Menschen getötet. Am 15. August kapitulierte Japan schließlich. Der Inselstaat gab sich eine pazifistische Verfassung und wurde ein enger Verbündeter der USA, die derzeit rund 40.000 Soldaten in Japan stationiert haben.

(Quelle: afp)
 



 

Kampf um Rohstoffschätze  - Kanada untermauert wissenschaftlich Anspruch auf Arktis

So.10.08.08 - Im Kampf um die Rohstoffschätze unter dem Polareis will Kanada erstmals seine Gebietsansprüche in der Arktis wissenschaftlich untermauern. Gemeinsame Forschungen mit Dänemark hätten ergeben, dass der von Moskau beanspruchte unterseeische Lomonsow-Rücken in Wirklichkeit mit der nordamerikanischen Kontinentalplatte sowie mit Grönland verbunden sei, erklärte der kanadische Minister für natürliche Ressourcen, Gary Lunn. Nach seinen Angaben hat Kanada damit Anspruch auf ein rund 1,75 Millionen Quadratkilometer großes Gebiet - das entspricht in etwa der dreifachen Größe Frankreichs.

Die fünf Anrainerstaaten der Arktis - USA, Russland, Dänemark, Norwegen und Kanada - streiten sich derzeit um ihre Ansprüche über die Arktis. Seit durch den Klimawandel das Polareis schmilzt, wachsen auch Begehrlichkeiten zur Nutzung der frei werdenden Meeresgebiete in der Arktis. Unter dem Eis wird rund ein Viertel der weltweit vorhandenden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet, durch die Gletscherschmelze ließen diese sich bald ausbeuten. Wer die unter dem Polareis versteckten Rohstoffe nutzen darf, ist umstritten.

Jedem der fünf Anrainerstaaten steht nach internationalem Recht eine 200-Seemeilen-Zone vor der Küste zur ausschließlichen wirtschaftlichen Nutzung zu. Für jede weitere Nutzung müssen sie wissenschaftlich belegen, dass das Gebiet Teil ihres Territoriums ist.

Russland hatte im vergangenen Jahr für heftige Proteste gesorgt, als es zum Zeichen seines Anspruches auf die Rohstoffvorkommen der Arktis eine russische Flagge auf dem Grund des Ozeans hisste. Laut russischen Forschern gehört der Lomonosow-Rücken zum sibirischen Festland.

(Quelle: afp)
 



 

Alaska gibt jedem Bürger 1200 Dollar gegen hohe Energiepreise

So.10.08.08 - Der Kongress von Alaska gibt jedem Bürger des US-Bundesstaates 1200 Dollar gegen die hohen Energie-Preise.

Zudem wurde am späten Donnerstagabend die Bezinsteuer von acht US-Cent je Gallone (etwa 1,4 Euro-Cent je Liter) für ein Jahr ausgesetzt. Ohnehin sollen die Alaskaner im Oktober ihren jährlichen Beitrag aus dem staatlichen Öl-Fonds erhalten. In diesem Jahr dürften es mindestens 3200 Dollar sein. Der Benzinpreis in Alaska liegt bei 4,65 Dollar je Gallone (0,81 Euro je Liter) im Vergleich zum US-Durchschnitt von 3,85 Dollar. In einigen abgelegenen Orten hat er jedoch etwa zehn Dollar je Gallone erreicht.

(Quelle: rtr)
 



 

Steuerscheck gegen Konjunkturkrise

So.10.08.08 - Der Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar schlägt der Bundesregierung vor, als Instrument gegen die Konjunkturkrise jedem Steuerzahler einen Steuerscheck auszustellen. «Ich denke an eine einmalige Steuerrückerstattung», sagte Straubhaar dem Hamburger Nachrichten-Magazin «Spiegel» laut Vorabmeldung vom Samstag. Auf diese Weise könnte der private Konsum gestärkt werden.

Der Staat kann sich nach Ansicht Straubhaars einen solchen Transfer leisten, da er in den Boomjahren viel eingenommen hat. «Die Regierung braucht einen Plan B, damit sich die Stimmung verbessert.» Straubhaar, der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI ist, hält allerdings die Gefahr für gering, dass sich die Konjunkturschwäche in Deutschland zu einer Rezession auswachse. «Wir erleben jetzt nach besonders guten Jahren einmal ein schlechteres Jahr, aber das ist noch keine Rezession. Das ist die Rückkehr zur Normalität.»

Nach Meinung des Ökonomen kann die deutsche Volkswirtschaft sogar von den Problemen anderer profitieren, weil ihre starken Sektoren wie Industrie und Technologie robuster und weniger betroffen seien als die Dienstleistungsmärkte, auf denen etwa die USA eine große Rolle spielten. Straubhaar widersprach dem ehemaligen Chef der US-Zentralbank, Alan Greenspan, der vor einer Jahrhundertkrise gewarnt hatte.

(Quelle: ap)
 



 

Bundeskartellamt will bis Jahresende gegen Gasversorger vorgehen - Wegen angeblich überhöhter Preise

So.10.08.08 - Das Bundeskartellamt will bis Jahresende gegen einzelne Gasversorger wegen angeblich überhöhter Preise vorgehen. «Es besteht bei den Gasunternehmen der dringende Verdacht, dass es sich um eine missbräuchliche Ausnutzung der Marktstellung handelt», sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, laut der «Süddeutschen Zeitung». «Es wird bis Ende des Jahres dauern, bis wir erste Entscheidungen in einzelnen Fälle bekanntgeben», sagte Heitzer weiter.

«Missbräuche in der Preisfindung werden identifiziert und so weit wie möglich abgebaut», betonte er. Das Bundeskartellamt hat dem Bericht zufolge Anfang März dieses Jahres ein Missbrauchsverfahren gegen insgesamt 35 Unternehmen der Gasversorgungsbranche eingeleitet. Das Amt sei bei den Preismissbrauchsverfahren auf dem Gasmarkt derzeit in einer Phase, in der mit allen 35 Gasversorgungsunternehmen die Einzelheiten besprochen würden, erklärte Heitzer.

Ausgangspunkt der Untersuchungen sei ein Vergleich der Nettopreise der deutschen Gasversorger gewesen. Dabei wurden erhebliche Unterschiede festgestellt. Am Ende des Verfahrens könnte das Kartellamt gegebenenfalls unberechtigte «wirtschaftliche Vorteile» abschöpfen. Ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wollte sich laut «SZ» zu den laufenden Verfahren nicht äußern.

Parallel zur Gasbranche hat das Kartellamt auch die Strombranche im Visier. Dort sind die Ermittlungen nach Angaben Heitzers aber deutlich schwieriger. «Ein missbräuchliches Verhalten ist im Stromsektor wesentlich schwerer nachzuweisen als im Gassektor», sagte der 59-jährige Kartellamtspräsident. «Im Endkundenbereich gibt es bereits mehr Anbieter, im Großhandelsbereich gibt es Besonderheiten bei der Strompreisbildung, insbesondere durch das Börsenumfeld», wurde er zitiert. Wie weiter vorgegangen werde, solle bis Jahresende feststehen.

(Quelle: ap)
 



 

Lafontaine zum Linken-Spitzenkandidaten im Saarland gekürt

So.10.08.08 - Oskar Lafontaine strebt als Spitzenkandidat der Linken im Saarland im kommenden Jahr die erste rot-rote Landesregierung im Westen an. Auf dem Landesparteitag in Neunkirchen kürten 92,4 Prozent der Delegierten den Linken-Chef zum Spitzenkandidaten. Der frühere SPD-Vorsitzende bot den Sozialdemokraten an, mit den Linken nach der Wahl eine Koalition zu bilden. Dies müsse allerdings auf Augenhöhe erfolgen. Er sprach der Wahl eine "bundespolitische Bedeutung" zu.

Für die Linke bestehe bei der Wahl die Möglichkeit, die Regierungsbildung an der Saar zu übernehmen, sagte Lafontaine in einer umjubelten Parteitagsrede. Wenn es möglich sei, werde er das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. Er hatte allerdings schon vor dem Parteitag deutlich gemacht, nur als Regierungschef ins Saarland zurückkehren zu wollen.

Ein Bündnis mit der SPD knüpfte Lafontaine, der von 1985 bis 1998 für die SPD Ministerpräsident im Saarland war, an Bedingungen. So bedeute eine Koalition auf Augenhöhe auch, dass die Partei mit den meisten Stimmen den Ministerpräsidenten stelle. SPD-Landeschef Heiko Maas hatte eine SPD-Regierungsbeteiligung unter Lafontaine ausgeschlossen, nicht aber eine Koalition mit den Linken als Juniorpartner.

Lafontaine griff in seiner Rede sowohl die Politik der Bundesregierung als auch die der Landesregierung unter Ministerpräsident Peter Müller (CDU) scharf an. Die Reformpolitik der vergangenen Jahren bezeichnete er als "einzigen Schwindel". Der CDU-Landesregierung warf Lafontaine vor, in ihrer Amtszeit "völlig versagt" zu haben. Sie habe das Land immer weiter verschuldet und weise eine "klägliche Bilanz" auf.

SPD-Landeschef Heiko Maas warf Lafontaine vor, nicht ernsthaft das Amt des Ministerpräsidenten im Saarland anzustreben. Er trete nur als Spitzenkandidat an, um das Wahlergebnis der Linken nach oben zu treiben, sagte Maas der Nachrichtenagentur AFP. Lafontaine meine es nicht ehrlich mit den Menschen, seine Kandidatur sei "reine Show".

Der saarländische Ministerpräsident Müller sieht der Auseinandersetzung mit Lafontaine nach eigenen Worten "mit Freude entgegen". Er sei "geradezu der ideale Gegner, um den Menschen zu zeigen, vor welcher Alternative sie stehen", sagte Müller der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Im Saarland wird vermutlich kurz vor der wohl Ende September stattfindenen Bundestagswahl ein neuer Landtag gewählt.

(Quelle: afp)
 



 

Wirtschaftsvertreter zeigen Furcht vor Lafontaine

So.10.08.08 - Die Kür von Oskar Lafontaine zum Spitzenkandidaten der Linkspartei für die Landtagswahlen 2009 löst in der Wirtschaft Besorgnis aus. «Beim Gedanken an einen Ministerpräsidenten Lafontaine wird mir Angst und Bange», sagte Wendelin von Boch, Aufsichtsratsmitglied des saarländischen Keramik-Herstellers Villeroy & Boch, der Zeitung «Bild am Sonntag» laut Vorabbericht. Lafontaine wolle einen Staatssozialismus - das bedeute eine Neuauflage der gescheiterten DDR.

Boch schloss Investitionskürzungen im Saarland nicht aus. «Bei einer rot-roten Regierung würden sich viele Leistungsträger überlegen, das Saarland zu verlassen», sagte er. Auch bei Villeroy & Boch müsse dann darüber nachgedacht werden, ob man wie in der Vergangenheit noch auf eine solche Region setzen könne und in die traditionellen Standorte investiere. Lafontaine war bereits von 1985 bis 1998 Ministerpräsident; damals für die SPD.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, sagte dem Blatt zur Kandidatur Lafontaines: «Die Politik der Linken bestraft Leistung, ist zukunftsfeindlich und ein Risiko für Deutschland. Linkspopulistische Politik führt zu mehr Arbeitslosen und weniger Lebensqualität.»

(Quelle: ddp)
 



 

Westerwelle umgarnt Merz

So.10.08.08 - Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle steht einem möglichen Wechsel des früheren Unions-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz (CDU) zur FDP positiv gegenüber. Merz vertrete wirtschafts- und sozialpolitisch vernünftige Ansichten, sagte Westerwelle der Zeitung «Bild am Sonntag» laut Vorabbericht. «Ich habe nicht vor, ihm sein Leben in der CDU noch schwerer zu machen, indem ich ihn öffentlich einlade, der FDP beizutreten. Ich kann Ihnen aber gern grundsätzlich versichern, dass die FDP keinen Aufnahmestopp hat», sagte Westerwelle.

Westerwelle und Merz brechen am Samstag zu einer Wanderung im Sauerland auf. Der FDP-Chef versicherte, ein Parteiwechsel sei nicht der Hintergrund der gemeinsamen Veranstaltung in Merz´ Wahlkreis. «Mir geht es darum, Kräfte wie Friedrich Merz oder Wolfgang Clement zu unterstützen, die vom Linksrutsch ihrer Parteien enttäuscht sind», versicherte er.

Aus den CDU-Sozialausschüssen war Merz wegen seiner öffentlichen Auftritte mit der FDP der Parteiaustritt nahegelegt worden. Gegen Clement läuft wegen seiner Kritik an der Energiepolitik der hessischen SPD ein Parteiordnungsverfahren.

(Quelle: ddp)
 



 

Verhandlungen mit dem Bund über die eingesparten Transrapidgelder - Kein Geld für Bayern

So.10.08.08 - Bayern hat in Verhandlungen mit dem Bund über die eingesparten Transrapidgelder eine Niederlage erlitten. Bayern erhält zunächst nichts von den ursprünglich für das aufgegebene Verkehrsprojekt vom Bund vorgesehenen 925 Millionen Euro. Das Bundesfinanzministerium bestätigte am Samstag: «Die für das Projekt Transrapid München für die Jahre 2009 und 2010 bereits veranschlagten Mittel in Höhe von 195 Millionen Euro sind bei der Aufstellung des Haushalts 2009 wieder den Verkehrsinvestitionen zugeführt worden. Eine Zuordnung auf einzelne Vorhaben wurde nicht vorgenommen.» Weitere 730 Millionen, die der Bund zwar zugesagt, aber noch nicht gegenfinanziert hatte, seien «ersatzlos gestrichen» worden.

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und CSU-Chef Erwin Huber hatten sich persönlich für Zahlungen an Bayern stark gemacht. Und auch CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer hatte noch im April betont, das Transrapid-Geld des Bundes sei «im Koalitionsvertrag für Bayern beschlossen» und dürfe nicht im Haushalt versickern.

Bayerns Wirtschaftsministerin Emilia Müller (CSU) will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, etwas von dem Geld abzubekommen. Die Staatsregierung stehe «in konstruktiven Verhandlungen mit dem Bund» über Unterstützungsmöglichkeiten für Bayern, sagte Müller am Samstag. Da es sich beim Transrapid vor allem um ein High-Tech-Projekt gehandelt habe, liege dabei unser Schwerpunkt auf wichtigen Technologievorhaben.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) habe bereits Mittel für den Ausbau des Zentrums für Robotik in Oberpfaffenhofen zugesichert. Und auch für ein Nanozentrum in Würzburg gingen die Gespräche weiter. «Die Staatsregierung wird sich unverändert mit Nachdruck dafür einsetzen, auch hier einen Beitrag des Bundes zu erreichen», sagte Müller.

Sie bezeichnete es als Erfolg, dass Bayern vom Bund 52 Millionen Euro als Ausgleich für Transrapid-Planungskosten erhält. Zudem wolle sich der Bund am weiteren Ausbau des Leibniz-Rechenzentrums in Garching mit mindestens 100 Millionen Euro beteiligen. Zudem verwies Müller darauf, dass Bayern nach dem Ende des Transrapid-Projekts bereits bayerische Mittel in Höhe von 490 Millionen Euro komplett in High-Tech- und Innovationsprojekte gelenkt habe.

(Quelle: ddp)
 



 

Chef der Bundesagentur für Arbeit kritisiert Recht auf Hauptschulabschluss

So.10.08.08 - Kritik an der geplanten Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Hauptschulabschluss hat der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, geäußert. Er würde stattdessen «lieber die Berater vor Ort darüber entscheiden lassen», sagte Weise dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabmeldung vom Samstag. «Ein solcher Rechtsanspruch würde uns 2009 voraussichtlich etwa 170 Millionen Euro kosten, in den Folgejahren jeweils rund 117 Millionen Euro»», sagte Weise.

Bundesarbeitminister Olaf Scholz will einen solchen Anspruch einführen. Der SPD-Politiker begründet seinen Plan damit, dass 500.000 Arbeitslose keinen Schulabschluss hätten und die Hälfte aller Langzeitarbeitslosen ohne Berufsabschluss sei. Jeder müsse deshalb lebenslang das Recht haben, seinen Hauptschulabschluss nachholen zu können. Sein Vorschlag ist in der Großen Koalition heftig umstritten.

(Quelle: ap)
 



 

Briten ließen NS-Kriegsverbrecher wissentlich davonkommen

So.10.08.08 - Die britischen Geheimdienste haben einem Bericht des "Spiegel" zufolge die Strafverfolgung von NS-Verbrechern nach Kriegsende erschwert, weil sie ihre Arbeitsmethoden nicht preisgeben wollten. Das gehe aus einer Untersuchung des englischen Historikers Stephen Tyas hervor, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin. Demnach hatten die Dienste flächendeckend deutsche Kriegsgefangene befragt und deren Unterkünfte abgehört. In den daraus resultierenden gut 20.000 Berichten fänden sich zahlreiche Hinweise auf Verbrechen wie Massenerschießungen, den Einsatz von Gaswagen und selbst auf die Gaskammern in Auschwitz.

Ermittlungen auf Grundlage der Berichte wurden nicht aufgenommen, weil die britischen Geheimdienstler sich am 11. Juni 1945 darauf verständigt hätten, die Abhörprotokolle als "top secret" einzustufen. Der Grund: Wäre das Verwanzen in einem Gerichtsverfahren öffentlich geworden, hätte das die "zukünftige Nutzung" des Abhörens in Frage gestellt. Die Dokumente seien deshalb in einem Archiv verschwunden.

Laut "Spiegel" liegt der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen" in Ludwigsburg zwar ein Teil der Papiere vor. Doch bislang fehle es an Personal, um diese systematisch auszuwerten.

(Quelle: afp)
 
 
 
 

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