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Irak 1696 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität
Drei Tote bei Explosion einer Autobombe in Bagdad
Mi.12.11.08 - Bei der Explosion einer Autobombe sind am Mittwoch in der irakischen
Hauptstadt Bagdad mindestens drei Menschen getötet und zehn
verwundet. Wie die irakische Polizei mitteilte, ereignete sich der
Anschlag während des morgendlichen Berufsverkehrs mitten in der
Stadt.
(Quelle: ap)
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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge
eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan.
Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu
lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern
und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen",
"Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale
Konflikte" zu verhindern.
1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den
damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem
Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische
Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld,
Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker
in der Bush-Administration...
Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html
Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg #Politische_Vorgeschichte
Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/ irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news
Chronologie des Irak-Kriegs
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Teil 9: 01.01.2007 bis 12.11.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news
... wird fortgesetzt...
Vor einem Jahr:
Irak am 1328sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt
möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie
von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi:
10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten
zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5
Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund
der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese
Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten
in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der
Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak
wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im
Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet:
Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million
Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London
veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel
der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die
Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August
vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research
Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society
Studies (IIACSS) zusammengetragen.
Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer
Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18
Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr
1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte.
(Quelle: afp)
Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten
Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor
fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der
Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote
gemeldet (Stand Sonntagabend).
Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens
3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge
feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der
US-Streitkräfte hervorgeht.
Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf
auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155
Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden
im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr
zuvor.
(Quelle: afp)
Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr
mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen.
Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die
US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier
weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den
Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand
versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei
dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.
Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im
September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000,
Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die
US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische
Truppenmitglieder ums Leben kamen.
Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit
Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen
März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen
zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen
ab. (Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org
Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den
Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs
erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun
über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/ k0803150.htm#0803150
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen
Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein
"Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es
gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der
Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass
nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und
andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde,
warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.
Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115
Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem
ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der
Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen
Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million.
Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen
publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in
Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie
beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)
Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch
sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen
Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils
leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten -
würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum
Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus
Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.
An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der
irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist
die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der
Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den
irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das
geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne
gehen...
Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
Saddam
Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt
Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis
Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt,
dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit,
dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der
frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von
etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen
Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem
Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am
Sonntagabend ausgestrahlt werden.
Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die
USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe
lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz
habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm
gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die
Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert
habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht
für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms
Klarheiten zu schaffen.
Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen
zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte
er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge
wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran
abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann
dazustehen, der den USA trotzt.»
Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt
tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe
aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff
zu nehmen.
boa (Quelle: ap)
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Umfrage offenbart hohe Erwartungen an künftigen
US-Präsidenten Obama
Mi.12.11.08 - Angesichts der anhaltenden Finanzkrise in den USA hegen die Bürger
hohe Erwartungen in den künftigen Präsidenten Barack Obama.
Bei einer Umfrage des GfK-Instituts für die Nachrichtenagentur AP
in Washington äußerten fast zwei Drittel (72 Prozent) die
Zuversicht, dass dem Demokraten eine Wiederbelebung der Wirtschaft
gelingen werde. Fast alle der befragten demokratischen Wähler
äußerten sich so optimistisch und immerhin 44 Prozent der
republikanischen Wähler.
68 Prozent aller 1.001 Befragten zeigten sich überzeugt, dass
Obama nach seinem Einzug ins Weiße Haus am 20. Januar erfolgreich
die wirtschafts- und sozialpolitischen Ziele in Angriff nehmen werde,
die er im Wahlkampf aufgezeichnet habe. Dafür war die Mehrheit
auch bereit, auf Steuersenkungen vorerst zu verzichten. Nur 36 Prozent
sprachen sich für sofortige Kürzungen aus. Rund 80 Prozent
befürworteten eine Ankurbelung der Konjunktur einschließlich
der Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Für drei Viertel der Befragten hat die Wahl Obamas eine
Aufbruchsstimmung ausgelöst, so dass sie nach eigener Aussage
voller Hoffnung in die nähere Zukunft blicken. 60 Prozent zeigten
sich stolz über den Sieg des demokratischen Politikers, der als
erster Schwarzer ins Weiße Haus einzieht. Die Fehlerquote bei der
Umfrage wurde mit 3,1 Prozent angegeben.
(Quelle: ap)
UN-Vollversammlung berät über Dialog der Religionen
Mi.12.11.08 - Die Vollversammlung der Vereinten Nationen berät ab heute in New
York erstmals über den Dialog zwischen den Religionen. Der
Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d'Escoto, hatte den
zweitägigen Religionsgipfel zur Förderung einer "Kultur des
Friedens" auf Initiative des saudiarabischen Königs Abdallah
einberufen. An der Konferenz nehmen Vertreter aus 65 Ländern teil,
darunter 17 Staats- und Regierungschefs. Unter anderem haben
US-Präsident George W. Bush, sein israelischer Kollege Schimon
Peres, der britische Premierminister Gordon Brown sowie König
Abdallah eine Rede angekündigt.
(Quelle: afp)
EU-Kommission: Religiöse Diskriminierung weit verbreitet
Mi.12.11.08 - Die EU-Kommission mahnt mehr Einsatz gegen religiöse
Diskriminierung an. Andersgläubige hätten in Europa nach wie
vor viele Nachteile zu befürchten, sagte ein ranghoher Mitarbeiter
von EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla am Dienstag in Brüssel.
Dort waren rund 100 Experten und Geistliche zu einer Fachkonferenz
über Glaubensfragen im interkulturellen Dialog versammelt. Die
Kommission appellierte unter anderem an die EU-Regierungen, ihrem im
Sommer vorgelegten Entwurf für eine
Antidiskriminierungs-Richtlinie zuzustimmen.
42 Prozent aller Europäer seien derzeit der Ansicht, dass in ihrem
Land Menschen auf Grund ihrer Religion benachteiligt würden, sagte
der Spidla-Mitarbeiter Jan Jarab unter Verweis auf neuere
Umfrageergebnisse. Dabei sei das Problem in den "alten" EU-Ländern
gravierender als in den neuen östlichen Mitgliedsländern. So
hielten etwa 62 Prozent der Dänen und 57 Prozent der Franzosen die
religiöse Diskriminierung für verbreitet.
In den neuen Mitgliedsstaaten liege diese Quote häufig bei unter
20 Prozent, sagte Jarab. Er versicherte zugleich, dass die neue
Richtlinie die Freiheit religiöser Institutionen nicht
unnötig einschränken werde. Vielmehr werde für ein
Gleichgewicht zwischen dem Recht auf Gleichbehandlung und dem Recht auf
Religionsfreiheit gesorgt, hob er hervor.
(Quelle: epd)
Nahost-Konflikt - Palästinserpräsident Abbas schlägt
Referendum im Streit mit Hamas vor
Mi.12.11.08 - Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hat ein Referendum zur
Lösung der Probleme mit der rivalisierenden Hamas vorgeschlagen.
Wenn die Hamas selbstbewusst sei, werde sie Wahlen akzeptieren. Wenn
nicht, werde er ein Referendum anstreben, sagte Abbas am Dienstag auf
einer Gedenkveranstaltung zum vierten Todestag seines Vorgängers
Jassir Arafat. Die Bevölkerung solle entscheiden, ob es eine
vorgezogene Wahl des Parlaments oder des Präsidenten geben solle.
Abbas forderte zudem andere arabische Staaten dazu auf, in dem Konflikt
zu vermitteln.
Die radikal-islamische Hamas kontrolliert seit dem vergangenen Jahr den
Gazastreifen, während die gemäßigte Fatah von Abbas im
Westjordanland regiert. In einer Hamas-Stellungnahme hieß es:"
Die Rede von Präsident Abbas zeigt, dass er und seine Kollegen in
Ramallah an einer moralischen und psychologischen Krise leiden."
(Quelle: rtr)
Islamisten in Somalia erobern zwei weitere Städte
Mi.12.11.08 - Militante Islamisten haben am Dienstag in Somalia zwei strategisch
wichtige Städte erobert. Wie die Behörden mitteilten, konnte
die Miliz Al Shabab, die von den USA als Terrororganisation eingestuft
wird, die Stadt El Dheer in der Mitte des Landes und die Ortschaft
Qoryoley im Süden des Landes einnehmen. Bislang standen die
Gebiete zumindest nominell unter der Kontrolle der von den UN
unterstützten Regierung in Mogadischu und ihrer äthiopischen
Verbündeten. Die Miliz kontrollierte bislang schon in der Mitte
des Landes Kismayo, die drittgrößte Stadt des Landes.
Al Shabab ist der militärische Flügel der Union Islamischer
Gerichte, der Organisation, die in Somalia in der zweiten Hälfte
des Jahres 2006 regierte und die das islamische Recht, die Scharia,
dort einführte. Nach US-Angaben haben etliche Führer der
Organisation Verbindungen zur Terrororganisation El Kaida. In Somalia
gibt es seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr.
(Quelle: ap)
Nordkorea will Grenze zu Südkorea schließen - Pjöngjang
begründet Schritt mit konfrontativem Verhalten der Regierung in
Seoul
Mi.12.11.08 - Nordkorea will im kommenden Monat seine Grenze zum Süden
schließen. Ab 1. Dezember sei auf dem Landweg kein Übertritt
von und nach Südkorea mehr möglich, meldete die amtliche
nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Die
Streitkräfte hätten bereits mit entsprechenden Vorbereitungen
begonnen. Als Grund wurde ein «konfrontatives Verhalten»
der südkoreanischen Regierung angeführt.
Südkorea erklärte, es bedauere die Ankündigung. Sie habe
negative Folgen für die Bemühungen um Versöhnung auf der
koreanischen Halbinsel, sagte ein Sprecher des
Wiedervereinigungsministeriums in Seoul.
Eine Grenzschließung würde insbesondere den Industriepark in
der nordkoreanischen Stadt Kaesong treffen, an dem beide Staaten
beteiligt sind, sowie Reisen südkoreanischer Touristen in die
historische Stadt nahe der Grenze. Vor allem der Industriepark gilt als
wichtige Devisenquelle für das kommunistische Land.
Die Beziehungen der beiden koreanischen Staaten haben sich seit dem
Amtsantritt der konservativen Regierung in Seoul im Februar merklich
abgekühlt. Präsident Lee Myung Bak kündigte eine
härtere Gangart gegenüber dem kommunistischen Norden an.
Daraufhin setzte die Regierung in Pjöngjang die
Versöhnungsgespräche aus und drohte mit dem Abbruch aller
noch bestehenden Kontakte.
(Quelle: ap)
Japans C02-Ausstoß steigt - Erreichen von Kyoto-Zielen in Gefahr
Mi.12.11.08 - In Japan ist der Ausstoß von Treibhausgasen im abgelaufenen
Geschäftsjahr um 2,3 Prozent gestiegen.
Damit entfernt sich der weltweit fünftgrößte Emittent
immer weiter von dem Zielwert, auf den sich das Land im Rahmen des
Kyoto-Klimaschutzabkommens verpflichtet hatte. In dem im März zu
Ende gegangenen Geschäftsjahr habe Japan den Gegenwert von 1,371
Milliarden Tonnen an CO2 ausgestoßen, teilte die Regierung am
Mittwoch mit. Das Kyoto-Ziel für Japan bis 2012 liegt bei 1,186
Milliarden Tonnen. Experten führen den Anstieg auch auf den
Ausfall des größten Atomkraftwerkes des Landes infolge eines
Erdbebens zurück. Deshalb seien mehr fossile Brennstoffe wie
Kohle, Gas und Öl verbrannt worden.
(Quelle: rtr)
Russischer Präsident soll künftig sechs Jahre regieren
Mi.12.11.08 - Der russische Staatschef Dmitri Medwedew will die Amtszeit des
Präsidenten von derzeit vier auf sechs Jahre verlängern. Eine
entsprechende Verfassungsänderung habe Medwedew am Dienstag dem
Parlament zugeleitet, hieß es im Kreml. Medwedew hatte die von
ihm gewünschte Verfassungsänderung bereits in der vergangenen
Woche in seiner Rede an die Nation angekündigt. Sie soll noch bis
zum Jahresende beschlossen werden. Die Änderung wäre
Verfassungsrechtlern zufolge erst für zukünftige
Präsidenten gültig.
Die erste Verfassungsänderung seit 1993 gilt in Russland als
Vorbote einer Rückkehr von Medwedews Förderer und
Vorgänger Wladimir Putin ins höchste Staatsamt. Putin,
derzeit Ministerpräsident, hat eine Rückkehr nicht
ausgeschlossen. Eine sechsjährige Amtszeit würde dem
56-Jährigen insgesamt zwölf weitere Jahre im
einflussreichsten russischen Staatsamt erlauben.
Schon vor der Präsidentenwahl im März wurde Medwedew von
vielen Beobachtern nur als eine Art Platzhalter gesehen. Laut
Verfassung durfte Putin nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht
erneut antreten. Nach Medwedew - oder dessen vorzeitigem Rücktritt
- könnte er aber wieder für das Präsidentenamt
kandidieren.
Die Putin und Medwedew ergebenen Parteien verfügen im Parlament
über die nötige Zweidrittelmehrheit für die
Verfassungsänderung. Oppositionsführer Boris Nemzow sprach in
der vergangenen Woche indes von einer «extrem
gefährlichen» Entwicklung. «Sie zielt auf die
Bewahrung des Putinismus», sagte er auf einer Pressekonferenz.
Putinismus definierte er als «Korruption, Inflation und
internationale Isolation».
(Quelle: ap)
Europa gedenkt Ende des Ersten Weltkriegs vor 90 Jahren
Mi.12.11.08 - Europa hat am Dienstag des Endes des Ersten Weltkrieges vor 90 Jahren
gedacht. An diesem Tag müssten alle Opfer des Krieges
gewürdigt werden, ganz gleich aus welchem Land sie kämen,
sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy. Polen
feierte zudem seine Unabhängigkeit, die das Land mit dem Ende des
Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 wiedererlangt hatte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm auf Einladung von
Staatspräsident Lech Kaczynski an der zentralen Feier auf dem
Warschauer Pilsudski-Platz teil, an der Seite von 16 ausländischen
Staatschefs. Diesen Artikel weiter lesen
Bei der zentralen Gedenkveranstaltung in der ostfranzösischen
Gedenkstätte in Douaumont wurde Deutschland von
Bundesratspräsident Peter Müller (CDU) vertreten. Weitere
Teilnehmer waren EU-Kommissionspräsident José Manuel
Barroso, der Präsident des Europaparlaments, Hans-Gert
Pöttering, sowie der britische Thronfolger Prinz Charles.
Sarkozy nahm in seiner Rede Bezug auf die Versöhnung zwischen
Deutschland und Frankreich, die sich in beiden Weltkriegen als Feinde
gegenübergestanden hatten. Am 11. November gehe es nicht darum,
"den Krieg zu feiern" oder "den Sieg eines Lagers über das
andere", sagte Sarkozy. Es gehe darum, "alle zu würdigen, die bis
ans äußerste Ende ihrer Kräfte gekämpft haben".
Der Erste Weltkrieg sei der erste Konflikt gewesen, der "die Idee der
Menschlichkeit an sich bedroht" habe.
In London erinnerte Premierminister Gordon Brown mit zwei
Schweigeminuten an das Kriegsende. An der Zeremonie am Kriegsdenkmal
von Whitehall nahmen drei von vier noch lebenden britischen Veteranen
des Ersten Weltkriegs teil. Es sei wichtig, der Kriegsopfer auf beiden
Seiten zu gedenken, sagte der 110-jährige Harry Patch.
Präsident Kaczynski betonte bei der zentralen Zeremonie in
Warschau, dass in der Europäischen Union weiter Patriotismus
gebraucht werde. Für Polen sei Patriotismus auch notwendig, um das
Land zu entwickeln und den Abstand zu verringern, der es von den
reicheren Ländern trenne. An der Feier mit Militärparade
nahmen neben Merkel unter anderen die Präsidenten Afghanistans,
Hamid Karsai, und der Ukraine, Viktor Juschtschenko, teil.
(Quelle: afp)
Deutschland - Deutlicher Anstieg bei Korruptionsdelikten
Mi.12.11.08 - Die Zahl der Bestechungsstraftaten ist im vergangenen Jahr bundesweit
um 38 Prozent auf 9.563 gestiegen. Dies geht aus dem Bundeslagebild
Korruption hervor, das am Mittwoch vom Bundeskriminalamt (BKA) in
Wiesbaden veröffentlicht wurde. Die Zahl der Ermittlungsverfahren
lag dagegen mit 1.599 leicht unter dem Vorjahresniveau.
Der starke Anstieg der Fallzahlen ist laut BKA vor allem auf ein in
Berlin anhängiges Großverfahren zurückzuführen,
bei dem in Zusammenhang mit Führerscheinprüfungen nahezu
3.500 Einzelstraftaten erfasst wurden. Schwerpunktmäßig wird
nach wie vor schwerpunktmäßig von Angehörigen der Bau-
und Dienstleistungsbranche. Die Bestochenen sind vor allem
Angehörige des öffentlichen Dienstes.
«Korruption hat weitreichende wirtschaftliche und
gesellschaftliche Folgen», sagte BKA-Präsident Jörg
Ziercke: «Wettbewerbsverzerrung, Verlust von Arbeitsplätzen,
Reputationsverluste ganzer Wirtschaftszweige bis hin zu
Vertrauensverlusten in die Funktionsfähigkeit der bestehenden
Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.» Ermittlungen gegen
internationale Korruptionsgeflechte zeigten zudem, dass die
Gewinnspannen in diesem Deliktsfeld enorm hoch seien.
Nach BKA-Angaben hat sich die Korruptionslage in Deutschland
gegenüber 2006 kaum verändert. Dass vor allem gegen
Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung wegen Bestechlichkeit
ermittelt werde, habe auch etwas damit zu tun, dass hier mittlerweile
flächendeckend Kontrollsysteme eingeführt worden seien.
Korruption ist auch eines der Themen auf der am Mittwoch beginnenden
BKA-Herbsttagung, die sich in diesem Jahr dem Thema
«Wirtschaftskriminalität und Globalisierung» widmet.
(Quelle: ap)
Alleinerziehende Hartz-IV-Empfänger müssen Vollzeitstelle
annehmen
Mi.12.11.08 - Alleinerziehende Hartz-IV-Empfänger dürfen eine
Vollzeitbeschäftigung nicht grundsätzlich ablehnen. Die
Erziehung eines Kindes sei «in der Regel nicht
gefährdet», wenn die Betreuung in einer
Kindertagesstätte oder Tagespflege sichergestellt sei, entschied
das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (Urteil vom 16. Oktober
2008, AZ: L 5 AS 449/08).
Der Kläger, ein hilfebedürftiger Vater mit einem
dreijährigen Sohn, hätte zunächst mit dem Arbeitgeber
klären müssen, ob sich die Arbeitszeiten mit den
Kinderbetreuungszeiten vereinbaren lassen. Da der Kläger gar
keinen Kontakt gesucht habe, könne er sich nicht auf die
Unzumutbarkeit des Stellenangebots berufen, entschieden die Richter. Es
gebe auch keine offensichtlichen Anhaltspunkte dafür, dass die
Arbeit nicht mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren gewesen wäre.
Im Ergebnis durfte die zuständige Behörde eine Sanktion wegen
der unterlassenen Bewerbung verhängen.
(Quelle: ddp)
Beratung für Erwerbslose soll professioneller werden
Mi.12.11.08 - Die Interessenvereinigungen für Erwerbslose und
Sozialhilfeempfänger wollen ihr Engagement mit einem neuen Verein
professionalisieren. Der Beratungsbedarf der sozial Schwachen sei
immens, sagte Hinrich Garms, Geschäftsführer der
"Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwerbslosen- und
Sozialhilfeinitiativen" (BAG-SHI), in einem epd-Gespräch.
"Wir bekommen täglich Anfragen, die wir zur Zeit
ausschließlich ehrenamtlich beantworten." Die BAG-SHI hat
Insolvenz angemeldet und deshalb für die Beratung kein Geld zur
Verfügung. Für den geplanten neuen Verein
"Bundesarbeitsgemeinschaft prekäre Lebenslagen gegen
Einkommensarmut und soziale Ausgrenzung" seien Fördermittel
für bis zu drei Beratungsstellen nötig, sagte Garms.
"Längerfristig muss diese Arbeit bezahlt werden."
Die BAG-SHI war wegen Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung
in die Krise geraten. Da das Bundessozialministerium Projektmittel in
Höhe von 37.000 Euro plus Zinsen zurückgefordert hatte,
musste der Verein Mitte Juli Insolvenz anmelden. Garms gestand zu, dass
die Fördermittel nicht immer mit der nötigen
Professionalität gebucht worden seien. Es habe sich aber niemand
bereichert.
Der neue Verein werde sich auch wieder um Fördergelder des
Bundessozialministeriums bemühen. "Das Ministerium hat
erklärt, dass es die Tür offen halten wolle für einen
neuen Verein", sagte Garms.
(Quelle: epd)
Kuratorium: Altenhilfe gehört 'ins pralle Leben'
Mi.12.11.08 - Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) will die Altenhilfe "ins
pralle Leben" holen. Die bisherigen Altenhilfestrukturen seien der
künftigen Entwicklung nicht gewachsen, sagte
KDA-Geschäftsführer Peter Michell-Auli am Montag auf einer
Fachtagung in Bonn. Zunehmender Fachpersonalmangel, der Rückgang
familiärer Pflege sowie Finanzierungsprobleme erforderten neue
Lösungsansätze.
"Mehr Miteinander im Quartier", forderten daher die Experten auf der
Tagung. Hier seien vor allem die Kommunen gefragt, sagte Ursula
Kremer-Preiß vom KDA: "Wir brauchen den Wechsel von der
Versorgungs- zur Mitwirkungsgesellschaft." Dazu müssten sich die
Akteure im Wohnviertel gezielt vernetzen und besser kooperieren.
Untersuchungen zufolge wollten die meisten alten Menschen in ihrer
Wohnung in der angestammten Umgebung bleiben. Nur rund 30 Prozent der
über Fünfzigjährigen seien umzugsbereit, so
Kremer-Preiß. Sie beschrieb ein Projekt aus Düren, wo das
Wohnumfeld optimiert werden soll, beispielsweise durch eine bessere
Infrastruktur. Sehr wesentlich sei die Förderung barrierefreien
Wohnraums: "Noch nicht einmal ein Prozent des derzeitigen Wohnbestandes
ist barrierefrei. Hier muss noch viel investiert werden."
Die Landesseniorenvertretung NRW plädierte dafür, dass die
Betroffenen frühzeitig mit eingebunden werden:
"Mehrgenerationenhäuser sind ja schön und gut ? aber lieber
wäre uns, wenn wir von Anfang an in derartige Planungen mit
einbezogen würden", sagte Seniorenvertreter Jobst Heberlein. Der
Städte- und Gemeindebund NRW sieht dies jedoch als schwierig an,
solange die Zuständigkeiten zwischen Kreis und Kommunen aufgeteilt
sind.
(Quelle: epd)
Grüne kritisieren BKA-Gesetz als verfassungswidrig
Mi.12.11.08 - Wenige Stunden vor der Verabschiedung des BKA-Gesetzes im Bundestag hat
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast ihre Kritik daran
bekräftigt. Künast sagte am Mittwoch im MDR, Kern seien die
aus ihrer Sicht verfassungswidrigen Online-Durchsuchungen, die
unbescholtenen Bürgern keinen Freiheitsraum mehr ließen.
Ziel des Innenministers Wolfgang Schäuble (CDU) sei es offenbar,
ein deutsches FBI zu schaffen, das sowohl Geheimdienstbefugnisse als
auch kriminalpolizeiliche Befugnisse habe. Das wollten die Grünen
aber nicht. Diesen Artikel weiter lesen
Künast äußerte die Hoffnung, dass der Gesetzentwurf im
Bundestag oder Bundesrat gestoppt wird. Wenn nicht, kündigte
Künast erneut an, vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen.
Nach langem Ringen will die Koalition das umstrittene BKA-Gesetz am
Nachmittag verabschieden. Erst vergangene Woche hatten sich Union und
SPD abschließend auf den Entwurf verständigt. Danach
dürfen Ermittler bei einer konkreten Gefahr und bei schwersten
Straftaten künftig mit Genehmigung eines Richters heimlich in
einen Computer eindringen. In dringenden Fällen soll der
BKA-Präsident Beweise auch ohne vorherige richterliche Erlaubnis
sichern dürfen.
Das «Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen
Terrorismus durch das Bundeskriminalamt» wird unter anderem von
Ärzten, Journalisten und Rechtsanwälten wegen der Regelungen
zum Informantenschutz heftig kritisiert.
Die Grünen-Fraktion hat zur geplanten Verabschiedung am Nachmittag
eine Aktion gemeinsam mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung in
der Nähe des Reichstagsgebäudes angekündigt.
(Quelle: ap)
Telekom-Spitzelaffäre hat offenbar noch größere
Dimensionen
Mi.12.11.08 - Die Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom hat offenbar noch
größere Dimensionen als bisher bekannt. Neben
Aufsichtsräten der Arbeitnehmerseite und Journalisten waren
offenbar auch Betriebsräte und weitere Mitarbeiter des Konzerns
von dem Datenmissbrauch betroffen. Die Telekom erklärte am
Dienstag, dies habe die Staatsanwaltschaft Bonn dem Unternehmen
mitgeteilt. Die Anklagebehörde benachrichtigt den Angaben zufolge
jetzt erste Betroffene über den Missbrauch ihrer Daten.
Das bei der Telekom für Datenschutz zuständige
Vorstandsmitglied Manfred Balz sagte, er habe bereits von einem
«monströsen Angriff» auf die Pressefreiheit und die
Mitbestimmung gesprochen. «Dass auch Betriebsräte bespitzelt
wurden, die unter dem Schutz der Betriebsverfassung die
Arbeitnehmerrechte wahren und das besondere Vertrauen der Belegschaften
genießen, gibt den ungeheuerlichen Vorgängen eine
zusätzliche Dimension der Anstößigkeit»,
fügte er hinzu.
Die Telekom kündigte an, sich «in angemessener Form»
zu entschuldigen, sobald man die Namen der Betroffenen erfahren habe.
Man gehe davon aus, dass im Laufe des Verfahrens die Namen der weiteren
Geschädigten bekannt würden. Das Unternehmen betonte, man
habe bei den internen Untersuchungen der Vorfälle die Namen der
betroffenen Anschlussinhaber aus straf- und datenschutzrechtlichen
Gründen nicht selbst ermitteln dürfen.
Das Unternehmen hatte Mitte Mai Strafanzeige erstattet, nachdem intern
aufgedeckt worden war, dass Journalisten, Aufsichtsräte und
eventuell auch Vorstandsmitglieder von der Konzernsicherheit bespitzelt
worden waren. Durch den Abgleich von Verbindungsdaten sollte eine
undichte Stelle bei dem Unternehmen gefunden werden, durch die sensible
Informationen an die Medien sickerten.
Die bisher bekanntgewordenen Fälle datierten auf die Jahre 2005
und 2006. Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft richtete sich vor
allem gegen acht Personen, darunter den ehemaligen
Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und den früheren
Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Bei der Durchsuchung zahlreicher
Büros hatten die Ermittler Ende Mai nach eigenen Angaben zwei
Lastwagenladungen an Unterlagen sichergestellt.
(Quelle: ap)
Bundesbürger halten wenig vom deutschen Bildungssystem
Mi.12.11.08 - Sieben Jahre nach Veröffentlichung der ersten PISA-Studie stellen
die Bundesbürger dem Bildungssystem in Deutschland ein schlechtes
Zeugnis aus. Wie das Magazin «Stern» unter Berufung auf
eine Forsa-Umfrage am Mittwoch berichtete, sagte nur ein Prozent der
1000 Befragten, die Bildung habe sich in den vergangenen Jahren
«deutlich» verbessert. Ein Drittel (33 Prozent) meinte, es
sei «etwas» besser geworden. 37 Prozent hingegen sind der
Ansicht, es habe sich nichts geändert. Dass die Bildung in
Deutschland sogar schlechter geworden ist, glaubten 18 Prozent der
Deutschen. Zwölf Prozent erklärten, sie habe sich
«etwas», sechs Prozent, sie habe sich
«deutlich» verschlechtert.
Noch negativer schätzen der Umfrage zufolge die befragten Eltern
mit im Haushalt lebenden Kindern die Entwicklung des Bildungssystems
ein. Nur 29 Prozent sehen «deutliche» oder
«leichte» Verbesserungen. 40 Prozent der Eltern dagegen
sagten, es gebe seit Veröffentlichung der ersten PISA-Studie keine
Änderungen. Ein Viertel der Eltern klagte, es sei schlechter
geworden: 17 Prozent sehen «etwas», 8 Prozent
«deutliche» Verschlechterungen.
Der Leiter der PISA-Studie in Deutschland, Manfred Prenzel, mahnte dem
Magazin zufolge zu Geduld. «Tiefgreifende Veränderungen im
Schulsystem brauchen 10 bis 20 Jahre», sagte er.
Am Dienstag sollen in Berlin die Befunde der neuen Schulstudie PISA E
mit Ergebnissen aus den 16 Bundesländern vorgestellt werden.
(Quelle: ddp)
Wissenschaft - Lieblingsmusik ist gesund für das
Herz-Kreislauf-System
Mi.12.11.08 - Lieblingsmusik ist gesund für das Herz-Kreislauf-System: Ihr Klang
wirkt laut einer in den USA veröffentlichten Studie
gefäßerweiternd. Hinter der Studie stecken Wissenschaftler
der Universität Maryland, die im Jahr 2005 bereits die
Auswirkungen des Lachens auf das Herz untersuchten. "Wir haben bereits
gezeigt, dass positive Emotionen wie das Lachen gut für die
Gesundheit der Gefäße sind", sagte Michael Miller, Leiter
der Präventionsabteilung am kardiologischen Institut der
Universität Maryland. Da auch Musik positive Gefühle
freisetze, habe sich eine entsprechende Studie aufgedrängt. Diesen
Artikel weiter lesen
Für die Studie ließ Miller zehn Studenten jene Musik
auswählen, die sie "am glücklichsten" macht.
Anschließend spielte er ihnen vier Musikproben vor und
untersuchte deren Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System: die vom
Probanden ausgesuchte Lieblingsmusik, anstrengende Musik,
Entspannungsmusik und Musik, die zum Lachen anregt. Bei Messungen am
Oberarm zeigte sich, dass der Durchmesser der Gefäße sich
beim Klang der Lieblingsmusik um 26 Prozent erweiterte, während er
sich bei anstrengender Musik um sechs Prozent verengte. Bei lustigen
Hörproben wurden die Gefäße um 19 Prozent weiter,
Entspannungsmusik ließ die Gefäße nur um elf Prozent
lockerer werden.
(Quelle: afp)
CO2-Ausstoß lässt Todeszonen in Weltmeeren wachsen
Mi.12.11.08 - Die Todeszonen in den Weltmeeren werden deutlich wachsen, wenn der
Mensch weiter ungedrosselt Treibhausgase in die Atmosphäre
bläst. Zu diesem Schluss kommt eine Modellrechnung Kieler Forscher
um Prof. Andreas Oschlies vom Leibniz-Institut für
Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).
«Unsere Untersuchungen zeigen eine Ausbreitung der Zonen mit
sauerstoffarmem Wasser um bis zu 50 Prozent bis zum Ende dieses
Jahrhunderts», berichtete Oschlies, dessen Gruppe ihre Prognose
im Fachjournal «Global Biogeochemical Cycles» (Bd. 22, S.
GB4008) vorstellt.
Ursache ist der Studie zufolge ein Düngereffekt des Treibhausgases
Kohlendioxid (CO2) an der Meeresoberfläche. Das CO2 bewirkt nicht
nur eine zunehmende Versauerung der Meere, sondern wird auch vom
Plankton vermehrt aufgenommen. Sinken diese abgestorbenen Lebewesen in
die Tiefe, verbraucht ihr Abbau viel Sauerstoff.
Die Zahl der sauerstoffarmen Todeszonen in den Ozeanen ist in den
vergangenen Jahren beständig gestiegen. Nach einer im August
veröffentlichten Untersuchung gibt es inzwischen mehr als 400
dieser lebensfeindlichen Meeresgebiete, die zusammen eine Fläche
von mehr als 245 000 Quadratkilometern haben, das entspricht etwa zwei
Dritteln Deutschlands.
(Quelle: dpa)
Rollende Radspinne in der Sahara entdeckt
Mi.12.11.08 - Eine Spinne, die aktiv vorwärts rollt, statt zu krabbeln, hat ein
Berliner Forscher am Rande der Sahara entdeckt.
Bislang war nur von der Goldenen Radspinne (Carparachne aureoflava) aus
der Namib-Wüste im Südwesten Afrikas bekannt, dass sie ihre
Beine zu einem Rad formen und damit passiv Sanddünen
hinunterrollen kann. «Aber im Gegensatz dazu konnte unsere Spinne
durch Beinarbeit ihr Rollen beschleunigen», berichtet Prof. Ingo
Rechenberg vom Fachgebiet Bionik der Technischen Universität
Berlin, der das Tier durch Zufall auf einer Forschungsreise entdeckte.
Ein Spinnenexperte des Senckenberg-Instituts konnte ein konserviertes
Exemplar der Rollspinne bereits als Männchen der Gattung Cebrennus
zuordnen. «Ob es sich tatsächlich um eine neue Art handelt,
kann man zweifelsfrei erst nach der Untersuchung eines weiblichen
Tieres der gleichen Art feststellen», erläutert Rechenberg.
Zum Glück konnte der Forscher ein zweites Exemplar fangen und
lebendig nach Deutschland bringen. Es ist jedoch noch unklar, ob es ein
Weibchen ist.
Rechenberg, der als Bioniker reibungsarme Oberflächen entwickelt
und dafür unter anderem schlüpfrige Echsen im Dünensand
studierte, findet vor allem die Fortbewegungsart der Spinne
inspirierend: «Auf einem geeigneten Untergrund ist Rollen
deutlich energiesparender als Laufen», sagt der Ingenieur.
«So ein System zu entwickeln, wäre zum Beispiel für
eine Marsmission interessant.»
(Quelle: dpa)
Zwei Deutsche in Endauswahl für Mars-Isolationsexperiment
Mi.12.11.08 - Zwei Deutsche haben es in die Endauswahl für ein
Isolationsexperiment der europäischen Raumfahrtagentur ESA zur
Vorbereitung von Flügen zum Mars geschafft. Von ursprünglich
über 5600 Bewerbern seien noch acht Männer zwischen 28 und 39
Jahren übrig, teilte die ESA in Paris mit. Neben den beiden
Deutschen seien auch drei Franzosen, ein Belgier, ein Däne und ein
Schwede in der Endausscheidung. Bis Jahresende würden zwei von
ihnen ausgewählt, um sich ab März in einem Raumschiffnachbau
mit einer vierköpfigen russischen Crew für 105 Tage
einsperren zu lassen.
Mit dem Experiment nahe Moskau sollen die Auswirkungen des Fluges zum
Mars auf Psyche und Körperfunktionen untersucht werden. 2009 soll
dann eine weitere Crew für das Hauptexperiment ausgewählt
werden, bei dem sechs Menschen 520 Tage lang in das "Raumschiff" bei
Moskau eingesperrt würden. Dies wäre die Zeit, die für
jeweils 240 bis 250 Tage Hin- und Rückflug sowie 30 Tage
Aufenthalt auf dem Roten Planeten nötig wäre.
(Quelle: afp)