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Irak 1699 Tage nach Erlangung der formellen Souveränität

Sa.15.11.08 - Es liegen keine neuen Nachrichten zum Thema Irak vor.

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Hintergrund: Irakkrieg - Blick ins Archiv

Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003

Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.

US-Präsident Bush hatte Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen. Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in einer Fernsehansprache (19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....

Der Weg zum Irakkrieg: 1992 gelangen an die Öffentlichkeit Auszüge eines neuen Leitlinien-Entwurfs des Pentagons (18.02.1992) - Der "No Rivals"-Plan. Danach gehört es zu den amerikanischen Interessen, u.a. den "Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen, vor allem Öl aus dem Persischen Golf" zu sichern und die "Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen", "Bedrohungen von US-Bürgern durch Terrorismus oder durch regionale oder lokale Konflikte" zu verhindern.

1998 richtet das rechtskonservative "Project for the New American Century" an den damaligen US-Präsidenten Clinton einen Offenen Brief (26.01.1998) mit folgendem Fazit: Diplomatie gegenüber Irak sei gescheitert. Jetzt müssen militärische Aktionen gegen den Irak vorbereitet werden. Die Unterzeichner sind: Donald Rumsfeld, Wolfowitz, Perle, Armitage, Bolton und andere, einflussreiche Politiker in der Bush-Administration... Mehr unter:
http://www.glasnost.de/pol/irak.html

Wikipedia - "Irakkrieg - Politische Vorgeschichte":
http://de.wikipedia.org/wiki/Irak-Krieg
#Politische_Vorgeschichte






Chronologie der Kriegsvorbereitungen:
http://www.boa-muenchen.org/irakkrieg-chronik/
irakkrieg_chronik_weg_in_den_krieg.htm#news



Chronologie des Irak-Kriegs

Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news

Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news

Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news

Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news

Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news

Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news

Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news

Teil 8: 01.01.2006 bis 31.12.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news

Teil 9: 01.01.2007 bis 15.11.2007
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_09.htm#news

... wird fortgesetzt...
 
 


 

Vor einem Jahr:
 
Irak am 1331sten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität

Do.15.11.07 - US-Repräsentantenhaus fordert erneut Truppenabzug aus dem Irak. Lage irakischer Flüchtlinge desaströs. Drei US-Soldaten im Nord-Irak getötet - Anschlag in Bagdad. Blackwater-Einsatz in Bagdad in mindestens 14 Fällen überzogen... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0711150.htm#news

 
 

 

Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a

Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b

... Lügen und Täuschungen, die in London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
 

Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net

Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in der Studie heißt, die auf der Website der renommierten britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com] veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
 

Do.12.10.2006 - Baltimore - Die Zahl der Opfer im Irakkrieg liegt möglicherweise höher als bisher angenommen. Nach einer Studie von US-Epidemiologen, die jetzt im Lancet (2006; doi: 10.1016/S0140-6736(06)69491-9) veröffentlicht wurde, könnten zwischen März 2003 und Juli 2006 etwa 650.000 Menschen (oder 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung) mehr gestorben sein, als aufgrund der Vorkriegszahlen zu erwarten gewesen wäre. Diese Schätzungen sind das Ergebnis einer Befragung von 1.849 Haushalten in 47 unterschiedlichen Regionen des Lande, die Gilbert Burnham von der Bloomberg School of Public Health initiiert hat... Mehr unter:
http://www.aerzteblatt-studieren.de/doc.asp?docId=104104
 

Fr.18.01.2008 - Statistik des Grauens: Wie viel Zivilisten sind im Irak wirklich gestorben? Heftiger Streit ist um die Zahl der Gewaltopfer im Irak entbrannt.... Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/irakopfer
 

Fr.01.02.2008 - Offenbar mehr als eine Million Iraker seit 2003 getötet: Seit der US-geführten Invasion sind im Irak mehr als eine Million Iraker gewaltsam zu Tode gekommen. Wie aus einer in London veröffentlichten Studie hervorgeht, beklagt etwa ein Fünftel der irakischen Haushalte den Verlust eines Angehörigen. Die Erhebung umfasst den Zeitraum zwischen März 2003 und August vergangenen Jahres. Die Daten wurden von den Instituten Opinion Research Business (ORB) und Institute for Administration and Civil Society Studies (IIACSS) zusammengetragen.

Die Befragung ergab 1.033.000 irakische Gewalttote, bei einer Fehlerquote von 1,7 Prozent. Insgesamt wurden 2414 Iraker über 18 Jahren befragt. Nach der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 1997 gibt es im Irak gut vier Millionen Haushalte. (Quelle: afp)

Mo.31.12.2007 - Für die US-Truppen im Irak war 2007 mit 899 getöteten Soldaten das Jahr mit den meisten Toten seit Beginn des Krieges vor fast fünf Jahren. Der verlustreichste Monat war der Mai mit 126 getöteten Soldaten, im Dezember wurden 21 Tote gemeldet (Stand Sonntagabend).

Insgesamt starben seit der US-Invasion im März 2003 mindestens 3.902 amerikanische Soldaten. Davon wurden mindestens 3.175 infolge feindlicher Angriffe getötet, wie aus Zahlen der US-Streitkräfte hervorgeht.

Ähnlich wie bei den US-Soldaten entwickelte sich im Jahresverlauf auch die Zahl der zivilen Opfer im Irak. Im Mai wurden 2.155 Zivilpersonen getötet, im Dezember waren es 710. Insgesamt wurden im Jahr 2007 18.610 Iraker getötet, fast 5.000 mehr als im Jahr zuvor. (Quelle: afp)

Mo.24.03.08 - Seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut fünf Jahren sind nunmehr mindestens 4.000 US-Soldaten in dem arabischen Land ums Leben gekommen. Dies ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur AP, nachdem die US-Streitkräfte in der Nacht zum heutigen Montag den Tod von vier weiteren Amerikanern in Bagdad gemeldet hatten. Diese wurden den Angaben zufolge bei der Detonation eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Ein weiterer US-Soldat wurde bei dem Anschlag am späten Sonntagabend verwundet.

Die Zahl von 1.000 im Irak getöteten Amerikanern wurde im September 2004 erreicht. Im Oktober 2005 lag die Opferbilanz bei 2.000, Ende 2006 bei 3.000. Das verlustreichste Jahr für die US-Streitkräfte im Irak war 2007, als 901 amerikanische Truppenmitglieder ums Leben kamen.

Der Irak-Einsatz der USA hatte in der Nacht zum 20. März 2003 mit Luftangriffen auf Bagdad begonnen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kamen alleine zwischen März 2003 und Juni 2006 bis zu 223.000 Menschen ums Leben. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger den Einsatz inzwischen ab. (Quelle: ap)
 

«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
 
 

'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'

»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.

Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den Straßen des Irak herumirren... «

Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
 
 
 

US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak

Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg: Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung, erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f

 
 

Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren

Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr. US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.

Quellen: ap, afp

Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt

Freitag 26. Oktober 2007: Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office am Mittwoch in Washington mitteilte...

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710260.htm#07102601
 
 

'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg

Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung - er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der 38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch Steuerverweigerung aus.... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/
boa-archiv9/k0707210.htm#07072101

 
 

Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'

Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen. Niemals

Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig alle hassen".

Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen. "Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"

Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht: Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter, Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind sie - Helden.

Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007

'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2

Iraq Veterans against War (IVAW):
http://www.ivaw.org

Aktion Winter Soldier 2008
1971 half die Aktion "Winter Soldier", Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg herzustellen, indem Soldaten ihre Version des Kriegs erzählten. In einer ähnlichen Aktion berichten Soldaten nun über den Irak-Krieg... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/
k0803150.htm#0803150

 
 
 


 

Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'

Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in Afghanistan in den 80er Jahren.

Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die westlichen Länder müssten die Gründe dafür analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.

Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.

(Quelle: ap)
 


 

Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar

Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...

Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten Irakkrieg. ..

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
 


 

Das Fiasko zahlt sich aus - Warum die USA im Irak bleiben wollen

Fr.14.12.07 - Die gängige Meinung über die Lage im Irak lautet: ein "Fiasko", "ein einziger Morast", ein "nicht gewinnbarer Krieg". Aber es gibt gute Gründe für die Annahme, dass sich die Sache aus der Perspektive von Bush und Cheney ganz anders darstellt. Dass nämlich die USA genau in dem Morast "stecken", in dem Bush und andere sie haben wollen. Was im Übrigen erklären würde, warum es keine "Ausstiegsstrategie" gibt.

Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Milliarden Barrel - mehr als fünfmal so viel wie die USA. Zudem ist der Irak aufgrund seiner langen politischen Isolation der Ölstaat, dessen Vorkommen am wenigsten erforscht sind. Im ganzen Land gibt es nur 2 000 Bohrlöcher, in Texas hingegen eine Million. Der Council on Foreign Relations in Washington hat Schätzungen publiziert, wonach im Irak noch unentdeckte Ölreserven in Höhe von 220 Milliarden Barrel lagern; eine andere Studie beziffert diese Reserven auf 300 Milliarden Barrel.(1)

Wenn diese Schätzungen auch nur einigermaßen realistisch sind, sitzen die US-Truppen heute auf einem Viertel der globalen Ölressourcen. Der Wert dieses Öls - großenteils leichtes Rohöl, entsprechend niedrige Förderkosten - würde zu aktuellen Preisen bei 30 Billionen Dollar liegen. Zum Vergleich: Die Gesamtkosten der US-amerikanischen Invasion plus Okkupation werden auf eine Billion Dollar geschätzt.

An wen wird das irakische Öl gehen? Eine der Benchmarks, die der irakischen Regierung von der Bush-Administration gesetzt wurden, ist die Verabschiedung eines Gesetzes über die Verteilung der Öleinnahmen. Nach dem Gesetzentwurf, den Washington für den irakischen Volkskongress ausgearbeitet hat, würde das geförderte Öl nahezu vollständig an westliche Konzerne gehen...

Mehr in Le Monde diplomatique Nr. 8455 vom 14.12.2007, Seite 11:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/12/14/a0043.text
 


 

Saddam Hussein hielt US-Invasion für unwahrscheinlich - FBI-Beamter gibt Details aus Verhören des früheren irakischen Staatschefs preis

Fr.26.01.08 - Saddam Hussein war nach den Worten eines FBI-Beamten überzeugt, dass die USA ihn nicht stürzen würden. Die Möglichkeit, dass er Massenvernichtungswaffen besitzen könnte, ließ der frühere irakische Präsident bewusst offen, um den Iran von etwaigen Angriffen abzuschrecken. Dies erklärte er in seinen Verhören, wie der daran beteiligte US-Ermittler George Piro dem Fernsehsender CBS mitteilte. Das Interview mit Piro soll am Sonntagabend ausgestrahlt werden.

Demnach war der Ende 2006 hingerichtete Diktator der Auffassung, die USA würden im März 2003 lediglich eine Reihe Luftangriffe lancieren wie schon 1998. Mit einer vollen Invasion zu seinem Sturz habe er indessen nicht gerechnet, sagte Prio dem Sender. Ihm gegenüber habe Saddam Hussein eingeräumt, dass er die Absichten von US-Präsident George W. Bush damals falsch kalkuliert habe. Da er aber keine US-Invasion erwartet habe, habe er es auch nicht für nötig gehalten, bezüglich seines Waffenprogramms Klarheiten zu schaffen.

Saddam Hussein wies seinerzeit zwar stets amerikanische Anschuldigungen zurück, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Dennoch verweigerte er den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) immer wieder den Zugang zu den irakischen Nuklearanlagen. Piro zufolge wollte er die Welt bewusst im Dunkeln lassen, um den Iran abzuschrecken: «Für ihn war es wichtig, als der starke Mann dazustehen, der den USA trotzt.»

Piro fügte hinzu, dass Saddam Hussein zu diesem Zeitpunkt tatsächlich keine unkonventionellen Waffen besessen habe. Er habe aber erwogen, ein neues Programm für deren Herstellung in Angriff zu nehmen.

boa (Quelle: ap)
 


 

Gefälschte 'New York Times' meldet Ende des Irak-Kriegs - Aktionskünstlergruppe 'The Yes Men' outet sich als Herausgeber

Do.13.11.08 - Eine gefälschte Ausgabe der «New York Times» hat am Mittwoch mit Datum 4. Juli 2009 und großer Schlagzeile das Ende des Irak-Kriegs vermeldet (http://www.nytimes-se.com/.

Die täuschend echt wirkende «Sonderausgabe» der renommierten Tageszeitung berichtete auch über die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantánamo Bay in Kuba und dass der frühere US-Präsident George W. Bush wegen Hochverrats angeklagt wurde. Die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe «The Yes Men» (http://www.theyesmen.org/) outete sich am Mittwoch als Herausgeber der 14-seitigen Zeitung. Sechs Monate lang hätten sie an dem Blatt gearbeitet und über eine Million Exemplare mit Hilfe von tausenden Freiwilligen kostenlos in New York und anderen US-Städten verteilt.

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9-2008/k0811130.htm#08111330

 
 

new york times fake
 
 
 
 

 


 



 

Vorsitzender des Bundeswehrverbandes: Deutsches Engagement in Afghanistan überdenken

Sa.15.11.08 - Nach der Wahl Barack Obamas zum neuen US-Präsidenten ist auch die Debatte über das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan wieder aufgeflammt.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberst Bernhard Gertz, rechnet damit, dass Obama die bisherige Strategie der USA verändern und dann auch den Druck auf Deutschland erhöhen werde, mehr Truppen zu entsenden und sie in ganz Afghanistan einzusetzen. Er könne sich unter bestimmten Voraussetzungen Einsätze der Bundeswehr auch im Süden und Osten Afghanistans vorstellen, sagte Gertz am Freitag der ARD.

In Großbritannien berichtete die BBC unter Berufung auf Regierungskreise, das Land könnte weitere 2000 Soldaten nach Afghanistan schicken. Premierminister Gordon Brown würde ein entsprechendes Ersuchen der USA kaum ausschlagen können, hieß es.

Obama hatte angekündigt, er wolle im Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban mehr Soldaten einsetzen. Auch Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat die Verbündeten um mehr Truppen gebeten.

Gertz sagte, die Bundesregierung müsse sich ernsthaft überlegen, wie sie mit der zu erwartenden Forderung der USA umgehe. "Unter der Voraussetzung, dass der bisher bestehende Strategiedissens beseitigt wird und dass die USA weitestgehend auf Luftschläge verzichten und stattdessen ihre Bodentruppen erheblich verstärken sowie den Schwerpunkt auf zivilen Wiederaufbau setzen, wird Deutschland mittelfristig um eine Erweiterung des Mandates und des Mandatsgebietes nicht herumkommen. Das bedeutet möglicherweise auch einen Einsatz der Bundeswehr im Süden und Osten Afghanistans - natürlich nur nach entsprechender Entscheidung des Bundestages", sagte Gertz. Bis zur Bundestagswahl 2009 werde die Bundesregierung in diesem Punkt aber sicherlich noch standhaft bleiben, so Gertz weiter.

Eine Aufstockung der Truppen ist auch in Großbritannien nicht populär. Derzeit sind 8000 britische Soldaten in Afghanistan stationiert. Der Chef des britischen Heeres, Richard Dannatt, sagte dem "Daily Telegraph", eine Aufstockung wäre wegen des gleichzeitigen Einsatzes im Irak eine Belastung. Die britischen Streitkräfte kämpften gegenwärtig in zwei Kriegen, obwohl sie nur für einen ausgelegt seien. Einer BBC-Umfrage zufolge wollen zudem zwei Drittel der Briten, dass ihre Truppen innerhalb eines Jahres aus Afghanistan abgezogen werden.

Afghanistan erlebt zurzeit die schwerste Welle der Gewalt seit dem Sturz der Taliban vor sieben Jahren. Die Hauptlast der Kämpfe wird dabei von den USA, Großbritannien und Kanada getragen. Andere Staaten wie Deutschland und Frankreich lehnen es ab, ihre Truppen in den gefährlichen Taliban-Hochburgen im Süden des Landes einzusetzen. Deutschland hat zwar die Aufstockung seiner Afghanistan-Truppe um 1000 auf 4500 Soldaten beschlossen. Allerdings wird die deutsche Elitetruppe KSK nicht mehr für den Antiterror-Kampf in Afghanistan zur Verfügung stehen.

(Quelle: rtr)
 



 

Nahost-Konflikt: UN-Generalsekretär besorgt über Abriegelung von Gazastreifen. Hamas feuert größere Raketen auf Israel

Sa.15.11.08 - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Israel aufgefordert, wieder Lebensmittel- und Treibstofflieferungen in den Gazastreifen zuzulassen. Er sei "zutiefst besorgt" über die Verschlechterung der humanitären Situation, teilte Ban mit. Es sei besorgniserregend, dass hunderttausenden von Menschen Nahrung und Hilfsmaßnahmen verweigert würden. Alle Maßnahmen, die die Not der Zivilbevölkerung vergrößerten, seien "in ihrer Gesamtheit" abzulehnen und müssten sofort eingestellt werden, erklärte Ban. Israel müsse "dringend" eine dauerhafte und ausreichende Belieferung des Gazastreifens ermöglichen.

Israel hält die Übergänge in den Gazastreifen seit dem 5. November geschlossen. Am Donnerstag musste ein Lastwagenkonvoi von Hilfsorganisationen mit Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und medizinischem Material am Übergang Kerem Schalom wieder umkehren. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) musste deshalb die vorgesehene Lieferung von Grundnahrungsmitteln für 750.000 Menschen einstellen, die unter zunehmend prekären Umständen leben.

Als Reaktion auf einen israelischen Luftangriff hat die radikal-islamische Hamas am Freitag vom Gazastreifen aus mehrere Raketen auf den Süden Israels geschossen.

Nach Angaben der Hamas kamen dabei erstmals "Grad"-Raketen sowjetischer Bauart aus den 60er Jahren zum Einsatz, die eine Reichweite von 25 Kilometern haben. Das ist deutlich weiter, als die bislang verwendeten Kassam-Geschosse fliegen. Die fünf Raketen seien in der Stadt Aschkelon eingeschlagen, teilten die israelischen Behörden mit. Opfer habe es keine gegeben.

Ministerpräsident Ehud Olmert wollte nach Angaben eines Regierungssprechers noch im Tagesverlauf mit seinen Sicherheitsberatern zusammentreffen, um über die jüngste Eskalation zu beraten. Die seit elf Tagen anhaltenden Kämpfe bedrohen die seit fünf Monaten geltende Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel.

Noch halten beide Seiten aber an der vereinbarten Warrenruhe fest. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak kündigte jedoch an, weiterhin jedem Angriff auf israelische Soldaten und Bürger entschlossen entgegenzuwirken. Die Hamas verwies auf ihr Recht der Selbstverteidigung und zum Widerstand und erklärte, sie warte auf ein Zeichen zur Einhaltung des Waffenstillstands.

(Quellen: afp, rtr)
 



 

Großer UN-Hilfstransport im Osten des Kongos

Sa.15.11.08 - Erstmals seit den neuerlichen Kämpfen im Osten des Kongos haben die Vereinten Nationen einen umfangreichen Hilfstransport eingeleitet. In den kommenden vier Tagen sollen rund 100 Tonnen Lebensmittel zu 60.000 Zivilpersonen im Kampfgebiet gebracht werden, wie ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP), Marcus Prior, am Freitag in der Stadt Kiwanja mitteilte. Die seit Ende Oktober anhaltenden Gefechte haben schon 250.000 Menschen in die Flucht aus ihren Häusern getrieben. Prior zufolge wagen es viele Bauern auch nicht mehr, ihre Felder abzuernten.

(Quelle: ap)
 



 

Rezession überschattet Auftakt von Welt-Finanzgipfel

Sa.15.11.08 - Alarmiert von der globalen Rezession sind die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Freitag zu ihrem Welt-Finanzgipfel nach Washington geeilt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vor ihrem Aufbruch, wegen der dramatischen Folgen für die Wirtschaft dürfe sich die Finanzkrise nicht wiederholen. Erstmals seit der Euro-Einführung vor zehn Jahren schrumpfte auch die Ökonomie in der Euro-Zone. Bei dem Treffen soll ein Fahrplan für eine neue Finanzarchitektur aufgestellt werden.

Mit konkreten Ergebnissen wird allerdings erst nach einer Serie weiterer Begegnungen auf unterschiedlichen Ebenen im Frühjahr gerechnet. Merkel sagte, sie fahre optimistisch in die USA. Durch die Finanzkrise sei ein Handlungsdruck entstanden, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen. Die Welt müsse zeigen, dass sie aus der Krise gelernt habe. Der Gipfel solle Arbeitsaufträge für die nächsten hundert Tage erteilen. "Das wäre ein großer Erfolg", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der Merkel begleitete. Das Spitzentreffen der G-20 endet am späten Samstag.

Eine Expertenrunde um den Ex-Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, gab Merkel und Steinbrück einen Katalog von Empfehlungen mit auf den Weg. Den Schlüssel zu einer größeren Stabilität des globalen Kapitalverkehrs sehen sie in mehr Transparenz der Finanzprodukte und der Banken. So schwebt ihnen eine Risiko-Weltkarte vor, auf der die Verbindlichkeiten globaler Institute abgebildet werden. Die Überwachung der Märkte soll effizienter werden und zum Beispiel auch Hedge-Fonds unter die Lupe nehmen. Für riskante Geschäfte wie Kreditverbriefungen sollen die Banken mehr Geld als Sicherheit zurücklegen müssen.

Merkel nannte die Empfehlungen außerordentlich wertvoll. Über erste Warnungen, es dürfe nicht zu einer Überregulierung kommen, zeigte sie sich verwundert. Noch lägen keine Beschlüsse vor. Sie betonte, die Bundesregierung werde alles daran setzen, dass es zu besseren Regeln komme, die Krisen verhinderten.

Der designierte US-Präsident Barack Obama wird nicht an dem G-20-Gipfel teilnehmen. Merkel sagte, sie erhoffe sich nach dessen Amtseinführung am 20. Januar Kontinuität. Obama habe das gleiche Interesse an einer Lösung wie George W. Bush.

Bei der Krisenbewältigung wollen auch die Europäische Union und Russland an einem Strang ziehen. Der EU-Ratspräsident und französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte nach einem Gipfel in Nizza, die Vorschläge Russlands seien denen der EU sehr nahe. Russlands Präsident Dmitri Medwedew ergänzte: "Ich bin sicher, dass wir in Washington mit einer Stimme sprechen werden." Auch die japanische Regierung legte ein Maßnahmenbündel vor. Sie will wie Deutschland und die EU die Ratingagenturen kontrollieren, die die Bonität von Marktteilnehmern und Produkten bewerten.

Im Gegensatz zu vielen europäischen Staaten will Japan den Internationalen Währungsfonds (IWF) aber nicht zum Oberaufseher der Märkte machen. Auch in Schwellenländern gibt es Vorbehalte gegen den IWF, der dort in früheren Jahrzehnten wegen strikter Bedingungen für seine Kreditvergaben auf Kritik gestoßen war.

Ewigen Streit werden sich die Regierungen allerdings nicht leisten können, wenn sie ihre Bürger und die Märkte von der Handlungsfähigkeit der Politik in der Krise überzeugen wollen. So schrumpfte die Wirtschaft in der Euro-Zone im dritten Quartal wie schon im zweiten um 0,2 Prozent. Die rote Laterne teilt sich Deutschland mit Italien mit einem Rückgang um 0,5 Prozent. Frankreichs Wirtschaft legte dagegen im Sommer überraschend um 0,1 Prozent zu, bleibt aber weiter von einer Rezession bedroht.

Großbritanniens Premierminister Gordon Brown rief nach koordinierten Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft. Werde nicht gehandelt, würden die Kosten am Ende viel höher sein. Zur Abfederung der Folgen der Finanzkrise für die Güterwirtschaft kommt es zudem auf die weitere Zinspolitik der Zentralbanken an. Der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, unterstrich die Handlungsbereitschaft der Geldpolitiker, die in ständigem Kontakt zueinander stünden. In der Euro-Zone wird schon bald mit einer weiteren Kürzung des Leitzinses von 3,25 Prozent gerechnet, zu dem sich die Banken Geld bei der EZB leihen.

(Quelle: rtr)
 



 

US-Präsident Bush weiter gegen radikale Reform der Finanzsysteme

Sa.15.11.08 - Kurz vor dem Weltfinanzgipfel hat US-Präsident George W. Bush einer radikalen Reform der Finanzsysteme erneut eine Absage erteilt. Zwar sei es notwendig, die Regeln für die Finanzmärkte zu modernisieren, sagte Bush in einer vorab veröffentlichten Radioansprache. Langfristig müsse es jedoch vor allem darum gehen, ein stabiles Wachstum zu ermöglichen, denn staatliche Interventionen seien kein Allheilmittel.

"Deshalb werde ich bei diesem Gipfel mit anderen Staatsführern daran arbeiten, Prinzipien für Reformen aufzustellen, wie etwa die Märkte transparenter zu machen und dafür zu sorgen, dass Märkte, Firmen und Finanzprodukte ausreichend reguliert werden", sagte Bush.

Der kanadische Premierminister Stephen Harper warb für einen Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern einer stärkeren internationalen Kontrolle der Finanzmärkte. Es sei unrealistisch zu glauben, dass sich die großen Wirtschaftsmächte einer Kontrolle von außen unterwerfen würden, sagte er vor seinem Abflug nach Washington. Möglich sei dagegen, sich zu mehr Transparenz zu verpflichten, um Risiken künftig besser abschätzen zu können. Zum Weltfinanzgipfel am Freitag und Samstag in Washington kommen die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zusammen.

(Quelle: afp)
 



 

Venezuelas Präsident Chavez plant Gegengipfel zum Washingtoner G-20-Treffen

Sa.15.11.08 - Der venezolanische Präsident Hugo Chavez plant einen Gegengipfel zur Finanzmarktkrise. Während sich die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, die «Gruppe der 20», in Washington trafen, erklärte Chavez am Freitag, er werde mehr als 18 Staaten der Karibik und Lateinamerikas einladen, um über die Folgen der Weltfinanzkrise zu beraten. Ein Datum für die Konferenz nannte er nicht. Der linksgerichtete Präsident warf den Teilnehmern des Washingtoner Gipfels vor, die Interessen der kleineren Länder nicht zu berücksichtigen.

(Quelle: ap)
 



 

Island prüft nach Finanzkrise einen EU-Beitritt

Sa.15.11.08 - Das von der Finanzkrise schwer gebeutelte Island will nunmehr einen Beitritt zur Europäischen Union (EU) prüfen.

Ministerpräsident Geir Haarde kündigte am Freitag die Bildung einer Kommission an, die die Möglichkeit eines Beitritts studieren soll. Seine Unabhängigkeitspartei werde dann im Januar darüber beraten.

Haarde hat einen Beitritt zur EU bislang abgelehnt. Die Bürger Islands sind in dieser Frage gespalten. Die Folgen der Finanzkrise haben aber viele Isländer für einen Beitritt erwärmt: Jüngsten Umfragen zufolge sind nunmehr 70 Prozent dafür.

Die Mitgliedschaft in der EU ist eine Voraussetzung für die Einführung des Euro. Auch diese Idee findet in Island immer mehr Anhänger, nachdem die isländische Währung im vergangenen Monat kollabierte.

(Quelle: rtr)
 



 

Opel fehlen offenbar zwei Milliarden Euro - Autobauer ruft nach Staatsbürgschaft

Sa.15.11.08 - Dem Automobilkonzern Opel fehlen offenbar zwei Milliarden Euro, die das US-Mutterhaus General Motors (GM) nicht überweisen kann. Das berichtet der "Focus". Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bestätigte in Washington Berichte, wonach es am Dienstag ein Spitzentreffen geben werde. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und NRW-Ministerpräsident, Jürgen Rüttgers, stellte der deutschen Autoindustrie über den Fall Opel hinaus Hilfen in Aussicht. "Wir müssen der deutschen Autoindustrie helfen", sagte Rüttgers der "Bild am Sonntag".

Ohne staatliche Hilfe wäre laut "Focus" die Produktion bei Opel und damit 25.000 Arbeitsplätze gefährdet. Auf dem Opel-Krisengipfel am Dienstag im Berliner Finanzministerium wollen Bund und Länder demnach über eine Staatsbürgschaft entscheiden. Der Bund solle eine Milliarde übernehmen, die Länder teilten sich eine weitere Milliarde nach einem Arbeitsplatz-Schlüssel, berichtete das Magazin unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach soll Hessen 500 Millionen Euro und Nordrhein-Westfalen 250 Millionen Euro übernehmen. Rheinland-Pfalz und Thüringen übernehmen dem Bericht zufolge 150 Millionen beziehungsweise 100 Millionen Euro. Opel hatte Bund und Länder am Freitag um Bürgschaften gebeten.

Steinbrück bestätigte das Treffen am Dienstag. Es sei aber bedauerlich, dass Informationen darüber bereits in die Öffentlichkeit gelangt seien. Es "wäre sehr ratsam", wenn der Politik die Gelegenheit gegeben würde solide zu arbeiten, sagte er in Washington am Rande des Finanzgipfels. Es gebe da noch eine ganze Reihe von Problemen, zum Beispiel beihilferechtlicher Art. Laut "Focus" stellen Bund und Länder Bedingungen für einen Risikoschirm zugunsten des Autokonzerns. Demnach fordern Steinbrück und die Ministerpräsidenten von Opel für die Finanzhilfe eine Absicherung nach dem US-Insolvenzrecht sowie eine zusätzliche Absicherung durch "nationale Gegenwerte".

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mike Mohring, hatte zuvor einen Autogipfel gefordert. "Es macht durchaus Sinn, dass der Bund die Gespräche über Hilfen für die Autoindustrie koordiniert", sagte Mohring der Onlineausgabe des "Handelsblatt". Ziel des Spitzentreffens mit den Chefs von Autokonzernen und Zulieferern müsste aus seiner Sicht sein, die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern.

Bürgschaften für Opel seien ein erster Schritt, sagte Rüttgers der "Bild am Sonntag". Er stellte der deutschen Autobranche zudem weitere Hilfen in Aussicht. Rüttgers reagierte damit auf Berichte, dass bei Daimler Benz Kurzarbeit und bei anderen Herstellern Zwangsurlaub droht.

(Quelle: afp)
 



 

Bankenverband gegen stärkere Regulierung des des Finanzmarktes

Sa.15.11.08 - Der Bundesverband Deutscher Banken hat sich gegen eine stärkere Regulierung und zugleich für eine größere Transparenz des Finanzmarktes ausgesprochen. Dieser sei bereits die am stärksten regulierte Branche der Wirtschaft überhaupt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Manfred Weber, am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Er räumte zugleich ein, dass viele Produkte gerade im Bereich der Derivate zu komplex geworden seien. Hier müsse es eine Entwicklung zurück geben: «Produkte müssen überschaubar sein, denn Märkte leben von Transparenz. Das ist in den letzten Jahren zu kurz gekommen», sagte Weber.

(Quelle: ap)
 



 

Struck schlägt Steinbrück Abschaffung der Wirtschaftsweisen vor

Sa.15.11.08 - Angesichts der unerwartet starken Finanzkrise hat sich SPD-Fraktionschef Peter Struck für die Abschaffung des Sachverständigenrats der sogenannten Wirtschaftsweisen ausgesprochen. Das habe er Finanzminister Peer Steinbrück vorgeschlagen, sagte Struck der Zeitschrift «Super Illu». Vergleiche man Prognosen mit der Realität, merke man, dass die Wirtschaftsweisen vor allem viel heiße Luft produzierten, so Struck. Der Rat besteht aus fünf Ökonomen, die für jeweils fünf Jahre zu Beratern der Regierung berufen werden.

(Quelle: dpa)
 



 

EU will neues VW-Gesetz erneut vor Gericht bringen

Sa.15.11.08 - Das VW-Gesetz wird trotz mehrerer Änderungen wieder vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen.

Die EU-Kommission kündigte nach der Entscheidung des Bundestages über das neue Gesetz am Donnerstagabend umgehend weitere Schritte in dem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland noch vor Weihnachten an. Damit rückt eine erneute Klage der Kommission vor dem höchsten EU-Gericht in Luxemburg näher.

Die Kommission stößt sich weiterhin an dem verbliebenen Recht auf eine Sperrminorität bei Volkswagen von 20 Prozent, von der das Land Niedersachsen als zweitgrößter Aktionär nach Porsche profitiert. Üblich sind bei Aktiengesellschaften in Deutschland und anderen Ländern als Sperrminderheit 25 Prozent der Anteile. Niedersachsen hält aber lediglich etwas mehr als 20 Prozent.

Die Bundesregierung und das Land sehen sich gleichwohl mit dem neuen VW-Gesetz rechtlich auf der sicheren Seite. Die von der Kommission weiterhin beanstandete besondere Sperrminderheit von 20 Prozent bei Volkswagen sei keine Frage europäischen Rechts, sagte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). "Das ist nationales Recht. Das kann jedes Land in Europa regeln, wie es das möchte", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Hannover zu Reuters TV.

Der Bundestag hatte am Vorabend das neue VW-Gesetz beschlossen. Es war nach einem EuGH-Urteil vom vergangenen Jahr nur in zwei von drei strittigen Punkten geändert worden. So darf der Stimmrechtsanteil eines einzelnen Aktionärs nicht länger auf 20 Prozent begrenzt werden. Zudem dürfen Bund und Niedersachsen nicht mehr per Gesetz je zwei Aufsichtsratsmitglieder stellen, sondern müssen diese von der Hauptversammlung wählen lassen.

Die verringerte Sperrminorität aber bleibt erhalten. Damit kann Niedersachsen dem Hauptaktionär Porsche weiterhin bei wichtigen Entscheidungen die Stirn bieten. VW ist mit fünf Werken allein in Niedersachsen größter Arbeitgeber in dem Land. Porsche hat mehrfach das neue Gesetz als Verstoß gegen das EuGH-Urteil kritisiert.

Auch Porsche liege hier falsch, sagte Wulff. Nach Rechtsauffassung Niedersachsens und der Bundesregierung habe der Europäische Gerichtshof die Sperrminorität von 20 Prozent für sich allein nicht als rechtswidrig zurückgewiesen. In diesem Punkt werde die EU-Kommission vor dem Gerichtshof scheitern, sagte Wulff.

(Quelle: rtr)
 



 

Grüne peilen 100 Prozent Ökostrom bis 2030 an

Sa.15.11.08 - Die Grünen peilen eine Komplett-Umstellung der Stromversorgung in Deutschland auf Ökostrom bis zum Jahr 2030 an. Dafür werde sich die Partei «anstrengen», beschloss der Bundesparteitag nach engagierter Debatte am Freitag in Erfurt.

Zur Eindämmung des forcierten Klimawandels sei es nötig, spätestens bis 2050 die gesamte Energie, auch zum Heizen, aus erneuerbaren Quellen bereitzustellen. Nach Möglichkeit solle das aber bereits 2040 erreicht werden. Parteichef Reinhard Bütikofer, der nicht wieder kandidiert, verabschiedete sich von der Partei mit dem Appell für «einen neuen Aufbruch» in ein gesellschaftliches Bündnis gegen Klima- und Finanzkrise vor der Bundestagswahl.

In seiner Abschiedsrede nach einer Rekordzeit von sechs Jahren an der Grünen-Spitze warnte Bütikofer seine Partei vor Orientierungsverlust und Erschöpfung. Kurz vor Beginn sprach sich der designierte Nachfolger Cem Özdemir für einen verschärften Konfrontationskurs zur großen Koalition aus.

Die Grünen stünden vor großen Herausforderungen, sagte Bütikofer. «Könnten wir nicht wirksamer sein als wir sind?» Nun müsse die Partei «verständlich machen, was unsere Vision und unsere Alltagstauglichkeit zusammenbindet», sagte er. Bütikofer warb für ein breites Bündnis für einen «grünen New Deal». Darunter verstehen die Grünen Umwelt- und Gesellschaftsreformen mit Milliarden-Investitionen und klare Leitlinien für die Wirtschaft. Das Versagen von Markt und Staat habe die Klima- und die Finanzkrise ausgelöst, so der Grünen- Chef.

Bütikofer warb für eine offene, realistische Haltung. Die Grünen müssten Anhängern grüner Themen zuhören und sich für sie öffnen. Einvernehmen sei zentral. «Wer sich mit mächtigen Gegnern anlegt, ist gut beraten, geschlossen vorzugehen.» Scharfe Attacken richtete der scheidende Grünen-Chef gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Klimapolitik. Er griff auch die Auto- und Stromkonzerne an. Bütikofer sprach sich erneut für einen eigenständigen Wahlkampf ohne Zielvorgabe für eine bestimmte Koalition aus. Parteichefin Claudia Roth, die wiedergewählt werden will, warnte vor einem Unions-FDP-Bündnis 2009: «Wir stehen klar gegen eine schwarz-gelbe neoliberale Eiszeit.»

Vor der mit Spannung erwarteten Abstimmung über das Tempo der angestrebten Komplettumstellung auf erneuerbare Energien warnten führende Grüne die Delegierten vor zu drastischen Forderungen. Am Ende fanden sich dann die Radikalforderungen in einer abgeschwächten Variante in dem Beschluss. Die Grünen dürften ihr Ziel nicht so fassen, «dass es uns um die Ohren gehauen wird», warnte Bütikofer. «Unsere Aufgabe ist es heute, die gesellschaftlichen Mehrheiten für erneuerbare Energie in Politik umzusetzen», mahnte der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske.

Energieexperte Hans-Josef Fell, der beim Strom eine 100-Prozent-Umstellung bis 2030 forderte, sagte hingegen, nötig sei «wirklich radikaler Realismus». Fraktionschefin Renate Künast warb bei den zeitlichen Fristen für einen Kompromiss, den Fraktionsvize Jürgen Trittin den Delegierten vorstellte.

Mit Spannung erwartet wird die Wahl des neuen Führungsduos und des 16-köpfigen Parteirats an diesem Samstag. In der Führungsriege herrschte teils Nervosität, wie Parteimitglieder sagten. Bei den Parteiratswahlen stellen sich auch Trittin und Künast zur Wahl. Als Spitzenduo für die Bundestagswahl wollen sie sich zum Abschluss des Parteitags am Sonntag gemeinsam den beinahe 800 Delegierten stellen. Auch Fraktionschef Fritz Kuhn strebt erneut einen Platz im Parteirat an.

Özdemir sagte zur Zusammenarbeit mit Roth: «Wenn wir beide gewählt werden sollten, sehe ich dem mit Freuden entgegen.» Er wäre der erste Parteichef aus einer Zuwandererfamilie in Deutschland. Özdemir sprach sich für eine Schärfung des Oppositionsprofils der Grünen aus. Die Grünen seien Gegenspieler zur Koalition. «Da ist Manndeckung angesagt.»

(Quelle: dpa)
 



 

Deutschland will kostenlose CO2-Rechte für Industrie

Sa.15.11.08 - Die Bundesregierung will bei den geplanten Klimaschutzvorgaben der EU weitreichende Ausnahmeregelungen für wichtige Industriezweige erreichen.

Besonders energieintensive Branchen sollten nach den deutschen Vorstellungen die geplanten Verschmutzungsrechte für den Ausstoß des klimaschädigenden Kohlendioxid (CO2) kostenlos erhalten, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag in Berlin. Es müsse verhindert werden, dass durch Klimaauflagen Unternehmen gefährdet würden. Die Verhandlungen liefen noch. Zu Details der Vorschläge und Grenzwerte könne er sich daher noch nicht äußern, sagte Wilhelm. Die EU-Länder wollen Mitte Dezember auf ihrem Gipfeltreffen in Brüssel eine Einigung über das Klimapaket erzielen.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" will Deutschland alle Industriezweige von den Kosten befreien, wenn sie mehr als vier Kilogramm Kohlendioxid pro Euro Umsatz ausstoßen. Damit kämen energieintensive Branchen wie Stahl, Glas, Zement, Papier, Keramik, Chemie sowie Kokereien und Raffinerien in den Genuss kostenloser CO2-Rechte.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Industrie ab 2013 stufenweise bis 2020 zum Kauf von 100 Prozent der Rechte für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids zu zwingen. Die Bundesregierung will maximal 20 Prozent zulassen. Energieversorger sollen bereits ab 2013 alle nötigen Rechte kaufen oder ersteigern müssen.

Die Verbände der energieintensiven Branchen laufen seit Wochen Sturm gegen diese Pläne. Nach ihren Berechnungen würden sich die Kosten für die CO2-Rechte bis 2020 auf mehr als sieben Milliarden Euro belaufen. Kanzlerin Angela Merkel hat bereits mehrfach erklärt, Industriezweige im weltweiten Wettbewerb dürften durch die Klimaschutzpolitik der EU nicht benachteiligt werden. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Befürchtungen der Regierung noch verstärkt.

(Quelle: rtr)
 



 

Polizeigewerkschaft: Zu wenig Aufklärung über BKA-Gesetz

Sa.15.11.08 - Nach Verabschiedung des umstrittenen BKA-Gesetzes im Bundestag hat der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, der Bundesregierung vorgeworfen, Bedenken in der Bevölkerung gegen die Online-Durchsuchung ignoriert zu haben. "Es ist Aufgabe der Politik und vor allem des zuständigen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble, die Menschen aufzuklären, ohne ihnen dabei Angst zu machen", sagte Freiberg dem "Hamburger Abendblatt". "Aber das ist bisher nicht ausreichend passiert."

Freiberg äußerte zugleich Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit von Teilen des BKA-Gesetzes. Zwar sei die Online-Durchsuchung durch das letzte Urteil des Verfassungsgerichts abgedeckt. "Die rechtsstaatliche Absicherung aber könnte anfechtbar sein", sagte er der Zeitung. "Da hätten Richter stärker eingeschaltet werden müssen."

(Quelle: afp)
 



 

Rechtsprofessor plädiert für 'Religionsverfassungsrecht'

Sa.15.11.08 - Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland will Dachverbände der Muslime in den Bundesländern schaffen. Damit wollten die Muslime Ansprechpartner für die Landesregierungen bereitstellen, sagte der Sprecher des Koordinationsrats, Erol Pürlü, auf der Sitzung des Deutschen Islamforums am Donnerstag in Frankfurt. Viele politische Fragen wie die eines islamischen Religionsunterrichts würden auf Länderebene entschieden.

Der Koordinationsrat will laut Pürlü bestehende Zusammenschlüsse von Muslimen auf Landesebene einbeziehen, wie etwa die Schura in Niedersachsen oder Hamburg. Die Kultusministerien sollten den Rat bei der Entwicklung eines islamischen Religionsunterrichts einbeziehen, ebenfalls bei der Berufung von Professoren für die Lehrerausbildung.

Der Vertreter des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums, Wael El-Gayar, forderte seinerseits den Dachverband zur Mitwirkung an der Einführung eines islamischen Religionsunterrichts auf. Dieser habe sich bisher geweigert, an einem Vorhaben in Duisburg und Köln mitzuwirken. Die Landesregierung warte darüber hinaus seit langem auf die Gründung einer Landesvertretung der Muslime.

Im Blick auf den evangelisch-muslimischen Dialog in Deutschland würdigte Pürlü, dass die "Kritik der Muslime an der evangelischen Handreichung 'Klarheit und gute Nachbarschaft' angekommen" sei. Die Gespräche hätten in den vergangenen zwei Jahren eine gute Entwicklung genommen. Allerdings bestehe noch Gesprächsbedarf. Pürlü versprach, sich darüber hinaus für einen islamisch-jüdischen Dialog einzusetzen.

Der Erlanger Jurist und Islamwissenschaftler Mathias Rohe plädierte für die Umwandlung des Staatskirchenrechts in ein "Religionsverfassungsrecht". Alle Religionen müssten nach der Verfassung gleich behandelt werden, sagte Rohe. Es müsse berücksichtigt werden, dass islamische Religionsgemeinschaften in Deutschland nicht rasch eine Struktur wie die Kirchen entwickeln könnten, die in Jahrhunderten gewachsen sei.

Die Moscheegemeinden erweiterten ihre Tätigkeitsfelder beträchtlich, erläuterte die hannoverische Islamwissenschaftlerin Kathrin Klausing. Über die traditionellen Aufgaben der Gebete, des Religionsunterrichts und des Fastenbrechens hinaus übernähmen viele Moscheen inzwischen Bestattungen, religiöse Eheschließungen und -scheidungen, Seelsorge, Krankenbesuche, muttersprachlichen Unterricht, Sport- und Kulturangebote. Allerdings mangele es noch an ausgebildeten Seelsorgern.

Das Deutsche Islamforum wurde 2002 vom Interkulturellen Rat in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Rat der Türkeistämmigen Staatsbürger gegründet. Vertreter von islamischen Verbänden, Behörden und anderen Religionsgemeinschaften treffen sich in der Regel zweimal im Jahr zu einem Meinungsaustausch. Finanziert wird das Islamforum von der Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung.

(Quelle: epd)
 



 

Wissenschaft - Vorwürfe gegen Stammzellforscher

Sa.15.11.08 - In der Debatte um die embryonale Stammzellforschung gibt es Streit um einen möglichen Präzedenzfall. Gegner der Embryonenforschung beschuldigen laut einem Bericht der «Rheinischen Post» (Freitagausgabe) den Kölner Forscher und Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Stammzellforschung, Jürgen Hescheler, ein Projekt bewusst nicht angemeldet zu haben. «Hescheler wusste genau, was er tat», sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe der Zeitung. Hüppe ist stellvertretender Vorsitzender der CDU-Organisation Christdemokraten für das Leben (CDL).

Bei dem Projekt handelt es sich dem Bericht zufolge um eine vergleichende Untersuchung von embryonalen Stammzellen mit adulten Stammzellen aus Hoden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) sagte der «Rheinischen Post», dass Hescheler dafür keine Genehmigung eingeholt habe. Der Fall werde geprüft, wird eine Sprecherin zitiert.

Jegliche Versuche mit embryonalen Stammzellen in Deutschland bedürfen dem Bericht zufolge einer Genehmigung durch das RKI. So schreibt es das Stammzellgesetz vor. Hescheler gilt als einer der größten Kritiker des Gesetzes. Er ist Direktor des Instituts für Neurophysiologie am Kölner Universitätsklinikum.

Unabhängig von der laufenden RKI-Prüfung werde der Vorgang auch hausintern geprüft, teilte die Universität Köln am Freitag auf ddp-Anfrage mit. «Eine Beurteilung ist erst nach Abschluss dieser Prüfungen sinnvoll und möglich», hieß es weiter.

Die Grünen im Düsseldorfer Landtag forderten eine Aufklärung der Vorwürfe. «Sollte Professor Hescheler tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen haben, so muss dies ernsthafte Konsequenzen haben», sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Ruth Seidl.

(Quelle: ddp)
 



 

US-Bestattungsinstitut bietet Beerdigungen auf dem Mond an

Sa.15.11.08 - Ein Bestattungsinstitut in den USA hat damit begonnen, Reservierungen für Beerdigungen auf dem Mond entgegenzunehmen. Er rechne damit, dass im Jahr 2010 die ersten Kapseln mit menschlicher Asche zum Mond gebracht werden könnten, teilte der Chef des Unternehmens Celestis, Charles M. Chafer, mit. Sein Unternehmen wolle 5000 Kapseln zum Mond bringen und dort einen Friedhof einrichten, den Hinterbliebene eines Tages besuchen können sollen. Den Angaben zufolge verlangt das Bestattungsunternehmen 9995 Dollar (rund 7930 Euro) dafür, ein Gramm menschliche Asche zum Mond zu bringen.

Für den Transport arbeitet das Bestattungsunternehmen mit zwei privaten Raumfahrtgesellschaften zusammen, die auch touristische Flüge zum Mond anbieten. Für 700 Dollar wird zudem angeboten, menschliche Asche in die Erdumlaufbahn zu bringen. Nach dem Bau spezieller Kapseln will das Bestattungsunternehmen ab 2011 auch anbieten, menschliche Überreste ins Weltall zu schießen. Die Kosten für diesen Service werden mit 37.000 Dollar angeben.

(Quelle: afp)
 



 

Deutscher Raumfahrt-Chef glaubt an Aliens

Sa.15.11.08 - Der Chef des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR), Johann-Dietrich Wörner, glaubt an Außerirdische. «Ich denke schon, dass es da draußen Aliens oder andere intelligente Lebensformen gibt, die Wahrscheinlichkeit spricht einfach dafür.», sagte er im Gespräch mit der «Frankfurter Rundschau» (Samstagausgabe) und ergänzte: «Aber so weit unsere physikalischen Gesetze stimmen, werden wir Aliens wohl nie kennenlernen.» Dagegen schließt Wörners Kollege von der NASA, Michael Griffin, aus, dass es Außerirdische gibt.

Die Wissenschaftler wollen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter an der Mission zum Mars arbeiten. «Wir arbeiten seit drei Jahren sehr hart daran, die ISS-Partner auch für dieses Programm zu begeistern, und daran werden wir auch festhalten», sagte Griffin. Wörner meinte: «Irgendwann werden Astronauten auch zum Mars und wieder zurückfliegen können, das wird klappen.»

Noch sei nicht geklärt, wie Astronauten physisch und psychisch die monatelange Reise überstünden. «Nicht zu vergessen die Strahlungsfrage. Die Apollo-Astronauten hatten ja großes Glück, dass während der Mondmission kein heftiger Sonnenwind ausgebrochen ist, den sie womöglich nicht überlebt hätten», erklärte Wörner. «Für eine Mars-Mission kann man derartige Risiken nicht akzeptieren, man muss also strahlungssichere Fahrzeuge bauen.» Außerdem müsste die Energie für die Rückreise erst zum Mars transportiert werden.

Griffin sagte, für einen Ersatz des auslaufenden Space-Shuttle-Programms fehle schlicht das Geld. Für eine kurze Zeit würden deshalb nur die Russen die Astronauten zur ISS fliegen können. «Möglicherweise sind auch die Europäer bald in der Lage, Astronauten ins All zu schicken», sagte der NASA-Chef. Zu seinem Kollegen sagte er: «Jan, dann würden wir von euch ein paar Tickets kaufen.»

Wörner antwortete: «Gute Idee, technisch gesehen könnten wir den Job übernehmen. Wir haben das Columbus-Raumlabor an der ISS gebaut, auch der unbemannte Raumtransporter Automated Transfer Vehicle, ATV, fliegt bereits. Er ist in der Lage, vollautomatisch an die ISS anzudocken.» Der DLR-Chef meinte, es wäre sowieso vernünftig, unabhängig voneinander mit eigenen Systemen Menschen ins All bringen zu können. Das würde die Sicherheit erhöhen.

Griffin stimmte dem zu. «Mit nur einem System können wir die Internationale Raumstation langfristig nicht am Leben erhalten, in die viele Milliarden investiert worden sind», sagte er.

(Quelle: ap)
 
 
 
 

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