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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertundneunzehnten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Pentagon empfiehlt Aufstockung der US-Truppen im Irak.
US-Präsident Bush spricht mit Kongressmitgliedern über
Irak-Strategie. Mutmaßlicher Urheber von Hinrichtungsvideo
festgenommen. UN-Kommissarin Arbour will weitere Hinrichtungen im Irak
verhindern
Do.04.01.07 - US-Präsident George W. Bush empfing gestern Abend
führende Kongressmitglieder beider Parteien, um unter anderem die
künftige Strategie für die US-Truppen im Irak zu
erörtern. Es handele sich um einen Empfang, der eher informell
gehalten werde, sagte ein hoher Beamter der Regierung gestern in
Washington. Sowohl Republikaner als auch Demokraten würden
erwartet. Er gehe um eine Anzahl von Themen für das anstehende
Jahr, die diskutiert würden, "einschließlich Irak".
Mitarbeiter des Präsidenten hatten Ende Dezember angegeben, die
neue Ausrichtung der Irak-Politik solle kurz nach der Jahreswende
öffentlich gemacht werden. Die Irak-Politik wird als einer der
Hauptgründe für die schwere Wahlniederlage von Bushs
Republikanischer Partei bei der Kongresswahl im November angesehen. Bush
hatte darauf Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entlassen und Robert
Gates als seinen Nachfolger berufen.
Das US-Verteidigungsministerium hat eine vorübergehende
Aufstockung der Truppen im Irak um 8.000 bis 9.000 Soldaten
vorgeschlagen. Dies sei eine der Optionen, die das Pentagon dem
Präsidenten unterbreitet habe, hieß es am Mittwoch aus
Verteidigungskreisen in Washington. Demnach könnten rund 7.000
zusätzliche Soldaten nach Bagdad entsandt werden. Weitere 1.500
Soldaten würden dem Vorschlag zufolge in der Unruheprovinz Anbar
stationiert.
Derzeit befinden sich nach Angaben des Pentagons ungefähr 132.000
amerikanische Soldaten im Irak. US-Präsident George W. Bush
erwägt angesichts der immer weiter eskalierenden Gewalt einen
Richtungswechsel in der Irak-Politik. Es wird erwartet, dass er die
neue Strategie in der kommenden Woche vorstellt.
Die irakischen Behörden haben den mutmaßlichen Urheber der
inoffiziellen Videoaufnahmen von der Hinrichtung Saddam Husseins am
Mittwoch festgenommen. Es handele sich um einen «Offiziellen, der
die Hinrichtung beaufsichtigte», erklärte ein Berater von
Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Einen Namen nannte er nicht. Der
vom arabischen Sender Al Dschasira und im Internet verbreitete Film
hatte international Empörung ausgelöst. Er zeigt die
Hinrichtung in voller Länge und im Unterschied zum offiziellen
Video auch mit Ton.
Regierungschef Al-Maliki hatte das Innenministerium angewiesen zu
ermitteln, wer das Video machte und wer es an die Medien schickte. Im
Irak protestierten vor allem Sunniten nach der Ausstrahlung der
Aufnahmen. Sie hatten ihren Sonderstatus nach dem Sturz Saddam Husseins
im März 2003 verloren. In dem inoffiziellen Video ist zu
hören, wie Zeugen der Hinrichtung den Namen des
Schiitenführers Muktada al Sadr rufen. Saddam Hussein fragt
daraufhin: «Ist das mannhaft?» Eine Stimme antwortet:
«Zur Hölle».
Auch die Hinrichtung selbst ist zu sehen. Vermutlich wurde das Video
mit einem Handy aufgenommen. Bei der Exekution waren eine nicht
bekannte Zahl von Wachleuten und 14 ausgewählte Zeugen zugegen.
Der irakische Staatsanwalt Munkith al Farun sagte, dass zwei Zeugen der
Hinrichtung entgegen der Bestimmungen ein Mobiltelefon dabei hatten und
offen gefilmt hätten.
Ihre Namen kenne er nicht, sagte Al Farun der Nachrichtenagentur AP am
Mittwoch in einem Telefoninterview. «The New York Times»
schrieb, Al Farun habe gesagt, einer der beiden Männer sei
Sicherheitsberater Mowaffak al Rubaie gewesen. In dem Gespräch mit
AP wies Al Farun dies zurück und sagte, er beschuldige Al Rubaie
nicht und habe auch nicht gesehen, dass er Aufnahmen gemacht habe. Die
provozierenden Rufe seien von Wachleuten außerhalb der
Hinrichtungskammer gekommen. Er selbst bemühte sich offenbar
darum, für Ruhe zu sorgen: «Bitte nein, dieser Mann wird
gerade hingerichtet, ich bitte Sie, nein», sagt eine Stimme in
dem Video, die ihm zugeschrieben wird.
Zwei Mitangeklagte Saddam Hussein sollten unterdessen am (heutigen)
Donnerstag hingerichtet werden, wie am Mittwoch aus Regierungskreisen
verlautete. Wegen eines Massakers an 148 Schiiten 1982 wurden
außer Saddam Hussein sein Halbbruder Barsan Ibrahim,
früherer Geheimdienstchef, und Awad Hamed al Bandar, der ehemalige
Vorsitzende des Revolutionsgerichts, zum Tod durch den Strang
verurteilt. Ihre Hinrichtung wurde aber bis nach dem islamischen Fest
Eid al Adha aufgeschoben, das für die Schiiten im Irak am Mittwoch
endet.
UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour hat derwei an den irakischen
Präsidenten Dschalal Talabani appelliert, die zwei Mitangeklagten
Saddam Husseins nicht wie geplant hinzurichten. Die Todesstrafe sei
nach dem Völkerrecht nur in Ausnahmefällen unter strengen
gesetzlichen Bedingungen zulässig, erklärte Arbour am
Mittwoch in Genf. Die bereits vor der Hinrichtung Saddam Husseins
geäußerten Zweifel an der Fairness und Unparteilichkeit des
Verfahrens bestünden auch im Fall des zum Tode verurteilten
früheren Geheimdienstchefs Barsan Ibrahim und des ehemaligen
Vorsitzenden des Revolutionsgerichts, Awad Hamed al Bandar.
Der Irak sei international verpflichtet, den Verurteilten die
Möglichkeit zu geben, um Strafumwandlung oder Begnadigung zu
bitten, betonte die ehemalige kanadische Verfassungsrichterin.
Bei Einsätzen in der irakischen Rebellenhochburg Ramadi hat die
US-Armee nach eigenen Angaben 23 Verdächtige mit Verbindungen zur
Al-Kaida festgenommen.
Einer der festgenommenen Männer sei bei einem Fluchtversuch
angeschossen worden, teilte das Militär am Mittwoch mit. Ramadi
liegt in der westlichen Provinz Anbar an der Grenze zu Syrien. Die
Region ist ein Brennpunkt des sunnitischen Aufstandes gegen die
schiitisch dominierte Regierung in Bagdad und die US-geführten
Truppen im Irak.
(Quellen: afp, ap, rtr)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 04.01.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertfünfundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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NATO räumt zu viele zivile Opfer in Afghanistan ein
Do.04.01.07 - Die NATO hat am Mittwoch eingeräumt, dass den Einsätzen ihrer
Truppen in Afghanistan zu viele Zivilpersonen zum Opfer fallen. Die
Zahl für das vergangenen Jahr sei zu hoch, sagte der Sprecher der
ISAF-Schutztruppe, Richard Nugee, ohne Einzelheiten zu nennen. Man
arbeite schon seit Woche an Maßnahmen, um Zivilpersonen in diesem
Jahr besser zu schützen. Nugee verwies darauf, dass die
NATO-Soldaten deutlich weniger Zivilpersonen getötet hätten
als die Taliban. Die Aufständischen verübten nach
NATO-Angaben im vergangenen 117 Selbstmordanschläge. Das waren
rund sechs Mal so viel wie 2005. Dabei kamen 206 afghanische
Zivilpersonen, 54 afghanische Sicherheitskräfte und 18
ISAF-Soldaten ums Leben.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Neue Gewalt im Gazastreifen kostet fünf Palästinenser das
Leben
Do.04.01.07 - Neuerliche Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Fatah und
Hamas haben im Gazastreifen am Mittwoch fünf Palästinenser
das Leben gekostet. Unter den Toten ist eine 42-jährige Frau, die
in die Schusslinie der Kämpfer geriet. Sie erlitt einen
Kopfschuss, wie Krankenhausmitarbeiter mitteilten.
Auslöser der neuen Auseinandersetzungen war der Tod eines
25-jährigen Fatah-Mitglieds, der in Beit Lahija erschossen wurde.
Bewaffnete Anhänger beider Seiten strömten daraufhin auf die
Straßen und lieferten sich Feuergefechte. Wenig später
überfielen mehrere Männer palästinensische
Sicherheitskräfte, die der Fatah zugerechnet werden. Sie schossen
auf den Polizeiwagen und warfen eine Granate. Zwei der Polizisten
wurden nach Angaben von Augenzeugen auf der Stelle getötet, ein
weiterer erlag später seinen Verletzungen.
Ein Leibwächter des palästinensischen Innenministers Said
Sijam von der Hamas wurde ebenfalls am Mittwoch bei einer Explosion
getötet. Der Vorfall steht nach palästinensischen Angaben
jedoch nicht in Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen der
Hamas und der Fatah.
(Quelle: ap)
Kämpfe in Somalia erreichen Grenze zu Kenia
Do.04.01.07 - Die äthiopische Armee hat in Somalia die islamistischen Rebellen
bis an die Grenze zu Kenia verfolgt.
Kampfflugzeuge nahmen eine somalische Stadt im Grenzgebiet ins Visier,
in die sich die Kämpfer zurückgezogen haben sollen.
Gefechtslärm löste am Mittwoch auf der kenianischen Seite
Ängste aus, die Kämpfe könnten übergreifen.
Im Grenzgebiet seien Schusswechsel zu hören gewesen, sagten
Bewohner des kenianischen Grenzortes Liboi. Von hier aus waren zudem die
äthiopischen Kampfjets zu sehen, die die somalische Stadt Doble
etwa 25 Kilometer hinter der Grenze überflogen. Die kenianische
Polizei schickte Sicherheitskräfte in das Grenzgebiet bei Liboi.
Es habe aber keine Anzeichen für Kämpfe gegeben. "Die Lage
ist ruhig und unter Kontrolle", sagte der örtliche Polizeichef
Johnstone Limo am Telefon.
Wie von der somalischen Übergangsregierung verlangt, hat Kenia
seine Grenze geschlossen, um den Islamisten einen Fluchtweg
abzuschneiden. "Keine bewaffnete Person oder Gruppe kann in unser Land
eindringen", sagte der Polizeichef. "Wir werden sie aufhalten,
festnehmen und, wenn nötig, gegen sie kämpfen."
Die somalische Übergangsregierung hat mit Unterstützung der
gut ausgerüsteten äthiopischen Armee wieder die Macht in
Mogadischu übernommen. Die radikal-muslimische Bewegung Islamischer
Gerichte hat die Hauptstadt und zuletzt auch ihre Hochburg Kismayu
kampflos verlassen, zugleich aber angekündigt, sich nicht
geschlagen zu geben. Es wird nun ein Guerillakrieg der Islamisten
befürchtet, die weite Teile Somalias seit Juni beherrscht hatten.
(Quelle: rtr)
USA wollen Flucht von Terroristen aus Somalia verhindern
Do.04.01.07 - Die Vereinigten Staaten haben einen Teil ihrer Marine vor die
Küste von Somalia entsandt, um islamische Freischärler an der
Flucht zu hindern. Die im nördlich angrenzenden Djibuti
stationierten Schiffe überwachten die Küstengewässer von
Somalia, wie US-Außenamtssprecher Sean McCormack in Washington
sagte. Keine Anführer oder Mitglieder der islamischen Milizen,
"die Verbindungen zu Terrororganisationen wie El Kaida haben",
dürften das nordostafrikanische Land verlassen.
Die US-Regierung arbeite eng mit Somalias Nachbarstaaten am Horn von
Afrika zusammen, damit keiner von den Islamisten über die Grenzen
gelange. "Die anderen Länder in der Region wollen das genauso
wenig wie wir", sagte McCormack. Kenia hatte am Vortag tausenden
Flüchtlingen aus Somalia die Aufnahme verweigert und seine Grenze
geschlossen. Nach der Einnahme der letzten Islamistenhochburg Kismayo
kontrollieren die somalischen Regierungstruppen und ihre
äthiopischen Verbündeten seit Dienstag alle Stellungen der
islamischen Milizen im Süden und im Landesinneren.
(Quelle: afp)
Iran stellt Gaslieferungen an Türkei vorübergehend ein
Do.04.01.07 - Unter Verweis auf zunehmenden Eigenbedarf hat der Iran seine
Gaslieferungen an die Türkei bis auf weiteres eingestellt. Trotz
vertraglicher Verpflichtungen gegenüber dem Nachbarland müsse
Teheran während der kalten Jahreszeit die eigene Bevölkerung
versorgen, erklärte Ölminister Kasem Wasiri Hamaneh am
Mittwoch im staatlichen Rundfunk. Wann die Lieferungen wieder
aufgenommen werden sollen, sagte Hamaneh nicht. Zugleich forderte er die
Iraner auf, ihren Energieverbrauch einzuschränken. Bereits im
vergangenen Jahr hat Teheran die Lieferungen an die Türkei
während eines Kälteeinbruchs gedrosselt, damals wurden
technische Probleme als Grund angegeben.
Der Iran exportiert seit 2001 Erdgas in die Türkei. Nach
türkischen Angaben werden täglich rund 20 Millionen Kubikmeter
geliefert.
(Quelle: ap)
Argentinien bekräftigt Anspruch auf Falkland-Inseln
Do.04.01.07 - Argentinien hat seinen Anspruch auf die Falkland-Inseln
bekräftigt. In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung
erklärte das Außenministerium in Buenos Aires, die
Übernahme der Kontrolle über die Inselgruppe sei ein
"ständiges und unveränderbares Ziel" der argentinischen
Regierung. Das Ministerium äußerte sein Unverständnis
darüber, dass Großbritannien nicht zu Verhandlungen über
die Gebietsforderung Argentiniens bereit sei.
(Quelle: afp)
Politischer Arm der ETA hofft auf Fortsetzung des Friedensprozesses
Do.04.01.07 - Der politische Arm der ETA will den Friedensprozess mit der spanischen
Regierung retten, den Madrid am Dienstag nach dem jüngsten
Attentat der baskischen Untergrundorganisation für beendet
erklärt hat. Der Friedensprozess sei nicht abgebrochen,
erklärte die verbotene Partei Batasuna am Mittwoch im
südfranzösischen Bayonne. Es sei so wichtig wie nie zuvor,
politische Fortschritte zu erzielen.
Batasuna-Sprecher Xabi Larralde forderte insbesondere die
französische Regierung auf, in der kritischen Phase ihre
Verantwortung zu übernehmen. Für Paris scheine das Problem
des Baskenlandes nicht zu existieren, sagte er.
Der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcab hatte den
neunmonatigen Friedensprozess, der durch die Erklärung einer
Waffenruhe durch die ETA begann, am Dienstagabend für beendet
erklärt. Die ETA habe das Ende selbst herbeigeführt mit ihrem
Bombenanschlag auf dem Flughafen von Madrid, sagte Rubalcab. Dabei
waren am Samstag 26 Menschen verletzt worden, zwei Personen wurden noch
vermisst.
Ein weiteres Führungsmitglied der verbotenen Partei Batasuna,
Pernando Barrena, sagte am Mittwoch in Madrid, es gebe keinen
eindeutigen Beweis dafür, dass die von der ETA im März
verkündete Waffenruhe gebrochen worden sei. Er verwies darauf,
dass die ETA sich nicht zu dem Anschlag bekannt habe.
«Niemand hat einen Anschlag wie in Madrid erwartet», sagte
ein anderes Mitglied von Batasuna, Joseba Alvarez, im baskischen Radio.
Er forderte, dass die ETA den Grund für den Anschlag
öffentlich nenne. Der Direktor der Madrider Rettungsdienste,
Alfonso del Alamo, erklärte, die Explosion habe einen der
größte Brände in Madrid in den vergangenen Jahren
ausgelöst.
(Quelle: ap)
Frankreich: Premierminister Villepin kündigt Gesetz für Recht
auf Wohnung an
Do.04.01.07 - Die französische Regierung will die Obdachlosigkeit abschaffen:
Premierminister Dominique de Villepin kündigte am Mittwoch ein
Gesetz an, mit dem das Recht auf Wohnung einklagbar werden soll. Der
Staat würde damit gezwungen, auch denjenigen eine Unterkunft zur
Verfügung zu stellen, die bislang wegen Arbeitslosigkeit, Armut
oder anderer Notlagen keine Mietverträge bekommen. Laut
Hilfsorganisationen sind dies in Frankreich drei Millionen Menschen.
Der Gesetzentwurf werde am 17 Januar dem Kabinett vorgelegt, sagte
Villepin auf einer Pressekonferenz. Er sehe vor, dass ab Ende 2008
zunächst die besonders Bedürftigen wie Frauen mit Kindern ein
Recht auf Wohnung einklagen könnten, ab 2012 soll dies für
alle gelten.
Villepin reagierte mit der Initiative auf eine Aufsehen erregende
Kampagne. Die Hilfsorganisation Kinder von Don Quichote hatte vor
zweieinhalb Wochen zunächst hunderte Zelte an einem Pariser Kanal
aufgeschlagen und die Menschen aufgefordert, ihre Wohnstuben gegen die
Zelte einzutauschen, um auf die Lage der Obdachlosen aufmerksam zu
machen. Am Dienstag schlug sie auch ein Zeltlager im Zentrum von
Toulouse auf.
Die Aktion wird von zahlreichen anderen Gruppen unterstützt, in
den Medien wird breit darüber berichtet. Staatspräsident
Jacques Chirac rief daraufhin in seiner Neujahrsansprache die Regierung
Villepin auf, umgehend für eine gesetzliche Verankerung des
Gesetzes auf Wohnung zu sorgen. Über den Gesetzentwurf soll das
Parlament noch vor der Präsidentschaftswahl im April abstimmen,
erklärte Villepin.
(Quelle: ap)
Merkel will engere wirtschaftliche Bindungen mit den USA
Do.04.01.07 - Im Vorfeld ihres Washington-Besuchs am (heutigen) Donnerstag hat Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) für eine engere wirtschaftliche Partnerschaft
zwischen Europa und den USA plädiert. "Wir haben in Europa
Erfahrungen mit einem gemeinsamen Binnenmarkt, die wir transatlantisch
nutzen können", sagte Merkel der "Financial Times Deutschland".
Eine solche Annäherung biete beiden Seiten Vorteile. Dadurch
könnten "Reibungsverluste" vermieden werden, etwa "wenn das
Patentrecht in Amerika anders aufgebaut ist als in Europa". Die
Kanzlerin setzte sich auch erneut für internationale Regularien
für die Hedgefonds ein.
In ihrem ersten Interview als amtierende EU-Ratspräsidentin und
Vorsitzende in der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten und
Russlands (G8) äußerte sich die Kanzlerin zu
Überlegungen, die in der Union unter dem Begriff einer
transatlantischen Freihandelszone kursieren. Die Kanzlerin stellt sich
allerdings nicht eine Alternative zu den bestehenden internationalen
Vereinbarungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) vor, sondern
setzt auf Übereinkünfte zu einzelnen Themenbereichen, etwa
beim Patentrecht, der Finanzmarktaufsicht oder technischen Standards.
Merkel versicherte, die von ihr angestrebte "neue transatlantische
Wirtschaftspartnerschaft" sei nicht gegen andere Länder gerichtet:
"Aber niemand kann uns verwehren, dass wir unsere Kräfte
bündeln". Wenn dies gut funktioniere, "wird es uns als Wettbewerber
stärker machen". Das Thema soll am Donnerstag bei dem
Zusammentreffen von Merkel mit US-Präsident George W. Bush im
Weißen Haus zur Sprache kommen. Die Kanzlerin kündigte
außerdem an, sie wolle auch beim EU-USA-Gipfel im April über
eine "engere Zusammenarbeit auf ökonomischem Gebiet" sprechen.
Im Rahmen der G8 will Merkel zudem über die Zukunft der Hedgefonds
reden. Deren Bedeutung nehme zu, und ihre Transparenz sei geringer als
die anderer Finanzmarktinstrumente. "Darüber muss man sprechen",
betonte die Kanzlerin. Sie habe den Eindruck, dass die Entwicklung
dieser hochspekulativen Fonds auch in den USA und Großbritannien
sehr genau beobachtet werde. Beide Länder hatten sich aber in der
Vergangenheit gegen international geltende Regeln für diese Fonds
gesperrt. Merkel sagte daher, das Ergebnis der Beratungen könnten
sowohl eine bessere Aufsicht als auch "freiwillige Regelungen" sein.
(Quelle: afp)
Innenminister Schäuble für EU-weiten Austausch von DNA-Daten
Do.04.01.07 - Zur Bekämpfung von Terrorismus, illegaler Migration und
Kriminalität sollen nach dem Willen von Bundesinnenminister
Wolfgang Schäuble möglichst bald zwischen allen 27 EU-Staaten
DNA-Daten ausgetauscht werden. Eine entsprechende Initiative
während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft kündigte
der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin an. Vizekanzler Franz
Müntefering (SPD) forderte, die Ratspräsidentschaft dazu zu
nutzen, das Thema Soziales stärker in den Mittelpunkt zu
rücken.
Seit Anfang Dezember haben Deutschland und Österreich bereits mit
dem elektronischen Austausch von DNA-Daten begonnen. Damit können
die nationalen Sicherheitsbehörden wechselseitig anonymisierte
DNA-Dateien abfragen. «Straftäter dürfen keine Chance
haben, sich durch Überschreiten der Grenze ihrer Verfolgung zu
entziehen», erklärte Schäuble. Deshalb wolle
Deutschland den 2005 zwischen sieben Mitgliedstaaten in Prüm in
der Eifel geschlossenen Vertrag in den EU-Rahmen überführen.
«Dadurch könnten beispielsweise alle Mitgliedstaaten
gegenseitig auf DNA- und Fingerabdruckdaten sowie auf Fahrzeugregister
zugreifen und bei Großereignissen wie Sportwettbewerben und
Unglücksfällen Polizeihilfskräfte aus anderen EU-Staaten
anfordern», erläuterte der CDU-Politiker. Er kündigte
an, Deutschland wolle zudem während der
EU-Ratspräsidentschaft das europäische Polizeiamt Europol
stärken.
Weiter verlangte der Minister, die Daten des Eurodac-Systems, das seit
2003 den Vergleich von Fingerabdrücken von Asylbewerbern und
illegalen Einwanderern ermöglicht, auf die Bereiche Terrorismus
und organisierte Kriminalität zu erweitern. «Die
Beschränkung auf Asylverfahren ist völlig
überholt», sagte Schäuble.
Müntefering sagte dem Hamburger Magazin «Stern»,
Deutschland müsse bei der sechsmonatigen Präsidentschaft die
soziale Komponente stärker in den Fokus rücken. Er sehe es
als seinen Part, das Sozialmodell Europa weiterzuentwickeln.
Deutschland müsse dabei «treibende Kraft sein».
Zugleich warnte er Bundeskanzlerin Angela Merkel davor, die deutsche
EU-Präsidentschaft zu stark auf die Themen Wirtschaft und
Außenpolitik zu konzentrieren. «Das darf nicht auf EWG
modern hinauslaufen», sagte der Arbeitsminister.
EU-Kommissar Günter Verheugen schlug im ZDF eine Verringerung der
Zahl der Kommissare vor. Nicht jedes Land müsse auch einen
Kommissar stellen. «Wir brauchen eine schlagkräftige, kleine
und hoch kompetente Kommission.» Darüber hinaus müsse
der Bürokratieabbau in Brüssel eines der vorrangigen Ziele
der deutschen Ratspräsidentschaft sein. «Ich hoffe von der
deutschen Präsidentschaft, dass sie diesem Projekt
Bürokratieabbau einen großen Schub gibt», sagte er.
Unterdessen ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag von N24, dass die
Deutschen eine EU-Verfassung positiv sehen. 64 Prozent sind dafür,
25 Prozent dagegen. Zudem befürworten 77 Prozent einen
Volksentscheid über eine EU-Verfassung. 20 Prozent lehnen dies ab.
Befragt wurden am 2. Januar 1.000 Menschen.
(Quelle: ap)
Zahl der Arbeitslosen auf vier Millionen gestiegen
Do.04.01.07 - Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember wieder leicht über die
Vier-Millionen-Marke gestiegen. Im vergangenen Monat waren 4,008
Millionen Menschen ohne Job, wie die Nürnberger Bundesagentur
für Arbeit mitteilte. Dies waren 12.000 mehr als im November. Der
Anstieg fiel aber aufgrund der milden Witterung und der anhaltend guten
Konjunkturentwicklung niedriger aus als üblich. Im Jahresvergleich
sank die Arbeitslosenzahl deutlich um knapp 600.000.
Die Arbeitslosenquote blieb im Monatsvergleich unverändert bei 9,6
Prozent; vor einem Jahr hatte sie bei 11,1 Prozent gelegen.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sprach von einem
"guten Start" ins neue Jahr.
2006 habe "auch der Arbeitsmarkt von der wirtschaftlichen Besserung
profitiert", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Zahl der
Arbeitslosen sei im Dezember "weitaus weniger gestiegen als
üblich". In erster Linie sei dies auf die erstarkte Konjunktur
zurückzuführen. Auch das milde Wetter habe geholfen. Wegen der
Mehrwertsteuererhöhung seien zudem viele Arbeiten am Bau
vorgezogen worden. Saisonbereinigt und damit ohne die Auswirkungen der
Witterung gab es mit einem Minus von 108.000 einen laut Weise
"beträchtlichen Rückgang". Erstmals seit fünf Jahren
verringerte sich die Arbeitslosenzahl auch im Jahresdurchschnitt: Sie
lag bei 4,487 Millionen und damit um 374.000 niedriger als 2005.
Müntefering erklärte, die Bundesregierung gebe sich mit der
"ermutigenden Entwicklung" nicht zufrieden. Im neuen Jahr werde sie
weiter "Tempo" machen für Wachstum und Arbeit. Unionsfraktionschef
Volker Kauder (CDU) versprach für das neue Jahr einen drastischen
Rückgang der Arbeitslosenzahl. "Ich rechne fest mit rund 500.000
Arbeitslosen weniger am Ende des Jahres", sagte er der "Bild"-Zeitung.
Der FDP-Arbeitsmarktexperte Dirk Niebel sieht indessen "keinen Grund
für Jubelrufe".
Parallel zur sinkenden Arbeitslosigkeit erhöhte sich die Zahl der
Erwerbstätigen weiter. Nach den jüngsten Daten des
Statistischen Bundesamts für den November stieg die
saisonbereinigte Zahl der Erwerbstätigen um 46.000. Nicht
saisonbereinigt nahm sie um 52.000 auf 39,76 Millionen zu. Damit
erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigkeit gegenüber dem
November 2005 um 426.000.
Im Westen verringerte sich die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen
im Jahr 2006 um 240.000 auf 3,007 Millionen, im Osten um 134.000 auf
1,48 Millionen.
(Quelle: afp)
Hochschulen warnen vor massiven Zulassungsbeschränkungen
Do.04.01.07 - Die deutschen Hochschulen fordern von der Politik mehr Geld, um den so
genannten Bologna-Prozess ohne massive Zulassungsbeschränkungen
umsetzen zu können. Wie die Zeitschrift «Forschung und
Lehre» am Mittwoch berichtet, fehlen nach Berechnungen der
Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Hochschulpakt bis zum Jahr 2010
nicht nur fünf Milliarden Euro. Vor allem seien in ihm die
zusätzlichen Kosten nicht enthalten, die durch die Umstellung der
Studiengänge auf Bachelor und Master anfielen.
Im Bologna-Prozess wird der europäische Hochschulraum bis 2010
vereinheitlicht, was vor allem eine Umstellung des Hochschulsystems auf
Master- und Bachelor-Studiengänge bedeutet. Die Hochschulen sehen
die Umsetzung der Bologna-Reform wegen der Unterfinanzierung als
gefährdet an. Die von Bund und Ländern im Hochschulpakt
vorgesehenen Mittel von 1,13 Milliarden Euro zur Schaffung von 90.000
zusätzlichen Studienplätzen reichten nicht annähernd
aus, um dem erwarteten Anstieg der Studierendenzahlen in den kommenden
Jahren zu begegnen, schreibt die Zeitschrift in ihrer Januar-Ausgabe.
«Der Mehrbedarf, auf den wir immer wieder hingewiesen haben,
wurde von der Politik bisher weitgehend ignoriert», sagte
HRK-Präsidentin Margret Wintermantel.
Deshalb bleibe den Hochschulen nichts anderes übrig, als
Zulassungsbeschränkungen einzuführen. «Die Hochschulen
bestehen auf einer qualitätsvollen Umsetzung des Bologna-Prozesses
und können daher ihre Türen nicht weit offen halten»,
betonte Wintermantel.
Der Präsident des Deutschen Studentenwerks, Rolf Dobischat, sagte,
die Situation sei «fast schon surreal: Die Politik feiert die
Umstellung auf Bachelor und Master als Erfolg, verspricht ein
zügiges Studium, weniger Abbrecherquoten, aber lässt die
Hochschulen völlig im Stich!» Wenn sich die
Betreuungsrelation von Lehrenden zu Studierenden von derzeit 1:60 nicht
deutlich verbessere, werde eines der Kernziele des Bologna-Prozesses
verfehlt.
Auch der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider,
forderte mehr Geld, um die Studienbedingungen, wie mit dem
Bologna-Prozess beabsichtigt, zu verbessern. Gemeinsam mit Wintermantel
sieht er die Länder in der Pflicht, zusätzliche Mittel zur
Verfügung zu stellen.
Der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, Burkhard Rauhut,
befürchtet, dass Deutschland unter anderem wegen des Bachelors
seine besten Forscher verliert. Dies gelte besonders für die
Ingenieurs- und Naturwissenschaften, sagte der Rektor der
Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen im
Deutschlandradio Kultur. «In guten Zeiten holt die Industrie die
Leute mit dem Bachelor aus dem Studium heraus, dann müssen wir uns
aus dem Ausland Doktoranden und Master holen, um Forschung betreiben zu
können.» Dann gingen diese Leute mit einer guten Ausbildung
zurück, während man in Deutschland mit nur dreijährig
Ausgebildeten forschen und entwickeln müsse.
Rauhut appellierte an die Politik, besonders forschungsstarke
Universitäten darin zu unterstützen, mehr
Masterstudienplätze anzubieten. «Grundlagenforschung ist so
etwas wie ein Kapital auf der Bank, von dessen Zinsen man später
leben will. Und irgendjemand muss diese Grundlagenforschung
betreiben», erklärte er.
(Quelle: ap)
Umfrage: Mehrheit der Bayern für neuen CSU-Spitzenkandidaten
Do.04.01.07 - Die Mehrheit der Wahlberechtigten in Bayern ist offenbar dafür,
dass die CSU mit einem neuen Spitzenkandidaten in den nächsten
Landtagswahlkampf zieht. In einer Umfrage für den «Stern
antworteten 60 Prozent auf die Frage, ob Amtsinhaber Edmund Stoiber auch
2008 antreten solle, mit Nein, wie das Hamburger Magazin am Mittwoch
berichtete. Für ein Verbleiben von Stoiber in der Staatskanzlei
über 2008 hinaus hätten sich hingegen nur 32 Prozent
ausgesprochen.
Innerhalb der CSU gab es dem Bericht zufolge ein anderes Bild: 52
Prozent der Parteianhänger plädierten für eine neuerliche
Kandidatur des langjährigen Partei- und Regierungschefs, 45
Prozent dagegen.
Auf insgesamt breite Zustimmung stößt der Umfrage zufolge
der von der Fürther Landrätin Gabriele Pauli vorgeschlagene
Mitgliederentscheid über den nächsten Spitzenkandidaten. 53
Prozent der bayerischen Wähler insgesamt und 51 Prozent der
CSU-Anhänger hätten eine derartige Urabstimmung
befürwortet, hieß es. 32 Prozent der Wähler und 39
Prozent der CSU-Anhänger lehnten eine Basis-Befragung ab.
Wäre jetzt Landtagswahl, könnte die CSU trotz ihrer aktuellen
Querelen mit einer stabilen Mehrheit im Landtag rechnen. Nach einer
Umfrage für «stern.de» würden sich 54 Prozent der
bayerischen Wähler für die Christsozialen entscheiden. Die SPD
käme auf 18 Prozent, die Grünen könnten mit 9 Prozent
als drittstärkste Kraft ins Münchner Maximilianeum einziehen.
Die FDP läge bei 5 Prozent.
Für die Umfrage hat das Forsa-Institut den Angaben zufolge
zwischen dem 27. und dem 29. Dezember 1.009 Wahlberechtigte in Bayern
repräsentativ befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei
drei Prozent nach beiden Seiten.
(Quelle: ap)
Drei von vier deutschen Haushalten haben einen Computer
Do.04.01.07 - Drei von vier deutschen Haushalten sind inzwischen mit einem Computer
ausgestattet. Der Anteil stieg im vergangenen Jahr auf 77 Prozent, wie
der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue
Medien (Bitkom) mitteilte. Im Vergleich der EU-Nationen verbesserte sich
Deutschland damit auf Platz vier. Während Deutschland bei der
Ausstattung von Schulen mit Computern "weiter eines der Sorgenkinder
bleibt, haben sich die Haushalte endgültig eine Spitzenposition im
europäischen Vergleich erobert", erklärte Bitkom-Vizechef
Jörg Menno Harms.
Laut den von Bitkom zitierten Daten der europäischen
Statistikbehörde Eurostat hatte im vergangenen Jahr Dänemark
innerhalb der EU den höchsten Anteil privater Haushalte mit
Computer; der dortige Wert lag bei 85 Prozent. Dahinter folgten Schweden
(82 Prozent) und die Niederlande (80 Prozent). Luxemburg mit einem
Anteil von 77 Prozent lag gleichauf mit Deutschland. Der
EU-Durchschnitt betrug 62 Prozent. Nachholbedarf gibt es den Angaben
zufolge vor allem noch in den südlichen und östlichen
EU-Mitgliedstaaten. In Griechenland und Tschechien besaß 2006 erst
etwa jeder dritte Haushalt einen Computer.
Die Lieblingsbeschäftigung der Deutschen am Computer bleibt im
Übrigen das Einkaufen. Bei einer Umfrage im Auftrag von Bitkom
gaben 61 Prozent an, dass sie mit ihrem Computer online shoppen. Auf dem
zweiten Platz landeten Reisebuchungen und Musikhören - jeweils mit
rund 44 Prozent.
(Quelle: afp)