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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
US-Präsident Bush stellt nächste Woche neue Irak-Strategie
vor. Bagdader Sicherheitsberater sieht undichte Stelle in
Wachmannschaft. 13 Tote bei Bombenanschlägen in Bagdad
Fr.05.01.07 - US-Präsident George W. Bush will kommende Woche seine neue
Strategie für den Irak vorstellen. Ziel sei es, den Irakern zu
einem Land zu verhelfen, «das sich selbst regieren, erhalten und
verteidigen kann», sagte Bush am Donnerstag nach einer fast
zweistündigen Videokonferenz mit dem irakischen
Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Laut Weißem Haus
dürfte es die letzte Unterredung der beiden Politiker vor der mit
Spannung erwarteten Rede Bushs zum künftigen Kurs im Irak gewesen
sein.
Er habe mit Al-Maliki auch über die Hinrichtung Saddam Husseins
gesprochen, sagte Bush auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Weißen Haus. Der ehemalige
irakische Präsident habe ein faires Verfahren erhalten -
«etwas, das er tausenden irakischen Bürgern nicht
zugestanden hatte», so Bush. Zwar hätte er sich
gewünscht, dass die Hinrichtung «auf eine würdevollere
Art und Weise» abgelaufen wäre, «aber trotzdem wurde
ihm (Saddam Hussein) Gerechtigkeit zuteil», sagte der
US-Präsident.
Nach den inoffiziellen Videoaufnahmen der Hinrichtung Saddam Husseins
hat ein Regierungsberater Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte
erhoben. Die Wachmannschaft sei von einem arabischen Fernsehsender oder
einem anderen Außenstehenden infiltriert gewesen, sagte
Sicherheitsberater Mowaffak al Rubaie dem US-Sender CNN. Die Aufnahmen
hatten international Empörung ausgelöst. Sie zeigen die
Hinrichtung des gestürzten irakischen Präsidenten in voller
Länge und im Unterschied zum offiziellen Video auch mit Ton.
Der mutmaßliche Urheber des Videos soll laut irakischen Angaben
festgenommen worden sein. Al Rubaie sagte CNN am Mittwoch lediglich, es
habe einen Haftbefehl gegeben, zwei weitere stünden aus. Saddam
Hussein sei den Irakern unmittelbar vor der Hinrichtungskammer
übergeben worden, berichtete US-Generalmajor William Caldwell. Bis
zum Schluss habe sich der Exstaatschef den US-Truppen gegenüber
höflich und würdig verhalten.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstützt den Appell von
UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour an die irakische Regierung,
zwei Mitangeklagte Saddam Husseins nicht hinzurichten. Bans Sprecherin
erklärte, der Generalsekretär glaube fest an Artikel drei der
Deklaration der Menschenrechte, wonach jeder das Recht auf Leben,
Freiheit und Sicherheit habe. Insofern stimme er Arbours Appell zu.
Die UN-Kommissarin hatte die Regierung in Bagdad zuvor aufgerufen, den
früheren Geheimdienstchefs Barsan Ibrahim und den ehemaligen
Vorsitzenden des Revolutionsgerichts, Awad Hamed al Bandar nicht wie
geplant hinzurichten. Berichte, dass die beiden noch am Donnerstag
gehängt werden sollten, wies ein irakischer Regierungsvertreter
zurück.
Bans Sprecherin Michèle Montas stellte am Mittwoch auch dessen
Haltung zur Todesstrafe klar. Die Vereinten Nationen sollten weiter auf
deren Abschaffung dringen, aber dies sei ein langwieriger Prozess. Nach
der Hinrichtung Saddam Husseins hatte Ban an seinem ersten Arbeitstag
als UN-Generalsekretär erklärt, die Todesstrafe sei Sache
jedes einzelnen Landes.
Zwei Bombenanschläge im Bagdader Stadtteil Mansur kosteten am
Donnerstag 13 Menschen das Leben. Mindestens 25 weitere wurden verletzt,
wie die Polizei erklärte. In der Nähe einer Tankstelle seien
zwei geparkte Autos kurz nacheinander explodiert. Auch die Tankstelle
habe daraufhin Feuer gefangen, mehrere Autos seien verbrannt. Mansur ist
ein hauptsächlich von Sunniten bewohnter Stadtteil im Westen der
irakischen Hauptstadt.
Das US-Verteidigungsministerium schlug unterdessen eine
vorübergehende Aufstockung der Truppen im Irak um 8.000 bis 9.000
Soldaten vor. Dies sei eine der Optionen, die das Pentagon dem
Präsidenten unterbreitet habe, hieß es am Mittwoch aus
Verteidigungskreisen in Washington. Derzeit befinden sich nach Angaben
des Pentagons ungefähr 132.000 amerikanische Soldaten im Irak.
US-Präsident George W. Bush erwägt angesichts der immer weiter
eskalierenden Gewalt einen Richtungswechsel in der Irak-Politik.
Nach dem Auftauchen eines Videos mit fünf im Irak entführten
Ausländern äußerte der Arbeitgeber der Geiseln am
Donnerstag seine Hoffnung auf eine Verhandlungslösung. Das
vermutlich vor zwei Wochen aufgenommene Band, das am Mittwoch der
Nachrichtenagentur AP zuging, zeigt vier amerikanische und einen
österreichischen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Crescent Security
Group, die im November verschleppt wurden.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 05.01.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertsechsundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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US-Verteidigungsexperten fordern Abbau amerikanischer Atomwaffen
Fr.05.01.07 - Vier prominente US-Politiker haben einen stärkeren Abbau
amerikanischer Atomwaffen gefordert. Die Abschreckung mit Nuklearwaffen
werde zunehmend riskanter und immer weniger effektiv, heißt es in
einem am Donnerstag veröffentlichten Essay der ehemaligen
Außenminister Henry Kissinger und George Shultz sowie des
früheren Verteidigungsministers William Perry und des Ex-Senators
Sam Nunn. Mit einer Reduzierung könnten die Vereinigten Staaten
gemeinsam mit anderen Nuklearmächten einen entscheidenden Beitrag
für eine Welt ohne Atomwaffen leisten.
«Nordkoreas jüngster Atomtest und Irans Weigerung, sein
Programm zur Anreicherung von möglicherweise waffenfähigem
Uran zu stoppen, machen deutlich, dass die Welt am Abgrund eines neuen
und gefährlichen Atomzeitalters steht», heißt es in
dem Papier. Zudem könnten auch Terroristen Zugriff auf Atomwaffen
erhalten. Wenn die Atommächte jedoch gemeinsam auf diese Waffen
verzichteten, erhielten auch die Bemühungen mehr Gewicht, weitere
Nuklearmächte zu verhindern. Schon lange kritisieren Staaten ohne
Nuklearwaffen, dass die Atommächte von anderen den Verzicht auf
atomare Waffentechnologie verlangen, während sie selbst daran
festhalten.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden
Palästinensergruppen - Mindestens 6 Tote.
Palästinenserpräsident Abbas und Hanija wollen Konflikt
entschärfen. Israels Armee tötet vier Palästinenser im
Westjordanland. Olmert trifft und Mubarak in Ägypten
Fr.05.01.07 - Die rivalisierenden palästinensischen Gruppen Hamas und Fatah
wollen sich um ein Ende der Kämpfe bemühen. Das
verkündete Ministerpräsident Ismail Hanija in der Nacht zum
Freitag nach einem Krisentreffen mit Präsident Abbas. Man habe
sich darauf verständigt, die Spannungen zu entschärfen und
die bewaffneten Kämpfer abzuziehen, sagte Hanija, der der
radikalislamischen Hamas angehört. Abbas, Vorsitzender der
gemäßigteren Fatah, äußerte sich nicht zu dem
Treffen.
Hamas-Aktivisten hatten am Donnerstag einen palästinensischen
Sicherheitsoffizier und vier seiner Leibwächter im nördlichen
Gazastreifen getötet. Sie griffen das Haus von Oberst Mohammed
Ghajeb in Beit Lahija mit Raketen und Sturmgewehren an. Die Gefechte
dauerten mehrere Stunden. Auch ein Hamas-Kämpfer kam dabei ums
Leben, rund drei Dutzend Menschen wurden verletzt. Im Westjordanland
attackierten Fatah-Anhänger am Donnerstagabend Büros und
Fahrzeuge der Hamas.
Bei einem Einsatz der israelischen Armee im Westjordanland sind
mindestens vier Palästinenser getötet worden. Mindestens 20
weitere seien bei einem Vorstoß der Armee im Zentrum von Ramallah
verletzt worden, teilten Ärzte mit.
Nach ihrem Einsatz in Ramallah meldete die israelische Armee, vier
gesuchte Palästinenser seien festgenommen worden. Nach Angaben
eines AFP-Korrespondenten rückten die Soldaten mit gepanzerten
Geländewagen und Planierraupen in die größte Stadt im
Westjordanland vor. Dabei seien sie von zwei Hubschraubern aus der Luft
unterstützt worden.
Bei einem Angriff auf das Haus eines Oberst eines
Fatah-Sicherheitsdienstes wurden am späten Nachmittag drei
Menschen getötet, wie Krankenhausmitarbeiter mitteilten. Darunter
war der 45 Jahre alte Oberst selbst sowie ein weiterer ranghoher
Sicherheitsvertreter und ein nicht identifizierter Palästinenser.
In den Bemühungen um eine neue Friedensinitiative für den
Nahen Osten trafen Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und
Ägyptens Präsident Husni Mubarak zusammen.
Es ist das zweite Treffen von Olmert und Mubarak seit dem
Regierungsantritt Olmerts im März vergangenen Jahres. Dabei soll
es auch um die Vorbereitung eines Gipfeltreffens zwischen Olmert und
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gehen.
Der israelische Regierungschef verteidigte den Einsatz der israelischen
Armee im Westjordanland. "Ich bedauere es, falls Unschuldige in
Ramallah zu Schaden gekommen sind", sagte Olmert in Scharm el Scheich.
"Aber Israel ist gezwungen, Militäroperationen auszuführen,
um für seine Sicherheit zu sorgen."
Palästinenserpräsident Abbas übte derweil heftige Kritik
an dem Vorgehen der israelischen Armee. "Die Operation ist der Beweis
dafür, dass die israelischen Aufrufe zu Frieden und Sicherheit
verlogen sind", erklärte er.
(Quellen: ap, afp)
12.000 äthiopische Soldaten in Somalia
Fr.05.01.07 - Die somalische Übergangsregierung hat die Zahl der
äthiopischen Soldaten im Land mit rund 12.000 angegeben. Wenn deren
Hilfe im Kampf gegen die islamistischen Milizen nicht mehr gebraucht
werde, würden sie abziehen, erklärte der somalische
Vize-Ministerpräsident Mohamed Hussein Aidid am Donnerstag. In der
Hauptstadt Mogadischu versteckten sich nach der Niederlage der
Islamisten noch rund 3000 bewaffnete islamistische Kämpfer. Sie
würden so lange bekämpft, bis der letzte "Zentimeter" Somalias
befreit sei.
(Quelle: afp)
Deutsche Fregatte an Überwachung des Seeraums vor Somalia beteiligt
Fr.05.01.07 - Die deutsche Fregatte "Bremen" ist an der Überwachung des Seeraums
vor der Küste Somalias beteiligt, ihr Einsatzbefehl hat sich jedoch
nach den jüngsten kriegerischen Entwicklungen am Horn von Afrika
nicht verändert. Es gebe "keine Besonderheiten", sagte ein
Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums am Donnerstag der
Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt seien derzeit im Rahmen des 2001
beschlossenen Einsatzes Enduring Freedom 259 deutsche Soldaten am Horn
von Afrika stationiert.
(Quelle: afp)
Börsenreform macht chinesische Unternehmer zu Milliardären
Fr.05.01.07 - Ein Jahr nach Beginn der Börsenreform in China stehen die Gewinner
schon fest: die Chefs der großen chinesischen Unternehmen. 50 von
ihnen besitzen bereits jeweils fast 40 Milliarden Yen (3,85 Milliarden
Euro) in Aktien, wie die staatliche chinesische Presse am Mittwoch
berichtete. Reichster Unternehmenschef ist laut der Nachrichtenagentur
Xinhua der Chef des Haushaltsgeräteherstellers Suning, Zhang
Jindong. Er besitzt allein 210 Millionen Suning-Aktien, die ihren Wert
im vergangenen Jahr auf fast neun Milliarden Yuan vervierfachten.
Zweiter der Rangliste ist Lu Guanqui, Chef der Wanxiang-Gruppe, den
seine Aktien des Automobilzulieferers Wanxiang und des
Getränkeherstellers Chengde Lulu auf diese Position
beförderten.
(Quelle: afp)
Militär auf Fidschi gibt Macht an Präsidenten zurück
Fr.05.01.07 - Einen Monat nach dem unblutigen Putsch hat das Militär auf den
Fidschi-Inseln die Macht wieder an Präsident Ratu Josefa Iloilo
zurückgegeben.
Dies gab Armeechef Voreqe Bainimarama am Donnerstag auf einer
Pressekonferenz in der Inselhauptstadt Suva bekannt, berichtete das
neuseeländische Fernsehen.
Eine Begründung für seinen Schritt nannte Bainimarama nicht.
Bainimarama hatte nach dem Putsch Anfang Dezember die Funktion des
Staatsoberhauptes übernommen. Auch der
Übergangsministerpräsident Jona Senilagakali habe sein Amt
aufgegeben. Der durch den Putsch aus dem Amt vertriebene
Ministerpräsident Laisenia Qarase wurde jedoch nicht wieder in
seine altze Funktion eingesetzt.
Iloilo billigte in einer kurze Rede völlig die handlungsweise des
Militärs. Die Armee habe im Interesse der Nation und der Verfassung
gehandelt, berichtete die «Fiji Times» auf ihrer
Internetseite. Iloilo kündigte die Vereidigung einer
Übergangsregierung an, die den Putschisten Amnestie gewähren
soll. Die Übergangsregierung soll bis zu Neuwahlen im Amt bleiben.
Iloilo nannte hierfür keinen Termin.
Es war bereits der vierte Putsch auf der Inselgruppe innerhalb der
vergangenen 20 Jahre. Bainimarama warf Ministerpräsident Laisenia
Qarase vor, Spannungen zwischen der Bevölkerungsmehrheit der
Ureinwohner und der großen Minderheit der indischstämmigen
Einwohner zu schüren. Die frühere britische Kolonie im
Südpazifik besuchen jährlich rund 400 000 Touristen.
Die Militäraktion war international verurteilt worden. Bainimarama
hatte bereits Wochen vor dem Putsch gedroht, die Regierung zu
stürzen. Qarase war nach dem Sturz des ersten indischstämmigen
Ministerpräsidenten durch einen Putsch von Ureinwohnern 2000 ins
Amt gekommen und hatte dieses Frühjahr die Wahl gewonnen.
Bainimaramas Zorn entzündete sich an dem Plan Qarases, der selbst
Ureinwohner ist, die zu lebenslanger Haft verurteilten
Putschführer zu begnadigen.
Die Fidschi-Inseln liegen etwa 1800 Kilometer nördlich von
Neuseeland. Die Gruppe umfasst rund 320 Inseln. Etwa 55 Prozent der 850
000 Fidschianer sind Ureinwohner, 40 Prozent indischstämmige
Einwanderer. Der 52-jährige Bainimarama steht seit mehr als sechs
Jahren an der Spitze der 3500 Mann starken Armee. 1987 hatte das
Militär zwei Mal selbst geputscht, im Jahr 2000 hatte es dagegen
den Putschversuch von Rebellen niedergeschlagen.
(Quelle: dpa)
Geringste Kindersterblichkeit in Kubas Geschichte
Fr.05.01.07 - Die Kindersterblichkeit in Kuba ist auf den niedrigsten Stand aller
Zeiten gesunken. In Lateinamerika stehe die Karibikinsel inzwischen am
besten da, auf ganz Amerika bezogen hinter Kanada auf Platz zwei,
zitierte die Zeitung "Granma" am Mittwoch aus einem Bericht des
Gesundheitsministeriums in Havanna. Demnach kamen 2006 auf 1000 Geburten
5,3 Todesfälle bei Neugeborenen, im Vorjahr waren es 5,8
Todesfälle. 1960 lag die Vergleichzahl noch bei 37,3 Fällen
pro 1000 Geburten.
(Quelle: afp)
Hilfswerk terre des hommes prangert weltweite Kinderarbeit an
Fr.05.01.07 - Das Hilfswerk terre des hommes hat die Kinderarbeit in der Dritten Welt
angeprangert. Der Vorsitzende Peter Knauft sagte am Donnerstag in
Stuttgart, weltweit müssten rund 217 Millionen Kinder arbeiten,
davon über 120 Millionen unter schlimmsten Verhältnissen.
«Hierzu zählen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse wie
Sklaverei und Prostitution.» Die Organisation war vor 40 Jahren in
der baden-württembergischen Landeshauptstadt gegründet worden.
Man wolle in den kommenden Jahren die Kinderarbeit verstärkt
bekämpfen, kündigte Knauft an. Wichtig sei auch die Sicherung
der Bildung und Ausbildung von Kindern. Man könne sich nicht damit
zufrieden geben, dass in vielen Ländern die Schulpflicht zwar
gesetzlich verankert sei, in der Praxis jedoch nicht existiere. Knauft
verwies auf Indien: Dort würden Lehrer schlecht bezahlt und
müssten mehrere Arbeitsstellen annehmen, um sich und ihre Familien
zu ernähren. «In Klassenräumen mit 80 bis 100
Jugendlichen, die als Kinder von Wanderarbeitern aus unterschiedlichen
Gegenden Indiens in die Metropolen kommen, die unterschiedliche Sprachen
sprechen und einander nicht verstehen, ist kein wirklicher Unterricht
möglich.»
Nach Angaben der Hilfsorganisation sind weltweit in den letzten zehn
Jahren mindestens zwei Millionen Kinder in bewaffneten Konflikten ums
Leben gekommen. In wachsendem Maße seien Kinder nicht mehr allein
Opfer dieser Auseinandersetzungen, «sondern nehmen eine
Doppelrolle als Opfer und Täter ein, indem sie zwangsrekrutiert und
zum Töten gezwungen werden.» Schätzungen zufolge seien
rund 250.000 junge Menschen weltweit in Armeen oder
paramilitärischen Verbänden zwangsrekrutiert, berichtete
Knauft.
In den vier Jahrzehnten seines Bestehens hat terre des hommes rund
4.500 Projekte mit insgesamt etwa 290 Millionen Euro Spenden
gefördert. Im Jahr 2005 erhielt die Organisation rund 25,9
Millionen Euro Spenden, mit denen knapp 500 Projekte in 25 Ländern
Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und in Deutschland gefördert wurden.
(Quelle: ap)
Mehr unter:
http://www.tdh.de
Merkel spricht mit Bush über Klimaschutz und Nahost-Konflikt
Fr.05.01.07 - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Donnerstagabend im Weißen
Haus mit US-Präsident George W. Bush zusammengekommen. Bush sagte
nach der Unterredung, er begrüße Merkels Vorschlag zur
Förderung des Nahost-Friedensprozesses und sei offen für neue
Konzepte zum Klimaschutz. «Ich glaube, es gibt eine Chance, die
alten Debatten der Vergangenheit hinter uns zu lassen», sagte
Bush im Hinblick auf die Differenzen bezüglich des
Kyoto-Protokolls.
Er habe der Bundeskanzlerin versichert, dass er sich der Förderung
neuer energieeffizienter Technologien verpflichtet sehe, erklärte
Bush auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel. Diese sagte, es
gebe eine große Bandbreite für künftige Gespräche
über das Thema. Zwar sei einerseits Wirtschaftswachstum notwendig,
andererseits sei es aber auch wichtig, die Umwelt vor den
schädlichen Auswirkungen der Treibhausgase zu schützen,
betonte Merkel. Der Besuch in Washington war die erste Auslandsreise
der Bundeskanzlerin, seit Deutschland zu Jahresbeginn die
EU-Präsidentschaft und den G-8-Vorsitz übernommen hat.
Ein wichtiges Thema des Gesprächs im Weißen Haus war der
Nahost-Konflikt. Bush lobte Merkel für ihren Vorschlag, das so
genannte Nahost-Quartett, bestehend aus der EU, den USA, Russland und
den Vereinten Nationen, in den Mittelpunkt der Bemühungen um eine
Wiederbelebung des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses
zu stellen. Es sei eine «gute Idee», das Quartett
einzuberufen.
Merkel wollte Bush bei dem Treffen in erster Linie das Arbeitsprogramm
Deutschlands für die kommenden Monate der
EU-Ratspräsidentschaft und des G-8-Vorsitzes darlegen.
Außerdem sollte es um die Vorbereitung des traditionellen
EU-USA-Gipfels im April gehen.
(Quelle: ap)
EU-Kommission wirft Deutschland laut Bericht Vertragsverletzung vor
Fr.05.01.07 - Die Europäische Kommission hat laut Medienberichten ein
Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Der
Bundesregierung und dem Hamburger Senat werde vorgeworfen, bis heute
keine neuen Naturschutzgebiete als Ersatz für das beim
Airbus-Gelände in Hamburg-Finkenwerder teilweise zugeschüttete
Mühlenberger Loch geschaffen zu haben, berichtete die
«Bild»-Zeitung am Donnerstag. Der Bundesrepublik drohen
demnach wegen Verletzung verschiedener EU-Richtlinien Vertragsstrafen
in Millionenhöhe.
Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben des griechischen
EU-Umweltkommissars Stavros Dimas an den deutschen Außenminister
Frank-Walter Steinmeier (SPD), das ihr vorliege. Darin werde die
deutsche Regierung zu einer Stellungnahme aufgefordert. Außerdem
weise Dimas darauf hin, dass die Kommission nach neuer Rechtsprechung
des Europäischen Gerichtshofs die Teil-Zuschüttung des
Mühlenberger Lochs heute nicht mehr genehmigen würde. Die
Kommission werde die erteilte Genehmigung jedoch nicht nachträglich
aufheben.
Die Kommission hatte laut «Bild» im Jahr 2000 die
Teil-Zuschüttung des Mühlenberger Lochs für die
Erweiterung des Airbus-Werks in Finkenwerder aus übergeordneten
Gründen genehmigt - obwohl dort eines der letzten deutschen
Süßwasserwatts lag. Im Gegenzug mussten sich Hamburg und
Berlin verpflichten, Naturersatzflächen in Niedersachsen und
Schleswig-Holstein zu schaffen. Die wurden jedoch wegen eines von
Naturschützern erwirkten Urteils nicht vollständig geschaffen
und erfüllen laut «Bild» nicht die Erwartungen der
Kommission.
(Quelle: ap)
Laut Gesundheitsreformstudie weniger Länder-Kosten als
befürchtet
Fr.05.01.07 - Auf die finanzstarken Bundesländer kommen durch die
Gesundheitsreform nach einem neuen Gutachten unter 100 Millionen Euro
Mehrkosten zu und damit weit weniger als von einigen Ländern
befürchtet.
Wie aus der am Donnerstag in Berlin vorgelegten Studie der
Sachverständigen Bert Rürup und Eberhard Wille hervorgeht,
muss Bayern mit Mehrbelastungen von höchstens 98 Millionen Euro
rechnen. Auf Baden-Württemberg kommen demnach maximal rund 92
Millionen und auf Hessen 64 Millionen Euro zusätzliche Kosten zu.
Das Gutachten hatte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vor
Weihnachten in Auftrag gegeben, nachdem einzelne Länder wegen
befürchteter Mehrbelastungen in Milliardenhöhe ihre Zustimmung
zur Reform in Frage gestellt hatten. Sie forderte die Beteiligten auf,
wieder zur sachorientierten Arbeit zurückzukehren. An die Adresse
der Union und vor allem der CSU sagte sie, Begriffe wie
«Bewährungsfrist» oder
«Gesundheitssozialismus» gehörten inzwischen «in
die Mottenkiste».
Kein Bundesland werde mit mehr als 100 Millionen Euro im Jahr
zusätzlich belastet, sagte die Ministerin und verwies auf eine
entsprechende, im Gesetz enthaltene Schutzklausel. Dies habe Bayern als
Bedingung zur Zustimmung genannt. Gleichwohl sei ihr Haus offen für
«eine bessere Formulierung».
(Quelle: dpa)
Autoabsatz nach Dezember-Rekord auf Sieben-Jahres-Hoch
Fr.05.01.07 - Ein Schlussspurt vor Weihnachten hat der Autobranche in Deutschland
2006 den höchsten Absatz seit sieben Jahren beschert.
Nach vorläufigen Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)
vom Donnerstag wurden im abgelaufenen Jahr 3,47 Millionen neue Pkw und
Kombi zugelassen, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist mehr als
erwartet: Der VDA selbst hatte kürzlich 3,4 Millionen
prognostiziert, das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg hatte 3,45
Millionen Neuzulassungen für möglich erachtet.
Allein im Dezember schnellten die Neuzulassungen um 17 Prozent auf
302.000 Einheiten hoch. Das war nach VDA-Angaben der höchste Stand
seit Einführung der Statistik. Der bisherige Rekord liegt 14 Jahre
zurück, als der Pkw-Markt in Deutschland nach der Wiedervereinigung
brummte. Bereits im November hatten die Neuzulassungen um 18 Prozent
zugelegt.
Als Grund für den Boom zum Jahresende führte der VDA neben
neuen Modellen Rabatte der Hersteller an. Zudem seien vor der
Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 viele ohnehin geplante
Käufe vorgezogen worden. "Nun bleibt zu hoffen, dass der Start ins
neue Jahr nicht allzu holprig wird", sagte Verbandspräsident Bernd
Gottschalk in Frankfurt. Im Dezember bestellten die Kunden jedenfalls
elf Prozent weniger neue Autos als vor Jahresfrist.
Ein neuerlicher Anstieg der Pkw-Nachfrage im laufenden Jahr dürfte
nach Einschätzung des VDA wegen der höheren Mehrwertsteuer,
der Kürzung der Pendlerpauschale und den hohen Treibstoffpreisen
schwierig werden. Alles hänge davon ab, ob die Konjunktur weiter
anziehe und die Verbraucher in guter Stimmung blieben. "An neuen
Modellen und dem Ersatzbedarf fehlt es jedenfalls nicht", betonte
Gottschalk. Das Durchschnittsalter der Pkw auf deutschen Straßen
liegt inzwischen über acht Jahren.
Zweites Standbein der Branche im abgelaufenen Jahr blieb der boomende
Export. Mit 3,9 Millionen Einheiten erreichten die Ausfuhren einen
Rekordstand. Insgesamt rollten 5,4 Millionen Pkw von den Bändern
der Hersteller im Inland, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Im Dezember
fuhren die Hersteller den Ausstoß um zwei Prozent auf 370.000
Einheiten zurück.
(Quelle: rtr)
Hoffnungsschimmer für BenQ: Investoren melden Interesse an
Fr.05.01.07 - Kleiner Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten des
insolventen Handyherstellers BenQ Mobile: Eine Investorengruppe will
nach eigenen Angaben den gesamten Betrieb übernehmen und mit
zunächst 800 Beschäftigten weiter Handys in Deutschland
entwickeln und herstellen.
Dem Insolvenzverwalter Martin Prager liege ein entsprechendes
Kaufangebot mit konkreten Preisvorstellungen vor, teilte ein
Münchner Anwalt am Donnerstag im Namen der Investorengruppe mit.
Allerdings ist die Offerte an eine Reihe von Bedingungen geknüpft.
Daher wurde in Branchenkreisen vor allzu großen Hoffnungen gewarnt.
Bei den Interessenten handelt es sich laut Mitteilung um Investoren mit
«persönlichem Hintergrund in den Chef-Etagen der
US-amerikanischen wie auch der deutschen Telekommunikations- und
IT-Industrie». Geplant sei im Falle einer Übernahme auf Grund
der guten Kontakte unter anderem eine starke Ausweitung des
US-Vertriebs. Allerdings müssten für eine Umsetzung des
Konzepts «wirtschaftliche Eckpunkte» unter anderem mit den
Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen geklärt
werden. In Branchenkreisen war von «unerfüllbaren
Bedingungen» die Rede.
Die Investorengruppe kritisierte Insolvenzverwalter Prager, weil dieser
am Vortag erklärt hatte, bei ihm seien keine offiziellen
Kaufangebote eingegangen. Diese Verweigerungshaltung erhöhe
«mit jedem ungenutzten Tag das Risiko für eine erfolgreiche
Fortführung aus der Insolvenz». Eine Sprecherin Pragers
sagte, es gebe Kontakt mit mehreren Investoren, aber keine
unterschriftsreifen Vertragsangebote.
(Quelle: dpa)
Sperrzeiten gegen eine halbe Million Arbeitslose
Fr.05.01.07 - Offenbar wird immer mehr Arbeitslosen das Arbeitslosengeld zeitweilig
gestrichen, weil sie gegen die verschärften Regeln
verstoßen. Wie die «Bild»-Zeitung (Freitagausgabe)
berichtete, haben die Arbeitsagenturen im vergangenen Jahr gegen mehr
als eine halbe Million Arbeitslose so genannte Sperrzeiten
verhängt. Dadurch hätten die Betroffenen im Durchschnitt rund
fünf Wochen lang kein Arbeitslosengeld erhalten, meldete das
Blatt. Dagegen habe es zwischen Mai und Dezember 2005 nur 261.000
solcher Fälle gegeben. «Allein 150.000 Arbeitslose erhielten
eine Woche lang kein Arbeitslosengeld, weil sie sich verspätet
arbeitssuchend gemeldet hatten», zitierte «Bild» eine
Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit.
(Quelle: ap)
'Hartz IV'-Zuschuss zur Miete für Auszubildende möglich
Fr.05.01.07 - Seit Jahresbeginn können auch Auszubildende, Schüler und
Studenten einen Zuschuss zu ihren Wohnkosten nach der «Hartz
IV»-Regelung beantragen. Auf diese Neuerung hat die
Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS) am
Donnerstag in Berlin aufmerksam gemacht.
Nach Angaben der KOS ist Bedingung für den Zuschuss, dass der
Auszubildende BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder
Ausbildungsgeld von der Arbeitsagentur erhält und tatsächlich
Kosten für Miete und Heizung anfallen. Dies betreffe auch
Auszubildende, die bei ihren Eltern wohnen, sich aber an den Kosten
beteiligen müssen. Die Koordinierungsstelle rät
Auszubildenden, entsprechende Anträge bei den zuständigen
Arbeitsgemeinschaften vor Ort zu stellen.
Der Koordinierungsstelle zufolge haben Schüler, die BAföG
beziehen, sowie Auszubildende, die BAB erhalten, grundsätzlich
einen Leistungsanspruch. Studierende erhielten den Zuschuss jedoch nur,
solange sie bei ihren Eltern wohnten. Weitere Informationen gibt es im
Internet unter erwerbslos.de.
(Quelle: ddp)
Bis zu 7000 Straßenkinder in Deutschland
Fr.05.01.07 - Das Kinderhilfswerk terre des hommes sieht Straßenkinder als
"zunehmendes Problem" in Deutschland. Seit zehn Jahren habe deren Zahl
"deutlich" zugenommen, speziell in Berlin und Hamburg, sagte
Geschäftsführer Peter Mucke der "Neuen Osnabrücker
Zeitung". Seine Organisation gehe "von bis zu 7000 Straßenkindern
in Deutschland" aus. Als eine der Ursachen nannte Mucke, dass sich die
"Schere zwischen Armut und Reichtum" immer weiter öffne. Zudem
seien familiäre Bindungen weggefallen.
(Quelle: afp)
Wissenschaft
Klimawandel trug zum Untergang der Tang-Dynastie bei
Fr.05.01.07 - Ein Klimawandel hat nach Angaben von Forschern vor 1100 Jahren zum
Untergang der mächtigen Tang-Dynastie in China beigetragen. Wie
Wissenschaftler um Gerald Haug vom Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ)
im Magazin "Nature" berichten, gab es zwischen 700 und 900 nach
Christus eine Phase, in der der Monsun im Winter stark und im Sommer
schwach war. Dies habe zu einer kalten, trockenen Witterung und langen
Dürreperioden geführt. Folge seien Missernten und
Bauernaufstände gewesen.
Die Tang-Dynastie prägte China seit 618 über fast drei
Jahrhunderte und wird von Historikern als einer der Höhepunkte
chinesischer Kunst und Literatur gesehen. Eine erste Schwächung
erlitt sie 751, als die kaiserliche Armee von den Arabern geschlagen
wurde. Nach jahrelangen Bauern-Revolten riss 907 ein
Militärgouverneur die Macht an sich und setzte der Herrschaft der
Dynastie endgültig ein Ende.
Basis der Forschungen sind Sediment-Proben aus dem Huguangyan-See in
Südostchina, gegenüber der tropischen Insel Hainan. Deren
magnetische Eigenschaften und der Gehalt an Titan geben laut den
Forschern ein Hinweis auf die Stärke der Winde des ostasiatischen
Monsun-Systems. Haug und seine Kollegen aus den USA und China glauben,
dass die Veränderung im tropischen Niederschlag auch auf der
anderen Seite des Pazifik stattfand. Demnach weisen Bodenproben aus
Venezuela verblüffende Ähnlichkeiten zu denen aus dem
chinesischen See auf. Die Forscher verweisen darauf, dass damals auch
die so genannte klassische Periode der Maya-Zivilisation endete.
(Quelle: afp)