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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertzweiundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Iraks Regierung sagt Gewalt in Bagdad den Kampf an - Irakische
Soldaten töten 30 Aufständische. US-Soldaten sollen in
Haditha fünf Taxi-Kunden erschossen haben
So.07.01.07 - Die irakischen Streitkräfte unternehmen einen neuen Versuch, die
Gewalt in Bagdad in den Griff zu bekommen. Der Sicherheitsplan für
die Hauptstadt sei fertig, sagte Ministerpräsident Nuri al-Maliki
am Samstag. Zu dessen Umsetzung seien die irakischen Streitkräfte
auf Unterstützung von Seiten der multinationalen Truppen
angewiesen. Noch am Wochenende werde damit begonnen, die
Aufständischen Stadtviertel für Stadtviertel zu
bekämpfen, erklärten ranghohe Berater Al-Malikis.
Die irakische Armee hat in Bagdad bei einem Feuergefecht 30
Aufständische getötet. Das berichtet das staatliche
Fernsehen. Mehrere Kämpfer seien festgenommen worden.
Bei zwei neuen Autobombenanschlägen in Bagdad kamen vier Menschen
ums Leben. Im Stadtteil Dora explodierte ein Auto in der Nähe einer
Tankstelle. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet, vier
wurden verletzt. Ein weiterer Anschlag im Viertel Karrada kostete einen
Passanten das Leben, sechs Menschen erlitten Verletzungen. Ziel dieses
Anschlags war der Konvoi eines ranghohen Polizisten, wie ein
Behördensprecher erklärte. Unter den Verletzten waren drei
Leibwächter von Generalmajor Ali al Jassiri, dieser blieb
unverletzt.
Wenige Stunden zuvor explodierte nach Polizeiangaben im Osten der Stadt
eine am Straßenrand versteckte Bombe, dabei wurde eine Zivilperson
verletzt. Im südirakischen Hilla erschossen Unbekannte ein
ehemaliges Mitglied der Baath-Partei. Bei einem Bombenanschlag auf
einen Militärkonvoi in Basra wurde ein britischer Soldat verletzt.
Bei Razzien töteten US-Soldaten in Bagdad am Samstag vier Iraker.
Die Verdächtigen flüchteten in ein Gebäude und wurden
erschossen, wie die Streitkräfte mitteilten. Eine fünfte
Person sei festgenommen worden. Die Einsätze richteten sich gegen
mutmaßliche Hersteller von Sprengsätzen.
Im Zuge des erwarteten Kurswechsels in der amerikanischen Irak-Politik
wechselt US-Präsident George W. Bush die führenden
Generäle in der Golfregion aus. John Abizaid, der oberste
US-Kommandeur im Mittleren Osten, soll von Admiral William Fallon
ersetzt werden, der zurzeit die Pazifik-Flotte kommandiert. George
Casey, der Stabschef im Irak, soll von Generalleutnant David Petraeus
abgelöst werden, wie das Weiße Haus am Freitag weiter
mitteilte. Petraeus war federführend am Ausbildungsprogramm
für irakische Sicherheitskräfte beteiligt.
Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier
äußerte sich angesichts der Reaktionen auf die Hinrichtung
von Expräsident Saddam Hussein besorgt über die weitere
Entwicklung im Irak. «Sicherlich besteht das Risiko, dass diese
Exekution an einem islamischen Feiertag und ihre mediale Verbreitung die
Grundlagen dafür schaffen, Saddam Hussein zu einem Märtyrer
für seine Anhänger zu machen», sagte Steinmeier laut
«Bild am Sonntag».
Während des mutmaßlichen Massakers in der irakischen Stadt
Haditha im November 2005 haben amerikanische Soldaten einem Bericht
zufolge auch fünf wehrlose Insassen eines Taxis getötet. Die
«Washington Post» schrieb am Samstag unter Berufung auf
einen Ermittlungsbericht, ein Marineinfanterist habe das Fahrzeug
gestoppt und die fünf Passagiere aussteigen lassen.
Anschließend habe er die unbewaffneten Iraker nacheinander
erschossen. Ein zweiter Soldat habe Schüsse abgegeben, als die
Opfer bereits am Boden gelegen hätten. Den US-Marineinfanteristen
wird vorgeworfen, in Haditha nördlich von Bagdad am 19. November
2005 bis zu 24 irakische Zivilpersonen willkürlich erschossen zu
haben
(Quellen: ap, dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 07.01.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertachtundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Sa.07.01.06 - Tausende Schiiten protestieren in Bagdad gegen Terror +++ An einem Tag elf US-Soldaten bei
Anschlägen getötet. Seit
Kriegsbeginn sind mindestens 2.194 Angehörige der US-Truppen im Irak
ums Leben gekommen +++ US-Präsident spricht von 'verdammt guten
Fortschritten' im Irak +++ Bush berät mit Kritikern über
Irak-Strategie...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0601070.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Nahost-Konflikt
Krise zwischen Abbas und Palästinenserregierung
verschärft. Palästinenserpräsident fordert
Eingliederung von Hamas-Truppe in Sicherheitskräfte
So.07.01.07 - Der Konflikt zwischen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und
der regierenden radikalislamischen Hamas um deren
Sicherheitskräfte spitzt sich zu: Abbas erklärte, die
Hamas-Sicherheitstruppe sei "illegal" und werde als solche behandelt
werden, wenn sie nicht unverzüglich in die rechtmäßigen
Sicherheitskräfte eingegliedert werde. Die Hamas warnte daraufhin
davor, gegen ihre bewaffnete Truppe vorzugehen. Diese soll nach Angaben
eines Sprechers im Laufe der kommenden Woche um gut das Doppelte auf
insgesamt 12.000 Mann aufgestockt werden. Die Entscheidung sei in
Absprache mit Innenminister Said Siam getroffen worden.
Ein Sprecher des palästinensischen Innenministeriums bezeichnete
Abbas' Ankündigung als "übereilt". Jegliches "Antasten" der
Hamas-eigenen Truppe werde eine "gewaltsame Antwort" nach sich ziehen.
Ein Sprecher der derzeit 5500 Mann umfassenden Truppe sagte, die
Verdoppelung werde "vom palästinensischen Volk gefordert". Sie
habe nichts mit der Entscheidung Abbas' zu tun. Ein ranghohes
Fatah-Mitglied wandte sich scharf gegen die Aufstockung. Dahinter
stecke der "Plan, noch mehr politische Verbrechen zu begehen", sagte er.
Beobachter befürchteten eine Ausweitung der Kämpfe zwischen
den bewaffneten Formationen der Hamas von Ministerpräsident Ismail
Hanija und denen von Abbas' Fatah. Vermummte bewaffnete Männer
verschleppten derweil nach Angaben von palästinensischen
Sicherheitsdiensten zwei führende Hamas-Politiker. Der
Kabinettsdirektor des Innenministeriums, Ihab Suleiman Ghaidhan, wurde
eine Stunde später in Ramallah mit drei Schussverletzungen an den
Beinen aufgefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Bei dem anderen
Entführungsopfer handelte es sich um den stellvertretenden
Bürgermeister von Nablus, Mehdi Hambali.
In Gaza verschleppte eine bewaffnete Gruppe fünf Hamas-Mitglieder.
In Dschabalija im nördlichen Gazastreifen wurde das Haus des
Hamas-Abgeordneten Jussef el Ischrafi in Brand gesteckt. Die Tat
erfolgte als Reaktion auf die Tötung eines Fatah-Offiziers wenige
Tage zuvor.
Bei bewaffneten Kämpfen zwischen zwei großen Familienclans
in Gaza wurden nach Angaben von Ärzten und Augenzeugen drei
Palästinenser getötet und neun verletzt. Die Kämpfe
ereigneten sich in der Nähe des Hauses von Außenminister
Mahmud Sahar.
Bei erneuten innerpalästinensischen Ausschreitungen waren am
Mittwoch und Donnerstag 13 Anhänger oder Mitglieder von Hamas und
Fatah getötet worden. Allein am Donnerstag wurden 60 Menschen
verletzt, darunter zehn Kinder.
(Quelle: afp)
UN: Zehntausende weitere Flüchtlinge im Tschad
So.07.01.07 - Im Osten des Tschad sind wegen der anhaltenden Gewalt mittlerweile mehr
als 300.000 Menschen auf der Flucht.
Nach UN-Angaben vom Freitag verließen alleine in den vergangenen
zwei Wochen weitere 20.000 Menschen aus Angst ihre Dörfer in dem
zentralafrikanischen Land, nachdem sie auch von Rebellen aus dem
Nachbarland Sudan angegriffen wurden. Insgesamt waren damit über
100.000 Bürger des Tschad auf der Flucht. Hinzu kamen 230.000
Sudanesen, die aus der sudanesischen Unruheprovinz Darfur über die
Grenze in den Tschad geflohen sind. Sie sind dort nahe der Grenze in
mehreren Flüchtlingslagern untergekommen.
Nach den seit Monaten anhaltenden Kämpfen im Osten des Tschad
hatten sich die Regierung und ein Teil der Rebellen um Weihnachten zwar
auf ein Friedensabkommen geeinigt. Andere Aufständische
kündigten jedoch an, den Kampf fortsetzen zu wollen. Bei den
gewaltsamen Auseinandersetzungen sind bereits zahlreiche Menschen
getötet worden. Die Vereinten Nationen (UN) warnten zuletzt vor
einer Verschlimmerung der Lage gerade für die Zivilbevölkerung.
(Quelle: rtr)
Mehr als 40 Menschen von Rebellen im Nordosten Indiens erschossen
So.07.01.07 - Bei etwa zehn Überfällen im Nordosten Indiens haben
mutmaßliche Separatisten mindestens 42 Wanderarbeiter erschossen.
Rund 20 weitere Menschen wurden bei den Angriffen verletzt, wie die
Behörden mitteilten. Demnach überrannten Bewaffnete in der
Nacht zum Samstag eine Schlafstätte für Wanderarbeiter in der
entlegenen Stadt Sadiya im Unionsstaat Assam und erschossen 13 Menschen
im Schlaf. Ähnlichen Überfällen am Freitag fielen in
derselben Region mindestens 29 Menschen zum Opfer.
Die Polizei machte Rebellen der Vereinigten Befreiungsfront von Asom
(ULFA) für die Taten verantwortlich. Die ULFA kämpft seit
ihrer Gründung 1979 für die Unabhängigkeit des
Unionsstaats Assam. Ihr wurden schon zahlreiche Anschläge zur Last
gelegt, doch markierten die jüngsten Überfälle nach
Behördenangaben eine deutliche Eskalation der Gewalt. Am Samstag
detonierte auch ein Sprengsatz in einem Zug auf der Fahrt von Neu-Delhi
nach Assam. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.
(Quelle: ap)
Belgrad bleibt in Sachen Kosovo hart
So.07.01.07 - Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica hat die Bürger
seines Landes zur Verteidigung der abtrünnigen südlichen
Provinz Kosovo aufgerufen. «Kosovo geben wir nicht her»,
schrieb Kostunica am Samstag in einer zweiseitigen Anzeige in der
Belgrader Zeitung «Politika».
«Es ist noch kein Serbe geboren worden, der Kosovo aufgeben
würde», heißt es weiter. «Bürger Serbiens,
niemand kann geteilter Meinung in Sachen Kosovo sein», denn
«so lange Serbien besteht, wird Kosovo, dieser erste Buchstabe im
geistigen Alphabet des serbischen Volkes, ein Teil Serbiens sein».
«Es muss über jeden Zweifel erhaben, unannehmbar und
unmöglich sein, dass die international anerkannten Grenzen gegen
den Willen Serbiens geändert werden» und Belgrad so auf 15
Prozent seines Territoriums verzichten muss, verlangte Kostunica weiter.
«Kosovo müssen wir gemeinsam und einhellig verteidigen,
jeder Bürger, das ganze Volk.» «Denn wir würden
dann nicht nur Kosovo, sondern Serbien und seine Identität
verlieren und uns damit selbst vernichten.»
Der UN-Kosovo-Vermittler Martti Ahtisaari will Ende Januar die
Pläne für die staatsrechtliche Zukunft der fast nur noch von
Albanern bewohnten Provinz vorlegen. Empfohlen werden dürfte die
eingeschränkte Souveränität Kosovos unter Aufsicht der
Europäischen Union (EU). Kosovo wird sei 1999 von den Vereinten
Nationen verwaltet, nachdem NATO-Bomben die Massenvertreibungen von
Albanern durch serbisches Militär und Paramilitär gestoppt
hatten.
(Quelle: dpa)
Deutschland
SPD will Steuergutschriften für Geringverdiener - DGB fordert
Neuordnung des Niedriglohnbereiches
So.07.01.07 - Mit Steuergutschriften will die SPD mehr Jobs im Niedriglohnbereich
schaffen. SPD-Chef Kurt Beck kündigte am Samstag auf der
Klausurtagung seiner Partei in Bremen «ergänzende
Impulse» für den Arbeitsmarkt an. Verschiedene Modelle
würden nun geprüft. Ziel sei, dass es mehr Anreize für
die Aufnahme einer gering bezahlten Beschäftigung geben
müsse. DGB-Chef Michael Sommer verlangte eine komplette Neuordnung
des Niedriglohnbereiches.
In der «Bremer Erklärung», die der Vorstand am
Nachmittag einstimmig verabschiedete, wird auch ein sozialer
Arbeitsmarkt für Menschen gefordert, die auf dem freien Markt
keine Chance mehr haben. Die SPD verspricht sich davon 100.000 Stellen.
Ein eindeutiges Bekenntnis geben die Sozialdemokraten auch zum
Mindestlohn ab. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte: «Für
die SPD-Fraktion und die Partei ist klar, dass wir einen Mindestlohn
fordern werden.» Dem von der CDU favorisierten Kombilohnmodell
für den Niedriglohnbereich erteilte er eine Absage. Das werde
nicht die Zustimmung der SPD finden, sagte Struck. Auch Sommer mahnte
im SWR die Einführung einer unteren Lohngrenze an.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil bekräftigte,
tarifvertragliche Lösungen und eine Ausweitung des
Entsendegesetzes hätten für die SPD Vorrang. Aber die SPD
stehe für existenzsichernde Löhne. «Daran halten wir
fest.»
Nach dem SPD-Vorstoß sollen Geringverdiener, die mehr als 30
Stunden in der Woche arbeiten, künftig ein existenzsicherndes
Einkommen erzielen, das über dem Niveau des Arbeitslosengeldes II
liegt. Das Modell einer solchen «negativen Einkommensteuer»
wird von der SPD «Bonus für Arbeit» genannt und ist
von dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger ausgearbeitet worden.
Bis Ende Februar sollen die finanziellen Auswirkungen der Pläne
für den Niedriglohnbereich errechnet werden. Beck sagte, derzeit
werde geprüft, ob sich die Vorschläge der SPD in der
Koalition realisieren ließen. Arbeitsminister Franz
Müntefering machte klar, dass es zu Änderungen bei den
Zuverdienstgrenzen für Langzeitarbeitslose kommen werde. Die
400-Euro-Jobs sollten aber bestehen bleiben. Müntefering will im
Frühjahr die Vorstellungen der Koalition für den
Niedriglohnbereich präsentieren. Eine Koalitionsarbeitsgruppe
konnte sich bislang nicht auf gemeinsame Vorschläge einigen.
Auch von den Jusos kam Zustimmung zu dem Vorstoß am Arbeitsmarkt.
Juso-Chef Björn Böhning sagte: «Ich begrüße
den Vorschlag sehr, um den Wildwuchs im Niedriglohnbereich zu
beseitigen.»
Außerdem verabschiedete der Parteivorstand den Entwurf für
ein neues Parteiprogramm, das im Oktober auf einem Parteitag in Hamburg
beschlossen werden soll. Darin bekennen sich die Sozialdemokraten zur
konsequenten Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft. Als Leitbild
für das 21. Jahrhundert wird der vorsorgende Sozialstaat
beschrieben. Am Ziel der Vollbeschäftigung wird ebenso wie an
einer fairen Mitbestimmung der Arbeitnehmer festgehalten.
Außerdem tritt die SPD für eine «neue Kultur der
Selbstständigkeit» ein und will sich verstärkt um die
Leistungsträger der Gesellschaft bemühen. Das neue
Grundsatzprogramm würde das aus dem Jahr 1989 stammende
«Berliner Programm» abgelösen.<
(Quelle: ap)
DIHK lehnt gesetzlichen Anspruch auf Auszeit für Pflege ab
So.07.01.07 - Aus der deutschen Wirtschaft kommt Widerstand gegen den Plan der
großen Koalition, Arbeitnehmern zur Pflege von Angehörigen
die Freistellung von der Arbeit zu ermöglichen. Es sei
"unnötig und kontraproduktiv", eine solche Pflegezeit per Gesetz zu
garantieren, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und
Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, der "Wirtschaftswoche".
Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten die Vereinbarkeit von Pflege und
Beruf selbst regeln. "Schon heute ermöglichen mehr als ein Drittel
aller Unternehmen ihren Mitarbeitern Auszeiten zur Pflege", sagte Braun.
Die bei den Industrie- und Handelskammern organisierten Unternehmen
sprechen sich dem Bericht zufolge mit breiter Mehrheit gegen eine
gesetzliche Regelung aus. Hauptkritikpunkt der Wirtschaft ist demnach,
dass sich anders als bei der Elternzeit weder Eintritt noch Dauer der
Pflegezeit kalkulieren lassen.
Die große Koalition will mit der Pflegereform die ambulante
gegenüber der stationären Pflege stärken. Bund und
Länder sind sich in dem Ziel einig, eine "Pflegezeit" für
Angehörige einzuführen, die zu Hause pflegen wollen. Sie
könnten dann vermutlich unbezahlten Sonderurlaub nehmen. Ab April
soll im Gesundheitsministerium die Arbeit an einem Gesetzentwurf
beginnen, der im Herbst im Bundestag beraten werden könnte. Die
Reform soll ab 2008 gelten.
(Quelle: afp)
Elterngeld fällt laut 'Focus' vielfach niedriger aus als erwartet
So.07.01.07 - Viele Paare werden weniger Elterngeld bekommen als erwartet. Daran
hat das Magazin «Focus» erinnert. Grund sei ein kaum
beachteter Passus im Gesetz, der die neue Leistung zunächst mit dem
Mutterschaftsgeld verrechnet. Arbeitnehmerinnen erhielten dadurch in
der Regel erst vom dritten Monat an das neue Elterngeld.
Anschließend hätten sie nur noch höchstens zehn Monate
Anspruch auf Elterngeld, bestätigte das Bundesfamilienministerium
dem «Focus». Zwei weitere Monate würden nur dann
finanziert, wenn der Partner zu Hause bleibe.
(Quelle: dpa)
Künast kündigt neue Familienpolitik der Grünen an
So.07.01.07 - Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate
Künast, hat eine neue Familienpolitik ihrer Partei
angekündigt. "Die grüne Sicht auf Familie hat sich
verändert", sagte Künast der "Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung". Dazu gehöre ein positives Verständnis der
Kleinfamilie. "Die Orientierung auf die Kleinfamilie findet einfach
statt", sagte die Grünen-Politikerin. Bislang hätten sich die
Grünen nur mit Themen wie Kinderarmut und Bildungsnotstand
beschäftigt. "Wir müssen den Familienbegriff neu bestimmen",
sagte Künast.
Die Grünen dürften nicht länger nur Teilbereiche von
Familienpolitik aussuchen, sondern müssten einen ganzheitlichen
Ansatz entwickeln. Damit solle auf der Fraktionsklausur am Dienstag in
Wörlitz begonnen werden. "Familie ist der Ort, an dem dauerhaft
und verbindlich Verantwortung übernommen wird. Werte werden dort
in einer Art und Weise vermittelt, wie es keine andere Institution in
dieser Gesellschaft kann", umschrieb Künast die neue Sicht ihrer
Partei auf die Familie.
(Quelle: afp)
Wissenschaft
Misshandlungen in der Kindheit haben Langzeitfolgen
So.07.01.07 - Eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Depressionen zu
erkranken, weisen Menschen auf, die als Kind vernachlässigt oder
misshandelt wurden. Selbst wenn die schlimme Kindheit viele Jahre
zurückliegt und betroffene Erwachsene ein scheinbar normales Leben
führen, können Spätfolgen in Form von psychischen
Störungen auftreten. Das hat nach einem Bericht der "Medical
Tribune" eine Langzeitstudie ergeben.
Demnach trifft dies sowohl auf Menschen zu, die als Kind physisch oder
psychisch misshandelt wurden. Nicht nur Schläge wirken sich negativ
auf die kindliche Psyche aus, auch verbale Demütigungen und
seelische Vernachlässigung können großen Schaden
anrichten. Daher sollte eine entsprechende Behandlung misshandelter
Kinder möglichst früh erfolgen und zudem nicht zu früh
abgebrochen werden. Nur eine intensive Behandlung könne laut Studie
spätere psychische Beschwerden bei den Betroffenen verhindern.
(Quelle: afp)
Technik
Verwirrende Signale aus dem All - Kleinere Bauteile machen Elektronik
anfälliger
So.07.01.07 - Computer werden immer kompakter und leistungsstärker. Doch die
Verkleinerung der elektronischen Schaltkreise wird zum Problem:
Kosmische Strahlung, die den Maschinen früher kaum etwas anhaben
konnte, erzeugt inzwischen auch auf der Erde immer mehr Fehler. Die
meisten solcher Vorfälle bleiben unbemerkt und folgenlos. Experten
halten schwere Unfälle inzwischen aber für möglich, wenn
etwa die Steuerung eines Herzschrittmachers, eines
Hochgeschwindigkeitszuges oder einer ABS-Bremse wegen des kosmischen
Beschusses versagt.
Vor Millionen von Jahren von weit entfernten Gestirnen oder durch
Eruptionen unserer eigenen Sonne ausgesendet, steht die Erde unter einem
Dauerbeschuss durch Teilchen aus dem All. Dabei haben vor allem die
Atomkerne, Protonen und Elektronen aus den Tiefen des Weltraums eine
enorme Energie, denn sie sind auf ihrem langen Weg oft fast bis auf
Lichtgeschwindigkeit beschleunigt worden.
In der Raumfahrt ist das Problem des "Weltraumwetters" schon lange
bekannt. Satelliten sind dem Beschuss ohne Filter direkt ausgesetzt.
1994 führte dieser etwa zum Totalausfall des kanadischen
Erdtrabanten ANIK. Elektronische Anlagen im All müssen deshalb
durch besondere Abschirmungen geschützt werden. Auf der Erde werden
seit den 40er Jahren Kraftwerksausfälle registriert, die
allerdings meist Folge massiver magnetischer Stürme waren.
Denn mit dem Eintritt in die Erdatmosphäre werden einzelne
Teilchen durch die Kollision mit dortigen Atomen nach und nach
abgebremst. Auf der Erdoberfläche kommen deshalb nur wenige der
Weltraumreisenden an: So wurden etwa auf Flughöhe von
Langstreckenmaschinen noch 10.000 Neutronen pro Stunde und
Quadratzentimeter gemessen, auf Meereshöhe dagegen nur zehn pro
Stunde. "Nehmen Sie ihren Laptop und machen Sie einen
Transatlantikflug", sagt Jean-Luc Autran vom französischen
Wissenschaftszentrum CNRS. "Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch,
dass er während ihrer Reise mindestens einmal ausfällt und Sie
gezwungen sind, neu zu booten."
Auf der Erdoberfläche war das kein Problem, solange Computer noch
mit relativ hohen Energien arbeiteten, die über denen noch
ankommender kosmischer Teilchen lagen. Doch heute ist das anders: "Mit
der Miniaturisierung von Computerteilen kann fortan jedes elektronische
Gerät Opfer werden", sagt Autran. "Heute erreicht die Ladung, die
durch das Phänomen verursacht wird, dieselbe
Größenordnung wie die Ladung, durch die Informationen im
Speicher festgehalten werden." Damit kann ein kosmisches Teilchen
inzwischen aus einer Computer-Null eine Eins machen oder umgekehrt. "Die
Verletzlichkeit der Schaltkreise wächst mit jeder Generation um
den Faktor zwei", warnt Autran.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet ein entscheidender Schalter
im Rechner umgestellt wird, ist relativ gering. Doch es kommt vor. Im
Mai 2003 erwischte es beispielsweise eine Wahlmaschine im belgischen
Schaerbeek. Sie zeigte 4096 Stimmen mehr an als bei einer
Auszählung per Hand nachgewiesen wurden. Für die Ermittler war
die Zahl ein Hinweis auf eine außerirdische Ursache des Problems:
Denn 4096 ist die zwölfte Potenz von zwei und kann in Computern
durch das Umlegen eines einzigen elektronischen Schalters erzeugt
werden.
Weltraumwetter könne "durchaus zu Katastrophen führen",
warnte die ESA schon vor einigen Jahren. "So wurden in Schweden durch
Weltraumwettereffekte bedingte Fehlfunktionen von Eisenbahnsignalen
beobachtet (...) Betroffen sind im Prinzip alle hochtechnisierten Teile
einer Gesellschaft, wie die Telekommunikation, die Gas- und
Ölindustrie, Energieversorgung und Verkehrswesen." Auch wenn die
Hersteller sensibler Anlagen nicht gerne über das Problem reden,
arbeiten sie deshalb inzwischen längst an wirksamen Abschirmungen.
Und bislang blieb die Katastrophe aus dem All noch aus.
(Quelle: afp)
Festplatte mit einem Terabyte Speicher
So.07.01.07 - Die erste Festplatte mit einer Speicherkapazität von einem
Terabyte stellt Hitachi auf der Computermesse CES in Las Vegas vor. Die
"Deskstar 7K1000" gibt es in Variationen für verschiedene
Computertypen - für Privatanwender-PCs ebenso wie für digitale
Videorekorder sowie für Server. In der für PCs
standardmäßigen Größe für den
3,5-Zoll-Einschub arbeitet sie mit der marktüblichen
Geschwindigkeit von 7 200 Umdrehungen pro Minute, die maximale
Datentransferrate beträgt dabei angeblich 1 070 Megabit pro Sekunde.
Die Ein-Terabyte-Festplatte - ein Terabyte sind 1 024 Gigabyte - kommt
noch im ersten Quartal 2007 auf den Markt, ihr Preis soll um die 400
Euro liegen. Das entspricht 40 Cent pro Gigabyte. Die derzeit
gängige Größe von 250 GB liegt bei etwa 33 Cent pro GB,
größere Modelle liegen auf dem Niveau der
Terabyte-Festplatte. Beim Einsatz für digitale Videorekorder bietet
sie Platz für 250 Stunden Videomaterial in hochauflösender
HD-Qualität oder 250 000 Musikdateien im MP3-Format, steht aber
erst im zweiten Quartal 2007 zur Verfügung.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)
'Total HD' soll Formatstreit zwischen Blu Ray und HD DVD beenden
So.07.01.07 - Mit der "Total HD" will das Hollywood-Studio Warner Brothers den
Formatstreit zwischen der Blu-Ray-Disc und der HD DVD beenden. Die
"Total HD", zitiert die New York Times einen Warner-Manager, sei ein so
genannter Hybrid. Das heißt, das Speichermedium kann sowohl von
HD-DVD- als auch von Blu-Ray-Laufwerken oder -Playern gelesen werden.
Für den Anwender wäre diese Entwicklung ein Segen: Er ist bei
seiner Wahl der Hardware nicht mehr nur auf ein Abspielmedium
beschränkt.
Warner Brothers rechnet jedoch nicht damit, dass die beiden
konkurrierenden Formate Blu Ray und HD DVD deshalb von der
Bildfläche verschwinden würden. Sinn und Zweck der "Total HD"
sei es vielmehr, den immer noch nicht in Schwung gekommenen Markt
für die DVD-Nachfolge überhaupt anzukurbeln. Jetzt muss Warner
nur noch andere Studios davon überzeugen, ihre Filme auf "Total
HD" zu produzieren. Unterdessen will der Hardware-Hersteller LG in der
kommenden Woche auf der Fachmesse "Consumer Electronics Show" (CES) in
Las Vegas einen so genannten "Dual-Format-Player" vorstellen. Er soll
sowohl Blu-Ray-Discs als auch HD DVDs abspielen können.
Die beiden rivalisierenden Unternehmenskonsortien von Blu Ray (Sony)
und HD DVD (Toshiba) konnten sich bis heute nicht darauf einigen,
welches der einzig wahre Nachfolgestandard der DVD sein soll. Also
brachten sie ihre Entwicklungen samt Laufwerke und Player konkurrierend
auf den Markt. Mit dem Effekt, dass Anwender, die sich für ein
Blu-Ray-Laufwerk entscheiden, auch nur Blu-Ray-Discs kaufen können.
Entsprechend gilt dieser indirekte Zwang für Käufer von
HD-DVD-Hardware. Mit der "Total HD" und dem "Dual-Format-Player"
würde es indes keine Rolle mehr spielen, für welche Technik
sich die Anwender entscheiden.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)