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+++ Sa.13.01.07, 06:00 Nachrichten-Archiv Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertachtundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Proteststurm gegen Bushs Irak-Plan in USA
Sa.13.01.07 - Der Plan von US-Präsident George W. Bush zur Entsendung von
zusätzlichen 21 500 Soldaten in den Irak stößt in den
USA auf immer heftigeren Protest. Nach Umfrageergebnissen vom Freitag
lehnt eine große Mehrheit der Bevölkerung das Konzept ab.
In Washington wandten sich neben den Demokraten auch mehrere namhafte
Republikaner entschieden gegen eine Aufstockung der Truppen. Für
eine von den Demokraten angestrebte - allerdings nicht bindende -
Resolution gegen den Plan zeichnete sich in beiden Häusern des
Kongresses eine Mehrheit auch mit Stimmen mehrerer Bush-Parteifreunde ab.
Das Weiße Haus zeigte sich «enttäuscht»
über den Widerstand. Es sei zwar mit starker Kritik gerechnet
worden, aber nicht in einem solchen Ausmaß, zitierte US-Medien am
Freitag namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Bush selbst und
andere Verfechter riefen dazu auf, dem Plan eine Chance zu geben. Er
biete die größte Aussicht auf einen Erfolg bei der
Eindämmung der religiös motivierten Gewalt im Irak, sagte der
Präsident am Donnerstag (Ortszeit) vor Soldaten in Fort Benning
(Bundesstaat Georgia). Außenministerin Condoleezza Rice wollte am
Freitag in den Nahen Osten abreisen, um dort unter anderem die neue
Bush-Strategie zu erläutern. Erste Station der Reise sollte Israel
sein.
Verteidigungsminister Robert Gates räumte unterdessen ein, dass es
keinen Zeitplan für die Dauer der Truppenverstärkung gebe, die
nach Bushs Plänen in Phasen erfolgen und bereits in den kommenden
Tagen beginnen soll. Es dürften wahrscheinlich mehrere Monate
sein, «aber ich glaube, niemand kann zur Zeit genau sagen, wie
lange es werden könnte», sagte Gates bei einer von mehreren
Anhörungen im Kongress am Donnerstag.
Bei den Hearings war vor allem Rice als Verfechterin des Plans einer
derart starken Opposition von demokratischer und republikanischer Seite
ausgesetzt, wie es sie nach Einschätzung von US-Medien in der
sechsjährigen Amtszeit von Bush bei derartigen Veranstaltung noch
nie gegeben hatte. Unter den insgesamt 21 Mitgliedern des
Auswärtigen Senatsausschusses, der die Ministerin befragte, war
nach Angaben von Teilnehmern «kein einziger, der nicht zumindest
Skepsis» gezeigt hätte.
So sagte der namhafte republikanische Senator Chuck Hagel, Bushs
Strategie sei der «gefährlichste außenpolitische Fehler
in diesen Land - außer Vietnam - wenn er (der Plan)
ausgeführt wird. Ich werde mich ihm widersetzen». Wenn Rice
und Bush ihr Konzept vernünftig begründen wollten, dann
müssten sie sich schon eine Menge mehr einfallen lassen,
erklärte der republikanische Senator George Voinovich. Bush
könne nicht länger auf seine Unterstützung zählen.
Sein demokratischer Kollege Joseph Biden sagte: «Frau Ministerin,
um ganz direkt zu sein, ich kann es nicht mit meinem Gewissen
verantworten, den Plan des Präsidenten zu unterstützen.»
Nach dem am Freitag veröffentlichten Ergebnis einer Umfrage des
Senders CNN sind 60 Prozent der Bevölkerung gegen Bushs Plan und
nur 32 Prozent dafür. Eine «Washington
Post»/ABC-Befragung ergab eine 61-prozentige Ablehnung und eine
Zustimmung von 36 Prozent.
Der Führer der republikanischen Minderheit im Senat, Mitch
McConnell, drohte damit, die von den Demokraten angestrebte Resolution
gegen die Aufstockung der Truppen notfalls mit einem Filibuster zu
blockieren. Das sind Dauerreden zur Verhinderung von Abstimmungen, die
nur mit einer Mehrheit von mindestens 60 der 100 Senatsmitglieder
abgewendet werden können. Inzwischen haben sich zehn
republikanische Senatoren gegen das Bush-Konzept ausgesprochen oder
zumindest starke Skepsis geäußert. Die Demokraten haben in
der kleineren Kongresskammer eine Mehrheit von 51 zu 49 Sitzen, dies
unter Einschluss von zwei Unabhängigen, von denen einer - Joseph
Lieberman - die Bush-Strategie unterstützt.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 13.01.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertvierundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Fr.13.01.06 - Deutscher Auslandsgeheimdienst dementiert Zusammenarbeit mit USA zu
Bombenzielen im Irak +++ Irakische Sunniten dringen auf
Verfassungsänderung +++ Konflikte zwischen Aufständischen und El
Kaida im Irak +++ Dänische Offiziere wegen Misshandlungen im Irak
verurteilt...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0601130.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Pentagon will Truppenstärke um 92.000 Mann ausbauen
Sa.13.01.07 - Parallel zur Ausweitung des Irak-Einsatzes will die US-Regierung ihre
gesamte Streitmacht aufstocken - und zwar um 92.000 Mann binnen
fünf Jahren. Das Heer soll um 65.000 auf fast 550.000 Soldaten
erweitert werden, wie Verteidigungsminister Robert Gates am
Donnerstagabend bekannt gab, Bei den Marineinfanteristen ist demnach
eine Verstärkung um 27.000 auf gut 200.000 Mann geplant. Das
Vorhaben muss allerdings noch vom Kongress gebilligt werden, in dem seit
der Wahl vom November die Demokraten die Mehrheit haben.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Deutschland dringt auf möglichst frühes Treffen des
Nahost-Quartetts
Sa.13.01.07 - Die Besorgnis in der Staatengemeinschaft über die anhaltende
Gewalt im israelisch-palästinensischen Konflikt nimmt zu.
Deutschland dringt auf ein möglichst frühes Zusammentreten des
Nahostquartetts aus USA und EU sowie aus Vereinten Nationen Russland.
Das Auswärtige Amt teilte am Freitag in Berlin mit, ein Termin
stehe allerdings noch nicht fest, aber alle Partner seien an einem
baldigen Treffen interessiert. Ein Termin Ende Januar wurde nicht
grundsätzlich ausgeschlossen.
US-Außenministerin Condoleezza Rice hält sich derzeit im
Nahen Osten auf. Sie wird nach Angaben des stellvertretenden Sprechers
Jens Plötner kommende Woche auf ihrer Rückreise in Berlin
Station machen. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in der
vergangenen Woche bei US-Präsident George W. Bush um eine
Wiederbelebung dieses Gremiums geworben.
Auch der neue UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte diplomatische
Initiativen im Nahost-Konflikt angekündigt. In seiner ersten Rede
vor dem Weltsicherheitsrat sagte er am Montag, er werde im
Nahost-Quartett darauf dringen, dass der
israelisch-palästinensische Konflikt überwunden werde. Dazu
gehöre auch, den Libanon auf seinem Weg in eine friedlich und
unabhängige Zukunft zu unterstützen. Ban nannte allerdings den
Darfur-Konflikt derzeit vorrangig.
(Quelle: ap)
Somalische Kriegsherren erklären sich zu Entwaffnung bereit
Sa.13.01.07 - Mehrere Clan-Führer in Somalia haben sich nach Regierungsangaben
zur Entwaffnung bereit erklärt. Ihre Milizen sollen der
Vereinbarung vom Freitag zufolge in die Regierungstruppen integriert
werden. «Die Warlords und die Regierung sind übereingekommen,
bei der Wiederherstellung des Friedens in Somalia
zusammenzuarbeiten», erklärte Regierungssprecher Abdirahman
Dinari.
Die Einigung sei bei einem Treffen von fünf Clan-Führern mit
Präsident Abdullahi Yusus in Mogadischu zustande gekommen. Im
Machtvakuum nach der Vertreibung der Islamisten gingen die Kämpfe
am Freitag jedoch weiter.
Bei einer Schießerei zwischen Clan-Kämpfern und
Regierungstruppen in der Hauptstadt kamen mindestens sechs Menschen ums
Leben, zehn wurden verletzt. Die Gefechte entzündeten sich nach
Angaben eines Milizionärs an einem Streit über einen Parkplatz
für ein gepanzertes Fahrzeug.
In Somalia werden rund 20.000 Kämpfer verschiedener Clans
vermutet. Seit dem Sturz von Staatschef Mohamed Siad Barre im Jahr 1991
hatte das Land am Horn von Afrika keine funktionierende Zentralregierung
mehr. Von den Islamisten, die im vergangenen Jahr weite Teile
Südsomalias unter ihre Kontrolle brachten, versprachen sich viele
Somalier zumindest relative Ruhe.
Zur Stabilisierung des Landes mahnte US-Botschafter Michael Ranneberger
die schnelle Entsendung einer afrikanischen Friedenstruppe an. Eine
solche Mission erlaube es auch den äthiopischen Soldaten, sich aus
dem Nachbarland Somalia zurückzuziehen, sagte Ranneberger der
kenianischen Zeitung «The Nation». Äthiopien griff an
Weihnachten auf Seiten der somalischen Regierungstruppen offen in die
Kämpfe ein und half der schwachen Übergangsregierung, die
islamistischen Milizen zurückzudrängen.
Der neue UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die internationale
Gemeinschaft zu mehr Engagement in Somalia auf. Die Bemühungen, das
Land zu stabilisieren, müssten so schnell wie möglich
verstärkt werden, sagte Ban am Donnerstag bei seiner ersten
Pressekonferenz seit seiner Amtsübernahme am 1. Januar. Er zeigte
sich besorgt angesichts der US-Luftangriffe in den vergangenen Tagen,
bei denen offenbar auch Zivilpersonen getötet wurden. Es
müssten alle Anstrengungen unternommen werden, die Bevölkerung
zu schützen und «unbeabsichtigte Folgen» zu vermeiden.
Luftangriffen auf fliehende islamistische Kämpfer fielen nach
Berichten der britischen Hilfsorganisation Oxfam in den vergangenen vier
Tagen rund 70 nomadische Hirten zum Opfer. Oxfam berief sich am Freitag
auf seine somalischen Partnerorganisationen. Ob US-Soldaten an diesen
Angriffen beteiligt gewesen sein sollen, wurde nicht bekannt.
Die "Washington Post" berichtete am Freitag, ein kleiner
US-Militärtrupp habe sich nach dem Luftschlag vom Montag in
Südsomalia aufgehalten, um zu ermitteln, wer dabei getötet
worden sei. Dies wäre der erste bekannte Fall seit 1994, in dem
US-Soldaten wieder den Fuß auf somalisches Gebiet setzten. Damals
waren bei einem Friedenseinsatz US-Militärhubschrauber abgeschossen
worden und 18 US-Soldaten in Mogadischu getötet worden.
Äthiopiens Erzfeind Eritrea warnte am Freitag vor
"gefährlichen Folgen" eines US-Engagements in Somalia.
Im Grenzgebiet zu Kenia begann nach Angaben des
Welternährungsprogramms die Verteilung von Hilfsgütern an 6000
Flüchtlinge. Die Somalier hatten versucht, vor den Kämpfen
zwischen Regierungstruppen und Islamisten in das Nachbarland zu
fliehen, das jedoch seine Grenzen schloss.
Auch der deutsche Präsident Horst Köhler forderte die
afrikanischen Staaten auf, gemeinsam mit Europa die
Friedensbemühungen zu unterstützen. Deutschland könne
sich zusammen mit Ländern wie Ghana für Somalia und andere
Krisenherde auf dem afrikanischen Kontinent einsetzen, sagte Köhler
am Donnerstagabend bei einem Treffen mit seinem ghanaischen Kollegen
John Kufuor in Accra.
(Quelle: ap, rtr)
Japan will verstärkt mit NATO zusammenarbeiten
Sa.13.01.07 - Japan hat der NATO eine vertiefte Zusammenarbeit angeboten: Sein Land
wolle künftig regelmäßig bei Missionen des
Bündnisses helfen, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe vor den
NATO-Botschaftern in Brüssel. Japan sei bereit, Unterstützung
bei friedenserhaltenden NATO-Einsätzen, beim Wiederaufbau oder
Katastrophenschutz zu leisten. Abes Besuch war die erste Visite eines
japanischen Regierungschef am Hauptquartier der westlichen Allianz.
NATO-Generalsekretär Jan de Hoop Scheffer kündigte "flexible
und pragmatische" Beziehungen zu Japan an.
Der Regierungschef schlug regelmäßige Treffen zwischen Japan
und der NATO vor. Abe kündigte an, im Rahmen der japanischen
Verfassung handeln zu wollen. Allerdings scheue sich Tokio nicht, "die
Selbstverteidigungstruppen ins Ausland zu entsenden, um dem
internationalen Frieden und der Stabilität zu dienen". Diese
Ankündigungen könnten vor allem Spannungen mit China und
Südkorea auslösen, wo die japanischen Kriegsverbrechen
während des Zweiten Weltkrieges nicht vergessen sind.
Japans militärischem Engagement sind durch die pazifistische
Verfassung des Landes enge Grenzen gesetzt. Abe hatte allerdings bereits
vor seinem Amtsantritt angekündigt, Japan eine schlagkräftige
Armee geben und in der Weltpolitik entschiedener auftreten zu wollen.
Erst am Montag hatte Tokio erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder
ein Verteidigungsministerium eingerichtet.
Den Rahmen für die Zusammenarbeit bilden nach den Worten de Hoop
Scheffers politische Konsultationen. Innerhalb dieser bestünden
vielfältige Kooperationsmöglichkeiten. Nach Angaben eines
NATO-Beamten wurde die Rede Abes in Brüssel gut aufgenommen. "Ich
denke, alle haben anerkannt, dass dies ein wahrer politischer Schritt
nach vorne gewesen ist", sagte der Beamte. Er erwarte nun sehr bald
konkrete Schritte zur Zusammenarbeit.
Japan liefert schon heute logistische Unterstützung für die
NATO-geführte Schutztruppe ISAF in Afghanistan. Auch im Irak waren
eine Zeit lang japanische Soldaten in ihrem ersten Auslandseinsatz seit
dem Zweiten Weltkrieg stationiert. Abe sagte, er habe sich mit der NATO
nun zudem auf eine Zusammenarbeit Japans mit den Wiederaufbau-Teams der
Allianz in Afghanistan geeinigt. Auf seiner Europa-Reise hatte Abe zuvor
London und Berlin besucht.
(Quelle: afp)
Venezuelas Präsident Chávez verspricht Nicaragua Öl
für 200 Jahre
Sa.13.01.07 - Venezuela will Nicaragua 200 Jahre lag mit Öl versorgen. Dies
versprach der venezolanische Präsident Hugo Chávez zum
Abschluss seines dreitägigen Besuchs in dem mittelamerikanischen
Land. Er hatte zuvor mit dem neuen Präsidenten Nicaraguas, Daniel
Ortega, eine Reihe von Verträgen über eine enge
wirtschaftliche und politische Allianz unterzeichnet. Unter anderem
hatte Ortega dem Beitritt zu dem gegen die USA gerichteten Bündnis
ALBA zugestimmt, das unter der Führung Venezuelas von Bolivien und
Kuba gebildet wird.
(Quelle: dpa)
Bolivien: Tausende Demonstranten harren in Cochabamba aus
Sa.13.01.07 - Nach dem Tod von zwei Demonstranten bei Unruhen in der bolivianischen
Stadt Cochabamba haben sich mehrere tausend Gegner der Provinzregierung
vor dem Parlamentsgebäude zu einer Mahnwache versammelt. Sie
fordern den Rücktritt von Manfred Reyes Villa, der auf Distanz zur
linksgerichteten Zentralregierung in La Paz gegangen ist.
Die Teilnehmer der Mahnwache erklärten, sie wollten erst dann
wieder nach Hause gehen, wenn Reyes nicht mehr im Amt sei. Der
Gewerkschaftsfunktionär Omar Fernandez sagte der
Nachrichtenagentur AP, die Protestbewegung sei darauf vorbereitet,
einen Gouverneur aus ihren Reihen zu ernennen. Nach den blutigen
Zusammenstößen vom Donnerstag solle aber eine weitere
Eskalation der Gewalt vermieden werden.
Gleichwohl zogen auch am Freitag Gegner des Gouverneurs mit Stangen,
Baumästen, Metallrohren und Ketten durch die Straßen und
lieferten sich vereinzelt Straßenkämpfe mit Polizisten und
Soldaten. Eine Gruppe von Jugendlichen versuchte, die Zentrale eines
Fernsehsenders der konservativen Opposition zu stürmen, wurde aber
unter dem Einsatz von Tränengas zurückgedrängt.
Nach seiner Rückkehr aus Nicaragua machte Präsident Evo
Morales den Gouverneur von Cochabamba für die Unruhen
verantwortlich. Gleichzeitig rief er zum Verzicht auf weitere Gewalt
auf. Morales hatte in Managua an der Vereidigung des neuen
nicaraguanischen Präsidenten Manuel Ortega teilgenommen. Die
konservative Oppositionspartei Podemos kritisierte, dass der
Präsident nicht sofort nach Bolivien zurückgekehrt sei, um
sich der Situation zu stellen. Podemos-Parteichef Jorge Quiroga
forderte die katholische Kirche zur Vermittlung in dem Konflikt auf.
Gouverneur Reyes gehört zu den führenden Kritikern der von
Morales geplanten Verfassungsreform. Er verlangt auch die Wiederholung
einer im Juli 2006 gescheiterten Volksabstimmung mit dem Ziel, dem
Staat Cochabamba eine größere Unabhängigkeit von der
Zentralregierung in La Paz zu geben. Damals sprachen sich 63 Prozent
der Teilnehmer an der Volksabstimmung in Cochabamba gegen eine
größere Autonomie aus.
(Quelle: ap)
Boot mit mehr als 160 Flüchtlingen auf den Kanaren gelandet
Sa.13.01.07 - An Bord eines Fischerbootes haben gut 160 Flüchtlinge die
Kanareninsel El Hierro erreicht, wie die spanischen Behörden am
Freitag mitteilten. Fünf seien wegen Austrocknung und Verletzungen
ins Krankenhaus gebracht worden. Eine Gruppe von 30 Männern
flüchtete zunächst, wurde aber später von der Polizei
gefunden.
Die Behörden vermuten, dass die meisten Flüchtlinge aus
Pakistan, Indien und Sri Lanka stammen. 15 seien Afrikaner, hieß
es. Im vergangenen Jahr gelang fast 31.000 Flüchtlingen vor allem
aus Afrika die Überfahrt auf die Kanaren. Knapp 2.000 von ihnen
landeten auf El Hierro, der kleinsten der sieben Inseln. Nach Angaben
der Regierung in Madrid wurden 2006 mehr als 73.000 Flüchtlinge in
ihre Heimatländer zurückgebracht.
(Quelle: ap)
Deutschland
CSU will Stoiber zum Rückzug bewegen
Sa.13.01.07 - Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber
kämpft ums politische Überleben. Aus Parteikreisen wurden in
der Nacht zum Samstag Überlegungen bestätigt, Stoiber zu
einer baldigen Übergabe seiner Ämter zu bewegen. Nachfolger
könnten der bayerische Innenminister Günther Beckstein als
Ministerpräsident und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer
als CSU-Vorsitzender werden. Der Wechsel müsse aber gemeinsam mit
Stoiber gestaltet werden, sonst drohe der CSU eine Zerreißprobe.
Stoiber gibt sich bislang jedoch weiter kämpferisch. «Ich
weiß, dass ich im Feuer stehe», sagte der
Ministerpräsident am Freitagabend bei seinem Neujahrsempfang in
München. Aber «wer in der Küche arbeitet, muss auch
Hitze vertragen.» Er wolle etwas tun, dass es wieder abkühle.
Stoiber lud Landtagspräsident Alois Glück und
CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann für Montagvormittag zu
getrennten Gesprächen in die Staatskanzlei ein. Anschließend
will die CSU-Landtagsfraktion auf einer Klausur in Wildbad Kreuth
über das weitere Vorgehen beraten.
Stoiber traf bei dem Neujahrsempfang auch zum ersten Mal seit
Aufdeckung der Bespitzelungsaffäre vor vier Wochen die
Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Beide gaben sich die Hand.
Eine wachsende Zahl von Abgeordneten halte den seit 13 Jahren
regierenden Stoiber nicht mehr für den richtigen Spitzenkandidaten
bei der Landtagswahl 2008, hieß es in CSU-Kreisen. Wann und wie
ein Wechsel erfolge, sei momentan aber noch nicht absehbar. Neben
Beckstein und Seehofer wurden auch noch andere Nachfolge-Kandidaten
genannt.
(Quelle: ap)
Koalition einig über Änderungen an der Gesundheitsreform
Sa.13.01.07 - Die große Koalition hat sich nach langwierigen Verhandlungen auf
neuerliche Korrekturen an der Gesundheitsreform geeinigt: Der Zugang zum
umstrittenen Basistarif in der Privaten Krankenversicherung (PKV) soll
eingeschränkt und eine Versicherungspflicht für alle
eingeführt werden. Dies sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla
Schmidt (SPD). Sie sprach ebenso wie SPD-Chef Kurt Beck von einem
Durchbruch. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bewertete die
Einigung positiv. Ein Regierungssprecher machte deutlich, dass noch
weitere Verhandlngen anstehen.
Die Neuregelung zum PKV-Basistarif sieht nach den Worten von Schmidt
vor, dass die bisher dort Versicherten in der Regel nur für eine
sechsmonatige Übergangszeit von ihrem bisherigen Beitrag in den
preiswerteren Basistarif wechseln können. Versicherte, die neu in
die PKV kommen, haben demgegenüber langfristig die
Wahlmöglichkeit. Zu der von der SPD durchgesetzten
Versicherungspflicht sagte die Ministerin: "Die Verpflichtung für
jeden, sich zu versichern, ist auch der beste Schutz gegen Missbrauch."
Die für Gesundheit zuständigen Vizefraktionschefs der
Koalitionsparteien, Wolfgang Zöller (CSU) und Elke Ferner (SPD),
sprachen übereinstimmend von einem "tragfähigen Kompromiss".
Zöller sagte, die PKV bleibe als Vollversicherung erhalten. Er
zeigte sich zuversichtlich über eine Zustimmung der CSU zu dem
jetzt gefundenen Kompromiss. Ferner bezeichnete die vereinbarte
Pflichtversicherung für alle als "Meilenstein in der
Sozialversicherung".
Merkel sagte, sie sei "sehr optimistisch", dass die Gesundheitsreform
wie geplant zum 1. April im Gesetzesblatt stehen werde. SPD-Chef Beck
sagte: "Diese Gesundheitsreform ist jetzt wirklich politisch über
die Bühne." Innerhalb der Koalition wurden aber auch
Meinungsunterschiede deutlich. SPD-Fraktionschef Peter Struck sprach am
Rande einer Klausursitzung in Brüssel vom "Einstieg in die
Bürgerversicherung". Dazu erklärte Unionsfraktionschef Volker
Kauder (CDU) in Berlin: "Ich rate den Sozialdemokraten, nicht jetzt
schon mit dem Wahlkampf zu beginnen." Die Koalition solle den Kompromiss
"gemeinsam vertreten und nicht parteipolitisch aufladen". Die
Opposition kritisierte die Regelungen scharf.
Der erzielte Kompromiss soll Anfang kommender Woche in den Fraktionen
beraten werden. Die Abstimmung im Bundestag ist für den 2. Februar
vorgesehen. Der Bundesrat will am 16. Februar über die Regelung
abstimmen. Nach einer Zustimmung wäre der Weg frei für das
geplante Inkrafttreten am 1. April.
(Quelle: afp)
CDU will Jugendarbeitslosigkeit bis 2010 komplett beseitigen
Sa.13.01.07 - Die CDU will bei der Klausurtagung ihrer Parteispitze an diesem Samstag
in Bremen der Jugendarbeitslosigkeit den Kampf ansagen. In der
«Bremer Erklärung» des CDU-Vorstands solle das Ziel
festgehalten werden, bis 2010 die Langzeitarbeitslosigkeit von
Jugendlichen ganz zu beseitigen, zitiert die «Rheinische
Post» (Samstagausgabe) aus der Beschlussvorlage. Zudem will die
Partei den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung unter vier Prozent
senken. Ein Zeitraum wird dafür allerdings nicht genannt.
Die CDU-Spitze will dem Bericht zufolge darüber hinaus
ausdrücklich die umstrittenen Beschlüsse des Dresdner
Parteitages bekräftigen. Sie sollen «Schritt für
Schritt» umgesetzt werden, darunter auch der heftig
umkämpfte Antrag des nordrhein-westfälischen
Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU), älteren
Arbeitslosen länger Arbeitslosengeld I zu zahlen.
Zudem will sich die CDU-Spitze nach Informationen der Zeitung in
Zukunft intensiver mit dem Thema «Umweltschutz und Bewahrung der
Schöpfung» befassen. Dazu soll eine Kommission unter Leitung
von Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) ins Leben gerufen
werden.
(Quelle: ddp)
Obst und Gemüse wieder stark mit Pestiziden belastet
Sa.13.01.07 - Mit akut giftigen Pestiziden extrem belastetes Obst und Gemüse hat
Greenpeace jetzt bei erneuten Untersuchungen gefunden. Für Kinder
besteht schon beim einmaligem Verzehr dieser Lebensmittel die Gefahr von
unmittelbaren Gesundheitsschäden. Von den untersuchten 576 Obst-
und Gemüseproben aus dem Angebot der führenden deutschen und
österreichischen Supermärkte überschreiten zwölf
Proben beziehungsweise zwei Prozent die sogenannte Akute Referenzdosis
(ARfD).
Bei Tafeltrauben aus konventionellem Anbau liegen mit sieben von 80
Proben sogar neun Prozent über diesem Alarmwert. Betroffen ist auch
Kopfsalat. Die Pestizidbelastung der konventionell angebauten Ware aus
Spanien, Italien und der Türkei übersteigt die ARfD bis zum
Zweieinhalbfachen. Verkauft haben die Ware Edeka in Dortmund, Dresden
und Frankfurt, Rewe in Berlin und München, Kaufhof in Berlin, Aldi
in Köln, Karstadt in Dresden und Billa (Rewe Österreich) in
Wien.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für
Risikobewertung (BfR) legen den ArfD fest. Nach einer Stellungnahme des
BfR von November 2005 "ist die Überschreitung der ARfD ein
konkretes Indiz für eine mögliche Beeinträchtigung der
menschlichen Gesundheit." Gegen die verantwortlichen Supermarktketten
erstattet Greenpeace Strafanzeige wegen der wiederholten Vermarktung
gesundheitsgefährdender Lebensmittel.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)
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