Nachrichten-Archiv
Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhunderteinunddreißigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Erste zusätzliche US-Soldaten im Irak eingetroffen. Zwei Vertraute
Saddam Husseins in Bagdad gehängt. Irakischer Vizepräsident
kritisiert Hinrichtungen. Deutsche Regierung unterstützt
SPD-Forderung nach einer Irak-Konferenz. Türkische Opposition
fordert Vorbereitung auf Irak-Einmarsch
Di.16.01.07 - Im Rahmen der von US-Präsident George W. Bush angekündigten
Truppenaufstockung sind die ersten Soldaten im Irak eingetroffen. Das
teilte der Befehlshaber der amerikanischen Truppen im Irak, General
George Casey, am Montag mit. Eine genaue Zahl nannte er nicht.
Berichte, in Bagdad seien bereits 4.000 Mann eingetroffen, seien zu
hoch gegriffen, erklärte Casey lediglich. Bush hat in der
vergangenen Woche die Entsendung weiterer 21.500 Soldaten in den Irak
angekündigt, 17.500 davon sollen in der irakischen Hauptstadt
stationiert werden.
Zwei Wochen nach dem irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein sind
auch zwei seiner Vertrauten hingerichtet worden. Saddam Husseins
Halbbruder, der Ex-Geheimdienstchef Barsan el Tikriti, und der ehemalige
Richter Awad el Bandar seien gehängt worden, sagte
Regierungssprecher Ali el Dabbagh. Die Hinrichtung sei in "sehr
würdevoller" Weise vollzogen worden, betonte er mit Blick auf die
Exekution von Saddam Hussein, der kurz vor seinem Tode beleidigt worden
war. Barsan el Tikriti und Awad el Bandar waren wie der Ex-Staatschef
wegen eines Massakers an Schiiten verurteilt worden.
Bei der Exekution um 03.00 Uhr morgens Ortszeit seien Staatsanwalt
Munkith el Farun, ein Richter und ein Arzt anwesend gewesen, sagte
Dabbagh weiter. Zuvor sei den beiden Todeskandidaten das Urteil
vorgelesen worden. Alle Zeugen seien aufgefordert worden, sich bei der
Hinrichtung "mit Würde und Respekt" zu verhalten. Dies hätten
sie auch schriftlich versichern müssen. Es habe keine
Verstöße gegeben.
Bei der Hinrichtung durch den Strang sei der Kopf von Barsan el Tikriti
vom Rumpf getrennt worden, berichtete der Regierungssprecher weiter.
"Das geschieht selten, aber es geschieht", fügte er laut der
offiziellen Übersetzung vom Arabischen ins Englische hinzu. Er
sprach von einem "Akt Gottes". Wo die Hinrichtung stattfand, war nicht
bekannt. Barsan el Tikriti und Awad el Bandar waren wie Saddam Hussein
wegen der Ermordung von 148 Schiiten aus dem Dorf Dudschail in den 80er
Jahren am 5. November zum Tode verurteilt worden.
Das Weiße Haus erklärte, die irakische Regierung lasse
"Gerechtigkeit" gegen diejenigen walten, die wegen "brutaler Verbrechen
gegen die Menschlichkeit" verurteilt worden seien. In der den Schiiten
heiligen Stadt Nadschaf gingen hunderte Menschen zu spontanen
Freudenkundgebungen auf die Straße, wie ein AFP-Reporter
berichtete.
Der irakische Vizepräsident Tarik al Haschemi hat derweil
kritisiert, dass er vor der Hinrichtung von zwei Mitangeklagten Saddam
Husseins nicht konsultiert worden sei. Er und die beiden anderen
Mitglieder des Präsidentenrats hätten darum gebeten, die
Vollstreckung der Todesstrafen zu verschieben, sagte der sunnitische
Politiker am Montag dem britischen Channel 4. Dennoch habe die
Regierung in Bagdad den Geheimdienstchef Barsan Ibrahim und den
früheren Richter Awad Hamed al Bandar hängen lassen.
Er wolle die beiden Verurteilten nicht entschuldigen, sagte Haschemi.
Doch kritisierte er die Art und Weise des Prozesses und wie die Strafen
vollstreckt wurden. Der Sunnit Haschemi ist Generalsekretär der
Irakischen Islamischen Partei. Er gehört mit dem anderen
Vizepräsidenten Adil Abdul Mahdi und Staatschef Dschalal Talabani
dem Präsidentenrat an, alle drei müssten Todesurteile vor
deren Vollstreckung gegenzeichnen.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kritisierte die
Hinrichtungen. "Wir sind prinzipiell gegen die Todesstrafe", sagte
Barroso nach einem Treffen mit Italiens Regierungschef Romano Prodi in
Rom. Dieser äußerte sich ähnlich. Auch das Londoner
Außenministerium bekräftigte, es lehne die Todesstrafe ab. Es
handele sich aber um die Entscheidung der "souveränen" irakischen
Regierung. Die UNO hatte nach der Hinrichtung Saddam Husseins eine
Aussetzung der Hinrichtungen im Irak gefordert.
Die deutsche Regierung hat die SPD-Forderung nach einer
Friedenskonferenz für den Irak im Grundsatz begrüßt. Der
Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, sagte am Montag,
es handle sich prinzipiell um einen richtigen Ansatz. «Wer
würde sich dem entgegen stellen wollen.» Doch sei dabei zu
beachten, dass jeder Friedensprozess seinen Anfang im Irak selbst
nehmen müsse.
Die SPD hatte die neue Irak-Strategie der USA scharf kritisiert und
eine Friedenskonferenz gefordert. «Der amerikanische Weg
führt nicht aus der Krise», sagte der SPD-Vorsitzende Kurt
Beck dem «Spiegel». Der Vorsitzende der Sozialdemokraten im
Europaparlament, Martin Schulz, verlangte: «Statt weitere Truppen
zu schicken, sollte Washington eine internationale Friedenskonferenz
einberufen.»
US-Präsident George W. Bush hatte am Mittwoch in einer
Fernsehansprache die Entsendung von 21.500 zusätzlichen Soldaten in
den Irak angekündigt, die vor allem in Bagdad die Gewalt
eindämmen sollen.
Angesichts der Unterstützung Irans und Syriens für
Aufständische im Irak erklärte der Obmann der Unionsfraktion
im Auswärtigen Ausschuss, Karl Theodor zu Guttenberg, es sei
fraglich, ob die verschärfte Betonung einer militärischen
Drohkulisse diese Aktionen unterbinden könne. Die angestrebte
Verfolgung eingesickerter Unterstützer sei nicht zielführend,
sondern könne zu einer gefährlichen Eskalation im gesamten
Mittleren Osten führen, warnte er. Um der Gewalt im Irak
entgegenzuwirken, bedarf es laut Guttenberg eines breiten
Lösungsansatzes, der Empfehlungen der überparteilichen
Baker-Hamilton-Kommission einschließe. «Dies würde auch
eine Gesprächsbereitschaft der USA mit Iran und Syrien
umfassen», meinte er.
Die Opposition in der Türkei hat die Regierung aufgefordert, eine
Militärintervention im Nachbarland Irak vorzubereiten. Das
Parlament in Ankara müsse zu einer Dringlichkeitssitzung
zusammentreten, um schon jetzt die Erlaubnis für einen
möglichen Truppeneinmarsch zu beschließen, verlangte
Oppositionschef Deniz Baykal nach Zeitungsberichten vom Montag. Die
Regierung könne dabei auf die Unterstützung der Opposition
zählen. Für eine Truppenentsendung ins Ausland ist in der
Türkei die Zustimmung des Parlaments nötig. Eine Antwort der
Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan auf Baykals
Forderung lag zunächst nicht vor.
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 16.01.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertsiebenundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.16.01.06 - US-Armee lässt rund 500 Häflinge aus Gefängnissen im
Irak frei +++ Affäre um mögliche Verwicklung des deutschen
Auslandsgeheimdienstes in den Irak-Krieg: Opposition fordert
Rücktritt von Außenminister Steinmeier...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0601160.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
|
Nahost-Konflikt
Rice kündigt Dreiertreffen mit Olmert und Abbas an.
Palästinensischer Ministerpräsident Hanija wirft Rice
Beschwichtigungspolitik vor
Di.16.01.07 - US-Außenministerin Condoleezza Rice will in einem Dreiertreffen
mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und dem
palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas den
Nahost-Friedensprozesses wiederbeleben. Das Treffen solle «relativ
bald» stattfinden, erklärte Rice auf einer Pressekonferenz
mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak am Montag in
Luxor. Einen konkreten Termin nannte sie nicht.
Rice hatte im Zuge ihrer Nahostreise bereits am Wochenende mit Abbas
und mit dem jordanischen König Abdullah II. gesprochen. Abbas
versicherte sie dabei, dass sie die Rufe der Palästinenser nach
einem stärkeren Engagement der USA im Nahost-Friedensprozess
vernommen habe.
Rice wurde gestern in Ägypten in Saudi-Arabien erwartet.
Dort wollte sie vor allem um Unterstützung für die Regierung
in Bagdad und die amerikanische Irakpolitik werben. Am Dienstag ist ein
Treffen mit den Außenministern von acht arabischen Staaten in
Kuwait geplant. In Medienberichten hieß es schon am Sonntag, die
arabischen Staaten wollten den USA bei der Stabilisierung des Iraks
helfen, wenn Washington den Friedensprozess zwischen Israel und seinen
Nachbarn wieder voranbringe.
Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija hat
US-Außenministerin Condoleezza Rice vorgeworfen, gegenüber
seinem Volk eine Beschwichtigungspolitik zu betreiben. Rice verfolge
eine «gefährliche Vision», sagte Hanija am Montag.
Rice wolle die Palästinenser mit Hoffnungen
«beruhigen», während sie in Wirklichkeit israelischen
Interessen diene, sagte Hanija weiter. Offensichtlich wolle die
US-Regierung keinen Druck auf Israel ausüben, den
Palästinensern tatsächlich Zugeständnisse zu machen.
Die israelische Regierung treibt unterdessen aber den Ausbau der
jüdischen Siedlungen im Westjordanland ungeachtet der Kritik aus
den USA weiter voran. In einer am Montag in israelischen Zeitungen
geschalteten Anzeige wurden Bauunternehmen gesucht, die 44 neue
Häuser in der Siedlung Maaleh Adumin in der Nähe von Jerusalem
bauen sollen. Ein Stopp des Siedlungsbaus im Westjordanland gilt als
Grundlage für jede Friedensregelung zwischen Israel und den
Palästinensern.
(Quelle: ap)
US-Verteidigungsminister Gates übt scharfe Kritik am Iran
Di.16.01.07 - US-Verteidigungsminister Robert Gates hat die geplante Stationierung
von «Patriot»-Raketen am Persischen Golf als Botschaft
«an alle Golfstaaten» bezeichnet. Bei seinem Antrittsbesuch
im NATO-Hauptquartier in Brüssel am Montag übte Gates zugleich
scharfe Kritik an der iranischen Regierung. «Die Iraner meinen
offenkundig, dass wir im Irak gebunden sind, dass die Initiative bei
ihnen liegt und dass sie in einer Position sind, uns auf vielfache
Weise unter Druck zu setzen», sagte Gates.
Mit der für Februar geplanten Stationierung der
«Patriot»-Abfangraketen sowie der Entsendung eines
US-Flugzeugträgers in den Persischen Golf bekräftigten die USA
ihr strategisches Interesse an der Region, sagte Gates. «Wir
bekräftigen die Bedeutung der Golfregion für die USA und
unsere Entschlossenheit, in diesem Gebiet noch für lange Zeit eine
starke Kraft zu bleiben.» Viele Beobachter interpretierten die von
US-Präsident George W. Bush angekündigte Entsendung des
Flugzeugträgers als Drohung an den Iran. Das Land steht im Westen
unter Verdacht, ein Atomwaffenprogramm anzustreben.
Eine Grundlage für einen Dialog mit dem Iran, wie ihn eine
Expertengruppe um den ehemaligen US-Außenminister James Baker
empfohlen hat, sehe er derzeit nicht, sagte Gates. «Sie (die
Iraner) tun im Moment nichts, um im Irak konstruktiv zu sein.
Außerdem haben sie die Bemühungen der Hisbollah
unterstützt, einen neuen Konflikt im Libanon anzuzetteln.»
Besorgt zeigte sich Gates auch über die Lage in Afghanistan. Es
gebe «einige Hinweise, dass die Taliban die Gewalt im Jahr 2007
verstärken wollen». Dies müsse verhindert werden:
«Ein Erfolg in Afghanistan ist unsere höchste
Priorität». Notwendig seien dafür auch verstärkte
Anstrengungen beim Wiederaufbau des Landes. «Es gibt kein
Entweder-Oder. Unsere Unterstützung für die Regierung (in
Afghanistan) muss sowohl eine militärische als auch eine zivile
Komponente haben», sagte Gates. Deutschland und andere
NATO-Partner dringen seit Monaten darauf, dass die USA ihr Engagement
für den Wiederaufbau in Afghanistan verstärken. Es wurde
erwartet, dass Gates von Brüssel aus direkt nach Afghanistan
weiterreist.
(Quelle: ap)
China importierte 2006 erneut so viel Erdöl wie nie zuvor
Di.16.01.07 - China hat im vergangenen Jahr erneut so viel Öl importiert wie
noch nie zuvor. Im Jahr 2006 führte das Land 145,2 Millionen Tonnen
Erdöl aus dem Ausland ein, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie
die chinesische Staatspresse am Montag berichtete. China importierte
außerdem 36,4 Millionen Tonnen an Ölprodukten, 15,7 Prozent
mehr als 2005. Insgesamt gab das Land vergangenes Jahr 81,9 Milliarden
Dollar (63,5 Milliarden Euro) für seine Ölimporte aus und
bezahlte damit 15,2 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr.
(Quelle: afp)
Südostasien will mehr in erneuerbare Energien investieren
Di.16.01.07 - Die südostasiatischen Staaten wollen in Zukunft mehr in
erneuerbare Energien investieren und weniger von konventionellen
Brennstoffen abhängig sein. Auf ein entsprechendes Abkommen
einigten sich am Montag die zehn ASEAN-Staaten und sechs weitere
Länder des asiatisch-pazifischen Raums. Die Investitionen in
erneuerbare Energien seien notwendig, um nachhaltiges
Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, hieß
es in der auf den Philippinen unterzeichneten so genannten
Cebu-Erklärung.
Die Unterzeichner des Papiers riefen zu einer Verbesserung der
Energieeffizienz und einer Verringerung der Abhängigkeit von
fossilen Brennstoffen auf. Auch weitere Investitionen in die Atomkraft
wurden befürwortet. Die Staaten sprachen sich ferner für eine
Reduzierung von Treibhausgasen aus und zeigten sich besorgt über
den Atomtest Nordkoreas im Oktober. Sie äußerten ihre
Unterstützung für die Sechs-Parteien-Gespräche über
das nordkoreanische Nuklearprogramm.
Neben den zehn Staaten der Südostasiatische Staatengemeinschaft
(ASEAN) nahmen an dem Treffen die so genannten regionalen Dialogpartner
Australien, Neuseeland, Indien, Japan, China und Südkorea teil. Am
Sonntag hatte die ASEAN ihr Gipfeltreffen in Cebu beendet. Die
Staatengemeinschaft einigte sich dabei auf eine engere politische
Zusammenarbeit, die Schaffung einer regionalen Freihandelszone bis 2015
sowie einen verschärften Kampf gegen den Terrorismus und die Armut.
(Quelle: ap)
EU-Staaten für rasche Öffnung der Grenzen für Einwanderer
Di.16.01.07 - Die 27 EU-Staaten streben eine rasche Öffnung ihrer Grenzen
für legale Zuwanderer an. Damit wollen sie dem Einwanderungsdruck
vor allem aus Afrika ein Ventil geben.
«Man muss auch einen legalen Zugang zum Arbeitsmarkt
anbieten», sagte Deutschlands Bundesinnenminister Wolfgang
Schäuble (CDU) nach intensiven Beratungen mit seinen
europäischen Amtskollegen am Montagabend in Dresden. Die Minister
seien sich einig in der Absicht, «in den nächsten Monaten
sehr konkret voranzukommen».
EU-Justizkommissar Franco Frattini sprach von einem «sehr
strikten Zeitplan», den der EU-Gipfel im Dezember vorgegeben
habe. Er wolle «ohne vorheriges volles Mandat des Rates»
mit ein oder zwei Ländern in Afrika über
Partnerschaftsabkommen verhandeln. Frattini denkt an Länder
südlich der Sahara wie «Mali, Senegal, Gambia, Mauretanien
und andere». Voraussetzung für Abkommen ist aber, dass
interessierte EU-Staaten ihre Quoten für Einwanderer nach
Brüssel melden.
Der neue Ansatz sei im Rat auf breite Zustimmung gestoßen,
versicherte Schäuble. Der luxemburgische Ressortchef Luc Frieden
etwa erklärte: «Ich bin schon sehr dafür, dass wir uns
verstärkt bemühen, Regeln für die legale Einwanderung zu
finden, die natürlich immer den Notwendigkeiten der nationalen
Arbeitsmärkte entsprechen muss.» Frattini denkt daran, den
Kandidaten für einen Job auf Zeit in der EU auch Sprachkurse und
Ausbildungen anzubieten.
Zugleich wollen die EU-Staaten den Kampf gegen illegale Einwanderer
verstärken. Italiens Innenminister Giuliano Amato warb in Dresden
um rasche Hilfe der EU für Südeuropa wegen des andauernden
Flüchtlingsproblems. Amato bekräftigte eine Forderung
Frattinis an alle EU-Staaten, bis April genug Hubschrauber und
Flugzeuge sowie Schiffe und andere Ausrüstungen zur Kontrolle der
Seegrenzen bereitzustellen. Schäuble bot an, Grenzschützer zu
entsenden, sobald die notwendigen Regelungen getroffen seien.
Amnesty International forderte die EU auf, beim geplanten Abkommen mit
Marokko über die Rückführung von Flüchtlingen auf
Garantien für die Einhaltung der Menschenrechte zu pochen. Die EU
habe allen Anlass, ihre Strategie zur Abwehr irregulärer
Einwanderung in Zusammenarbeit mit Anrainerstaaten generell auf den
Prüfstand zu stellen, sagte der Amnesty-Asylexperte Wolfgang Grenz.
Breite Zustimmung erfuhr die deutsche EU-Ratspräsidentschaft beim
ersten Ratstreffen ihres Vorsitz-Halbjahres zu ihren praktischen
Vorschlägen in der Innen- und Justizpolitik. Beim Erb- und beim
Scheidungsrecht streben die EU-Staaten demnach bürgernahe
Vereinfachungen an. Auf der Jagd nach Kriminellen will die EU den
Austausch einschlägiger Daten massiv ausweiten.
Frattini betonte, die Minister und die Mehrheit der Bürger seien
sich in diesen Fragen einig: «Deshalb bin ich sehr optimistisch,
auch wenn es in einigen Fragen noch Meinungsverschiedenheiten
gibt.» Schäuble will den so genannten Vertrag von Prüm
zum Austausch von Fingerabdrücken und DNA-Daten sowie Angaben zu
Kraftfahrzeugen noch vor Ende Juni in EU-Recht übernehmen:
«Ich hoffe, dass wir das schaffen können.»
Die 27 EU-Staaten wollen auch Scheidungen und Erbschaften über die
Grenzen hinweg vereinfachen. Nur in Details gingen die Meinungen noch
auseinander, sagte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD). Zypries
zufolge soll es einheitliche Kriterien geben, welches Gericht für
eine Rechtssache zuständig ist und welches Recht angewandt werden
soll. Bisher sei das bei Scheidungen völlig offen. Ehepartner
könnten dies nicht einmal im Ehevertrag vorab festlegen.
(Quelle: dpa)
Europas Industrie soll deutlich mehr für Forschung ausgeben
Di.16.01.07 - Die deutsche Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat die
Unternehmen in Deutschland und in der EU zu deutlich höheren
Forschungsanstrengungen aufgerufen, um die Lücke zu den USA zu
schließen. Bei der Auftaktveranstaltung für das 7.
EU-Forschungsrahmenprogramm sagte sie am Montag in Bonn, die Differenz
zwischen den Forschungsausgaben der Unternehmen in den USA und Europa
betrage 480 Milliarden Euro zu Ungunsten der Europäer.
Nötig seien deshalb nicht allein eine Aufstockung der staatlichen
Forschungsbudgets, sondern auch Innovationsstrategien, die ein deutlich
höheres Investitionsvolumen seitens der Unternehmen
ermöglichten, erklärte Schavan. Ohne ein stärkeres
Engagement der Industrie sei das von 15 EU-Staaten vereinbarte Ziel, bis
2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und
Entwicklung auszugeben, nicht zu erreichen. Bei anhaltend positiver
Wirtschaftsentwicklung werde auch die Bundesregierung den bereits
beschlossenen Mehrbetrag von sechs Milliarden Euro im Budget nochmals
aufstocken müssen.
Mit dem neuen Rahmenprogramm habe die EU das weltweit größte
Programm zur Forschungsförderung aufgelegt, betonte Schavan. Bis
Ende 2013 steht ein Gesamtbudget von 54,4 Milliarden Euro zur
Verfügung, das sind 57 Prozent mehr als im Zeitraum 2002 bis 2006.
«Wissenschaft und Forschung haben in Europa jetzt die oberste
Priorität», betonte Schavan. Das sei «unverzichtbar, um
die Wettbewerbsfähigkeit Europas und damit unseren künftigen
Wohlstand zu sichern». Zudem werde auch die Forschung in
Deutschland aus dem Programm wichtige Impulse erfahren.
Erstmals ist in dem EU-Förderprogramm auch eine Milliarde Euro
für Grundlagenforschung vorgesehen, über deren Vergabe die
Wissenschaft großenteils selbst entscheiden soll. Damit schlage
die EU ein neues Kapitel in der Forschungspolitik auf, erklärte
Schavan. Erster Generalsekretär des dafür geschaffenen
Europäischen Forschungsrates (ERC) ist der langjährige
Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ernst-Ludwig
Winnacker.
EU-Forschungskommissar Janez Potocnik warb für mehr
europäische Kooperation in Forschung und Entwicklung. Es sei bei
der Forschung «wie in jedem Teamsport: Wir gewinnen zusammen und
wir verlieren zusammen». Potocnik warb für die Schaffung
eines organisierten «Europäischen Forschungsbereichs».
Wissenschaftler beklagten sich über die Zersplitterung der
Forschungsanstrengungen in Europa, aber auch über
Doppelanstrengungen. Die EU wolle noch in diesem Jahr Vorschläge
vorlegen. Ziel müssten die «Vereinigten Forschungsstaaten von
Europa» sein.
(Quelle: ap)
Richter bestätigen Kopftuch-Verbot in Bayern
Di.16.01.07 - In Bayern dürfen muslimische Lehrerinnen auch künftig kein
Kopftuch in der Schule tragen. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof in
München wies eine Popularklage der Islamischen
Religionsgemeinschaft gegen das entsprechende bayerische Gesetz ab.
Die Glaubens- und Religionsfreiheit sei ebenso wie der
Gleichheitsgrundsatz nicht verletzt, sagte der Präsident des
Verfassungsgerichtshofs, Karl Huber. Das Gericht habe aber nicht konkret
über das Kopftuch entschieden, das obliege den Fachgerichten. In
dem Gesetz ist das Kopftuch nicht explizit erwähnt. Die
Kläger wollen nun mit Einzelklagen bis vors
Bundesverfassungsgericht ziehen.
Huber sagte in seiner Urteilsbegründung, grundsätzlich
könne der Gesetzgeber Lehrern das Tragen von Kleidung verbieten,
die eine religiöse und weltanschauliche Überzeugung
ausdrücke. Die Regelung greife zwar in die Religionsfreiheit ein.
Der Gesetzgeber könne aber der Vermittlung der
verfassungsrechtlichen Grundwerte im Interesse der Schüler und
Eltern das größere Gewicht beimessen. Das muslimische
Kopftuch könne dabei als Ausdruck einer Haltung verstanden werden,
die mit den christlich-abendländischen Werten nicht vereinbar sei.
Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) begrüßte
das Urteil. «Wir sind in einem christlichen Land mit einer
christlich abendländischen Prägung, und das hat auch das
Gericht ausdrücklich festgestellt.» Das Kopftuch könne
als Symbol der Unterdrückung ausgelegt werden. «Bei der
Nonnentracht ist das sicher nicht der Fall.» Der rechtspolitische
Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Franz Schindler, sagte, das Gericht
habe offen gelassen, ob das Kopftuch unter die Regelung falle.
«Das politische Problem ist nach wie vor ungelöst.»
Kläger-Anwalt Jürgen Weyer sagte, das Thema sei noch nicht
vom Tisch. Die letzte Entscheidung treffe das Bundesverfassungsgericht.
Dessen Forderung nach Gleichbehandlung «ist nicht Genüge
getan, wenn ein Kopftuch verboten wird, während andere
religiöse Symbole zugelassen werden.» Die
Religionsgemeinschaft werde Lehrerinnen beim Gang vor die
Verwaltungsgerichte bis hin nach Karlsruhe unterstützen.
Die in Berlin ansässige Islamische Religionsgemeinschaft hatte
beantragt, das seit 2005 geltende Gesetz als verfassungswidrig
aufzuheben. Es beeinträchtige die Religionsfreiheit der Muslime
massiv. Auch sei der Gleichheitsgrundsatz verletzt, weil das Kopftuch
verboten sei, die Ordenstracht von Nonnen an Bayerns Schulen aber nicht.
Landtag und Staatsregierung argumentierten, eine Lehrerin mit Kopftuch
könne die verfassungsmäßigen Bildungs- und
Erziehungsziele und hier vor allem die Gleichberechtigung nicht
glaubhaft vermitteln.
(Quelle: dpa)
Krankenstand 2006 erneut gefallen
Di.16.01.07 - Die Arbeitnehmer in Deutschland melden sich immer seltener krank. Im
vergangenen Jahr lag der Krankenstand bei 3,29 Prozent und sank damit
weiter. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Montag diese
von der Zeitung «Die Welt» genannte vorläufige Zahl,
wonach die durchschnittliche Fehlzeit der Beschäftigten bei 7,2
Tagen lag.
2005 betrug der Krankenstand 3,66 Prozent der Sollarbeitszeit, nachdem
die ursprüngliche Schätzung zunächst bei 3,3 Prozent lag.
Anschließend wurden allerdings dem Ministerium zufolge noch die
Bezieher von Arbeitslosengeld II herausgerechnet. 2004 lag der
Krankenstand bei 3,38 Prozent. Die Statistik des Ministeriums umfasst
die Krankenstände der Arbeitnehmer aller gesetzlichen Krankenkassen.
Damit wäre 2006 die Krankenstandsquote in Deutschland auf dem
niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Im Westen hätte sie
das niedrigste Niveau seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr
1970 erreicht. Arbeitsmarktexperten nennen laut «Welt» als
einen wichtigen Grund für das Rekordtief die Angst der
Arbeitnehmer, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit den Job zu verlieren.
Insgesamt seien die Krankenstände in den Betrieben in den
vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zurückgegangen
(1997: 4,19 Prozent der Sollarbeitszeit), schreibt die Zeitung.
Mit den aktuellen Zahlen bestätigt sich ein langfristiger Trend:
In den 70er Jahren lag der Krankenstand noch über 5 Prozent. Bis
Ende der 90er Jahre sank die Zahl auf Werte knapp über der
4-Prozent-Marke, die im Jahr 2003 erstmals unterschritten wurde.
Der endgültige Wert für 2006 wird laut Ministerium Ende
Februar oder Anfang März vorliegen. Ministeriumssprecher Klaus
Vater erläuterte, für die endgültigen Zahlen würden
noch kalendarische und andere Abweichungen berechnet.
(Quelle: dpa)
Wissenschaft>
Krebsmittel aus dem Hühnerei
Di.16.01.07 - Krebsmittel könnten künftig Kosten sparend aus
Hühnereiern produziert werden. Forscher am britischen
Roslin-Institut bei Edinburgh haben Legehennen gentechnisch so
verändert, dass sie begehrte Arzneistoffe im Eiweiß
herstellen.
Die Gen-Hennen legen Eier mit Proteinen, die etwa gegen Hautkrebs oder
Viren eingesetzt werden könnten und bislang aufwendig im Labor
produziert werden müssen. Bis die Gen-Hühner für die
Arzneimittelherstellung genutzt werden können, dürften aber
noch wenigstens fünf bis zehn Jahre vergehen, berichten die
Forscher um Helen Sang in den «Proceedings» der US-Akademie
der Wissenschaften («PNAS»; online vorab
veröffentlicht).
Die Idee, Tiere als «Biofabriken» zu nutzen, ist nicht neu.
In anderen Laboren wurden bereits Kühe, Schafe und Ziegen
gezüchtet, die Eiweißstoffe und Moleküle für die
Medizin in ihrer Milch liefern. Sang weist jedoch darauf hin, dass
Hühnereier schneller und leichter zu produzieren und
pharmakologisch zu nutzen sind als etwa Kuhmilch.
Die Forscherin arbeitet seit 15 Jahren an dem Projekt und hat bisher
500 genetisch modifizierte Hühner gezüchtet. Ihre Gruppe
schleuste in das Gen für Ovalbumin, das mehr als die Hälfte
des Eiweißes ausmacht, etwa die Bauanleitung für das Protein
miR24 ein, einen Antikörper mit Potenzial für die
Hautkrebsbehandlung. Andere Hühner produzieren das Protein
Interferon-Beta-1a, das die Vermehrung von Viren im Körper eines
Patienten bremst.
Am Roslin Institut war vor zehn das Klon-Schaf Dolly entstanden. Der
ehemalige Chef von Sangs Gruppe, Ian Wilmut, der als einer der
Schöpfer des Klonschafs gilt, hat die Arbeit von Sangs Team selbst
bei «PNAS» eingereicht. Er habe aber keinerlei Vorteile von
der Veröffentlichung, betont Wilmut in der üblichen
Erklärung zu Interessenkonflikten in «PNAS».
(Quelle: dpa)
Technik
Tipps für das ideale Heimkino-Erlebnis mit dem Beamer
Di.16.01.07 - Das unvergessliche Heimkino-Erlebnis mit einem Beamer hängt nicht
zu 100 Prozent an der Bildqualität des Gerätes. Wichtig ist
vielmehr die gesamte Umgebung: die Projektionsfläche ebenso wie der
Ton, die Beamer-Technik sowie die ideale Justierung der kompletten
Einrichtung. Darauf hat das Fachmagazin "Chip Online" nach einem Test
erschwinglicher Heimkino-Projektoren für den Hausgebrauch
hingewiesen.
Eine weiße Wand als Projektionsfläche ist nur dann sinnvoll,
wenn das Heimkino-Ereignis nicht unbedingt perfekt zu sein hat. Wer
jedoch perfekte Kinoatmosphäre in sein Wohnzimmer zaubern
möchte, kann zum Beispiel große, kunststoffbeschichtete
Rollos aus dem Möbelhaus nehmen. Noch besser wirken nach Ansicht
der Experten jedoch Leichtstoffplatten aus dem Papierfachhandel.
Professionell wäre eine richtige Leinwand im Metallgehäuse.
Solche mit zwei Meter Breite und 16:9-Format gibt es im Internet ab 300
Euro.
Wichtig für das ideale Heimkino-Erlebnis ist auch ein guter Ton
und damit ein ordentliches Surround-System. Die preisgünstigste
Lösung wären entsprechende Lautsprecher-Systeme für den
PC, über den der Beamer geschaltet ist. Die gibt es im Internet
schon ab 35 Euro zu kaufen, zum Beispiel das "Teac XL-20". Sehr gute
Surround-Systeme wie etwa das "Gigaworks-T20-Set" mit Subwoofer von
Creative kosten 100 bis 120 Euro.
Wesentlich für das perfekte Heimkino-Erlebnis ist auch die
optimale Feinabstimmung zwischen den einzelnen visuellen Komponenten.
Mit entsprechender Kalibrierungs-Software wie zum Beispiel "Spider 2Pro"
von Colorvision können Anwender alle wichtigen Bildeinstellungen
wie zum Beispiel Schärfe, Helligkeit, Kontrast und Sättigung
Schritt für Schritt vorab justieren.
Die Technik des Beamers ist für die ideale Darstellung von
Kinobildern ebenso von Bedeutung. Die beiden Darstellungs-Technologien
LCD und DLP, die für die Hardware in der Regel verwendet werden,
haben jedoch jeweils ihre Vor- und Nachteile für das menschliche
Auge. Grundsätzlich besteht jedoch Einigkeit darüber, dass
LCD-Projektoren besser für bewegte Bilder geeignet sind,
DLP-Projektor hingegen eher für die Präsentation von
Standbildern. Es gibt aber auch so genannte Crossover-Projektoren, die
für beides gut herangezogen werden können. In dieser Kategorie
empfehlen die Experten den rund 1 000 Euro teuren "NEC VT59" sowie den
etwa gleich teuren "Hitachi CP-X1". Wer mit dem Beamer nur Filme im
Heimkino betrachten möchte, ist mit einem puren LCD-Gerät
besser dran. Hier hinterlassen gegenwärtig der "Panasonic
PT-AX100E" (rund 1 300 Euro) und der "Acer PH730" (rund 1 400 Euro) den
besten Eindruck.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)