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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertvierunddreißigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
US-Senatoren machen gegen Bushs Irak-Pläne mobil. Iraks
Ministerpräsident macht USA Vorwürfe. Teheran will Iraks
Sicherheitskräfte im Antiterrorkampf unterstützen. Etwa 20
Tote bei Anschlägen in Bagdad. US-Rechnungsprüfer stellt
Irak-Wiederaufbau schlechtes Zeugnis aus
Fr.19.01.07 - Im US-Kongress wächst der Widerstand gegen die von Präsident
George W. Bush angekündigte Truppenaufstockung im Irak. Der
Republikaner Chuck Hagel brachte gemeinsam mit zwei demokratischen
Kollegen einen Resolutionsentwurf im Senat ein, der die geplante
Truppen-Verstärkung verurteilt. Der demokratische Senator
Christopher Dodd brachte eine Vorlage ein, nach der der Kongress
künftig jede Truppenaufstockung bewilligen muss.
Hagel brachte den Resolutionsentwurf gemeinsam mit den Demokraten Carl
Levin und Joseph Biden ein. In dem Text heißt es, die geplante
Truppenaufstockung sei "nicht im nationalen Interesse der Vereinigten
Staaten". Die drei Senatoren fordern das Weiße Haus auf, "in einem
angemessenen Zeitrahmen der irakischen Regierung die Verantwortung
für die innere Sicherheit" zu übertragen.
Nach Senator Dodds Vorstellungen würde die Zahl der US-Soldaten im
Irak auf 130.000 begrenzt. Derzeit haben die USA rund 132.000 Soldaten
im Irak stationiert. Bush will weitere 21.500 schicken. Sein Sprecher
Tony Snow wies beide Textvorlagen zurück. Dem Präsidenten und
Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Kriegszeiten die Hände zu
binden sei ein "ziemlich extremer Schritt", sagte er.
Iraks Regierungschef Nuri el Maliki sagte laut der britischen Zeitung
"Times", wenn die USA die irakischen Streitkräfte besser
ausrüsteten und mehr Waffen lieferten, könnten sie ihre
Truppen innerhalb der kommenden drei bis sechs Monate beträchtlich
reduzieren. Die USA haben die Lieferung von Waffen an irakische Truppen
stark eingeschränkt, da sie davon ausgehen, dass viele der Waffen
bei Milizen und Aufständischen landen.
Maliki sagte laut der Zeitung "Corriere della Sera" weiter, Bush sei
nach dem Wahlsieg der Demokraten "so schwach wie nie zuvor". Er habe den
Eindruck, nicht seine Regierung in Bagdad, sondern diejenige in
Washington sei "am Ende". Offenbar reagierte Maliki auf
Äußerungen Bushs, der am Dienstag mit Blick auf die Art der
Hinrichtung Saddam Husseins gesagt hatte, der irakischen Regierung fehle
es noch "an einer gewissen Reife".
Der iranische Botschafter in Bagdad, Hassan Kasemi, hat die Hilfe
seines Landes bei der Ausbildung und Ausrüstung der irakischen
Sicherheitskräfte "zum Kampf gegen den Terrorismus" angeboten.
Teheran wolle zur Stabilität des Irak beitragen, weil die dortige
unsichere Lage nur dazu führe, dass ausländische Truppen
länger in dem Nachbarland blieben, sagte Kasemi am Donnerstag nach
Gesprächen mit dem irakischen Außenminister Hoschjar Sebari
in Bagdad. Vorwürfe der USA, der Iran unterstütze schiitische
Milizen im Irak mit Waffen und Sprengstoff, wies der Diplomat
zurück. Er forderte Beweise dafür, dass sein Land "auf eine
Destabilisierung" des Nachbarn hinarbeite.
Neue Bombenanschläge im Irak haben am Donnerstagmorgen etwa 20
Menschen in den Tod gerissen. Vor einem Gemüsemarkt im
überwiegend sunnitischen Bagdader Stadtteil Dora gingen im Abstand
von wenigen Minuten drei Autobomben hoch. Dabei kamen nach
Polizeiangaben mindestens zehn Menschen ums Leben, 30 wurden verletzt.
Ein weiterer Sprengsatz explodierte mitten im morgendlichen
Berufsverkehr im Zentrum der irakischen Hauptstadt. Dort wurden vier
Menschen getötet und elf verletzt. Vier weitere Personen darunter,
vier Polizisten, kamen bei der Detonation einer Autobombe neben einer
irakischen Polizeipatrouille ums Leben. Außerdem kam es zu
weiteren kleineren Anschlägen in Bagdad sowie in anderen
Landesteilen.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki gab bekannt, dass
in den vergangenen Wochen mehr als 400 Kämpfer der schiitischen
Mahdi-Miliz verhaftet worden seien. Es war das erste Mal, dass der
Regierungschef detailliert über das Vorgehen der
Sicherheitskräfte gegen die Miliz des radikalen Predigers Muktada
al Sadr berichtete. Beobachtern zufolge wollte er damit Vorwürfen
begegnen, die von Schiiten dominierte Regierung unternehme nichts gegen
schiitische Extremisten.
Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte die irakische Regierung
unterdessen auf, sich um den Schutz von Journalisten zu kümmern.
Seit dem vergangenen Freitag seien sechs Mitarbeiter von Zeitungen im
Irak getötet worden, darunter vier Mitarbeiter der regierungsnahen
irakischen Zeitung «Al-Sabah». Zwei von ihnen seien von
Extremisten enthauptet worden.
Die Arabische Liga verurteilte den Anschlag auf die
Mustansirija-Universität vom vergangenen Dienstag, bei dem 70
Menschen ums Leben gekommen waren. In einer am Sitz der Liga in Kairo
veröffentlichten Erklärung hieß es, der feige Anschlag
sei von Kräften verübt worden, die das Land vernichten
wollten, «indem sie die Elite des Volkes angreifen».
Missmanagement und stümperhafte Haushaltsplanung verzögern
nach Einschätzung von US-Rechnungsprüfern den Wiederaufbau im
Irak. Versäumnisse und Fehlplanungen der irakischen Regierung
hätten dazu geführt, dass mehr als sechs Milliarden Dollar
nicht wie vorgesehen in Infrastruktur- und Wiederaufbauprojekte
investiert worden seien, sagte der Präsident des
US-Rechnungshofes, David Walker, am Donnerstag vor einem
Kongressausschuss in Washington. So habe etwa das Ölministerium
nur vier Millionen von 3,6 Milliarden Dollar abgerufen, die für
die Instandsetzung des Ölsektors bereitsgestellt worden waren.
(Quellen: afp, dpa, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 19.01.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Nahost-Konflikt
Israel hält Nahost-Frieden in zwei Jahren für möglich.
Millionenbetrag für Absicherung von Häusern nahe dem
Gazastreifen
Fr.19.01.07 - Ein Friedensvertrag zwischen Israel und den Palästinensern
könnte nach Ansicht des stellvertretenden israelischen
Verteidigungsministers Ephraim Sneh binnen zwei Jahren abgeschlossen
werden. Diese Zeit würde bei gutem Willen beider Seiten für
ein detailliertes Abkommen ausreichen, sagte der Politiker der
Arbeitspartei am Mittwochabend bei einem Vortrag an der Hochschule von
Netanja. Es war das erste Mal, dass ein ranghoher israelischer Politiker
einen so klaren Zeitplan in Aussicht stellte.
Sneh schlug vor, etwa sechs Monate lang über Grundsatzfragen zu
verhandeln. Anschließend seien dann Detailfragen eines
Friedensvertrags einschließlich aller Fragen zu dessen Umsetzung
zu klären. Am Ende dieses Prozesses müsse die Gründung
eines palästinensischen Staates stehen. Der Zeitpunkt für
Verhandlungen sei jetzt günstig, weil gemäßigte
arabische Staaten ebenfalls für eine Lösung des
israelisch-palästinensischen Konflikts einträten. Deshalb
sollte man die Gunst der Stunden sehr schnell nutzen, forderte Sneh.
Ein palästinensischer Staat wurde im Friedensplan des
Nahost-Quartetts, der so genannten Roadmap, bereits für Ende 2005
anvisiert. Beide Seiten kamen ihren Verpflichtungen jedoch nicht nach,
so dass keine Fortschritte erzielt wurden.
US-Außenministerin Condoleezza Rice hat ein Treffen des
Nahost-Quartetts für den 2. Februar in Washington vorgeschlagen.
Darüber beriet sie am Donnerstag in Berlin mit der deutschen
Bundeskanzlerin Angela Merkel. Diese bekräftigte als derzeitige
EU-Ratsvorsitzende die Bereitschaft der Europäischen Union, im
Rahmen des Quartetts einen Beitrag zur Lösung des
israelisch-palästinensischen Konflikts zu leisten. Dem
Nahost-Quartett gehören neben der EU und den USA noch die Vereinten
Nationen und Russland an. Nach dessen Zusammenkunft plant Rice ein
gemeinsames Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud
Olmert und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, um
den Friedensprozess weiter voranzutreiben.
Bei einer Schießerei mit israelischen Soldaten in der Stadt
Nablus wurde am Donnerstagmorgen ein Palästinenser getötet.
Nach Angaben von Polizisten im Westjordanland handelte es sich um einen
33-jährigen Aktivisten der Fatah, der Partei von Präsident
Mahmud Abbas.
Die israelische Regierung gibt 300 Millionen Schekel (rund 47 Millionen
Euro) für die Absicherung von Häusern frei, die am Rande des
Gazastreifens stehen und häufig Ziel palästinensischer
Raketenangriffe sind. Ministerpräsident Ehud Olmert habe dies bei
einem Treffen mit Bürgermeistern der betroffenen Orte beschlossen,
teilte die Regierung am Donnerstag mit. Insbesondere die Stadt Sderot
mit 20.000 Einwohnern ist seit Jahren Ziel von Raketenangriffen
radikaler Palästinenser. Dabei starben seit Beginn der zweiten
Intifada sechs Menschen.
(Quellen: ap, afp)
ElBaradei fürchtet Eskalation des Iran-Konflikts durch Sanktionen
Fr.19.01.07 - Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
fürchtet eine Eskalation des Iran-Konflikts durch internationale
Sanktionen. «Strafmaßnahmen könnten die Situation auf
beiden Seiten anheizen», sagte Mohammed ElBaradei am Donnerstag in
Paris. Der Friedensnobelpreisträger forderte eine Wiederaufnahme
der Verhandlungen mit dem Iran und zeigte sich aufgeschlossen
gegenüber der Absicht der französischen Regierung, einen
Sondergesandten nach Teheran zu schicken: «Ich würde jede
Anstrengung von jeder Seite unterstützen.»
Der UN-Sicherheitsrat beschloss im Dezember begrenzte Sanktionen gegen
den Iran, weil die Regierung ihr Programm zur Urananreicherung nicht
aussetzt. Die Verhandlungen liegen seitdem auf Eis. Derzeit verschanze
sich jede Seite in ihren Stellungen, sagte ElBaradei. «Wir
brauchen jemanden, der sich ausstreckt.»
Paris will einen hohen Diplomaten - möglicherweise
Außenminister Philippe Douste-Blazy - in den Iran entsenden. Im
Mittelpunkt soll der Nahost-Konflikt und die Libanon-Krise stehen. Man
warte vor einer Entscheidung aber auf ein Signal zur
Verhandlungsbereitschaft Teherans, verlautete aus dem
Präsidentenbüro und dem Außenministerium.
(Quelle: ap)
UNO setzt erstmals reine Frauen-Einheit zur Friedenssicherung ein
Fr.19.01.07 - Ein hartes Kampftraining liegt hinter ihnen, jetzt bereiten sich 125
indische Elite-Polizistinnen auf ihre Abreise nach Liberia vor. Als
erste reine Frauen-Einheit der Vereinten Nationen sollen sie ab Sonntag
mindestens sechs Monate lang zur Friedenssicherung in dem
westafrikanischen Land beitragen. Obwohl sie im eigenen Land an
Krisenschauplätzen wie Kaschmir Erfahrungen sammelten, sind sich
die Frauen der Schwierigkeit ihres Einsatzes bewusst: "Wir wissen, dass
es hart wird. Wir wissen, dass es Opfer geben kann", sagte die
Bataillonsführerin Seema Dhundia am Donnerstag während der
Zeremonie zum Abschluss der Ausbildung auf dem Paradeplatz von Wazirabad
bei Neu Delhi. Aber die 23 bis 40 Jahre alten Polizistinnen seien "gut
ausgebildet" und wüssten, was sie zu tun hätten.
(Quelle: afp)
Orkan 'Kyrill' wütet über Europa -
Bahn-Verkehr in Deutschland zusammengebrochen
Fr.19.01.07 - Das Orkantief "Kyrill" hat am Donnertsag in Deutschland und Europa
schwere Schäden angerichtet und mindestens 25 Menschen
getötet. In Deutschland starben sechs Menschen, neunzehn weitere
Menschen kamen bis zum Abend in Großbritannien, Frankreich,
Tschechien und den Niederlanden ums Leben. Wegen Sturmschäden
stellte die Deutsche Bahn am Donnerstagabend den bundesweiten
Zugverkehr weitgehend ein. Im ganzen Land kam es zu zahlreichen
Flugausfällen, Ausfällen im Bahnverkehr sowie
Straßensperrungen. Vor der englischen Küste schlug ein
Containerschiff mit teils gefährlicher Ladung Leck; die Crew
konnte gerettet werden.
"Kyrill" erreichte Deutschland mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180
Kilometern. Bei Kirrlach in Nordbaden prallte ein Auto auf einen
entwurzelten Baum; ein Mensch kam ums Leben, ein zweiter Insasse
überlebte schwer verletzt. Im bayerischen Milbertshofen wurde ein
anderthalbjähriges Kind von einer aus den Angeln gerissenen
Terrassentür erschlagen. In Gersthofen im Landkreis Augsburg wurde
ein 73-jähriger durch ein vom Sturm erfasstes Scheunentor
getötet.
Ein Mann wurde in einer Gaststätte in Groß Rodensleben in
Sachsen-Anhalt von einem herabstürzenden Giebel verschüttet
und konnte nur noch tot geborgen werden; drei weitere Menschen wurden
dabei verletzt. Im westfälischen Lippstadt kam am Abend eine
23-jährige Frau ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte,
teilte die Polizei des Kreises Soest mit. In westfälischen
Tönisvorst im Kreis Viersen wurde ein Feuerwehrmann von einem Baum
erschlagen.
Die Bahn entschied sich am Abend, zur Sicherheit den bundesweiten
Bahnverkehr weitgehend einzustellen. Die Züge würden gezielt
an die Bahnsteige fahren, so dass die Fahrgäste die Züge dort
wieder verlassen könnten. Nach individueller Prüfung
würden einzelne Züge weiterfahren. Auch am Freitag werde ein
normaler Bahnbetrieb nicht möglich sein, hieß es.
Auch der Straßenverkehr wurde merklich beeinträchtigt.
Bundesweit kam es zahlreiche Straßensperrungen wegen
umgestürzter
Bäume und Überschwemmungen. In Berlin rief die Feuerwehr den
Ausnahmezustand aus. Nach Angaben eines Sprechers können dadurch
bis zu 3500 Feuerwehrleute, einschließlich der Freiwilligen,
mobilisiert werden. Auf den Flughäfen mussten zahlreiche Starts
und Landungen verschoben oder gestrichen werden. Allein 188 waren es am
größten deutschen Airport in Frankfurt am Main bis zum
Abend. Sturmwarnungen gelten für den (heutigen) Freitag auch
für Polen, Russland, Österreich, Tschechien und Ungarn.
(Quelle: afp)
Stoiber tritt zum 30. September zurück
Fr.19.01.07 - Nach wochenlangem Machtkampf hat der bayerische Ministerpräsident
und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber seinen Rücktritt
angekündigt. Er werde zum 30. September von der Spitze der
Landesregierung zurücktreten und auch nicht wieder als Parteichef
kandidieren, sagte Stoiber in München. Bayerns Innenminister
Günther Beckstein meldete daraufhin öffentlich Anspruch auf
das Amt des Ministerpräsidenten an. Wirtschaftsminister Erwin Huber
soll nach dem Willen der CSU-Landtagsfraktion neuer Parteichef werden.
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer wies allerdings Festlegungen auf
diese Doppelspitze zurück.
Stoiber begründete seinen Rücktritt damit, dass es ihm
wichtig gewesen sei, zum richtigen Zeitpunkt für sein Land und
für die CSU eine Entscheidung zu treffen. "Mein Ziel ist, dass
Bayern auch in Zukunft das erfolgreichste Land und die CSU die
erfolgreichste Partei bleibt." Er kündigte an, am Freitag mit der
Parteiführung die Entscheidungen für die künftige Spitze
vorzubereiten. Der neue CSU-Vorsitzende und auch der Spitzenkandidat
für die Landtagswahl 2008 sollen offiziell auf einem Parteitag im
September gewählt werden.
Dass er Interesse am Amt des Ministerpräsidenten habe, sei kein
Geheimnis, sagte Beckstein im Bayerischen Rundfunk. Die Entscheidung
liege aber bei den zuständigen Parteigremien. Eine Kampfkandidatur
gegen Stoiber hatte er stets abgelehnt. Bereits am Montagmorgen hatte es
aus der Landtagsfraktion geheißen, Beckstein solle neuer
Ministerpräsident und Huber neuer CSU-Chef werden. Beckstein hatte
vor der Ankündigung Stoibers zunächst bestritten, dass es
bereits Entscheidungen über die Nachfolge gebe.
Ramsauer wandte sich auch nach dem Auftritt des
Ministerpräsidenten gegen den Eindruck, dass die Nachfolge-Frage
bereits geregelt sei. Anstelle von Huber brachte er
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und
Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer ins Gespräch. Er
halte es für verfrüht und völlig falsch, das Fell des
Bären vorschnell zu verteilen, sagte Ramsauer in Berlin.
Ursprünglich waren offensichtlich erst für den kommenden
Montag Beratungen über einen Rückzug Stoibers und
mögliche Nachfolger geplant gewesen. CSU-Landtagsfraktionschef
Joachim Hermann hatte vor dem Auftritt des Ministerpräsidenten noch
angekündigt, Stoiber werde am Montag einen Fahrplan für die
Entscheidung über die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl
2008 vorstellen.
(Quelle: afp)
Ex-Guantanamo-Häftling Kurnaz identifiziert deutsche Vernehmer auf
Guantanamo
Fr.19.01.07 - Der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz hat anhand von
aktuellen Fotos zwei von drei Deutschen identifiziert, die ihn 2002 in
dem US-Gefangenenlager auf Kuba verhört haben sollen. Vor dem
BND-Ausschuss sagte er am Donnerstag, bei einem der vorgelegten Fotos
sei er sich sicher, den Mann wieder zu erkennen. Ein Zweiter habe ihn
mit hoher Wahrscheinlichkeit befragt, bei einem Dritten war er sich
nicht sicher, ob der Abgebildete unter den Vernehmern war.
Kurnaz war Anfang 2002 von drei deutschen Sicherheitsbeamten vernommen
worden. Sie stellten sich nach seinen Angaben nicht vor. Sie fragten ihn
nach seiner Lebensgeschichte aus und unterzogen ihn einer Art Test, der
an einen Lügendetektor erinnert. 2004 sei einer der drei
Vernehmer, den er allerdings auf den Fotos nicht wieder erkannte, noch
einmal nach Guantanamo zurückgekehrt. Er habe ihm lediglich
vorgeworfen, die Chance nicht genutzt zu haben, seine Unschuld zu
beweisen.
Kurnaz war Ende 2001 in Pakistan als mutmaßlicher
Terrorverdächtiger in US-Haft genommen worden. Er durchlief
Gefangenenlager in Kandahar in Südafghanistan sowie vier Jahre lang
in Guantanamo. Er kam erst 2006 nach einer Intervention von
Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder frei.
(Quelle: ap)