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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhunderteinundfünfzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Sicherheitsoffensive in Bagdad steht nach US-Angaben kurz bevor.
Mindestens 15 Tote bei Granatenanschlag in der irakischen Hauptstadt.
US-Präsident Bush verteidigt seine Irakpläne
Mo.05.02.07 - Die angekündigte Sicherheitsoffensive amerikanischer und
irakischer Truppen in Bagdad steht nach US-Angaben vom Sonntag kurz
bevor. Die US-Streitkräfte bestätigten, dass General Abbud
Gambar auf irakischer Seite am heutigen Montag das Kommando
übernehmen werde. Oberst Douglass Heckman sagte, der Plan solle
sehr bald nach der Einsetzung des Befehlszentrums in Bagdad umgesetzt
werden.
Zwei irakische Zeitungen berichteten, die Offensive werde noch am
gleichen Tag beginnen. Heckman sagte, tausende zusätzliche
Soldaten hätten bereits Stellung bezogen, um die Stadtviertel zu
durchkämmen.
Die USA setzten durch, das Gambar und nicht ein vom irakischen
Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki favorisierter General die
Aktionen auf irakischer Seite führt. Der Schiite wurde 1991 im
ersten Golfkrieg gefangenen genommen und war kurze Zeit Gefangener der
USA. Nach dem Krieg wurden er und seine Einheit vom damaligen
Präsidenten Saddam Hussein ausgezeichnet.
Einen Tag nach dem verheerenden Selbstmordattentat mit über 130
Toten in Bagdad sind bei erneuten Anschlägen in der irakischen
Hauptstadt mindestens 15 Menschen getötet worden. Nach
Krankenhausangaben wurden bei dem Angriff auf das Viertel Adhamijah
rund 15 weitere Menschen verletzt. Irakische Sicherheitskräfte
bestätigten den Granatenbeschuss, machten über die Opferzahl
zunächst jedoch keine Angaben.
Beim zweitschwersten Anschlag im Irak seit dem US-Einmarsch im
März 2003 waren in Bagdad am Samstag mindestens 130 Menschen
getötet worden. Mindestens 305 weitere Menschen wurden nach
vorläufigen Angaben der Sicherheitskräfte verletzt, als ein
mit einer Tonne Sprengstoff beladener Lastwagen in der Nähe eines
Marktes im Zentrum Bagdads explodierte. Bei einen Anschlag südlich
von der irakischen Hauptstadt Bagdad wurden bereits am Freitag zwei
US-Soldaten getötet. Die Soldaten hätten sich auf einer
Patrouille befunden, als am Straßenrand eine Bombe explodierte,
teilte die US-Armee mit. Ein weiterer Soldat sei verletzt worden.
US-Präsident George W. Bush verteidigte seine Irakpläne und
forderte die im Kongress mit einer Mehrheit ausgestatteten Demokraten zu
einer Kooperation auf, um die Gewalt im Irak zu beenden. "Ich habe
einen Plan herausgebracht, der für viel Diskussion über den
Irak gesorgt hat", räumte der Republikaner beim Besuch eines
Treffens der Demokraten in Williamsburg im US-Bundesstaat Virginia ein.
Er habe mit vielen Politikern gesprochen - von den Demokraten und seiner
eigenen Partei - und sei dann mit einer Strategie aufgetreten, die er
für die erfolgreichste gehalten habe, verteidigte Bush seine
Pläne. Der US-Präsident hatte im Januar eine besonders von
Seiten der Demokraten heftig kritisierte neue Strategie zum Irak
bekannt gegeben, die unter anderem eine Aufstockung der US-Truppen im
Irak um weitere 21.500 Soldaten vorsieht.
(Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 05.02.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertsiebenundachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Nahost-Konflikt
Gespannte Ruhe in Gaza nach Tagen blutiger Kämpfe. Peres gegen
Einmischung Israels in Kämpfe im Gazastreifen
Mo.05.02.07 - Nach einem blutigen Wochenende in Folge einer neuen Runde der Gewalt
zwischen den verfeindeten Palästinenser-Organisationen Fatah und
Hamas hat sich eine neue Waffenruhe am Sonntag zunächst gefestigt.
Binnen drei Tagen waren nach Krankenhausangaben mindestens 27 Menschen
getötet und hunderte verletzt worden.
In der Nacht zum Sonntag wurde das Hauptquartier von
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Gaza mit
Mörsergranaten angegriffen. Dabei wurde jedoch niemand verletzt.
Am Sonntag herrschte zunächst gespannte Ruhe, nachdem
Repräsentanten beider Seiten am Vorabend eine Waffenruhe
bekräftigt hatten. Bis zum Abend wurden keine Zwischenfälle
gemeldet. Am Samstagabend war noch ein zur Fatah zählender
Sicherheitsbeamter in Gaza getötet worden.
Am Sonntagmorgen wurden in der Stadt Straßensperren
weggeräumt und der Berufsverkehr wieder aufgenommen. Mehrere
Geschäfte, die wegen der tödlichen Feuergefechte geschlossen
worden waren, waren wieder geöffnet. Repräsentanten von Hamas
und Fatah hatten am Freitag unter ägyptischer Vermittlung
vereinbart, ihre bewaffneten Einheiten von den Straßen
zurückzuziehen und alle Kämpfe einzustellen. Dennoch kam es
am Samstag zu neuen Schießereien. Beide Gruppen verschleppten
erneut Anhänger der gegnerischen Seite.
Die neue Waffenruhe gilt als äußerst brüchig,
ähnliche Vereinbarungen waren in der Vergangenheit immer wieder
gebrochen worden. Nach dem Sieg der Hamas bei Parlamentswahlen vor gut
einem Jahr sind beide Organisationen in einen Machtkampf verstrickt,
der am Donnerstag erneut eskaliert war.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) und der in
Damaskus lebende Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal wollen am
kommenden Dienstag in Saudi-Arabien einen neuen Anlauf zur Bildung
einer gemeinsamen Regierung unternehmen. «Wir können nur
erfolgreich sein, wir werden einen Misserfolg nicht akzeptieren»,
sagte Maschaal. Nur der Dialog könne die politischen Differenzen
ausräumen und die nationale Einheit stärken.
Nach Berichten aus Damaskus akzeptierten Hamas und Fatah ein
Vermittlungsangebot aus Saudi-Arabien. An dem Gespräch soll auch
der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija teilnehmen.
Bisherige Bemühungen zur Bildung einer Regierung der nationalen
Einheit scheiterten vor allem an der Weigerung der Hamas, das
Existenzrecht Israels anzuerkennen.
Der innerpalästinensische Konflikt überschattete
Bemühungen der USA, der UN, der EU und Russlands, den
Friedensprozess im Rahmen des so genannten Nahost-Quartetts wieder in
Gang zu bringen. Das Quartett griff einen Vorschlag der deutschen
Bundesregierung auf, wieder eine aktivere Rolle im
Nahost-Friedensprozess zu spielen. Das Quartett sprach sich dabei
erneut für die Schaffung eines unabhängigen und
demokratischen Palästinenserstaates aus, ließ aber zugleich
den Zeitrahmen offen. Die Palästinenser wurden aufgefordert,
Gewalt und Terror zu beenden.
Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Schimon Peres
hat sich derweil gegen ein militärisches Eingreifen in die
Kämpfe zwischen Hamas und Fatah ausgesprochen. Ein
Militäreinsatz im Gazastreifen könnte zur Folge haben, dass
sich die rivalisierenden palästinensischen Organisationen dort
gemeinsam gegen Israel stellten, sagte Peres am Sonntag im
Militärrundfunk. Was im Gazastreifen geschehe, sei allein
Angelegenheit der dort lebenden Palästinenser.
Auch Ministerpräsident Ehud Olmert lehnt offenbar eine Einmischung
ab. Israel verfolge die Entwicklungen im Gazastreifen als Beobachter,
sagte Olmert während einer Kabinettssitzung. Bei den Gefechten
handele es sich um «interne Angelegenheiten, über die wir
nicht glücklich sind», wurde Olmert von einem Teilnehmer
zitiert.
Die Zeitung «Haaretz» hatte am Sonntag berichtet,
angesichts möglicher Selbstmordanschläge in Israel
könnte ein Einsatz in dem Autonomiegebiet notwendig werden.
Vorwürfe der Hamas, die Regierung in Jerusalem unterstütze
die Fatah, könnten Anschläge zur Folge haben, schrieb das
Blatt unter Berufung auf die Streitkräfte und den Geheimdienst.
(Quellen: dpa, ap)
Drei Millionen Muslime bei Massengebet für Frieden in Bangladesch
Mo.05.02.07 - Millionen Muslime haben am Sonntag in Bangladesch für Frieden in
der Welt gebetet. An dem Massengebet zum Abschluss einer
dreitägigen Versammlung außerhalb von Dhaka nahmen nach
Angaben eines Polizeisprechers rund drei Millionen Menschen teil. Viele
Pilger hatten sich einen Platz auf Booten oder Hausdächern gesucht,
weil der Tagungsort in Tongi nördlich der Hauptstadt bereits
überfüllt war. Zusätzliche Busse und Züge brachten
Gläubige ans Ufer des Flusses Turag, wie die Organisatoren
mitteilten. Rund 20.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Die
Bishwa-Ijtema-Versammlung findet seit 1966 jährlich in Bangladesch
statt. Im Mittelpunkt stehen Frieden und die Ziele des Islams.
(Quelle: ap)
Chinas Präsident Hu kündigt Großinvestition in Sambia an
Mo.05.02.07 - Auf seiner Afrikareise hat Chinas Präsident Hu Jintao in Sambia
umfangreiche Investitionen angekündigt. Zum Ausbau der
Kupferförderung in dem südlichen afrikanischen Staat werde
China mehr als 800 Millionen Dollar (615 Millionen Euro) bereitstellen,
erklärte Hu in der sambischen Hauptstadt Lusaka. Ferner sagte er
humanitäre Hilfen etwa zur Bewältigung von Flutschäden
oder den Bau von Schulen zu. Hus Besuch wurde begleitet von Protesten
unter anderem von Minenarbeitern und Textilarbeitern, die über
mangelnde Sicherheitsstandards und niedrige Löhne in den
chinesischen Fabriken des Landes klagen.
China will vor allem in die Minen in der nördlichen sambischen
Region Chambesi investieren. Die reichen Vorkommen an Kupfererz machen
das Land zu einem der größten Produzenten des begehrten
Metalls. Eine Reise Hus in die Kupferregion allerdings musste aus
Sicherheitsgründen abgesagt werden. Wegen eines Unfall in einer
Mine im Jahr 2005, bei dem 50 Arbeiter ums Leben kamen, waren Proteste
gegen den chinesischen Betreiber angekündigt worden.
Der Besuch des chinesischen Präsidenten fand insgesamt unter
strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die schnell wachsenden
chinesischen Investitionen in Sambias Textil-, Kupfer- oder Baubranche
stoßen vermehrt auch auf Kritik. Unter anderen kritisieren die
Menschen, dass statt einheimischer Beschäftigter entgegen der
Zusagen vielfach chinesische Arbeiter eingesetzt würden.
Sambias Präsident Lavy Mwanamwambwa lobte dennoch das Engagement
Chinas in seinem Land. Insbesondere begrüßte er das Vorhaben
Chinas "eine Sonderwirtschaftszone in Sambia aufzubauen". China ist der
drittgrößte ausländische Investor in Sambia. Hus
zwölftägige Afrikareise begann in Kamerum und führte den
Staatschef weiter nach Liberia und Sudan. Am Montag will Hu nach Namibia
reisen und von dort weiter nach Südafrika, Mosambik und auf die
Seychellen.
(Quelle: afp)
200 Flüchtlinge vor Westafrika aus Seenot gerettet
Mo.05.02.07 - Ein spanisches Schiff hat rund 200 vor Afrika in Seenot geratene
Flüchtlinge gerettet und am Sonntag auf grünes Licht zum
Einlaufen in einen mauretanischen Hafen gewartet. Das Boot der
Flüchtlinge sei am Samstag vor der westafrikanischen Küste
zusammengebrochen, erklärte das spanische Außenministerium.
Ein spanisches Rettungsschiff habe die vermutlich vor allem aus
Pakistan stammenden Menschen aufgenommen und sie in den nächsten
Hafen bringen wollen. Der Senegal habe jedoch erklärt, ihm fehle
die nötige Ausstattung, die Flüchtlinge aufzunehmen. Das
Nachbarland Mauretanien habe sich hingegen dazu bereit erklärt.
Die Hafenbehörden müssten noch die Erlaubnis zum Einlaufen
des spanischen Schiffes geben.
(Quelle: ap)
US-Bürgerrechtler beklagt Vorgehen der Polizei gegen Farbige
Mo.05.02.07 - Der amerikanische Bürgerrechtler Al Sharpton hat der Polizei in
New York rassistisches Verhalten beim Umgang mit Verdächtigen
vorgeworfen. Während eines Gottesdienstes in einer Baptistenkirche
im Stadtteil Harlem verwies Sharpton am Sonntag auf einen Bericht der
«New York Times», wonach von den in der Stadt
Aufgegriffenen rund 55 Prozent Schwarze und gut 30 Prozent
lateinamerikanischer Abstammung seien.
Dies stimme nicht mit dem Anteil dieser Gruppen an der
Gesamtbevölkerung überein, kritisierte Sharpton. Seine
Bürgerrechtsbewegung wolle deshalb die Namen von Personen sammeln,
die sich diskriminiert fühlten, und möglicherweise mit einer
Sammelklage einen Prozess gegen die New Yorker Behörden
anstrengen. Der «New York Times» zufolge wurden im
vergangenen Jahr mehr als 500.000 Menschen von der städtischen
Polizei angehalten oder in Gewahrsam genommen - gut fünf Mal so
viele wie noch 2002.
(Quelle: ap)
UN-Konferenz zu Kindersoldaten in Paris
Mo.05.02.07 -Vertreter aus rund 50 Staaten beraten ab heute in Paris über
Möglichkeiten zur Wiedereingliederung der weltweit
schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten in die Gesellschaft. Kinder
würden in bewaffneten Konflikten als Soldaten, Melder, Spione,
Träger, Köche oder als sexuelle Dienstleister missbraucht,
sagte die Leiterin des Kinderhilfswerks UNICEF, Ann Veneman, vor Beginn
der zweitägigen Konferenz. Dies sei ein Verstoß gegen die
Rechte der Kinder und beraube sie ihrer Zukunft.
Die von UNICEF und dem französischen Außenministerium
organisierte Konferenz will auch nach Wegen suchen, die Rekrutierung von
Kindern zu verhindern. Besonderes Augenmerk soll auf Hilfen für
Mädchen gerichtet werden, die in einigen bewaffneten Gruppierungen
40 Prozent der Rekruten ausmachen und die hinsichtlich sexueller
Misshandlung besonders gefährdet sind. Kinder, für die Krieg
der Alltag sei, «sind für Frieden und Entwicklung
verloren», sagte der französische Außenminister
Philippe Douste-Blazy bei der Ankündigung der Konferenz. «Sie
sind kleine Zeitbomben, die die Stabilität und das Wachstum ihrer
Länder bedrohen, ganz zu schweigen von Nachbarländern und
darüber hinaus», sagte der Minister.
(Quelle: ap)
Proteste gegen NATO-Konferenz in Sevilla
Mo.05.02.07 - Einige hundert linksgerichtete Demonstranten haben am Sonntag in
Sevilla gegen eine bevorstehende NATO-Konferenz in der
südwestspanischen Stadt protestiert. Gaspar Llamazares von der
Vereinigten Linken wandte sich dabei gegen einen Einsatz spanischer
Soldaten in Afghanistan: «Wir haben Irak durch den Haupteingang
verlassen und sind in Afghanistan durchs Fenster eingestiegen»,
kritisierte er. Ministerpräsident José Luis Rodriguez
Zapatero hat nach seinem Wahlsieg 2004 die Truppen aus dem Irak
abgezogen. In Afghanistan sind 600 spanische Soldaten im Rahmen einer
Friedensmission im Einsatz. Die Demonstranten schwenkten am Sonntag
Anti-NATO-Plakate, um gegen ein informelles Treffen der Allianz am 8.
und 9. Februar zu protestieren.
(Quelle: ap)
Attac mobilisiert für Protest gegen G-8-Gipfel
Mo.05.02.07 - Die Globalisierungsgegner von Attac machen gegen den G-8-Gipfel im Juni
an der deutschen Ostseeküste mobil. Zu den Protestkundgebungen
anlässlich des Treffens der führenden Industrienationen in
Heiligendamm würden bis zu 50.000 Teilnehmer aus dem In- und
Ausland erwartet, sagte die Geschäftsführerin von Attac
Deutschland, Sabine Leidig, der «Leipziger Volkszeitung».
Sie bezeichnete die geplanten Aktionen als
«Jahreshöhepunkt» der globalen Protestbewegung.
Größere Gewaltaktionen sind nach ihrer Einschätzung
nicht zu erwarten.
«Die Ungerechtigkeit nimmt zu. Die zunehmende Spaltung zwischen
Arm und Reich gibt es, ganz konkret spürbar: weltweit, aber auch
in Deutschland, in unserer Gesellschaft», wird Leidig zitiert.
Dem müsse man sich als Demokrat entgegenstellen. Der mit den
Gipfel stets verbundene «Medienrummel» werde gerne und
gezielt genutzt, um eigene Ideen und Themen in die Öffentlichkeit
zu bringen, kündigte die Attac-Geschäftsführerin an.
Die Warnungen von Verfassungsschützern und Politikern vor
drohenden Anschlägen anlässlich des G-8-Gipfels wies Leidig
als «Stimmungsmache» zurück. «Sicherlich wird es
auch ein paar Irrationale geben, die vielleicht nicht davon abzubringen
sind, mit Farbbeuteln oder mal mit einem Pflasterstein zu werfen. Aber
da wird garantiert nichts Großes ablaufen», sagte sie.
Attac habe viel Erfahrung mit der Organisation von Demonstrationen und
Protesten. «Von der ganz großen Masse der Demonstranten
wird keine Gewalt ausgehen», betonte Leidig.
Als Absicht hinter den vielfältigen Warnungen vor angeblich
drohender Gewalt vermutet sie, dass ein Keil zwischen die Aktivisten
getrieben werden solle. Klar sei, dass die internationale Demonstration
am 2. Juni in Rostock das zentrale Ereignis sein werde. Dabei
würden Demonstranten aus vielen Ländern ihren Protest
friedlich, aber deutlich sichtbar machen. Für diese Demonstration
sei die Mobilisierung aber schwierig. «Rein logistisch ist es
schwierig in Rostock, bei den beengten Verhältnissen, die schon am
Bahnhof beginnen, Massen zu versammeln. Und der Tagungsort ist sehr
abgelegen. Wenn 50.000 zusammenkommen, wäre das schon ein ziemlich
großer Erfolg», sagte Leidig.
Sie kündigte zugleich an, dass die Demonstranten auch versuchen
werden, mit einer Protestaktion bis unmittelbar zu den Sicherheitszonen
vorzudringen, die das G-8-Tagungsgelände umgeben sollen. Geplant
sei zudem eine Künstlerinitiative mit Kunstwerken in 20
Städten, die Alternativen zur Globalisierung darstellen sollen.
«Zusammen mit 100 Großplakaten wollen wir das alles an dem
Zaun ausstellen», kündigte die
Attac-Geschäftsführerin an.
(Quelle: ap)
Hedgefonds sind Thema beim G-7-Finanzministertreffen
Mo.05.02.07 - Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück will seinen Kollegen
aus den G-7-Industriestaaten beim Finanzministertreffen kommende Woche
in Essen eine umfangreiche Initiative zur besseren Kontrolle von
Hedgefonds vorlegen. Nach Überlegungen aus dem deutschen
Finanzministerium sollten vor allem diejenigen Banken, die Geld an diese
Fonds ausleihen, für mehr Transparenz in der umstrittenen Branche
sorgen, berichtete der «Spiegel» am Wochenende.
Die Kreditinstitute sollen den staatlichen Bankenaufsichtsbehörden
offenbaren, wie viel Geld sie an welche Hedgefonds ausgeliehen haben.
Dadurch verspreche sich Steinbrück Auskünfte über die
Risikostreuung der Fonds, heißt es weiter.
Die Hedgefonds selbst sollen aufgefordert werden, ihre
Informationspolitik gegenüber Banken, Anlegern und
Öffentlichkeit zu überdenken. Als Ziel strebten die
G-7-Finanzminister an, dass sich die bislang weitgehend unregulierten
Fonds einem freiwilligen Verhaltenskodex unterwerfen. Auch könnte
sich die Branche von unabhängigen Rating-Agenturen durchleuchten
lassen, um dann eine Art Gütesiegel für ihre Arbeit zu
bekommen.
(Quelle: ap)
EU-Kommissionschef Barroso bleibt im CO2-Streit hart
Mo.05.02.07 - Im Streit mit der deutschen Regierung über die Klimaschutzauflagen
für Industrie und Energiekonzerne zeigt sich die EU-Kommission
unnachgiebig.
Bei ihrer Vorgabe zur Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstoßes (CO2)
habe die Kommission für Deutschland dieselbe Berechnungsgrundlage
wie für andere Mitgliedstaaten angewandt, sagte
Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in einem am Sonntag
verbreiteten Interview der Bundestags-Wochenzeitung "Das Parlament".
"Wir können unsere Kriterien nicht einfach auf die individuellen
Wünsche einzelner Mitgliedstaaten zuschneiden", bekräftigte
Barroso. "Das wäre unangemessen und unfair."
Deutschlands Regierung und EU-Kommission streiten über die
Obergrenze für den CO2-Ausstoß von Industrie und
Energiewirtschaft für die Jahre 2008 bis 2012. Die Kommission will
453 Millionen Tonnen pro Jahr zulassen, die Bundesregierung zwölf
Millionen Tonnen mehr. In einem der Nachrichtenagentur Reuters
vorliegenden Schreiben an EU-Umweltkommissar Stavros Dimas hatte der
deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vorige Woche die bisher von
Deutschland geforderte Obergrenze um zwei Millionen auf 465 Millionen
Tonnen reduziert. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es zudem,
Deutschland werde es trotz anders lautender Äußerungen des
deutschen Wirtschaftsministers Michael Glos (CSU) nicht auf eine Klage
vor dem Europäischen Gerichtshof ankommen lassen.
(Quelle: rtr)
EU-Umweltkommissar: Kein massiver Jobverlust durch Abgasgrenzwerte
Mo.05.02.07 - Im Streit mit der deutschen Autoindustrie um gesetzliche
Abgasgrenzwerte hat EU-Umweltkommissar Stavros Dimas den Vorwurf
zurückgewiesen, die Brüsseler Pläne gefährdeten
Zehntausende Jobs. «Die Sorgen der deutschen Autobauer sind uns
bekannt, und wir nehmen sie sehr ernst. Und ich kann Ihnen versichern:
Was wir vorschlagen, wird keinesfalls zu massiven Stellenverlusten
führen», sagte Dimas der Zeitung «Bild am
Sonntag» laut einem Vorabbericht.
Ähnlich «unbegründete Unkenrufe» habe es schon
vor Jahren bei der Einführung der Katalysatoren gegeben, betonte
Dimas. «Wir wollen mit intelligenten Mitteln die Einführung
von effizienter, zukunftsfähiger Technologie erreichen. Die
europäische Autoindustrie hat in einer globalisierten Welt nur dann
eine Zukunft, wenn sie die Nase weiterhin vorn haben will bei der
Technologieentwicklung.»
Der Umweltkommissar forderte die europäischen Autohersteller auf,
sich bei der Schadstoffreduzierung auf eine gemeinsame Linie zu
verständigen. «Die deutschen Hersteller haben einen Vorschlag
gemacht, und die französischen Autobauer einen anderen. Die
europäische Autoindustrie täte gut daran, einen Konsens zu
finden, wie eine für alle Hersteller faire Lösung aussehen
könnte, die der Notwendigkeit von Emissionsverminderungen Rechnung
trägt», sagte Dimas.
(Quelle: ddp)
Deutsche Autoindustrie kündigt Milliarden-Investitionen zum
Klimaschutz an
Mo.05.02.07 - Als Reaktion auf den aufrüttelnden UN-Klimabericht hat die
deutsche Autoindustrie Milliardeninvestitionen in klimafreundliche
Technik angekündigt, aber an der Forderung nach gestaffelten
EU-Abgasgrenzwerte festgehalten. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela
Merkel sprach sich am Wochenende ebenfalls für gestaffelte
Grenzwerte und für spritsparendes Fahren aus.
Die EU-Initiative für einen konsequenteren Klimaschutz sei
richtig, schrieb der Präsident des Verbandes der deutschen
Automobilwirtschaft (VDA), Bernd Gottschalk, in den «Stuttgarter
Nachrichten». Die deutsche Automobilindustrie werde sich
maßgeblich beteiligen und hohe Milliardenbeträge investieren.
In der «Automobilwoche» erneuerte Gottschalk jedoch seine
Kritik an den Plänen der EU-Kommission: Wenn es keine nach
Fahrzeugklassen differenzierte CO2-Absenkung gebe, könnten ganze
Fahrzeugsegmente aus dem Markt verschwinden. Allerdings sehe er
gestiegene Chancen für eine Staffelung: Bei seinem letzten Treffen
mit Vertretern der EU-Kommission habe er den Eindruck gewonnen, dass die
Grenze von 120 Gramm CO2 pro Kilometer noch nicht in Stein
gemeißelt sei.
Auch Bundeskanzlerin Merkel sprach sich für gestaffelte
Abgasgrenzwerte aus. «Kleinwagen müssen andere Grenzwerte als
ein großes Familienauto haben. Deshalb sind pauschale
Abgasgrenzwerte falsch», sagte Merkel der «Bild am
Sonntag». Nötig seien ehrgeizige, aber eben unterschiedliche
Reduktionsziele für die verschiedenen Marktsegmente bei Autos.
«Wer die großen Autos herstellt, der kann nicht den
geringsten Schadstoffausstoß haben.» Die Verbraucher rief
sie zum Spritsparen auf: «Wer zurückhaltend Auto fährt -
nicht immer Vollgas gibt - spart Benzin und verringert damit die
CO2-Belastung.»
Nach offiziell noch nicht bestätigten Berichten will die EU die
europäischen, japanischen und koreanischen Autohersteller dazu
verpflichten, die CO2-Emissionen von Neufahrzeugen bis 2012 um ein
Viertel zu senken. Die Neufahrzeuge dürften im Schnitt dann nur
noch 120 Gramm CO2 je gefahrenen Kilometer ausstoßen. Auf dieses
Ziel hatten sich die Autobauer allerdings 1999 schon selbst
verständigt.
(Quelle: ap)
Steuerreform entlastet Unternehmen um fünf Milliarden Euro
Mo.05.02.07 - Mit der Unternehmenssteuerreform will die Koalition die Wirtschaft wie
geplant um fünf Milliarden Euro entlastet.
Das Bundesfinanzministerium legte am Sonntag den ersten Gesetzentwurf
für das Großprojekt von Union und SPD vor. Kern ist die
Absenkung der Steuerlast von Unternehmen auf unter 30 von knapp 40
Prozent. Damit werde Deutschland im "brutalen Steuerwettbewerb" wieder
attraktiver, sagte Staatssekretär Axel Nawrath. Das Bundeskabinett
soll den Entwurf Mitte März beschließen, die Reform Anfang
2008 in Kraft treten.
Dem Gesetzentwurf waren monatelange Beratungen von Bund und
Ländern vorausgegangen. Seine Grundidee ist, die Steuersätze
auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu senken und im Gegenzug
Ausnahmen abzuschaffen. Der Körperschaftsteuersatz fällt auf
15 von 25 Prozent. Zusammen mit einer geänderten Gewerbesteuer und
dem Solidaritätszuschlag sinkt die Gesamtlast der Konzerne damit
auf 29,83 von 38,65 Prozent im Durchschnitt. Personengesellschaften
müssen vom reinvestierte Gewinne nur 28,25 Prozent an den Fiskus
abführen. Damit wird auch der Mittelstand deutlich entlastet.
Die niedrigeren Sätze müssen die Unternehmen allerdings mit
der Einschränkung steuerlicher Gestaltungsspielräume bezahlen.
Denn den Gesetzgeber stört schon seit langem, dass vor allem
Großunternehmen zwar in Deutschland hohe Gewinne machen, diese
aber über verschachtelte Konstruktionen ins steuergünstigere
Ausland bringen. So schiebt die Wirtschaft dem Deutschen Institut
für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge einerseits 400 Milliarden
Euro an steuerlichen Verlustvorträgen vor sich her, berichtet
andererseits aber von guten Geschäften.
Eine Zinsschranke soll verhindern, dass Konzerne die Gewinne ihrer
Töchter im großen Stil ins Ausland abziehen. Das geht etwa
durch hohe Kredite. Die Zinsausgaben dafür senken hier zu Lande den
zu versteuernden Gewinn der deutschen Tochter und fließen der
Mutter zu, die sie im Ausland günstiger versteuert. Künftig
gilt: Sind die Zinsausgaben höher als 30 Prozent des Gewinns,
können sie nicht mehr komplett abgesetzt werden. Um den Mittelstand
nicht zu treffen, greift die Schranke erst bei einem Zinssaldo von
einer Million Euro. Außerdem ist ein höherer Abzug
möglich, wenn die Fremdfinanzierung im Konzern vergleichbar ist.
Bei Firmenkäufen, die in erster Linie den Zweck haben, sich den
Verlustvortrag zu sichern, will die Koalition ebenfalls den Riegel
vorschieben. Nawrath räumte ein, dass hier möglicherweise noch
keine optimale Lösung gefunden wurde, weil die Grenze zu
Sanierungsfusionen schwer zu ziehen sei. Ebenfalls erschwert werden soll
die Verlagerung von ertragsstarken Firmenteilen ins günstigere
Ausland. Solche Funktionsverlagerungen innerhalb des Konzerns sollen
konsequenter besteuert werden. Dazu werden sie fiktiv mit einem Verkauf
an einen unbeteiligten Dritten gleich gestellt. Dagegen hat es bereits
Proteste von Verbänden gegeben.
Der Mittelstand soll neben der Senkung des Steuersatzes auf
einbehaltene Gewinne auch davon profitieren, dass Investitionen in den
Vorjahren Gewinn mindernd angespart werden können. Diese
Ansparabschreibungen werden weiter verbessert. Die degressive
Abschreibung etwa von Autos oder Maschinen wird abgeschafft. Sie
drücken den Gewinn pro Jahr nur noch um den gleichen Betrag.
Umfangreiche Eingriffe sieht der Entwurf auch bei der Gewerbesteuer
vor. Damit soll die Ertragskraft der Kommunen gesichert werden, die 60
Prozent der öffentlichen Investitionen tätigen. Die
Gewerbesteuer kann nicht mehr mit sich selbst verrechnet und als
Betriebsausgabe vom Gewinn abgezogen werden. Dafür kann sie
künftig mit dem Faktor 3,8 statt 1,8 mit der Einkommensteuer
verrechnet werden. Die Hinzurechnung von 50 Prozent der
Dauerschuldzinsen zum Gewinn entfällt. Dafür müssen alle
zinsrelevanten Ausgaben und der Finanzierungsanteil bei Pachten, Mieten
und Leasing zu 25 Prozent hinzugerechnet werden.
"Wir schaffen Anreize für internationale Konzerne, in Deutschland
erarbeitete Gewinne auch hier zu versteuern", sagte Nawrath. Über
einige Aspekte der Reform werde die politische Debatte aber sicher
weitergehen. Dazu dürfte auch die für 2009 geplante
Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge gehören.
Durch sie soll steueroptimierten Finanzprodukten der Boden entzogen
werden. Das bisherige Halbeinkünfteverfahren und die
Spekulationsfrist von einem Jahr, nach der Aktien wieder steuerfrei
verkauft werden können, sollen entfallen.
Probleme in den Details sieht der Mittelstand vor allem bei der
geplanten Begünstigung reinvestierter Gewinne. Denn wenn der
Unternehmen bei einer schlechten Ertragslage später doch noch auf
sie zugreifen muss, wird eine Nachversteuerung mit 25 Prozent
fällig. Die Großunternehmen und ihre Verbände
dürften vor allem gegen die Zinsschranke mobil machen. Und auch die
Opposition rührt bereits die Trommel. Die
Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel nannte die Reform, die
Bundestag und Bundesrat noch vor der Sommerpause beschließen
sollen, "finanzpolitisch ein Desater und wirtschaftspolitisch einen
Flop".
(Quelle: rtr)
Lafontaine: Regierung zieht Deutschland in Afghanistan-Krieg hinein
Mo.05.02.07 - Der Vorsitzende der Linksfraktion, Oskar Lafontaine, hat die
Afghanistan-Politik der großen Koalition scharf kritisiert.
«Die Bundesregierung ist drauf und dran, Deutschland direkt in den
Krieg in Afghanistan hineinzuziehen», erklärte Lafontaine am
Sonntag in Berlin.
Wenn Verteidigungsminister Franz Josef Jung jetzt neben der Nutzung der
Tornado-Zielaufklärung auch den Einsatz des Kommandos
Spezialkräfte (KSK) bei der NATO-Frühjahrsoffensive im
Süden Afghanistans ankündige, sei das nicht nur in
höchstem Maße verantwortungslos, sondern widerspreche
früheren Aussagen der Bundesregierung, meinte Lafontaine.
«Dieser Kurs gefährdet das Leben deutscher Soldaten und holt
den Terror ins Land.»
Jung hatte der «Welt am Sonntag» auf die Frage, wann
deutsche Soldaten im Süden Afghanistans in den Krieg ziehen,
erklärt: «Gar nicht. Wir haben einen klaren Auftrag für
den Norden Afghanistans und für Kabul.» Der CDU-Politiker
fügte aber hinzu, wenn im Süden Not am Mann sei, dann helfe
die Bundeswehr auch in anderen Regionen. «Das haben wir ja immer
wieder getan. Wir haben beim Transport geholfen und mit
Fernmeldern.»
Am Mittwoch will das Bundeskabinett entscheiden, ob sie der NATO
deutsche Tornado-Aufklärer bereitstellt. Jung sagte dazu, er
könne nicht ausschließen, dass deren Daten auch zur
Terrorismusbekämpfung benutzt werden, also für die Operation
Enduring Freedom.
(Quelle: ap)
Linkspartei will eigenen Hochschulverband gründen
Mo.05.02.07 - Linkspartei.PDS und WASG wollen parallel zu ihrer geplanten Fusion
einen eigenen Hochschulverband gründen. Dies beschlossen Studenten
aus 18 deutschen Hochschulen am Wochenende auf einem
Vorbereitungstreffen in Köln. Die 45 Vertreter des
«Linke.Hochschulgruppennetzwerks» wählten am Sonntag
einen Übergangsvorstand, der damit beauftragt wurde, für das
Frühjahr einen Gründungskongress vorzubereiten. Zudem wurden
Empfehlungen zu Selbstverständnis und Satzung des geplanten
Verbandes verabschiedet.
Bereits am Samstag hatten die Studenten beschlossen, die Mobilisierung
zu den Protesten gegen den G-8-Gipfel im Juni zu einem Schwerpunkt
ihrer Arbeit im Sommersemester 2007 zu machen. Ralf Krämer vom
Bundesvorstand der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit
wies in Köln darauf hin, dass sich Linkspartei.PDS und WASG Mitte
des Jahres offiziell zur neuen Partei «Die Linke»
zusammenschließen wollen. Der neue Hochschulverband baut auf dem
«Hochschulkongress für eine neue Linke» auf, an dem
vor zwei Wochen in Frankfurt am Main rund 600 Interessierte
teilgenommen hatten.
(Quelle: ap)