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Irak am neunhundertneunundfünfzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
US-Präsidentschaftskandidat McCain befürchtet 'Tet-Offensive'
im Irak. Mindestens 79 Tote bei Anschlägen in Bagdad. Iran weist
US-Vorwürfe über Waffenlieferungen in den Irak zurück.
Auch ehemaliger irakischer Vizepräsident zum Tode verurteilt.
Erneut zwei Deutsche im Irak vermisst
Di.13.02.07 - Der amerikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat die
Situation im Irak mit dem Vietnam-Krieg verglichen. Er befürchte
eine «Tet-Offensive», sagte der republikanische Politiker im
Bezug auf den offenen Angriff nordvietnamesischer Kämpfer im Jahr
1968. Eine groß angelegte Offensive von Aufständischen im
Irak könnte die öffentliche Meinung in den USA ebenso
beeinflussen wie die Tet-Offensive im Vietnam-Krieg, sagte McCain am
Montag der Nachrichtenagentur AP. Die unerwartete Schlagkraft des
Gegners wirkte damals in den USA wie ein Schock. Einer im Januar
veröffentlichten Umfrage zufolge sind schon jetzt 62 Prozent der
Amerikaner der Meinung, dass es ein Fehler war, den Irak anzugreifen.
Bei zwei Bombenanschlägen in mehrheitlich von Schiiten bewohnten
Vierteln Bagdads sind am Montag mindestens 79 Menschen getötet
worden; mindestens 165 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern seien
Mitglieder verschiedener Glaubensgruppen sowie Frauen und Kinder, sagte
ein Vertreter des irakischen Verteidigungsministeriums.
Unter den drei nach den Anschlägen in Bagdad Festgenommenen seien
zwei nicht-arabische Ausländer, erklärte der Einsatzleiter im
irakischen Innenministerium, General Abdel Karim Chalaf. Der Zeitpunkt
der beiden Anschläge war nach seiner Einschätzung bewusst
gewählt. Er erinnerte daran, dass vor einem Jahr der Anschlag auf
das Mausoleum der El-Askari-Moschee im nordirakischen Samarra
verübt wurde. "Die Botschaft ist klar: Sie wollen die
Zerstörung religiöser Symbole fortsetzen und den Bruch
zwischen den verschiedenen Teilen des irakischen Volkes provozieren."
Der erste der beiden Anschläge hatte sich in einer Garage
unterhalb des Kleider-Großmarktes von Schordscha ereignet. Dort
explodierten Augenzeugen zufolge zwei Fahrzeuge. Durch die Explosion
gerieten in vielen Geschäften die Kleider in Brand; mehr als eine
Stunde später versuchten Händler noch immer, die Feuer zu
löschen. Der zweite Anschlag mit einer selbstgebauten Bombe traf
rund eine Viertelstunde später den etwa einen Kilometer entfernt
liegenden Haradsch-Markt.
Der Iran hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, wonach
höchste Stellen der Teheraner Regierung Waffen an
Aufständische im Irak geliefert haben sollen. «Solche
Anschuldigungen sind nicht hinnehmbar», sagte der Sprecher des
Teheraner Außenministeriums, Mohammad Ali Hosseini, am Montag.
«Die Vereinigten Staaten haben eine lange Geschichte, Beweise
herzustellen.»
Die USA haben Teheran am Sonntag vorgeworfen, schiitische Milizen mit
hoch entwickelten Bomben aufzurüsten. Bei Anschlägen mit
solchen panzerbrechenden Waffen seien seit Juni 2004 mehr als 170
amerikanische Soldaten getötet worden. US-Geheimdienstmitarbeiter
vermuteten, dass die Bomben im Iran hergestellt und dann auf Anweisung
der iranischen Führungsspitze in den Irak geschmuggelt würden.
Dazu bediene sich Teheran «Schurkenelementen» in der
schiitischen Mahdi-Armee, hieß es.
Hosseini erklärte, die iranische Führung mische sich nicht in
die Angelegenheit des Iraks ein. Jede Einmischung werde als
«Schwächung der populären irakischen Regierung»
angesehen, und das lehne Teheran ab. Viele Mitglieder der irakischen
Regierung und der schiitischen Elite des Landes haben enge Bindungen mit
dem Iran, wo viele während der Herrschaft Saddam Husseins im Exil
lebten. Die iranische Regierung hat aber wiederholt bestritten, dass es
die schiitischen Milizen im Nachbarland mit Waffen beliefert.
Trotz internationaler Proteste hat ein irakisches Berufungsgericht am
Montag auch den ehemaligen Vizepräsidenten Taha Jassin Ramadan zum
Tode verurteilt. Er war im Prozess gegen den früheren Machthaber
Saddam Hussein wegen eines Massakers an 148 Schiiten zunächst nur
zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In dem Prozess wurden Saddam
Hussein, sein Halbbruder und früherer Geheimdienstchef Barsan
Ibrahim sowie der frühere Vorsitzende des Revolutionsgerichts, Awad
Hamed al Bandar, schuldig gesprochen. Sie wurden danach hingerichtet.
Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte hatte am Donnerstag in
einem bislang beispiellosen Schritt rechtliche Beschwerde gegen die
Todesstrafe gegen Ramadan eingelegt. Louise Arbour erklärte vorige
Woche in Genf, eine Hinrichtung wäre illegal, da die Todesstrafe
nur dann verhängt werden könne, wenn Prozess und
Berufungsverfahren internationalen Standards entsprächen.
Der Prozess gegen Ramadan habe nicht den internationalen Standards
entsprochen, erklärte Arbour. Eine Todesstrafe wäre deshalb
eine «grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung»,
die dem Völkerrecht zufolge verboten sei.
Arbour hatte das irakische Tribunal auch schon aufgerufen, die
Todesstrafen gegen Saddam Husseins Halbbruder und den früheren
Vorsitzenden des Revolutionsgerichts nicht zu vollstrecken. Die
irakischen Gerichte ignorierten dies.
Im Irak werden erneut zwei Deutsche vermisst. Medienberichten vom
Montag zufolge handelt es sich um einen Mann und seine mehr als 60 Jahre
alte Mutter, die nach den Worten des deutschen Außenministers
Frank-Walter Steinmeier womöglich gewaltsam entführt worden
sind. Steinmeiers Sprecher Jens Plötner forderte die Medien zur
Zurückhaltung auf, um das Leben der Deutschen nicht zu
gefährden. Gleichwohl wurden in Berlin Details der
mutmaßlichen Entführung bekannt.
Der «Tagesspiegel» berichtete unter Berufung auf
Sicherheitskreise, die Entführer hätten Mutter und Sohn aus
ihrem Wohnhaus in Bagdad verschleppt. Die über 60 Jahre alte Frau
sei mit einem irakischen Arzt verheiratet. Der Sohn sei Mitte 20 und im
irakischen Außenministerium tätig. Die Geiselnehmer
hätten gedroht, ihn zu erschießen. Dies berichtete auch die
«Bild»-Zeitung. Die deutsche Regierung gehe von einem
politischen Hintergrund der Entführung aus.
Das ARD-Hauptstadtstudio meldete, die Geiselnehmer hätten mit der
Ermordung der Entführten gedroht, falls die Presse eingeschaltet
werde. Auch die ARD berichtete, dass es sich bei den Entführten um
eine Frau, die mit einem Iraker verheiratet sei, und ihren Sohn handele.
Die Familie lebe seit Jahrzehnten im Irak, die Frau habe familiäre
Bindungen nach Berlin. Es gebe bisher keinen Kontakt zu den
Entführern, über Forderungen sei bisher nichts bekannt.
Nach Informationen der «Berliner Zeitung» haben sich die
mutmaßlichen Entführer in Berlin bei der Schwester des
verschleppten Mannes gemeldet. Durch die Kontaktaufnahme habe auch das
Auswärtige Amt von der Entführung erfahren, berichtete das
Blatt unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise. Die Schwester sei
von Ermittlern vernommen worden. Auch andere in Deutschland lebende
Familienangehörige seien zu diesem Zweck nach Berlin geflogen.
Steinmeier sagte in Brüssel: «Wir können nicht
ausschließen, dass es sich um eine gewaltsame Entführung
handelt.» Kurz nach Bekanntwerden des Falls sei «der
Krisenstab im Auswärtigen Amt zusammengetreten, um zu sehen und zu
tun, was möglich ist». «Wir hoffen, dass das Ganze
einen guten Ausgang findet, und wir tun natürlich alles dafür,
dass die beiden deutschen Staatsangehörigen gesund zu ihren
Familien zurückkehren können.»
Plötner erklärte in Berlin, der Krisenstab komme täglich
unter Leitung von Staatssekretär Reinhard Silberberg zusammen.
Oberste Priorität hätten das Leben und die körperliche
Unversehrtheit der beiden Deutschen. Deshalb würden keine weiteren
Einzelheiten zu dem Fall bekannt gegeben. «Auch die
Berichterstattung kann Einfluss auf unsere Bemühungen im Irak
haben».
Zuletzt waren die deutschen Ingenieure René Bräunlich und
Thomas Nitzschke im Januar 2006 auf dem Weg zu ihrer Arbeit verschleppt
worden. Sie kamen im Mai nach mehr als dreimonatiger Geiselhaft wieder
frei. Die Zahlung von Lösegeld wurde von der Bundesregierung nicht
bestätigt.
Am 25. November 2005 wurde die damals 43-jährige Susanne Osthoff
zusammen mit ihrem Fahrer im Irak entführt. Nach zahlreichen
Appellen an die Entführer wurde sie am 18. Dezember 2005 in Bagdad
freigelassen.
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 13.02.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am fünfhundertfünfundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.13.02.06 - Foltervorwürfe gegen britische Soldaten. Video zeigt Misshandlung +++
Schiiten einigen sich auf zweite Amtszeit für Dschaafari +++ Kurden
fordern Regierungsbeteiligung der säkularen Irakischen Liste +++
Saddam Hussein tritt in Hungerstreik +++ Wachsende Angst um Irak-Geiseln...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0602130.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Angst vor dem Wettrüsten im Weltall
Di.13.02.07 - Die scharfen Attacken des russischen Präsidenten Wladimir Putin
gegen die USA beherrschten die öffentlichen Diskussionen
während der Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende. Der
jüngste Paukenschlag der aufstrebenden Weltmacht China im Weltall
wurde dagegen nur hinter den Kulissen erörtert. Einer der
Teilnehmer an den brisanten Gesprächen berichtete der
Nachrichtenagentur ddp, dass bei diesen internen Diskussionen das
«längst begonnene Wettrüsten im Weltall ein sehr
sorgenvolles Thema war».
Beim Austausch der Gedanken außerhalb des Münchner
Konferenzsaales ist nach Angaben von Diplomaten und Militärs der im
Januar gelungene Versuch der Chinesen, mit einer Anti-Satelliten-Rakete
von der Erde aus einen eigenen ausgedienten Satelliten auf seiner
Umlaufbahn im Orbit abzuschießen, «mit größter
Aufmerksamkeit registriert worden». China habe damit die
amerikanischen und russischen Bemühungen beim
«überirdischen Wettrüsten» bei weitem
überflügelt, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Das sei
ein «Schuss vor den Bug» vor allem der Amerikaner, aber auch
der Russen gewesen. China habe bewiesen, dass es Washington und Moskau
beim Kampf um die Vormacht im Weltall einmal ausschalten könne.
Peking könne jetzt ohne weiteres «feindliche Satelliten je
nach der erforderlichen Lage abschießen».
Putin hatte das Thema China und dessen Vormachtstreben im All
ausgespart. In allgemeiner Form hatte er lediglich wissen lassen, er
wolle in Kürze einen Vertrag zum Verbot einer Stationierung von
Waffen im Orbit vorschlagen. «Die Militarisierung des Weltalls
kann unabsehbare Folgen für die Weltgemeinschaft haben»,
betonte er. Die Welt stehe vor einer ebenso weitreichenden Gefahr wie
bei der Entwicklung der ersten Atomwaffen.
Der frühere amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson hatte
schon 1957 nach dem ersten für die westliche Hemisphäre
völlig überraschenden Start des sowjetischen
«Sputnik» zukunftsweisend erklärt: «Dort
draußen im Weltraum liegt jene überragende Stellung, von der
aus die totale Kontrolle über die Welt ausgeübt werden
kann».
Washington plane genau wie Russland und China den «Krieg im
Weltraum», erläuterten hochrangige Offiziere. Wenn nicht
schnell Waffen zum Schutz der eigenen Satelliten entwickelt würden,
drohe den Vereinigten Staaten ein «kosmisches Pearl
Harbor». «Dieses Trauma darf sich für uns nicht im All
wiederholen», sagte ein US-Offizier am Rande der Münchner
Sicherheitskonferenz. Der US-Flottenstützpunkt auf der Hawaii-Insel
Oahu wurde am 7. Dezember 1941 durch japanische Kampfflieger
angegriffen.
Der US-Staatssekretär für Rüstungskontrolle, Robert
Joseph, hatte schon Ende vergangenen Jahres einer «Reihe von
Staaten vorgeworfen, die Fähigkeit anzustreben, amerikanische
Raumfahrtsysteme anzugreifen und zu vernichten». Die Amerikaner
würden sich jedoch das Recht vorbehalten, sich "gegen feindliche
Angriffe und Störungen unseres Eigentums im Weltall zu
verteidigen». Um die eigene Vormacht im Weltraum zu sichern, haben
die USA auf der Peterson Airforce Base in Colorado ein
Weltraum-Kontrollgeschwader aufgestellt. Von dieser militärischen
Spezialeinheit werden Waffen für das All getestet. Die US-Armee
brauche «praktische Erfahrungen mit solchen Systemen, um mit
Russland und China mithalten zu können», heißt es in
den Anweisungen für das Geschwader.
(Quelle: ddp)
Offenbar Fortschritte bei Atomgesprächen mit Nordkorea
Di.13.02.07 - Bei den Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm gibt
es Fortschritte. Es seien «positive Ergebnisse» erzielt
worden, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am
Montag in Peking. Aus südkoreanischen Kreisen verlautete, man habe
sich bei Schlüsselthemen angenähert. Beide Gewährsleute
erklärten, die am Donnerstag aufgenommene Verhandlungsrunde solle
verlängert werden.
An den vorangegangenen vier Tagen drehten sich die Verhandlungen um die
Forderungen Nordkoreas, das als Ausgleich für die verlangte
Abschaltung seiner Atomanlagen umfangreiche Energielieferungen verlangt.
«Es hängt von den Nordkoreanern ab. Wir haben alles auf den
Tisch gelegt», sagte der amerikanische Unterhändler
Christopher Hill vor Beginn der Verhandlungsrunde vom Montag.
«Wir haben für mehrere Themen Auswege angeboten. Jetzt
müssen sie eine Entscheidung treffen.»
Grundlage für die nordkoreanischen Forderungen ist die einzige
Einigung, die bislang in den seit August 2003 laufenden Verhandlungen
erzielt wurde. So erklärte sich Nordkorea im September 2005
grundsätzlich zum Verzicht auf sein Atomgramm bereit, wenn es
dafür Sicherheitsgarantien und Hilfslieferungen vor allem im
Energiebereich für seine darniederliegende Wirtschaft bekomme. An
den Verhandlungen sind neben Nord- und Südkorea, die USA, Gastgeber
China, Russland und Japan beteiligt.
(Quelle: ap)
EU verschärft Gangart gegenüber Iran
Di.13.02.07 - Die EU setzt die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen gegen
Teheran um. Die 27 EU-Außenminister stimmten am Montag in
Brüssel der UN-Resolution vom 23. Dezember 2006 zu, mit der der
Iran zur Aussetzung seiner umstrittenen Urananreicherung gezwungen
werden soll.
«Der Iran weiß, was wir von ihm erwarten», sagte
EU-Außenbeauftragter Javier Solana. Zugleich machte er klar, dass
der Dialog aufrechterhalten werden solle. EU-Ratspräsident
Frank-Walter Steinmeier wertete die von Irans Chefunterhändler Ali
Laridschani am Sonntag in München gehaltene Rede als Signal, dass
auch Teheran an der Fortsetzung des Verhandlungsprozesses interessiert
sei.
Die vom Sicherheitsrat einstimmig beschlossene Resolution 1737
untersagt die Lieferung von Nukleartechnik an den Iran. Außerdem
sollen Vermögenswerte von Personen, die führend am iranischen
Nuklearprogramm mitarbeiten, eingefroren werden. Auslandsreisen dieser
Personen sollen verboten werden. Iraner sollen auch nicht mehr an
EU-Universitäten in Fachgebieten studieren dürfen, die
für das umstrittene Atomprogramm von Relevanz sein könnten.
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hatte vor Beginn des
Treffens in Brüssel davor gewarnt, sich an Sanktionen
«festzubeißen». «Ich denke, im Iran gibt es
Bewegung. Dort geschehen derzeit interessante Dinge», sagte er.
«Wir können nicht jedesmal über Sanktionen reden. Wir
müssen die Tür (für Verhandlungen) wirklich offen
halten.» Deutschlands Außenminister Steinmeier, sagte:
«Wir werden jetzt zu prüfen haben, ob die Vorschläge,
die aus dem Iran angekündigt sind, die Rückkehr zum
Verhandlungstisch ermöglichen.» Die Internationale
Atomenergie-Organisation (IAEO) soll am 21. Februar einen Bericht
vorlegen, ob Teheran den Aufforderungen der UN nachgekommen ist.
Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass Teheran unter dem
Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Entwicklung von
Atombomben arbeitet. Die EU zeigte sich weiterhin offen, mit Teheran
über eine langfristige Lösung des Atomkonflikts zu verhandeln.
Die UN-Vetomächte und Deutschland hatten im vergangenen Sommer
großzügige Wirtschaftshilfe angeboten, falls Iran die
Urananreicherung aufgibt.
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt
Israel erwägt Abbruch der Kontakte zu Abbas. Jerusalem erlaubt
Einwände gegen Arbeiten am Tempelberg
Di.13.02.07 - Israel erwägt wegen der Zusammenarbeit des
Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas mit der radikalen Hamas
einen Abbruch der Kontakte zu dem gemäßigten Politiker.
Sollte die von Abbas und der Hamas geplante Einheitsregierung den
internationalen Forderungen nach einer Anerkennung Israels und einem
Gewaltverzicht nicht nachkommen, werde die Regierung in Jerusalem diesen
Schritt ernsthaft prüfen, hieß es am Montag in
Regierungskreisen. "Das liegt tatsächlich in der Luft", sagte ein
Verteidigungspolitiker. Die Regierung nahm dazu nicht Stellung.
Ministerpräsident Ehud Olmert hatte es am Sonntag als zu früh
bezeichnet, die Palästinenser-Koalition zu beurteilen. Mit ihrem
Bündnis haben Hamas und die von Abbas geführte Fatah ihren
Machtkampf beendet, dem seit Dezember mehr als 90 Menschen zum Opfer
fielen. Zudem hoffen die Palästinenser darauf, dass die Koalition
den Weg zu einem Ende des internationalen Boykotts ebnet, der den
Gazastreifen und das Westjordanland an den Rand des wirtschaftlichen
Zusammenbruchs getrieben hat. Die internationale Gemeinschaft hat ihre
Unterstützung unterbrochen, nachdem die Hamas vor einem Jahr die
Regierung übernommen hat und auch an der Macht von ihrem Ziel einer
Zerstörung Israels nicht abrücken wollte.
Nach Kritik und Demonstrationen gegen die Arbeiten am Jerusalemer
Tempelberg hat die Stadtverwaltung Zugeständnisse gemacht.
Bürgermeister Uri Lupolianski will den Einwohnern nun erlauben, die
Pläne für den Neubau eines Fußgängerzugangs
einzusehen und Einwände dagegen einzubringen. Das würde die
Fertigstellung des Projekts verzögern.
Ein Sprecher der Stadtverwaltung unterstrich am Montag jedoch, die
derzeit laufenden Vorarbeiten, archäologische Grabungen, sollten
weitergehen. Der Mufti von Jerusalem, Mohammed Hussein, lehnte den
Vorstoß des ultraorthodoxen Bürgermeisters deshalb umgehend
ab. Die Grabungen seien das Problem, sagte er der Nachrichtenagentur AP.
Muslime befürchten, dass die Al-Aksa-Moschee beschädigt
werden könne.
Am Montag kam es erneut zu Protesten und Steinwürfen. Zwei
israelische Zivilpersonen und eine Polizistin wurden verletzt, wie die
Polizei mitteilte. Auch am Wochenende war es am Tempelberg zu
Ausschreitungen gekommen.
Der Sprecher der Stadt, Gidi Schmerling, sagte, der Prozess solle
transparent werden und es werde allen klar, dass heilige Stätten
des Islams nicht in Mitleidenschaft gezogen würden. Die
Baupläne sind bereits vom Stadtrat genehmigt worden. Das neue
Verfahren werde die Arbeiten wahrscheinlich verzögern, sagte
Schmerling. Nach bisheriger Planung sollte der Bau in sechs Monaten
beginnen und binnen eines Jahres vollendet sein. Die Stadtverwaltung
rechne mit tausenden Eingaben, hieß es.
Der Abgeordnete Arieh Eldad kritisierte die Entscheidung Lupolianskis.
Im israelischen Radio erklärte der Hardliner, der Kampf um den
Aufgang sei ein Kampf um die Souveränität von Jerusalem. Erst
am Sonntag hatte Ministerpräsident Ehud Olmert die Arbeiten gegen
Kritik in der islamischen Welt verteidigt. Der Fußgängerweg
soll einen vor drei Jahren bei einem Schneesturm schwer
beschädigten Zugang ersetzen.
Der Tempelberg, auf Arabisch Haram al Scharif (Das edle Heiligtum), ist
sowohl für die Muslime als auch für die Juden von
höchster Bedeutung. Auf dem Gelände befinden sich der
Felsendom und die Al-Aksa-Moschee - an diesem Ort stieg der Prophet
Mohammed nach islamischer Überlieferung in den Himmel auf. In
biblischer Zeit befand sich dort der Tempel Salomos. Die vom zweiten
Tempel erhaltene Westmauer ist als Klagemauer ein besonders
symbolträchtiger Gebetsort der Juden. Konflikte um den Tempelberg
waren mehrfach Auslöser heftiger Gewalt zwischen
Palästinensern und Israelis.
(Quellen: ap, rtr)
Venezuela setzt Verstaatlichungen fort
Di.13.02.07 - Venezuela hat einen weiteren Schritt zur Verstaatlichung strategischer
Wirtschaftsbereiche unternommen. Der Staat sicherte sich einen
bedeutenden Anteil an CANTV, dem größten venezolanischen
Telekommunikationsunternehmen. Die Regierung übernehme für 572
Millionen Dollar (441 Millionen Euro) den 28,5-Prozent-Anteil des
US-Konzerns Verizon, teilte der zuständige Minister Jesse Chacon am
Montagabend mit. Damit hält der Staat künftig 35 Prozent an
CANTV. Erst vergangene Woche hatte die venezolanische Regierung mit dem
US-Konzern AES vereinbart, den Mehrheitsanteil an Electricidad de
Caracas zu übernehmen, dem größte privaten
Stromversorger des südamerikanischen Landes.
(Quelle: ap)
Notstand nach Unruhen in Guinea ausgerufen
Di.13.02.07 - Nach den gewaltsamen Protesten vom Wochenende hat der Präsident
von Guinea den Notstand ausgerufen. Er habe die Streitkräfte
angewiesen, die Ordnung im Land wieder herzustellen, sagte
Präsident Lansana Conté am Montag im staatlichen Rundfunk.
Die Unruhen in dem westafrikanischen Land hielten weiter an, die Zahl
der Toten stieg auf mindestens 27.
Machete schwingende Jugendliche zogen am Montag durch die Hauptstadt
Conakry, gelegentlich waren auch Schüsse zu hören. Der
Flughafen von Conakry blieb den dritten Tag in Folge geschlossen. Die
Gewerkschaften starteten einen neuen Streik, um ihrer Forderung nach dem
Rücktritt Contés Nachdruck zu verleihen. Der Präsident
hatte mit der Berufung eines Ministerpräsidenten aus seinem
Kabinett gegen eine Vereinbarung mit der Opposition zur Teilung der
Macht verstoßen. Nach Angaben der Opposition kamen allein am
Samstag mehr als 30 Menschen bei den Unruhen ums Leben.
(Quelle: ap)
Klimawandel zwingt Europäer zum Wassersparen und zu
Küstenschutz
Di.13.02.07 - Der Klimawandel zwingt die Europäer zum Wassersparen, aber auch zu
verstärktem Hochwasserschutz. Während in Nordeuropa die
Niederschläge um zehn bis 40 Prozent zugenommen hätten, seien
sie in Südeuropa um bis zu 20 Prozent zurückgegangen, sagte
Deutschlands Umweltminister Sigmar Gabriel am Montag in Berlin bei einer
Konferenz zu den Folgen der Erderwärmung für den
Wasserhaushalt. Es handele sich um eines der drängendsten Themen im
Zusammenhang mit dem Klimawandel, sagte der SPD-Politiker.
Der Anstieg der mittleren Temperatur in Europa um bereits knapp ein
Grad führt nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern auch in Europa
zu einer Zunahme von «Extremereignissen» wie Hochwasser oder
Dürre. Die räumliche Verteilung von Niederschlägen kommt
demnach durcheinander, das Abschmelzen der Gletscher und der Anstieg
des Meeresspiegels hat Rückwirkungen auf das Grundwasser - mit
wiederum gravierenden Folgen nicht nur für Pflanzen und Tiere,
sondern auch für die Schifffahrt, Wasserversorgung,
Küstenschutz, Tourismus und Stromererzeugung.
Nötig sei ein sparsamerer Umgang mit Wasser, betonte Mogens Peter
Carl, Generaldirektor der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission. Der
Verbrauch müsse insgesamt gesenkt werden. So müssten zum
Beispiel Landwirte zu mehr Sparsamkeit ermuntert werden. Die
EU-Kommission erwäge darüber hinaus auch europweite
Initiativen zum Wassersparen in Haushalten und Industrie.
(Quelle: ap)
Sachverständige fordern G8-Pakt für den Klimaschutz
Di.13.02.07 - Nach den erschreckenden neuen Erkenntnissen zum Klimawandel haben die
Umweltsachverständigen der deutschen Regierung dringend neuen
Schwung für die internationalen Gegenmaßnahmen angemahnt. Der
Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen schlug am
Montag unter anderem einen neuen Pakt der G8-Länder und der
wichtigsten Schwellenländer vor, um die zähen UN-Verhandlungen
über neue Klimaschutzziele wieder in Fahrt zu bringen. Deutschland
soll dafür seine G8-Präsidentschaft nutzen.
«Nach den Fortschrittchen des internationalen Klimaschutzes
müssen nun Riesensprünge folgen, wenn nicht gar
Quantensprünge», sagte WBGU-Mitglied Margareta Kulessa.
Nötig sei eine Verminderung der weltweiten Treibhausgasemissionen
um die Hälfte bis 2050. Nur so könne die Erderwärmung auf
höchstens zwei Grad begrenzt und die Folgen noch
einigermaßen bewältigt werden. Dieses Zwei-Grad-Ziel solle
international in einer weiterentwickelten Klima-Rahmen-Konvention
festgeschrieben werden, forderte Kulessa.
Konkret nötig sei die Verpflichtung zu ehrgeizigen
Minderungszielen bei den Emissionen im Rahmen eines Abkommens für
die Jahre nach Ende des Kyoto-Protokolls 2012. Auch die USA als weltweit
größter Verursacher von Treibhausgasen und die Länder
an der Schwelle zur Industrialisierung müssten einbezogen werden,
sagte Kulessa.
Da ihnen verbindliche Verpflichtungen schwer fallen dürften, solle
der «Innovationspakt» eine Brücke bilden. Darin sollen
sich die größten Industrieländer und Russland, die
gemeinsam die G8 bilden, sowie die fünf großen
Schwellenländern Brasilien, China, Indien, Mexiko und
Südafrika auf gemeinsame Standards für Energiesparsamkeit und
für den Ausstoß von Kohlendioxid festlegen. «Der
Innovationspakt kann zögernden Ländern ein stärkeres
Engagement bei den Verhandlungen im Rahmen der UN-Klimakonvention
erleichtern», erklärte der WBGU. «So können die
G8-plus-5-Staaten zum Motor der internationalen Klimapolitik
werden.»
Umgesetzt werden sollen die Klimaschutzziele aus Sicht des WBGU mit
einer «Effizienzrevolution» bei Energie und einem
erheblichen Ausbau der erneuerbaren Energien. In beides muss nach
Einschätzung der Sachverständigen deutlich mehr Forschungsgeld
gesteckt werden. Kulessa warb dafür, die jährlichen Ausgaben
für Energieforschung aller Industrieländer, die Mitte der
90er Jahre bei etwa 1,3 Millionen Dollar gelegen hätten, bis 2020
zu verzehnfachen. Zielmarke sollten Jahresausgaben von zwölf
Milliarden Euro sein.
Dabei geht es unter anderem um die effiziente Nutzung von Biomasse als
Energieträger, aber auch eine sparsame Verfeuerung fossiler
Brennstoffe in hochmodernen Kraftwerken, die Strom und Wärme
gleichzeitig nutzbar machen.
Das Umwelt- und das Forschungsministerium begrüßten das
WBGU-Papier und unterstützten die Ziele in allgemeiner Form. der
deutsche Umwelt-Staatssekretär Michael Müller betonte, dass in
Deutschland eine Verminderung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020
durchaus möglich sei. Gegenüber dem neuen G8-plus-5-Abkommen
zeigte sich Müller allerdings reserviert. Alle Kraft solle auf die
UN-Verhandlungen konzentriert werden, sagte der SPD-Politiker.
(Quelle: ap)
Mehr zum Thema unter:
http://www.wbgu.de/
Kaufkriterien für umweltfreundliche PCs
Di.13.02.07 - Wer mit einem umweltfreundlichen und energieffizienten PC oder Notebook
arbeiten möchte, muss beim Kauf auf bestimmte Kriterien und
Komponenten achten. Denn für Privatanwender gibt es im Handel nur
wenige Computer zu kaufen, die mit dem "Blauen Engel" oder anderen
Gütesiegeln versehen sind und damit anspruchsvollen
ökologischen Erfordernissen entsprechen. Die meisten im Handel
erhältlichen Rechner seien vielmehr nicht umweltgerecht optimiert,
sondern unnötig leistungsstark, und verbrauchen deshalb viel zu
viel Energie, hat jetzt zum Beispiel das Ökoinstitut Freiburg bei
einer Marktanalyse festgestellt. Die angebotene Leistungsstärke
vieler Komponenten und Anwendungen sei in der Regel gar nicht
erforderlich und komplett nutzbar.
Vor allem Grafikkarte, Prozessor und Bildschirm verbrauchen viel zu
viel Strom. Besonders bei diesen Hardware-Teilen sollte man vor dem
Neukauf des PCs über den wirklichen persönlichen Bedarf
nachdenken. Oftmals kann bei der richtigen bedarfsgerechten Ausstattung
nicht nur viel Energie, sondern auch schon in der Anschaffung einiges
Geld gespart werden. Auch bei der Auswahl des Druckers kann man der
Umwelt einen guten Dienst erweisen: Papierverbrauch, Druckkosten und
Materialverbrauch (Toner oder Tinte) sind die Kriterien, mit denen sich
dabei umweltbewusst einkaufen lässt.
Alle Kriterien und Kaufempfehlungen für sparsame Computer-Hardware
hat das Ökoinstitut auf den Webseiten http://www.ecotopten.de/prod_computer_prod.php
und http://www.ecotopten.de/prod_drucker_prod.php
zusammengefasst.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)
Klimadebatte facht in Deutschland Atomstreit neu an
Di.13.02.07 - Die Debatte über den Klimaschutz hat auch den Atomstreit in der
großen Koalition neu entfacht. Die CDU hält eine längere
Nutzung der Kernkraft für unausweichlich, weil dabei kein
Kohlendioxid entsteht. Die SPD ist nach wie vor strikt dagegen. Sie
wehrte sich am Montag auch dagegen, schon jetzt Gorleben als deutsches
Atomendlager auszuwählen.
Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag will den Salzstock schnell zum
Endlager für hochradioaktive Abfälle erklären, den
Schacht Konrad zum Lager für schwach- und mittelradioaktive
Abfälle, wie eine Sprecherin bestätigte.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte jedoch, dies müsse in
der Koalition in Ruhe besprochen werden. Umweltminister Sigmar Gabriel
(SPD) betonte, es sei sinnlos, sich jetzt schon für Gorleben zu
entscheiden.
Im Kampf gegen den Klimawandel setzt die CDU auf einen stärkeren
Ausbau erneuerbarer Energien, aber auch längere Laufzeiten der
Atomkraftwerke. Dies betonte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla mit
Blick auf das neue Grundsatzprogramm der Partei. Der
CDU-Bundestagsabgeordnete und Mittelstandspolitiker Michael Fuchs
forderte in der «Bild»-Zeitung, den Atomausstieg noch in
dieser Wahlperiode zurückzunehmen. Zudem solle man
«mittelfristig auch über den Bau neuer Meiler reden».
Wer es mit CO2-Sparmaßnahmen ernst meine, komme um das Thema nicht
herum. Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) widersprach
dem entschieden. Nötig sei nicht die weitere Nutzung der
Atomkraft, sondern eine viel höhere Energieeffizienz.
Für eine «Effizienzrevolution» und den Ausbau
erneuerbarer Energien plädierte auch der Wissenschaftliche Beirat
der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Zudem
forderte der Beirat die Regierung auf, schon in den nächsten
Monaten während der Präsidentschaften in EU und G8-Gruppe neue
Klimaschutz-Initiativen zu starten. Vorgeschlagen wird unter anderem
ein Pakt der G8 mit den fünf wichtigsten Schwellenländern.
«Nach den Fortschrittchen des internationalen Klimaschutzes
müssen nun Riesensprünge folgen, wenn nicht gar
Quantensprünge», sagte WBGU-Mitglied Margareta Kulessa.
Dass zumindest die bereits im Kyoto-Protokoll zugesicherten
Minderungsziele von acht Prozent für die EU und 21 Prozent für
Deutschland bis 2012 erreicht werden, halten Umweltminister Gabriel und
die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission inzwischen
für gesichert. Hintergrund ist der Kompromiss im Streit über
die Verminderung von Treibhausgasen über den Emissionshandel von
vergangener Woche. Gabriel räumte ein, dass das deutsche Ziel
hätte gefährdet sein können, wenn Deutschland nicht die
schärferen Vorgaben der EU-Kommission akzeptiert hätte.
Die Pläne der Regierung, Neuwagen ab 2008 klarer nach Verbrauch
und Umweltbelastung zu kennzeichnen, traf unterdessen bei Automobilclubs
auf Zustimmung. Damit werde allerdings nur ein früheres
Versäumnis beseitigt, erklärte der Auto Club Europa. Denn die
bereits seit 2001 in der EU geltende Kennzeichnungspflicht sei in
Deutschland 2004 unzureichend umgesetzt worden. Der Verkehrsclub
Deutschland (VCD) legte einen konkreten eigenen Vorschlag zur
Kennzeichnung nach dem Vorbild von Elektrogeräten vor.
(Quelle: ap)
CDU strebt nach mehr Umwelt-Profil
Di.13.02.07 - Die CDU strebt eine deutliche Schärfung ihres umweltpolitischen
Profils an. Die Bevölkerung reagiere verstärkt auf den
Klimawandel, und dies werde sich im neuen Grundsatzprogramm
niederschlagen, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Montag
in Berlin. Deutschland brauche einen stärkeren Ausbau erneuerbarer
Energien bei gleichzeitig längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke.
Die entsprechende Arbeitsgruppe der Grundsatzprogrammkommission habe da
teilweise «sehr ehrgeizige Ziele formuliert».
«Man muss unserer Überzeugung nach einen doppelten Weg
gehen», sagte Pofalla nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums.
Manche Ziele der Arbeitsgruppe seien so exponiert, dass es darüber
in der Kommission sicherlich noch Diskussionen geben werde. Die
«Berliner Zeitung» berichtete unter Berufung auf einen
Programmentwurf, die CDU wolle den Anteil erneuerbarer Energien an der
Stromerzeugung bis zum Jahr 2020 auf 35 Prozent steigern. Das wäre
mehr als bei den Grünen, die im letzten Wahlprogramm von 25 Prozent
ausgegangen waren. Im Koalitionsvertrag sind 20 Prozent vereinbart.
Pofalla erklärte jedoch, die Grundsatzprogrammkommission tage erst
Ende Februar und werde dabei über die Ergebnisse aus den 19
Arbeitsgruppen beraten. Das gesamte Programm soll als Entwurf erst im
Mai vorliegen, der weitere Zeitplan sieht bis Ende Juni die Beratung in
den Landesverbänden vor. Am 1. und 2. Juli will die Parteispitze
auf einer weiteren Klausur einen Leitantrag für den Parteitag
vorbereiten, der für Dezember eingeplant ist. Das alte Programm
stammt aus dem Jahr 1994.
(Quelle: ap)
Früheres RAF-Mitglied Mohnhaupt kommt nach 24 Jahren vorzeitig frei
Di.13.02.07 - Das Oberlandesgericht Stuttgart entschied am Montag, Brigitte Mohnhaupt
werde am 27. März auf Bewährung freigelassen. Zu diesem
Zeitpunkt sei eine Freiheitsstrafe von 24 Jahren verbüßt. Das
Gericht sehe keine Anhaltspunkte für eine fortdauernde
Gefährlichkeit der 57-jährigen Mohnhaupt. Neue schwere
Straftaten seien nicht zu erwarten. Als Bewährungszeit nach der
Freilassung setzte das Gericht fünf Jahre an.
Mohnhaupt war als führendes Mitglied der linksextremen Rote Armee
Fraktion (RAF) unter anderem wegen Beteiligung an der Ermordung von
Generalbundesanwalt Siegfried Buback, des Bankiers Jürgen Ponto und
von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer sowie mehrfachen
versuchten Mordes am 2. April 1985 zu insgesamt fünf Mal
lebenslanger Freiheitsstrafe sowie zusätzlich 15 Jahren Haft
verurteilt worden. Im Revisionsverfahren vor dem Bundesgerichtshof wurde
1986 daraus in Folge einer Gesetzesänderung eine lebenslange
Freiheitsstrafe gebildet. Mohnhaupt sitzt seit ihrer Festnahme im
November 1982 in Haft.
Im vergangenen Frühjahr hatte das Oberlandesgericht Stuttgart
entschieden, dass wegen der besonderen Schwere der Schuld eine
Freilassung Mohnhaupts auf Bewährung frühestens nach 24 Jahren
Haft und nicht bereits nach 15 Jahren möglich sei. Diese
Mindesthaftzeit endet am 26. März, da Mohnhaupt zusätzlich zu
ihrer Haftstrafe noch mehrere kurzzeitige Erzwingungs- und
Ordnungsstrafen absaß.
Gegen die vorzeitige Freilassung der früheren Terroristin gibt es
vor allem in der CSU Widerstand. Drei weitere, führende ehemalige
RAF-Mitglieder sitzen noch in Haft. Der ebenfalls zu lebenslanger Haft
verurteilte Christian Klar hat bei Bundespräsident Horst
Köhler seine Begnadigung beantragt. Im Gefängnis sitzen zudem
noch Eva Haule und Birgit Hogefeld.
(Quelle: rtr)