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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertsechsundsiebzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
US-Militärberater warnen vor Niederlage wie in Vietnam.
Wiederaufbaukoordinator kritisiert US-Politik nach Invasion im Irak
Fr.02.03.07 - Die USA haben nach Einschätzung von amerikanischen
Militärberatern nur noch sechs Monate Zeit, um den Krieg im Irak zu
gewinnen. Experten warnen vor einer rapiden Verschlechterung der Lage
im Irak, die in einer Vietnam-ähnlichen Niederlage mit einem
überstürzten Abzug der Truppen enden könnte.
Das Beraterteam um den US-General David Petraeus, dem
Militärexperten und Islam-Spezialisten angehörten, sehe vor
allem in der ungenügenden Anzahl von Soldaten im Irak ein
Sicherheitsrisiko, berichteten mehrere britische Zeitungen am
Donnerstag. Trotz der Entsendung von mehr als 20 000 zusätzlichen
US-Soldaten seien immer noch nicht genügend Bodentruppen im Irak,
um die Aufständischen zu besiegen. Das sei vor allem für die
Hauptstadt Bagdad der Fall. Das Expertenteam habe außerdem vor
einer Auflösung der internationalen Koalition gewarnt, sowie einer
Zunahme von Gewalt im Süden des Landes, wo in den nächsten
Monaten 1600 britische Soldaten abgezogen werden sollen.
Der US-Koordinator für die Wiederaufbauhilfe im Irak, Timothy
Carney, hat die Politik seines Landes im ersten Jahr nach dem Sturz von
Saddam Hussein als "inkompetent und dumm" kritisiert. Hauptfehler sei
damals gewesen, keine Iraker in die Regierungsarbeit einzubinden, sagte
er am Mittwoch (Ortszeit) im US-Hörfunksender NPR. Die falsche
Vorstellung, das Land allein regieren zu können, habe den Konflikt
in die Länge gezogen und viele Menschenleben gekostet. Saddam
Hussein war im Frühjahr 2003 gestürzt worden.
(Quellen: dpa, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 02.03.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertundzwölften Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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UN-Menschenrechtlerin kritisiert US-Umgang mit
Guantanamo-Häftlingen
Fr.02.03.07 - UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour hat den Umgang der USA mit
den Gefangenen in Guantanamo abermals kritisiert. «Ich hoffe, dass
das amerikanische Justizsystem bald wieder seinem Ruf als Garant der
Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten gerecht wird und all
jene schützt, die unter der Amtsgewalt, Kontrolle, und deshalb
meiner Ansicht nach auch der Rechtsprechung der Vereinigten Staaten
sind», erklärte Arbour am Mittwoch in New York.
Sie bezog sich damit auf Entscheidungen von US-Gerichten, wonach
Guantanamo-Häftlinge nicht im US-Gerichtssystem gegen ihre zeitlich
unbegrenzte Inhaftierung vorgehen können. Es wird erwartet, dass
dieser Streit vom Obersten Gerichtshof entschieden wird. Dabei geht es
um das in der US-Verfassung garantierte Grundrecht, das Menschen vor
einer unrechtmäßigen Inhaftierung schützen soll.
«Ich bin sehr besorgt, dass es immer noch Inhaftierungen ohne
einen Prozess und mit einer meiner Ansicht nach unzureichenden
rechtlichen Kontrolle gibt», sagte Arbour auf einer
Pressekonferenz nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki
Moon.
(Quelle: ap)
Nationale Versöhnungskonferenz für Somalia im April
Fr.02.03.07 - Eine Nationale Versöhnungskonferenz für das
krisengeschüttelte Somalia wird ab Mitte April in der Hauptstadt
Mogadischu tagen. Die Konferenz zur Beilegung des 16-jährigen
Konflikts am Horn von Afrika werde am 16. April beginnen und zwei Monate
lang dauern, gab der somalische Übergangspräsident Abdullahi
Yusuf Ahmed am Donnerstag vor dem Parlament bekannt. Die somalische
Übergangsregierung hatte im Dezember und Januar in einer
gemeinsamen Offensive mit der äthiopischen Armee die in weiten
Teilen des Landes herrschenden islamistischen Freischärler
vertrieben. Seit dem Sturz des Machthabers Siad Barre 1991 gibt es in
Somalia keine reguläre Regierung.
(Quelle: afp)
Chinas Bevölkerung um fast sieben Millionen gewachsen
Fr.02.03.07 - Die Bevölkerung Chinas ist im vergangenen Jahr um fast sieben
Millionen Menschen gewachsen. Das bevölkerungsreichste Land der
Erde - jeder fünfte Mensch lebt in China - zählte Ende 2006
rund 1.314.480.000 Einwohner, wie das Nationale Statistikbüro in
Peking mitteilte. Das ist ein Plus von 6,92 Millionen. Männer
stellen mit 51,5 Prozent etwas mehr als die Hälfte. Auf 100
neugeborene Mädchen kamen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr
119,25 Jungen. In den Industrieländern liegt der Schnitt zwischen
104 und 107 Jungen. Peking geht daher davon aus, dass es in weniger als
15 Jahren rund 30 Millionen mehr Männer in heiratsfähigem
Alter geben wird als Frauen.
(Quelle: ap)
Wanderarbeiter in China - eine neue urbane Unterklasse
Fr.02.03.07 - Die Wanderarbeiter in China entwickeln sich laut einem Bericht von
Amnesty International immer mehr zu einer urbanen Unterklasse. Sie
leiden unter wirtschaftlicher Ausbeutung und sind
Aufenthaltsvorschriften unterworfen, die ihnen den Zugang zu
medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen verwehren, wie es in
dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht heißt.
Arbeitskräfte, die aus dem riesigen ländlichen Raum in die
Städte drängen, werden demnach häufig zu
Überstunden gezwungen und bereits für geringfügige
Vergehen wie Zuspätkommen oder das Verfehlen von Produktionsquoten
bestraft. Ihr Lohn werde häufig zurückgehalten, um sie daran
zu hindern, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Diese Praxis
führe außerdem dazu, die Löhne niedrig zu halten -
trotz steigender Nachfrage nach Arbeitern und einem jährlichen
Wirtschaftswachstum von mehr als zehn Prozent.
«Chinas so genanntes Wirtschafts-'Wunder' hat einen schrecklichen
menschlichen Preis - in den Städten lebende Landarbeiter erfahren
schlimmste Misshandlungen am Arbeitsplatz», erläutert die
stellvertretende Amnesty-Direktorin für den asiatisch-pazifischen
Raum, Catherine Baber, den 42-seitigen Bericht.
Der chinesische Außenamtssprecher Qin Gang räumt ein, dass
die Rechte von Arbeitern «an manchen Orten in China»
missachtet würden. Den Vorwurf von Amnesty International, wonach
das chinesische Wirtschaftswachstum auf Kosten der Menschenrechte gehe,
sei jedoch voreingenommen und unbegründet. Die Regierung
bemühe sich, Missbrauch abzustellen.
Wanderarbeiter übernehmen üblicherweise die am schlechtesten
bezahlten und gefährlichsten Jobs. Arbeitsverträge gibt es
häufig nicht, so dass sie dem Bericht zufolge in Streitfällen
mit dem Arbeitgeber meist den Kürzeren ziehen. Darüber hinaus
leiden sie unter den Aufenthaltsvorschriften, die die Menschen an ihren
Geburtsort binden. Zwar dürfen sie einen vorübergehenden
Wohnortwechsel beantragen, doch müssen sie dann für den
Schulbesuch extra bezahlen, werden im allgemeinen nicht versichert und
haben keinen Anspruch auf Sozialwohnungen. Das System liefere damit auf
Verwaltungsebene die Basis für die Diskriminierung von
Wanderarbeitern, sagt Baber.
Anita Chan, eine Expertin für den chinesischen Arbeitsmarkt und
chinesisches Recht an der Australischen Nationaluniversität,
bestätigt, dass sich Wanderarbeiter verbreiteter Diskriminierung
ausgesetzt sähen. Eine Reform der Aufenthaltsvorschriften vor drei
Jahren habe ihre Position allerdings verbessert. China verhängte
die Vorschriften kurz nach der Revolution 1949. Geregelt wurde, wo die
Menschen zu leben und zu arbeiten hatten und sogar, wen sie heiraten
konnten. Noch bis Anfang dieses Jahrzehnts ähnelte das System
stark den «Passgesetzen» aus der Zeit der Apartheid in
Südafrika.
Wachsender Wohlstand und größere persönliche Freiheiten
höhlten das System jedoch im Lauf der Jahre aus. In den
vergangenen Jahren zogen in China schätzungsweise 150 Millionen
bis 200 Millionen Menschen vom Land in die Städte, wo sie in
Fabriken und auf Baustellen maßgeblich zum rasanten
Wirtschaftswachstum beitrugen. Nach dem gewaltsamen Tod eines
Hochschulabsolventen in einem Internierungslager für
Wanderarbeiter ohne Papiere wurden die Bestimmungen 2003 gelockert. Die
Dokumente müssen nicht mehr mitgeführt werden, die Polizei
kann Migranten nicht mehr zwangsinternieren, und die Gebühren
für vorübergehende Aufenthaltsbewilligungen wurden gestrichen.
Auch die Privatisierung von Gesundheitsversorgung und Wohnungen hat die
Kluft zwischen Wanderarbeitern und Menschen mit dauerhaftem
Aufenthaltsrecht in Städten verringert, sagen Beobachter.
«Die Trennung bricht ein», erklärt Chan.
Dennoch sorgt das System dafür, dass Wanderarbeiter bei
Grundschul- und höherer Bildung deutlich benachteiligt werden.
Denn angesichts wachsender Konkurrenz um Hochschulplätze und Jobs
sind die Kosten dafür stark angestiegen. Städtische Schulen
erheben von Wanderarbeitern zusätzliche Gebühren, die diese
oft nicht zahlen können. Ihre Kinder müssen sie deshalb in
inoffiziellen Schulen unterbringen oder zu Hause auf dem Land lassen.
Experten zufolge leben daher rund 20 Millionen Kinder bei ihren
Großeltern oder anderen Verwandten in ihrem Heimatdorf. Viele
erhalten nur eine rudimentäre Schulbildung.
Chinesische Regierungsstellen erklären, über eine Reform des
Niederlassungsrechts werde beraten. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.
Eine völlige Abschaffung der Vorschriften wird laut Expertin Chan
von städtischen Beamten und Stadtbewohnern abgelehnt, die den
Zugang zu Dienstleistungen dann mit Wanderarbeitern teilen
müssten. Außerdem wünsche die chinesische Regierung,
ein gewisses Maß an Kontrolle über den Aufenthalt der 1,3
Milliarden Bürger zu behalten.
(Quelle: ap)
Japans Ministerpräsident Abe sieht keinen Beweis für
Zwangsprostitution im Zweiten Weltkrieg
Fr.02.03.07 - Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich offenbar von
einer grundlegenden Entschuldigung seines Landes für von
asiatischen Frauen im Zweiten Weltkrieg erzwungene Prostitution
distanziert. «Es gibt keinen Beweis dafür, dass Zwang (auf
Frauen) ausgeübt wurde, wie es zunächst geheißen
hatte», sagte Abe am Donnerstag vor Journalisten in Tokio. Abe
reagierte auf eine Resolution des US-Kongresses, Japan solle auch
formell die historische Verantwortung für das im Zweiten Weltkrieg
Frauen zugefügte Leid anerkennen und sich dafür entschuldigen.
Abes Vorgänger Junichiro Koizumi hatte 2001 sein «tiefes
Bedauern» über die Frauen von den japanischen
Streitkräften zugefügten «unermesslichen und
schmerzlichen Erfahrungen» ausgedrückt. In der regierenden
Liberaldemokratischen Partei gibt es aber dennoch Bestrebungen, die 1995
ausgesprochene Entschuldigung für Zwangsprostitution zu
relativieren.
(Quelle: ap)
Inuit wollen USA wegen Treibhausgasausstoß verklagen
Fr.02.03.07 - Als größter Verursacher von Treibhausgasen werden die USA
auf der ganzen Welt kritisiert. Die Inuit, die Ureinwohner aus dem
Norden Kanadas, wollen sich jetzt an die Menschenrechtskommission der
Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) wenden. «Der Punkt ist,
dass unsere Lebensweise bedroht ist», sagt Inuit-Sprecherin Sheila
Watt-Cloutier, die zusammen mit dem früheren
US-Vizepräsidenten Al Gore für den Friedensnobelpreis
nominiert wurde. Die Beratungen vor der Menschenrechtskommission der 34
Mitglieder zählenden OAS sollten am Donnerstag beginnen.
Die Inuit leben in Kanada, Russland, Grönland und Alaska. Sie
machen schon lange darauf aufmerksam, dass das Eis immer dünner
wird, was ihre Jahrtausende alte Lebensweise bedroht. Die meisten
Wissenschaftler sind sich inzwischen einig, dass die Arktis die erste
Region auf der Erde sein wird, in der die vom Menschen verursachte
Klimawandel zu spüren sein wird. Wenn nicht drastische
Maßnahmen gegen den Ausstoß an Treibhausgasen unternommen
werden, könnte das Eis der Arktis bis Ende des Jahrhunderts
geschmolzen sein. Die USA sind für ein Viertel der
klimaschädlichen Gase verantwortlich.
(Quelle: ap)
Laut UN-Bericht Klimawandel nicht mehr abzuwenden
Fr.02.03.07 - Die schwer wiegenden Folgen des globalen Klimawandels lassen sich
bestenfalls noch abmildern, aber nicht mehr verhindern. Zu diesem
Ergebnis kommt ein UN-Expertengremium in einem Weltklimabericht, der
der «Financial Times Deutschland» vorliegt. Der Bericht
wendet sich an politische Entscheidungsträger und fordert ein
schnelles Umsteuern. Die Experten rechnen fest mit mehr Hitzewellen,
Überschwemmungen, Stürmen, Waldbränden und Dürren.
Außerdem drohe ein empfindlicher Verlust an biologischer Vielfalt.
(Quelle: dpa)
EU-Verteidigungsminister beschließen Teilabzug aus Bosnien
Fr.02.03.07 - Die EU-Verteidigungsminister haben auf ihrem Treffen in Wiesbaden den
Teilabzug aus Bosnien-Herzegowina beschlossen. Die Minister hätten
«übereinstimmend» die Entscheidung zur Umsetzung des
ersten Teils eines Vier-Stufen-Plans getroffen, sagte Deutschlands
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Donnerstag nach der
ersten Arbeitssitzung.
Die erste Stufe sieht den Abzug von rund 3500 Soldaten, darunter rund
350 Bundeswehrsoldaten, in den kommenden Monaten vor. Jung sprach von
einem möglichen Zeitraum bis August. Nach dem Teilabzug solle
zunächst aber die Entwicklung der allgemeinen Lage beobachtet
werden, bevor über weitere Schritte entschieden werde, betonte
Jung. Spekulationen, die gesamte Mission könne bis Ende 2008
beendet sein, bezeichnete Jung als «Spekulation».
Die Verteidigungsminister hatten am Nachmittag ihre zweitägigen
Beratungen im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft
begonnen. Weitere Themen des ersten Tages waren die Verhandlungen
über den künftigen Status der von der UN verwalteten
serbischen Provinz Kosovo sowie die Übernahme der
Polizeiausbildung in Afghanistan durch die EU. Derzeit stellt
Deutschland 40 Ausbilder für die Polizei in Afghanistan. Jung
kündigte an, die Ausbildertruppe werde auf insgesamt 160
aufgestockt, darunter zusätzlich 30 Deutsche.
(Quelle: ddp)
Neue EU-Agentur für Grundrechte in Wien eröffnet
Fr.02.03.07 - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat am
Donnerstag in Wien die neue Grundrechteagentur der Europäischen
Union eröffnet. Die Einrichtung werde den Schutz der Grundrechte in
der EU weiter stärken, sagte Justizministerin Brigitte Zypries
(SPD) nach Angaben der Nachrichtenagentur APA. "Damit bekommt die EU ihr
eigenes Kompetenzzentrum in Sachen Grundrechte." Österreichs
sozialdemokratischer Bundeskanzler Alfred Gusenbauer sprach von einem
"Signal an die Menschen".
(Quelle: afp)
Straßenkämpfe bei Räumung von Jugendzentrum in
Kopenhagen
Fr.02.03.07 - Die Räumung eines von linksgerichteten Hausbesetzern bewohnten
Jugendzentrums in Kopenhagen hat am Donnerstag Straßenkämpfe
zwischen Polizisten und Demonstranten ausgelöst. Wie ein
AFP-Korrespondent berichtete, gingen hunderte Jugendliche am
frühen Abend in dem als Problemviertel geltenden Stadtteil
Nörrebro auf die Polizisten los, die ihrerseits Tränengas
einsetzten. Seit Beginn der Räumung am Morgen nahm die Polizei
nach eigenen Angaben mindestens 150 Menschen fest. Angaben über
mögliche Verletzte machte sie zunächst nicht. Der
dänische Sender TV2 berichtete, ein Deutscher sei am Kopf verletzt
worden.
Hunderte Jugendliche gingen mit Pflastersteinen, Flaschen und
Farbtöpfen auf die Beamten los. Die Polizei setzte Tränengas
ein. Die Straßenkämpfe begannen während einer
Kundgebung mit mehr als tausend Teilnehmern, nachdem hunderte
Einsatzkräfte das besetzte Jugendzentrum Ungdomshuset am Morgen
mit Unterstützung von Wasserwerfern, gepanzerten Fahrzeugen und
einem Hubschrauber geräumt hatten.
Polizeisprecher Flemming Steen Munch sagte, ein Verletzter sei ins
Krankenhaus gebracht worden. Genauere Angaben machte er nicht. Am
frühen Abend war unklar, ob es weitere Verletzte gab. Die Polizei
nahm im Jugendzentrum selbst und auf den umliegenden Straßen bis
zum Abend mindestens 150 Menschen fest. Viele der Festgenommenen waren
dem Sprecher zufolge Minderjährige, viele waren Ausländer.
Ein Anwohner sagte, der Polizeieinsatz in Nörrebro habe "wie die
Zerschlagung eines Terrornetzwerkes" gewirkt. Manche Eltern hatten in
den vergangenen Wochen vor dem Haus Wache gehalten, um ihre Kinder bei
dem zu erwartenden Polizeieinsatz zu schützen. Ein dänisches
Gericht hatte im August beschlossen, dass das Jugendzentrum
geräumt werden musste. Punks und Hausbesetzer hatten das
Gebäude für sich beansprucht, seitdem die Stadt es ihnen in
den 80er Jahren überlassen hatte. Unlängst kaufte eine
christliche Sekte das Haus und verlangte die Räumung.
(Quelle: afp)
Belegschaft und Politiker stemmen sich gegen Airbus-Sparplan
Fr.02.03.07 - Die Belegschaft und Teile der Politik stemmen sich gegen die geplante
Streichung tausender Stellen bei Airbus. In den vom Verkauf bedrohten
Werken Varel in Niedersachsen und Laupheim in Baden-Württemberg
verweigerten die Beschäftigten die Arbeit. Auch in Nordenham kam
es zu Arbeitsniederlegungen. Niedersachsens Landesregierung
kündigte an, sie werde den Personalabbau nicht hinnehme. In
Frankreich riefen die Gewerkschaften einen Streiktag aus. Airbus will
in Europa 10.000 Stellen streichen, davon 3700 in Deutschland und 4300
in Frankreich. Unterdessen hat Airbus alle Arbeiten an der
Frachtversion des Riesenairbus A380 bis auf weiteres gestoppt.
Der Flugzeugbauer habe volle Auftragsbücher und brauche jeden
einzelnen Arbeitsplatz, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter
Hirche (FDP). Er kündigte an, gemeinsam mit
Arbeitnehmer-Vertretern nach Lösungen zu suchen.
Die Chefin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, sagte, der von
Airbus-Chef Louis Gallois verkündete Sanierungsplan enthalte
"wenig Licht und viel Schatten". Die IG Metall sei bereit,
Gespräche über eine weitere Effizienzsteigerung und
flexiblere Arbeitszeiten zu führen. "Der Zug ist noch nicht
abgefahren", sagte Blankau mit Blick auf die geplanten
Werksverkäufe.
An den Airbus-Standorten Varel und Laupheim mit zusammen 2500
Beschäftigten gab es Proteste der Belegschaften. Der
stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Laupheim, Franz Hermann,
sagte, die Mitarbeiter dort seien "gefrustet und enttäuscht". Am
Freitag solle auf einer Betriebsversammlung über das weitere
Vorgehen beraten werden. Auch im niedersächsischen Airbus-Werk
Nordenham, das mit Hilfe von Investoren auf moderne Fertigungstechniken
umgestellt werden soll, legte ein Teil der Belegschaft die Arbeit
nieder.
Am Dienstag werde an allen französischen Standorten des
Flugzeugbauers für einen halben Tag die Arbeit niedergelegt, um
Demonstrationen gegen den Sparplan zu ermöglichen, sagte der
Ko-Vorsitzende des europäischen Airbus-Betriebsrats,
Jean-François Knepper, in Toulouse.
Knepper forderte Airbus-Chef Gallois auf, neu über die
Einsparungen zu verhandeln. "Es ist offensichtlich, dass Power8
zahlreiche Dinge enthält, die nicht annehmbar sind", sagte der
Vertreter der Gewerkschaft Force Ouvrière. Gallois habe "dem
Druck der Deutschen nachgegeben", weshalb in Frankreich nun mehr
Stellen gestrichen würden als in Deutschland.
Airbus hat alle Arbeiten an der Frachtversion des A380 bis auf weiteres
gestoppt. Grund seien die Stornierungen der Bestellungen der
vergangenen Monate, teilte ein Airbus-Sprecher in Paris mit. Airbus
werde aber weiter um Kunden für den A380F werben.
(Quelle: afp)
ver.di kündigt harten Widerstand gegen Telekom-Umbau an
Fr.02.03.07 - Die Gewerkschaft ver.di hat die Umbaupläne der Deutsche Telekom
scharf kritisiert. "Wir bedauern, dass sich der Konflikt nun zuspitzen
wird", sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder in Bonn der
Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.
Der Aufsichtsrat hatte zuvor gegen die Stimmen der
Arbeitnehmervertreter für die Gründung der neuen
Service-Einheit gestimmt, in die rund 50.000 Mitarbeiter der
Festnetzsparte T-Com eingebracht werden sollen.
Schröder verlangte von der Telekom-Führung verbindliche
Zusagen für die Sicherung von Standorten und den Ausschluss von
betriebsbedingten Kündigungen. Da dies nicht geschehen sei,
kündigte er eine Verschärfung der Protest an. Vor der Sitzung
des obersten Konzerngremiums hatten am Mittwoch 13.000 Mitarbeiter in
Bonn gegen die Gründung der neuen Einheit T-Service protestiert.
"Die Demonstration war nur der Auftakt und nicht das Ende", sagte
Schröder, der im Aufsichtsrat des Bonner Konzerns sitzt.
ver.di befürchtet, dass mit T-Service die Löhne massiv
gesenkt werden und Teile der neuen Einheit verkauft werden
könnten. Die Telekom wies dies zurück. Nach Angaben von
Schröder will die Telekom allerdings weitere Standorte der Tochter
Vivento Customer Service (VCS) verkaufen. Unter anderem in Suhl und
Cottbus waren bereits Call-Center verkauft worden.
(Quelle: dpa)
Fall Kurnaz: Akten fehlen, USA wollten angeblich Freilassung
Fr.02.03.07 - Der Fall des Ex-Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz hat durch
fehlende Akten im Untersuchungsausschuss sowie eine Äußerung
von US-Seite zu Bemühungen um seine Freilassung neue Brisanz
bekommen.
Der ehemalige US-Chefunterhändler für die Entlassung von
Guantánamo-Gefangenen, Pierre Prosper, widersprach Darstellungen
des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin, Washington habe Kurnaz aus
Sicherheitsgründen in dem US-Lager festhalten wollen. Die
US-Regierung habe den aus Bremen stammenden Türken ganz im
Gegenteil während seiner viereinhalbjährigen Haft immer
freilassen wollen, sagte Prosper im ARD-Magazin «Monitor».
AA-Sprecher Martin Jäger sagte dagegen am Donnerstag, wäre
das der Fall gewesen, sei nicht ersichtlich, was die USA an der
Entlassung hätte hindern können.
Unterdessen kam es zu einem Eklat im BND-Untersuchungsausschuss. Die
mit Spannung erwartete Vernehmung von Spitzen der Geheimdienste
platzte, weil wichtige Akten des Bremer Verfassungsschutzes fehlten.
Der Ausschuss beschloss deshalb einstimmig, dass der frühere sowie
der heutige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August
Hanning und Ernst Uhrlau, erst am 8. März gehört werden. Die
für diesen Tag geplante Vernehmung von Außenminister
Frank-Walter Steinmeier (SPD) wurde auf den 22. März verschoben.
Die Opposition bezeichnete das Fehlen der Akten als skandalös, die
Verschiebung der Vernehmung aber als «Sieg der Vernunft».
Prosper sagte, von dem Freilassungswillen der USA hätten sowohl
Deutschland als auch die Türkei gewusst. Kurnaz sei von der US-
Regierung auch deshalb zur Ausreise bestimmt gewesen, weil es sich bei
ihm nicht um einen Fall von erhöhtem Sicherheitsrisiko gehandelt
habe. Nur Gefangene dieser Kategorie sollten in Guantánamo auf
Kuba festgehalten werden. «Während meiner gesamten Amtszeit
hat Deutschland mir gegenüber niemals ein Interesse bekundet, und
ich war die Person, die innerhalb der US-Regierung dafür
zuständig war.»
Der Diplomat war von der Bush-Regierung von 2002 bis 2005 damit
beauftragt, mit den Herkunftsländern der
Guantánamo-Gefangenen über deren Rückführung zu
verhandeln. Für die Bundesregierung war allerdings nicht
Deutschland, sondern die Türkei das Herkunftsland von Kurnaz, der
in Bremen geboren und aufgewachsen ist, aber die türkische
Staatsbürgerschaft hat. Die SPD beharrt darauf, dass die USA
Kurnaz nicht freilassen wollten und verweist auf seine Einstufung in
Guantánamo als «feindlicher Kämpfer» im Jahr
2003. Zudem sagte Jäger, die Bundesregierung habe sich wiederholt
beim US-Außen-, Verteidigungs- sowie Justizministerium für
Kurnaz eingesetzt. «Fünf türkische Häftlinge
wurden freigelassen - warum nicht Herr Kurnaz?»
Der Obmann der Linksfraktion im BND-Untersuchungsausschuss, Wolfgang
Neskovic, sagte, sollte der «Monitor»-Bericht stimmen,
werde die Verteidigung der Entscheidung der rot-grünen Regierung
im Herbst 2002, Kurnaz nicht wieder einreisen zu lassen,
zusammenbrechen. SPD- Obmann Thomas Oppermann bekräftigte, Kurnaz
sei 2003 in Guantánamo als «feindlicher
Kämpfer» eingestuft worden.
Bei den fehlenden Akten aus Bremen geht es um Vermerke vom Februar 2002
zur Einschätzung der Gefährlichkeit von Kurnaz. Sie waren die
Grundlage dafür, dass die Geheimdienstchefs Kurnaz am 29. Oktober
2002 als Sicherheitsrisiko einstuften und die rot-grüne Regierung
die Wiedereinreise nach Deutschland nach einer Freilassung aus dem US-
Gefangenenlager Guantánamo ablehnte. Bei diesen Vermerken soll
es sich nach Angaben des Bremer Verfassungsschutzpräsidenten
Walter Wilhelm allerdings um Informationen vom
«Hörensagen» handeln.
Sein früherer Stellvertreter Lothar Jachmann sagte indessen:
«Eine bestätigte Information, dass Kurnaz gezielt nach
Pakistan aufgebrochen ist, um Al-Kaida-Verbindungen aufzunehmen oder
gar direkt in den Kampf zu ziehen, so etwas gab es nicht.» Im
ARD-Magazin «Monitor» erklärte er: «Wir hatten
alle nichts auf der Pfanne, weder die Amerikaner, noch der BND, noch
der Verfassungsschutz.» Die Bremer Grünen forderten den
sofortigen Rücktritt von Verfassungsschutzchef Wilhelm und eine
unabhängige Ermittlung zu den Vorgängen.
(Quelle: dpa)
Linke und Grüne warnen vor 'Gesinnungsjustiz'
Fr.02.03.07 - Linke und Grüne haben davor gewarnt, die Begnadigung des
früheren RAF-Terroristen Christian Klar von dessen politischer
Meinung abhängig zu machen.
Links-Fraktionschef Gregor Gysi warf am Donnerstag dem
baden-württembergischen Justizminister Ulrich Goll (FDP) vor,
Grundzüge der Rechtsstaatlichkeit verletzt zu haben.
«Hafterleichterungen werden nach dem Grad der Gefährdung der
Gesellschaft durch einen Inhaftierten und nach anderen Kriterien
gewährt, aber niemals nach der politischen Gesinnung», sagte
Gysi. Ob jemand pro- oder antikapitalistisch ist, sei für dies
Frage ohne Relevanz. Gysi nannte es «hanebüchen und
grundgesetzwidrig», dass «Herr Goll und andere Politiker
meinen, dass Hafterleichterungen prokapitalistische Ansichten und
Äußerungen voraussetzen».
Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth betonte: «Wir
brauchen keine Gesinnungsjustiz, die nach politischem Gusto
entscheidet.» Der Grad der Meinungsfreiheit bemesse sich gerade am
Umgang mit Meinungen, die einem nicht gefielen, sagte Roth der
«Netzeitung».
Klar sitzt seit 24 Jahren wegen mehrfachen Mordes im Gefängnis.
Nach seinem radikalen antikapitalistischen Grußwort an eine
marxistische Konferenz hatten Politiker von Union, SPD und FDP eine
Begnadigung abgelehnt, die derzeit von Bundespräsident Horst
Köhler geprüft wird. Baden-Württembergs Justizminister
Ulrich Goll (FDP) verwehrte Klar wegen seiner Äußerungen
zudem bereits in Aussicht gestellte Haftlockerungen. Roth betonte, der
Bundespräsident müsse die Möglichkeit haben, «auf
der Grundlage der geltenden rechtlichen Regeln und frei von politischer
Einflussnahme» zu entscheiden.
(Quelle: ddp)
BUND kritisiert Gesetzesnovelle zur Gentechnik
Fr.02.03.07 - Der Thüringer Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat
Pläne der Bundesregierung zur Änderung des Gentechnikgesetzes
scharf kritisiert. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) sei vor der
Genlobby eingeknickt, sagte BUND-Landesgeschäftsführer
Burkhard Vogel am Donnerstag in Erfurt. Mit seinen Plänen wolle er
die Gentechnik auch in Thüringen durch die Hintertür
einführen. Bislang gibt es im Freistaat keinen kommerziellen Anbau
von gentechnisch veränderten Organismen.
Allerdings sind den Angaben zufolge in diesem Jahr drei
Versuchsflächen für genveränderten Mais im Freistaat
angemeldet. In Friemar, Dachwig und Straußfurt sollen auf einer
Gesamtfläche von einem Drittel Hektar Versuche im Auftrag des
Bundessortenamtes durchgeführt werden. Die Thüringer Bauern
müssten daher um die Reinheit ihrer Pflanzen fürchten,
kritisierte Vogel. Winde oder Bienen könnten Pollen oder Samen des
genveränderten Mais weit verbreiten.
Auch der in der Gesetzesnovelle geforderte Abstand von 150 Metern
zwischen Feldern mit gentechnisch verändertem Mais und
herkömmlichen Pflanzen reicht nach Einschätzung des BUND bei
weitem nicht aus, um Verunreinigungen vorzubeugen. Experten
sprächen von mindestens fünf Kilometern, die zwischen den
Feldern liegen müssten.
Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch ein Eckpunktpapier zur
Abänderung des Gentechnikgesetzes verabschiedet, in dem Regeln
für den Freilandanbau von gentechnisch verändertem Mais
festgelegt werden. Danach soll der Abstand zu anderen Feldern mindestens
150 Meter betragen. Die Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln bleibt
unverändert. Gentechnisch veränderte Zutaten müssen
zudem weiter erst ab einem Anteil von 0,9 Prozent aufgeführt
werden.
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Forscher regt Volksentscheid zu Atomenergie an
Fr.02.03.07 - Einen Volksentscheid zur Atomenergie hat der Energieforscher Eberhard
Jochem angeregt. «Dies ist eine Frage an die Bürger»,
sagte der Züricher Wissenschaftler der Wochenzeitung «Die
Zeit». Die Bevölkerung solle darüber abstimmen, ob sie
das Risiko der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen in Kauf
nehmen oder lieber in sichere und nachhaltigere Energiesysteme
investieren wolle. «Am Ende ist das eine Werteentscheidung des
Volkes», sagte Jochem.
Als Vorbild für ein Atomkraft-Referendum nannte er die Abstimmung
in der Schweiz, wo sich die Mehrheit 2003 für die Option auf eine
Nutzung der Atomenergie ausgesprochen hatte.
Jochem betonte jedoch, dass Atomkraftwerke das Weltklima nicht
entscheidend beeinflussen könnten: «Sie können einen
Beitrag leisten - dort, wo es ökonomisch sinnvoll ist und politisch
akzeptabel.» Nach Jochems Angaben deckt die Atomkraft 17 Prozent
des globalen Strombedarfs, wobei Strom wiederum nur ein Fünftel
des gesamten Energiebedarfs ausmache.
(Quelle: ap)
Wissenschaftler aus aller Welt läuten internationales Polarjahr ein
Fr.02.03.07 - Mit Warnungen vor den Auswirkungen des Klimawandels haben
Wissenschaftler aus aller Welt das Internationale Polarjahr (IPY)
eingeläutet. Ein halbes Jahrhundert nach den Pionierfahrten und
Entdeckungsreisen des letzten Polarjahres 1957/58 sollen vor allem
Umwelt- und Artenschutz, aber auch die Entwicklung des Wetters erforscht
werden. Wissenschaftler aus 60 Nationen planen insgesamt 220 Projekte
für 1,5 Milliarden Dollar (derzeit gut 1,1 Milliarden Euro) zur
Zukunft von Arktis und Antarktis . Beteiligt sind auch zahlreiche
deutsche Experten.
Mit den Forschungsvorhaben soll insbesondere ermittelt werden, welchen
Einfluss die Erwärmung der Erde auf die empfindlichen
Ökosysteme der Polarregionen hat. Alaska, Sibirien und Teile der
Antarktis gehörten Studien zufolge in den vergangenen beiden
Jahrzehnten zu den Regionen mit den höchsten Temperaturanstiegen.
Nach Schätzungen der UN-Umweltbehörde IPCC droht im Arktischen
Ozean ein Großteil des Eises wegen des Treibhauseffektes
abzuschmelzen.
Die IPY-Projekte sind insgesamt auf zwei Jahre angelegt. Die zentrale
Zeremonie zum Start des Polarjahres fand in Paris statt; auch in Berlin
gaben Wissenschaftler feierlich einen Startschuss.
(Quelle: afp)
Deutschland bereitet Mond-Mission vor
Fr.02.03.07 - Deutschland bereitet eine eigene Mond-Mission vor. Wenn die
Bundesregierung kommendes Jahr grünes Licht gebe, könne
bereits 2013 eine unbemannte deutsche Sonde den Erdtrabanten umkreisen,
sagte Walter Döllinger, Direktor für Raumfahrtprogramme beim
Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der
«Financial Times Deutschland (FTD)» (Donnerstagausgabe). Ein
Sprecher des DLR bestätigte auf AP-Anfrage das Vorhaben.
Von der Bundesregierung kommen laut FTD wohlwollende Signale. «Es
gibt noch keine endgültige Festlegung. Wir sind aber nicht negativ
eingestellt», sagte der für Raumfahrt verantwortliche
Ministerialdirektor im Bundeswirtschaftsministerium, Helge Engelhard,
dem Blatt. Die Mission sollte eine «langfristige
Leuchtturmfunktion» haben.
Nach derzeitigem Stand der Planungen würde die deutsche Sonde den
Mond beispielsweise kartografieren, mit Radarstrahlen abtasten und exakt
vermessen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Langfristig hoffen
die Wissenschaftler, vom Mond wertvolle Rohstoffe auf die Erde
transportieren zu können - etwa das auf der Erde sehr seltene
Isotop Helium-3. Dieses Isotop könnte als Energieträger
für eine saubere Kernfusion genutzt werden.
Mit einer eigenen Mond-Mission würde Deutschland in den Kreis der
ambitionierten Raumfahrtnationen vorstoßen. Die USA, China, Indien
und Japan planen Mond-Missionen mit zum Teil bemannten Kapseln. In
Europa gibt es Pläne für unbemannte Mondsonden von den
Italienern und Briten.
(Quelle: ap)