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Irak am neunhundertneunundsiebzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Arabische Liga sieht irakische Regierung in der Pflicht. Saudi-Arabien
und Iran wollen Gewalt im Irak eindämmen. Chefredakteur irakischer
Zeitung in Bagdad ermordet. UNO rechnet mit 2,3 Millionen
Binnenflüchtlingen im Irak Fahnenflucht wegen Irakkrieg
Mo.05.03.07 - Die Arabische Liga sieht die irakische Regierung in der Pflicht, den
gewaltsamen Konflikt zwischen den verschiedenen Volks- und
Religionsgruppen im Irak zu beenden. Die Außenminister der Liga
forderten am Sonntag bei einem Treffen in Kairo die Führung in
Bagdad auf, die Verfassung zu ändern und Gesetze
zurückzunehmen, die Schiiten und Kurden bevorzugten.
Generalsekretär Amr Mussa deutete an, dass die arabischen Staaten
den Irak-Konflikt erneut vor den Weltsicherheitsrat bringen
könnten, falls die gegenwärtigen Bemühungen zu dessen
Beilegung scheitern sollten.
Die Erklärung der Außenminister ist der bislang deutlichste
Hinweis darauf, dass die mehrheitlich von Sunniten gestellten
arabischen Regierungen die irakische Führung für die seit
nahezu vier Jahren anhaltende Gewalt zwischen den Volksgruppen im Irak
verantwortlich machen. Die Verantwortung für die Beilegung des
Konflikts liege bei der Regierung in Bagdad und den irakischen
Führern. Ihre erste Pflicht müsse es sein, die
Bemühungen zur nationalen Aussöhnung wieder aufzunehmen,
hieß es in der Abschlusserklärung des Ministertreffens in
Kairo.
Ihre volle Unterstützung für die am kommenden Wochenende
geplante Regionalkonferenz über die Zukunft des Iraks macht die
Arabische Liga von Bedingungen abhängig. So müsse die
Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki die politische
Entwicklung des Landes auf eine breitere Grundlage stellen und der
Gewalt zwischen den verschiedenen Gruppen entgegenwirken. Weitere
Forderungen sind die Auflösung der schiitischen Milizen, ein
Verbot bewaffneter Demonstrationen und eine Entscheidung über
einen Zeitrahmen für den Abzug der ausländischen Truppen.
Saudi-Arabien und der Iran wollen gemeinsam ein Übergreifen der
religiös motivierten Gewalt im Nachbarland Irak auf die ganze
Region verhindern.
Dies habe Irans Präsident bei seinem ersten Besuch in
Saudi-Arabien mit König Abdullah vereinbart, sagte
Außenminister Prinz Saud al-Faisal am Samstag. Das Treffen der
regionalen Gegenspieler am Wochenende war international aufmerksam
beobachtet worden: Das sunnitisch geprägte Saudi-Arabien ist ein
eng Verbündeter der USA, der von Schiiten dominierte Iran ein
erklärter Gegner. Ob bei dem zweitägigen Besuch
Ahmadinedschads wie erwartet auch das umstrittene iranische Atomprogramm
zur Sprache kam, wurde zunächst nicht bekannt.
Abdullah und Ahmadinedschad sagten der saudischen Agentur SPA zufolge
der irakischen Regierung Unterstützung bei den Anstrengungen zu,
die nationale Einheit und die "Gleichheit seiner Bürger" zu wahren.
Aus saudiarabischen Regierungskreisen war zuvor verlautet, das
Königreich wolle den Iran davon überzeugen, bei der
Aussöhnung der Bevölkerungsgruppen im Irak zu helfen. Dort
greifen sich sunnitische und schiitische Muslime immer wieder
gegenseitig an. "Die beiden wiesen darauf hin, dass die
größte Bedrohung für die Muslime die Versuche sind, den
Streit zwischen Sunniten und Schiiten zu schüren", sagte Al-Faisal.
Saudi-Arabien und der Iran wollen gemeinsam mit Syrien im März an
einer Konferenz zur Lage im Irak teilnehmen.
Ahmadinedschad erklärte sich den Angaben zufolge zudem bereit, die
Bemühungen Saudi-Arabiens zur Entspannung der Situation im Libanon
zu unterstützen. Der Iran wird verdächtigt, im Libanon die
schiitische Hisbollah mit Geld und Waffen zu unterstützen. Iran und
Saudi-Arabien haben im erbitterten Machtkampf zwischen der
libanesischen Regierung und der Hisbollah-geführten Opposition
bereits mehrmals vermittelt.
Die Agentur machte keine Angaben dazu, ob die beiden Politiker auch
über Irans Atomprogramm sprachen. Iranische Medien hatten
berichtet, das Thema werde wohl auf der Agenda stehen. Von
saudiarabischer Seite hatte es geheißen, das Königreich wolle
Ahmadinedschad davon überzeugen, dem Drängen der
Staatengemeinschaft nachzugeben und die umstrittene Urananreicherung
auszusetzen. Wie die USA befürchtet auch Saudi-Arabien, dass der
Iran unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung der Atomenergie nach
Atomwaffen strebt. Die Führung in Teheran weist dies zurück.
Ein irakischer Journalist ist in Bagdad ermordet worden. Mohan el
Dhahr, Chefredakteur der unabhängigen Tageszeitung "El Maschrik",
wurde von unbekannten Tätern vor seinem Haus erschossen, berichtete
der Generalsekretär des irakischen Journalistenverbandes. Er sei
der 190. getötete Journalist im Irak seit des Einmarsches der USA
2003. El Dhahr, ein aus dem Süden des Landes stammender Schiite,
wurde in Dschamia'a ermordet, einem vornehmlich sunnitischen Viertel im
Westen Bagdads. Der irakische Ministerpräsident Nuri el Maliki
kündigte unterdessen eine Regierungsumbildung binnen zwei Wochen
an.
Wie die Regierungsumbildung genau aussehen und zu welchem Zeitpunkt sie
erfolgen werde, ließ Maliki jedoch offen. "Es kann diese Woche
sein, es kann die nächste sein", sagte Maliki. Der Regierungschef
steht wegen der andauernden Gewalt in seinem Land stark unter Druck.
Eine vor drei Wochen begonnene Sicherheitsoffensive von US-Truppen und
irakischen Streitkräften hat bisher noch keine Verbesserung der
Sicherheitslage gebracht.
Das UN-Flüchtlingskommissariat hat vor einem raschen Anstieg der
Zahl der Binnenflüchtlinge im Irak gewarnt. Bis zum Jahresende
könnten 2,3 Millionen Menschen in Landesinnern auf der Flucht
sein, sagte der UN-Hochkommisar Antonio Guterres vor Ministern der
Arabischen Liga in Kairo. Er forderte die arabische Welt auf, sich
für eine internationale Flüchtlingspolitik einzusetzen.
Derzeit leben 1,8 Millionen Menschen im Irak als
Binnenflüchtlinge. Jeden Monat kommen nach Angaben von Guterres
mindestens 40.000 Menschen dazu.
Der UN-Kommissar sprach von der stärksten Flüchtlingsbewegung
im Nahen Osten seit Gründung des Staates Israel und der damit
verbundenen Massenflucht der Palästinenser 1948. Mitte April
veranstaltet die UNO in Genf eine internationale Konferenz zum Thema
der irakischen Flüchtlinge.
Fahnenflucht wegen Irakkrieg: «Ich könnte niemandem das
Leben nehmen.» Für diese Überzeugung,
geäußert in einem Interview mit dem Hessischen Fernsehen
Anfang September 2006, will Agustin Aguayo notfalls ins Gefängnis
gehen. Der 35-jährige US-Soldat muss sich ab Dienstag wegen
Fahnenflucht und «Verpassens der Verlegung der Einheit» vor
einem amerikanischen Militärgericht in Würzburg verantworten.
Bis zu sieben Jahre Haft sieht das Militärgesetzbuch für seine
Taten vor.
Als das Fernseh-Interview aufgezeichnet wurde, war Aguayo seit drei
Tagen «AWOL» (Absent without leave) - er hatte sich
unerlaubt von der Truppe entfernt. Der Amerikaner mexikanischer
Abstammung war Ende 2002 freiwillig in die US-Armee eingetreten und
wurde im Februar 2004 zum ersten Mal in den Irak geschickt. Schon kurz
zuvor hatte er aus Gewissensgründen einen Antrag auf
Kriegsdienstverweigerung gestellt. Obwohl seine direkten Vorgesetzten
ihn dabei unterstützten, wurde der Antrag abgelehnt. Im Irak war er
ein Jahr lang im Sanitätsdienst, als Wache und als Fahrer
eingesetzt. Bei Wachdiensten habe er sein Gewehr nie geladen,
erzählte Aguayo dem Fernsehteam: «Das fühlte sich gut
an.»
Anfang September 2006 sollte der in Schweinfurt beim 18.
Infanterie-Regiment stationierte «Medical Specialist» mit
seiner Einheit dann zum zweiten Mal in den Irak abrücken. Er
weigerte sich und floh vom Stützpunkt, nachdem seine Vorgesetzten
angedroht hatten, ihn notfalls in Handschellen ins Flugzeug zu stecken.
24 Tage lang hielt sich der damals 34-jährige Vater von zwei
elfjährigen Zwillingstöchtern versteckt. Dann stellte er sich
in Kalifornien freiwillig den Behörden und sitzt nun im
US-Militärgefängnis in Mannheim in Untersuchungshaft. Nach
Angaben des Offenbacher Vereins Connection e.V. ist Aguayo der erste in
Deutschland stationierte US-Soldat, der sich öffentlich der
Verlegung in den Irak widersetzt hat.
Zweieinhalb Jahre lang kämpfte Aguayo vor US-Gerichten vergeblich
um seine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. Unterstützt wurde
er dabei von verschiedenen Friedensorganisationen in Deutschland und
den USA, die auch Geld für seine Verteidigung sammelten. Vor zwei
Wochen lehnte ein Berufungsgericht in Washington seinen Antrag
endgültig ab. Was bleibt, ist der Strafprozess vor dem
Militärgericht in den Würzburger Leighton Barracks. Die
Strafe, die ihn erwartet, nimmt der Gefreite bewusst in Kauf: «Es
ist besser, im Gefängnis zu sitzen, als an einem Krieg
teilzunehmen», sagte Aguayo. Nach einem Bericht der Armee-Zeitung
«Stars and Stripes» will sich der 35-Jährige wegen des
Vorwurfs des «Verpassens der Verlegung der Einheit», nicht
aber wegen Fahnenflucht schuldig bekennen.
Eine Reihe von Protestveranstaltungen wurde von den Unterstützern
Aguayos bereits angekündigt. Am Samstag machten etwa 30
Demonstranten mit einer Kundgebung in der Würzburger Innenstadt auf
den bevorstehenden Prozess aufmerksam. Die Kundgebung finde zeitgleich
mit Aktionen in Berlin, Mannheim, Rom und Philadelphia statt, sagte
Belinda Brechbilder vom «Würzburger
Friedensbündnis». Am heutigen Montag ist eine Pressekonferenz
in Berlin geplant. Zum Prozessauftakt am Dienstag um 9.00 Uhr soll es
vor dem Tor der Leighton Barracks eine dreieinhalbstündige
Mahnwache für Aguayo geben. Die Familie des
Kriegsdienstverweigerers wird aus den USA anreisen, um beim Prozess
dabei zu sein.
(Quellen: afp, rtr, ddp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 05.03.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertundfünfzehnten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
So.05.03.06 - Mindestens neun Tote bei Gewalttaten. Seit Anschlag auf Goldene
Moschee in Samarra mehr als 500 Menschen getötet +++ Verhärtete
Fronten im Streit um erneute Kandidatur des Schiiten al-Dschafari
für das Amt des Regierungschefs +++ Blair bringt bei
Irak-Entscheidung Gott ins Spiel: In einem Interview machte der britische Regierungschef seine
religiöse Nähe zu Bush im Irak-Krieg deutlich...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0603050.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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16 Tote bei Anschlag auf US-Konvoi in Ostafghanistan
Mo.05.03.07 - Ein Selbstmordanschlag auf einen US-Militärkonvoi hat in
Ostafghanistan 16 Menschen das Leben gekostet. Nach dem Anschlag
schossen die amerikanischen Soldaten ums sich und töteten oder
verletzten möglicherweise mehrere Zivilpersonen, wie Behörden
der Provinz Nangarhar am Sonntag mitteilten. Insgesamt wurden 25 weitere
Menschen verletzt. Mehrere hundert Afghanen demonstrierten gegen das
Vorgehen der US-Truppen.
Unklar war, wie viele Menschen bei der Explosion des mit Sprengstoff
beladenen Minivans getötet und verletzt wurden, der von einem
Selbstmordattentäter in die Militärkolonne gesteuert wurde.
Danach schossen Aufständische nach Behördenangaben aus drei
Richtungen auf die US-Soldaten. Diese erwiderten das Feuer, wie die
amerikanischen Streitkräfte erklärten. Ein Sprecher betonte,
die getöteten Zivilpersonen könnten auch von
Aufständischen erschossen worden sein. Augenzeugen sagten,
amerikanische Soldaten hätten aus drei Autos heraus
willkürlich auf ein Zivilfahrzeug geschossen.
US-Soldaten am Ort des Anschlags löschten Fotos von einem
AP-Fotografen und das Video eines Kamerateams der
Fernsehnachrichtenagentur APTN. Der APTN-Kameramann berichtete, auch
Aufnahmen anderer Journalisten seien gelöscht worden. Die
US-Soldaten gehörten nicht zur NATO-Schutztruppe ISAF;
möglicherweise handelte es sich um eine Sondereinheit.
Bei weiteren Kämpfen im südlichen Afghanistan wurden zwei
NATO-Soldaten getötet, wie die ISAF in Kabul mitteilte. Über
die Nationalität der Soldaten wurden zunächst keine Angaben
gemacht. In der Provinz Helmand sind überwiegend britische und
kanadische Truppen im Einsatz.
Im Westen Afghanistans wurden am Samstag zwei Menschen bei einem
Bombenanschlag getötet. 17 weitere wurden den Angaben zufolge
verletzt, als der Sprengsatz auf der Straße zwischen Herat und dem
Flughafen der Stadt detonierte. Der Westen Afghanistans gilt als
verhältnismäßig ruhig. Im vergangenen Jahr nahm jedoch
die Zahl der Anschläge in der Region zu.
Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta warf Pakistan
am Samstag terroristisches Verhalten vor. «Pakistan sollte Terror
nicht als Mittel der Außenpolitik einsetzen», sagte Spanta
vor Parlamentariern. «Ich würde mir wünschen, die
internationale Gemeinschaft würde Staaten, die die Taliban
unterstützen, nicht belohnen.»
Die afghanische Regierung beschuldigt Pakistan immer wieder,
islamischen Extremisten Unterschlupf zu gewähren. Pakistan weist
diese Vorwürfe zurück und versichert, den Terrorismus mit
allen Mitteln zu bekämpfen. Am Freitag meldete der pakistanische
Geheimdienst die Festnahme des früheren Verteidigungsministers der
Taliban, Mullah Obaidullah Achund. Eine offizielle Bestätigung
seitens der Regierung gab es zunächst jedoch nicht.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Israel will von USA Boykott von palästinensischer
Einheitsregierung. Keine Einigung bei Treffen von Abbas und Hanija
Mo.05.03.07 - Zwei Mitarbeiter des israelischen Regierungschefs Ehud Olmert wollen in
den USA für einen Boykott einer palästinensischen
Einheitsregierung werben. Joram Trubowicz und Schalom Turjeman seien am
Samstag in die USA gereist, sagte eine Sprecherin der israelischen
Regierung am Sonntag. Geplant sei ein Gespräch mit dem Nationalen
Sicherheitsberater der USA, Stephen Hadley. Ziel sei es, das neue
Treffen von Olmert mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas
vorzubereiten. Dieses könne Mitte März stattfinden.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und
Ministerpräsident Ismail Hanija haben sich bei einem Treffen am
Sonntagabend nicht auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung einigen
können. Es habe keine Fortschritte gegeben, teilte
Regierungssprecher Gahsi Hamad nach dem dreistündigen
Gespräch in Gaza mit.
Die beiden hofften, bis zum Ende der Hanija für die Bildung einer
Regierung eingeräumten Frist in zwei Wochen eine Einigung zu
erzielen, erklärte der Sprecher weiter. Zuvor war von einem
möglichen Durchbruch noch in dieser Woche die Rede gewesen. Abbas
und Hanija verhandeln auf der Grundlage der Einigung, die Fatah und
Hamas im vergangenen Monat in Mekka erreicht hatten. Die
radikalislamische Hamas hatte am Samstag ihre Mitglieder für die
angestrebte neue Regierung benannt.
(Quellen: afp, ap)
Friedensplan für die Elfenbeinküste unterzeichnet
Mo.05.03.07 - Die rivalisierenden Kräfte im westafrikanischen Staat
Elfenbeinküste haben am Sonntag im benachbarten Burkina Faso einen
Friedensplan unterzeichnet, der dem seit 2002 geteilten Land die
Rückkehr zur Demokratie erlauben soll. Die Vereinbarung wurde in
Ouagadougou von Staatspräsident Laurent Gbagbo und
Rebellenführer Guillaume Soro unterzeichnet.
Vorgesehen ist, dass beide Seiten innerhalb von fünf Tagen
zusammenkommen, um eine neue Regierung zu bilden. Danach sollen unter
anderem ein Amnestieprogramm in Kraft gesetzt und regierungsnahen
Milizen aufgelöst werden. Im Oktober sollen Wahlen in der
Elfenbeinküste stattfinden.
Das Land ist seit einem Umsturzversuch der Rebellen 2002 geteilt. Sie
beherrschen den Norden, die Regierung den Süden der
Elfenbeinküste. Eine etwa 10.000 Mann starke Truppe der Vereinten
Nationen und Frankreichs sichert derzeit den Frieden.
(Quelle: ap)
Mehrere Journalisten im Iran festgenommen
Mo.05.03.07 - Der iranische Staatssicherheitsdienst hat mehrere Journalisten
festgenommen, die Geld aus dem Ausland erhalten haben sollen. Die
Festgenommenen hätten gestanden, Geld genommen zu haben, um
Material zu veröffentlichen, das gegen die Sicherheitsinteressen
des Landes gerichtet sei, meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA
am Sonntag unter Berufung auf das Geheimdienstministerium. Zur Zahl der
festgenommenen Journalisten wurden keine Angaben gemacht. Auch ging aus
der Meldung nicht hervor, wo genau die Festnahmen erfolgten. Die
betreffenden Journalisten wurden als Separatisten bezeichnet.
(Quelle: ap)
China steigert Militärhaushalt drastisch
Mo.05.03.07 - China steigert seinen Militärhaushalt auch in diesem Jahr wieder
drastisch um 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das berichtete der
Sprecher der diesjährigen Plenarsitzung des Volkskongresses, Jiang
Enzhu, am Sonntag in Peking.
Die Verteidigungsausgaben wachsen damit wieder deutlich schneller als
der gesamte Haushalt. Die rund 3000 Delegierten des Volkskongresses
beginnen am Montag ihre Jahrestagung, an deren Ende am 16. März der
neue Verteidigungshaushalt angenommen wird.
Der neue Verteidigungsetat liegt mit 350,92 Milliarden Yuan (heute 34,3
Milliarden Euro) um 52,99 Milliarden Yuan (5,2 Milliarden Euro)
über den Ausgaben des Vorjahres. Nach diesen Angaben sind die
tatsächlichen Verteidigungsausgaben 2006 aber schon deutlich
höher gewesen als geplant. Mit fast 300 Milliarden Yuan wurden der
ursprüngliche Militäretat von 283 Milliarden Yuan und die
vorgesehene Steigerungsrate von 14,7 Prozent deutlich überschritten.
Der Sprecher betonte, der Anteil der Militärausgaben am gesamten
Haushalt liege bei 7,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 7,4 Prozent. Die USA
gehen aber davon aus, dass der eigentliche Verteidigungshaushalt Chinas
etwa zwei bis drei Mal so groß ist, wenn alle Ausgaben für
das Militär aus anderen Haushaltsposten mitgerechnet werden.
(Quelle: dpa)
China will mehr für den Umweltschutz tun
Mo.05.03.07 - Mit einem Bekenntnis zu mehr Umweltschutz hat der chinesische
Ministerpräsident Wen Jiabao den jährlichen Volkskongress in
Peking eröffnet. Die Regierung werde kleinere Kraftwerke und
veraltete Anlagen der Stahl-, Aluminium und Zementindustrie
schließen, kündigte Wen am Montag vor den Delegierten an.
Über Steuern, Preise und die Kräfte des Marktes sollten
Energieeinsparungen und Umweltschutz gefördert werden.
Die armen ländlichen Gebiete Chinas sollen nach den Worten Wens
künftig mehr vom wirtschaftlichen Boom des Landes profitieren. Die
soziale Gerechtigkeit müsse gewahrt bleiben und alle Menschen
müssten an den «Früchten der Reformen und der
Entwicklung» teilhaben, erklärte der Regierungschef. So
sollen die Ausgaben etwa für Landwirtschaft, Schulen und
Krankenhäuser auf dem Land um 15 Prozent steigen.
Als Wachstumsziel für die chinesische Wirtschaft nannte Wen acht
Prozent. Im vergangenen Jahr legte die Konjunktur um 10,7 Prozent zu.
Die Regierung gibt normalerweise zu Jahresbeginn ein eher niedrigeres
Ziel aus, um es später der Wirtschaftsentwicklung anzugleichen.
Der Ministerpräsident kündigte zudem eine Stärkung des
Bildungs- und des Gesundheitssystems an. International werde China mit
anderen Nationen zusammenarbeiten, um weltweiten Sicherheitsgefahren zu
begegnen. Peking werde sich außerdem einer Unabhängigkeit
Taiwans widersetzen, bekräftigte Wen. Die Regierung strebe
Gespräche mit Gruppen in Taiwan unter der Bedingung an, dass diese
China und Taiwan als eine Nation anerkennen.
(Quelle: ap)
EU-Gipfelentwurf sieht radikale Kohlendioxidreduzierung vor
Mo.05.03.07 - Angesichts der drohenden Erderwärmung sollen die Industrienationen
nach den Vorstellungen der Bundesregierung ihren
Kohlendioxidausstoß bis 2050 um 60 bis 80 Prozent reduzieren.
Dies gehe aus dem Entwurf der deutschen EU-Ratspräsidentschaft
für die Gipfelerklärung hervor, berichtete das
Düsseldorfer «Handelsblatt» (Montagausgabe) vorab.
Stimme der EU-Gipfel diesem Ziel am Freitag zu, wolle die deutsche
G8-Präsidentschaft diese Forderung auch auf dem
Weltwirtschaftsgipfel im Juni vertreten.
Die EU solle ihren Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020
gegenüber 1990 um 30 Prozent senken, schrieb die Zeitung.
Allerdings habe sich Berlin nicht mit der Forderung durchgesetzt,
zumindest eine 20-prozentige Senkung für alle EU-Staaten
verbindlich festzuschreiben. Nun sei in dem Entwurf nur noch von einer
«entschiedenen Festlegung» die Rede. Etliche EU-Staaten
hätten gegen verpflichtende Reduktionsziele sowie eine genaue
nationale Zuweisung protestiert und auf regionale Besonderheiten
verwiesen. Nun sei von einer EU-internen Lastenverteilung die Rede.
Für Deutschland bedeute dies wahrscheinlich, dass es bis 2020 mehr
als 20 Prozent seiner Kohlendioxidmissionen einsparen muss.
(Quelle: ddp)
Berlin will Unternehmensteuerreform im Bundesrat ablehnen
Mo.05.03.07 - Das Land Berlin will die geplante Unternehmensteuerreform der
großen Koalition nicht mittragen. Der Berliner SPD-Partei- und
Fraktionschef Michael Müller kündigte im
«Tagesspiegel» (Montagsausgabe) an, Berlin werde im
Bundesrat mit Nein stimmen. Der Gesetzentwurf des Reformwerkes, das die
Unternehmen vom kommenden Jahr an um fünf Milliarden Euro entlasten
soll, soll am 14. März das Kabinett passieren und wird
anschließend Bundestag und Bundesrat zugeleitet.
Müller sagte, für Berlin bedeute die geplante Absenkung der
Körperschaftsteuer einen Einnahmeausfall von jährlich 200
Millionen Euro. «Das macht die Konsolidierungsbemühungen des
Landes zunichte».
Auch aus Gründen der Steuergerechtigkeit lehne Berlin die
Unternehmensteuerreform ab, sagte Müller. Den Bürgern werde
mit der Kürzung der Pendlerpauschale und Erhöhung der
Mehrwertsteuer viel abverlangt. Die Unternehmen seien dagegen schon bei
der Gewerbesteuer entlastet worden. In Berlin regiert die SPD in
Koalition mit der Linkspartei.PDS.
Auch die nordrhein-westfälische SPD kritisierte die
Unternehmensteuerreform. Sie beschere dem Staat auf Dauer zu hohe
Einnahmeverluste, sagte die Landesvorsitzende Hannelore Kraft der
«Bild am Sonntag». Wenn einerseits Unternehmen entlastet
würden, zugleich aber die Mehrwertsteuer steige und eine bessere
Kinderbetreuung durch Umschichtungen bei anderen Familienleistungen
bezahlt werden solle, entspreche das nicht dem Empfinden von sozialer
Gerechtigkeit.
(Quelle: ap)
DGB-Chef Sommer fordert Einigung auf gesetzlichen Mindestlohn
Mo.05.03.07 - Vor dem Koalitionsgipfel am Montagabend hat DGB-Chef Michael Sommer
eine Einigung auf einen gesetzlichen Mindestlohn gefordert.
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wolle am Montag zwar
bei der Ausweitung tariflichen Mindestlohns auf weitere Branchen
vorankommen, sagte Sommer dem "Tagesspiegel". Das dürfe aber nicht
alles sein. "Denn in vielen Branchen haben wir so niedrige Löhne,
die nicht tariflich geregelt sind", sagte Sommer. "Da brauchen wir
gesetzliche Mindestlöhne."
Sommer sagte, wenn der Mindestlohn komme, müssten höhere
Preise hingenommen werden. "Häufig wird vor eine Abwanderung der
Kunden ins Ausland gewarnt", sagte Sommer dem Blatt. "Ich kenne nicht
viele Leute, die sich im Ausland die Haare schneiden lassen." Das Thema
sei der Lackmustest, ob die Bundesregierung überhaupt auf die
Arbeitnehmer eingehe. "Im Moment spielt die Koalition Mikado: Wer sich
bewegt, hat verloren. So kann es nicht weitergehen", sagte Sommer.
Müntefering will am Montag den tariflichen Mindestlohn, der
bereits auf dem Bau und für Gebäudereiniger gilt, auch auf
Friseure, Sicherheitsleute und Beschäftigte der Postdienstleister
ausweiten. Der vom DGB geforderte gesetzliche Mindestlohn würde
noch einen Schritt weitergehen. Weil die Union (000910.KS - Nachrichten)
derzeit beides ablehnt, ist ein Durchbruch im Kanzleramt nicht in Sicht.
(Quelle: afp)
'Prekäre' Löhne: 4 Euro für Brief-Zusteller
Mo.05.03.07 - Mit intensiverem Wettbewerb und dem nahenden Ende des Briefmonopols der
Deutschen Post rücken die Arbeitsbedingungen der Zusteller immer
stärker ins Blickfeld. Gewerkschaften und Politik sowie die um
ihre Pfründe fürchtende Deutsche Post haben
"Hungerlöhne" bei neuen Konkurrenten des Bonner Konzerns ins
Visier genommen.
Post-Personalvorstand Walter Scheurle ist besorgt: Die Post könne
sich gezwungen sehen, sich hier ebenfalls nach unten anzupassen, wenn
dem Trend zur "Prekarisierung" nicht Einhalt geboten werde. Scheurle
stellte neue Anbieter pauschal an die Wand: Sie setzten "primär
auf Kostenvorteile durch prekäre Beschäftigung".
Während die Post ihren Zustellern eine "sozial und tariflich
gesicherte und auskömmlich bezahlte" Arbeit biete, folgten sie dem
"Geschäftsmodell Lohndumping". Wenn sich diese Entwicklung
fortsetze, drohe die Gefahr, dass der gesamte Markt -
einschließlich der Arbeitsplätze bei der Post - mit rund
200.000 Beschäftigten "insgesamt in die Zone der Niedrig- und
Armutslöhne abgleitet".
Scheurle brachte schon vor Wochen als Optionen die Einführung von
Mindestlöhnen oder eines Flächenvertrags ins Spiel. Nach
einem von ver.di in Auftrag gegebenen Gutachten liegt der Anteil der
geringfügig Beschäftigten bei neuen Anbietern bei fast zwei
Drittel, während es beim "Gelben Riesen" im Briefdienst nur ein
Prozent sei. Das Lohnniveau liege um mindestens 30 Prozent unter dem
bei der Post. Die durchschnittlichen Stundenlöhne in
Westdeutschland lägen bei 7,00 Euro und in Ostdeutschland bei 5,90
Euro. Die Entlohnung bei den Post- Konkurrenten habe zum Teil "eine
ausbeuterische Qualität" angenommen, berichtete die Gewerkschaft
DPVKOM. "Stundenlöhne um 4,00 Euro und 1000 Euro Monatslöhne
für eine 45-Stundenwoche sind keine Seltenheit."
Als stärkste Post-Konkurrenten sind bisher die PIN AG
(gestützt von den Zeitungsverlagen Springer, Holtzbrinck und WAZ)
und die deutsche Tochter des niederländischen Konzerns TNT
aufgetreten. Mit Lohn- oder Sozialdumping habe das Unternehmen nichts
zu tun, erklärte TNT. Es gebe unter den rund 1000 alternativen
Postdienstleistern einige "schwarze Schafe", die über Lohn- und
Sozialdumping versuchten, Marktanteile zu gewinnen. "Wir als TNT Post
beteiligen uns nicht daran und möchten uns ausdrücklich davon
distanzieren." Angesichts des verstärkten Drucks wollen PIN und
TNT jetzt mit ver.di zu Vereinbarungen kommen.
Im Zuge der Liberalisierung haben Post-Konkurrenten ihren Anteil im
Briefmarkt bereits kontinuierlich bis auf etwa sieben bis acht Prozent
ausbauen können. Bei ihnen sind insgesamt rund 45.000 Mitarbeiter
beschäftigt. Die Post hat noch ein Restmonopol für die
Zustellung von Sendungen bis 50 Gramm. Hierunter fallen etwa drei
Viertel des Briefaufkommens. In Deutschland soll auch dieser Bereich
von 2008 an völlig geöffnet werden, in der EU später.
Seit Jahren bietet auch die Post im personalintensiven Briefbereich
zunehmend ebenfalls Mini-Jobs an, wenn auch nicht in der direkten
Zustellung. Vollzeit-Arbeitsplätze werden abgebaut - seit 1999
insgesamt rund 33.500. Außerdem sollen künftig rund 6000 der
insgesamt noch 79.000 Briefträger statt Vollzeit nur noch Teilzeit
arbeiten.
(Quelle: dpa)
Zahl der Überstunden wieder gestiegen
Mo.05.03.07 - Die Zahl der bezahlten Überstunden ist laut einem Bericht im
vergangenen Jahr zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder gestiegen.
Unter Berufung auf die neuesten Berechnungen des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit
berichtet die «Welt», dass die Arbeitnehmer 2006 insgesamt
1,45 Milliarden Überstunden leisteten, nach 1,43 Milliarden im
Vorjahr. Dies entspreche 41,9 bezahlten Überstunden pro
Beschäftigtem. Hauptgrund für den Anstieg sei die anziehende
Konjunktur im zweiten Halbjahr 2006.
Unternehmen versuchten in Phasen einer anziehenden Konjunktur
häufig, die gestiegenen Auftragseingänge mit Überstunden
abzufangen Laut Statistik der Arbeitsmarktbehörde sei die Zahl der
bezahlten Überstunden im Westen in den vergangenen Jahrzehnten
deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2000 machte demnach jeder
Beschäftigte noch 47,9 Überstunden, in den 60er und 70er
Jahren waren es pro Jahr sogar häufig mehr als 100
Überstunden. Seit den 80er Jahren pendele der
Überstundenanteil am gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumen um die
Vier-Prozent-Marke.
(Quelle: ap)