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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertachtundachtzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Weißes Haus bestätigt Arbeit an US-Rückzugsstrategie
für den Irak. Irakischer Ministerpräsident Al-Maliki
fürchtet Frist der USA für seine Regierung. Anhaltende Gewalt
kostet mindestens 38 Menschen das Leben. Sieben Verdächtige nach
Doppelanschlag in Hilla festgenommen
Mi.14.03.07 - Das US-Verteidigungsministerium hat einen Zeitungsbericht
bestätigt, demzufolge das Pentagon an einer Rückzugsstrategie
aus dem Irak für den Fall eines Scheiterns der neuen
Sicherheitsoffensive arbeitet. Es wäre "verantwortungslos", wenn
die USA nicht über einen Rückzugsplan beraten würden,
sollte die geplante Truppenaufstockung die Gewalt in dem Land nicht
eindämmen können, zitierte der Sprecher des Weißen
Hauses, Gordon Johndroe, am Montag US-Verteidigungsminister Robert
Gates. Gates habe erst vergangene Woche betont, es sei fahrlässig,
nicht über verschiedene Ausgangsmöglichkeiten des Einsatzes im
Irak nachzudenken.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki fürchtet
offenbar ein Ende der Unterstützung seiner Regierung durch die
USA, sollte das Parlament bis Ende Juni kein Gesetz zur Verteilung der
Öleinnahmen verabschieden. Washington sei unzufrieden, weil der
Gesetzentwurf nicht vorankomme, sagten Vertraute des Regierungschefs am
Dienstag der Nachrichtenagentur AP in Bagdad. Sorge gebe es
außerdem, weil Al-Maliki nicht erfolgreich gegen die Miliz des
schiitischen Predigers Muktada al Sadr vorgehe und sich nicht effektiv
um nationale Versöhnung bemühe.
Fehlende Hilfe seitens der USA komme faktisch Al-Malikis Amtsenthebung
gleich, erklärten die Gewährsleute. Vertreter Washingtons
hätten den schiitischen Ministerpräsidenten darüber
informiert, das sie bis zum Jahresende eine irakische Regierung sehen
wollten, die auch für die sunnitischen Nachbarn des Landes
akzeptabel sei.
Die anhaltende Gewalt kostete am Dienstag erneut zahlreiche Menschen
das Leben. In Bagdad wurden mindestens 23 Menschen getötet oder
tot aufgefunden. In der Stadt Kut wurden nach Polizeiangaben acht
Leichen entdeckt, in Mossul fünf. In der nordirakischen Stadt
rissen mehrere Explosionen außerdem eine Zivilperson in den Tod,
vier weitere Menschen wurden verletzt. Bei einem Anschlag auf das Haus
eines Polizisten wurde ein Passant getötet.
Nach dem schweren Doppel-Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger in
der irakischen Stadt Hilla haben irakische und US-Soldaten sieben
Verdächtige festgenommen. Auf einen Tipp hin seien die
Aufständischen vor zwei Tagen bei einer Razzia in einer Eisfabrik
von Hilla ergriffen worden, teilte die US-Armee am Dienstag mit. Die
Soldaten hätten auch Waffen und Munition in dem Gebäude
gefunden. Zwei Selbstmordattentäter hatten sich am 6. März
inmitten einer Gruppe von schiitischen Pilgern in Hilla 120 Kilometer
südlich von Bagdad in die Luft gesprengt. 120 Menschen kamen ums
Leben. Die Gläubigen waren auf dem Weg nach Kerbela, wo am
vergangenen Wochenende Millionen Schiiten des von ihnen verehrten
Märtyrers Imam Hussein gedachten.
(Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 14.03.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertvierundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Di.14.03.06 - US-Präsident Bush macht Iran für Anschläge im Irak
verantwortlich +++ Irakischer Gouverneur überlebt Bombenanschlag +++
Leichen von 21 Menschen gefunden +++ Saddam-Prozess: Ex-Richter gibt
Todesurteile zu...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0603140.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Vier Tote bei Serie von Selbstmordanschlägen in Afghanistan
Mi.14.03.07 - Bei insgesamt drei Selbstmordanschlägen sind am Dienstag in
Süd-Afghanistan vier Menschen getötet und 13 weitere verletzt
worden. Zwei Selbstmordattentäter schlugen im Abstand weniger
Minuten in der Stadt Lashkar Gah zu. Einer der Angreifer hatte sich
einen Konvoi einer internationalen Hilfsorganisation als Ziel
ausgesucht, wie ein Sprecher des britischen Kontingents der
Afghanistan-Schutztruppe ISAF der Nachrichtenagentur AFP sagte. In dem
Konvoi habe es einen Verletzten gegeben. Zwei Kinder und zwei Arbeiter
in der Nähe seien ebenfalls verletzt worden, sagte der Vizechef der
Polizei in der Provinz Helmand, Isau Chan.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt
Geheimdienst sorgt sich um Radikalisierung arabischer Israelis.
Hamas-Kommandeur bei Feuergefecht mit Kämpfern der Fatah
getötet
Mi.14.03.07 - Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Beth sorgt sich um die
wachsende Radikalisierung der arabischen Israelis. "Sie identifizieren
sich mehr und mehr mit terroristischen Organisationen und dem Iran",
zitierte die israelische Tageszeitung "Maariv" den Schin-Beth-Chef Juval
Diskin aus einem vertraulichen Gespräch mit Regierungschef Ehud
Olmert. Dies stelle langfristig eine "strategische Gefahr" für
Israel dar. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, empfahl der
Geheimdienstchef dem Bericht zufolge, den arabischen Israelis die selben
Rechte wie ihren jüdischen Mitbürgern einzuräumen.
Überschattet von einer tödlichen Schießerei haben der
palästinensische Präsident Mahmud Abbas von der Fatah und der
Hamas-Regierungschef Ismail Hanija am Dienstag ihre Gespräche
über die Bildung einer Koalitionsregierung fortgesetzt. Bei dem
Feuergefecht mit Mitgliedern der Fatah wurde kurz vor Beginn der
Gespräche in Gaza ein Militärbefehlshaber der rivalisierenden
Hamas getötet. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt, wie ein
Hamas-Sprecher mitteilte.
Er machte Angehörige der loyal zu Präsident Abbas stehenden
Sicherheitskräfte für den Tod des 35-jährigen Allah
Haddad verantwortlich. Haddad sei kaltblütig getötet worden,
sagte der Sprecher. Die Sicherheitskräfte der Fatah
bestätigten eine Schießerei, bei der einer ihrer Leute
verletzt worden sei. Es habe sich jedoch um eine Auseinandersetzung
zwischen Familien gehandelt. Der Verletzte sei nicht im Dienst gewesen.
Die Schießerei habe begonnen, nachdem Mitglieder einer Familie
versucht hätten, ein gestohlenes Auto zurückzuholen. Die
Fahrzeuginsassen, darunter der Hamas-Kommandeur, hätten das Feuer
eröffnet, erklärten die Sicherheitskräfte der Fatah.
(Quellen: afp, ap)
Besorgnis über Lage in Simbabwe
Mi.14.03.07 - Nach der Festnahme und angeblichen Misshandlung des wichtigsten
Oppositionspolitikers in Simbabwe, Morgan Tsvangirai, ist international
Besorgnis über die Lage in dem südafrikanischen Land laut
geworden.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Regierung in Harare am
Montag auf, die inhaftierten Oppositionspolitiker sofort freizulassen
und ihre Sicherheit zu garantieren. Auch die EU unterstrich die
Verantwortung der simbabwischen Regierung für die Sicherheit und
Unversehrtheit der Verhafteten. In einer Erklärung der deutschen
EU-Ratspräsidentschaft hieß es, man erwarte, dass ihnen
Zugang zu rechtlichem Beistand eröffnet und die notwendige
medizinische Hilfe gewährt wird.
Tsvangirai war am Sonntag zusammen mit Dutzenden anderen
Oppositionellen bei der blutigen Niederschlagung einer Protestkundgebung
in Harare festgenommenen worden. Bei dem Einsatz war mindestens ein
Demonstrant getötet worden.
Nach Angaben seiner Partei wurde Tsvangirai in Polizeihaft misshandelt.
Er habe schwere Kopfverletzungen erlitten und mehrfach das Bewusstsein
verloren. Erst am Montagmorgen sei der Verletzte in ein Krankenhaus
gebracht worden. Ein Rechtsbeistand werde ihm ebenso wie den anderen
Festgenommenen verwehrt, teilte die Bewegung für Demokratischen
Wandel (MDC) mit.
Unterdessen berichtete die britische BBC, dass ein Richter am Obersten
Gericht Simbabwes angeordnet habe, dass die Polizei den Anwälten
Tsvangirais Zugang zu ihrem Mandanten gewähren und dem verletzten
Politiker die ärztliche Versorgung ermöglichen müsse.
Tsvangirai solle ihm am Dienstagmorgen entweder vorgeführt oder
freigelassen werden, habe der Richter verfügt.
Botschafter mehrerer EU-Länder hatten sich am Montag erfolglos auf
die Suche nach dem Oppositionschef gemacht. Der schwedische Botschafter
Sten Rylander erklärte im Rundfunk seines Heimatlandes: «Wir
sind sehr besorgt um Morgan Tsvangirai.» Die Lage im Lande sei
Besorgnis erregend. Der spanische Botschafter in Simbabwe habe einen
anderen Oppositionellen in einer Polizeizelle mit gebrochenem Arm und
bandagiertem Kopf gesehen.
Die EU-Präsidentschaft warf Simbabwes Regierung vor, die
angemeldete friedliche Versammlung der Opposition kriminalisiert zu
haben. «Die Präsidentschaft verurteilt die fortwährende
gewaltsame Unterdrückung der Meinungsfreiheit- und
Versammlungsfreiheit und anderer fundamentaler Grundrechte»,
hieß es in der Erklärung aus Berlin. Zuvor hatten bereits die
USA das Vorgehen der Regierung in Harare verurteilt. In Südafrika
rief Oppositionschef Tony Leon von der Demokratischen Allianz
Präsident Thabo Mbeki auf, entschiedener gegen die autokratische
Regierung von Präsident Robert Mugabe vorzugehen. Der seit der
Unabhängigkeit des Landes herrschende Mugabe will 2008 erneut
fürs Präsidentenamt kandidieren.
(Quelle: dpa)
USA helfen Libyen beim Bau eines Atomkraftwerks
Mi.14.03.07 - Die USA wollen Libyen nach offiziellen Angaben aus Tripolis beim Bau
eines Atomkraftwerks behilflich sein. Die Kooperation solle schon bald
in einem Abkommen vereinbart werden, berichtete die libysche
Nachrichtenagentur Jana. Es gehe um die Produktion von Atomstrom, aber
auch um Meerwasser-Entsalzung und wissenschaftliche Forschungen. Das
libysche Parlament habe dem Außenministerium in Tripolis für
das Abkommen mit den USA grünes Licht gegeben. Eine
Bestätigung aus Washington lag zunächst nicht vor.
In dem geplanten Abkommen sollen laut Jana mehrere Kooperationsfelder
zugleich abgestimmt werden. So sollten libysche Studenten die
Möglichkeit zu Aufenthalten in den USA erhalten, bei denen sie
Kenntnisse der Atomtechnologie erwerben könnten. In Libyen sei der
Aufbau eines Forschungszentrums für Nuklearmedizin geplant.
Der libysche Staatschef Muammar Gaddafi hatte noch Anfang März dem
Westen vorgeworfen, den Verzicht seines Landes auf Atomwaffen nicht
ausreichend belohnt zu haben. Gaddafi hatte diese Zusage vor vier Jahren
gemacht und damit den Weg für eine Normalisierung der Beziehungen
zu den USA und anderen westlichen Staaten freigemacht.
(Quelle: afp)
Friedensgespräche zwischen Indien und Pakistan gehen weiter
Mi.14.03.07 - Die rivalisierenden Nachbarstaaten Indien und Pakistan haben die vierte
Runde ihrer vor gut drei Jahren begonnenen Friedensgespräche
begonnen. Der indische Außenstaatssekretär Shiv Shankar Menon
kam in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mit seinem Kollegen Riaz
Mohammed Khan zusammen, wie ein Vertreter des pakistanischen
Außenministeriums mitteilte. Laut einer Ministeriumssprecherin
sollte es bei dem Treffen unter anderem um den Streit um die
Grenzregion Kaschmir gehen.
Die im Januar 2004 begonnenen Friedensverhandlungen zwischen den
Atommächten hatten in den vergangenen Jahren immer wieder
Rückschläge erlitten. Im Juli vergangenen Jahres waren die
Beziehungen an einem neuen Tiefpunkt angelangt, als Indien den
pakistanischen Militärgeheimdienst der Spionage bezichtigte und
pakistanische Extremisten für einen Anschlag mit 186 Toten auf
einen Pendlerzug in Bombay verantwortlich machte. Im Februar 2007 kamen
bei einem Anschlag auf den so genannten Freundschaftszug zwischen Indien
und Pakistan rund 70 Menschen ums Leben; anschließend
bekräftigten beide Seiten jedoch ihren Willen, die
Friedensgespräche fortzusetzen.
Indien und Pakistan führten seit 1947 drei Kriege gegeneinander,
von denen sich zwei um Kaschmir und einer um Bangladesch drehten. 2002
stationierten beide Staaten massive Truppenaufgebote an der gemeinsamen
Grenze in Kaschmir. Seit Beginn der Friedensgespräche hatten Indien
und Pakistan vertrauensbildende Maßnahmen eingeleitet, darunter
den Aufbau von Verkehrswegen.
(Quelle: afp)
Toter bei schweren Unruhen in Südchina
Mi.14.03.07 - Bei schweren Unruhen in Südchina ist laut Augenzeugenberichten ein
Mensch getötet worden. Dutzende wurden bei den
Zusammenstößen mit der Polizei verletzt.
Die Proteste mit mehr als 20 000 aufgebrachten Bürgern waren am
Wochenende in der Ortschaft Zhushan in Yongzhou (Provinz Hunan) wegen
massiven Preissteigerungen für örtliche Busse ausgebrochen.
Ein Großaufgebot von Polizei und paramilitärischen Einheiten
ging gegen die Demonstranten vor, die Busse und Polizeiwagen in Brand
setzten und Steine warfen.
«Einer wurde zu Tode geprügelt», berichtete ein
Bewohner von Zhushan am Dienstag telefonisch der dpa in Peking. Mehr als
1000 Polizisten seien zum Teil mit elektrischen Schlagstöcke gegen
die meist armen, aufgebrachten Bürger von Zhushan vorgegangen. Das
Todesopfer sei ein Mittelschüler gewesen, berichtete der Aktivist
Zhan Zilin der Zeitung «Lianhe Zaobao» in Singapur. Mehr
als 90 Menschen seien verletzt worden. Mehrere seien festgenommen
worden. Einige hätten hinterher berichtet, in Haft geschlagen
worden zu sein.
Die Polizei von Yongzhou bestätigte der dpa die Unruhen, wollte
aber keine Details nennen. Nach den Schilderungen von Zhan Zilin hatten
die Bewohner von Zhushan zunächst an der Busstation gegen die
Erhöhung der Buspreise protestiert. Die Situation sei eskaliert,
als der Busunternehmer zahlreiche Schläger angeheuert und gedroht
habe, die rund 70 000 Einwohner zählende Ortschaft «platt zu
machen».
(Quelle: dpa)
China will Blogger und Online-Beiträge strenger kontrollieren
Mi.14.03.07 - China will die Kontrolle über die rasant wachsende Zahl von
Internet-Veröffentlichungen wie Blogs oder Webseiten mit
audiovisuellen Beiträge weiter verschärfen.
«Diese Informationstechnologien stellen eine neue Herausforderung
für die Regierung dar, da sie die Überwachung des Internets
erschweren», sagte der Direktor der Presse- und Verlagsverwaltung,
Long Ximin, der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Die neuen
Regelungen «sollen eine gesündere und aktivere Nutzung des
Internets gewährleisten».
Die Regierung formuliere gerade neue Vorschriften für
Veröffentlichungen im Internet, zu denen dann auch private Blogs
und Webcasts zählten, sagte Long Ximin. Bereits seit dem
vergangenen Jahr müssen sich Blogger amtlich registrieren lassen
und können zur Rechenschaft gezogen werden.
Internet-Tagebücher und audiovisuelle Online-Beiträge erfreuen
sich in China großer Beliebtheit: Die Zahl der Blogger hat 20,8
Millionen erreicht. You-Tube-ähnliche Seiten mit
Filmbeiträgen werden von etwa 76 der 137 Millionen Internet-Nutzer
in China besucht, berichtete Xinhua.
(Quelle: dpa)
UN: Weltbevölkerung wächst rasant
Mi.14.03.07 - Die Weltbevölkerung wird nach jüngsten Schätzungen
weiter drastisch wachsen. Die Vereinten Nationen korrigierten am
Dienstag ihre Prognose für 2050 erneut leicht nach oben. Demnach
müssen sich Mitte dieses Jahrhunderts 9,2 Milliarden Menschen den
Lebensraum auf der Erde teilen, 2,5 Milliarden mehr als heute.
2005 waren die UN-Experten noch von 9,1 Milliarden Menschen im Jahr
2050 ausgegangen. 2002 lag die Prognose bei 8,9 Milliarden.
Deutliche Veränderungen erwarten die Wissenschaftler auch beim
Altersdurchschnitt. Nach den UN-Berechnungen werden 2050 etwa drei Mal
so viele alte Menschen auf der Erde leben wie Anfang dieses
Jahrhunderts. Heute sind 673 Millionen Menschen älter als 60
Jahre, 2050 könnten es 2 Milliarden sein, 33 Prozent der
Weltbevölkerung. Auf jedes Kind kämen dann mehr als zwei
über 60-Jährige.
«Vor allem die am wenigsten entwickelten Länder wachsen
immer noch rasant», sagte eine Sprecherin der Deutschen Stiftung
Weltbevölkerung (DSW), die die neuen Daten am Dienstag in Berlin
vorstellte. Allein in den 50 ärmsten Ländern werde sich die
Bevölkerung bis 2050 von 0,8 auf 1,7 Milliarden mehr als
verdoppeln. In allen Entwicklungsländern zusammen gebe es dann 7,9
Milliarden Menschen. In Europa dagegen lebten im Jahr 2050 etwa 67
Millionen Menschen weniger als heute.
Der größte Teil der Menschheit wird nach dem UN-Bericht auch
in Zukunft in Asien leben. Die mit knapp 4 Milliarden Menschen
bevölkerungsreichste Region der Erde wächst bis 2050
voraussichtlich um weitere 1,3 Milliarden Menschen. Mit einem Zuwachs
um 96 Millionen Menschen werde China allerdings einen deutlich
kleineren Anteil beitragen als Indien, das bis 2050 um 524 Millionen
Menschen wachsen könnte. Den Berechnungen zufolge verliert China
seine Position als Land mit der weltweit höchsten
Bevölkerungszahl schon 2025 an Indien.
Der UN-Experte Carl Haub betonte, die Berechnungen basierten auf einer
sinkenden durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau. Sonst könne die
Weltbevölkerung bis 2050 sogar auf fast 12 Milliarden wachsen.
Um das Bevölkerungswachstum zu begrenzen, müssen die
Industrieländer nach Ansicht der DSW ihre Ausgaben für
Entwicklungshilfe deutlich erhöhen. Nur eine Förderung von
Aufklärung und Familienplanung könne die Entwicklung bremsen.
In Afrika stünden einem Mann nur sieben Kondome pro Jahr zur
Verfügung, sagte DSW-Sprecherin Catherina Hinz
(Quelle: dpa)
13 Millionen Hektar Wald verschwinden jährlich von der Erde
Mi.14.03.07 - Jedes Jahr gehen weltweit etwa 13 Millionen Hektar Wald verloren.
Zwischen 1995 und 2000 seien drei Prozent der Waldfläche der Erde
verschwunden, erklärte am Dienstag die
Welternährungsorganisation FAO in ihrem jüngsten Waldbericht.
Zugleich stellte die UN-Organisation eine positive Trendwende in den
meisten europäischen Ländern und Nordamerika fest. Dort sei
inzwischen wieder ein Nettozuwachs bei der Bewaldung zu verzeichnen.
Die Entwaldung von 13 Millionen Hektar pro Jahr sei nach wie vor
inakzeptabel hoch, erklärte der FAO-Forstexperte Wulf Killmann.
Als ein positives Zeichen wertete er aber den Umstand, dass sich der
Nettoverlust an Waldfläche im vergangenen Jahrzehnt von neun
Millionen auf sieben Millionen Hektar weltweit verringert habe.
Die Regionen mit den höchsten Waldverlusten sind dem FAO-Bericht
zufolge Afrika, Lateinamerika und die Karibik. Afrika, das über 16
Prozent des weltweiten Waldbestands verfügt, verlor laut FAO von
1990 bis 2005 mehr als neun Prozent seines Baumbestands. Nahezu die
Hälfte aller Wälder weltweit sind in Lateinamerika und der
Karibik. Dort verringerte sich die Waldfläche in den Jahren 2000
bis 2005 um 0,5 Prozent pro Jahr. In den 90er Jahren betrug der
Nettoverlust an Waldfläche in der Region noch 0,46 Prozent.
Gründe für die Entwaldung sind Killmann zufolge unter anderem
die Umwandlung von Waldfläche in Acker- oder Weideland.
Etwa ein Drittel der Landfläche der Erde ist von Wäldern
bedeckt. Die gesamte Waldfläche bezifferte die FAO auf
gegenwärtig knapp vier Milliarden Hektar.
(Quelle: ap)
Großbritannien will Klimaziele gesetzlich festschreiben
Mi.14.03.07 - Die britische Regierung will zum Schutz des Klimas langfristige Ziele
zur Reduzierung der Treibhausgase gesetzlich festlegen. Umweltminister
David Miliband erklärte am Dienstag, man wolle im weltweiten Kampf
gegen den Klimawandel mit gutem Beispiel vorangehen. In der Debatte gehe
es nicht mehr darum, ob gehandelt werden müsse, sondern wie und
bis wann. In dem Gesetz sollen Ziele für die Reduzierung der
Treibhausgase bis 2020 und 2050 festgeschrieben werden. Außerdem
ist die Schaffung einer neuen unabhängigen Kommission vorgesehen,
die das Parlament über die Fortschritte im Kampf gegen die
Erderwärmung informiert. Dem Entwurf müssen beide Kammern des
Parlaments zustimmen.
(Quelle: ap)
Privathaushalte sollen zum Stromsparen gezwungen werden
Mi.14.03.07 - In der Klimaschutz-Debatte sind mehr und mehr die Privathaushalte
gefragt, einen Beitrag zum Stromsparen zu leisten. So starteten vier
Europaabgeordnete am Dienstag in Straßburg eine
fraktionsübergreifende Initiative für ein EU-weites Verbot
herkömmlicher Glühbirnen. Die Abschaffung der
Stand-by-Schaltungen für Elektrogeräte forderte die
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. Sie stieß damit
in der Industrie auf Skepsis.
Nach den Vorstellungen der Europaabgeordneten sollen spätestens im
Jahr 2010 alle Glühbirnen europaweit durch Energiesparlampen
ersetzt werden. Wenn in den kommenden drei Monaten mindestens 50
Prozent der Europa-Parlamentarier diese Forderung unterzeichnen, muss
sich die EU-Kommission mit dem Thema befassen. Durch die Abschaffung
herkömmlicher Glühbirnen könnten EU-weit jährlich
20 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden, erklärte die
britische Parlamentarierin Caroline Lucas.
In diesem Sinne äußerte sich am Dienstag auch
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas im «Mannheimer Morgen»:
«Wenn wir Energiesparlampen verwenden oder den Bereitschaftsmodus
beim Fernseher ausschalten, können wir nicht nur den
Schadstoffausstoß senken, sondern zudem Geld sparen.»
Zu dem von ihr angeregten Verbot von Bereitschaftsschaltungen wie in
Fernsehern erklärte Künast, damit lasse sich eine
Energiemenge einsparen, die der Leistung von zwei Atomkraftwerken
entspreche. Dem selben Blatt sagte Künast, mit der Abschaffung der
so genannten Stand-by-Schaltungen könne eine Menge Energie gespart
und damit der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid verringert
werden. Der für den Verbraucher nützliche Nebeneffekt sei
eine spürbar niedrigere Stromrechnung. Denkbar sei, den Verkauf
von Geräten mit Stand-by-Schaltung ab einem gewissen Stichtag zu
verbieten.
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in
Karlsruhe (ISI) bestätigte, dass allein im Jahr 2004 elektrische
Geräte in deutschen Haushalten und Büros im Stand-by-Zustand
18 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht haben. Das entspricht
zwei durchschnittlichen Atomreaktoren und damit laut ISI der gesamten
Stromerzeugung durch Windkraft in Deutschland.
Die Deutsche Energie-Agentur (DENA) und der Bundesverband
Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom)
machten jedoch darauf aufmerksam, dass Geräte häufig für
Zwecke konstruiert sind, die den Stand-by-Modus geradezu erzwingen:
Anrufbeantworter, Aufnahmegeräte, Computer, Modems, Faxgeräte
oder Drucker. DENA-Chef Stephan Kohler sagte der Nachrichtenagentur AP,
im Ziel sei er sich mit der früheren Verbraucherschutzministerin
einig, aber nicht über den Weg: «Ich halte ein Verbot nicht
für sinnvoll.»
«Die Frage ist vor allem, ob das der Verbraucher mitmacht»,
heißt es beim Zentralverband Elektrotechnik und
Elektronikindustrie (ZVEI) in Frankfurt am Main. Im Übrigen habe
die Industrie den Stand-by-Verbrauch ihrer Geräte in den letzten
Jahren dramatisch verringert, und es gebe noch immer erhebliches
Verbesserungspotenzial.
(Quelle: ap)
UN-Umweltchef Steiner für Tempolimit auf deutschen Autobahnen
Mi.14.03.07 - Der Chef der Umweltbehörde der Vereinten Nationen, Achim Steiner,
hat sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen
Autobahnen ausgesprochen. «Auf Dauer wird sich der deutsche
Autofahrer mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass ein Tempolimit
auf Autobahnen auch eine sinnvolle Maßnahme zum Klimaschutz
ist», sagte Steiner der «Berliner Zeitung».
In dieser Frage sei in Deutschland ein Bewusstseinswandel nötig.
«Das Gefühl der Freiheit sollte sich nicht alleine
darüber definieren, ob man mit Tempo 200 über die Autobahn
rasen darf oder nicht», forderte Steiner. Die Automobilindustrie
müsse sich konstruktiv an der Debatte um ein Tempolimit beteiligen.
Neben einem Tempolimit legte Steiner der Bundesregierung außerdem
nahe, verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr zu setzen.
Dieser müsse vom Staat stärker gefördert werden, betonte
Steiner. Der private Verkehr müsse dagegen vermehrt nach
ökologischen Kriterien besteuert werden. Als Beispiel nannte er
die Kfz-Steuer und den Flugverkehr. Steiner plädierte auch
für einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien. «Hier
wie auch beim Energiesparen gibt es noch enorme Potenziale»,
sagte Steiner.
(Quelle: ap)
Merkel dringt auf gemeinsame NATO-Raketenabwehr
Mi.14.03.07 - Die deutsche Regierung will die Stationierung eines
Raketenabwehrsystems in Europa zur Sache der NATO machen. Kanzlerin
Angela Merkel sprach sich am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin gegen einen
Alleingang der USA und einzelner osteuropäischer NATO-Mitglieder
aus. Bei ihrem Besuch in Polen will sie Ende der Woche auf ein
gemeinsames Vorgehen des transatlantischen Bündnisses dringen.
«Es ist bereits 2002 auf dem NATO-Rat in Prag beschlossen worden,
dass die NATO sich ein solches Verteidigungssystem anschaffen
will», sagte Merkel. «Und ich finde, wir sollten dabei
bleiben, es als eine NATO-Aufgabe insgesamt zu sehen und dafür
werde ich werben. Ich sehe die Chancen dafür im Übrigen im
Augenblick gar nicht so schlecht.» Merkel reist am Freitag nach
Warschau und wird dort Präsident Lech Kaczynski und
Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski treffen.
Die USA wollen zehn Abwehrraketen in Polen und ein Radarsystem in
Tschechien stationieren. Vor allem in Russland haben die Pläne
große Besorgnis ausgelöst und zu scharfen Reaktionen
geführt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den USA
auf der Sicherheitskonferenz in München im Februar
militärisches Abenteurertum, ausufernde kriegerische Gewalt und
eine gefährliche Missachtung des Völkerrechts vorgeworfen.
Nach US-Angaben richtet sich das Raketenabwehrsystem nicht gegen Moskau,
sondern gegen mögliche Angriffe beispielsweise aus dem Iran.
Deutschlands Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte bereits
Anfang März beim EU-Verteidigungsministertreffen in Wiesbaden ein
gemeinsames Vorgehen der NATO angemahnt. In der
«Bild»-Zeitung bekräftigte er am Dienstag diese
Haltung. «Es wäre klug, das System in die NATO
einzubinden», sagte er. «Dann können wir im
NATO-Russland-Rat dafür sorgen, dass die russischen Bedenken
ausgeräumt werden.» Eine Machbarkeitsstudie der NATO zur
Schaffung eines Raketenabwehrsystems gibt es bereits. Sie soll bis Juni
dieses Jahres weiterentwickelt werden.
Die Forderung Merkels und Jungs könnte zu Problemen in der
großen Koalition führen. SPD-Chef Kurt Beck hat das US-System
mit scharfen Worten abgelehnt und vor einer neuen Phase des Kalten
Krieges gewarnt: «Wir müssen miteinander reden und uns nicht
Raketen vor die Nase setzen.» Auch zu einer Stationierung unter
NATO-Regie hat er sich bereits skeptisch geäußert. Dies sei
ein Versuch, «das Problem abzumildern».
(Quelle: ap)
Linksfraktion will wegen Tornado-Einsatz in Karlsruhe klagen
Mi.14.03.07 - Der Tornado-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan wird voraussichtlich
schon in Kürze erneut das Bundesverfassungsgericht
beschäftigen: Die Linksfraktion will einen Eilantrag stellen und
klagen. Als Termin ist Anfang der Woche geplant, wie die
«Financial Times Deutschland» und die «Berliner
Zeitung» in ihren Mittwochausgaben den außenpolitischen
Sprecher der Linksfraktion, Norman Paech, zitieren. Erst am Montag war
ein Eilantrag von zwei Unionspolitikern abgewiesen worden. Derweil
läuft die Verlegung der Tornado-Einheit auf vollen Touren.
Der Einsatz der Tornados führe zu einer stillschweigenden und
damit unzulässigen Veränderung des NATO-Vertrages,
begründete die Linke ihr Vorgehen. Falls dem Eilantrag
stattgegeben wird, müsste die Bundesregierung mit der Entsendung
der Jets warten, bis das Bundesverfassungsgericht in der Hauptsache
entscheidet.
Einen ähnlichen Eilantrag der Abgeordneten Peter Gauweiler (CSU)
und Willy Wimmer (CDU) hatten die Richter mit Verweis auf die fehlende
Antragsberechtigung abgelehnt. Da mit der Linke nun eine Fraktion
klagen will, muss über diese Frage neu entschieden werden.
Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Christian Ströbele
hatte zuvor eine derartige Klage gefordert. «Ich wäre
für eine solche Klärung der Rechtslage.» Der Einsatz
sei durch die UN-Resolution zum ISAF-Mandat nicht mehr gedeckt, sagte
er am Dienstag in Berlin.
Unterdessen ist die Verlegung deutscher Aufklärungsflugzeuge vom
Typ Tornado nach Afghanistan in vollem Gange. Wie die Luftwaffe
erklärte, fliegen jeden Tag zwei russische Transportmaschinen mit
Material vom Fliegerhorst Jagel in Schleswig-Holstein zum Einsatzort
Masar-i-Scharif in Afghanistan.
Die sechs deutschen Tornado-Jets sollen laut Luftwaffensprecher Holger
Wilkens Anfang April aus eigener Kraft nach Afghanistan fliegen und
dort die westlichen Truppen mit Aufklärungsfotos über die
Bewegungen der Taliban-Kämpfer unterstützen. Die so genannten
Recce-Aufklärungsflugzeuge mit dem Namen tragen nicht nur Waffen,
sondern auch Kameras. «Recce» steht für
«Reconnaissance», also Aufklärung. Zunächst
werden 600 Tonnen Material nach Masar-i-Scharif geschafft, darunter die
Spezialkameras.
Die Flugzeuge sind mit drei Kamerasystemen ausgerüstet. Alle 47
Tornados dieses Modells sind üblicherweise beim
Aufklärungsgeschwader 51 «Immelmann» in Jagel nahe
Schleswig stationiert. Vor feindlichen Angriffen der Taliban
fühlen sich die deutschen Piloten sicher. «Wir fliegen in
großen Höhen, Starts und Landungen werden von unseren
Verbündeten abgesichert», sagt Kommodore Thorsten
Poschwatta. Die Mannschaft soll außer zu den Flügen den
Stützpunkt nicht verlassen.
Recce-Tornados werden nicht nur im Zusammenhang mit militärischen
Operationen eingesetzt, sondern auch bei Polizeieinsätzen und im
Katastrophenschutz. Im Juli 1995 wurden sechs Recce-Tornados mit
Bodenpersonal zur Unterstützung der UN-Eingreiftruppe in
Bosnien-Herzegowina nach Piacenza verlegt. Sie blieben sechs Jahre auf
dem Stützpunkt in Italien.
(Quelle: ap)
DGB für soziale Grundrechte in der EU-Verfassung
Mi.14.03.07 - Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat von der Bundesregierung mehr Einsatz
für ein soziales Europa verlangt. Deutschland bilde in weiten
Teilen der Sozialpolitik und Arbeitsmarktpolitik das Schlusslicht in der
Europäischen Union, beklagte DGB-Chef Michael Sommer am Dienstag
in Berlin. Aber die große Mehrheit der Bürger erwarte ein
soziales Europa und keine EU des Lohndumpings und der Steuerflucht.
Sommer verlangte, soziale Grundrechte in der neuen EU-Verfassung zu
verankern und nicht nur Verfahrensregeln für zügigere
Entscheidungen. Sommer sprach zur Eröffnung des zweitägigen
Kongresses «Europa sozial gestalten». Aus seiner Sicht sei
die EU vom Leitbild eines sozialen Europas weiter entfernt denn je,
sagte er. Mitschuld trage daran auch die Politik des amtierenden
Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso.
(Quelle: ap)
Gewerkschaften und Arbeitgeber streiten um Mindestlöhne
Mi.14.03.07 - Im Streit um die Einführung von Mindestlöhnen beharrt die IG
Metall auf einer entsprechenden Gesetzesregelung. Dies sei längst
überfällig, sagte IG-Metall-Chef Jürgen Peters am
Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Dagegen lehnte der Präsident
des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg
Braun, «jede Art der Intervention auf dem Lohnsektor ab».
Dadurch würden mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen,
warnte Braun im Bayerischen Rundfunk. Man brauche hier «die
Verantwortlichkeit des Einzelnen, sich den angebotenen
Arbeitsplätzen zu stellen und gleichzeitig auch für seine
eigene Qualifikation zu sorgen».
Peters betonte indes, es mache keinen Sinn, dass man in Deutschland
Löhne von 3,50 Euro oder weniger habe. «Da weiß jeder,
selbst wenn er rund um die Uhr arbeitet, kann er davon nicht leben,
geschweige denn eine Familie ernähren», fügte der
Gewerkschaftschef hinzu.
(Quelle: ddp)
Merkel sagt Korrektur bei Unternehmenssteuerreform zu
Mi.14.03.07 - Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Unternehmenssteuerreform
zugunsten von Forschung und Entwicklung verbessern. Das neue Gesetz
dürfe nicht dazu führen, dass Forschung in Deutschland
erschwert werde und abwandere, sagte Merkel am Dienstag nach einem
Treffen mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft in München.
Die Kanzlerin griff damit die Forderung der Verbände auf.
Das Bundeskabinett will die Unternehmenssteuerreform am Mittwoch
beschließen, sie soll 2008 in Kraft treten. Die Wirtschaft erhofft
aber Korrekturen im parlamentarischen Verfahren.
Merkel sagte, das Ziel einer Erhöhung der Forschungs- und
Entwicklungsausgaben auf drei Prozent dürfe nicht durch die
Unternehmenssteuerreform gefährdet werden.
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages
(DIHK), Ludwig-Georg Braun, lobte die Reform «bedeutende
Steuersenkung, die den Standort Deutschland attraktiver macht».
Auch die von der Rechtsform unabhängige Besteuerung der Unternehmen
sei ein wichtiger Fortschritt. Aber der Forschungsstandort Deutschland
dürfe durch die Unternehmenssteuerreform nicht geschwächt
werden. Das drohe jedoch durch die bisher geplante Mehrbelastung bei
Verlagerungen und bei Zinsen. Einige Vorschriften seien
«bürokratische Monster».
Merkel sagte, der Mittelstand sei ein Jobmotor. «Das zeigt, wo
wir Schwerpunkte setzen müssen.» Bei der
Erbschaftssteuerreform wolle sie den Zeitplan trotz des
Bundesverfassungsgerichts-Urteils einhalten. Einem einheitlichen
gesetzlichen Mindestlohn erteilte sie eine Absage. Bei der
Förderung des Niedriglohnsektors werde die Diskussion fortgesetzt
werden müssen. Die Wirtschaft lehnt dauerhafte flächendeckende
Kombilohnmodelle ab, weil die Kosten reguläre Arbeitsplätze
verteuern und gefährden würden.
Nach dem Entwurf des Finanzministeriums soll die Steuerlast für
Kapitalgesellschaften von aktuell 38,6 Prozent auf knapp unter 30
Prozent sinken. Nach Schätzungen von Bund, Ländern und
Kommunen gehen dem Staat in Folge der Reform im ersten Kassenjahr 2008
gut 7,9 Milliarden Euro an Einnahmen verloren, in den Jahren 2009 sind
es 6,9 Milliarden Euro und 2010 rund 6,6 Milliarden Euro.
Merkel dankte der Wirtschaft für die Unterstützung ihrer
Klimaschutz-Politik. «Ich bin überzeugt, dass
Arbeitsplätze und Umweltschutz zusammengehen können»,
sagte die Kanzlerin. DIHK-Präsident Braun sagte, in Deutschland
entwickelte Umwelttechnik könne zum Wirtschaftswachstum beitragen.
Hierin sei man sich «sehr einig». Die Bundesregierung
müsse aber dafür sorgen, dass Deutschland die Belastung der
CO2-Senkung in der EU nicht allein tragen müsse.
(Quelle: ap)
Opposition übt scharfe Kritik an Einigung zu Bleiberecht
Mi.14.03.07 - Die drei Oppositionsparteien im Bundestag haben den von Union und SPD
vereinbarten Kompromiss zum Bleiberecht scharf kritisiert. "Die jetzt
erfolgte Einigung bei der Bleiberechtsregelung ist ein Trauerspiel",
erklärte Grünen-Chefin Claudia Roth. Auf dem Rücken von
Flüchtlingen werde "ein Wettlauf der Schäbigkeit in Gang
gesetzt". Die von Union und SPD vereinbarte Regelung sieht vor,
geduldeten Flüchtlingen ab 1. Juli ein gesichertes Bleiberecht in
Deutschland zuzugestehen. Um dies zu behalten, müssen sie bis 2009
eine Arbeit nachweisen.
Von der in der Nacht zum Dienstag ausgehandelten Regelung "profitieren
allenfalls Menschen, die ökonomisch 'verwertbar' sind". Auf der
Strecke blieben die Alten, Kranken und Kinder. "Wer wirklich Schutz und
Unterstützung braucht, fällt bei dieser Regelung durchs Netz",
kritisierte Roth in Berlin.
Linksfraktionsvize Petra Pau sagte dem Sender n-tv: "Gewonnen haben die
Hardliner in der Union und verloren haben die betroffenen Menschen."
Bayern wolle zwar, dass die Betroffenen arbeiten, aber gleichzeitig
bekämen sie nur Sachleistungen und könnten sich nicht einmal
ein Ticket für den Nahverkehr leisten. "Das ist unmenschlich",
sagte Pau.
Die Einigung zum Bleiberecht ist Teil eines umfassenden Gesetzespakets
zum Ausländerrecht, das unter anderem auch strengere Regeln beim
Nachzug von ausländischen Ehefrauen vorsieht. Die stellvertretende
Vorsitzende der FDP-Fraktion, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger,
begrüßte zwar grundsätzlich das Zustandekommen eines
Kompromisses. Die Regelungen zum Ausländerrecht enthielten aber
"zahlreiche strittige Details", sagte sie der "Netzeitung". So sei es
"überhaupt nicht nachvollziehbar", dass das Nachzugsalter für
Familienangehörige auf 18 heraufgesetzt werden solle.
Schlichtweg "skandalös" sei zudem, dass junge Menschen wohl ab dem
23. Lebensjahr erst eine Arbeit nachweisen müssten, um
eingebürgert werden zu können. Als ebenfalls "skandalös
und ungeheuerlich" bezeichnete die FDP-Politikerin die geplante
erleichterte Abschiebung straffälliger ausländischer
Jugendlicher. Die strittigen Details müssten im
Gesetzgebungsverfahren geprüft werden, forderte sie.
(Quelle: afp)
Münchner Uni ruft zur Meldung verdächtiger Studenten auf
Mi.14.03.07 - Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat ihre
Mitarbeiter aufgefordert, muslimische Fundamentalisten zu melden. Eine
entsprechende E-Mail liegt der «Financial Times
Deutschland» (Mittwochsausgabe) vor. Darin heißt es laut
dem Bericht, dass «verdächtig erscheinende Wahrnehmungen,
die Rückschlüsse auf eine islamisch-fundamentalistische
Haltung zulassen», unverzüglich mitzuteilen seien. Absender
der Mail sei ein Abteilungsleiter, den die Universitätsleitung vor
kurzem als Ansprechpartner für den bayerischen Verfassungsschutz
ernannt habe.
Der Kanzler der LMU, Thomas May, bestätigte dem Blatt, dass die
E-Mail am Montag auf Anregung des Landesamts für Verfassungsschutz
verschickt worden sei. Sie sei an einen breiten Adressatenkreis in der
Universitätsverwaltung gerichtet. Darin würden die
Mitarbeiter zu hoher Wachsamkeit aufgefordert. Sie sollten auf
Studenten und Mitarbeiter achten, die sich durch besondere
Verhaltensweisen, wie «einen Bruch im Lebenswandel,
Gewaltbereitschaft, radikal-verbale Äußerungen oder
Beschäftigung mit einschlägiger Literatur auffällig in
Richtung islamischer Fundamentalismus verändern».
Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kritisierte die E-Mail
als «vollkommen überzogen». Ein solcher Aufruf erzeugt
«ein Klima der Hexenjagd, das uns im Kampf gegen internationalen
Terrorismus nicht weiterbringt», sagte sie der Zeitung.
(Quelle: ap)
Wissenschaft
Craig Venter fischt riesige Mengen an Erbmaterial aus dem Meer
Mi.14.03.07 - Der Gen-Pioneer Craig Venter hat einen gewaltigen
«Fischzug» nach Erbmaterial von Mikroorganismen im Ozean
unternommen. Aus den Proben der Tour über den Nordwestatlantik und
den östlichen tropischen Pazifik seien insgesamt 6,3 Milliarden
Genbausteine (Basenpaare) isoliert worden.
Dies schreibt das Team um Venter im Fachblatt «PLoS
Biology» (Bd. 5, Nr. 3, Artikel e77, e16 und e17). Das seien
doppelt so viele Bausteine wie im menschlichen Erbgut stecken. Die Zahl
bekannter Proteine habe sich mit der Exkursion nahezu verdoppelt.
Die Forscher vom Craig Venter Institut in Rockville (US-Staat Maryland)
kreuzten mit dem Segelschiff «Sorcerer II» 8000 Kilometer
weit über die Meere und entnahmen Proben aus bis zu etwa 30 Metern
Tiefe. Aus den Gensequenzen seien mehr als sechs Millionen Proteine
abgeleitet worden, einschließlich «Tausender neuer Protein-
Familien». Überraschend viele davon gingen auf Viren
zurück. Dies weise darauf hin, dass die Vielfalt der Viren in den
Weltmeeren viel größer sei als bislang angenommen.
(Quelle: dpa)
Gen-Mais: Ratten zeigen Schäden an Leber und Nieren
Mi.14.03.07 - Französische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben erstmals
nachgewiesen, dass ein bereits zugelassenes Gentechnik-Produkt nicht als
unbedenklich eingestuft werden kann.
In einem Tierversuch mit der Gen-Mais-Sorte MON863 gefütterte
Ratten hätten Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber
und Nieren aufgewiesen, sagte Gilles-Eric Séralini von der
französischen Forschergruppe CRIIGEN am Dienstag in Berlin. Dies
belege, dass diese Sorte nicht als sicher eingestuft werden könne
und die bislang für die Marktzulassung notwendigen Tests nicht
ausreichten.
Die Forscher um Séralini hatten eine Studie des Herstellers von
MON863 erneut unter die Lupe genommen. Die Umweltschutzorganisation
Greenpeace hatte zuvor erfolgreich auf die Herausgabe der
Tierversuchsdaten durch den Saatgutkonzern Monsanto geklagt. Nach
Angaben der Umweltschutzorganisation ist die mit einem eingebauten
Insektengift ausgestattete Sorte MON863 seit Januar 2006 für den
Import in die Europäische Union (EU) als Lebens- und Futtermittel
zugelassen.
Greenpeace sieht es nach den neuen Untersuchungsergebnissen als
erwiesen an, dass von gentechnisch verändertem Mais ein
potenzielles Gesundheitsrisiko ausgeht. «Der Mais muss sofort vom
Markt genommen werden», sagte Greenpeace-Gentechnik-Experte
Christoph Then. Zumindest in Europa könne aber für die
Verbraucher Entwarnung gegeben werden. Es werde hier sehr akribisch
darauf geachtet, dass kein gentechnisch veränderter Mais in
Lebensmittel gelange.
(Quelle: dpa)