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Aktuelle Nachrichten
Irak am neunhundertzweiundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Zahlreiche Proteste gegen Irak-Krieg in den USA und Europa.
US-Präsident Bush wendet sich gegen Einschränkung seiner
Irak-Politik im Kongress. Selbstmordanschläge mit Chlorgas im
Irak. Weiterer US-Soldat im Irak getötet. Seit Kriegsbeginn kamen
mindestens 3.209 US-Soldaten im Irak ums Leben
So.18.03.07 - Kurz vor dem vierten Jahrestag des US-Einmarsches in den Irak haben in
Washington mehrere zehntausend Menschen gegen den Krieg protestiert. Mit
Plakaten und Parolen wie "USA raus aus dem Irak - Jetzt" zogen die
Demonstranten vor das Pentagon. In der Nähe versammelten sich etwa
tausend Kriegsbefürworter zu einer Gegendemonstration. In San
Francisco und Los Angeles wollten ebenfalls Demonstranten auf die
Straße gehen, um den Abzug der US-Truppen aus dem Irak zu fordern.
Die Washingtoner Polizei nahm in der Nacht zum Samstag rund hundert
Pazifisten fest, die vor dem Weißen Haus gegen den Irak-Krieg
protestierten. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten brachten die
Beamten die Demonstranten in Handschellen in Reisebusse, nachdem diese
"Gebete für den Frieden" gesprochen hatten. Unter den
Festgenommenen waren auch Priester. Einer von ihnen sagte, er wolle
keinen "Krieg mehr im Namen von Jesus".
Auch in Europa gab es mehrere Protestmärsche gegen den Irak-Krieg.
Der größte fand in Istanbul statt, wo rund 6000 Menschen auf
die Straße gingen. In Kopenhagen, Prag, Athen, Thessaloniki und
Nikosia folgten mehrere hundert Demonstranten dem Aufruf von
Friedensorganisationen. Die USA waren am 20. März 2003 in den Irak
einmarschiert. Seither sind mehr als 3200 US-Soldaten und viele
zehntausende irakische Zivilisten getötet worden. Eine Mehrheit
der US-Bevölkerung hält den Einmarsch mittlerweile für
einen Fehler und befürwortet ein festes Datum für den Abzug
der US-Truppen. Für Montag sind in Washington und anderen
US-Städten Mahnwachen geplant.
US-Präsident George W. Bush hat sich erneut gegen Versuche der
oppositionellen Demokraten gewandt, seine Irak-Politik im Kongress mit
Rückzugsforderungen zu torpedieren. Sie benutzten die
Streitkräfte als Hebel, um innenpolitische Schlachten zu schlagen,
sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache.
Einige im Kongress wollten mit entsprechenden Gesetzesinitiativen die
Handlungsfähigkeit der Kommandeure beschneiden, einen
überstürzten Rückzug aus dem Irak erzwingen und
Milliarden für Zwecke zu Hause ausgeben, die nichts mit dem Krieg
gegen den Terror zu tun hätten. Bush forderte den Kongress auf,
die Gelder zur Fortsetzung der Militäreinsätze im Irak und in
Afghanistan ohne Verzögerung und Zusätze zu bewilligen. Im
Finanzausschuss des Repräsentantenhauses brachten die Demokraten
am Donnerstag trotz einer Veto-Drohung des Präsidenten eine
Initiative durch, mit der die US-Soldaten bis September 2008 aus dem
Irak heimgeholt werden sollen.
Bei neuen Kämpfen im Irak ist ein weiterer US-Soldat ums Leben
gekommen. Er wurde in der Nacht zum Samstag in Bakuba, rund 60
Kilometer nordöstlich von Bagdad, getötet, wie die
amerikanischen Streitkräfte mitteilten. Erst kürzlich wurden
700 zusätzliche US-Soldaten nach Bakuba verlegt. Dort werden
zahlreiche sunnitische Extremisten vermutet, die wegen der Mitte
Februar begonnenen irakisch-amerikanischen Sicherheitsoffensive aus
Bagdad geflohen sind. Seit Beginn des Krieges vor nunmehr vier Jahren
sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP schon mindestens
3.209 US-Soldaten im Irak ums Leben gekommen.
Drei Selbstmordattentäter haben sich im Irak in Tanklastzügen
mit Chlor in die Luft gesprengt und mindestens sechs Menschen mit in
den Tod gerissen. Rund 350 Iraker mussten ärztlich behandelt
werden, wie die Polizei am Samstag mitteilte.
Der erste Anschlag ereignete sich am Freitagnachmittag nordöstlich
von Ramadi. Ein US-Soldat und ein Iraker erlitten Verletzungen, wie die
Streitkräfte mitteilten. Wenig später brachte ein
Selbstmordattentäter einen Tanklastzug in einem Stau auf einer
Zufahrtsstraße nach Falludscha zur Explosion. Mindestens sechs
Menschen kamen ums Leben, darunter zwei Polizisten. 100 Menschen seien
verletzt worden, darunter Frauen und Kinder, teilten die
Streitkräfte mit. Einige von ihnen atmeten offenbar giftige
Dämpfe ein. Nach Angaben eines Arztes mussten 15 Schwerverletzte
im Krankenhaus behandelt werden.
Am Samstagmorgen sprengte ein dritter Attentäter ebenfalls in der
Nähe von Falludscha einen mit Chlor beladenen Lkw in die Luft.
Nach Militärangaben erlitten 250 Anwohner Verletzungen, unter
ihnen sieben Kinder. Aufständische haben bei Bombenanschlägen
in diesem Jahr schon mehrmals Chlorgas eingesetzt.
Bei Bombenanschlägen in Hilla südlich von Bagdad und in
Mossul im Nordwesten des Landes wurden am Samstag zwei Polizisten
getötet. Drei weitere wurden verletzt.
In einer leer stehenden Schule im Bagdader Stadtteil Sadr City
richteten die US-Truppen unterdessen ein Krankenhaus ein. Zahlreiche
Iraker warteten am Samstag auf Behandlung, wie die
Fernsehnachrichtenagentur APTN berichtete. Seit Kriegsbeginn vor vier
Jahren gebe es kaum Ärzte, klagte ein Mann mit einer
entzündeten Kopfverletzung.
Die USA entsenden zusätzliche Truppen früher als geplant in
den Irak. Das Heer teilte am Freitag mit, eine
Kampfhubschrauber-Einheit mit 2.600 Soldaten werde 45 Tage früher
als vorgesehen in den unruhigen Regionen des Großraums Bagdad und
der Provinz Anbar stationiert. Die Brigade der 3. Infanteriedivision
solle Anfang Mai dort eintreffen.
Das Verteidigungsministerium stimmte damit einem Antrag des neuen
Oberbefehlshabers im Irak, General David Petraeus, auf
Luftunterstützung zu. Vor zwei Monaten hatte US-Präsident
George W. Bush die Entsendung zusätzlicher 21.500 Soldaten in den
Irak bekannt gegeben. Mit den für die Verlegung notwendigen
Unterstützungseinheiten ergibt sich inzwischen bereits eine Zahl
von rund 30.000 zusätzlichen US-Soldaten im Irak. Zur Zeit sind
dort 142.000 Soldaten stationiert - 60.000 gehören zu
Kampfeinheiten, der Rest zu diesen unterstützenden Einheiten. Bush
hatte ursprünglich von der Verstärkung der Kampfeinheiten
gesprochen und eine Aufstockung der sie unterstützenden Truppen -
derzeit um rund 7.000 - nicht erwähnt.
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 18.03.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertachtundzwanzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Nahost-Konflikt
Neues palästinensisches Kabinett vereidigt. USA reagieren
enttäuscht auf neue palästinensische Regierung. Syrien und
Jordanien für Stopp der Sanktionen gegen Palästinenser
So.18.03.07 - Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat am Samstag
das neue Kabinett vereidigt. Zuvor billigte das Parlament mit
überwältigender Mehrheit die Koalitionsregierung aus Hamas
und Fatah, mit der die beiden palästinensischen Organisationen
ihren monatelangen blutigen Machtkampf beilegten. Die
Vereidigungszeremonie fand zeitgleich in Gaza und Ramallah statt und
wurde per Video-Link übertragen. Die von Israel verhängten
Reisebeschränkungen verhinderten, dass die Minister an einem Ort
zusammenkommen konnten.
Der neuen Regierung der nationalen Einheit gehören 25 Minister an.
Ministerpräsidenten bleibt Ismail Hanija von der Hamas. Die
Koalition löst eine Regierung unter Führung der Hamas ab, auf
deren Amtsantritt im vergangenen Jahr die internationale Gemeinschaft
mit einem Finanzboykott reagierte. Israel bekräftigte erneut seine
Ablehnung der neuen Regierung als Gesprächspartner im
Nahost-Konflikt.
Im palästinensischen Parlament stimmten 83 Abgeordnete für
das Bündnis und drei dagegen. 41 Parlamentarier konnten an der
Abstimmung nicht teilnehmen, da sie in israelischen Gefängnissen
einsitzen. Die Abgeordneten applaudierten nach Bekanntgabe des
Abstimmungsergebnisses.
Ministerpräsident Hanija erklärte, die neue Regierung werde
sich für die Errichtung eines unabhängigen
palästinensischen Staates in den von Israel 1967 besetzten
Gebieten einsetzen. Er bekräftigte das Recht der
Palästinenser auf Widerstand gegen Israel, kündigte aber
zugleich an, das Kabinett werde sich um eine Ausweitung des
Waffenstillstands bemühen.
Abbas schlug vor der Parlamentssitzung versöhnliche Töne
gegenüber Israel an. «Wir lehnen Gewalt in jeder Form
ab», sagte der Präsident. «Umgekehrt fordern wir
Israel auf, alle Gewalt einzustellen.» Die Hand der
Palästinenser sei zum Frieden ausgestreckt.
Die israelische Regierungssprecherin Miri Eisin betonte: «Wir
werden uns mit dieser neuen Regierung nicht befassen.» Die
Anerkennung Israels und ein Ende der Gewalt sind in deren Programm
nicht erwähnt. Der UN-Gesandte Alvaro de Soto nannte die
Regierungsbildung dennoch einen «bedeutenden Schritt in die
richtige Richtung».
Nach der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit aus Fatah und
Hamas haben Syrien und Jordanien eine Aufhebung der internationalen
Sanktionen gegen die Palästinenser gefordert. Das neue
palästinensische Kabinett sei der Schlüssel für die
palästinensische Einheit, zitierte die syrische Nachrichtenagentur
Sana am Samstag einen Regierungsvertreter. Die internationale
Gemeinschaft müsse das neue Kabinett unterstützen und mit
dessen Mitgliedern zusammenarbeiten. Auch Jordanien äußerte
laut der Nachrichtenagentur Peta die Hoffnung auf eine Aufhebung der
Sanktionen. Der saudiarabische König Abdullah gratulierte
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der Fatah und
Regierungschef Ismail Hanija von der Hamas telefonisch zu der Einigung.
Mit Enttäuschung haben die USA auf das neue palästinensische
Kabinett reagiert. Das am Samstag vorgestellte Regierungsprogramm sei
in Teilen Besorgnis erregend, sagte Außenamtssprecher Sean
McCormack in Washington. Das Programm klammert eine Anerkennung Israels
bewusst aus und erfüllt damit die Forderungen westlicher Staaten
nicht. McCormack kritisierte besonders die von der Hamas durchgesetzte
Passage, in der die Palästinenser ihr «Recht auf
Widerstand» gegen Israel unterstreichen. Beobachtern zufolge
dürfte dies die Bemühungen der USA erschweren, den
israelisch-palästinensischen Friedensprozess wieder in Gang zu
bringen.
Die deutsche Regierung und die Europäische Union erwägen
einem Medienbericht zufolge, sich auf die neue palästinensische
Regierung zuzubewegen. Nach Informationen des Hamburger
Nachrichtenmagazins «Spiegel» gibt es Bestrebungen, das
Kabinett dadurch zu stabilisieren. Die EU will dem Bericht zufolge
zunächst Kontakte zu gemäßigten Ministern erlauben.
Dann sei denkbar, dass wieder Gelder an die Palästinenser
fließen.
Norwegen erkennt die neue Regierung dagegen bereits jetzt an, wie
Außenminister Joans Gahr Stoere in Oslo erklärte. Als erstes
Land hob Norwegen die gegen die alte Hamas-Regierung verhängten
Restriktionen auf. Der künftige palästinensische
Finanzminister Salam Fajjad warnte, die neue Regierung werde ohne
finanzielle Unterstützung der internationalen Gemeinschaft nicht
lange lebensfähig sein.
(Quellen: ap, afp)
Nordkorea fordert vor Abrüstung Freigabe gesperrter Konten
So.18.03.07 - Nordkorea will seine umstrittenen Atomanlagen erst wie vereinbart
abschalten, wenn seine gesperrten Konten bei einer Bank in Macao wieder
komplett freigegeben sind. Sein Land sei noch nicht über die
Aufhebung der US-Finanzsanktionen unterrichtet worden.
Das sagte Nordkoreas Chefunterhändler bei den
Sechser-Gesprächen, Kim Kye Gwan, am Samstag bei der Ankunft in
Peking weiter. Vor der Aufnahme einer neuen Verhandlungsrunde über
den Abbau des Atomwaffenprogramms am Montag traf am Samstag in Peking
erstmals die Arbeitsgruppe zusammen, die Details der Stilllegung
erarbeiten soll.
Nach einem Besuch in Pjöngjang berichtete der Vorsitzende der
deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe im deutschen Bundestag,
Hartmut Koschyk (CSU), vor Journalisten in Peking, ihm sei versichert
worden, dass Nordkorea seine Verpflichtungen nach der Einigung bei den
Sechs- Parteien-Gesprächen im Februar «termingerecht und
strikt erfüllen» werde. Bei seinen Gesprächen habe er
«kein böses Wort mehr» über die USA gehört.
Nordkorea wünsche sich auch eine «aktivere Rolle»
Deutschlands und der EU, um den Friedensprozess zu begleiten.
Der Abgeordnete, der gute Beziehungen zu beiden Koreas pflegt, sagte:
«Die politische Großwetterlage ist so günstig wie
lange nicht mehr.» Doch komme der große Test, wenn die
Atomanlagen geschlossen werden müssen. Nach seinem Eindruck geht
Nordkorea davon aus, dass die USA ihre Zusagen zu Lösung des
Finanzstreits einhalten werden. Vizeaußenminister Kim Kye Gwan
bekräftigte laut Nachrichtenagentur Yonhap in Peking: «Wenn
die USA ihre Beschränkungen gegen unsere Geldmittel bei der Banco
Delta Asia nicht aufheben, können wir unsere nuklearen
Einrichtungen in Yongbyon nicht schließen.»
Die USA hatten diese Woche den Behörden in Macao erlaubt, die
Konten bei der Banco Delta Asia (BDA) mit rund 25 Millionen US-Dollar
(18,8 Mio Euro) freizugeben. Doch bekräftigten sie ihre
Vorwürfe wegen Geldwäsche und illegaler
Finanzaktivitäten Nordkoreas und untersagten US-Banken alle
Geschäfte mit dem Finanzinstitut. Mit diesen Schritten sehen die
USA ihre Zusagen erfüllt. US-Unterhändler Christopher Hill
zeigte sich vor den zweitägigen Beratungen der Arbeitsgruppe
über die Atomanlagen zuversichtlich. «Ich bin sicher, wir
werden über das BDA-Problem in einigen Tagen nicht mehr
reden.»
Bei den Sechs-Parteien-Gesprächen, an denen auch China,
Südkorea, Japan und Russland teilnehmen, hatte Nordkorea den
schrittweisen Abbau seiner Atomanlagen im Gegenzug für massive
Energielieferungen, eine Normalisierung seiner internationalen
Beziehungen sowie eine Aufhebung der Finanzsanktionen der USA zugesagt.
Zu dem Streit über ein Programm zur Urananreicherung, dessen
Existenz Nordkorea bestreitet, sagte Unterhändler Kim Kye Gwan
laut Chinas Nachrichtenagentur Xinhua, sein Land wolle Erklärungen
geben, wenn die USA Beweise dafür vorlegen könnten.
(Quelle: dpa)
Zehntausende protestieren in Frankreich gegen neues AKW
So.18.03.07 - Mehrere zehntausend Menschen haben in Frankreich gegen den Bau eines
neuen Atommeilers demonstriert. Allein in Rennes gingen nach Angaben
der Veranstalter etwa 40.000 Atomkraftgegner auf die Straße, um
gegen den Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) zu protestieren.
Auch in Lyon, Straßburg und Toulouse beteiligten sich mehrere
tausend Menschen an den Kundgebungen. Die Veranstalter sprachen von
einer "historischen Mobilmachung". Der Protest sei vergleichbar mit den
Anti-Atomdemonstrationen in den 70er Jahren.
Der französische Staatskonzern Electricité de France (EDF
errichtet derzeit in der Normandie Frankreichs ersten Europäischen
Druckwasserreaktor (EPR). Die Kosten werden auf rund 3,3 Milliarden Euro
beziffert. Gegner werfen EDF vor, mit dem Projekt die Atomenergie
weiter als Hauptenergiequelle Frankreichs festschreiben zu wollen. Dort
gibt es bereits 58 Atomreaktoren, die rund drei Viertel des Strombedarfs
decken.
Der besonders leistungsstarke EPR wurde vom französischen
Areva-Konzern und Siemens gemeinsam entwickelt. Europas erster
Meiler dieser Art wird zurzeit in Finnland errichtet.
(Quelle: afp)
Treffen der G8-Umweltminister in Potsdam: USA stellen sich bei
Klimaschutz weiter stur
So.18.03.07 - Die Vereinigten Staaten stellen sich beim Klimaschutz weiter stur. Bei
dem Treffen der G8-Umweltminister und wichtiger Schwellenländer in
Potsdam weigerten sich die USA, eine Mitverantwortung für einen
Interessenausgleich zugunsten von Entwicklungsländern zu
akzeptieren, die sich für Klimaschutz engagieren, zum Beispiel
durch den Schutz von Regenwälden. Es gab aber auch in einer Reihe
zuvor strittiger Punkte eine Annäherung, wie Deutschlands
Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Exekutivsekretär der
UN-Klimarahmenkonvention, Yvo de Boer, bekanntgaben.
Gabriel wertete das Treffen von Potsdam als "eine wichtige
Vorbereitung" für den Gipfel der führenden Industrienationen
(G-8) im Juni in Heiligendamm. Er kündigte an, die deutsche
G8-Präsidentschaft werde dort die EU-Ratsbeschlüsse für
eine deutliche Reduzierung der Treibhausgase in den Mittelpunkt der
Beratungen stellen. Ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten mit den
USA äußerte sich Gabriel optimistisch, dass auf dem
G8-Gipfel weitere Fortschritte erzielt werden könnten. Dabei gelte
es, Klimaschutz mit nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung zu
verbinden.
An den Beratungen in Potsdam nahmen neben den G8-Staaten auch die
Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und
Südafrika teil. Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und den
übrigen Teilnehmern gab es laut Gabriel erneut auch zum
Emissionshandel. Allerdings hätten die USA beeindruckende eigene
Klimaschutzanstrengungen vorgestellt. Vollständige Einigkeit gab
es nach seinen Worten in Potsdam darüber, dass dringend mehr getan
werden müsse, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.
Das Treffen in Potsdam diente besonders dem Meinungsaustausch zwischen
Industrie- und Entwicklungsländern im Vorfeld der UN-Konferenzen
zum Klima- und Artenschutz im Dezember in Bali und im Mai 2008 in Bonn.
Das Thema Artenschutz hatte am Freitag im Mittelpunkt gestanden. Die
Diskussion mit den Schwellenländern beschrieb Gabriel als "sehr
offen, ehrlich und konstruktiv". Brasilien habe darauf hingewiesen,
dass dem Land von der internationalen Gemeinschaft 1,2 Milliarden
US-Dollar zu gesagt worden seien, wenn die Rodung des
Amazonas-Regenwaldes deutlich verringert werde. Die Entwaldung pro Jahr
wurde zwar halbiert, gezahlt worden sei aber nur ein Bruchteil der
Summe.
(Quelle: afp)
Merkel zieht positive Bilanz ihres Besuchs in Polen
So.18.03.07 - Ungeachtet der Unstimmigkeiten über den geplanten
Raketenabwehrschild der USA in Osteuropa hat Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) ihren Besuch in Polen positiv bewertet. Aus Sicht der
Kanzlerin sei das Treffen mit Staatschef Lech Kaczynski "sehr gut
verlaufen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Merkel zeigte sich
zudem zuversichtlich, dass der Streit um das Raketenabwehrsystem
beigelegt werden könnte. "Die Chancen für eine
einvernehmliche Lösung stehen gar nicht so schlecht."
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte dagegen vor
einem "neuen Wettrüsten" in Europa.
Durch die Gespräche in Polen sei die "Vertrauensgrundlage weiter
verbessert" worden, sagte der Regierungssprecher der Nachrichtenagentur
AFP. Das sei eine gute Basis für die Lösung der anstehenden
Fragen. Es gebe den festen Willen, in der Europäischen Union
gemeinsam voranzukommen und sich beispielsweise mit Blick auf den
EU-Verfassungsvertrag eng abzustimmen. Kaczynski habe außerdem
den Wunsch geäußert, dass sein Land mehr bei internationalen
Themen eingebunden werde.
In Bezug auf den Streit um das von den USA geplante Raketenabwehrsystem
habe Merkel für ihre Position geworben, das Thema innerhalb der
NATO intensiv zu erörtern, sagte Wilhelm. Der "Neuen Presse" aus
Hannover hatte Merkel zuvor gesagt, Deutschland präferiere bei der
geplanten Raketenabwehr in Polen und Tschechien "eine Lösung
innerhalb der NATO". "Das sage ich auch offen unseren polnischen
Nachbarn und Russland", sagte die Kanzlerin.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte vor "negativen
Folgen" des US-Raketenabwehrsystems für das Verhältnis
Russlands zur NATO. Es stehe außer Frage, dass die US-Pläne
"ernste und negative Folgen" haben würden, sagte er bei einem
Expertentreffen in der Nähe von Moskau.
Steinmeier appellierte an die Regierungen in Washington und Moskau,
nicht in das Denken des Kalten Krieges zurückzufallen. Der Streit
um die Raketenabwehr wecke "alte Reflexe". "Hier muss sich beweisen, ob
wir in der Lage sind, überholte Denkmuster des Gegeneinanders und
der Konfrontation zu überwinden", schrieb er in einem Gastbeitrag
für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS).
(Quelle: afp)
Polen erwägt Einlenken im Raketenstreit
So.18.03.07 - Polen ist nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar
zum Einlenken im Streit über das US-Raketenabwehrsystem in
Osteuropa bereit. Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski
teilte am Samstag in Warschau mit, der Nationale Sicherheitsrat seines
Landes werde Merkels Vorschlag aufgreifen, über das umstrittene
System im Rahmen der NATO zu diskutieren.
Ein Ergebnis steht damit noch nicht fest. Der Schritt gilt aber als
Geste, die es Merkel bereits ermöglichte, eine positive Bilanz
ihres Besuchs zu ziehen. In Delegationskreisen hieß es, die
polnische Seite hatte schon während des Besuchs der Kanzlerin den
Eindruck vermittelt, dass sie zu diesem Schritt bereit sei.
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm berichtete nach der Rückkehr
Merkels nach Berlin, die Bundeskanzlerin habe bei ihren Gesprächen
intensiv dafür geworben, das Projekt innerhalb der Allianz zu
erörtern. Bisher hatte Warschau das Thema als bilaterale
Angelegenheit mit Washington angesehen. Bereits zum Auftakt ihres
Besuchs hatte Merkel in einer Rede in der Universität Warschau vor
einer Spaltung Europas gewarnt. Diese Warnung bezog sich sowohl auf den
Streit über das Raketensystem als auch auf die Kontroverse
über die Ostseepipeline.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der am Sonntag nach
Washington fliegt, forderte die Bush-Regierung zur Zusammenarbeit in
der Sicherheitspolitik auf. Der SPD-Politiker schrieb in einem
Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung», die Gefahr eines neuen Wettrüstens
müsse dringend verhindert werden. Die Diskussion über das
geplante amerikanische Raketenabwehrsystem habe daher strategische
Bedeutung.
Steinmeier rief die Regierungen in Washington und Moskau dazu auf,
nicht in das Denken des Kalten Kriegs zurückzufallen. Ein
Raketenabwehrsystem dürfe weder Ursache noch Vorwand für eine
neue Rüstungsrunde sein.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung nannte speziell den
NATO-Russland-Rat, in dem der Raketenstreit beigelegt werden
könne. Er sei optimistisch, dass dort eine Lösung gefunden
werde, sagte der CDU-Politiker dem «Mannheimer Morgen»:
Letztlich gehe es um eine Schutzfunktion, die auch im russischen
Interesse liegen müsse.
(Quelle: ap)
Mehrheit der Deutschen für Rückzug aus Afghanistan
So.18.03.07 - Unter dem Eindruck der Internet-Drohungen gegen Deutschland sind die
meisten Deutschen für einen Rückzug der Bundeswehr aus
Afghanistan. 57 Prozent der im Auftrag des "Spiegel" befragten
Bundesbürger sprachen sich dafür aus, den Einsatz am
Hindukusch zu beenden, wie das Nachrichtenmagazin berichtete. Nur 36
Prozent hielten es für richtig, das militärische Engagement
wie bisher fortzusetzen. Vier Prozent sagten, die Präsenz der
Bundeswehr in Afghanistan solle verstärkt werden. Für die
Meinungsstudie wurden am 13. und 14. März rund 1000
Bundesbürger befragt.
"Focus" berichtete unter Berufung auf eine interne Analyse des
Bundeskriminalamtes (BKA), die Sicherheitslage für deutsche
Soldaten in Afghanistan habe sich weiter verschlechtert. Deutsche
Einrichtungen am Hindukusch seien "hinsichtlich des bestehenden
Gefährdungsgrades" mit denen der USA und Großbritanniens
"nahezu gleichzusetzen", zitierte das Nachrichtenmagazin aus dem
BKA-Bericht vom vergangenen Dienstag. In einem weiteren BKA-Bericht von
Ende Februar heißt es, die Sicherheitslage habe sich
"kontinuierlich" und 2006 sogar "signifikant verschlechtert".
(Quelle: afp)
Regierung gegen Wahlrecht schon mit 16
So.18.03.07 - Die Bundesregierung ist gegen eine Senkung des Wahlalters von 18 auf 16
Jahre nach österreichischem Vorbild. «Ich halte nichts
davon», sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble der
«Bild am Sonntag». «Wer an Bundestagswahlen teilnimmt,
sollte volljährig sein - und das ist man in Deutschland nun mal
mit 18 Jahren.»
Schäuble wies jedoch darauf hin, dass die Bundesländer nicht
daran gehindert seien, für Landtags- und Kommunalwahlen andere
Grenzen festzusetzen. In Österreich dürfen Jugendliche ab 16
Jahren künftig in Nationalratswahlen ihre Stimme abgeben.
Die Grünen sehen die Regelung anders als Schäuble als
vorbildlich an. Die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate
Künast, sagte der Zeitung: «Wenn wir Probleme der Zukunft
lösen wollen, müssen wir auch die Menschen fragen, die morgen
mit unseren Entscheidungen leben müssen. Mit 16 müssen
Jugendliche schon viel Verantwortung übernehmen, sie sind auch reif
fürs Wählen.»
Auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart
äußerte sich positiv. «Bei uns in Nordrhein-Westfalen
dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bereits seit 1999 an Kommunalwahlen
teilnehmen. Auf Grund der guten Erfahrungen im größten
Bundesland halte ich ein Wahlrecht für Jugendliche ab 16 Jahren
auch auf Bundes- und Landesebene für wünschenswert.»
Der nordrhein-westfälische Innovationsminister fügte hinzu:
«Wir haben festgestellt, dass gerade bei Schülern dieser
Altersgruppe ein großes Interesse an Politik besteht. Auch mit
Blick auf die Demographie wäre es sinnvoll, junge Menschen
früher in politische und gesellschaftliche Prozesse
einzubeziehen.»
(Quelle: ap)
Ottmar Schreiner fordert Kehrtwende der SPD zu Gunsten der Arbeitnehmer
So.18.03.07 - Der SPD-Politiker Ottmar Schreiner fordert eine Kehrtwende seine Partei
zu arbeitnehmerfreundlicherer Politik. «Es muss etwas passieren,
denn die Unzufriedenheit innerhalb der Partei wird immer
größer», erklärte der Bundestagsabgeordnete der
«Hamburger Morgenpost am Sonntag». «Nach der
Gesundheitsreform und der Rente mit 67 jetzt auch noch eine massive
Absenkung der Unternehmensbesteuerung, das hält die SPD
nicht aus.»
Während die CDU versuche, soziales Profil zurückzugewinnen,
werde die SPD in der Öffentlichkeit als Vollstrecker von
Sozialabbau wahrgenommen, kritisierte Schreiner. «Wir
stoßen bei vielen Bürgern auf eine fast aggressive Ablehnung
der SPD-Politik. Das kann nicht gut sein für eine Partei, die sich
immer vor allem auf die gewerkschaftlich organisierte
Arbeitnehmerschaft stützen konnte. Hier besteht jetzt dringender
Korrekturbedarf», sagte der SPD-Politiker.
Die geplante Senkung der Unternehmenssteuer lehnt Schreiner entschieden
ab: «Ich bin sehr unzufrieden mit den beschlossenen Eckpunkten,
weil ich eine weitere Absenkung der Unternehmenssteuern unter keinen
Umständen für vertretbar halte», sagte er. «Seit
Jahren greift die Politik den Arbeitnehmern in Deutschland
beständig tiefer in die Tasche. Zugleich haben wir jetzt schon die
niedrigste effektive Besteuerung der Unternehmensgewinne innerhalb der
EU.»
(Quelle: ap)
Ärzte fordern Verbot für Geschlechtstest an Embryos
So.18.03.07 - Ein Verbot von Geschlechtstest an Embryos fordert die Deutsche
Gesellschaft für Humangenetik (GfH). Der Vorsitzende Peter
Propping sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus»: «Der
Gesetzgeber muss das Verfahren verbieten, wir haben große Sorge
vor Missbrauch.» Mit dem von einer Kölner Firma entwickelten
Test sollen Eltern schon ab der achten Schwangerschaftswoche
feststellen können, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen
erwarten. Damit entstünde die Gefahr, dass Babys des
unerwünschten Geschlechts abgetrieben würden.
Zudem sei das Verfahren sehr einfach, denn es beruhe auf einem
hochempfindlichen Nachweis kindlicher Y-Chromosomen im
mütterlichen Blut, hieß es. Wolfram Henn vom Ethikrat der
GfH kritisierte: «Das Angebot kann eine Hintertür zur
kriminellen blutigen pränatalen Geschlechtsselektion in
Deutschland darstellen.» Die Ärzte geben außerdem zu
bedenken, dass der Geschlechtstest in Ländern wie Indien oder
China auf rege Nachfrage treffen könnte. Dort werden bereits
gezielt weibliche Embryos abgetrieben.
(Quelle: ap)