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Vierter Jahrestag des Irak-Kriegs
Vier Jahre nach Kriegsbeginn - Iraker verlieren nach jüngster
Umfrage die Hoffnung. US-Präsident Bush ruft US-Bürger zu
Geduld mit seiner Irak-Politik auf. Acht Tote bei Anschlag auf Moschee
in Bagdad. Mindestens 19 Tote bei Anschlägen in Kirkuk.
Irakkriegs-Gegner demonstrieren an der Wall Street
Di.20.03.07 - Vier Jahre nach dem Einmarsch der US-geführten Truppen im Irak
verliert die Bevölkerung immer mehr die Hoffnung. Zu diesem Schluss
kommt eine Umfrage unter mehr als 2.000 Irakern, die das
Meinungsforschungsinstitut D 3 Systems im Auftrag von WDR/ARD, ABC News,
BBC und der Zeitung «USA Today» durchführte. So glaubt
nur noch eine Minderheit von 42 Prozent der Befragten, dass es ihre
Kinder einmal besser haben werden. Etwas mehr als ein Drittel rechnet
kurzfristig mit einer Besserung der Lage. Als dringlichstes Problem
erleben die Iraker die fehlende Sicherheit im Land. Bei früheren
Umfragen in den Jahren 2004 und 2005 hatten noch rund 80 Prozent der
Befragten optimistisch in die Zukunft geblickt.
Auch innerhalb der US-Bevölkerung schrumpft die Zustimmung zu
Bushs Irak-Strategie weiter. Nach einer CNN-Umfrage befürworten
nur noch 32 Prozent der US-Bürger den Krieg; kurz nach seinem
Beginn am 20. März 2003 waren es noch 72 Prozent.
Angesichts des wachsenden Widerstands gegenüber seiner
Irak-Strategie hat US-Präsident George W. Bush die US-Bürger
zur Geduld aufgerufen. Für die Soldaten sei es noch nicht an der
Zeit, "zu packen und nach Hause zu gehen", sagte Bush in einer kurzen
Ansprache zum vierten Jahrestag des US-geführten Einmarsches im
Irak. Die neue Sicherheitsstrategie für Bagdad werde "Monate,
nicht Tage oder Wochen" dauern, bis sie Wirkung zeige. Innerhalb der
irakischen Bevölkerung macht sich indes zunehmend Resignation
breit.
Aufgrund der Herausforderungen im Irak könnte man versucht sein,
einen raschen Abzug als "beste Option" anzusehen, sagte Bush in seiner
vom Fernsehen übertragenen achtminütigen Erklärung.
Kurzfristig möge dies zufriedenstellend sein, die Konsequenzen
für Amerikas Sicherheit aber wären verheerend, warnte der
US-Präsident. Die neue Sicherheitsstrategie für Bagdad sei
erst in der Anfangsphase. Müssten die US-Soldaten jetzt gehen,
würde die Gewalt das gesamte Land und schließlich auch die
Region erfassen und der Irak zum "sicheren Hafen" für Terroristen
werden.
Im Irak hielt die Gewalt unterdessen weiter an: Bei einem
Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Bagdad sind am Montag
mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Rund drei Dutzend weitere
Gläubige wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der Sprengsatz
detonierte während des Mittagsgebets im Bereich des
Schordscha-Marktes, der schon in der Vergangenheit Ziel von
Anschlägen war. Im Februar waren dort bei der Explosion einer
Autobombe 137 Menschen getötet worden.
Bei der Explosion von zwei Autobomben in der nordirakischen Stadt
Kirkuk sind 15 Menschen getötet worden. 32 weitere Iraker wurden
verletzt. Die Bomben waren in zwei verschiedenen Stadtteilen in der
Nähe einer Polizeistation und neben einer Polizeipatrouille
detoniert. Im Busbahnhof der Stadt Chalis starb ein Zivilist, als
Bewaffnete aus einem vorbeifahrenden Auto das Feuer auf mehrere Menschen
eröffneten.
Der Bürgermeister von Didschela, einer kleinen schiitischen
Gemeinde südöstlich von Bagdad, wurde am Montag auf dem Weg
zur Arbeit entführt und ermordet. Seine mit Schusswunden
übersäte Leiche wurde an einer Schnellstraße gefunden.
Die irakische Regierung forderte unterdessen mehr Mitspracherecht bei
der Verwaltung internationaler Finanzhilfe. Planungsminister Ali Baban
rief die Teilnehmer einer Wiederaufbaukonferenz in Istanbul auf,
stärker auf die Prioritäten Bagdads einzugehen, beispielsweise
was die Auswahl der Förderprojekte betrifft. Ein Vertreter der
Weltbank erklärte, der Irak müsse die Korruption
bekämpfen, seine Institutionen aufbauen und sein Bankensystem
stärken, damit die internationale Hilfe effektiv zum Tragen komme.
Mit einer Protestaktion vor der New Yorker Börse haben Gegner des
Irakkriegs am Montag auf Gewinne von Vertragspartnern der
US-Streitkräfte in den vergangenen Jahren hingewiesen. «Wir
wollten ein besonderes Augenmerk auf die Wall Street richten - dorthin,
wo alle Profite gemacht werden», sagte Frida Berrigan, eine der
Organisatorinnen der Aktion. 44 Personen wurden nach Polizeiangaben
festgenommen. Die meisten von ihnen kamen bis zum Nachmittag wieder
frei.
(Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 20.03.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.20.03.06 - Bush drängt Iraker zu Regierungsbildung +++ US-Armee tötet bei
Einsatz nördlich von Bagdad sieben Iraker +++ Laut irakischem
Ex-Regierungschef Allaui herrscht Bürgerkrieg im Irak +++ Der
amerikanische Präsident bittet seine Landsleute um Geduld +++ Seine
Regierung habe eine Strategie 'zum Sieg im Irak'...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0603200.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Afghanen halten Regierung für korrupter als Taliban-Regime
Di.20.03.07 - Die meisten Afghanen halten die amtierende Regierung für korrupter
als das Regime der Taliban. In einer am Montag veröffentlichten
Umfrage der Organisation Integrity Watch Afghanistan erklärten 60
Prozent der Befragten, die Zustände seien derzeit schlimmer als
während der Sowjetherrschaft in den 80er Jahren oder unter dem
Taliban-Regime in den 90ern. Mit Geld könne man
Regierungsämter kaufen, die Justiz umgehen oder der Polizei
entkommen, erklärte die Organisation.
«In den vergangenen fünf Jahren hat die Korruption
Ausmaße erreicht, die unter früheren Regierungen nicht
bekannt waren», hieß es in dem Bericht. Als korrupteste
Institutionen nannten die Befragten die Gerichte und das
Innenministerium. Der Direktor von Integrity Watch, Lorenzo Delesgues,
sagte, Hauptgrund für Korruption und Bestechung sei die
Schwäche der Ermittlungsbehörden. «Korruption
untergräbt die Legitimation des Staates», erklärte er.
Für die Umfrage wurden 1.258 Bewohner von 13 Provinzen befragt.
In Kabul explodierte am Montag eine Autobombe in der Nähe eines
Konvois der amerikanischen Botschaft. Botschaftssprecher Joe Mellot
erklärte, mehrere Menschen seien verletzt worden, einer von ihnen
schwer. Der amerikanische Botschafter Ronald Neumann fuhr den Angaben
zufolge nicht in dem Konvoi. Der Anschlag ereignete sich drei Kilometer
vom Botschaftsgebäude entfernt auf einer Straße in Kabul.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Israelische Offensive im Libanon war offiziell 'Krieg'. Mehrheit der
Israelis für Kontakte mit Palästinensern
Di.20.03.07 - Die Libanon-Offensive der israelischen Armee im Sommer wird nun auch in
Israel als "Krieg" bezeichnet. Ein Regierungsausschuss habe entschieden,
"den Einsatz im Libanon offiziell als einen Krieg zu betrachten",
hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.
Bisher hatte Israel das Wort "Krieg" im Zusammenhang mit den
Kämpfen vermieden. Das Gremium unter Leitung des Ministers ohne
Geschäftsbereich Jaakov Edri einigte sich auf drei Bezeichnungen,
die in den kommenden Wochen zusammen mit dem Verteidigungsministerium
weiter geprüft werden sollen. Dabei handelt es sich um die
Begriffe "Nordkrieg", "Krieg am Nordschild" und "Zweiter Libanonkrieg".
1982 hatte Israel in einer ersten Offensive den südlichen Libanon
besetzt.
Eine klare Mehrheit der Israelis wünscht sich laut einer Umfrage
Kontakte ihrer Führung mit der neuen Palästinenserregierung
von Hamas und Fatah.
Die israelische Zeitung «Jediot Achronot»
veröffentlichte am Montag die Ergebnisse einer repräsentativen
Befragung, der zufolge 56 Prozent der Israelis eine Aufhebung des
vollständigen Boykotts des Kabinetts von
Palästinenser-Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) wollen.
Die israelische Regierung hatte am Sonntag einen Boykott der am Vortag
vereidigten Regierung von Hanija und Palästinenserpräsident
Mahmud Abbas beschlossen. Ministerpräsident Ehud Olmert
erklärte, man wolle nur Kontakte mit Abbas selbst aufrecht
erhalten. Die neue Regierung der Palästinenser weigert sich, das
israelische Existenzrecht anzuerkennen, hat Israel jedoch zur
Zusammenarbeit aufgerufen.
US-Sicherheitsberater Stephen Hadley sagte, die USA würden mit der
Palästinenserregierung «nichts zu tun haben», so lange
sie nicht die vom Nahost-Quartett festgelegten Prinzipien befolge. Eine
Sprecherin des amerikanischen Konsulats in Jerusalem erklärte
indessen, US- Repräsentanten würden aber Kontakte zu einzelnen
Kabinettsmitgliedern unterhalten. Norwegen will dagegen den Boykott
komplett aufheben.
Die Regierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah)
und Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) hielt am Sonntag ihre
erste Kabinettssitzung ab. Gut fünf Wochen nach Beilegung des
blutigen innerpalästinensischen Machtkampfs waren die 25 Mitglieder
des neuen Kabinetts am Samstag teils in Gaza und teils in Ramallah im
Westjordanland vereidigt worden. Abbas forderte die Welt dazu auf,
umgehend den Boykott der Palästinenserregierung zu beenden.
Die meisten Geberländer, allen voran die USA und die EU, hatten
nach dem Sieg der radikal-islamischen Hamas vor gut einem Jahr ihre
Zahlungen an die Palästinenserregierung eingestellt. Sie verlangen,
dass die Hamas der Gewalt abschwört und den Staat Israel anerkennt.
Hanija kündigte am Samstag an, seine Regierung werde die Abkommen
im Nahost-Konflikt respektieren. Schlüssel zu Frieden und
Stabilität sei aber ein Ende der israelischen Besatzung und das
Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung. Seine Regierung
bekräftige das Recht der Palästinenser auf Widerstand. Abbas
sagte an die Adresse Israels: «Wir sind gegen jede Form von
Gewalt. Aber wir sind auch gegen einseitig beschlossene Lösungen
wie einen provisorischen Staat (für die Palästinenser).»
Olmert sagte am Sonntag in Jerusalem: «Wir erwarten, dass die
internationale Gemeinschaft sich nicht von der Bildung der (neuen)
Palästinenserregierung in die Irre führen lässt.»
Das Nahost-Quartett (UN, EU, USA und Russland) müsse seinen
bisherigen Kurs einer Isolierung der palästinensischen Regierung
fortsetzen, weil diese zu einer Erfüllung der internationalen
Forderungen nicht bereit sei, erklärte Olmert. Israel wolle die
Kontakte mit Abbas fortsetzen, die Möglichkeiten eines Dialogs
seien jedoch angesichts dessen Pakts mit Hamas beschränkt.
Der neue palästinensische Außenminister Siad Abu Amir hatte
Israel zuvor zur Zusammenarbeit aufgerufen. Amir sagte dem israelischen
Rundfunk, Israel könnte eine politische Gelegenheit verpassen, weil
es nicht wisse, was es wolle.
Hadley sagte am Sonntag in einem Interview des Senders CNN, es bleibe
dabei, dass das Kabinett die Forderungen des Nahost-Quartetts
erfüllen müsse. Die USA würden die «Worte und
Taten» der Regierung verfolgen und hofften, dass Schritte in die
richtige Richtung unternommen und insbesondere Maßnahmen gegen die
Gewalt ergriffen würden. Bisher gebe es dafür aber keine
Anzeichen.
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft begrüßte am Samstag
zwar die Vereidigung der Einheitsregierung. Die EU-Hilfe für die
Palästinenser werde aber auf direkte Zahlungen für soziale
Projekte beschränkt bleiben, bis die neue Regierung ein Programm
verabschiede, das die Grundsätze des Nahost-Quartetts
widerspiegele. Man werde zunächst «die Maßnahmen der
neuen Regierung und ihrer Minister sorgfältig bewerten».
(Quellen: ap, dpa)
Somalia: Milizen verstärken Angriffe in Mogadischu
Di.20.03.07 - In der somalischen Hauptstadt Mogadischu droht die Gewalt weiter zu
eskalieren. Bewaffnete Milizen schossen am Sonntag mit Minenwerfern in
Richtung des Hafens, wo ein Frachter der äthiopischen Armee anlegen
sollte. Die Granaten verfehlten ihr Ziel und explodierten in einem
Restaurant eines benachbarten Wohnviertels. Ein Zivilist wurde
getötet, elf weitere wurden verletzt. Nach dem Angriff lieferten
sich äthiopische Soldaten und Bewaffnete einen heftigen
Schusswechsel. Ob es dabei Tote oder Verletzte gab, war unklar.
Somalische Regierungstruppen am Hafen eröffneten das Feuer.
Die somalische Übergangsregierung hatte im Dezember und im Januar
in einer gemeinsamen Offensive mit der äthiopischen Armee die in
weiten Teilen des Landes herrschenden islamistischen Milizen vertrieben.
Erst vor wenigen Tagen war Staatschef Abdullahi Yusuf Ahmed nach
Mogadischu umgezogen. Bislang ist die Regierung offenbar kaum in der
Lage, der anhaltenden Gewalt in der Millionenstadt Einhalt zu gebieten.
Dies gilt jedoch als wichtige Voraussetzung für die nationale
Versöhnungskonferenz, die am 16. April in Mogadischu beginnen soll.
In Baidoa, dem bisherigen Sitz der Übergangsregierung, beriet
Ministerpräsident Ali Mohamed am Sonntag mit einer UN-Delegation
über Sicherheitsfragen und den Friedenseinsatz der Afrikanischen
Union (AU) in dem ostafrikanischen Land. Somalia hatte seit dem Sturz
des Machthabers Siad Barre 1991 keine funktionierende Zentralregierung
mehr.
(Quelle: afp)
Polen mehrheitlich gegen Stationierung von US-Raketen
Di.20.03.07 - Die geplante Stationierung amerikanischer Abwehrraketen in Polen
stößt bei der dortigen Bevölkerung mehrheitlich auf
Ablehnung. Bei einer am Montag veröffentlichten Erhebung des
Instituts Gfk Polonia für die Zeitung «Rzeczpospolita»
sprachen sich 51 Prozent gegen das Vorhaben der US-Regierung aus. Nur
30 Prozent der knapp 1.000 Befragten unterstützten den Plan, der
Rest war unentschieden. Die USA wollen zehn Abwehrraketen gegen
ballistische Interkontinentalraketen in Polen stationieren und zudem
eine Radarstation für das neue Verteidigungssystem in Tschechien
errichten. Das Vorhaben ist in Europa heftig umstritten. In Polen hat
es bislang allerdings kaum Protestaktionen gegeben, während in
Tschechien hunderte Demonstranten auf die Straße gingen.
(Quelle: ap)
Merkel warnt erneut vor Alleingängen in der Verteidigungspolitik
Di.20.03.07 - Im Streit über die US-Raketenabwehr in Osteuropa hat
Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut vor Alleingängen innerhalb der
NATO gewarnt. Die aktuellen Diskussionen über Verteidigungsfragen
zeigten, dass die europäische Einheit und die transatlantische
Partnerschaft eng zusammengehörten, sagte sie am Montag auf einer
Veranstaltung der CDU/CSU-Fraktion in Berlin.
«Und deshalb ist meine tiefe Überzeugung, dass heute noch
stärker als vielleicht früher ... Alleingänge niemandem
gut bekommen.» Man sollte immer darauf achten,
«vertrauensvoll über alle Dinge gemeinsam zu sprechen, um
Spaltungen zu verhindern».
(Quelle: ap)
Polnische Regierung setzt Deutschland in Vertriebenenfrage weiter unter
Druck
Di.20.03.07 - Die polnische Regierung setzt Deutschland in der Vertriebenenfrage
weiter unter Druck. Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski wertete
die deutsche Haltung dazu am Montag als Hindernis für die weitere
europäische Integration.
Mit den Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei
ihrem Polen-Besuch zeigte er sich unzufrieden: «Leider zeigt der
Vortrag von Frau Merkel an der Universität Warschau, dass hier
keine Fortschritte gemacht wurden.» Kaczynski bekräftigte
die Forderung seiner Regierung nach einem rechtlich verbindlichen
Verzicht Deutschlands auf Entschädigung. Der Bund der Vertriebenen
begrüßte die Äußerungen Merkels in Polen
unterdessen.
Die Kanzlerin hatte sich am Freitag und Samstag bei ihrem Aufenthalt in
Warschau und auf der Halbinsel Hela bei Danzig um eine Entspannung der
äußerst strapazierten deutsch-polnischen Beziehungen
bemüht. In einer Rede vor Studenten und Wissenschaftlern hatte sie
sich von Entschädigungsforderungen Vertriebener distanziert.
«Die Klagen der so genannten Preußischen Treuhand haben
keinerlei Unterstützung meiner Bundesregierung. Sie werden sie
auch nie bekommen», sagte sie.
Die Vertriebenenorganisation «Preußische Treuhand»
hatte Polen im vergangenen Herbst vor dem Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte auf Entschädigung für verlorenes
Eigentum in den ehemaligen deutschen Ostgebieten verklagt. Der
polnischen Regierung geht die verbale Distanzierung der Bundesregierung
nicht weit genug. Sie fordert eine Erklärung oder ein Abkommen, in
dem ein Verzicht auf Entschädigung festgeschrieben wird. Die
Bundesregierung lehnt dies aus rechtlichen Gründen ab und
hält die bisherigen Distanzierungen für ausreichend.
Kaczynski verknüpfte eine Klärung der Vertriebenenfrage nun
mit der weiteren EU-Integration. «Man kann nicht über eine
stärkere europäische Integration sprechen, bevor dieses Thema
nicht geklärt ist», sagte er. Polen kommt in den weiteren
Bemühungen um eine EU-Verfassung und ein stärkeres
Zusammenwachsen Europas eine wichtige Rolle zu. Dem bisherigen Entwurf
steht Warschau skeptisch gegenüber und fordert Änderungen vor
allem beim Abstimmungsverhalten. Merkel will den Verfassungsprozess
dagegen auf der Grundlage des bisherigen Entwurfs wieder in Gang
bringen.
Der Bund der Vertriebenen (BdV) zeigte sich zufrieden mit Merkels
Polen-Besuch. Die Kanzlerin habe sich solidarisch mit den deutschen
Vertriebenen gezeigt, erklärte BdV-Präsidentin Erika
Steinbach. «Ihre Aussage, dass es keine Umdeutung der Geschichte
durch Deutschland gibt und auch nicht geben kann, unterstütze ich
voll und ganz.»
Steinbach bekräftigte die Forderung des BdV nach einem
«Zentrum gegen Vertreibungen» in Berlin. Die dazu
gegründete Stiftung wolle «einen Beitrag zur Versöhnung
leisten und den betroffenen Menschen über die geschichtlichen
Gräben hinweg die Möglichkeit geben, sich wieder die Hand zu
reichen».
Merkel hatte in ihrer Rede auch dafür plädiert, den
Vertriebenen und Flüchtlingen aller Nationen ein würdevolles
Gedenken zu ermöglichen. Sie fügte hinzu: «Es kann
keine Umdeutung der Geschichte durch Deutschland geben, und ich
füge hinzu: Es wird auch keine Umdeutung der Geschichte
geben.»
Die von Steinbach geleitete Stiftung «Zentrum gegen
Vertreibungen» setzt sich seit 2000 für den Bau einer
Dokumentationsstätte in Berlin ein. In Polen hat das Projekt
für große Beunruhigung gesorgt.
(Quelle: ap)
Europäer glauben kaum an Verbesserung ihres Lebens durch EU
Di.20.03.07 - Nur ein Viertel der Europäer ist einer Umfrage zufolge der
Meinung, dass sich ihr Leben durch den Beitritt ihres Landes zur
Europäischen Union gebessert habe. 44 Prozent der befragten
Europäer glauben sogar, ihr Leben habe sich durch die
EU-Mitgliedschaft ihres Landes verschlechtert, wie die Umfrage im
Auftrag der britischen Zeitung "Financial Times" ergab. Dennoch gaben
nur 22 Prozent an, ihrem Land würde es besser bekommen, wenn es aus
der Gemeinschaft ausscheide.
Immerhin rund 35 Prozent der Befragten waren der Ansicht, dass eine
gemeinsame EU-Verfassung sich auf ihr Land positiv auswirken werde. 27
Prozent glaubten allerdings, das Gegenteil werde der Fall sein. Für
die Umfrage wurden mehr als 6700 EU-Bürger in Deutschland,
Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und in den USA
befragt.
(Quelle: afp)
Deutschland
Steuereinnahmen explodieren förmlich - 17 Prozent mehr
Di.20.03.07 - Die staatlichen Steuereinnahmen sind auch im Februar kräftig
gestiegen. Der deutsche Fiskus habe über fünf Milliarden Euro
mehr an Steuern eingenommen als im Vorjahresmonat, ein Plus von knapp
17 Prozent, berichtete das «Handelsblatt» am Montag unter
Berufung auf das Bundesfinanzministerium.
Steuerschätzer nannten diesen Anstieg den Angaben zufolge
«sensationell». Für das Gesamtjahr könnten die
Einnahmen «ohne weiteres 15 Milliarden Euro höher ausfallen
als vom Arbeitskreis Steuerschätzung im November
geschätzt», hieß es. Damals war für 2007 ein Plus
für den Gesamtstaat von 6,0 Prozent auf rund 514,1 Milliarden Euro
prognostiziert worden.
Die Bundesregierung rechnet nach einem Bericht der
«Süddeutschen Zeitung» (Dienstag) für das
laufende Jahr mit einer deutlich niedrigeren Neuverschuldung als die
bisher eingeplanten 19,6 Milliarden Euro. Wenn keine unvorhergesehenen
Probleme auftauchten, werde man aus heutiger Sicht mit Krediten in
einer Größenordnung von 15 Milliarden Euro auskommen,
hieß es laut Zeitung in Regierungskreisen.
Die Union warnte vor Euphorie und forderte, Sondereffekte und
Haushaltsrisiken nicht außer Acht zu lassen. «Die gute
Entwicklung der Steuereinnahmen ist zwar ein Grund zur Freude, aber
kein Grund für Euphorie», sagte der haushaltspolitische
Sprecher der Unions- Fraktion, Steffen Kampeter. Maßgeblich
für die gute Entwicklung im Februar seien Sondereffekte bei der
Umsatzsteuer und frühere Eingänge bei einigen Bundessteuern.
Die zusätzlichen Steuereinnahmen müssten zuallererst für
die Haushaltssanierung eingesetzt werden, forderte Kampeter. Zudem gebe
es etliche Haushaltsrisiken - etwa bei Hartz-IV-Zahlungen oder durch
Steuerrückzahlungen auf Grund eines Urteils des Europäischen
Gerichtshofes (EuGH). Ferner sei der Zuschuss des Bundes an die
gesetzliche Krankenversicherung noch nicht finanziert.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte mehrfach nicht
ausgeschlossen, dass angesichts des anhaltenden Wirtschaftswachstums
und hoher Steuereinnahmen der Defizitabbau schneller gelingen
könne. Er lässt aber weiter offen, wann ein ausgeglichener
Haushalt ohne neue Schulden erreicht werden könne. In diesem Jahr
könnte die Defizitquote jedoch durchaus stärker als um 0,5
Prozentpunkte reduziert werden.
Steuerschätzer halten laut «Süddeutscher Zeitung»
selbst die regierungsintern gehandelte Kreditsumme von 15 Milliarden
Euro noch für zu hoch. «Ich gehe angesichts der
wirtschaftlichen Entwicklung für 2007 eher von 12 Milliarden Euro
aus», sagte Dieter Vesper vom Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung in Berlin. Kampeter verlangte in der Zeitung von
Steinbrück, die Neuverschuldung des Bundes bis 2011 möglichst
auf Null herunterzufahren. «Je eher wir den Haushaltsausgleich
schaffen, desto besser, sagte er. Auch sein SPD-Kollege Carsten
Schneider sagte: «Wir sollten 2011 nahe Null sein.»
(Quelle: dpa)
Finanzvermögen des Staates Ende 2005 bei 229 Milliarden Euro
Di.20.03.07 - Das Finanzvermögen der öffentlichen Haushalte in Deutschland
hat zum Jahresende 2005 insgesamt 229 Milliarden Euro betragen. Das geht
aus einer am Montag in Wiesbaden veröffentlichten Erhebung des
Statistischen Bundes hervor. Darin eingerechnet sind auch unmittelbar
öffentlich bestimmte Fonds sowie Einrichtungen und Unternehmen des
Staatssektors. In der Summe nicht enthalten sind der
Vermögensbestand an Anteilsrechten, wie Aktien,
Investmentzertifikate und sonstige Anteilsrechte.
In Gegenrechnung zu der Staatsverschuldung in Höhe von gut 1.500
Milliarden Euro und verschiedenen anderen Faktoren dient die Erhebung
der Berechnung der so genannten Lieferverpflichtungen der Bundesrepublik
gegenüber der Europäischen Union. Wie das Bundesamt
mitteilte, wurde die Statistik in diesem Umfang 2005 zum ersten Mal
angefertigt. Den Lieferverpflichtungen früherer Jahre lagen nach
diesen Angaben Schätzungen der Deutschen Bundesbank zu Grunde.
Das größte Finanzvermögen besaß nach dieser
Statistik Ende 2005 der Bund mit 71,5 Milliarden Euro, was einem Anteil
von 31 Prozent entspricht. Es folgten die Länder mit 54,5
Milliarden Euro und die Gemeinden sowie Gemeindeverbände mit 46,7
Milliarden Euro. Die Sondervermögen des Bundes hielten ein
Finanzvermögen von 27,9 Milliarden Euro, die der Länder von
10,1 Milliarden Euro und die der Gemeinden von 2,5 Milliarden Euro.
Hinzu kamen 6,7 Milliarden Euro der Zweckverbände und 8,7
Milliarden Euro der Fonds, Einrichtungen und Unternehmen des
Staatssektors.
Den größten Anteil am Finanzvermögen des Staatssektors
stellten die vergebenen Kredite dar; sie beliefen sich auf 83,7
Milliarden Euro oder 37 Prozent. Der Bestand an Bargeld und Einlagen
betrug 58,0 Milliarden Euro und der an Wertpapieren 11,3 Milliarden Euro.
(Quelle: ap)
Linke nennen Unternehmenssteuerreform 'Klassenkampf pur
Di.20.03.07 - Die Linkspartei.PDS betrachtet die geplante Unternehmenssteuerreform
als «Klassenkampf pur». Das Vorhaben trage die
«Schröder-Handschrift» der Agenda 2010, kritisierte
Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch am Montag in Berlin.
Geschenke an die Unternehmen zu verteilen, sei der falsche Weg.
Bartsch nannte es eine eklatante Fehlentscheidung, in einer Situation
des Aufschwungs auf Steuereinnahmen zu verzichten. Der Staatshaushalt
brauche Mehreinnahmen etwa zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und
zum Ausbau von Kinderkrippen. Außerdem seien milliardenschwere
Entlastungen für Unternehmen nach Mehrwertsteuererhöhung und
Kürzung von Pendlerpauschale und Freibetrag ein Schlag ins Gesicht
der Arbeitnehmer und Verbraucher.
Die Linkspartei verfolge die Debatte in der SPD, aber auch in der CDU
mit großem Interesse, sagte Bartsch weiter. Die SPD müsse
ihren Wählern und den Gewerkschaften die Frage beantworten, ob sie
die Politik von Exkanzler Gerhard Schröder verschärft
fortsetzen wolle oder ob die innerparteilichen Debatten noch eine Wende
mit sich bringen könnten.
(Quelle: ap)
Wehrbeauftragter beklagt Zustände in westdeutschen Kasernen
Di.20.03.07 - Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Reinhold Robbe,
bemängelt in seinem neuen Jahresbericht den Zustand vieler Kasernen
in den alten Bundesländern. Die Gebäude seien überbelegt
und renovierungsbedürftig, berichtete die "Bild"-Zeitung. Der
Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, teilt die
Beobachtungen des Wehrbeauftragten. "Bei mir häufen sich die
Hinweise von Kommandeuren aus den alten Ländern, dass die
Zustände ihrer Kasernen nicht mehr tragbar sind. Hier besteht
erheblicher Investitionsbedarf."
Durch die Zusammenlegung von Truppen seien die Kasernen einfach zu
voll, und seit der Einheit habe die Bundeswehr vor allem im Osten
investiert.
(Quelle: afp)
Studie: Ganztagsschulen schaden Familienleben nicht
Di.20.03.07 - Der Besuch von Ganztagsschulen schadet einer neuen Studie zufolge dem
Familienleben nicht, sondern kann dies sogar verbessern. Das
Familienklima und die Zeit, die der Familie für gemeinsame
Aktivitäten zur Verfügung stehe, werde nicht negativ, sondern
eher positiv beeinflusst, heißt es in einer am Montag in Berlin
vorgestellten Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts
für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), des
Deutschen Jugendinstitutes (DJI) und des Institutes für
Schulentwicklungsforschung an der Universität Dortmund. Positiv
heben die Forscher vor allem hervor, dass Ganztagsschulen Eltern bei der
Balance von Beruf und Familie unterstützen und damit Familien
entlasten.
Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen, haben zwangsläufig
weniger gemeinsame Mahlzeiten mit ihren Eltern als andere Schüler.
Sie verbringen der Untersuchung zufolge allerdings sogar etwas mehr Zeit
mit ihren Eltern bei gemeinsamen Hobbys oder anderen gemeinsame
Aktivitäten wie Spielen als Kinder, die keine Ganztagsschule
besuchen.
(Quelle: afp)