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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausendundersten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
US-Botschafter im Irak führte Gespräche mit
Aufständischen. Irak plant für Ex-Baathisten Erlaubnis zur
Rückkehr in Ämter. US-Truppen im Irak nehmen
mutmaßliche Autobomber fest. UNHCR: Probleme in Syrien und
Jordanien durch Irak-Flüchtlinge
Di.27.03.07 - Der scheidende US-Botschafter in Bagdad, Zalmay Khalilzad, hat am
Montag Gespräche mit Aufständischen im Irak bestätigt.
"Wir haben mit Gruppen gesprochen, die nicht am politischen Prozess
teilgenommen haben, mit Gruppen, die Verbindungen mit
Aufständischen-Gruppen haben", sagte Khalilzad auf einer
Pressekonferenz anlässlich seines Abschieds. Mit "Terroristen"
habe er jedoch nicht in Kontakt gestanden. Ziel der Gespräche sei
die Versöhnung gewesen, fügte Khalilzad hinzu. Die USA
konzentrieren sich seinen Angaben zufolge auf die Bedrohung durch die
Terrororganisation El Kaida, die Druck auf diese Gruppen ausübe
und die man isolieren wolle.
Ehemalige Mitglieder der Baath-Partei von Saddam Hussein sollen nach
dem Willen der irakischen Führung in Regierungsämter
zurückkehren und den Streitkräften beitreten dürfen.
Einen entsprechenden Gesetzentwurf wollten Ministerpräsident Nuri
al-Maliki und Staatspräsident Dschalal Talabani
möglicherweise bereits am (heutigen) Dienstag im Parlament
einbringen, wie aus Regierungskreisen verlautete. Ein solcher Schritt
wird seit langem von den USA als Zeichen des Entgegenkommens an die
Sunniten gefordert. In einer am Montagabend veröffentlichten
Erklärung von Al-Maliki, einem Schiiten, und Talabani, einem
Kurden heißt es, das Gesetz solle dem Aufbau eines Iraks für
alle Iraker dienen, die entschlossen seien, ein neues, demokratisches
Land ohne Tyrannei, Rassismus, Diskriminierung und Entrechtung
aufzubauen.
Die US-Truppen im Irak haben nach eigenen Angaben führende
Mitglieder einer Gruppe festgenommen, die mit Autobombenanschlägen
in Bagdad hunderte Menschen in den Tod gerissen hat. Die fünf
Männer seien bereits am vergangenen Mittwoch im Bagdader Stadtteil
Asamija aufgegriffen worden, teilten die Streitkräfte am Montag
mit. Einer der Verdächtigen soll für die Planung und
Ausführung der meisten Autobombenanschläge im Schiitenviertel
Sadr City verantwortlich sein. Die Anschläge der Gruppe haben den
Angaben zufolge rund 900 Zivilpersonen das Leben gekostet, 1.950 Iraker
erlitten Verletzungen.
Die zwei Millionen irakischen Flüchtlinge in Syrien und Jordanien
führen nach Einschätzung der Vereinten Nationen zu starken
Problemen in der Wirtschaft, bei der Sicherheit und der politischen
Lage dieser Länder. Eine anti-irakische Stimmung breite sich dort
aus, warnte der Nahost- und Nordafrika-Leiter des
UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Radhouane Nouicer, am Montag in
Genf. "Die internationale Gemeinschaft tut sehr wenig, wenn nicht sogar
überhaupt nichts, um auf diese Krise zu reagieren", kritisierte
Nouicer.
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 27.03.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertsiebenunddreißigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.27.03.06 - Kein Ende der Gewalt in Sicht. Mindestens 69 Menschen bei Kämpfen,
Anschlägen und Überfällen getötet +++ 30 zumeist
enthauptete Leichen entdeckt +++ US-Politiker: Geduld mit Irakern ist bald
erschöpft ++++ Führende Republikaner und Demokraten in Bagdad +++
Arabische Liga dringt auf zügige Regierungsbildung im Irak +++ Blair
hält britischen Abzug aus dem Irak für möglich...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0603270.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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USA fordern erneut mehr Soldaten für Afghanistan
Di.27.03.07 - Die USA haben ihre europäischen NATO-Partner am Montag erneut zur
Entsendung weiterer Soldaten nach Afghanistan aufgerufen.
US-Außenstaatssekretär Nicholas Burns kritisierte bei einem
Besuch in Brüssel zudem Einsatzbeschränkungen, wie sie unter
anderem für die deutsche Bundeswehr in Afghanistan gälten.
«Wir brauchen mehr Soldaten aus Europa und mehr Flexibilität
bei ihren Einsatzmöglichkeiten», erklärte Burns.
Die USA, Kanada und Großbritannien fordern seit langem
Unterstützung für ihre Soldaten im besonders hart
umkämpften Osten und Süden Afghanistans. Diese Appelle
richten sich vor allem an die großen NATO-Staaten Deutschland,
Frankreich, Italien und Spanien, die den Einsatz ihrer Truppen auf den
vergleichsweise ruhigen Nordwesten beschränkt haben.
«Einsatzbeschränkungen, die den strategischen Einsatz
europäischer Soldaten innerhalb des Landes einschränken,
sollten aufgehoben werden. Alle Staaten sollten sie aufheben»,
bekräftigte Burns.
Ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums erklärte in
Berlin, dass es für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan im
Rahmen der ISAF-Mission zur militärischen Absicherung des
Wiederaufbaus keine Einsatzbeschränkungen gebe.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Neue Dynamik in internationalen Nahost-Friedensbemühungen.
Palästinenser gespalten bei Frage nach Haltung der Hamas zu
Israel. IMF und Weltbank warnen vor weiteren Finanzproblemen für
Palästinenser
Di.27.03.07 - Die diplomatischen Bemühungen zur Wiederbelebung des
Nahost-Friedensprozesses haben am Montag neuen Schwung erhalten: Der
israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte sich zu
einem Gipfeltreffen mit gemäßigten arabischen Politikern
bereit, während sich Saudi-Arabien im Fall von Verhandlungen mit
Israel kompromissbereit zeigte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und
US-Außenministerin Condoleezza Rice versuchten, die Gespräche
zwischen Israel und den Palästinensern wieder anzustoßen.
Olmert sagte am Montag auf einer Pressekonferenz mit Ban, er würde
nicht zögern, eine Einladung zu Treffen mit moderaten arabischen
Politikern anzunehmen. Ban erklärte, es gebe Beratungen über
ein solches Treffen zwischen Israel, den Palästinensern,
internationalen Vermittlern und moderaten arabischen Politikern. Olmert
will auch seine Kontakte zum palästinensischen Präsidenten
Mahmud Abbas «ohne Unterbrechung» fortführen, wie er
betonte. Erst kürzlich hatte der israelische Regierungschef
erklärt, er werde angesichts der palästinensischen
Regierungsbildung aus Hamas und Fatah keine Friedensgespräche mit
Abbas führen.
Der saudiarabische Außenminister Saud al Faisal schlug
unterdessen Änderungen an der Friedensinitiative von 2002 vor. Al
Faisal, der in Riad gemeinsam mit seinen Kollegen der Arabischen Liga
das für Mittwoch geplante Nahost-Gipfeltreffen vorbereitete,
erklärte, man könne die Initiative den neuen Entwicklungen
anpassen. Saudi-Arabien wünsche sich, dass das Gipfeltreffen zu
einer geeinten arabischen Position in wichtigen Fragen führe.
Aus arabischen Diplomatenkreisen verlautete, die Politiker
bemühten sich derzeit um einen Weg, die Initiative umzuarbeiten
ohne den Eindruck zu erwecken, man sei vor den USA und Israel
eingeknickt. Eine Möglichkeit sei, Israel zu drängen, den Plan
vor Beginn von Verhandlungen grundsätzlich anzunehmen.
Gleichzeitig könnten sich die Palästinenser und die arabischen
Staaten bereit erklären, sich während der Verhandlungen
kompromissbereit zu zeigen.
Die auf Eis liegende Initiative sieht volle diplomatische Beziehungen
der arabischen Welt mit Israel vor und fordert den kompletten
israelischen Abzug aus dem Westjordanland und Ostjerusalem. Bei der
Vorstellung vor fünf Jahren wies Israel den Plan umgehend
zurück, hat sich jedoch in letzter Zeit aufgeschlossener gezeigt.
Israel kritisiert besonders das vorgesehene Rückkehrrecht
palästinensischer Flüchtlinge.
US-Außenministerin Rice reiste am Montag zu einem zweiten Treffen
mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in die
jordanische Hauptstadt Amman. Außerdem sprach sie dort mit dem
jordanischen König Abdullah. Sie wollte danach zurück nach
Israel fliegen und ein zweites Mal während ihrer Nahost-Reise mit
Olmert sprechen.
Die Palästinenser sind gespalten in der Frage, ob ihre Regierung
den Forderungen der internationalen Gemeinschaft nach Anerkennung
Israels nachkommen soll. 48 Prozent erklärten in einer am Montag
veröffentlichten Umfrage des palästinensischen Zentrums
für Politik- und Marktforschung, die neue Koalition aus radikaler
Hamas und gemäßigterer Fatah solle entsprechende
Zugeständnisse machen, um den seit rund einem Jahr währenden
Boykott seitens westlicher Länder zu beenden. Ebenso viele
Palästinenser waren jedoch der Meinung, die Regierung solle ihre
Haltung nicht ändern. Der Westen fordert von der Hamas, der Gewalt
abzuschwören und Israel anzuerkennen.
Die prekäre Finanzsituation der Palästinenser wird sich nach
Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IMF) und der
Weltbank in diesem Jahr weiter verschlechtern. Damit würden die
Autonomiegebiete noch stärker von ausländischer Hilfe
abhängig, heißt es in einem am Montag in Washington
veröffentlichten Bericht. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte
demnach 2006 zwischen fünf und zehn Prozent und liegt fast 40
Prozent unter dem Betrag vor der zweiten Intifada 1999.
Zu den wirtschaftlichen Problemen der Palästinenser tragen dem
Bericht zufolge die diplomatische und finanzielle Isolation der
Regierung bei sowie das Fehlen von Steuereinnahmen im Haushalt, die von
Israel zurückgehalten werden. 2006 verfügte die
Autonomiebehörde demnach über gut ein Drittel weniger
Finanzmittel als noch im Jahr zuvor. Ausländische Hilfe habe im
vergangenen Jahr fast 750 Millionen Dollar (565 Millionen Euro)
betragen, mehr als doppelt so viel wie 2005.
Die Weltbank forderte in einer am Montag veröffentlichten Studie
die Öffnung der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten
für palästinensische Exporte. Die Exporte könnten
starten, sobald die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen installiert
seien und ein Transitprotokoll zwischen der palästinensischen und
der ägyptischen Regierung fertig gestellt sei. Die Weltbank und die
EU-Kommission seien zu technischer Unterstützung bereit. Derzeit
können palästinensische Exportgüter nur über den
Grenzübergang Karni nach Israel ausgeführt werden. Der
Grenzübergang war im vergangenen Jahr allerdings fast 40 Prozent
der Zeit geschlossen. Israel führte dafür
Sicherheitsgründe an.
(Quelle: ap)
Ägyptens Präsident Mubarak will mit Volksabstimmung seine
Macht absichern
Di.27.03.07 - Nur eine Woche nach der Zustimmung im Parlament hat die ägyptische
Staatsführung die von ihr gewünschten
Verfassungsänderungen den rund 36 Millionen Wahlberechtigten zur
Bestätigung vorgelegt. Die Abstimmung gilt als reine Formsache.
Zahlreiche Verfassungsänderungen sollen die Staatsführung in
ihrem Anti-Terror-Kampf und im politischen Machtkampf mit den
Muslimbrüdern absichern. Zugleich wird das vor Jahrzehnten unter
Präsident Abdel Nasser hoch gehaltene Staatsziel des Sozialismus
aus der Verfassung gestrichen.
Mubaraks Sohn Gamal äußerte im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur AFP die Erwartung, dass sich mehr als 20 Prozent der
Wahlberechtigten an der Abstimmung beteiligen. Die Opposition hatte zu
einem Boykott des Referendums aufgerufen. Im Parlament hatten 315 von
454 Abgeordneten den Verfassungsänderungen zugestimmt, fast hundert
Abgeordnete hatten die Abstimmung boykottiert. Zu den Änderungen
zählt, dass Terrorverdächtige künftig ohne richterliche
Anordnung festgenommen und vom Inlandsgeheimdienst überwacht
werden dürfen. Zudem können sie vor Militärgerichte
gestellt werden.
Mubarak steht seit 26 Jahren an der Spitze des Landes. Er will
verhindern, dass religiös motivierte Kräfte die Macht
übernehmen. Die Verfassungsänderung verbietet
ausdrücklich jede politische Aktivität aus religiösen
Motiven. Die fundamentalistischen Muslimbrüder sind in Ägypten
offiziell verboten, werden aber in der Praxis toleriert und stellen
etwa ein Fünftel der Abgeordneten. Im Jahr 2011 sind
Präsidentschaftswahlen vorgesehen, bei denen Gamal Mubarak sich um
die Nachfolge seines Vaters bewerben könnte.
Opposition und Menschenrechtsorganisationen kritisierten die
Änderungen der Artikel 88 und 179. Die Neufassung von Artikel 179
sieht vor, dass Behörden bei Terrorismus-Verdacht ohne
Gerichtsbeschluss Verdächtige festnehmen, ihre Wohnungen
durchsuchen, ihren Briefverkehr überwachen und ihre Telefone
abhören dürfen. Außerdem soll der Präsident das
Recht erhalten, Terrorverdächtige vor Sondergerichte zu stellen.
Laut neuem Artikel 88 soll nicht mehr jede Wahlurne durch einen Beamten
überwacht, sondern die Wahlen insgesamt von einer unabhängigen
Kommission beaufsichtigt werden. Amnesty International verurteilte die
geplanten Änderungen als die "schwerwiegendste
Beeinträchtigung" der Menschenrechte in Ägypten seit Mubaraks
Amtsantritt.
(Quelle: afp)
G-8-Entwicklungsminister beraten über Afrika
Di.27.03.07 - Die Entwicklungsminister der G-8-Staaten sind am Montag in Berlin
zusammengekommen, um das Gipfeltreffen der führenden
Industriestaaten und Russlands in Heiligendamm vorzubereiten. Im
Mittelpunkt des Treffens steht die Afrika-Politik. Die G-8-Staaten
wollen vor allem im Kampf gegen Aids, bei der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit afrikanischer Staaten und bei der Lösung von
regionalen Konflikten Fortschritte erzielen.
Deutschlands Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte vor
Beginn der Konferenz, es bedürfe der engen Zusammenarbeit von
Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern, um die
Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 zu erreichen. Darum nehmen auch
Vertreter aus China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika an
dem Ministertreffen teil. «Wir brauchen globale Partnerschaften,
um entscheidende Fortschritte etwa beim Klimaschutz oder im Kampf gegen
HIV/Aids erzielen zu können», erklärte Wieczorek-Zeul.
Die zweitägige Konferenz ist das dritte Ministertreffen zur
Vorbereitung des G-8-Gipfels, der vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm
stattfindet. Die Finanz- und Umweltminister haben ebenfalls bereits
über die Themen aus ihren Ressorts beraten.
(Quelle: ap)
Subcomandante Marcos fordert Mexikos Ureinwohner zu Widerstand auf
Di.27.03.07 - In Mexiko hat die zapatistische Rebellenbewegung EZLN von Subcomandante
Marcos die Ureinwohner zur Verteidigung ihrer Rechte aufgefordert.
"Lateinamerika ist die neue Bühne des vierten Weltkriegs", sagte
der vermummte Rebellenführer am Sonntag (Ortszeit) im
südmexikanischen San Cristobal de las Casas vor 300 Anhängern.
Die Ureinwohner, die darin eine "wichtige Rolle" im Widerstand spielen
würden, verlören, wenn sie sich nicht mit der
Stadtbevölkerung zusammenschlössen. Mit einer weltweiten
Kampagne zur Verteidigung der Ureinwohner wollen die Zapatisten in den
32 Bundesstaaten Mexikos einen Widerstand organisieren, der sich von der
traditionellen Linken von Oppositionsführer Andrés Manuel
López Obrador abhebt.
(Quelle: afp)
200.000 Menschen protestieren gegen mexikanischen Präsidenten
Di.27.03.07 - Mehr als 200.000 Menschen haben am Sonntag (Ortszeit) in Mexiko-Stadt
gegen die Politik von Präsident Felipe Calderón protestiert
und soziale Reformen gefordert. Der Führer der Linken und Kandidat
der Präsidentschaftswahlen vom Juli vergangenen Jahres, Andres
Manuel López Obrador, forderte unter anderem einen garantierten
Festpreis für das Hauptnahrungsmittel Maistortilla und die
Freilassung von Gefangenen aus der Unruheprovinz Oaxaca.
(Quelle: afp)
UN-Sondergesandter schlägt Unabhängigkeit des Kosovo vor
Di.27.03.07 - Nach dem Scheitern der Verhandlungen von Serben und Kosovo-Albanern hat
der UN-Sondergesandte Martti Ahtisaari die Unabhängigkeit der
Provinz Kosovo vorgeschlagen. Sie solle zunächst aber
international überwacht und unterstützt werden, heißt
es in dem in New York vorgelegten Abschlussbericht des Finnen. "Die
Unabhängigkeit ist die einzige Option, um die politische
Stabilität und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des Kosovo
sicherzustellen", schreibt Ahtisaari. Die USA unterstützen den
Abschlussbericht.
Ahtisaari schlägt vor, die internationale Gemeinschaft solle
militärisch und zivil in der südserbischen Provinz
präsent sein. Während die Unabhängigkeit für das
Kosovo die einzige realistische Option sei, sei die Fähigkeit der
Provinz, wichtige Aufgaben zu meistern, noch eingeschränkt. Die
internationale Gemeinschaft solle daher umfassende Vollmachten haben,
die genau beschrieben sind und Schlüsselfelder betreffen. Der
UN-Vermittler nennt den Minderheitenschutz, die Dezentralisierung sowie
den Rechtsstaat. Enden solle die internationale Überwachung erst,
wenn das Kosovo die im Bericht vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt
habe.
Einen Verbleib der Provinz in der Republik Serbien schließt
Ahtisaari aus. Eine von "Feindschaft und gegenseitigem Misstrauen
geprägte Vergangenheit vergiftet seit langem die Beziehungen
zwischen Albanern und Serben im Kosovo", schreibt der
UN-Sondergesandte. Die Wiedereingliederung in Serbien sei daher "keine
machbare Option". Auch eine wie auch immer geartete Autonomie innerhalb
Serbiens sei nicht haltbar. "Die Wiederherstellung der serbischen Macht
im Kosovo wäre für die ganz deutliche Mehrheit der
Bevölkerung inakzeptabel." Andererseits könne die Provinz
aber auch nicht auf unbestimmte Zeit unter internationaler Verwaltung
bleiben.
US-Außenstaatssekretär Nicholas Burns verwies in
Brüssel darauf, dass eine Einigung in der Kosovo-Frage mit der
UN-Vetomacht Russland heikel werden könne. Der UN-Sicherheitsrat
werde voraussichtlich im April oder Mai in einer Resolution den
künftigen Status des Kosovo bestätigen. Die NATO werde auch
unter einem neuen Status zunächst die Sicherheit im Kosovo
gewährleisten. Auch die britische Außenministerin Margaret
Beckett begrüßte Ahtisaaris Vorschläge. Diese
gäben der Provinz "Klarheit über ihre Zukunft".
Im März waren nach 13 Monaten Gespräche der Parteien
über die Zukunft der Provinz gescheitert. Belgrad lehnt eine
Unabhängigkeit des unter UN-Verwaltung stehenden Kosovo ab.
(Quelle: afp)
Nordirische Parteien über gemeinsame Regierungsbildung einig
Di.27.03.07 - Die Chefs der beiden größten nordirischen Parteien, Ian
Paisley und Gerry Adams , haben sich auf den 8. Mai als Datum für
die Regierungsbildung geeinigt. Das geht aus einem vorab verbreiteten
Entwurf einer gemeinsamen Erklärung hervor, die nach dem Treffen
der beiden Politiker verlesen werden sollte. In der Erklärung, die
der Nachrichtenagentur AFP vorlag, heißt es: "Ian Paisley
verpflichtet sich unmissverständlich und verbindlich zu einer
Machtteilung am 8. Mai."
Der britische Nordirlandminister Peter Hain hatte zuvor eine
mögliche Fristverlängerung Londons für eine
Regierungsbildung in Nordirland in Aussicht gestellt, wenn sich die
Parteien auf einen "alternativen" Vorschlag verständigen
könnten. Die Frist für die Regierungsbildung läuft um
Mitternacht aus. Paisleys protestantische Unionistenpartei (DUP) hatte
eine Fristverschiebung auf Mitte Mai gefordert.
Paisley und Adams waren heute erstmals zusammengekommen, um in letzter
Minute noch eine Einigung über eine eigenständige nordirische
Regierung zu erreichen. Die DUP war aus der Parlamentswahl Anfang
März als stärkste Kraft hervorgegangen, gefolgt von der
katholischen Sinn Fein von Gerry Adams.
(Quelle: afp)
EU-Kommissarin beharrt auf Aufspaltung der Stromkonzerne
Di.27.03.07 - Die EU-Kommission sieht in der vollständigen Trennung von Netz und
Produktion auf dem europäischen Strommarkt «die effektivste
Methode», einen diskriminierungsfreien Wettbewerb zu schaffen. Wie
die Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag auf der
Internationalen Kartellkonferenz in München sagte, seien die
derzeitigen rechtlichen Bedingungen dabei nicht ausreichend.
Entsprechend müsse die EU-Kommission «einen neuen
Rahmen» für die Liberalisierung des europäischen
Strommarktes setzen.
So müsse die Kommission den Wandel auf dem Energiemarkt aktiver
herbeiführen, um die Verbraucher in der EU zu schützen. Die
Kommissarin hatte bereits angedroht, die Trennung von Netz und
Stromerzeugung mit den Mitteln des Kartellrechts durchzusetzen. Die
Kommissarin kündigte nun in München an, «nicht zu
zögern, vom ganzen Spektrum der Auflagen Gebrauch zu machen»,
um die Diskriminierung auf dem europäischen Strommarkt zu beenden.
Die Kommission hatte bereits im Januar vorgeschlagen, Netzbetrieb und
Produktion eigentumsrechtlich zu trennen, um den Wettbewerb zu
stärken. Anfang März hatte EU-Kommissionspräsident
José Manuel Barroso Kroes den Rücken gestärkt und die
Stromerzeuger gewarnt. «Wenn die Unternehmen durch die Kopplung
von Stromerzeugung und Netzbetrieb gegen europäisches Recht
verstoßen, wird die Kommission einschreiten», hatte Barroso
gesagt. Die Pläne aus Brüssel zur Zerschlagung der Konzerne
lehnen viele EU-Länder ab. Frankreich und Deutschland sind die
schärfsten Gegner.
(Quelle: ddp)
Vier von zehn EU-Arbeitnehmern finden ihren Job zu anstrengend
Di.27.03.07 - Vier von zehn Arbeitnehmern in der EU leiden unter ihrem Job. 41
Prozent empfinden ihre Arbeit als zu anstrengend und zu belastend, wie
das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest am Montag mitteilte. Unter
gefährlichen oder ungesunden Bedingungen leiden nach eigener
Wahrnehmung 21 Prozent der Arbeitnehmer. Dass ihre Arbeit ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Privatleben
unmöglich macht, findet jeder Siebte (14 Prozent).
An der Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission beteiligten
sich 26.800 Menschen aus den EU-Staaten sowie aus Kroatien, der
Türkei und dem nördlichen Teil Zyperns. Am häufigsten
beklagten sich Litauer, Bulgaren und Briten über die
Arbeitsbelastung; am zufriedensten waren Arbeitnehmer aus Belgien,
Finnland und den Niederlanden. Deutschland landete auf dem 19. Platz.
Manager (45 Prozent) und Selbstständige (44 Prozent) sehen sich
demnach häufiger Stress ausgesetzt als andere Beschäftigte.
Diejenigen, die im Alter von 15 Jahren oder früher die Schule
verließen, bewerteten ihre Arbeitsumgebung häufiger negativ
als diejenigen, die länger zur Schule gingen.
(Quelle: ap)
Deutschland
Regierung dringt auf NATO-Beratungen über Raketenschild
Di.27.03.07 - Vor der Entscheidung Polens über die Stationierung von
US-Abwehrraketen hat die Bundesregierung ihre Forderung nach
NATO-Beratungen über das Thema bekräftigt. «Die
Bundeskanzlerin hat wiederholt deutlich gemacht, dass es darauf ankommt,
dass Europa gemeinsam eine Lösung findet und sich Europa nicht
spalten lässt», erklärte Regierungssprecher Ulrich
Wilhelm am Montag in Berlin. «Jede Spaltung Europas vermindert
die Durchsetzungsfähigkeit Europas in der Welt.»
Die USA wollen zehn Abwehrraketen in Polen und ein Radargerät in
Tschechien stationieren. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel
geforderte Federführung der NATO in dieser Frage lehnen die
Amerikaner ab. Auch der polnische Präsident Lech Kaczynski hatte am
Rande des EU-Gipfels deutlich gemacht, dass er die Raketenabwehr nicht
als Sache des transatlantischen Bündnisses sieht: «Ich will
nicht bestreiten, dass ich dies für bilaterale Angelegenheiten
zwischen Polen und den Vereinigten Staaten halte.» Nach Angaben
Kaczynskis wollte sich der polnische Sicherheitsrat noch am Montag mit
dem Thema befassen.
Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, sagte, es
handele sich um eine souveräne polnische Entscheidung, die die
Bundesregierung nicht zu kommentieren habe. «Sie würde
allerdings umso dringlicher machen, dass wir uns mit dieser Thematik
dann gemeinsam im Kreis der NATO-Mitgliedstaaten befassen.»
(Quelle: ap)
Widerstand in CDU gegen Mindestlohn schwindet
Di.27.03.07 - Der CDU-Arbeitnehmerflügel sieht den Widerstand der
Unions-Parteien gegen einen gesetzlichen Mindestlohn schwinden. "In der
Union gibt es zunehmend die Erkenntnis, dass nicht nur in der Baubranche
und bei den Gebäudereinigern etwas im Argen liegt", sagte der
Vize-Vorsitzende der Unions-Arbeitnehmergruppe, Gerald Weiß
(CDU). Der Verweis auf die Selbstregulierungskräfte des Marktes
ziehe hier nicht mehr. "Das sind Prozesse, die mit sauberem Wettbewerb
nichts mehr zu tun haben." Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD)
will beim Thema Mindestlohn nach Angaben seines Sprechers drei
verschiedene Ansätze kombinieren.
Der am Wochenende diskutierte Vorschlag Münteferings,
sittenwidrige Löhne zu verbieten, sei nur "eine Facette des
Gesamtthemas Mindestlöhne", sagte ein Sprecher des
Arbeitsministeriums. Als zweiten Punkt nannte er branchenspezifische
Mindestlöhne durch eine Ausweitung des
Arbeitnehmer-Entsendegesetzes. Diese sollten "am besten in allen
Branchen" gelten. Weiter nannte er Maßnahmen, um bei der Zahlung
von Transfergeldern "übermäßige Mitnahmeeffekte seitens
der Unternehmen" zu vermeiden.
Die Arbeitsgruppe der Koalition zu Reformen im Niedriglohnsektor soll
am Abend erneut über weitere Schritte beraten. Dabei gehe es "um
alle Facetten", sagte der Sprecher. Er schloss nicht aus, dass es bei
dem Treffen "wichtige Schritte nach vorn geben werde".
Müntefering hatte in der "Bild am Sonntag" angekündigt, er
wolle sittenwidrige Löhne gesetzlich verbieten. Dies sei dann
gegeben, wenn der Lohn 30 Prozent unter dem in der Branche oder vor Ort
üblichen Tarif liege. Alternativ ließe sich als "Richtmarke"
der so genannte unangemessen niedrige Lohn festsetzen, der schon bei 20
Prozent unterhalb der orts- oder branchenüblichen Höhe
beginne. Der Sprecher räumte ein, dass sich mit dem Verbot der
Sittenwidrigkeit Niedrigstlöhne nicht generell verhindern
ließen. Dazu seien dann andere Maßnahmen notwendig.
(Quelle: afp)
INTERGRUND: Mindestlohn gilt in 20 EU-Mitgliedsländern
Staaten ohne gesetzlich festgelegten Mindestlohn sind in der
Europäischen Union in der Minderheit. In 20 der 27 Mitgliedsstaaten
ist ein Minimum für Arbeitnehmer festgelegt. Die Höhe
schwankt aber zwischen den Ländern erheblich. Das EU-Statistikamt
teilt die Mindestlohnländer in drei Gruppen ein. In der folgenden
Aufstellung wird der Mindestlohn pro Stunde auf das monatliche Entgelt
für einen Vollzeitjob umgerechnet.
Die Ländergruppe mit dem niedrigsten Minimum schließt laut
Eurostat neben Bulgarien, Rumänien, Lettland, Litauen, Slowakei,
Estland, Polen und der Tschechischen Repulik auch den EU-Kandidaten
Türkei ein. Die geringste Summe wird in Bulgarien mit rund 90 Euro
monatlich garantiert, an der Spitze liegt die Tschechische Republik mit
etwa 290 Euro. Innerhalb dieser Gruppe gab es im vergangenen Jahr zum
Teil erhebliche Erhöhungen des Mindestlohns, so um 48 Prozent in
Lettland, in der Slowakei und Estland um 32 beziehungsweise um 34
Prozent.
Zur zweiten Gruppe gehören die Mitglieder Portugal, Slowenien,
Malta, Spanien und Griechenland, wo der Mindestlohn mittlerweile
zwischen 460 und 750 Euro monatlich beträgt. Der dritten Gruppe
gehören Frankreich, Belgien, Großbritannien, die Niederlande,
Irland und Luxemburg an, wo der Mindestlohn überall über 1200
Euro monatlich liegt. Spitzenreiter ist Luxemburg mit über 1580
Euro.
Eine genauere Analyse der Mindestlöhne ergab Eurostat zufolge,
dass Frauen in fast allen Ländern die Mehrheit derjenigen
Vollzeit-Beschäftigten stellen, die mit dem Mindestlohn auskommen
müssen. Nur Ungarn und Malta machten hier eine Ausnahme. Der
Abstand zum durchschnittlichen Bruttolohn ist dabei erheblich: Der
Mindestlohn beträgt im EU-Schnitt zwischen 34 und 50 Prozent
dessen, was im Schnitt in Industrie und Dienstleistungssektor verdient
wird.
Quelle: afp, 26.03.2007
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Lehrergewerkschaften fordern mehr Investitionen in Bildung
Di.27.03.07 - Lehrergewerkschaften haben weltweit höhere Investitionen in die
Bildung gefordert. Die Regierungen müssten in starke und solide
öffentliche Bildungssysteme investieren, um den Bedürfnissen
eines jeden Schülers gerecht zu werden, erklärte der
Präsident der Bildungsinternationale (BI), Thulas Nxesi, in Berlin.
Die Organisation veranstaltet im Juli in der Bundeshauptstadt einen
Weltlehrerkongress. Die deutsche Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (GEW) verlangte erneut ein Ende des mehrgliedrigen
Schulsystem und der frühen Aufteilung der Schüler nach vier
Grundschuljahren in Deutschland.
Die BI setzte sich auch für das Recht der Pädagogen ein, sich
in Gewerkschaften zu organisieren. In vielen Ländern bedeute die
Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, sein Leben aufs Spiel zu setzen,
erklärte BI-Generalsekretär Fred van Leeuwen. Die BI
verteidige die Rechte derjenigen, die alles gäben, um Bildung an
die nächste Generation weiterzugeben.
Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne forderte für das deutsche
Schulsystem eine "Kurskorrektur". Deutschland müsse sich endlich
ernsthaft auf den Weg zu der "einen Schule für alle Kinder" machen,
erklärte Thöne. Das vielgliedrige, auf frühe Auslese der
Kinder ausgerichtete System sei Deutschlands Kardinalproblem. Wenn es
um die Verwirklichung des Menschenrechtes auf Bildung gehe, müsse
Deutschland auch vor der eigenen Haustür kehren, betonte
Thöne mit Blick auf die Kritik des UN-Sonderberichterstatter
für Bildung, Vernor Muñoz, am deutschen Bildungssystem.
Muñoz hatte in einem vergangene Woche vorgestellten Bericht
soziale Ungleichheiten in Deutschland kritisiert und eine
Überprüfung der Schulstruktur angeregt.
(Quelle: afp)
Lotteriegewinne können zur Streichung von Alg II führen
Di.27.03.07 - Gewinnt ein Langzeitarbeitsloser ein Auto, erhält er kein
Arbeitslosengeld II, bis der Wert des Autos verbraucht ist. Das hat das
Sozialgericht Dortmund entschieden. Einem Familienvater aus Iserlohn war
für zehn Monate das Alg II gestrichen worden. Begründung: Das
Auto sei als einmaliges Einkommen anzurechnen. Der Arbeitslose
argumentierte, es handle sich bei dem Auto um geschütztes
Vermögen. Das Gericht urteilte jedoch, der durch den Gewinn
erzielte Wert dürfe als Einkommen des Antragstellers angerechnet
werden.
(Quelle: dpa)
Wirtschaft würde verschärften Klimaschutz verkraften
Di.27.03.07 - Die Führungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung
erwarten laut einer Umfrage von einem weiteren Ausbau des Klimaschutzes
keine negativen Auswirkungen auf die heimische Konjunktur. Unter
Berufung auf die Umfrage unter 646 Führungspersönlichkeiten
schreibt das Wirtschaftsmagazin «Capital», 80 Prozent
hielten die Unternehmen für flexibel genug, auch auf strengere
Auflagen zu reagieren. Nur 17 Prozent der Elite glauben demnach, die
Wirtschaft werde überfordert. Große Zuversicht herrscht laut
der Umfrage auch in den Chef-Etagen der Firmen: Drei Viertel der
Top-Manager urteilten, die Unternehmen könnten einen
verschärften Klimaschutz ohne Nachteile verkraften, schreibt das
Magazin.
(Quelle: ap)
Rostock erwartet bislang größten G8-Alternativgipfel
Di.27.03.07 - Parallel zum G8-Treffen in Heiligendamm findet in Rostock der bislang
größte Alternativgipfel der Globalisierungskritiker in
Deutschland statt. Vom 5. bis 7. Juni soll es insgesamt zehn große
Podiumsveranstaltungen sowie rund 100 Seminare zu den Themen geben, die
auch auf der Agenda des G8-Gipfels stehen. «Wir wollen zeigen,
dass es Alternativen zur Politik der Industrienationen gibt»,
kündigte der Bundessprecher von Attac Deutschland, Peter Wahl, am
Montag in Rostock an.
Auf den Podiumsveranstaltungen stehen Themen wie Umweltpolitik,
Migration, die Armutsschere zwischen Nord und Süd sowie die Zukunft
der Arbeit zur Debatte. Zu den Referenten gehören Vertreter
internationaler Friedens-, Umwelt- und sozialer Vereinigungen aus aller
Welt, darunter auch Träger des Alternativen Nobelpreises. Allein
zur Eröffnung und zum Abschlusspodium würden so viele
Teilnehmer erwartet, dass die Veranstaltungen möglicherweise unter
freiem Himmel durchgeführt werden müssen, sagte Wahl.
Auch rund um die Foren, die Rostock zu einer «großen
Volkshochschule der Globalisierungsdebatte» machen sollen, werde
es vom 2. bis zum 8. Juni täglich bunte und kritische
Veranstaltungen geben, sagte Wahl weiter. Der Bogen spanne sich von
großen Openair-Konzerten bis zur Kleinkunst auf der Straße.
Die Stadt habe mittlerweile den Organisatoren Unterstützung
versprochen. So würden Veranstaltungsräume zur Verfügung
gestellt sowie Turnhallen zur Unterbringung der Teilnehmer
geöffnet. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling
(parteilos) habe zugesichert, dass die Kommune ein guter Gastgeber sein
werde, sagte Wahl.
Am Montagnachmittag wollte sich der Attac-Sprecher in Schwerin mit
Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) treffen.
(Quelle: ddp)
SPD-Vorstandsmitglied Annen warnt vor Spaltung der Arbeiterbewegung
Di.27.03.07 - Das SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen hat die Gewerkschaften
aufgefordert, sich von der Linkspartei nicht zur
«Fraktionierung» der Arbeiterbewegung missbrauchen zu
lassen. «Wir lassen uns weder von einigen aus dem
Gewerkschaftsbereich noch von Oskar Lafontaine absprechen, dass die SPD
ein wichtiger Teil der Arbeiterbewegung ist», sagte Annen der
«Leipziger Volkszeitung» (Dienstagausgabe). Es möge
manchem «warm ums Herz» werden, wenn er Lafontaine reden
höre. «Aber entscheidende Dinge lösen können die
Gewerkschaften nur zusammen mit der SPD», betonte er.
Es gebe sicher «viele Wähler, die von uns enttäuscht
sind», räumte der SPD-Linke ein. «Mit der Agenda 2010
sind sicher auch Fehler gemacht worden, aber vieles davon haben wir
bereits wieder korrigiert», sagte Annen. Die SPD brauche
jedenfalls «keine Angst vor der Linkspartei» zu haben.
Zudem sollten die Gewerkschaften wissen: «Ohne SPD gäbe es
keinen Flächentarifvertrag mehr, wäre es nicht gelungen, den
Kündigungsschutz zu retten und stünden wir jetzt eventuell
nicht kurz vor einer Vereinbarung zum gesetzlichen Mindestlohn»,
sagte der SPD-Politiker.
(Quelle: ddp)
Zahl rechtsextremistischer Straftaten auf Höchststand
Di.27.03.07 - Die Zahl rechtsextremistischer Straftaten hat im vergangenen Jahr den
höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Nach
Informationen des Berliner «Tagesspiegels»
(Dienstagausgabe) zählten die Behörden mehr als 18.000
Delikte und damit 14 Prozent mehr als die 15.914 Straftaten im Vorjahr.
Dies gehe nach Angaben hochrangiger Sicherheitsexperten aus den
addierten Meldungen der Landeskriminalämter für 2006 hervor.
Die Zahlen habe das Bundeskriminalamt Mitte März in einem
vertraulichen Lagebericht zusammengefasst.
Die Experten betonten, es seien nur noch minimale Änderungen zu
erwarten, bis Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) die bis
auf die letzte Ziffer addierte Zahl aller rechten Delikte
präsentiert.
Die in den 18.000 Delikten enthaltenen rechten Gewalttaten nahmen
ebenfalls zu. Bundesweit registrierte die Polizei einen Zuwachs um acht
Prozent auf etwa 1.100 einschlägige Delikte (2005: 1.034, 2004:
832)
(Quelle: ap)