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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausendundneunten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Bush wirft Demokraten Gefährdung von US-Soldaten im Irak vor.
Militäreinsatz der USA im Irak läßt Vertrauen der
US-Bürger in Außenpolitik ihres Landes schwinden. Sorge um
deutsche Irak-Geiseln wird größer
Mi.04.04.07 - US-Präsident George W. Bush hat der Parlamentsmehrheit der
Demokraten eine unverantwortliche Irak-Politik vorgeworfen. Da der
Kongress die Bewilligung der Mittel für den Militäreinsatz an
die Forderung nach einem baldigen Rückzug geknüpft habe,
werde sich die Dauer des Einsatzes eher verlängern, sagte Bush am
Dienstag auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
Der Präsident bekräftigte seine Drohung, die vom Parlament
verabschiedeten Gesetze mit seinem Veto zu kippen. Der Senat hat den
Abzug der Kampftruppen bis zum 31. März 2008 verlangt, das
Repräsentantenhaus bis September 2008. Beide Gesetze sollen bis
Ende des Monats an das Weiße Haus geschickt werden. Für den
Fall eines Vetos drohte der demokratische Mehrheitsführer im
Senat, Harry Reid, dass dies die Bewilligung der Mittel für die
US-Truppen im Irak nur weiter verzögern würde. Der Senat hat
diese Woche Sitzungspause, das Repräsentantenhaus pausiert zwei
Wochen.
Der Militäreinsatz der USA im Irak hat einer neuen Umfrage zufolge
das Vertrauen der US-Bürger in die Außenpolitik ihres Landes
tief erschüttert. 84 Prozent der Befragten gaben in einer am
Mittwoch vorgelegten umfassenden Studie des Fachmagazins "Foreign
Affairs" an, dass sie über die derzeitige Lage der USA in der Welt
besorgt seien. 82 Prozent glaubten, dass die Welt für die USA und
ihre Bürger immer gefährlicher werde, während 68 Prozent
davon ausgingen, dass das Ausland eine negative Meinung von den USA
habe. Weitere Militäreinsätze im Ausland lehnen die
US-Bürger demnach vehement ab. Nur acht Prozent hießen einen
Einsatz gegen den Iran gut.
Die Entführer der beiden Deutschen im Irak haben in einem Video
ein neues Ultimatum für einen deutschen Truppenabzug aus
Afghanistan gestellt. In der Botschaft appelliert die entführte
Deutsche Hannelore Krause an die Regierung, die Forderungen der
Geiselnehmer zu erfüllen, wie das auf Auswertung von
Internetseiten islamistischer Gruppen spezialisierte
US-Forschungsinstituts SITE mitteilte. Danach hat Deutschland zehn Tage
Zeit, seine Truppen aus Afghanistan zurückzuziehen. Die
Bundesregierung drückte ihre tiefe Besorgnis aus. Der Krisenstab
wurde zusammengerufen.
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In dem Video wird die 61-jährige Deutsche zusammen mit ihrem Sohn
Sinan gezeigt, wie sie um die Erfüllung der Forderungen der
Geiselnehmer bittet. "Wieso wollen unsere Politiker, dass wir Opfer in
einem Krieg werden, der uns nichts angeht?", sagte Krause. Sie rief
Deutschland und Österreich dazu auf, ihr beizustehen: "Ich bitte
euch, helft mir." "Deutschland war in Sicherheit, bevor es sich mit den
Amerikanern zu dieser Koalition gegen den sogenannten Terrorismus
zusammengeschlossen hat."
Weiter sagte Krause: "Ich kann nicht mehr, ich bin völlig am Ende.
Ich halte es nicht mehr aus, ich habe so viel Angst, und wir haben nur
noch ein paar Tage." Die Entführer sind nicht zu sehen, sie
sprechen Arabisch im Hintergrund und geben Deutschland zehn Tage Zeit,
seine Truppen aus Afghanistan zurückzuziehen.
Die deutsche Regierung ist nach eigenen Angaben unverändert in
großer Sorge um die beiden Deutschen. Das Video der
Entführer sei "schockierend und unmenschlich", sagte Deutschlands
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin. Dennoch
bestehe die Hoffnung, dass es zu einer Freilassung auch in diesem Fall
kommen werde.
SITE ordnete die Botschaft der Gruppe "Brigade der Pfeile der
Rechtschaffenheit" zu. Die beiden Deutschen waren am 6. Februar in
Bagdad entführt worden, wo sie seit vielen Jahren leben. In einem
am 10. März veröffentlichten Video hatten die Entführer
mit der Hinrichtung der beiden Geiseln gedroht, falls Deutschland nicht
rasch seine Truppen aus Afghanistan abziehe. Das damalige Ultimatum von
zehn Tagen ließen die Enführer verstreichen. Deutschland ist
mit gut 3000 Soldaten der drittgrößte Truppensteller der
internationalen Afghanistan-Truppe ISAF.
(Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 04.04.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertfünfundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Di.04.04.06 - US-Außenministerin Rice und ihr britischer Kollege
Straw drängen in Bagdad vergeblich auf rasche
Regierungsbildung +++ Bei neuen Anschlägen mindestens 27 Menschen
getötet +++ Neue Konflikte zwischen den irakischen Machtgruppen sind absehbar...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0604040.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Nahost-Konflikt
UNO-Hilfswerk warnt wegen Geldnot vor Aus für
Palästinenser-Hilfe
Mi.04.04.07 - Das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge
(UNWRA) hat wegen akuter Geldnot vor dem drohenden Stopp seiner
Lebensmittelhilfe im Westjordanland und dem Gazastreifen gewarnt. Die
UNWRA hatte die Staatengemeinschaft im November aufgerufen, 246
Millionen Dollar (184 Millionen Euro) Nothilfe für 2007
bereitzustellen, damit aber nach eigenen Angaben keinen Erfolg gehabt.
"Wir haben nur elf Prozent - 28,2 Millionen Dollar - bekommen", sagte
URWA-Sprecher Matthias Burckhardt am Dienstag. Um die Lebensmittelhilfe
für knapp 1,3 Millionen Palästinenser über Juli hinaus
sicherzustellen, brauche UNWRA bis Mai mehr Geld.
(Quelle: afp)
Tauziehen um im Iran gefangene britischen Soldaten - Erste
direkte Gespräche zwischen London und Teheran
Mi.04.04.07 - Im Tauziehen um die im Iran gefangenen britischen Soldaten hat es am
Dienstagabend erste direkte Kontakte zwischen britischen Beamten und
dem iranischen Chefunterhändler für Auslandsfragen, Ali
Laridschani, gegeben. Dabei wurden offizielle bilaterale Gespräche
zur Beilegung des seit zwölf Tagen anhaltenden Konflikts angeregt,
wie aus dem Büro des britischen Premierministers Tony Blair
verlautete. «Beide Seiten verfolgen das gemeinsame Ziel einer
frühen Lösung dieser Angelegenheit in direkten
Verhandlungen», hieß es in der Erklärung.
Blair setze im Streit mit Teheran weiter auf Diplomatie. Man warte nun
auf eine Antwort, wann die gewünschten direkten Gespräche
beginnen könnten, erklärte das Büro des Premierministers
weiter. Blair hatte zuvor in einem Rundfunkinterview von einer
«ziemlich entscheidenden» Phase in den nächsten 48
Stunden gesprochen. Außenministerin Margaret Beckett dämpfte
allerdings zu hohe Erwartungen. Sie bestätigte aber, dass sich
sehr viel hinter den Kulissen abspiele.
Der türkische Außenminister Abdullah Gül erklärte
nach einem Treffen mit Deutschlands Außenminister Frank-Walter
Steinmeier in Berlin, seine Regierung zeige erhöhten Einsatz und
spreche mit beiden Seiten. Gül äußerte die Erwartung,
dass sich die Krise in naher Zukunft lösen lasse. Steinmeier
würdigte das Engagement der Türkei für die Freilassung
der 15 Seeleute. Er sei froh, dass es in dieser Frage eine gemeinsame
europäische Solidarität gebe und dass die Türkei eine
unterstützende Rolle spiele.
(Quelle: ap)
Britische Kampfpiloten sollen über Kamikaze-Aktionen nachdenken
Mi.04.04.07 - Britische Kampfpiloten sollen sich auf Drängen eines Generals
Gedanken über Selbstmord-Einsätze machen, um
Terroranschläge zu verhindern. Das Verteidigungsministerium
bestätigte am Dienstag im Grundsatz einen entsprechenden Artikel
des Boulevardblatts «The Sun».
Dem Bericht zufolge fragte Generalmajor David Walker Piloten bei einer
Ausbildungsveranstaltung, was sie tun würden, wenn bei einem
Anti-Terror-Einsatz ihre Waffensysteme versagten. «Denken Sie,
dass es unzumutbar wäre, wenn ich die Anweisung gäbe, ihr
Flugzeug abstürzen zu lassen, um ein Fahrzeug mit einem Taliban-
oder Al-Kaida-Befehlshaber zu zerstören?», zitierte
«The Sun» den Generalmajor.
Demnach entwarf er auch das Szenario von Terroristen, die versuchten,
ein Flugzeug auf eine britische Stadt zu stürzen, oder mit
Fahrzeugen auf dem Weg zu Terroranschlägen seien.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, Walker habe
Fragen nach dem Verhalten von Piloten in Situationen aufgeworfen, in
denen es um Leben oder Tod gehe. Doch habe der Generalmajor nicht
gesagt, dass er Kamikaze-Einsätze anordnen würde. Es handele
sich um Entscheidungen, die so unwahrscheinlich und schrecklich sie auch
seien, von Soldaten möglicherweise getroffen werden müssten.
(Quelle: ap)
Kostenloser Internetzugang für Ureinwohner am Amazonas
Mi.04.04.07 - Die brasilianische Regierung bietet den Indianern am Amazonas einen
kostenlosen Internetzugang. Die Minister für Umwelt- und
Telekommunikation unterzeichneten eine Vereinbarung mit dem Forest
People's Network, wonach rund 150 Gemeinden einen Satellitenanschluss
bekommen. Viele der Siedlungen sind nur mit Boote zu erreichen.
Der Internetzugang soll es den Indianern auch ermöglichen,
Informationen über illegale Rodungen zu verbreiten. Die Bewohner
sollten ermutigt werden, auf diese Weise die Umweltpolitik zu
unterstützen, erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums.
(Quelle: ap)
Entschädigung für Inhaftierungen beim WTO-Gipfel in Seattle
Mi.04.04.07 - Das harte Vorgehen der US-Polizei gegen Demonstranten beim WTO-Gipfel
von 1999 in Seattle hat hohe Entschädigungen nach sich gezogen. Die
städtische Versicherungsgesellschaft erklärte sich am Montag
bereit, rund 175 zu Unrecht Inhaftierten Entschädigung im
Gesamtwert von einer Million Dollar (750.000 Euro) zu zahlen. Demnach
erhalten die Betroffenen Zuwendungen zwischen 3.000 und 10.000 Dollar
pro Person.
Eine Anklagejury in Seattle kam Ende Januar zu dem Schluss, dass die
Stadt mit ihrem harten Vorgehen seinerzeit gegen die US-Verfassung
verstoßen habe. Die Stadt habe mit der Einrichtung einer
«protestfreien Zone» nach gewaltsamen Demonstrationen
während der Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO)
verfassungsmäßige Garantien gegen unangebrachte
Durchsuchungen und Festnahmen verletzt.
Die 175 Demonstranten waren in die Sperrzone hinein gegangen und hatten
sich in einem Park singend hingesetzt. Sie wurden verhaftet, ohne dass
die Polizisten prüften, ob sie sich eventuell rechtmäßig
auf dem Gelände aufhielten
(Quelle: ap)
USA wollen an umstrittenem Raketenschild festhalten
Mi.04.04.07 - Ungeachtet russischen Widerstands wollen die USA an ihrem umstrittenen
Raketenschild in Osteuropa festhalten. Dies gelte auch dann, wenn es
nicht gelingen sollte, in Verhandlungen mit Moskau zu einer
gütlichen Einigung zu gelangen, erklärte
Pentagon-Unterstaatssekretär Eric Edelman am Dienstag vor
Journalisten in Washington. Demnach stehen die USA und Russland in
dieser Angelegenheit in direktem Kontakt.
«Wir wünschen eine Kooperation mit Russland», sagte
Edelman. Sollten die Gespräche jedoch scheitern, würde man es
nicht zulassen, dass Moskau «die bilateralen Vereinbarungen der
USA mit anderen Ländern diktiert». Die USA planen, etwa zehn
Abwehrraketen in Polen zu stationieren. In Tschechien soll zudem eine
Radarstation für den neuen Raketenschild errichtet werden.
Russland sieht in dem Projekt im Wert von 3,5 Milliarden Dollar (2,6
Milliarden Euro) die Gefahr eines neuen Wettrüstens. Die USA
betonen jedoch, der Westen könne sich auf diese Weise besser gegen
potenzielle Angreifer wie etwa den Iran schützen. Dieses Land
könnte nach Pentagon-Schätzungen bis 2015 Raketen mit einer
Reichweite bis nach Amerika entwickeln.
(Quelle: ap)
Machtkampf in der Ukraine eskaliert nach Parlamentsauflösung
Mi.04.04.07 - Nach der Eskalation des Machtkampfs steht die Ukraine nicht nur vor
Parlamentswahlen, sondern möglicherweise auch vor einer Neuwahl
des Präsidenten. Sollte Präsident Viktor Juschtschenko die
beschlossene Parlamentsauflösung nicht zurücknehmen, seien
vorgezogene Präsidentschaftswahlen unvermeidlich, sagte
Ministerpräsident Viktor Janukowitsch laut einem Bericht der
Nachrichtenagentur Interfax in Kiew. Russland zeigte sich besorgt
über die Krise und rief die verfeindeten Lager zum Kompromiss auf.
Auch die Europäische Union , die deutsche Regierung und die USA
dringen auf eine friedliche Lösung.
Der pro-russische Regierungschef Janukowitsch bezeichnete die
Entscheidung seines Widersachers, des westlich orientierten
Juschtschenko, als "fatalen Fehler" und "gegen das ukrainische Volk"
gerichtet. In einer live im Fernsehen übertragenen
Dringlichkeitssitzung des Parlaments sagte Janukowitsch,
Volksvertretung und Regierung sollten ihrer Arbeit bis zu einer
Entscheidung des Verfassungsgerichts wie üblich nachgehen.
Am Montag hatte das Parlament in einer außerordentlichen Sitzung
dafür gestimmt, das Verfassungsgericht anzurufen, um die
Legitimität des Präsidentenerlasses überprüfen zu
lassen. Juschtschenkos Büro teilte mit, die Auflösung sei
durch ihre Veröffentlichung bereits wirksam. Janukowitsch und
Juschtschenko trafen am Nachmittag zu einem Krisengespräch
zusammen. Wegen der innenpolitischen Krise sagte Juschtschenko ein
für heute geplantes Treffen mit seinem russischen Kollegen
Wladimir Putin in Moskau ab.
Die EU und die Bundesregierung appellierten an die Verantwortlichen in
der Ukraine, den Streit auf der Grundlage der Verfassung und
demokratischer Regeln beizulegen. Die USA forderten die politischen
Führer auf, die volle Verantwortung für die Aktionen ihrer
Anhänger zu übernehmen und Ruhe zu bewahren.
Die ukrainische Parlament wurde nach dem Präsidentenbeschluss vom
Montagabend am Dienstag offiziell aufgelöst. Neuwahlen sind
für den 27. Mai vorgesehen. Allerdings stimmte das Parlament
für eine Auflösung der Wahlkommission und verweigerte die
Freigabe von Geldern für Neuwahlen. Tausende
Janukowitsch-Anhänger demonstrierten vor dem Parlament gegen die
Auflösung. Die Armee stehe hinter Staatschef Juschtschenko, teilte
das Verteidigungsministerium mit.
Die Spannungen zwischen Jutschtschenko, dem Anführer der
"orangenen Revolution" von Ende 2004, und Janukowitsch hatten seit
März vergangenen Jahres zugenommen, als dessen Anhänger die
Mehrheit in der Volksvertretung errungen hatten. In jüngster Zeit
war das pro-russische Lager durch Überläufer noch erstarkt.
(Quelle: afp)
EU sieht keine Alternative zu Ahtisaaris Kosovo-Plan
Mi.04.04.07 - Die Europäische Union (EU) sieht für den Kosovoplan des
UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari keine politische Alternative.
Ahtisaaris Vorschlag zur Zukunft der serbischen Provinz sei ein
Ergebnis von sehr langen Verhandlungen und kein Kompromiss zwischen
Serben und Kosovo-Albanern, sagte am Dienstag Erhard Busek,
EU-Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für
Südosteuropa, im Inforadio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).
Die Standpunkte beider Seiten seien unversöhnlich, für weitere
Verhandlungen gebe es keinen Spielraum.
Busek sagte, das Kosovo sei längst "total separat". Ginge die
Provinz an Serbien zurück, wäre dies eine "ungeheure Belastung
für Serbien", der die Regierung in Belgrad nicht gewachsen sei. Er
zeigte sich zuversichtlich, dass die serbische Führung auch mit
einer Entscheidung gegen die eigene Interessenlage leben könne.
Ahtisaaris Vorschlag sieht eine eingeschränkte Unabhängigkeit
des Kosovo unter Aufsicht der Europäischen Union vor. Serbien lehnt
dies ab. Der UN-Sicherheitsrat sollte noch am Dienstag mit seinen
Beratungen über den Plan beginnen.
Das Kosovo steht seit 1999 unter Kontrolle der Vereinten Nationen. Die
Nato hatte damals serbische Angriffe auf die albanische Mehrheit des
Gebiets zurückgeschlagen. Bei den serbischen Angriffen waren rund
10.000 Albaner getötet und bis zu einer Million vertrieben worden.
(Quelle: rtr)
Gerichtshof für Menschenrechte schützt private Online-Nutzung
Mi.04.04.07 - Eine Schulangestellte in Großbritannien hat mit Erfolg in
Straßburg gegen die Überwachung ihres dienstlichen
Internet-Anschlusses und Telefons auf private Nutzung geklagt.
Die Überwachung durch den Schulleiter sei ein Verstoß gegen
die Achtung des Privatlebens, hieß es in dem Urteil des
europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte von Dienstag in
Straßburg. Für diese Kontrolle gebe es keine rechtliche
Grundlage, hieß es. Der 57-jährigen Beschwerdeführerin
sprach das Gericht eine Entschädigung von umgerechnet 3000 Euro
zu. Der Schulleiter hatte von 1995 an kontrolliert, ob seine
Mitarbeiterin Telefon und Internet auch für private Zwecke nutzte.
(AZ: 62617/00)
(Quelle: dpa)
Tausende Airbus-Mitarbeiter in Frankreich im Streik
Mi.04.04.07 - In Frankreich sind am Dienstag mehrere tausend Beschäftigte des
Flugzeugbauers Airbus erneut in Streik getreten, um gegen die geplanten
Einsparungen und Stellenstreichungen zu demonstrieren. Am Airbus-Sitz in
Toulouse nahmen laut Polizei 2500 Mitarbeiter an einer Kundgebung gegen
den Sparplan Power 8 teil. Die Gewerkschaften sprachen von 3500
Teilnehmern. Sie riefen "Nein zu Power 8" und "Power 8 in die Schublade".
Auf einem Transparent der Gewerkschaft Force Ouvrière (FO) wurde
in Toulouse der Verbleib der Fertigung des Mittelstreckenflugzeuges A320
in Toulouse verlangt, die nach den Plänen der Airbus-Führung
teilweise nach Hamburg verlagert werden soll. Auch an anderen
Standorten gab es Arbeitsniederlegungen.
"Nichts hat sich seit Power 8 bewegt", sagte der Ko-Vorsitzende des
europäischen Airbus-Betriebsrates, Jean-François Knepper,
zum Beginn der Proteste in Toulouse. "Wir müssen den Druck
aufrechterhalten, um Bewegung zu erreichen. Bis heute werden wir nicht
gehört." Der CGT-Vertreter Xavier Petrachi warf Airbus-Chef Louis
Gallois vor, zur Zukunft der französischen Airbus-Werke
Saint-Nazaire im Westen und Méaulte im Norden zu lügen.
"Power 8 ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte der Gewerkschafter, der
ähnlich tiefgreifende Einschnitte wie beim US-Rivalen Boeing
erwartet.
Es ist bereits der dritte Protesttag binnen eines Monats. Zu dem Streik
hatten diesmal nur drei der fünf Airbus-Gewerkschaften aufgerufen,
darunter aber mit der FO und der CGT die beiden größten.
Mitte März hatten sich die französischen Beschäftigten an
einem europaweiten Streiktag beteiligt.
Durch den Sparplan Power 8 will die Airbus-Führung nach den
Lieferverzögerungen beim Riesenflugzeug A380 und wegen der
anhaltenden Dollar-Schwäche europaweit 10.000 Stellen streichen.
Frankreich mit dem Airbus-Sitz in Toulouse ist dabei mit 4300 bedrohten
Arbeitsplätzen am stärksten betroffen. In Deutschland sollen
3700 Jobs wegfallen.
(Quelle: afp)
Deutschland
Sozialverbände fordern 15 Euro mehr Kindergeld
Mi.04.04.07 - Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat eine Erhöhung des
Kindergeldes um 15 Euro im Monat gefordert.
Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider wies am Dienstag in
Berlin darauf hin, dass das Kindergeld für viele Familien ein
tragende Säule ihres Einkommens sei. Seit der letzten Erhöhung
im Jahr 2002 habe das Kindergeld jedoch fast zehn Prozent seiner
Kaufkraft verloren. Insofern sei eine Anhebung dringend geboten.
Nach Berechnungen des Sozialverbandes würde eine zehnprozentige
Erhöhung des Kindergeldes rund 3,4 Milliarden Euro kosten. Etwa 19
Millionen Kinder in Deutschland erhalten die Leistung, die für das
erste, zweite und dritte Kind jeweils 154 Euro pro Monat beträgt.
Für jedes weitere Kind werden 179 Euro gezahlt.
Die niedrigen Durchschnittseinkommen von Familien und Alleinerziehenden
sorgten dafür, dass das Kindergeld für viele eine
«herausragende Bedeutung» habe, betonte Schneider. Eine
Anhebung um 15 Euro würde bedeuten, dass rund 120.000 Familien mit
170.000 Kindern nicht länger unter die Armutsgrenze fielen. Nach
der europäischen Definition gilt als armutsgefährdet, wer
über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt.
Scharfe Kritik übte der Sozialverband in diesem Zusammenhang an
dem Vorschlag der SPD, zur Finanzierung des Krippenausbaus auch auf eine
Kindergelderhöhung zu verzichten. «Wer hier Luft sieht
für das Aussetzen gebotener Leistungserhöhungen, muss schlicht
den Anschluss an die Realität der ganz großen Mehrzahl der
Familien in Deutschland verpasst haben», sagte Ulrich.
Der Wohlfahrtsverband warnte dringend davor, den geplanten Ausbau der
Kleinkindbetreuung auf Kosten von Familien zu finanzieren. Für die
Umschichtung familienpolitischer Leistungen gebe es nicht den geringsten
Spielraum. «Dem Vorteil von rund 750.000 Familien mit
Kleinkindern, die die Betreuungsangebote in Anspruch nehmen,
stünden rund zehn Millionen Familien als Verlierer einer solchen
Umverteilung gegenüber», sagte Ulrich.
Er nannte es eine Mogelpackung, wenn die familienpolitischen Leistungen
in Deutschland auf 184 Milliarden Euro beziffert würden.
Tatsächlich flössen nur 38,6 Milliarden Euro in die
Familienförderung. Viele Leistungen wie die Witwenrente oder das
Ehegattensplitting hätten mit Kindern nichts zu tun, andere Gelder
etwa für Hartz-IV-Empfänger könnten sowieso nicht
umgeschichtet werden.
Während Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wiederholt
erklärt hat, der Krippenausbau müsse aus dem allgemeinen
Steueraufkommen unterstützt werden, schließt Finanzminister
Peer Steinbrück (SPD) auch die Umschichtung familienpolitischer
Leistungen nicht aus.
(Quelle: ap)
Verbraucherschützer kritisieren Neufassung des Informationsgesetzes
Mi.04.04.07 - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat den
nachgebesserten Entwurf der Bundesregierung für ein
Verbraucherinformationsgesetz scharf kritisiert. In einem Gespräch
mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwochausgabe)
sagte der stellvertretende vzbv-Vorstand Patrick von Braunmühl,
nachdem Bundespräsident Horst Köhler den ersten Entwurf des
Gesetzes nicht unterschrieben habe, sei nun «eine Chance vertan
worden, wesentliche Schwächen zu korrigieren».
In der neuen Version von Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer
(CSU), die jetzt vom Bundeskabinett beschlossen werden solle, stehe
letztlich dasselbe wie in der ursprünglichen. Den
Verbraucherinteressen werde damit nach wie vor nicht genügend
Rechnung getragen, kritisierte von Braunmühl.
Köhler hatte sich Anfang Dezember wegen verfassungsrechtlicher
Bedenken geweigert, das bereits von Bundestag und Bundesrat
beschlossene Gesetz zu unterzeichnen. Er begründete sein Veto
damit, dass nach der Föderalismusreform kein Bundesgesetz den
Kommunen Aufgaben übertragen dürfe.
Nun habe man lediglich eine kleine technische Änderung
vorgenommen, die auf diese Beanstandung eingehe, sagte von
Braunmühl. Im einzelnen kritisierte er, dass der enge
Anwendungsbereich des Gesetzes nicht über Lebens- und Futtermittel
hinaus auch für andere Produkte und Dienstleistungen gelte.
Gleichzeitig seien Unternehmen auch weiterhin von jeglichen
Informationspflichten ausgenommen.
(Quelle: ap)
Computer
Kein gutes Zeugnis für aktuelle Virenscanner
Mi.04.04.07 - Schlechte Nachricht für sicherheitsbewusste PC-Anwender: Kaum ein
Virenscanner kann den Rechner rundum schützen. Einem groß
angelegten Test zufolge sind offenbar nur zwei Schutzprogramme wirklich
in der Lage, den derzeitigen Bedrohungen durch schädliche Dateien
standzuhalten. Die Fachzeitschrift "Computer Bild" hat in ihrer
aktuellen Ausgabe die 24 gängigsten Kaufprogramme sowie sechs
kostenlose Online-Sicherheitsdienste für Windows Vista und Windows
XP unter die Lupe genommen. Lediglich "Kaspersky Antivirus 6.0" und das
"G-Data Antiviren-Kit 2007" können PCs vor Viren, Würmern,
Trojanern, Spionage-und Tarnprogrammen sowie andere digitale
Schädlinge wirksam schützen. Nur sie identifizieren
Schaddateien in der angemessenen Schnelligkeit auch als solche und
entfernen sie dann vom Rechner.
Das G-Data-Programm schneidet als Zweiter deshalb gut ab, weil in ihm
gleich zwei Virensuchmaschinen parallel arbeiten - das gibt es sonst
nicht. Die Kaspersky-Software bekam jedoch die besten Noten, weil sie am
wirksamsten gegen so genannte Rootkits vorgehen kann. Rootkits sind
hinterlistige Tarnprogramme, die Viren und andere Schaddateien auf der
Festplatte so geschickt verstecken, dass sie vom Virenscanner nicht als
solche identifiziert werden können und sie aus der Tarnung heraus
ihr Unwesen treiben können.
Sehr schlecht ist der Test hingegen für die Schutzprogramme von
Microsoft ausgefallen: Weder das rund 50 Euro teure Sicherheitspaket
"Windows Live One Care" noch der schon in Windows Vista eingebettete
"Windows Defender" können den PC wirklich schützen: Der
"Defender" findet augenscheinlich zu wenige Daten-Schädlinge.
"Windows Live One Care" lässt seine Anwender zwei lange Tage
warten, bis es nach dem Auftreten neuer Gefahren die Aktualisierung der
notwendigen Virensignaturen vornimmt - bis dahin kann es längst zu
spät sein. Auch bei diesem wichtigen Kriterium lagen Kaspersky und
G-Data mit ihren Programmen vorne: Sie benötigen nur eine halbe
Stunde, um zu aktualisieren - für die Tester das angemessene
Zeitmaß. Alle anderen Programme brauchen deutlich länger,
manche sogar acht Stunden.
Von den kostenlosen Internet-Sicherheitsdiensten sollten Anwender nach
Ansicht der Experten nur im absoluten Notfall Gebrauch machen. Keiner
der sechs getesteten Dienste, die den PC online auf
Schädlingsbefall prüfen, sei wirklich zu empfehlen. Allein der
Online-Virenscanner von F-Secure bekam eine positive Fußnote: Wer
ein Rootkit auf seinem Rechner vermutet, kann diesen Dienst guten
Gewissens suchen lassen - er findet ihn auf jeden Fall.
Grundsätzlich ist auch festzustellen, dass der Virenschutz
für Windows-Vista-PCs noch nicht optimal ist. Zum Zeitpunkt des
Tests hatten gerade mal sechs Hersteller Updates für ihre Produkte
auf das neue Betriebssystem vorgesehen - alle anderen müssen noch
nachziehen. Auch bei den Vista-Versionen hat G-Data mit dem
"Antiviren-Kit 2007" die besten Noten bekommen.
(Quelle: yahoo-Nachrichten)