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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausendundneunten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
US-Präsident Bush bekräftigt Festhalten an Irak-Politik.
Fünf Tote bei Anschlag im Nordirak. Bewaffnete entführen 22
Schafhirten nahe irakischer Stadt Kerbela. Irakische Truppen
übernehmen Kontrolle über Provinz Maisan
Do.05.04.07 - Vor Beginn seines Osterurlaubs hat US-Präsident George W. Bush
erneut alle Forderungen nach einem Truppenabzug aus dem Irak abgelehnt.
«Der Gegner bemisst den Konflikt im Irak nicht in Begriffen von
Zeitplänen», sagte Bush bei einem Besuch der Kaserne Fort
Irwin in Kalifornien. Dort bereiten sich Soldaten zurzeit auf ihre
bevorstehende Verlegung in den Irak vor.
Bush räumte ein, dass das amerikanische Volk den Krieg satt habe.
Es gehe dort aber nicht um einen Bürgerkrieg, sondern um einen
Kampf gegen das Böse. «Und ich glaube, wir haben eine
Verpflichtung, uns vor diesem Bösen zu schützen.» Der
amerikanische Kongress hat die Bewilligung von Haushaltsmitteln
für den Militäreinsatz im Irak an die Forderung
geknüpft, die Kampftruppen im nächsten Jahr
zurückzuziehen. Bush hat sein Veto dagegen angekündigt.
Im Anschluss an die Reise nach Kalifornien wollte Bush den Karfreitag
und Ostern auf seiner Ranch in Crawford in Texas verbringen. Am Montag
wird er wieder in Washington zurückerwartet.
Bei einem Anschlag im Nordirak sind am Mittwoch fünf Menschen
getötet worden, wie die Streitkräfte mitteilten. Bewaffnete
beschossen aus zwei Autos heraus westlich von Kirkuk einen Kleinbus, der
Arbeiter und Ingenieure zu einem Elektrizitätswerk bringen sollte.
Der Überfall ereignete sich in einem vorwiegend von Sunniten
bewohnten Gebiet. Erst vor zwei Tagen waren bei einem Bombenanschlag in
Kirkuk 15 Menschen ums Leben gekommen. Die ethnischen und
religiösen Spannungen in der Stadt sind gestiegen, seit die
Regierung einen Plan verabschiedet hat, der die Umsiedlung tausender
Araber vorsieht, die vor Jahrzehnten unter der Herrschaft Saddam
Husseins dorthin gezogen waren. Dies war Teil einer Kampagne des Regimes
gegen die Kurden.
Bewaffnete Männer in Polizeiuniform haben in der Nähe der
irakischen Stadt Kerbela 22 Schafhirten entführt. Es handele sich
um einen "Terroreinsatz", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die
Täter arbeiteten nicht bei der Polizei in Kerbela. Sie seien in
drei Autos vorgefahren, hätten den Hirten ihre Waffen weggenommen
und hätten sie - mitsamt der Schafe - Richtung Falludscha
mitgenommen, das in der benachbarten Unruheprovinz El Anbar liegt, sagte
der Sprecher unter Berufung auf Augenzeugen. Der Überfall habe
sich in der Nähe der schiitischen Pilgerstadt Kerbela ereignet,
die gut hundert Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad liegt.
Die irakischen Streitkräfte werden noch in diesem Monat die
Kontrolle über die südliche Provinz Maisan übernehmen,
die bislang unter britischer Verantwortung stand. Das teilte die
Regierung in Bagdad am Mittwoch mit. In der Provinz, deren Hauptstadt
Amara ist, sind derzeit noch mehrere hundert britische Soldaten
stationiert. Mit ihrem sofortigen Abzug wurde nicht gerechnet. Der
britische Premierminister Tony Blair hat angekündigt, in den
kommenden Monaten rund 1.600 der insgesamt 7.100 Soldaten aus dem Irak
zurückzuziehen. Weitere Kürzungen seien im Spätsommer
geplant.
(Quellen: afp, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten wärden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 05.04.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertsechsundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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EU, USA und Russland wollen gemeinsam Terror bekämpfen
Do.05.04.07 - Die EU, Russland und die USA bauen ihre Zusammenarbeit gegen
Terrorismus, Drogenhandel und illegale Migration aus. Die Innenminister
der Länder vereinbarten in Berlin, dem weltweiten Terrorismus ein
gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen entgegen zu setzen. Auf Vorschlag
Russlands werde eine Expertengruppe eingerichtet, um auszuarbeiten, wie
künftig konkret zusammengearbeitet werden könne, teilte
Deutschlands Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im
Anschluss an das Treffen mit. Dabei solle aber die Arbeit in anderen
Gremien wie der G8 nicht verdoppelt werden.
Der russische Präsidentenberater Viktor Iwanow sagte, bei dem
Treffen sei eine "road map" für die Sicherheitskooperation
ausgearbeitet worden. Die Arbeitsgruppe solle sich jener Themen
annehmen, die politisch vereinbart worden seien. Ein Anschlag auf die
Infrastruktur zum Beispiel könne Auswirkungen auch auf andere
Länder haben. Er hob auch das Problem des Zusammenwachsens des
Terrorismus mit der organisierten Kriminalität hervor.
US-Heimatschutzminister Michael Chertoff nannte bei der gemeinsamen
Pressekonferenz vor allem den Nuklearterrorismus als Problem. Er
plädierte für Mechanismen, um das "Material abzufangen, bevor
es in die falschen Hände gerät". Er betonte, dass "genau wie
die Terroristen auch wir Netzwerke unterhalten sollten".
In der Analyse seien sich EU, USA und Russland weitgehend einig, sagte
Schäuble weiter. So solle der "Schutz kritischer Infrastrukturen"
verbessert und sich notfalls auch schnell gegenseitig geholfen werden.
Nachwuchswerbung und Finanzströme für den Terror müssten
eingedämmt werden. Der Drogenanbau und Schmuggel in Afghanistan
müssten bekämpft werden. Dazu sei es auch notwendig,
"alternative Möglichkeiten für die Bauern zu schaffen". Zudem
seien sich bei Afghanistan und dem Drogenproblem alle auch "ganz einig,
dass wir mit allen Nachbarstaaten zusammenarbeiten müssen, auch
mit dem Iran".
Darüber hinaus berieten die Minister über Grenzkontrollen.
Dabei ging es auch darum, wie Pässe fälschungssicher gemacht
und biometrische Daten eingesetzt werden könnten. So soll laut
Schäuble die Effizienz des Systems von Interpol bei verlorenen und
gestohlenen Pässen verbessert werden. Der russische
Präsidentenberater Iwanow kündigte an, dass eine Vereinbarung
zwischen der EU und Russland über Visa-Erleichterungen bevorstehe.
Auf Einladung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beraten am
Donnerstag Schäuble und die deutsche Justizministerin Brigitte
Zypries (SPD) mit Chertoff und dem stellvertretenden US-Justizminister
Kenneth Wainstein.
(Quelle: afp)
Dutzende Tote bei Kämpfen im Süden Afghanistans
Do.05.04.07 - Im Rahmen der vor vier Wochen begonnenen NATO-Operation "Achilles" sind
bei rund 200 Militäreinsätzen gegen die fundamentalistischen
Taliban im Süden Afghanistans mehrere Dutzend Menschen
getötet worden. Unter den Toten seien einige "wichtige
Extremisten-Chefs", sagte ein Sprecher der internationalen
Afghanistan-Truppe in Kabul. Die pakistanischen Sicherheitskräfte
teilten mit, dass auch die Kämpfe zwischen pakistanischen
Bürgerwehren und mutmaßlichen ausländischen
Kämpfern des internationalen Terrornetzwerks El Kaida im
Grenzgebiet zu Afghanistan weitergingen. Dabei seien allein heute 44
"Ausländer" und sieben Kämpfer der Bürgerwehren
getötet worden.
Im Laufe der Operationen seien zwei US-Soldaten und ein britischer
Soldat ums Leben gekommen, sagte der NATO-Sprecher. An der Operation
"Achilles" sind 4500 NATO-Soldaten und tausend afghanische Soldaten
beteiligt.
Kanada will zwanzig deutsche Leopard-Panzer für seinen Einsatz in
Afghanistan mieten. Die Leopard-Panzer böten einen besseren Schutz
gegen Minen und Panzerabwehrraketen als die kanadischen Fahrzeuge,
berichtete der Sender CTV. Zudem seien die deutschen Panzer des Modells
A6M im Gegensatz zu den kanadischen klimatisiert. Kanada hat im
Süden Afghanistans 2500 Soldaten im Einsatz.
Rund tausend Bewaffnete beteiligten sich nach Angaben von
pakistanischen Sicherheitskräften am Sturm auf Bunkeranlagen, die
von den mutmaßlichen El-Kaida-Kämpfern in der Provinz
Süd-Wasiristan gehalten werden. Auf Seiten der pakistanischen
Bürgerwehren stünden rund 5000 Mann unter Waffen. Bei
ähnlichen Kämpfen kamen in den vergangenen Wochen rund 250
Menschen in Pakistan ums Leben.
(Quelle: afp)
Haftbedingungen in Guantanamo laut Amnesty wieder verschärft
Do.05.04.07 - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die
Haftbedingungen im US-Gefangenenlager Guantanamo scharf kritisiert. Die
Behauptung der US-Behörden, die Gefangenen würden angemessen
und würdevoll behandelt, entspreche nicht der Wahrheit,
heißt es in einem in Berlin veröffentlichten, 31-seitigen
Bericht der Organisation. Rund 80 Prozent der rund 385 Gefangenen
würden in Einzelhaft fast ohne Kontakt zur Außenwelt
gehalten.
Damit seien frühere Tendenzen, die Haftbedingungen zu lockern und
mehr Kontakt unter den Gefangenen zu gestatten, wieder
rückgängig gemacht worden. In die stählernen Zellen, in
denen die Gefangenen etwa 22 Stunden am Tag verbrächten, dringe
weder Tageslicht noch frische Luft. Künstliches Licht brenne 24
Stunden, die Insassen würden ständig beobachtet. Ausgang
finde stets ohne Kontakt zu anderen Menschen und oft nachts statt, so
dass die Gefangenen tagelang kein Sonnenlicht sähen.
Nach Einschätzung der Organisation sind die Bedingungen in dem im
Dezember vergangenen Jahres eröffneten «Camp 6» noch
schlimmer als in für ihre scharfen Vorschriften berüchtigten
«Super-Maximum»-Sicherheitsgefängnissen der USA. Sie
widersprächen internationalen Standards für
menschenwürdige Behandlung von Gefangenen. Die Organisation
erklärte, es sei zu befürchten, dass die Haftbedingungen die
psychische und physische Gesundheit der Insassen schädigten.
Die Organisation forderte die Schließung von Guantanamo und die
Freilassung der Gefangenen oder faire Gerichtsverfahren vor
ordentlichen Gerichten. Die Haftbedingungen müssten
unverzüglich an internationalen Standards ausgerichtet werden.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Präsidentin des US-Repräsentantenhauses führt
Gespräche in Syrien - Kritik aus dem Weißen Haus. Israel
stellt Bedingungen für Friedensgespräche mit Syrien
Do.05.04.07 - Ungeachtet des Protests von US-Präsident George W. Bush hat
Oppositionsführerin Nancy Pelosi in Damaskus Gespräche mit der
syrischen Regierung geführt. Die Präsidentin des
Repräsentantenhauses traf am Mittwoch mit Präsident Baschar al
Assad zusammen, nachdem sie zuvor mit Außenminister Walid al
Moallem und Vizestaatschef Faruk al Scharaa gesprochen hatte. Begleitet
wurde die Demokratin Pelosi von mehreren Abgeordneten des Kongresses.
Bush kritisierte die Syrien-Reise Pelosis als kontraproduktiv. Damit
würden falsche Signale an die Regierung in Damaskus gesandt. Der
US-Präsident warf Syrien erneut vor, militante Islamisten zu
unterstützen und die demokratisch gewählte Regierung im
Libanon zu destabilisieren. «Delegationen zu entsenden,
funktioniert nicht», erklärte Bush am Dienstag. Stattdessen
entstehe für Assads Regierung der falsche Eindruck, sie gehöre
«der Mitte der internationalen Gemeinschaft» an.
Pelosi wies die Kritik des Weißen Hauses zurück. Ziel des
Besuches sei vielmehr, einen Dialog anzukurbeln und Einfluss auf die
syrische Politik zu nehmen. Die Delegation ist die ranghöchste
amerikanische in Syrien seit der Verschlechterung der bilateralen
Beziehungen vor vier Jahren.
Der Ruf nach neuen diplomatischen Kontakten wird in den USA in beiden
großen Parteien lauter. Hintergrund ist auch die Hoffnung auf eine
Rolle Syriens bei der Bewältigung der Konflikte im Nahen und
Mittleren Osten. In der vergangenen Woche besuchten bereits mehrere
Abgeordnete des Repräsentantenhauses Damaskus, um ihre Forderung
nach einem Dialog mit der syrischen Regierung zu unterstreichen.
Israel hat Bedingungen für Friedensverhandlungen mit Syrien
gestellt. Das Büro von Ministerpräsident Ehud Olmert
veröffentlichte eine Erklärung zu der zuvor von Syrien
geäußerten Verhandlungsbereitschaft. Darin wird von Damaskus
ein Ende der Unterstützung für die radikal-islamischen
Organisationen Hamas, Islamischer Dschihad und Hisbollah gefordert.
Olmert dementierte, dass er Syrien ein Gesprächsangebot durch die
Präsidentin des US- Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, habe
überbringen lassen.
(Quellen: ap, dpa)
Britische Soldaten dürfen Iran nach zwei Wochen verlassen
Do.05.04.07 - Ende einer 13-tägigen diplomatischen Krise: Der iranische
Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Mittwoch die umgehende
Freilassung der im Persischen Golf gefangen genommenen britischen
Soldaten angekündigt. Die Briten sollten schon zum Ende seiner
Pressekonferenz freikommen, sagte er vor Journalisten in Teheran. Bis
zum späten Mittwochabend waren die Soldaten jedoch noch nicht in
der britischen Botschaft eingetroffen. Das iranische Staatsfernsehen
meldete, die 15 dürften am (heutigen) Donnerstag das Land
verlassen.
Ahmadinedschad bekräftigte, die Soldaten seien auf iranischem
Gebiet aufgegriffen worden. Bei der Freilassung handele es sich um
einen Gnadenakt. Ein Bericht zeigte einige der Soldaten im
Präsidentenpalast im Gespräch mit Ahmadinedschad und blendete
einen Schriftzug ein, dass es sich um den «Prozess der
Freilassung» handele. Einer der Briten erklärte: «Wir
sind dankbar, dass Sie uns vergeben.» Die Iraner seien sehr nett
gewesen, sagte ein anderer.
Ahmadinedschad sprach von einem Geschenk an das britische Volk sowie
einer Entscheidung zum Anlass des Geburtstags von Prophet Mohammed und
aufgrund des Osterfestes. Die britischen Soldaten wurden am 23.
März im Persischen Golf gefangen genommen. Der Iran wirft ihnen
vor, unerlaubt in seine Gewässer eingedrungen zu sein.
Großbritannien geht hingegen davon aus, dass die Soldaten in
irakischem Hoheitsgebiet waren.
Ein iranischer Vertreter in London erklärte, die Soldaten sollten
der britischen Botschaft in Teheran übergeben werden. Der
britische Botschaftssekretär in Teheran, Alex Pinfield, sagte
jedoch am Abend, noch sei unklar, wann die 15 eintreffen sollten und wo
sie die Nacht verbringen würden. Der Fall werde derzeit noch mit
dem iranischen Außenministerium diskutiert. Eine
Außenamtssprecherin in London erklärte, noch habe man keinen
Kontakt zu den Soldaten gehabt, damit werde jedoch in Kürze
gerechnet.
Der britische Premierminister Tony Blair äußerte sich
erleichtert über die Entscheidung zur Freilassung der Soldaten. Er
kündigte an, Großbritannien werde keinen Groll gegen das
iranische Volk hegen. «Ich bin froh, dass unsere 15 Soldaten
freigelassen worden sind, und ich weiß, dass ihre Freilassung
nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Familien eine
große Erleichterung bedeutet», erklärte der
Premierminister.
Die britische Regierung habe in der Krise eine gemäßigte
Strategie verfolgt, sagte Blair: «hart in der Sache, aber ruhig,
weder durch Verhandlungen, noch durch Konfrontation». Er hoffe,
dass künftige Konflikte auf dem Weg des Dialogs gelöst werden
könnten. Blair dankte den britischen Verbündeten in Europa
sowie dem UN-Sicherheitsrat und dem Nahen Osten für ihre Hilfe.
Auch die deutsche Regierung begrüßte die angekündigte
Freilassung. Deutschlands Außenminister und EU-Ratspräsident
Frank-Walter beglückwünschte in Berlin die britische
Regierung, die Krise auf diplomatischen Weg gelöst zu haben.
Steinmeier sagte, er hoffe, dass auch eine Lösung im Streit
über das iranische Atomprogramm gefunden werden könne.
Der britische Fernsehsender Sky News berichtete, Syrien und Katar
hätten bei der Lösung des Konflikts eine entscheidende Rolle
gespielt. Ähnliches verlautete wenig später aus
Regierungskreisen in Damaskus. Zuvor hatte bereits eine kuwaitische
Tageszeitung über eine Beteiligung Syriens berichtet.
Unmittelbar vor seiner Ankündigung zeichnete Ahmadinedschad den
Kommandeur der Küstenwache aus, die die Briten im Persischen Golf
aufgegriffen hatten. Er danke der Küstenwache im Namen des Volkes
dafür, dass sie die iranischen Hoheitsgewässer mutig
verteidigt habe, erklärte der Präsident.
(Quelle: ap)
Sicherheitsrat ruft Konfliktparteien im Kongo zum Dialog auf
Do.05.04.07 - Nach den jüngsten Kämpfen im Kongo hat der Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen die Konfliktparteien zum Dialog aufgerufen. Das
Gremium äußert in einer am Dienstag in New York
veröffentlichten Erklärung ernste Sorge über den Verlust
von Menschenleben bei den schweren Zusammenstößen vom 22. bis
25. März in der Hauptstadt Kinshasa.
Der französische UN-Botschafter Jean-Marc de La Sablière
sagte mit Blick auf den Milizenführer Jean-Pierre Bemba, den
Gegenspieler von Präsident Joseph Kabila, dass die
Aufrechterhaltung von Milizen nicht akzeptiert werden könne. Die
Opposition müsse aber auch in der Lage sein, eine konstruktive
Rolle spielen zu können.
Die Justiz hat einen Haftbefehl gegen Bemba ausgestellt, der in der
südafrikanischen Botschaft von Kinshasa Zuflucht gesucht hat.
Kabila hat Bemba danach erlaubt, sich in Portugal medizinisch behandeln
zu lassen. Die Justizbehörden hätten dies aber noch nicht
genehmigt, sagte am Sonntag ein Sprecher Bembas.
(Quelle: ap)
UNO: Humanitäre Lage in Afrika verschlechtert sich
Do.05.04.07 - Die humanitäre Lage in Afrika hat sich nach Ansicht der Vereinten
Nationen verschlechtert. Besonders betroffen sei die sudanesische
Krisenprovinz Darfur, sagte der für humanitäre
Angelegenheiten zuständige Vize-Generalsekretär John Holmes
am Mittwochabend vor dem UN-Sicherheitsrat. "Der humanitäre
Einsatz in Darfur ist immer empfindlicher", erläuterte er. Wenn
die Angriffe gegen Hilfsorganisationen fortgesetzt würden,
zögen sich diese zurück und der Einsatz werde scheitern.
"Dann kommt es zu einer humanitären Katastrophe", betonte Holmes.
Die Probleme hätten zudem auch Auswirkungen auf die
Nachbarländer von Darfur, insbesondere den Tschad.
(Quelle: afp)
Hochrangige US-Delegation fliegt nach Nordkorea
Do.05.04.07 - Eine hochrangige US-Delegation wird am kommenden Sonntag nach Nordkorea
reisen. Diese überraschende Ankündigung machte die
stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am
Dienstag in Washington.
Der Besuch, der den Angaben zufolge auf Grund einer Einladung
Nordkoreas möglich wurde, wäre der erste hochrangige US-Besuch
mit ausdrücklicher Zustimmung des Weißen Hauses seit vielen
Jahren.
Die «private, überparteiliche US-Delegation» werde vom
demokratischen Gouverneur Bill Richardson und dem ehemaligen Minister
für Kriegsveteranen, Anthony Principi (Republikaner), geführt,
hieß es. Offiziell geht es nur um die Rückführung von
gefallenen US-Soldaten im Koreakrieg. Hintergrund für die Reise
der US-Politiker nach Nordkorea ist eine Vereinbarung, die am 13.
Februar in Peking bei den so genannten Sechser-Gesprächen zwischen
Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland erzielt
wurde.
Demnach sollten die nordkoreanischen Atomanlagen innerhalb von 60 Tagen
geschlossen und ein Fahrplan zu deren Beseitigung erstellt werden.
Seither gab es zahlreiche, überwiegend ergebnislose Verhandlungen
mit Nordkorea, unter anderem auch bilaterale Gespräche zwischen
Nordkorea und den USA in New York.
Die US-Delegation fährt nun allerdings ausschließlich mit
dem Ziel der Rückführung der sterblichen Überreste
gefallener US-Soldaten nach Nordkorea. «Die Reise bekräftigt
die Fortschritte, die auf diesem Gebiet bereits erzielt wurden»,
sagte Perino. Richardson gilt als einer der aussichtsreichen Bewerber
für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der
Demokraten.
(Quelle: dpa)
Kuba und Spanien wollen politische Kontakte normalisieren
Do.05.04.07 - Nach vierjähriger Unterbrechung wollen Kuba und Spanien ihre
politischen Kontakte wieder normalisieren. Die beiden Staaten
beschlossen in der kubanischen Hauptstadt Havanna die Aufnahme eines
politischen Dialogs, der auch das sensible Thema der Menschenrechte
einschließen soll. Das teilten der spanische Außenminister
Miguel Angel Moratinos und sein kubanischer Kollege Felipe Perez Roque
mit. "Wir stehen vor einem neuen Mechanismus, sagte Moratinos.
Zunächst sollten ein Zeitplan und die Themen für die
politischen Gespräche festgelegt werden.
"Absolut kein Thema soll ausgeschlossen werden", sagte Moratinos, der
sich zu einem zweitägigen Besuch in Kuba aufhielt. Allerdings solle
der Dialog nicht das knifflige Thema der politischen Gefangenen auf
Kuba anschneiden, betonte der spanische Außenminister. "Das ist
ein internes Problem Kubas." Die Konsultationen sollten ein Klima des
gegenseitigen Vertrauens schaffen. Am Abend traf Moratinos mit
Interimsstaatschef Raúl Castro zusammen und überreichte ihm
einen Brief mit Genesungswünschen von König Juan Carlos an
seinen Bruder Fidel Castro.
Zuvor hatten Kuba und Spanien ihre Wirtschaftsbeziehungen wieder
aufgenommen. Die Beziehungen waren 2003 wegen einer diplomatischen Krise
zwischen Kuba und der Europäischen Union ausgesetzt worden, die
durch eine Welle der Repression gegen kubanische Dissidenten
ausgelöste worden war.
(Quelle: afp)
Boliviens Präsident Morales will Telekommunikationskonzern
verstaatlichen
Do.05.04.07 - Der bolivianische Präsident Evo Morales setzt seine
Verstaatlichungspolitik fort. Eine Kommission sei eingesetzt worden, um
die Übernahme eines Mehrheitsanteils an dem
Telekommunikationsunternehmen ENTEL zu prüfen, sagte ein Sprecher
von Morales am Montagabend (Ortszeit). Die Hälfte der Firma wird
seit 1995 von dem italienischen Konzern Euro Telecom International
gehalten. Der Rest der Anteile liegt bei zwei bolivianischen
Pensionsfonds und bei den Beschäftigten. Die staatliche Kommission
hat einen Monat Zeit für Verhandlungen mit Euro Telecom.
(Quelle: afp)
Sicherheitsrat über Kosovo-Frage gespalten
Do.05.04.07 - Der Weltsicherheitsrat will sich vor seiner Entscheidung über die
Zukunft des Kosovos dort über die Lage informieren und
möglichst noch im April nach Pristina reisen. Das höchste
UN-Gremium ist über den Plan des UN-Beauftragten für das
Kosovo, Martti Ahtisaari, bisher noch gespalten.
Der amtierende Ratspräsident Emyr Jones Parry kündigte die
Kosovo-Reise am Mittwoch an. Derzeit werde über den Zeitpunkt und
ein Programm für die von Russland geforderte Mission beraten,
sagte er vor Journalisten. Die USA und ihre europäischen
Verbündeten befürworten die von Ahtisaari vorgeschlagene
weitgehende Unabhängigkeit für die mehrheitlich von Albanern
bewohnte Provinz. Dagegen lehnt die Vetomacht Russland die
Loslösung des Kosovos von Serbien strikt ab.
«Wir gehen sehr vorsichtig mit dieser Frage um»,
führte Jones Parry weiter aus. Einerseits schrecke der
Sicherheitsrat vor der «Zerstückelung eines Staates»
zurück. Auf der anderen Seite habe Ahtisaari die weitgehende
Unabhängigkeit des Kosovos nach 15-monatigen Verhandlungen mit
Serben und Albanern zur «einzig praktikablen» Lösung
erklärt.
Zum Zeitplan sagte Jones Parry weiter, dass die Kontaktgruppe für
das Kosovo voraussichtlich Ende des Monats wieder zusammenkommen und
dann möglicherweise einen Resolutionsentwurf vorbereiten werde.
Dieser könnte dann später in den Sicherheitsrat eingebracht
werden.
Ahtisaari hatte am Dienstagabend nach der ersten Beratungsrunde
über die Zukunft der abtrünnigen Provinz im
Weltsicherheitsrat eingeräumt, dass es ein hartes Tauziehen unter
den 15 Mitgliedern des höchsten UN-Entscheidungsgremiums geben
dürfte. «Ich würde nicht unbedingt sagen, dass es ein
Marathon wird, aber zumindest doch ein 10 000-Meter-Lauf». Er sei
aber zum Durchhalten entschlossen, bekräftigte er.
Serbiens Ministerpräsident Vojislav Kostunica, der ebenfalls an
den Verhandlungen im Sicherheitsrat teilnahm, bot dem Kosovo
«substanzielle Autonomie» statt Unabhängigkeit an. Der
russische UN-Botschafter Witali Tschurkin verlangte erneut, die
Verhandlungen unter einem anderen UN-Vermittler wieder aufzunehmen.
Dagegen warnte der französische UN-Botschafter Jean-Marc de la
Sablière davor, den Kosovo-Prozess zu verschleppen.
(Quelle: dpa)
Arbeit im Weltklimarat kommt nur langsam voran
Do.05.04.07 - Die Beratungen über den zweiten Teil des Weltklimaberichts, der am
Freitag in Brüssel vorgestellt werden soll, kommen offenbar nur
langsam voran. Mehrere Delegierte sprachen vor der Sitzung des
Weltklimarats (IPCC) am heutigen Donnerstag von zähen
Verhandlungen über jede Zeile des Berichts.
«Es geht langsam», sagte der schwedische Delegierte Mattias
Lunblad. Dissens gab es über eine Formulierung der Einleitung, in
der es im Entwurf heißt: «Viele Natursysteme auf allen
Kontinenten und in einigen Ozeanen werden von regionalen
Klimaveränderungen betroffen sein.» Einige Delegationen
forderten eine weniger eindeutige Aussage. Zur Klärung des
Dissenses wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt.
Auch Hans Verolme von der Naturschutzorganisation WWF sagte: «Wir
haben bisher zu wenige Fortschritte erzielt.» Seine Organisation
bestehe darauf, dass der Bericht eine eindeutige Botschaft vermittle,
die auch für Laien verständlich sei.
Im Mittelpunkt des zweiten Teil des Berichts stehen die Auswirkungen
der Erderwärmung auf Flora und Fauna. Der Anfang Februar in Paris
vorgestellte erste Teil stellt die Verantwortung des Menschen für
die Erderwärmung heraus.
Das Dokument des Weltklimarats wird auch dem G-8-Gipfel Anfang Juni in
Heiligendamm an der Ostsee präsentiert. Die EU will dort die USA
dazu drängen, sich ebenfalls auf verbindliche Grenzwerte bei der
Emission von Treibhausgasen zu verpflichten.
(Quelle: ap)
Sprechende Überwachungskameras in Großbritannien geplant
Do.05.04.07 - «Big Brother» mit Lautsprecher: In Großbritannien
sollen Überwachungskameras künftig nicht nur beobachten,
sondern auch Gesetzesbrecher direkt ansprechen. Wer Unrat auf die
Straße wirft, Leute anrempelt, Wände beschmiert oder sich
anderweitig asozial benimmt, soll laut und klar aufgefordert werden,
umgehend sein Verhalten zu ändern. Entsprechende Pläne des
Londoner Innenministeriums stellte der Sender BBC heute vor. Die
Überwacher sollen für eine Testphase an 20 Orten in England
aufgestellt werden.
(Quelle: dpa)
Musiker rufen mit CD und DVD zu Protest gegen G-8 auf
Do.05.04.07 - Unter dem Titel «Move against G-8» bringen prominente
Musiker am 4. Mai eine CD und DVD heraus, mit der sie zum Protest gegen
den Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm aufrufen. Vertreten sind
darauf unter anderen Wir sind Helden, Gentleman, Kettcar, Tomte, Die
Toten Hosen, Madsen, Blumfeld, Afrob, Nosliw, Tocotronic, Jan Delay,
Sillywalks und Bernadette la Hengst, wie das Netzwerk Attac Deutschland
am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.
Die Kritiker werfen den sieben führenden Industrienationen und
Russland vor, einen neoliberalen Wirtschaftskurs auf Kosten der Menschen
und der Natur in aller Welt zu forcieren. Sie planen eine
Großdemonstration für den 2. Juni in Heiligendamm.
Ziel der Kampagne sei die kulturelle Unterstützung der
Aktivitäten gegen den G-8-Gipfel, teilte Attac mit. Vom 20. bis 22.
April ist demnach ein Musikfestival mit zahlreichen Bands in Berlin
geplant.
(Quelle: ap)
Friedensbewegung protestiert gegen Bundeswehreinsätze
Do.05.04.07 - Die Friedensbewegung wendet sich bei ihren Ostermärschen in diesem
Jahr gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr und warnt vor einem
Krieg gegen Iran. Besondere Kritik richte sich gegen die Entsendung der
deutschen «Tornado»-Aufklärungsflugzeuge, teilte das
Netzwerk Friedenskooperative am Mittwoch in Bonn mit. Bei den
Ostermärschen wird auch für eine Beteiligung an den
Protestaktionen zum G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm geworben.
Die Entsendung deutscher Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan
bedeute eine Einbindung des deutschen ISAF-Kontingents in die
«Enduring Freedom»-Kampfeinsätze der US-Alliierten.
Die Friedensgruppen fordern den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan
und die Aufstockung der zivilen Hilfe.
Über Ostern fänden mehr als 70 Veranstaltungen und
Demonstrationen von Friedensinitiativen statt, hieß es. Eine der
größten Demonstrationen werde voraussichtlich der
Ostermarsch gegen den Bombenabwurfplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide in
Brandenburg sein. Daran nähmen der Theologe Eugen Drewermann und
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) teil.
Die meisten Aktionen starten den Angaben zufolge am Karsamstag. Der
Ostermarsch Ruhr führt in drei Tagen von Duisburg nach Dortmund.
Der Ostermarsch Sachsen-Anhalt geht am Ostermontag zur
Colbitz-Letzinger Heide. Abgeschlossen werden die Ostermärsche mit
größeren regionalen Kundgebungen am Ostermontag unter
anderem in Berlin, Dortmund, Hamburg, Kassel und Nürnberg.
(Quelle: ddp)
Innenminister Schäuble hält Grundgesetzänderung für
Zugriff auf PC für denkbar
Do.05.04.07 - Ein heimlicher Zugriff von Sicherheitsbehörden auf Computer
könnte nach Auffassung von Bundesinnenminister Wolfgang
Schäuble (CDU) durch eine Grundgesetz-Ergänzung
ermöglicht werden.
«Wenn - worüber sich die Juristen streiten - in diesen
Fällen Artikel 13 Grundgesetz, der die Unverletzlichkeit der
Wohnung garantiert, berührt ist, brauchen wir womöglich hier
eine Ergänzung, um diesen Eingriff auf eine verfassungsrechtlich
sichere Grundlage zu stellen», sagte Schäuble dem
«Handelsblatt» (Donnerstag). Die von ihm geplanten
Verschärfungen der Sicherheitsgesetze stießen weiter auf
Kritik.
Zum Ausspähen von Computern sagte Schäuble, über die
rechtlichen Grenzen habe er bereits mit Bundesjustizministerin Brigitte
Zypries (SPD) gesprochen. Er verwies auf die Grundgesetzänderung
bei der akustischen Wohnraumüberwachung: «Da wurde auch
schon mal Artikel 13 ergänzt. Auch wenn es eine schwierige
politische Auseinandersetzung darüber gab.»
Schäuble forderte zudem, Fingerabdrücke nicht nur im
Reisepass zu speichern, sondern auch bei den Passämtern zu
hinterlegen. «Die Menschen, die viel reisen, erwarten vom Staat,
dass sie auch überall sicher sind.» Befürchtungen, die
Daten könnten unkontrolliert von Sicherheitsbehörden
abgerufen werden, seien unbegründet: «Es geht zunächst
um die Dokumentensicherheit und die Rückkopplung mit den
Passbehörden. Aber nur damit es nicht vernetzt werden kann,
können wir die Daten doch nicht gleich vernichten.»
Der Innenexperte der Grünen, Wolfgang Wieland, warnte im
Deutschlandradio Kultur vor der Totalausspähung der
Privatsphäre. Schäuble wolle das heimliche Eindringen in
Datenbestände von Computern bei gleichzeitiger
Kommunikationsüberwachung und Lauschangriffen über Webcams
ermöglichen. Damit wolle der Minister «kontinuierlich und
heimlich die Menschen elektronisch total ausforschen».
Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner (SPD) sagte im
Deutschlandradio zu Schäubles Plänen: «Zu schnell, zu
viel und zu schrill.»
Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter
Uhl (CSU), wies die Kritik als überzogen zurück. «Es
ist unverantwortlich, in der deutschen Öffentlichkeit den Eindruck
zu erwecken, dass mit den geplanten Änderungen bei den
Sicherheitsgesetzen die Telefone, Wohnungen und Computer unbescholtener
Bürger massenhaft überwacht werden sollen.» Es gehe um
den Schutz vor Mördern, Kinderschändern,
Menschenhändlern und Schleuserbanden, vor organisierten
Drogenhändlern und vor allem vor islamistischen Terroristen.
(Quelle: dpa)
BKA soll 'Focus'-Redakteure ausgeforscht haben
Do.05.04.07 - Bayerische Ermittlungsbehörden und das Bundeskriminalamt (BKA)
sollen heimlich Journalisten des Nachrichtenmagazins
«Focus» ausgeforscht haben. Das NDR-Magazin
«Panorama» berichtete am Mittwoch vorab, die
Staatsanwaltschaft München habe zwischen 2002 und 2004 versucht,
auf diese Weise undichte Stellen im BKA zu ermitteln. Dabei habe das
BKA mit dem Privatdetektiv Werner Mauss als verdecktem Agenten
zusammengearbeitet.
Im Zuge der Ermittlungen sei klar geworden, dass es beim
«Focus» einen schwunghaften Handel mit geheimen
Terrorpapieren gegeben habe, teilte der NDR mit. Mauss habe im November
2002 beim BKA eine vertrauliche Aussage zu einer möglichen
Terrorgefahr gemacht. Kurz darauf sei er von
«Focus»-Redakteuren angerufen worden, die im Besitz der
Aussage gewesen seien. Die Staatsanwaltschaft München habe
daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Geheimnisverrats gegen
BKA-Beamte eingeleitet. Gegen Redakteure des Magazins sei wegen
Beihilfe ermittelt worden. Dabei seien Millionen von
Telefonverbindungen ausgewertet worden, um Kontakte zwischen
BKA-Beamten und den Journalisten zu belegen. Es sei aber nicht
gelungen, die Beamten zu ermitteln.
Mauss habe zudem den «Focus»-Redakteur Josef Hufelschulte
ausgeforscht, berichtete der NDR weiter. Unter anderem habe
Hufelschulte Mauss 2002 angeboten, er könne seine vertrauliche
Aussage vom Markt kaufen, wenn er deren weitere Verbreitung verhindern
wolle. Mauss habe dafür schließlich 4000 Euro gezahlt. Er
hat dem Bericht zufolge ausgesagt, er habe von Hufelschulte danach
Geheimpapiere für weitere 18 000 Euro gekauft. Der Redakteur habe
erklärt, die Papiere stammten von einem Nachrichtenhändler,
der sie von korrupten BKA-Beamten habe. Unklar ist laut
«Panorama», ob Hufelschulte das Geld selbst erhalten oder
weitergeleitet hat.
Das BKA kündigte für den heutigen Donnerstag eine
Stellungnahme an.
(Quelle: ddp)
Noch keine Annäherung bei Verhandlungen über
Telekom-Jobauslagerung
Do.05.04.07 - In den seit Dienstag laufenden Verhandlungen zwischen der Deutschen
Telekom und der Gewerkschaft ver.di in Siegburg über die
Auslagerung von rund 50 000 Mitarbeitern gibt es noch keine
Annäherung. Mit einer Einigung sei am Mittwoch nicht zu rechnen und
man erwarte einen neuen Verhandlungstermin, sagte eine
ver.di-Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage in Berlin. Die letzte
Verhandlungsrunde vor diesem zweitägigen Treffen war am 23.
März vertagt worden.
Die Telekom will 50 000 von rund 160 000 inländischen
Beschäftigten der Festnetzsparte T-Com und der Mobilfunktochter
T-Mobile auslagern. In den drei Gesellschaften mit dem Namen
«T-Service» sollen sie dann zu schlechteren Bedingungen
arbeiten. Unter anderem ist eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit
von 34,5 auf 38 Stunden, auf längere Sicht auch darüber
hinaus, geplant. Zudem soll die Bezahlung sinken. Der
Telekom-Verhandlungsführer und stellvertretende
Vorstandsvorsitzende Karl-Gerhard Eick sprach beispielsweise von einer
Senkung der Einstiegsgehälter von derzeit 34 000 auf 20 000 Euro im
Jahr.
Als Gegenleistung bietet die Telekom an, den Ende 2008 auslaufenden
Kündigungsverzicht vorzeitig zu verlängern. ver.di fordert
darüber hinaus, dass die Mitarbeiter auch nach der Auslagerung nach
Tarif bezahlt werden und schloss auch Streiks nicht aus.
(Quelle: ddp)
Öffentliche Bildungsausgaben 2005 zurückgegangen
Do.05.04.07 - Weniger Geld für die Bildung: Bund, Länder und Kommunen haben
ihre Bildungsausgaben im Jahr 2005 gegenüber dem Vorjahr gesenkt.
Sie gaben 144,8 Milliarden Euro aus. Dies war rund ein Prozent weniger
als im Jahr 2004, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am
Mittwoch mitteilte. Damit flossen 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
in Bildungseinrichtungen und Weiterbildung. Im Vorjahr waren es noch 6,6
Prozent gewesen.
Die Ausgaben für Kindergärten, Schulen, Hochschulen und
berufliche Ausbildung stiegen 2005 um gut ein Prozent auf 115,6
Milliarden Euro. Dagegen gingen die öffentlichen Ausgaben für
Weiterbildung zurück: Hier machten sich auch die um 3,8 Milliarden
gekürzten Bildungsausgaben der Bundesagentur für Arbeit
bemerkbar, wie die Statistiker mitteilten.
(Quelle: ap)
Umweltschützer warnen vor Atommülllagerung im Schacht Konrad
Do.05.04.07 - Die Umweltschutzorganisation BUND warnt vor einer Inbetriebnahme des
Schachts Konrad bei Salzgitter als Endlager für schwach- und
mittelradioaktiven Atommüll. Schacht Konrad sei ohne klare
wissenschaftliche Kriterien und ohne einen Vergleich mit anderen
Standorten genehmigt worden, sagte BUND-Atomexpertin Renate Backhaus am
Mittwoch in Berlin. Die Langzeitsicherheit sei nach wie vor
ungeklärt. Das Leipziger Bundesverwaltungsgericht hatte am Vortag
mit einer Entscheidung die letzten juristischen Hürden für
eine Endlagernutzung aus dem Weg geräumt.
Eine Inbetriebnahme des ehemaligen Eisenerzbergwerks würde
außerdem den Kriterien von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
(SPD) zur Suche nach einem einzigen Atommüllendlager für alle
Arten von Atommüll in Deutschland widersprechen. Es dürfe
nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. «Sicherheit muss in
jedem Fall bei der Atommülllagerung Vorrang haben», sagte
Backhaus.
Die atomkritische Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad erinnerte an die
Probleme mit der Atommülllagerung im benachbarten
Forschungsbergwerk Asse II im Kreis Wolfenbüttel, in dem vor 40
Jahren mit der Einlagerung von Atommüll begonnen wurde. Die Anlage
drohe mittlerweile durch eindringendes Wasser abzusaufen.
Wenn Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und
Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) sich jetzt
freuten, Schacht Konrad könne in Betrieb gehen, obwohl Bund und
Länder nicht in der Lage seien, die katastrophale Entwicklung in
der Asse II in den Griff zu bekommen, sei das «makaber und
absurd», erklärte die Arbeitsgemeinschaft.
(Quelle: ddp)
Klimawandel bringt größere Belastungen für den
Organismus
Anpassung an Hitzewellen ist gefragt - Experten: Potenzial für
Tropenkrankheiten in Deutschland
Do.05.04.07 - Die Klimaerwärmung wird die Gesundheit belasten. Längere
Pollenflugzeiten, verstärkter Zeckenbefall und die Zunahme von
Tropenkrankheiten sind mögliche Folgen der Erwärmung in
Mitteleuropa. Sogar über die Rückkehr der Malaria wird
spekuliert. Experten zeichnen unterschiedlich düstere Szenarien,
doch eines scheint sicher: In Deutschland ist verstärkt mit
Hitzesommern und den damit verbundenen Belastungen für den
Organismus zu rechnen. «Es besteht kein Anlass zu Panik, aber wir
dürfen nicht weggucken», sagt der Medizin-Meteorologe Paul
Becker.
In einem Punkt herrscht weitestgehend Konsens unter Klimaexperten:
«Die Hauptwirkung auf die Gesundheit liegt letztlich bei den
Hitzewellen», sagt Becker, der beim Deutschern Wetterdienst (DWD)
die Abteilung Wetter-Meteorologie leitet. Leidtragende dürften vor
allem Alte, Kranke und Kinder sein: So führt extreme Hitze bei
Kindern schnell zu einem Sonnenstich oder Hitzschlag, bei älteren
Menschen leicht zu Herz-Kreislauf-Beschwerden - und im schlimmsten Fall
zum Tod: Im Sommer 2003 starben allein in Deutschland
schätzungsweise 7.000 Menschen in Folge der extremen Hitze.
Ein besonders düsteres Szenario zeichnet eine Studie des Kieler
Institutes für Wirtschaftsforschung (KIW): Wenn die
Erderwärmung nicht gestoppt wird, könne es wegen der
zunehmenden Zahl von Hitzewellen bis zu 12.000 zusätzliche
Todesfälle pro Jahr geben. Die Untersuchung bezieht sich allerdings
erst auf die Jahre 2071 bis 2100 und geht von bis zu 25
zusätzlichen Hitzetagen mit mehr als 32 Grad pro Jahr aus.
Außerdem berücksichtigt sie die zunehmende Alterung der
Gesellschaft.
Solche Prognosen seien keine Panikmache, betont Becker. Es sei richtig,
die Menschen aufzurütteln. Dabei seien die Gegenmaßnahmen im
Grunde sehr einfach: Beispielsweise sei es wichtig, mehr zu trinken und
in der größten Hitze keinen Sport zu treiben. Auch
Städteplaner müssten sich irgendwann darauf einstellen:
«Klimaanlagen sind wegen des CO2-Ausstoßes keine dauerhafte
Lösung.»
Eine weitere Folge des veränderten Klimas betrifft Allergiker: die
Ausdehnung der Pollensaison. Insgesamt verlängerte sich die Dauer
des Pollenflugs in Europa während der vergangenen 30 Jahre um
durchschnittlich zehn bis elf Tage pro Jahr, sagt die medizinische
Referentin des Europäischen WHO-Zentrums für Umwelt und
Gesundheit, Bettina Menne. Zusätzlich treten neue Pflanzen mit
stark allergenen Pollen auf, wie die aus Nordamerika stammende Ambrosia.
Menne weist auch auf die zunehmende Bedrohung durch Zecken hin: Die von
ihnen übertragenen Erkrankungen Borreliose und
Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) sind der Ärztin zufolge
inzwischen in Regionen vorgedrungen, in denen sie vorher kaum bekannt
waren, wie in Nordschweden oder in Höhenlagen Tschechiens. Da die
Zecken milde Winter in größeren Populationen
überstünden, steige auch die Zahl der Tiere, die die
Krankheitserreger auf den Menschen übertragen könnten.
Einige Experten warnen auch vor einer drohenden Ausdehnung von
Tropenkrankheiten. Überträger von lebensgefährlichen
Infektionskrankheiten hätten in den milderen Wintern der Zukunft
nördlich der Alpen bessere Überlebensbedingungen, sagt der
Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge. Bereits jetzt sei
in Deutschland eine gefährliche Giftspinne aus südlichen
Ländern aufgetaucht. Auch die Blut saugende Sandmücke, deren
Weibchen die Tropenkrankheit Leishmaniose verbreiten, wanderten
nordwärts.
«Es sind durchaus Szenarien denkbar, dass Viren, die bisher auf
Afrika beschränkt waren, nach Mitteleuropa kommen», sagt
Klaus Stark, RKI-Experte für tropische Infektionen. Doch das
Potenzial für eine bedrohliche Ausbreitung von Malaria, Gelb- oder
Dengue-Fieber halte er derzeit für recht gering. «Bis sich
Malaria etablieren kann, müssen viele für den Erreger
günstige Bedingungen zutreffen - davon sind wir weit
entfernt.» Außerdem lasse sich ein Ausbreiten gut
verhindern, wenn medizinisch früh genug eingegriffen werde, wie es
in Deutschland möglich sei.
Stark betont, dass vermutlich vor allem bereits jetzt und hier
etablierte Erreger von der Klimaerwärmung profitieren. So finden
Salmonellen und Darmbakterien bessere Bedingungen, wenn die Temperaturen
um ein paar Grad steigen: «Man sollte den Nudelsalat daher nicht
zu lange ungekühlt am Grill stehen lassen.»
(Quelle: ap)