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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausendundelften Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Fünf Amerikaner, vier Briten und 10 irakische Soldaten im Irak
getötet. Bei weiteren Anschlägen kamen außerdem mindestens 49
Menschen ums Leben
Fr.06.04.07 - Bei Gefechten und Anschlägen sind im Irak zehn irakische,
fünf amerikanische und vier britische Soldaten getötet worden.
Etwa 30 Kilometer südlich der Hauptstadt stürzte am
Donnerstag erneut ein amerikanischer Hubschrauber ab, bereits der
neunte seit Beginn des Jahres. Die Maschine kam nach Angaben eines
irakischen Generals in der Nähe von Latifijah unter Beschuss einer
Flugabwehrstellung. Vier Insassen des Hubschraubers überlebten den
Absturz mit Verletzungen.
Im Süden Iraks wurden am Donnerstag vier britische Soldaten bei
einem Überfall von Aufständischen getötet, unter ihnen
zwei Frauen. Die britische Patrouille fuhr in der Stadt Basra nach
Militärangaben zunächst auf einen Sprengsatz und wurde
anschließend mit kleinkalibrigen Schusswaffen angegriffen. Bei
dem Überfall kam auch ein Dolmetscher ums Leben, ein fünfter
britischer Soldat wurde schwer verletzt. Premierminister Tony Blair
sagte nach dem schwersten Angriff auf britische Soldaten seit mehr als
vier Monaten, diese Nachricht überschatte die Freude über die
Freilassung von 15 Soldaten im Iran.
Bei Anschlägen im Irak kamen am Donnerstag außerdem
mindestens 49 Menschen ums Leben. Unter ihnen waren auch 20
Männer, deren von Kugeln übersäte Körper in Bakuba
gefunden wurden.
(Quellen: ap, dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03. bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07. bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11. bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01. bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06. bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11. 2003 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05. 2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01. 2006 bis 06.04.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertsiebenundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.06.04.06 - Ex-US-Präsidentschaftskandidat Kerry fordert Ultimatum für
Regierungsbildung im Irak bis Mitte Mai +++ Schiiten-Führer fordert
amtierenden irakischen Ministerpräsidenten Dschaafari zum
Rücktritt auf +++ Tote bei Bombenanschlag nahe Falludscha...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0604060.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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USA bereiten hochrangige Darfur-Mission vor
Fr.06.04.07 - Die USA starten nach Ostern eine neue Mission zur Lösung des
Darfur-Konflikts, der über den Sudan hinaus ganz Zentralafrika zu
erfassen droht. Der stellvertretende Außenminister John
Negroponte wird vom 11. bis 19. April nicht nur den Sudan besuchen,
sondern auch den Tschad, Mauretanien und Libyen.
Während seiner Reise werde Negroponte für den Friedensplan
der Vereinten Nationen für die Darfur-Region werben, sagte am
Donnerstag ein Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack.
Der im Herbst vergangenen Jahres beschlossene Plan sieht die Entsendung
von 22.000 Soldaten vor allem aus Staaten der Afrikanischen Union vor.
Wegen massiver Einwände der sudanesischen Regierung ist die
Umsetzung des Plans bislang aber kaum vorangekommen.
In Libyen wird Negroponte der höchstrangige Besucher aus den USA
seit 1953 sein - damals reiste Außenminister John Foster Dulles
in das nordafrikanische Land. In Mauretanien will Negroponte an der
Amtseinführung von Präsident Sidi Mohamed Ould Cheikk
Adellahi teilnehmen und diese Gelegenheit zu Gesprächen mit
mehreren afrikanischen Staatschefs nutzen.
Der Bürgerkrieg in Darfur hat inzwischen auch den Tschad erfasst.
So ist es zu grenzüberschreitenden Angriffen von Rebellen in
Darfur und dem Tschad gekommen. Der Tschad und der Sudan werfen sich
gegenseitig vor, den Bürgerkrieg im jeweils anderen Land zu
schüren und dessen Rebellen zu unterstützen. Betroffen ist
auch die Zentralafrikanische Republik.
(Quelle: ap)
US-Außenministerium räumt Unterstützung von Opposition
in Simbabwe ein
Fr.06.04.07 - Die USA haben eingeräumt, die Opposition in Simbabwe zu
unterstützen. Unter anderem seien Veranstaltungen von
Regierungskritikern gesponsert worden, teilte das
Außenministerium am Donnerstag in seinem Jahresbericht zur
Förderung der Demokratie mit. Obwohl Simbabwe nominell eine
Republik sei, sei die Regierung unter Präsident Robert Mugabe als
autoritär zu bezeichnen.
Viele Hilfsorganisationen, die ihre Arbeit in dem südafrikanischen
Land eingestellt hätten, teilten die Auffassung, dass dort
«grundlegende politische und wirtschaftliche
Änderungen» notwendig seien, hieß es in dem Bericht
weiter. Die USA strebten nicht zwangsläufig einen
Regierungswechsel in Simbabwe an, sondern mehr politische
Chancengleichheit.
(Quelle: ap)
Solana und Laridschani in Kontakt wegen Irans Atomprogramm
Fr.06.04.07 - Der Außenbeauftragte der Europäischen Union (EU), Javier
Solana, hat kurz vor der Freilassung der 15 britischen Soldaten mit dem
iranischen Unterhändler Ali Laridschani über
Verhandlungsperspektiven im Atomstreit gesprochen.
Der Inhalt des Telefonats werde vertraulich behandelt, sagte ein
EU-Vertreter am Donnerstag in Brüssel. Es sei aber über das
Atomprogramm des Irans gesprochen worden und über
Möglichkeiten, die ins Stocken geratenen Verhandlungen wieder
aufzunehmen. Wahrscheinlich werde es schon bald ein erneutes Telefonat
zwischen beiden Seiten geben. Solana und Laridschani stünden trotz
der gescheiterten Verhandlungen in regelmäßigem Kontakt.
Der EU-Vertreter wies Spekulationen zurück, wonach es eine
Verbindung zwischen der Freilassung der britischen Soldaten und der
Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Iran gebe.
Die deutsche EU-Präsidentschaft begrüßte die
Freilassung der Soldaten noch einmal. Sie gebe Anlass zur Hoffnung, dass
der Iran die Gelegenheit nutze, um auch auf anderen Gebieten
Lösungen zu finden, hieß es in einer Stellungnahme des
Auswärtigen Amtes in Berlin am Donnerstag. Eine Lösung im
Atomkonflikt solle durch Dialog und Verhandlungen gefunden werden.
(Quelle: rtr)
Eritrea verbietet Beschneidung von Frauen
Fr.06.04.07 - In Eritrea ist ab sofort die Beschneidung von Frauen und Mädchen
verboten. Die Beschneidung gefährde Gesundheit und Leben der
Betroffenen, begründete das Informationsministerium am
Mittwochabend die Entscheidung. Strafbar macht sich, wer um den Eingriff
bittet, ihn ausführt, unterstützt oder dem Ritual beiwohnt.
Weltweit sind nach UN-Schätzungen rund 130 Millionen Frauen und
Mädchen betroffen. Hilfsorganisationen sprechen von
«weiblicher Genitalverstümmelung». Zu den unmittelbaren
Gefahren gehören gefährliche Blutungen, Schock,
unerträgliche Schmerzen und Infektionen. In den vergangenen
Jahrzehnten kam das Risiko einer Übertragung des Aids-Erregers
hinzu: Dasselbe Messer, dieselbe Rasierklinge, dieselbe Glasscherbe wird
oft für mehrere Mädchen benutzt. Die hygienischen
Umstände sind meist katastrophal.
Zu den Langzeitfolgen zählen laut Weltgesundheitsorganisation
(WHO) Abszesse und schmerzhafte Vernarbungen, Schädigungen des
Harntrakts, Schmerzen und Missempfinden beim Geschlechtsverkehr und
Schwierigkeiten bei der Geburt. Die psychischen Auswirkungen sind nicht
minder schwer.
In mehreren Ländern Afrikas sowie in Regionen des Mittleren Ostens
und Asiens ist die Beschneidung von Frauen und Mädchen verbreitet.
Die Praxis erstreckt sich über ethnische, kulturelle und
religiöse Grenzen hinweg. Obwohl viele betroffene Länder das
Ritual verboten haben, besteht es nach Erkenntnissen von
Hilfsorganisationen häufig weiter.
(Quelle: ap)
Europa bietet umfassende Marktöffnung für AKP-Staaten an
Fr.06.04.07 - Die Europäische Union will den 78 so genannten AKP-Staaten aus
Afrika, der Karibik und dem Pazifik ihre Märkte weit gehend
öffnen. Sämtliche Mengenbeschränkungen und Zölle
für alle Waren aus den AKP-Staaten könnten ab Anfang 2008
entfallen, schlug die EU am Mittwoch im Rahmen der Verhandlungen zu
Wirtschaftspartnerschaftsabkommen vor. Lediglich für Südafrika
sollen die Neuregelungen nicht umfassend gelten, weil dieses Land
bereits hinreichend viele wettbewerbsfähige Produkte herstelle, um
diese Produkte auf dem Weltmarkt ohne Sonderrechte abzusetzen. Für
Zucker sieht die Kommission eine Übergangszeit bis 2015 vor.
Für Reis sollen ebenfalls Importschranken bestehen bleiben, ohne
dass eine Frist genannt wurde.
(Quelle: afp)
Innenpolitische Krise in der Ukraine spitzt sich weiter zu
Fr.06.04.07 - Die innenpolitische Krise in der Ukraine spitzt sich weiter zu.
Präsident Viktor Juschtschenko kündigte am Donnerstag eine
strafrechtliche Verfolgung von Beamten an, die sich seiner Entscheidung
für vorgezogene Neuwahlen widersetzten. «Ich betone noch
einmal, dass diese Anordnung bindend ist», sagte Juschtschenko in
Kiew. Ministerpräsident Viktor Janukowitsch hat angekündigt,
Juschtschenkos Entscheidung erst zu akzeptieren, wenn diese vom
Verfassungsgericht bestätigt werde.
Die Richter entschieden am Donnerstag, sich mit dem Thema zu befassen.
Das Gericht stufte den Fall zudem als dringlich ein. Damit muss
innerhalb eines Monats nach Beginn der Anhörungen eine
Entscheidung fallen. Ein Termin für die Anhörungen wurde
jedoch noch nicht genannt. Juschtschenko hat mit seiner Entscheidung
zur Parlamentsauflösung vom Montag die schwerste Regierungskrise
seit der Orangenen Revolution 2004 heraufbeschworen, die ihn an die
Macht gebracht hatte. Als Wahltermin bestimmte er den 27. Mai.
Juschtschenko wirft Janukowitsch unter anderem vor, seine Machtposition
auszubauen, indem er gezielt Abgeordnete von der Opposition abwerbe. Im
März wechselten elf Gefolgsleute des Präsidenten im Parlament
ins Regierungslager. In Umfragen liegt Juschtschenkos Partei derzeit
nur auf Rang drei hinter den Parteien Janukowitschs und der ehemaligen
Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.
Am Donnerstag demonstrierten in der Innenstadt von Kiew erneut etwa
5.000 Menschen gegen eine Auflösung des Parlaments. Janukowitschs
Anhänger bauten ihre Zeltstadt auf dem Unabhängigkeitsplatz
weiter aus. Gefolgsleute Juschtschenkos hatten ursprünglich eine
Gegendemonstration geplant, erklärten jedoch später, sie
hätten diese abgesagt, um weitere Spannungen zu vermeiden.
Janukowitsch erklärte, er habe Österreich in einem Telefonat
mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer um Vermittlung in dem Konflikt
gebeten. Auch Polen und Russland wolle er möglicherweise um
Beistand bitten. Polen war bereits ein wichtiger Vermittler
während der Orangenen Revolution.
(Quelle: ap)
Zweiter Teil des Weltklimaberichts in Verhandlungen abgeschwächt
Fr.06.04.07 - Bei den Verhandlungen im Weltklimarat sind entscheidende Passagen des
Berichts von Regierungsvertretern abgeschwächt worden. Die
Beratungen von Delegierten aus 120 Staaten erstreckten sich bis in die
Nacht zum Freitag. Der zweite Teil des Weltklimaberichts soll auf einer
öffentlichen Plenarsitzung ab 10.00 Uhr vorgestellt werden. Im
Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die
Tier und Pflanzenwelt.
In dem von Wissenschaftlern erstellten Entwurf für den Bericht
heißt es, dass etwa 20 bis 30 Prozent aller Arten von
unumkehrbarer Auslöschung bedroht sind, wenn die globale
Durchschnittstemperatur um 1,5 bis 2,5 Grad steigt. Diese Stelle sei
bei den Beratungen für die Endfassung verwässert worden,
kritisierte Ian Burton vom Stockholmer Umweltinstitut, der an den
Beratungen teilnahm.
Der gesamte Abschlussbericht, dessen Entwurf der Nachrichtenagentur AP
vorliegt, hat einen Umfang von 1.572 Seiten. Bei den einwöchigen
Verhandlungen des Weltklimarats (IPCC) in Brüssel ging es jedoch
nur um die Empfehlungen für die Politik mit einem Umfang von 21
Seiten. Es handelt sich um den zweiten von insgesamt vier Berichten,
die der IPCC in diesem Jahr vorlegen wird.
Der belgische Delegierte Julian Vandeburie verglich die
gegenwärtige Situation der Welt mit der Münchener Konferenz
von 1938, als Großbritannien und Frankreich zugunsten einer
«Appeasement-Politik» darauf verzichteten, sich der
Großmachtpolitik Hitlers entgegenzustellen. «Wir sind in
der gleichen Situation», sagte Vandeburie. «Wir müssen
entscheiden, ob wir etwas unternehmen oder nicht.»
Der Anfang Februar in Paris vorgestellte erste Bericht stellt die
Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung so deutlich
heraus wie kein Report zuvor: Als sehr wahrscheinliche Ursache des
Temperaturanstiegs wird der von Menschen verursachte Ausstoß von
Treibhausgasen genannt. Anders seien die Veränderungen in der
Atmosphäre und den Weltmeeren sowie das Abschmelzen der Pole nicht
zu erklären.
Der Weltklimarat wurde 1988 vom UN-Umweltprogramm (UNEP) und der
Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) ins Leben gerufen. Seine Berichte
dienen als wissenschaftliche Grundlage für die internationale
Klimapolitik. Dem «Intergovernmental Panel on Climate
Change» (IPCC) mit Sitz in Genf sind 2.500 Wissenschaftler und
Regierungsvertreter angeschlossen.
(Quelle: ap)
Zehn Regionen der Erde vom Klimawandel besonders bedroht
Die Umweltschutzorganisation WWF hat während der Beratungen des
Weltklimarats (IPCC) in Brüssel eine Liste von zehn Biotopen und
Regionen der Erde veröffentlicht, die vom Klimawandel am
stärksten bedroht werden. Dabei handelt es sich um:
- Korallenriffe: Bei einem Temperaturanstieg von einem Grad verlieren
die Korallen ihre Farbe und sterben. Bedroht sind die
Unterwasserlandschaften vom Großen Barriereriff bei Australien
bis zu den karibischen Korallenriffen bei Belize.
- die Chihuahua-Wüste an der Grenze zwischen Mexiko und den USA:
In der größten Wüste Nordamerikas leben 3.500
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einzigartige Pflanzenarten.
- die Lebensräume von Schildkröten in der Karibik. Sechs von
sieben Arten sind bedroht, wenn ein steigender Meeresspiegel die
Brutstätten an den Stränden überschwemmt. Besonders
gefährdet ist die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys
imbricata).
- Der Valdivian-Regenwald in Chile und Argentina: Im Regenwald der
gemäßigten Temperaturzone sind die Alerce-Bäume oder
Patagonischen Zypressen (Fitzroya cupressoides) von nachlassenden
Regenfällen gefährdet. Der Rückgang der Gletscher
beeinflusst außerdem den Grundwasserspiegel.
- die Sunderbans in Indien: das Sumpfland im Süden von Bengalen
ist größte Heimstatt des Bengalischen Tigers (Panthera
tigris tigris). Der steigende Meeresspiegel aufgrund der globalen
Erwärmung bedroht die Mangrovenwälder der Küstenregion.
- der Yangtze: Der Fluss ist die Lebensgrundlage für 450 Millionen
Menschen in China. Die Gletscherschmelze gefährdet die
Wasserzufuhr am Oberlauf des Stroms.
- das Amazonas-Becken: Ein Anstieg der Temperatur um zwei bis drei Grad
innerhalb von 50 Jahren würde 30 des 60 Prozent des Regenwalds in
eine trockene Savanne verwandeln.
- die Beringsee: Die Eisschmelze am nördlichen Rand des Pazifiks
verändert die Wasserbeschaffenheit und gefährdet damit
Kleinlebewesen, welche die wichtigste Nahrungsgrundlage von Fischen und
anderen Meeresbewohnern sind.
- die Himalaja-Gletscher. Der Rückgang einiger Gletscher um
jährlich zehn bis 15 Meter führt zunächst zu
Überschwemmungen, später zu Dürreperioden im Sommer. Die
Gletscher regulieren den Wasserhaushalt für mehrere hundert
Millionen Menschen in Indien, Nepal, Pakistan und Bangladesch.
- die Küstenwälder in Ostafrika: Klimaforscher sagen für
diese Region häufige Stürme voraus, die Zerstörungen
anrichten in Mangrovenwäldern, an Korallenriffen und in der
Landwirtschaft.
Quelle: ap, 05.04.2007
|
Ärzteorganisation IPPNW: 'Legende von der klimafreundlichen
Atomenergie endgültig vorbei'
Fr.06.04.07 - Die Nutzung der Kernenergie wirkt sich nach Angaben der atomkritischen
Ärzteorganisation IPPNW zunehmend klimaschädlich aus.
Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge emittiere die Atomenergie
schon heute bis zu einem Drittel soviel CO2 wie Gaskraftwerke,
erklärte die Organisation am Donnerstag in Berlin. Weil im
Uranbergbau immer mehr fossile Energie eingesetzt werden müsse,
werde die Kernkraft ab 2050 laut der Studie einer britischen
Wissenschaftler-Gruppe ebenso klimaschädlich sein wie fossile
Gaskraftwerke.
«Damit ist die Legende von der klimafreundlichen Atomenergie
endgültig vorbei», bewertete die IPPNW-Vorsitzende Angelika
Claußen die Ergebnisse der Studie. Selbst wenn die Kernkraft ihren
geringen Beitrag von weniger als drei Prozent zur weltweiten
Energieversorgung beibehalte, trage sie immer stärker zur
CO2-Belastung der Erdatmosphäre bei. Atomkraftwerke könnten
«das Klima nicht retten», fügte Claußen hinzu.
Hintergrund ist den Angaben zufolge der rückläufige
Urangehalt im Erz. Je geringer der Urananteil des Erzes sei, desto mehr
Material müsse mit hohem Energieaufwand verarbeitet werden, was zu
immer höheren CO2-Emissionen führe.
(Quelle: ddp)
Gegner des 'Schacht Konrads' legen Verfassungsbeschwerde ein
Fr.06.04.07 - Die Gegner des geplanten Atommüllendlagers «Schacht
Konrad» legen Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein. Das
bestätigte ein Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e.V.
am Donnerstag n Salzgitter auf Anfrage der Nachrichtenagenutr dpa.
Beschwerdeführer sei ein Landwirt aus Salzgitter. Es sei die Frage
zu klären, ob die Entsorgung von Atommüll so geregelt sei,
dass die Betroffenen hinreichend geschützt seien, erklärte der
Sprecher. Zahlreiche Belange der Gegner seien bisher von den Gerichten
nicht berücksichtigt worden. Die Gegner befürchten
Beeinträchtigungen ihrer Planungshoheit und ihres Eigentums an
öffentlichen Einrichtungen.
Das Bundesverwaltungsgericht hatte am Dienstag mit einer Entscheidung
die letzten juristischen Hürden für eine Endlagernutzung aus
dem Weg geräumt. Zuvor hatte das Oberverwaltungsgericht im
März die Klagen der Stadt Salzgitter, der Gemeinden Lengede und
Vechelde sowie des Landwirts gegen die Genehmigung des
Atommüllendlagers «Schacht Konrad» abgewiesen. Damit
darf schwach- und mittelradioaktiver Abfall in der ehemaligen
Eisenerzgrube bei Salzgitter eingelagert werden.
(Quelle: ddp)
Sozialversicherung erzielt 2006 Rekordüberschuss
Fr.06.04.07 - Die gesetzliche Sozialversicherung hat im vergangenen Jahr einen
Rekordüberschuss erzielt. Wie das Statistische Bundesamt am
Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Einnahmen der Kranken-,
Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung um 20,5 Milliarden Euro
über den Ausgaben.
2005 hatten sie noch mit einem Defizit von 3,3 Milliarden Euro
abgeschlossen. Die Statistiker begründeten das positive Ergebnis
mit der Wirtschaftsentwicklung und der Vorverlegung des
Fälligkeitszeitpunktes für die Beitragszahlung, die sich 2006
praktisch als 13. Beitrag auswirkte.
Die 20,5 Milliarden Euro sind der höchste Wert seit 1990. Ein Plus
gab es zuletzt 2004 mit 2,1 Milliarden Euro. Die drei Jahre davor hatten
die Sozialkassen Verluste von zusammen 15,7 Milliarden Euro verbucht.
Zum Überschuss 2006 steuerte allein die Bundesagentur für
Arbeit - die erstmals seit 1985 wieder schwarze Zahlen schrieb - 11,2
Milliarden Euro bei. Die Rentenversicherer hielten ihre Ausgaben nahezu
konstant (plus 0,1 Prozent auf 232,9 Milliarden Euro), während sie
ihre Einnahmen 2006 um 5,1 Prozent auf 240,2 Milliarden Euro steigerten.
Aus einem Defizit von 4,3 Milliarden Euro (2005) wurde damit ein
Überschuss von 7,3 Milliarden Euro. Die Pflegeversicherung
wandelte ihr Defizit von 0,4 Milliarden Euro in ein Plus von 0,5
Milliarden Euro um.
Die gesetzlichen Krankenkassen erhöhten ihren Überschuss von
1,5 auf 1,7 Milliarden Euro, die Einnahmen (plus 3,4 Prozent auf 149,8
Milliarden Euro) stiegen schneller als die Ausgaben (plus 3,2 Prozent
auf 148,2 Milliarden Euro). Den im Vergleich niedrigen Anstieg der
Einnahmen erklären die Statistiker mit unterschiedlichen
Rechnungsweisen. Die Vorverlegung des Zahlungstermins habe deshalb bei
den Krankenkassen nicht zu Buche geschlagen.
(Quelle: dpa)
DGB-Chef sieht auf Jahre Nachholbedarf bei Lohnerhöhungen
Fr.06.04.07 - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine dauerhafte Trendwende
in der Lohnpolitik. «Der Aufschwung muss möglichst alle
Arbeitnehmer erreichen», sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer
der hannoverschen «Neuen Presse». Der DGB verlange für
die Beschäftigten in dieser Tarifrunde eine deutliche Steigerung
der Kaufkraft. Das sei bisher am Bau und in der Chemie gelungen.
«Gemessen an den Einkommenssteigerungen der meisten Manager und
wegen der zunehmend ungleichen Vermögensverteilung besteht aber
noch ein erheblicher Nachholbedarf in den kommenden Jahren», sagte
Sommer.
Der DGB-Chef bekräftigte seine Forderung nach einem gesetzlichen
Mindestlohn. Die Warnung ostdeutscher CDU-Ministerpräsidenten,
wonach Mindestlöhne im Osten den einzigen Wettbewerbsvorteil
zerstören würden, wies er in der «Passauer Neuen
Presse» zurück: «Vor allem in Dienstleistungsbranchen
wird unter 7,50 Euro gezahlt. Aber niemand kann mir erzählen, dass
Menschen deswegen ihre Haare in Polen schneiden lassen, weil es dort
billiger ist. Die Fahrt wäre teurer als die Ersparnis beim
Friseur.» Auch seine Fenster könne niemand in Tschechien
putzen lassen, sagte Sommer. «Hier wird viel Unfug
behauptet.» Länder wie Frankreich oder Großbritannien
bewiesen, dass Mindestlöhne keine Gefahr für
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung bedeuteten.
(Quelle: ap)
Gesetzlicher Mindestlohn bleibt umstritten
Fr.06.04.07 - Der Streit über die Einführung eines gesetzlichen
Mindestlohns in Deutschland nimmt kein Ende. Während sich DGB-Chef
Michael Sommer am Donnerstag erneut für staatliche
Mindestgarantien für Arbeitnehmerentgelte einsetzte, kam aus der
Wirtschaft ein striktes Nein. Auch die CDU bekräftigte ihre
Ablehnung. In einer Umfrage sprachen sich fast zwei Drittel der
Bürger für einen Mindestlohn aus.
Sommer erneuerte seine Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn.
Die Warnung ostdeutscher CDU-Ministerpräsidenten, wonach
Mindestlöhne im Osten den einzigen Wettbewerbsvorteil
zerstören würden, wies er in einem Interview der
«Passauer Neuen Presse» scharf zurück: «Niemand
kann mir erzählen, dass Menschen deswegen ihre Haare in Polen
schneiden lassen, weil es dort billiger ist. Die Fahrt wäre teurer
als die Ersparnis beim Friseur.» Auch seine Fenster könne
niemand in Tschechien putzen lassen, sagte Sommer. Länder wie
Frankreich oder Großbritannien bewiesen, dass Mindestlöhne
keine Gefahr für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung
bedeuteten.
Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
(ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, sagte im Südwestrundfunk, ein
gesetzlicher Mindestlohn würde in weiten Teilen der Wirtschaft
lediglich zu mehr Schwarzarbeit führen und daher das Problem nicht
lösen. Tarifvertragliche Mindestlöhne seien jedoch etwas
anderes. «Wenn Tarifvertragspartner der Auffassung sind, dass sie
sich über eine solche Regelung verständigen, dann ist das in
Ordnung, aber bitte nicht einen gesetzlichen Mindestlohn
flächendeckend und branchenübergreifend», sagte der
ZDH-Generalsekretär.
Auch die CDU unterstrich ihr Nein zum gesetzlichen Mindestlohn und
setzte sich stattdessen für staatliche Zuschüsse an
bedürftige Geringverdiener ein. Der stellvertretende Vorsitzende
der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister (CDU), sagte in
Berlin, Hauptursache der Arbeitslosigkeit seien die umfangreichen
Vorschriften auf dem Arbeitsmarkt. Neue Regulierungen bei der
Lohnfindung wären in diesem Zusammenhang das falsche Signal. Nur
wenn der Marktlohn nicht dem örtlichen Existenzminimum entspreche,
sei der Sozialstaat gefragt. Dann müsse der Lohn zu einem
individuell angemessenen Mindesteinkommen aufgestockt werden, ohne dass
es zu Mitnahmeeffekten zu Lasten der Gemeinschaft komme.
(Quelle: ap)
Verfassungsgericht: Bauunternehmer haftet für Mindestlohn
Fr.06.04.07 - Ein deutscher Bauunternehmer haftet dafür, dass bei von ihm
beauftragten ausländischen Firmen in Deutschland der tarifliche
Mindestlohn gezahlt wird.
Eine entsprechende Vorschrift des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes sei
verfassungsgemäß, teilte das Bundesverfassungsgericht in
Karlsruhe am Donnerstag in einem Beschluss mit.
Die Beschäftigten der beauftragten Subunternehmen könnten vom
Auftraggeber den tariflichen Mindestlohn verlangen, wenn ihr direkter
Arbeitgeber diesen verweigere, entschieden die Richter. Die Haftung der
Bauunternehmer stelle zum Wohle aller sicher, dass auch in
Subunternehmen der Mindestlohn gezahlt werde. Das Gericht wies damit die
Beschwerde einer deutschen Baufirma ab, die von einem portugiesischen
Maurer auf Zahlung rückständigen Mindestlohns verklagt worden
war. (Az.: 1 BvR 1047/05)
Der klagende Handwerker war im Jahr 2000 in Berlin für seinen
Arbeitgeber auf einer Baustelle beschäftigt und hatte schon in den
Vorinstanzen Recht bekommen. Der mit der Haftung einhergehende Eingriff
in die verfassungsrechtlich geschützte unternehmerische
Betätigungsfreiheit sei durch überragende Gründe des
Gemeinwohls gerechtfertigt, urteilten die Verfassungsrichter. Ein
Verdrängungswettbewerb über die Lohnkosten, dem vor allem
kleinere und mittlere Betriebe nicht Stand halten könnten, werde
dadurch vermieden. Dies beuge Arbeitslosigkeit vor, entlaste die
sozialen Sicherungssysteme und sichere soziale Standards. Um diese Ziele
zu erreichen, habe der Gesetzgeber gerade unter den gegebenen
schwierigen arbeitsmarktpolitischen Bedingungen einen relativ
großen Spielraum.
Das Entsendegesetz war 1996 für die Baubranche eingeführt und
vor kurzem auch auf die etwa 850.000 Beschäftigten der
Gebäudereiniger-Branche ausgeweitet worden. Damit werden
ausländische Unternehmer, die Arbeitnehmer nach Deutschland
entsenden, verpflichtet, die von den Tarifpartnern vereinbarten
Löhne zu zahlen. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering sieht
in einer Ausweitung des Entsendegesetzes auf weitere Branchen eine
Möglichkeit, Niedrigstlöhnen einen Riegel vorzuschieben. In
der großen Koalition ist dies äußerst umstritten.
(Quelle: rtr)