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Irak am tausendundfünfzehnten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Hunderttausende Iraker bei Protestdemo gegen ausländische Truppen
Di.10.04.07 - Hunderttausende Iraker haben am vierten Jahrestag des US-Einmarsches
gegen die Präsenz der ausländischen Truppen in ihrem Land
protestiert. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak berichtete, die
Schiiten hätten sich am Montagmorgen auf den Weg von der
mittelirakischen Stadt Kufa in die Pilgerstadt Nadschaf gemacht.
Die Demonstranten, die einem Aufruf des vor zwei Monaten
untergetauchten Schiiten-Führers Muktada al-Sadr gefolgt waren,
schwenkten irakische Fahnen, aber keine Poster von Politikern oder
Geistlichen, wie es bei Demonstrationen im Irak sonst üblich ist.
Die US-Truppen hatten bei ihrer Invasion im Irak am 9. April 2003 Bagdad
eingenommen. In Bagdad wurde am Montag eine Ausgangssperre
verhängt.
Die US-Armee berichtete unterdessen von vier weiteren Angriffen von
Aufständischen auf ihre Soldaten im Irak, bei denen am Sonntag
insgesamt sechs Amerikaner ums Leben gekommen waren. Damit erhöhte
sich die Zahl der US-Soldaten, die in den vergangenen zwei Tagen
getötet wurden, auf zehn. Die Angriffe ereigneten sich alle im
Süden Bagdads sowie in den nördlich der Hauptstadt gelegenen
Provinzen Dijala und Salaheddin.
(Quelle: dpa)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.112004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 09.04.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshunderteinundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Mo.10.04.06 - US-Bericht zeichnet ein düsteres Bild von der Lage im Irak +++
Schiiten beraten über Ausweg aus Regierungskrise +++
Britische Menschenrechtsbeauftragte: 'Viele Gefangene im Irak verschwunden' +++
Entführer deutscher Geiseln stellen erneut Forderungen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv8/k0604100.htm#news
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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13 Gefangene in Guantanamo im Hungerstreik
Di.10.04.07 - Mehrere muslimische Insassen des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf
Kuba sind in den Hungerstreik getreten. Die 13 Gefangenen protestierten
gegen die harschen Bedingungen in einem neuen Hochsicherheitskomplex des
Gefängnisses, zitiert die "New York Times" in ihrer
Internetausgabe Anwälte der Inhaftierten. In den Abschnitt sind
seit vergangenen Dezember 160 Gefangene verlegt worden. Die US-Armee
begann demnach mit der Zwangsernährung der Hungerstreikenden. Diese
würden so streng beobachtet, dass sie sich praktisch nicht zu Tode
hungern könnten, berichtet das Blatt.
Zuletzt hatte die US-Armee der Zeitung zufolge Anfang 2006 so viele
hungerstreikende Gefangene zwangsweise ernähren müssen. Die
Gefängnisleitung habe damals die Methode eingeführt, Insassen
an einem Stuhl festzuschnallen und die Nahrung über Schläuche
durch die Nasenlöcher zu verabreichen.
Die US-Regierung hatte das Gefängnis im Zuge des
Anti-Terror-Kampfes nach den Anschlägen vom 11. September
eingerichtet. Viele der derzeit etwa 385 Häftlinge in Guantanamo
sind bereits seit mehr als vier Jahren in dem Lager; gegen die wenigsten
von ihnen wurde bislang Anklage erhoben.
(Quelle: afp)
Deutsche Tornados kommen in Afghanistan unter NATO-Kommando
Di.10.04.07 - In Afghanistan wurden die Tornado-Aufklärungsflugzeuge der
Bundeswehr am Montag dem Kommando der NATO unterstellt. Die sechs
Maschinen waren am Donnerstag am Stützpunkt im nordafghanischen
Masar-i-Scharif gelandet. Vom 15. April an sollen sie einsatzbereit
sein. Die Tornados waren von der NATO angefordert worden. Sie sollen
Patrouillen-Strecken abfliegen und das Grenzgebiet zu Pakistan sowie
Taliban-Stellungen beobachten.
Kritiker des Einsatzes führen an, die Luftaufnahmen der Tornados
könnten auch von Einheiten der US-geführten
Anti-Terror-Mission "Enduring Freedom" für ihre Angriffe gegen die
Taliban genutzt werden.
Fast zwei Drittel der Deutschen lehnen den Einsatz deutscher Tornados
in Afghanistan ab. In einer ARD-Umfrage sagten 63 Prozent, die
Bundeswehr solle sich von solchen Aufgaben fernhalten und sich nur um
den Wiederaufbau kümmern. 35 Prozent waren dagegen der Meinung, die
Bundeswehr müsse auch solche Einsätze übernehmen.
Grundsätzlich aber steht eine Mehrheit der Deutschen der Umfrage
zufolge dem Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan positiv
gegenüber. 52 Prozent finden es richtig, dass sich die Bundeswehr
seit fünf Jahren in dem Land engagiert und sich dort vor allem um
Wiederaufbauhilfe kümmert. 45 Prozent lehnen dies ab.
(Quelle: afp)
Nahost-Konflikt
Erneut Forderungen in den USA nach Einbindung Syriens in amerikanische
Nahostpolitik
Di.10.04.07 - In den USA sind erneut Rufe nach einer Einbindung Syriens in die
Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten laut geworden. Der
republikanische Senator und Parteifreund von US-Präsident George W.
Bush, Arlen Specter, sagte dem Sender CNN, der vom Weißen Haus
scharf kritisierte Besuch der demokratischen Parlamentschefin Nancy
Pelosi in Damaskus sei richtig gewesen. Es sei "sehr, sehr wichtig",
Gespräche mit Syrien und dem syrischen Präsidenten Baschar el
Assad aufzunehmen.
Die USA hatten 2004 Wirtschaftssanktion gegen Syrien verhängt.
Washington wirft der Führung in Damaskus die Unterstützung des
Terrorismus in der Region vor. Trotz der Isolationsstrategie
Washingtons hatte sich Pelosi am vergangenen Mittwoch mit Assad in
Damaskus getroffen; US-Präsident George W. Bush hatte ihr daraufhin
Schädigung der US-Außenpolitik vorgeworfen.
Die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright sagte CNN,
die USA sollten "zu Leuten sprechen, die wir nicht mögen". Dies sei
bei weitem wichtiger als mit denjenigen zu reden, mit denen
Übereinstimmung bestehe.
(Quelle: afp)
Iran weitet Atomprogramm trotz internationaler Kritik aus
Di.10.04.07 - Der Iran hat sein umstrittenes Atomprogramm nach eigenen Angaben
drastisch ausgeweitet. Sein Land habe damit begonnen, in 3.000
Zentrifugen Uran anzureichern, erklärte Chefunterhändler Ali
Laridschani am Montag während einer Zeremonie in der Atomanlage
Natans, in der vor einem Jahr erstmals erfolgreich kleine Mengen Uran
angereichert worden waren. Bislang hat Teheran, soweit bekannt, nur 328
Zentrifugen betrieben. Die Ankündigung vom Montag stieß
international auf Kritik.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad sowie Vizepräsident
Gholamresa Aghasadeh erklärten, der Iran sei nun in der Lage,
angereichertes Uran in «industriellem Maßstab» zu
produzieren. «Unser Land ist heute dem Club der Nuklearstaaten
beigetreten», sagte Ahmadinedschad. Er betonte zugleich, dass die
Tür zu Verhandlungen mit dem Westen weiter offen sei. Der Iran
begrüße alle Vorschläge zur Lösung des Atomstreits
und habe sich der Atomenergiebehörde IAEA gegenüber stets
kooperativ gezeigt. Auch Laridschani sagte, sein Land sei weiter zu
Gesprächen bereit, werde sein Atomprogramm aber nicht aufgeben.
Mit 3.000 Zentrifugen, deren Installation der Iran bereits seit
mehreren Monaten angekündigt hat, könnte das Land
jährlich zwei Atombomben herstellen. Insgesamt plant Teheran
54.000 solcher Geräte zur Urananreicherung.
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat die Ausweitung des
iranischen Atomprogramms kritisiert. Die Europäische Union
bedauere, dass Teheran nicht die von der Internationalen
Atomenergiebehörde (IAEA) mehrfach geforderten Schritte
unternommen habe, erklärte der deutsche Vertreter bei der Genfer
Abrüstungskonferenz, Bernhard Brasack.
Sein chinesischer Kollege Cheng Jingye bekräftigte, sein Land
setze weiter auf Diplomatie zur Lösung der Krise. Er rief alle
Seiten zu Geduld und Zurückhaltung auf. Nun müssten die
diplomatischen Bemühungen verstärkt werden, um die
Verhandlungen wieder in Gang zu bringen, sagte der Diplomat.
Das britische Außenministerium forderte Teheran auf, die
Urananreicherung unverzüglich einzustellen. Der Iran müsse
beweisen, dass er die Nukleartechnik lediglich für die
Energiegewinnung nutzen wolle. «Die internationale Gemeinschaft
steht zusammen, um sicherzustellen, dass der Iran nicht die Mittel
entwickelt, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen», hieß
es in der in London verbreiteten Erklärung.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, sagte, der
Iran missachte erneut die Forderungen der internationalen Gemeinschaft.
Derartige Aktivitäten seien der Grund dafür, dass die UN
«den iranischen Beteuerungen, dass das (Atom-)Programm
friedlichen Zwecken dient, keinen Glauben schenken».
Experten reagierten mit Skepsis auf die Erklärung Laridschanis.
«Ich glaube nicht, dass sie 3.000 Zentrifugen vernünftig in
Betrieb haben», sagte Michael Levi vom unabhängigen Rat
für Auswärtige Beziehungen (CFR) in Washington.
An der Feier in Natans nahmen Diplomaten aus Entwicklungsländern
teil. Die Europäische Union boykottierte die Zeremonie, wie die
deutsche EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Der Iran beging am
Montag einen «Nationaltag der Atomenergie». Die Regierung
versandte zu diesem Anlass Glückwunsch-SMS an Millionen
Handy-Nutzer. Vor der Atomenergiebehörde in Teheran bildeten etwa
200 Studenten eine Menschenkette und skandierten «Tod für
Amerika» und «Tod für Großbritannien».
Ein iranischer General, der auf Grund von UN-Sanktionen mit
Reise-Beschränkungen belegt ist, hat nach Angaben aus Teheran ohne
Schwierigkeiten Russland besuchen können. Mohammed Baker Solkadr,
ein General der Revolutionären Garde und stellvertretender
Innenminister, habe sich bis Montag sechs Tage lang in Moskau
aufgehalten, hieß es auf der Website des staatlichen iranischen
Rundfunks. Dies beweise die Wirkungslosigkeit der am 24. März
verabschiedeten UN-Resolution 1747.
Mit dieser Entschließung sollten die bereits Ende Dezember gegen
Teheran beschlossenen Strafmaßnahmen verschärft werden. Es
werden 15 Iraner aufgeführt, darunter Solkadr, bei deren Einreise
die jeweiligen Regierungen zu erhöhter «Wachsamkeit und
Beschränkung» aufgerufen werden. Falls einer der 15 Personen
die Einreise erlaubt wird, sind die UN zu informieren. Dem Iran zufolge
geschah dies im Fall von Solkadr jedoch nicht.
Ein Sprecher des russischen Außenministeriums bestätigte
Solkadrs Besuch. Er betonte jedoch, dass die UN-Resolution die Einreise
von Einzelpersonen nicht verbiete. Zudem habe Moskau die Vereinten
Nationen informiert. Russland, eine der fünf Vetomächte im
UN-Sicherheitsrat, hat der Resolution 1741 zugestimmt.
(Quelle: ap)
Französischer Präsidentschaftswahlkampf tritt in heiße
Phase
Di.10.04.07 - Das Rennen um die französische Präsidentschaft ist mit dem
offiziellen Wahlkampfstart am Montag in seine heiße Phase
getreten. Die zwölf Kandidaten können nun bis zum 20. April
mit Wahlspots im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Radio
für ihr Programm werben. Jeder Anwärter verfügt über
die gleiche Sendezeit von 45 Minuten. Den Auftakt machte um 06.05 Uhr
der Globalisierungsgegner José Bové mit einem
einminütigen Clip. Der Montag war auch der erste Tag, an dem vor
den 85.000 Wahlbüros Plakate angebracht werden durften.
Der erste Wahlgang ist am 22. April. Wer Amtsinhaber Jacques Chirac
nach zwölf Jahren in den Élysée-Palast folgen wird,
entscheidet sich höchstwahrscheinlich in einer Stichwahl am 6. Mai.
In Umfragen liegt der bürgerliche Exinnenminister Nicolas Sarkozy
vor der Sozialistin Ségolène Royal, dicht gefolgt vom
Zentrumspolitiker François Bayrou. Der vierte Kandidat, dem das
Erreichen der Stichwahl zugetraut werden kann, ist der Rechtsextremist
Jean-Marie Le Pen.
Das Rennen bleibt spannend: 42 Prozent der Wahlberechtigten sind nach
einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Institutes CSA noch
unentschlossen, zehn Prozent mehr als zwei Wochen vor der
Présidentielle 2002. Als Hauptgrund nennen Meinungsforscher eine
generelle Unzufriedenheit mit den Kandidaten, zudem hätten sich die
Hauptkontrahenten bislang nicht deutlich voneinander abgegrenzt.
Nachdem Zentrumsmann Bayrou von der UDF überraschend zum
ernsthaften Gegner für Sarkozy und Royal aufgestiegen war, hatten
sich die traditionellen Linien von links und rechts verwischt: Der
konservativ-liberale Sarkozy kümmerte sich plötzlich um die
einfachen Arbeiter und wetterte gegen unsoziale Arbeitgeber. Die
Sozialistin Royal versuchte mit ihrer Forderung, jeder Franzose
müsse die Trikolore, die französische Flagge, zu Hause haben
und am Nationalfeiertag schwenken, Sympathiepunkte im rechten Lager zu
sammeln.
Während der Wahltag näher rückt, scheinen beide die
gewohnten Fronten wieder herstellen zu wollen. Sarkozy hat nach
Jugendkrawallen in Paris das Thema innere Sicherheit wiederentdeckt und
seine restriktive Haltung in der Einwanderungspolitik bekräftigt.
Royal sorgte mit Solidaritätsauftritten bei streikenden Arbeitern
und scharfen Attacken gegen «gefräßige Banken»
für Applaus links der Mitte. Auch der Ton verschärfte sich.
Royal nannte Sarkozy einen «Lügner», weil er ihr
Beleidigungen in den Mund gelegt habe.
Von der Wiederherstellung der alten Kampfaufstellung profitiert bisher
vor allem Sarkozy: In einer Umfrage für das «Journal du
Dimanche» legte der Exinnenminister um 3,5 Punkte auf 29,5 Prozent
in der ersten Runde zu. Royal büßte hingegen drei Punkte auf
22 Prozent ein. Auch Bayrou verlor drei Punkte, ihn sieht die Umfrage
des Institutes Ifop bei 19 Prozent. In einer ebenfalls am Sonntag
veröffentlichte Studie von Ipsos kommt Sarkozy auf 30,5 Prozent
vor Royal mit 22,5 und Bayrou mit 19,5 Prozent.
Dass es angesichts der schlechten Zahlen in ihrem Lager Unzufriedenheit
gebe, weist Exfamilienministerin Royal zurück. Sie spüre
«keinerlei Verdrossenheit», sagte sie auf einer
Wahlkampfveranstaltung am Wochenende. Der Rechtsextremist Le Pen, in
Umfragen bei bis zu 16 Prozent, bestritt unterdessen, er werde in der
zweiten Runde zur Wahl Sarkozys aufrufen. Diese Behauptung sei eine
Erfindung aus den Reihen der PS, sagte Le Pen in einem Fernsehinterview.
Er gehe davon aus, dass er selbst wie vor fünf Jahren wieder den
Einzug in die Stichwahl schaffen werde.
(Quelle: ap)
Stichwort: Die Machtfülle des französischen Präsidenten
Der französische Staatspräsident genießt im Vergleich
zu seinen Kollegen in den europäischen Nachbarländern eine
beispiellose Machtfülle. Er ernennt den Premierminister und kann
ihm das Vertrauen wieder entziehen und zum Rücktritt zwingen. Er
diktiert die Linien der Politik. Und dabei muss er sich nicht
gegenüber dem Parlament verantworten. Der Staatschef kann vielmehr
selbst die Nationalversammlung auflösen oder an ihr vorbei das Volk
per Referendum über zentrale Fragen der Nation entscheiden lassen.
Die Verfassung der V. Republik von 1958 hat aus dem
Staatspräsidenten eine Art Monarchen auf Zeit gemacht. Seit 1962
wird er direkt und mit absoluter Mehrheit vom Volk gewählt.
Bei der Ernennung seines Regierungschefs ist der Präsident formell
frei. Er muss jedoch auf die Mehrheitsverhältnisse in der
Assemblée Nationale achten, denn diese kann die Regierung mit
eigener Mehrheit stürzen. Der Präsident leitet auch die
wöchentlichen Kabinettssitzungen und hat so großen Einfluss
auf die Regierungsarbeit. Rolle des Premierministers ist es, die
Leitlinien des Präsidenten im Tagesgeschäft umzusetzen.
Die Außenpolitik ist die eigentliche Domäne des
Staatspräsidenten. Er vertritt Frankreich selbst dann auf
internationalen Konferenzen, wenn in Zeiten der Cohabitation der
Premierminister dem gegnerischen politischen Lager angehört. Er ist
als Oberbefehlshaber der Streitkräfte auch für die
Atomstreitmacht verantwortlich.
Seit der Wahl 2002 wird der Präsident jeweils für fünf
Jahre gewählt, zuvor betrug seine Amtszeit sieben Jahre. Im Februar
wurde zudem die Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens
geschaffen. Weitere Reformen könnten nach der Wahl anstehen,
mehrere Kandidaten streben eine Verfassungsreform an.
Quelle: ap, 09.04.2007
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Deutschland
Zehntausende bei diesjährigen Ostermärschen
Di.10.04.07 - Bei den traditionellen Ostermärschen haben in diesem Jahr mehrere
zehntausend Menschen für Frieden und gegen Rüstung
demonstriert. Die Beteiligung sei größer gewesen als im
Vorjahr, teilten das Ostermarschbüro in Frankfurt am Main und das
Netzwerk Friedenskooperative in Bonn mit. Seit Gründonnerstag
fanden in 84 Städten und Gemeinden verschiedene Aktionen und
Kundgebungen der Friedensbewegung statt. Die Initiatoren wiesen
Vorwürfe der Grünen zurück, die Friedensbewegung mache
keine konkreten Vorschläge zur Lösung internationaler
Konflikte und Krisen.
In diesem Jahr richteten sich die Proteste auch gegen
Auslandseinsätze der Bundeswehr. Zum Abschluss gab es in Berlin,
Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Kassel und Nürnberg
größere Kundgebungen. Die größte Veranstaltung
fand wie in den Vorjahren am Ostersonntag im brandenburgischen
Fretzdorf statt: Dort kamen zwischen 10.000 und 12.000 Menschen
zusammen, um gegen das geplante "Bombodrom" der Bundeswehr zu
protestieren, wie ein Sprecher des Ostermarschbüros mitteilte. Die
Polizei sprach von 3000 Demonstranten. Auch der brandenburgische
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nahm teil und
appellierte an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), die
Pläne zur Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide als Bombenabwurfplatz
aufzugeben.
Die meisten der Veranstalter hätten sich "höchst zufrieden"
mit der Beteiligung an den Aktionen gezeigt, erklärte das Netzwerk
Friedenskooperative. Die Tradition der Ostermärsche und deren
Anspruch, die Diskussion um Krieg und Frieden nicht allein den
Politikern zu überlassen, erweise sich als sehr lebendig.
Friedens- und globalisierungskritische Initiativen sowie Gewerkschaften
und christliche Gruppen waren den Angaben zufolge beteiligt, "und auch
die grüne Basis war trotz oder vielleicht sogar gerade wegen der
Distanzierung der Grünen-Spitze vertreten", wie das Netzwerk
weiter mitteilte.
Kritik der Grünen-Spitze an der Friedensbewegung wies das Netzwerk
zurück. Bei den Ostermärschen sei die Zuspitzung auf die
Politik der eigenen Regierung und ihrer Verbündeten nötig,
verbunden mit einer deutlichen Kritik, die von der grünen Fraktion
nicht geleistet werde. Grünen-Parlamentsgeschäftsführer
Volker Beck bekräftigte hingegen die Kritik an der
Friedensbewegung, die auch von Parteichefin Claudia Roth
geäußert worden war.
(Quelle: afp)
Gewerkschaften geben sich kämpferisch
Di.10.04.07 - Die Gewerkschaften zeigen sich rund drei Wochen vor ihren
traditionellen Mai-Kundgebungen kämpferisch. Der DGB-Vorsitzende
Michael Sommer attackierte am Sonntag die Reformpolitik der
Bundesregierung. Er kritisierte in einem ddp-Interview unter anderem den
«Sozialabbau bei Rente und Arbeitslosenunterstützung».
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) verteidigte dagegen
die Politik der großen Koalition.
Müntefering betonte: «Ich bin überzeugt, dass unser
Kurs stimmt.» Der SPD-Politiker fügte hinzu:
«Schließlich haben wir Erfolg: 870 000 Arbeitslose weniger
in einem Jahr. Da müssten die Gewerkschaften doch die rote Fahne
hissen, meinetwegen auch die rot-schwarze.»
Sommer sieht dagegen Handlungsbedarf bei der großen Koalition.
Der DGB-Chef mahnte: «Die Regierung sollte wenigstens die kleinen
Schritte gehen, die sie selber in Angriff genommen hat.» Dazu
zähle «in erster Linie die Neuordnung des Niedriglohnsektors
mit dem Ziel, unanständig geringe Arbeitseinkommen
abzuschaffen». Notwendig seien zudem «bessere Bildungs- und
Weiterbildungsangebote, um gute Arbeits- und Berufschancen für
möglichst alle zu ermöglichen».
Sommer betonte, die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der
Arbeitnehmer werde zentrales Thema der DGB-Kundgebungen am 1. Mai sein.
Das Motto laute: «Du hast mehr verdient! Mehr Respekt. Soziale
Gerechtigkeit. Gute Arbeit.» Dazu gehöre «angesichts
der guten konjunkturellen Entwicklung sowie rasant steigender
Unternehmensgewinne eine spürbare Aufstockung der Realeinkommen in
Tarifverhandlungen für unsere Mitglieder zu erreichen».
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE),
Hubertus Schmoldt, forderte ein verstärktes Vorgehen gegen die
Arbeitslosigkeit. Der gegenwärtige Konjunkturaufschwung müsse
genutzt werden. Die Unternehmen stünden nun in der Verantwortung,
den Mehrbedarf an Arbeit nicht ausschließlich über
Überstunden und Leiharbeit abzudecken.
Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG),
Franz-Josef Möllenberg, warf der Bundesregierung
«Beratungsresistenz» in wichtigen Fragen vor. Ein Beispiel
sei die Rente mit 67. Hierbei handele es sich um «nichts anderes
ist als ein Rentenkürzungsprogramm». Möllenberg
verlangte, die Politik der großen Koalition müsse insgesamt
«sozial besser ausgerichtet» sein.
Der Vorsitzende der Verkehrsgewerkschaft Transnet, Norbert Hansen,
regte einen «Pakt für Umwelt und Arbeit» der wichtigen
gesellschaftlichen Kräfte in Deutschland an. Deren
Führungspersönlichkeiten müssten an einen Tisch gebracht
werden. Es gebe eine «gemeinsame Verantwortung für die
wirtschaftliche, soziale und ökologische Zukunft des Landes».
Kritik an der Bundesregierung kam auch vom Sozialverband VdK. Dessen
Präsident Walter Hirrlinger betonte: «Ich habe bei
älteren Menschen noch nie soviel Verunsicherung
gespürt.» Sie hätten zum Beispiel bei der
Gesundheitsreform den Eindruck, dass sie mit zunehmenden Belastungen
rechnen müssten. Auch der Beschluss zur Rente mit 67 habe zu Angst
vor weiteren Kürzungen geführt.
Bayerns DGB-Chef Fritz Schösser verteidigte indes erneut die
Ausladung von Rednern der SPD bei mehreren Mai-Kundgebungen des DGB. Er
betonte: «Man muss auch mal mit solchen Maßnahmen deutlich
machen, dass es nicht geht, auf Veranstaltungen den Menschen zu
versprechen, dass man sich für sie einsetzt, und auf der anderen
Seite Gesetze zu beschließen, mit denen man eher das Gegenteil
bewirkt.»
(Quelle: ddp)
Jeder achte Zeitarbeitnehmer ist auf Hartz IV angewiesen
Di.10.04.07 - Jeder achte in Zeitarbeit beschäftigte Arbeitnehmer wird nach
Angaben des Deutschen Gewerkschaftbundes so schlecht bezahlt, dass er
auf Hartz IV angewiesen ist. DGB-Chef Michael Sommer erklärte am
Montag in Berlin, 12,4 Prozent der Zeitarbeitnehmer, also insgesamt
knapp 69.000 Menschen, steckten laut amtlicher Statistik in
«prekären Beschäftigungsverhältnissen», die
den notwendigen Lebensunterhalt nicht absicherten.
Er forderte die Bundesregierung in diesem Zusammenhang erneut auf, auch
für Zeitarbeiter einen Mindestlohn nach dem Entsendegesetz
einzuführen. Die unterbezahlten Zeitarbeitnehmer sind nach den
Worten Sommers vor allem in Unternehmen beschäftigt, «die den
DGB-Tarifvertrag mit der Branche unterlaufen und niedrigere
Verträge mit so genannten christlichen Gewerkschaften abgeschlossen
haben».
(Quelle: ap)
Patientenbeauftragte erwartet weiter steigende Kassenbeiträge
Di.10.04.07 - Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel,
rechnet mit weiter steigenden Krankenkassenbeiträgen. «Ich
gehe davon aus, dass einige Kassen, vor allem verschuldete, ihren
Beitragssatz erhöhen werden», sagte die SPD-Politikerin der
Hannoverschen «Neuen Presse» laut Vorabmeldung. Allerdings
würden die Kassen ihre Beiträge nur sehr vorsichtig anheben,
weil sie durch die Gesundheitsreform stärker im Wettbewerb
stünden.
Zugleich kritisierte Kühn-Mengel die neuen Wahltarife der Kassen:
Zwar würden künftig viele Versicherte von Zusatzprämien,
Selbstbehalten oder Sondertarifen profitieren. Allerdings sollten sie
sich sehr sorgfältig informieren, riet die Patientenbeauftragte,
und fügte hinzu: «Meine Kritik ist, dass die neuen Tarife
eher etwas für Gesunde sind und weniger für chronisch Kranke
oder ältere Menschen, für die es schwierig sein kann, diese
Vielfalt zu erfassen.»
(Quelle: ap)
Große Nachfrage nach Elterngeld
Di.10.04.07 - Drei Monate nach seiner Einführung hat sich das neue Elterngeld zu
einem absoluten Renner entwickelt: Wie eine Umfrage der
Nachrichtenagentur AP ergab, wurden in zahlreichen Bundesländern
bereits tausende Anträge bewilligt und Haushaltsmittel in
Millionenhöhe ausgezahlt. In der überwiegenden Zahl der
Fälle wollen sich aber weiterhin alleine die Frauen um die Kinder
kümmern. Belastbare Zahlen sind indes erst Anfang Mai zu erwarten.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen sprach von einem
ermutigenden Auftakt.
Die CDU-Politikerin sagte, sie freue sich vor allem darüber, dass
laut den ersten Trends mit dem Elterngeld nun mehr junge Väter die
Chance nutzten, der gemeinsamen Zeit mit ihrem neugeborenen Kind oberste
Priorität zu geben. «Wenn daraus eine langfristige Bewegung
für Eltern wird, dann wächst endlich wieder auch die
Wertschätzung für Kindererziehung in unserer
Gesellschaft», sagte die Ministerin der Nachrichtenagentur AP.
Laut der Umfrage unter den Bundesländern sind die Väter, die
sich um ihr Kind kümmern wollen, weiter in der Minderheit.
Mecklenburg-Vorpommern berichtete von 2.014 Anträgen, von denen 75
Prozent bewilligt seien, die Hälfte davon erhalte den Mindestbetrag
von 300 Euro. 103 Paare wollten sich die Erziehungszeit teilen.
Baden-Württemberg berichtete von 9.565 Anträgen, 8.120 von
Frauen, 1.445 von Männern, was den Angaben zufolge einer
Männerquote von rund 15 Prozent entspreche. In Bayern waren es den
Angaben zufolge 14.317 Anträge, davon wollen 1.921 Paare die
längere Bezugsdauer in Anspruch nehmen und Vätermonate
einlegen.
Das zum 1. Januar eingeführte Elterngeld stellt viele Eltern
deutlich besser. Die Mindestförderung liegt bei monatlich 300 Euro
für Eltern ohne eigenen Verdienst. Bei hohen Einkommen zahlt der
Staat bis zu 1.800 Euro im Monat. Die Bundesregierung hofft, so einen
Anstieg der Geburtenrate zu unterstützen. Gezahlt wird zwölf
Monate lang, weitere zwei «Vätermonate» sind
möglich, wenn auch der Partner für die Kinderbetreuung
beruflich aussetzt. Den Maximalbetrag erhält das Paar also nur,
wenn beide die Karriere für eine Weile zurückstellen.
Insgesamt wurde der weit überwiegende Teil der Anträge
bewilligt: Hessen berichtete von rund 6.700 Anträgen, 4.006 davon
seien erledigt. «Das Interesse ist riesig», sagte der
Sprecher des Sozialministeriums, Franz-Josef Gemein. Insgesamt wurden
den Angaben zufolge bislang 3,2 Millionen Euro ausgezahlt.
Nordrhein-Westfalen meldete 22.636 Anträge und ausgezahlten
Haushaltsmitteln in Höhe von 10,3 Millionen Euro. Sachsen meldete
4.193 Anträge, 2.937 seien bewilligt.
Auch Schleswig-Holstein berichtete von einem überraschenden
Ansturm. Bislang seien von 3.098 Anträgen 2.262 bewilligt. Hamburg
berichtete von 1.860 eingegangenen Anträgen. In Sachsen-Anhalt
wurden von 2.872 beantragten Leistungen 1.588 bewilligt; ein
Großteil davon entfällt auf die Mindestförderung von 300
Euro, nur 600 Eltern bekommen mehr.
Niedersachsen berichtete von einem ebenso großen Interesse,
konnte aber zunächst keine Zahlen vorlegen. Auch in weiteren
Bundesländern lagen noch keine Zahlen vor. Zudem verwiesen die
Sprecher darauf, dass die Anträge drei Monate rückwirkend
gestellt werden können, weshalb mit einem Anstieg der Zahlen zu
rechnen sei. Das Statistische Bundesamt erklärte, Anfang Mai
könnten belastbare Zahlen aus den Ländern vorliegen.
(Quelle: ap)
Umwelthilfe kritisiert Einigung über Emissionshandel
Di.10.04.07 - Die Einigung zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium über den
Emissionshandel für Braunkohle-Kraftwerke ist bei
Umweltschützern auf Kritik gestoßen. «Ausgerechnet die
klimaschädlichsten Kraftwerke werden besonders
gefördert», sagte der Geschäftsführer der
Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, am Montag in Berlin. Es handle
sich um einen faulen Kompromiss auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
Nach Baakes Worten dürfen neue Braunkohle-Kraftwerke die
Atmosphäre mit 825 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde Strom
belasten, Steinkohle-Kraftwerke mit 750 und Gaskraftwerke mit 365
Gramm. Dies sei eine Privilegierung der Braunkohle-Kraftwerke.
Umwelt- und Wirtschaftsministerium hatten sich nach mehrwöchigem
Streit auf neue Regeln für den Emissionshandel geeinigt. Damit
soll die Umrüstung auf neue Braunkohle-Kraftwerke mit geringeren
Kohlendioxid-Emissionen beschleunigt werden. Umweltminister Sigmar
Gabriel sagte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», es
werde zwar weiter die Nutzung von Braunkohle in Deutschland
ermöglicht. Sie werde aber nicht privilegiert.
Prinzip des Emissionshandels ist es, den Ausstoß von Klimagasen
grundsätzlich mit einer Genehmigung zu verbinden: Die Betreiber
von Kraftwerken und Fabriken brauchen Verschmutzungszertifikate
für die Mengen von Kohlendioxid und anderen Klimagasen, die sie in
die Luft blasen. Mindert ein Unternehmen die Emissionen mehr, als sie
muss, kann sie Zertifikate verkaufen. Stößt sie mehr
Treibhausgase aus als ihre Menge von Zertifikaten zulässt, muss
sie Rechte kaufen.
(Quelle: ap)