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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausenddreiunddreißigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Dutzende Tote und Verletzte bei Autobombenanschlag im Nordirak. Polizei
findet 26 Leichen in Bagdad an einem Tag. Irakischer Häftling in
US-Militärgefängnis gestorben
Sa.28.04.07 - Bei einem Selbstmordanschlag im Norden Iraks sind der Polizei zufolge
am Freitag Dutzende Menschen getötet und verletzt worden.
Auf einer Verbindungsstraße zwischen Tal Afar und Mossul sei ein
Auto explodiert. Der Anschlag habe Soldaten eines Kontrollpunkts der
irakischen Armee gegolten, hieß es aus Polizeikreisen..
Ungeachtet der seit mehr als zwei Monaten geltenden neuen
Sicherheitsbestimmungen für Bagdad hat die irakische Polizei an
einem Tag wieder 26 Leichen von Opfern extremistischer Gewalt gefunden.
Das meldet die irakische Nachrichtenagentur INA. Nach dem
Sicherheitsplan der US-Armee werden in Bagdad seit gut zwei Wochen
Mauern um Viertel errichtet, in denen sich besonders viele Extremisten
verschanzt haben sollen.
In einem US-Militärgefängnis im Irak ist ein Häftling an
Verletzungen gestorben, die er nach Armeeangaben vom Freitag offenbar
bei einem Angriff durch andere Gefangene erlitten hatte. Der Iraker
wurde am Donnerstagmorgen von einem Arzt für tot erklärt, wie
die Streitkräfte in einer kurzen Erklärung mitteilten. Es
seien Ermittlungen aufgenommen worden. Der Zwischenfall ereignete sich
im Gefängnis Camp Bucca in der Wüste im Süden des Landes.
Dort sowie in den US-Militärgefängnissen Camp Cropper bei
Bagdad und in Fort Suse im kurdischen Norden sitzen tausende Gefangene
ein.
(Quellen: rtr, dpa, ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 28.04.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertneunundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Deutsche Bundesanwaltschaft ermittelt nicht gegen Rumsfeld
Sa.28.04.07 - Die deutsche Bundesanwaltschaft wird wegen mutmaßlicher
Menschenrechtsverletzungen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib und
im Gefangenenlager Guantanamo nicht gegen den früheren
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ermitteln. Bei den
Vorwürfen in einer entsprechenden Anzeige handele es sich um Taten
im Ausland, teilte die Karlsruher Behörde am Freitag mit. Rumsfeld
und weitere Vertreter der US-Behörden waren von 44 Organisationen
und Einzelpersonen angezeigt worden, weil sie nach deren Ansicht
Verstöße gegen das Völkerstrafgesetzbuch begingen.
Im irakischen Gefängnis Abu Ghraib wurden Häftlinge von
US-Soldaten misshandelt. Auf dem Marine-Stützpunkt Guantanamo in
Kuba werden außerdem seit Jahren Terrorverdächtige ohne
Anklage festgehalten.
(Quelle: ap)
Taliban übernehmen Bezirk im Süden Afghanistans
Sa.28.04.07 - Nach stundenlangen Kämpfen mit der Polizei haben
Talibankämpfer die Kontrolle über den Bezirk Giro in der
südafghanischen Provinz Ghasni übernommen. Die Taliban
hätten ihren Angriff am Donnerstagabend gestartet, mehrere
Gebäude in Brand gesteckt und die Kommunikationsverbindungen
gekappt, erklärte der stellvertretende Provinzgouverneur Kasim
Allajer am Freitag. Bei Kämpfen seien der Bezirkschef und vier
Polizisten ums Leben gekommen. Die Polizei habe Verstärkung in die
Region entsandt.
(Quelle: ap)
Deutscher Bundestag verlängert Bundeswehr-Einsatz im Süden
Sudans
Sa.28.04.07 - Der deutsche Bundestag hat am Freitag mit großer Mehrheit eine
Verlängerung des Bundeswehrmandats für den Südsudan
beschlossen. Mit Ausnahme der Linkspartei stimmten die Fraktionen von
Regierung und Opposition dafür, den Einsatz von bis zu 75
Bundeswehrsoldaten bis zum 15. November fortzuschreiben - vorbehaltlich
einer Verlängerung des zu Grunde liegenden UN-Mandats, die bis Ende
des Monats erwartet wird. Die Kosten für die Mission werden auf
800.000 Euro beziffert.
Derzeit sind 38 Soldaten und fünf Polizisten im Einsatz, um die
Umsetzung des vor zwei Jahren geschlossenen Friedensvertrages zwischen
Nord- und Südsudan zu überwachen. Der Staatsminister im
Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), sagte: «Die Situation
ist nach wie vor beunruhigend, in Darfur sogar bestürzend.»
Er erinnerte daran, dass im Bürgerkrieg bis zu 300.000 Menschen ums
Leben gekommen sind. Zwei Millionen Menschen hätten flüchten
müssen. Vier Millionen Menschen seien von Hilfe von außen
abhängig, eine Million könne von Hilfslieferungen nicht mehr
erreicht werden.
Vor diesem Hintergrund bezeichnete Erler die Stabilisierung des Landes
als eine schwierige Aufgabe. Der CDU-Abgeordnete Hartwig Fischer nannte
die Situation unerträglich. Die Grünen-Abgeordnete Kerstin
Müller warnte, der Friedensprozess könnte entgleisen, wenn die
internationale Gemeinschaft nicht an ihrem Engagement festhalte. Die
FDP-Politikerin Marina Schuster verwahrte sich dagegen, den Einsatz von
38 Bundeswehrsoldaten als Symbolik zu bezeichnen.
Für die Linksfraktion forderte die Abgeordnete Monika Knoche ein
Umlenken des Engagements im Sudan auf eine zivile Unterstützung.
Die deutschen Soldaten schadeten dem zivilen Auftrag zwar nicht, aber
sie nützten der Stabilisierung des Landes auch nicht, sagte sie.
Union, SPD, Grüne und FDP stimmten auch für einen
Entschließungsantrag, mit dem die Bundesregierung aufgefordert
wird, sich in der EU für die fortgesetzte Finanzierung der Mission
der Afrikanischen Union (AU) in Darfur einzusetzen. Allgemein
begrüßten die Redner der vier Fraktionen die jüngst
erzielte Einigung der Regierung in Khartum mit den Vereinten Nationen
über die Bildung einer 3.000 Soldaten starken Hybrid-Mission aus
UN- und AU-Soldaten für Darfur. Allerdings wiesen sie auch warnend
darauf hin, dass sich die sudanesische Regierung in der Vergangenheit
oft nicht an Vereinbarungen gehalten habe.
(Quelle: ap)
Amnesty sieht Lichtblick im Kampf gegen Todesstrafe
Sa.28.04.07 - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht einen
Hoffnungsschimmer in ihrem Kampf gegen die Todesstrafe. Die Zahl der
registrierten Hinrichtungen weltweit ging im Jahr 2006 auf 1.591
zurück, wie Amnesty am Freitag in der neuen Jahresstatistik bekannt
gab. Im Jahr zuvor waren noch 2.148 Vollstreckungen der Todesstrafe
gemeldet worden. Die Dunkelziffer dürfte nach Angaben der
Organisation allerdings weit höher liegen.
«Eine Welt ohne Todesstrafe ist möglich, wenn diejenigen
Regierungen, die eine Vorreiterrolle spielen, den Weg weisen»,
erklärte Generalsekretärin Irene Khan bei der Vorstellung des
Berichts in Rom. Sie rief zu einem weltweiten Moratorium für
Hinrichtungen auf.
Nur sechs Staaten waren laut dem Bericht für mehr als 90 Prozent
aller Hinrichtungen 2006 verantwortlich: China, Pakistan, der Iran, der
Irak, der Sudan und die USA. «Dieser harte Kern der
Hinrichtungsstaaten ist isoliert und handelt völlig gegen den
globalen Trend», sagte Khan.
Vor 30 Jahren war die Todesstrafe lediglich in 16 Staaten abgeschafft.
Inzwischen gebe es eine weltweite Dynamik für ihre Eliminierung,
erklärt Amnesty. Allein seit 1990 hätten sich rund 45
Länder angeschlossen. Mittlerweile hätten 88 Länder oder
Territorien die Todesstrafe komplett gestrichen, in elf werde sie nur
noch für Kriegsverbrechen oder ähnliche Delikte verhängt.
In 29 weiteren Ländern könne man von einer faktischen
Abschaffung sprechen: Zwar existiere die Kapitalstrafe dort noch, sei
aber seit mindestens zehn Jahren nicht angewendet worden.
Bei den 2006 von Amnesty erfassten 1.591 Hinrichtungen handelte es sich
dem Bericht zufolge um Fälle aus 25 Ländern. «Die wahren
Zahlen sind sicherlich höher», betont die Organisation.
China sei nach wie vor das Land, in dem die Todesstrafe am
häufigsten vollstreckt werde. Dort wurden im vergangenen Jahr mehr
als 1.000 Exekutionen registriert. Die offiziellen Zahlen werden nicht
bekannt gegeben, Amnesty geht von bis zu 8.000 Hinrichtungen aus.
Im Iran habe sich die Zahl der Exekutionen mit 177 im Vergleich zu 2005
nahezu verdoppelt, führt der Bericht aus. Im Irak habe sich die
Aufmerksamkeit auf die Hinrichtung des ehemaligen Präsidenten
Saddam Hussein im Dezember konzentriert - dabei sei untergegangen, dass
die Vollstreckung von Todesurteilen im Lauf des Jahres insgesamt
dramatisch zugenommen habe. Mindestens 65 Menschen seien gehängt
worden. Aus Pakistan wurden mindestens 82 Hinrichtungen gemeldet, aus
dem Sudan 65. In zwölf US-Staaten wurde die Todesstrafe an 53
Verurteilten vollstreckt.
Todesurteile wurden gegen 3.861 Menschen in 55 Ländern
verhängt. Wie viele Verurteilte weltweit in Todeszellen warten, ist
nach Angaben von Amnesty schwierig zu beurteilen. Ihre Zahl Ende 2006
wurde auf zwischen rund 19.100 und 24.600 geschätzt.
(Quelle: ap)
Chinas Außenminister überraschend abgesetzt
Sa.28.04.07 - Chinas Außenminister Li Zhaoxing ist am Freitag überraschend
abgesetzt worden. Als Nachfolger wurde der USA-Experte und
Vizeaußenminister Yang Jiechi ernannt, wie die Nachrichtenagentur
Xinhua berichtete.
Als Grund verwies Xinhua auf das Alter von Li Zhaoxing, der mit 66
Jahren das Rentenalter überschritten habe. Seine Amtszeit wäre
im nächsten März regulär abgelaufen.
Ein halbes Jahr vor dem wichtigen Parteitag der Kommunistischen Partei
billigte der Ständige Ausschuss des Volkskongresses weitere
Neubesetzungen. Als neuer Wissenschaftsminister wurde der Präsident
der Tongji-Universität in Schanghai, Wan Gang, berufen. Er ersetzt
Xu Guanhua. Der Staatsratsfunktionär Xu Shaoshi wurde als neuer
Landminister und Nachfolger von Sun Wensheng ernannt. Der frühere
Vizeminister für Wasserressourcen und Vizegouverneur von Xinjiang,
Chen Lei, wird neuer Wasserminister. Er löst Wang Shucheng ab.
Der neue Außenminister Yang Jiechi hat seit den 80er Jahren
insgesamt 13 Jahre an Chinas Botschaft in Washington gearbeitet, zuletzt
von 2001 bis 2005 als Botschafter. Der heute 56-Jährige spricht
ausgezeichnet Englisch. Von 1973 bis 1975 hatte Yang Jiechi an der
London School of Economics studiert und danach eine steile Karriere im
Außenministerium gemacht.
(Quelle: dpa)
China will Kampf gegen Klimawandel verstärken
Sa.28.04.07 - China will den Kampf gegen den Klimawandel verstärken und dabei
unter anderem Steuererleichterungen und andere Vergünstigungen
für Industrien mit einem hohen Schadstoffausstoß abbauen.
Ministerpräsident Wen Jiabao versprach am Freitag, dass Wasser und
Luft in China sauberer werden sollten. «Im Kampf gegen den
globalen Klimawandel sind mehr Anstrengungen bei der Energieeinsparung
und bei der Reduzierung der Emissionen dringend erforderlich»,
sagte Wen.
«Unser Land ist ein großer Produzent und Verbraucher von
Kohle und die Reduzierung des Schadstoffausstoßes ist eine
Verantwortung, der wir uns stellen müssen», erklärte
Wen. China war 2000 für 15 Prozent der Treibhausgasemissionen auf
der Welt verantwortlich und lag damit auf dem zweiten Platz hinter den
USA, die auf 21 Prozent kamen. Es wird erwartet, dass China die USA in
einigen Jahren überholt hat.
Die Lage bei der Energieeinsparung der Reduzierung der Emissionen sei
düster, sagte Wen. China habe früher gesetzte Ziele nicht
erreicht. Bis 2010 sollte der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt
werden. Das Ziel der ersten Phase, eine Reduzierung um vier Prozent bis
zum vergangenen Jahr wurde aber nicht erreicht, es waren nur 1,2
Prozent. Und der Ausstoß an Schwefeldioxid und anderen
Schadstoffen konnte nicht gesenkt werden, er stieg sogar leicht an.
(Quelle: ap)
US-Wetterexperte vermutet Ozeane als Ursache für Klimawandel
Sa.28.04.07 - Der führende Hurrikan-Experte der USA sieht in den
Meeresströmungen und nicht im vom Menschen verursachten
Kohlendioxidausstoß die Ursache für den Klimawandel. In
fünf bis zehn Jahren werde eine Abkühlung einsetzen,
erklärte William Gray von der Universität Colorado am Freitag
vor republikanischen Abgeordneten. Vermehrte oder stärkere
Wirbelstürme erwartet Gray als Folge des gestiegenen CO2-Niveaus
nicht.
Er verwies darauf, dass die Zahl der Wirbelstürme, die an der
Atlantikküste auf das Festland der USA getroffen seien, in den
vergangenen 40 Jahren im Vergleich zu 40 Jahren davor
zurückgegangen sei, trotz eines in dieser Zeit gestiegenen
CO2-Niveaus.
In harschen Worten kritisierte Gray Forscher und Politiker, die in den
vom Menschen produzierten klimaschädlichen Gasen die Ursache des
Klimawandels sehen. «Sie geben alle Schuld den Menschen, was
verrückt ist», sagte Gray. «Wir sind nicht die Ursache
davon.»
Viele Forscher gehen davon aus, dass die Wirbelstürme durch die
Klimaveränderung stärker werden, andere bezweifeln dies. Gray
gehört seit langem zu den Kritikern der Theorie, dass die
Treibhausgase zu einer Erwärmung der Welt führen. Gray
erklärte, durch die Warnungen vor dem Klimawandel sei eine
regelrechte Industrie entstanden.
(Quelle: ap)
Rüstungsstreit: Russlands Präsident Putin legt nach, NATO
besorgt
Sa.28.04.07 - Einen Tag nach seiner Aufsehen erregenden Ankündigung zum
Aussetzen des KSE-Abrüstungsvertrags hat Präsident Wladimir
Putin noch einmal nachgelegt.
Nach einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Vaclav Claus
verglich Putin am Freitag in Moskau einen von den USA in Polen und
Tschechien geplanten Raketenschutzschild mit der umstrittene
Stationierung von Pershing-Atomraketen in den 1980er Jahre in
Deutschland. Die NATO zeigte sich besorgt. Die deutsche Regierung
reagierte dagegen gelassen auf die russischen Pläne.
Die russische Militärführung will beim nächsten Treffen
des NATO-Russland-Rates am 10. Mai in Brüssel über den
KSE-Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa
verhandeln. Der Generalstabschef Juri Balujewski teilte in Moskau mit,
er werde in Brüssel die Position Putins erläutern. Faktisch
sei dies der Beginn eines neuen Verhandlungsprozesses über den
KSE-Vertrag. Putin hatte mit seiner Ankündigung am Vortag den
Streit um die geplante US-Raketenabwehr in Osteuropa deutlich
verschärft. Russland verlangt von der NATO, die 1999 beschlossene
Erneuerung des KSE-Vertrages zu ratifizieren.
NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte nach einem
Treffen der NATO-Außenminister in Oslo: «Jede Absicht
unserer russischen Freunde, diesen KSE-Vertrag (über
konventionelle Abrüstung) zu verlassen, beunruhigt mich.»
NATO-Sprecher James Appathurai versicherte, die NATO werde den Dialog
mit Russland fortsetzen. Ein totaler Rückzug aus dem Vertrag
wäre «äußerst unglücklich», sagte er.
Putin hatte am Vortag gesagt, weil die NATO-Staaten den erneuten
KSE-Vertrag noch immer nicht ratifiziert hätten, sei er für
ein russisches «Moratorium». Ein späterer
gänzlicher Ausstieg aus dem Vertrag sei auch möglich.
Das Bedrohungspotenzial des von den USA geplanten Raketenschilds sei
das Gleiche wie damals das der Pershing-II-Mittelstreckenraketen, sagte
Putin am Freitag. Die von den USA angeführte Erklärung, die
Raketenabwehr solle dem Schutz vor Angriffen aus dem Iran und Nordkorea
dienen, bezeichnete Putin als «lächerlich». Das
geplante US-System sei in der Lage, russisches Territorium bis zum Ural
zu kontrollieren: «Wir werden aber entsprechende
Gegenmaßnahmen ergreifen.»
Pershing-II-Mittelstreckenraketen waren in den 80er Jahren im Rahmen
des NATO-Doppelbeschlusses in Deutschland als Antwort auf sowjetische
SS-20-Raketen aufgestellt worden.
Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Oslo:
«Wir bleiben objektiv aufeinander angewiesen. Und das wissen auch
alle Beteiligten.» Er verwies auf die Krisenherde Afghanistan,
Iran, Nahost und Kosovo. Seine Forderung, in der Frage der
US-Pläne für eine Raketenabwehr in Polen und Tschechien
«behutsam vorzugehen», sei begründet gewesen.
«Die öffentliche Diskussion über den Raketenschild ist
genau so problematisch wie die gestrige Ankündigung aus
Moskau.»
Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) «helfen
Drohungen nicht weiter», erklärte Vize-Regierungssprecher
Thomas Steg in Berlin. Gleichzeitig sollte aber nach Ansicht der
Kanzlerin der Dialog mit Moskau in einem Klima des Vertrauens
fortgesetzt werden. Merkel und Präsident Putin wollen sich Mitte
Mai im russischen Samara zu EU-Russland-Konsultationen treffen.
Frankreich rief Russland dazu auf, die Ankündigung des Moratoriums
zurückzunehmen.
Der britische Premierminister Tony Blair wies nochmals die Bedenken
Moskaus gegen den Raketenschutzschild zurück. Ein in Polen
geplantes Raketensilo sei ebenso wie eine in Tschechien vorgesehene
Radaranlage nicht gegen Russland gerichtet, betonte er in Warschau. Der
polnische Präsident Lech Kaczynski ergänzte, dies müsse
auch der russische Präsident wissen: «Wenn Putin trotzdem
dagegen ist, muss er andere Gründe haben.» Es gebe
Länder, die nach Atomwaffen strebten.
NATO-Generalsekretär De Hoop Scheffer erklärte, die NATO habe
den KSE-Vertrag zwar nicht ratifiziert, ihn aber stets angewendet.
Vorbedingung für eine Ratifizierung sei aber, dass Russland seine
Soldaten aus Georgien und Moldawien abziehe. «In dieser Hinsicht
wird sich die Haltung des Bündnisses nicht ändern. Und wir
werden uns weiter an den Vertrag halten.» In der von Moldawien
abtrünnigen Republik Transnistrien stehen noch rund 2000, in
Georgien bis zu 3000 russische Soldaten. Der KSE-Vertrag legt
gemeinsame Obergrenzen für konventionelle Waffen wie Panzer,
Fahrzeuge, Hubschrauber und Kampfflugzeuge fest.
(Quelle: dpa)
Türkei: Gül scheitert bei Präsidentenwahl im ersten
Durchgang
Sa.28.04.07 - Der türkische Außenminister Abdullah Gül ist im ersten
Durchgang der Präsidentenwahl gescheitert. Obwohl Gül bei der
Abstimmung der einzige Kandidat war, kam er nicht auf die erforderliche
Zwei-Drittel-Mehrheit. Auf den Kandidaten der Regierungspartei AKP
entfielen 357 Stimmen von den 361 anwesenden Abgeordneten. Um zum
Präsidenten gewählt zu werden, hätte er aber zwei
Drittel der Stimmen der insgesamt 550 türkischen Abgeordneten
bekommen müssen, also 367. Beim ersten Wahldurchgang waren neben
den 352 Abgeordneten seiner Partei nur neun weitere Parlamentarier
anwesend.
Die Opposition hatte schon im Vorfeld der Wahl damit gedroht, vor das
Verfassungsgericht zu ziehen und die Abstimmung für ungültig
erklären zu lassen, wenn bei der ersten Wahlrunde nicht mindestens
zwei Drittel der Abgeordneten anwesend seien. Dies sei für die
Präsidentschaftswahl vorgeschrieben. Der zweite Wahldurchgang
findet am Dienstag statt. Im dritten Durchgang ist nur noch die
absolute Mehrheit der Stimmen erforderlich.
(Quelle: afp)
Türkisches Militär zeigt sich besorgt über
Präsidentenwahl
Sa.28.04.07 - Die türkische Militärführung ist nach eigenen Angaben
über den Griff der konservativ-religiösen Regierungspartei
von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach dem
Präsidentenamt besorgt. Nachdem der Regierungskandidat,
Außenminister Abdullah Gül, am Freitag bei der ersten
Abstimmung im Parlament nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit
erhielt, betonten die Streitkräfte in einer Erklärung
demonstrativ ihre Rolle als Hüterin der säkularen Ordnung der
Türkei.
«Die türkischen Streitkräfte verfolgen die Lage mit
Sorge», heißt es in einer auf der Website des Militärs
veröffentlichten Erklärung. «Es sollte nicht vergessen
werden, dass die türkischen Streitkräfte eine der Seiten in
dieser Debatte ist und die absolute Verteidigerin des Säkularismus
sind.» Das Militär betont weiter, es werde seine Ansichten
auch deutlich machen. Die Streitkräfte würden ihre im Gesetz
festgelegten Aufgaben erfüllen. Mit diesem Argument putschte das
Militär in der Türkei seit 1960 drei Mal.
Gül scheiterte in der ersten Abstimmung zur Präsidentenwahl
am Widerstand der weltlichen Opposition. Ihm fehlten zehn Stimmen zur
erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Die Opposition boykottierte die
Abstimmung und beantragte beim Verfassungsgericht den Stopp des
Wahlprozesses. Das Verfassungsgericht kündigte an, es werde
über den Antrag am kommenden Montag beraten. Die Petition sei an
die Mitglieder des Gerichts weitergeleitet worden.
Sollte die Abstimmung für ungültig erklärt werden,
könnte es zu einer vorgezogenen Neuwahl kommen. Wird sie als
gültig bestätigt, soll am kommenden Mittwoch ein zweiter
Wahldurchgang folgen. Scheitert Gül darin erneut, genügt laut
Verfassung beim dritten Durchgang für die Wahl zum türkischen
Staatspräsidenten bereits die absolute Mehrheit aller
Parlamentsmitglieder. Die Wahl von Gül gilt dann wegen der klaren
Mehrheit der Regierungspartei als sicher.
Der amtierende Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte
angesichts von Massenprotesten auf eine Kandidatur für das
höchste Staatsamt verzichtet. Hunderttausende Menschen hatten
vergangene Woche gegen seine Kandidatur und für die Trennung von
Kirche und Religion demonstriert. Kritiker befürchten, Erdogan
verfolge islamistische Ziele. Ähnliche Vorbehalte hat die
Opposition auch gegen den Präsidentschaftskandidaten Gül
geäußert. Die siebenjährige Amtszeit von
Staatspräsident Sezer endet am 16. Mai.
(Quelle: ap)
EU-Industriekommissar Verheugen würdigt neue transatlantische
Wirtschaftsbeziehungen
Sa.28.04.07 - EU-Industriekommissar Günter Verheugen erwartet von dem geplanten
Wirtschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA
deutliche Vorteile für Verbraucher und Unternehmen. «Die
angestrebten Maßnahmen sollen zu günstigeren
Verbraucherpreisen, neuen Produkten und zu mehr Arbeitsplätzen
führen», sagte Verheugen, der auch Vizepräsident der
EU-Kommission ist, der Tageszeitung «Die Welt». Der
Rahmenvertrag für die transatlantische Wirtschaftspartnerschaft
soll am Montag in Washington unterzeichnet werden.
Zu konkreten Auswirkungen des Wirtschaftsabkommens sagte Verheugen:
«Der Abbau von Handelshemmnissen, gemeinsame Projekte auf dem
Feld innovativer Technologien und verstärkte Zusammenarbeit beim
Schutz geistigen Eigentums können zu erheblichen Kostensenkungen,
zu erleichtertem Marktzugang und damit zu höheren Umsätzen
und zur Erschließung völlig neuer Geschäftsfelder
führen.»
In der «Welt am Sonntag» erklärte er, mit ersten
Erfolgen rechne er bis Ende des Jahres. «Warum müssen Autos
auf beiden Seiten des Atlantiks erst einen Crashtest machen, bevor sie
für den Verkehr freigegeben werden? Ich rechne fest damit, dass
wir bis Ende des Jahres erste überflüssige Regelungen
beseitigen können», wird er zitiert.
Verheugen ist als europäischer Vertreter in den neuen
transatlantischen Wirtschaftsrat bestellt, sein US-Kollege wird dem
Bericht der «Welt am Sonntag» zufolge der
Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, Allan Hubbard, sein.
(Quelle: ap)
EU laut Studie attraktivster Wirtschaftsraum der Welt
Sa.28.04.07 - Die Europäische Union ist nach wie vor der attraktivste
Wirtschaftsraum der Welt. Dies geht aus einer Befragung der
Unternehmensberatungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die am
Freitag beim informellen EU-Wettbewerbsrat in Würzburg vorgestellt
wurde. «50 Prozent der befragten Unternehmen stellen der EU immer
noch ein sehr gutes Zeugnis aus», sagte Deutschlands
Wirtschaftsminister und Ratspräsident Michael Glos.
Allerdings seien andere Wirtschaftsräume dabei
aufzuschließen: «Das liegt aber nicht daran, dass wir
schlechter geworden sind, sondern andere sind besser geworden»,
sagte Glos. Als Schlüssel zu weiteren Erfolgen nannte er die
Stärkung des europäischen Binnenmarktes und den Ausbau der
Wissensgesellschaft.
Der Studie zufolge sehen 50 Prozent der befragten 800 Unternehmen die
EU als eine der drei attraktivsten Wirtschaftsregionen. Ihre Position
als größter Empfänger ausländischer Investitionen
mit einem weltweiten Anteil von 45 Prozent konnte die EU demnach
behaupten.
Das Treffen der europäischen Wirtschaftsminister ist nach der
Runde der Forschungsminister der zweite Teil des EU-Wettbewerbsrats in
Würzburg. Glos dringt darauf, dass die EU ihre strengen
Subventionsregeln in solchen Fällen lockert, in denen sie mit
anderen Wirtschaftsmächten um die Ansiedlung großer
Industriebetriebe konkurriert. Gleichzeitig wünscht sich die
deutsche Ratspräsidentschaft internationale Regeln, um
Subventionswettläufe zu verhindern. Dem Vernehmen nach will
EU-Wettbewerskommissarin Neelie Kroes, die am (morgigen) Samstag in
Würzburg erwartet wird, jedoch an ihrer ablehnenden Haltung
festhalten.
Scharfe Kritik äußerte Glos an der spanischen Regierung
wegen deren Verhaltens bei der gescheiterten Übernahme des
spanischen Versorgers Endesa durch den deutschen Energiekonzern E.ON.
«Ich finde das nicht in Ordnung, wie man mit E.ON umgegangen
ist.» Weil es der spanischen Regierung gelungen sei, das
Verfahren in die Länge zu ziehen, seien Interventionen erfolgt,
die sonst nicht erfolgt wären.
«Es scheinen auch Absprachen dahinter zu sein. Ich halte dies
für ein Beispiel, wie man es in der Europäischen Union nicht
machen sollte», sagte Glos. Der Minister forderte schnellere
Vertragsverletzungsverfahren in der EU, damit die Unternehmen in
ähnlichen Fällen schneller Rechtssicherheit erhielten.
(Quelle: ap)
Airbus will 10 000 Stellen streichen
Sa.28.04.07 - Das Airbus-Management hat dem Konzernbetriebsrat seine Pläne
für die Einsparung von 10 000 Stellen in der Verwaltung
detailliert vorgelegt. Jetzt sollen Verhandlungen «auf nationaler
Ebene» mit den Gewerkschaftern folgen. Das erfuhr die
Nachrichtenagentur dpa aus Konzernkreisen.
Airbus hoffe auf eine Einigung in den nächsten zwei Monaten,
hieß es. Nach Angaben französischer Gewerkschafter sollen
allein in Hamburg 2317 Stellen der insgesamt 12 000 Arbeitsplätze
wegfallen. Der Stellenabbau erfolgt im Rahmen des Sanierungsprogramms
«Power8», das nach den milliardenschweren
Produktionsproblemen beim Großflugzeug A380 aufgelegt wurde.
Wie angekündigt, soll es die größten Einsparungen an
den beiden Hauptstandorten Hamburg und Toulouse geben. In Toulouse
einschließlich Saint-Eloi wolle Airbus 2168 Verwaltungsstellen in
den Werken sowie zusätzlich 946 in der Firmenzentrale streichen.
In Großbritannien in Filton sollen 1095 Arbeitsplätze
wegfallen, in Spanien in Getafe 334 Stellen. In Frankreich schlägt
Airbus für Saint-Nazaire 369, für Nantes 295 und für
Méaulte 192 Stellenstreichungen vor. Aus Konzernkreisen
hieß es zudem, in Nordenham gehe es «um die 150
Stellen».
«Wir können dazu nichts sagen, weil die Verhandlungen erst
noch auf europäischer Ebene laufen und erst in den nächsten
Wochen auf einzelne Standorte herunter gebrochen werden», sagte
Tore Prang, Sprecher Airbus Deutschland in Hamburg. Er könne aber
bestätigen, dass die Verhandlungsbasis für Hamburg der Abbau
von 2317 Stellen sei. Es habe am Freitag ein weiteres Treffen mit dem
europäischen Betriebsrat gegeben.
Von Airbus in Toulouse hieß es, es sei bei dem Treffen am Freitag
darum gegangen, die schon bekannte Gesamtzahl des Stellenabbaus konkret
den einzelnen Werken zuzuordnen. Zu den Zahlen für die einzelnen
Werke wurde keine Stellung genommen. 5000 der Stellen, die insgesamt
wegfallen sollen, sind feste Arbeitsplätze bei Airbus. Die
übrigen 5000 betreffen Zeitarbeiter oder Stellen bei
Vertragsfirmen in den Airbus-Werken.
Als «falsches Signal» hat die IG Metall Küste die
Zahlen zum Stellenabbau bei Airbus kritisiert. «Wir werden das in
Deutschland so nicht akzeptieren», sagte Daniel Friedrich von der
IG Metall Küste in Hamburg. «Ein solcher Personalabbau
bedeutet eine Leistungsverdichtung, die nicht hinnehmbar ist und auch
gar nicht funktionieren kann», meinte der Gewerkschafter.
«Wir werden uns gegen diese Pläne wehren»,
kündigte Friedrich an.
Angesichts einer Produktion auf Rekordniveau und prall gefüllter
Auftragsbücher will Airbus keine Arbeitsplätze in der
Fertigung streichen. Allerdings sollen die Produktionsstrukturen
durchrationalisiert und Doppelungen im Verwaltungsbereich abgebaut
werden. Einige Werke sollen auch an Partner abgegeben werden. Bis Mitte
Juli wolle Airbus für Werke wie Nordenham eine Lösung finden,
hieß es in Gewerkschaftskreisen.
(Quelle: dpa)
Deutschland
Wachstum treibt CO2-Emissionen weiter nach oben
Sa.28.04.07 - Wegen des unerwartet starken Wirtschaftswachstums wird es in
Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich zu einem höheren
Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid kommen. «Wir
rechnen 2007 im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg von knapp einem
Prozent», sagte die Klimaschutz-Expertin des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, der
«Berliner Zeitung» zufolge. Hauptverantwortlich sei der
zunehmende CO2-Ausstoß der Industrie und dabei insbesondere der
energieintensiven Branchen wie Chemie, Metall, Papier und Aluminium.
In absoluten Zahlen ausgedrückt gehen die Experten des DIW davon
aus, dass die Kohledioxid-Emissionen um etwas mehr als acht Millionen
Tonnen zunehmen. Damit werde sich das gesamte in Deutschland
verursachte CO2 von derzeit 878 Millionen Tonnen auf 886 Millionen
Tonnen erhöhen, wenn nicht genügend Klimaschutz betrieben
werde, wird Kemfert zitiert. Das DIW legt dem Bericht zufolge seiner
Berechnung ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent in Deutschland zu
Grunde.
Auch im Sachverständigenrat der Bundesregierung für
Umweltfragen geht man für 2007 von mehr Emissionen aus. «Ein
Anstieg ist wahrscheinlicher als ein Rückgang», sagte
Ratsmitglied Martin Jänicke nach Angaben der «Berliner
Zeitung».
Es wäre dem Bericht zufolge bereits das zweite Jahr in Folge, dass
die CO2-Emissionen trotz diverser von der Politik angeschobenen
Klimaschutzmaßnahmen steigen. Nach Berechnungen des
Umweltbundesamtes pusteten die Deutschen schon 2006 im Vergleich zum
Vorjahr mehr Kohlendioxid in die Luft.
(Quelle: ap)
Angestellte zu Jahresbeginn mit Reallohnverlust
Sa.28.04.07 - Trotz des kräftigen Aufschwungs haben Angestellte auch zu
Jahresbeginn reale Einkommensverluste hinnehmen müssen.
Die tariflichen Monatsgehälter lagen im Januar zwar um 1,4 Prozent
höher als vor einem Jahr. Die Lebenshaltung verteuerte sich aber
gleichzeitig mit 1,6 Prozent etwas stärker und zehrte den
Lohnzuwachs wieder auf, wie das Statistische Bundesamt am Freitag
mitteilte. Dagegen hatten Arbeiter real mehr in der Tasche, da ihre
tariflichen Stundenlöhne um 2,2 Prozent zulegten und damit
kräftiger als die Teuerung. 2005 und 2006 hatten sowohl Arbeiter
als auch Angestellte im Jahresschnitt reale Einkommensverluste erlitten.
Den höchsten Lohnzuwachs im Januar erhielten die Angestellten im
boomenden Maschinenbau mit 2,9 Prozent. Bei den Arbeitern stiegen die
Stundenlöhne im Verarbeitenden Gewerbe mit 3,2 Prozent am
kräftigsten. Über dem Schnitt lag auch das Plus für
Angestellte im Textilgewerbe mit 2,2 Prozent, im Bekleidungsgewerbe mit
1,8 Prozent und der Energieversorgung mit 1,6 Prozent. Keinen
Lohnzuwachs gab es dagegen für Arbeiter und Angestellte in der
Luftfahrt, bei den Eisenbahnen sowie bei Bund, Ländern und
Gemeinden.
Dem gewerkschaftsnahen Wirtschaftsforschungsinstitut IMK zufolge hat
die höhere Mehrwertsteuer zu den realen Einkommensverlusten vieler
Beschäftiger beigetragen. "Die Steuerbelastung wurde
größtenteils zu Jahresbeginn an die Verbraucher
weitergereicht", sagte IMK-Direktor Gustav Horn zu Reuters. Im
Jahresschnitt 2007 sei aber wegen höherer Tarifabschlüsse mit
einem leicht steigenden Reallohn zu rechnen. Er dürfte 2008 noch
einmal zulegen. "Es gibt eine Tendenz zu höheren Löhnen",
sagte Horn.
Für die Chemie-Industrie setzte die Gewerkschaft IG BCE eine
deutliche Lohnsteigerung von 3,6 Prozent durch. Die IG Metall fordert
für die 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und
Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr. Die bessere Lage am Arbeitsmarkt
lässt die Deutschen auf ein Ende der jahrelangen
Lohnzurückhaltung hoffen. Bei der April-Umfrage der Nürnberger
Konsumforscher GfK unter 2000 Verbrauchern stieg der Indikator für
die Einkommenserwartung auf höchsten Stand seit sechs Jahren.
(Quelle: rtr)
Metallindustrie vor Warnstreikwelle
Sa.28.04.07 - Mit massiven Warnstreiks will die Gewerkschaft IG Metall den Druck auf
die baden-württembergischen Arbeitgeber in der Tarifrunde
erhöhen. IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte am Freitag
in Leinfelden-Echterdingen: «Es wird nicht gekleckert, sondern
geklotzt.» Beschäftigte der Autobauer DaimlerChrysler,
Porsche, Audi und auch von Bosch seien zu mehrstündigen
Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Den Auftakt der Arbeitsniederlegungen sollen die Beschäftigten im
DaimlerChrysler-Werk im badischen Rastatt in der Nacht von Sonntag auf
Montag machen. Der Schwerpunkt der Aktionen soll am 2. und 3. Mai
stattfinden. Am kommenden Donnerstag findet in Sindelfingen die
fünfte Gesprächsrunde für die rund 800.000
Beschäftigten im Südwesten statt. Die Gespräche am 3. Mai
seien die letzte Chance, um in freien Verhandlungen ein Ergebnis zu
erzielen, sagte Hofmann. Eine sechste Verhandlungsrunde werde es nicht
geben. Am Donnerstagabend waren die Gespräche im Südwesten
ergebnislos vertagt worden.
Die Arbeitgeber bieten den deutschlandweit 3,4 Millionen
Beschäftigten der Branche bislang 2,5 Prozent mehr Geld sowie einen
Konjunkturzuschlag von 0,5 Prozent, der aber auf ein Jahr befristet
sein soll. Die Gewerkschaft beharrt dagegen auf ihrer Forderung nach
6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Hofmann sagte: «Wer angesichts
der florierenden Branche eine Lachnummer mit 2,5 Prozent als
Lösungsvorschlag bezeichnet und sich dann zurücklehnt und
nicht mehr bewegen will, darf sich anschließend über die
Folgen nicht beschweren.»
Am Freitag wollte der Vorstand des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall in
Hannover zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
(Quelle: ap)
Eklat im Bundestag: Demonstranten stören Sitzung
Sa.28.04.07 - Mit einer spektakulären Abseilaktion am Reichstagsgebäude in
Berlin und einem Sprung von der Tribüne des Plenarsaals im
Bundestag haben Demonstranten am Freitag für Aufsehen gesorgt.
Welche politischen Hintergrund die Proteste haben, war zunächst
unklar, sagte ein Bundestagssprecher.
Zwei Demonstranten seilten sich ihm zufolge an der Westseite des
Reichstags ab und enthüllten ein Plakat mit der Aufschrift
«Der Deutschen Wirtschaft» - in Anspielung auf die Widmung
über dem Hauptportal "Dem Deutschen Volke". Zwei andere hatten sie
von der Terrasse aus gesichert. Die Demonstranten wurden von der
Höhenrettung der Feuerwehr auf die Terrasse zurückgezogen.
Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zufolge belegt der
Vorfall die Gratwanderung zwischen dem Besucherinteresse am Parlament
und Problemen, die dadurch «immer mal auftreten
können».
An der Aktion seien insgesamt vier Menschen beteiligt gewesen, teilte
der Bundestag mit. Ihre Personalien wurden festgestellt. Mehrere
Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge waren Augenzeugen zufolge im Einsatz.
Wie die Demonstranten mit ihrer Ausrüstung auf das Dach kamen, war
nicht geklärt.
Zuvor hatte es einen Zwischenfall im Gebäude gegeben, bei dem vier
Menschen Papiergeldscheine von einer Besuchertribüne warfen und ein
Transparent mit der Aufschrift "Die Wünsche der Wirtschaft sind
unantastbar" entrollten. Anschließend sprangen sie wenige Meter
tief in das Plenum hinab. Sie blieben unverletzt und wurden von
Saaldienern aufgegriffen und der Polizei des Bundestages
überstellt. Auch der Hintergrund dieser Aktion ist der
Bundestagsverwaltung zufolge unklar.
Die Debatte im Bundestag über den Ausbau der Kinderbetreuung wurde
abgebrochen, allerdings nicht wegen des Eklats. Die Opposition setzte
zunächst eine so genannte Hammelsprung-Abstimmung durch, um die
Anwesenheit von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu
erzwingen. Während der Abstimmung sprangen dann die Demonstranten.
Der Hammelsprung ergab zwar eine Mehrheit gegen die Herbeirufung der
Ministerin. Der amtierende Präsident stellte aber gleichzeitig
fest, dass das Parlament mit weniger als 300 anwesenden Abgeordneten
nicht mehr beschlussfähig war. Er schickte daraufhin die
Parlamentarier ins Wochenende.
Bei einem Hammelsprung müssen die anwesenden Abgeordneten den
Parlamentssaal verlassen und durch getrennte Türen für
«Ja» oder «Nein» wieder betreten. Die Abstimmung
ergab schließlich 76 Stimmen dafür, dass von der Leyen ins
Plenum zitiert werden sollte. 192 Abgeordnete votierten dagegen.
Der für Sicherheitsfragen zuständige Parlamentarische
Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Bernhard
Kaster, forderte, die Sicherheit im Bundestag müsse
gewährleistet sein: «Es darf nicht sein, dass Störer von
der Zuschauertribüne einfach in den Plenarsaal des Deutschen
Bundestages springen oder sich abseilen können.» Lammert
sagte, die Vorstellung sei zwar verständlich aber nicht
wirklichkeitsnah, unter «Aufrechterhaltung liberaler
Umgangsformen» solche Zwischenfälle für immer
auszuschließen. Der Vorsitzende des Innenausschusses, Sebastian
Edathy (SPD), sagte der Berliner Tageszeitung «B.Z.»
(Samstag), der Ältestenrat des Bundestags sollte sich mit dem
Vorfall befassen.
(Quellen: dpa, ap)