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Irak am tausenddreiundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Blutvergießen im Irak hält an - Mindestens vierzig Tote
durch Anschläge und Gefechte. Extremisten drohen mit Tötung
entführter Sicherheitskräfte. Rotes Kreuz verstärkt
Hilfsmaßnahmen im Irak
Di.08.05.07 - Im Irak sind auch am Montag wieder zahlreiche Menschen der Gewalt zum
Opfer gefallen. Allein bei zwei Selbstmordanschlägen in der
Nähe der Stadt Ramadi wurden am Montag mindestens 20 Menschen
getötet, Dutzende wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der
erste Angriff wurde auf einem Markt verübt, der Attentäter
riss acht Menschen in den Tod.
Eine Viertelstunde danach brachte ein weiterer
Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto an einer
Straßensperre der Polizei zur Explosion. Dort wurden fünf
Menschen getötet, darunter zwei Polizisten. Ramadi liegt 115
Kilometer westlich von Bagdad und ist ein Zentrum der sunnitischen
Aufstandsbewegung im Irak.
Bei zwei Anschlägen in Bakuba wurden am Montag zwei Soldaten und
zwei Polizisten getötet. Bakuba gilt als Hochburg sunnitischer
Aufständischer. Fünf Menschen kamen bei einem Granatenangriff
im Stadtteil Baijaa im Westen Bagdads ums Leben. Zwei weitere Personen
wurden verletzt. Nahe Kirkuk wurde die Leiche eines Polizisten
entdeckt, sie wies Folterspuren auf.
Zu einem Selbstmordanschlag auf ein Rekrutierungszentrum der irakischen
Armee in Abu Ghraib mit 15 Toten bekannte sich die Gruppierung
Islamischer Staat Irak, die Verbindungen zu Al Kaida haben soll. In
einer Erklärung im Internet sprach die Gruppierung von mindestens
100 Toten als Folge des Anschlags vom Samstag. Zugleich warnte sie die
Iraker davor, sich den Streitkräften anzuschließen.
Eine Extremistengruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida hat
nach eigenen Angaben im Irak neun Sicherheitskräfte entführt.
Die fünf Soldaten und vier Polizisten würden getötet,
sollten nicht alle Sunnitinnen aus der Haft freigelassen werden,
erklärte die Gruppe Islamischer Staat des Iraks am Montag im
Internet. Auf der Website wurden Bilder der Männer
veröffentlicht. Wann sie verschleppt wurden, war nicht bekannt.
Am Wochenende kamen im Irak nach Angaben der Streitkräfte weitere
zehn US-Soldaten ums Leben. Sechs Soldaten von ihnen wurden bei einem
Bombenanschlag am Sonntag in der Provinz Dijala getötet, auch ein
russischer Journalist wurde bei der Explosion in den Tod gerissen.
Dabei handelt es sich um den 27-jährigen Fotografen Dmitri
Tschebotajew, wie die russische Ausgabe des Nachrichtenmagazins
«Newsweek» am Montag in Moskau mitteilte. Er war mit
US-Truppen zwischen Bagdad und Bakuba unterwegs.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verstärkt seine
Hilfsmaßnahmen im Irak. Zur Versorgung von etwa 660.000
bedürftigen Menschen mit Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten
sind nach Angaben des IKRK zusätzlich 35 Millionen Schweizer
Franken (21,3 Millionen Euro) notwendig. Damit beläuft sich das
Gesamtbudget für den Irak im Jahr 2007 auf 91 Millionen Franken
(55 Millionen Euro).
Die jordanische Regierung muss nach eigenen Angaben für die mehr
als 750.000 in Jordanien lebenden Flüchtlinge aus dem Irak
jährlich etwa eine Milliarde Dollar (0,7 Milliarden Euro)
aufbringen. Das gehe aus einer vorläufigen Erhebung der
jordanischen Statistikbehörde und der in Norwegen ansässigen
Fafo-Stiftung hervor, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am
Montag in Amman. Jordanien und Syrien beherbergen den Löwenanteil
der schätzungsweise zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Irak.
(Quellen: ap afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 08.05.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertneunundsiebzigstenTag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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UN-Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag tritt auf der Stelle
Di.08.05.07 - Die UN-Konferenz über eine Reform des Atomwaffensperrvertrags
tritt weiter auf der Stelle. Die iranische Delegation habe internen
Klärungsbedarf mit der eigenen Regierung angemeldet, teilten
Diplomaten mit. Diese warfen dem Iran eine bewusste
Verzögerungstaktik mit dem Ziel vor, die Konferenz zum Scheitern
zu bringen. Die Beratungen sollen frühestens am (heutigen)
Dienstag fortgesetzt werden. Nach bisheriger Planung soll die Konferenz
am Freitag zu Ende gehen.
Auch ein südafrikanischer Kompromissvorschlag konnte den Iran am
Montag nicht zum Einlenken bewegen. Die Vertreter Teherans wehren sich
seit Beginn der Konferenz vor einer Woche gegen eine Formulierung der
Tagesordnung, die die «Notwendigkeit der vollständigen
Einhaltung des Vertrags» bekräftigt.
Normalerweise werden alle Entscheidungen auf derartigen Konferenzen
einvernehmlich gefällt. Ist der Iran nicht zum Einlenken bereit,
könnte das zu dem Beschluss führen, das Treffen in Wien
vorzeitig zu beenden.
An der Konferenz nehmen Vertreter von 130 der 189 Unterzeichnerstaaten
teil. Sie sollten eigentlich Vorschläge für eine Reform des
Atomwaffensperrvertrags erarbeiten.
Im Atomwaffensperrvertrag (Nuclear Nonproliferation Treaty) haben sich
die Unterzeichnerstaaten verpflichtet, keine eigenen Atomwaffen
anzustreben. Genau dies wird dem Iran vorgeworfen, seit die Regierung
in Teheran ein Programm zur Anreicherung von Uran betreibt und trotz
einer gegenteiligen Resolution der Vereinten Nationen daran
festhält. Die offiziellen fünf Atommächte - die USA,
Russland, Großbritannien, Frankreich und China - verpflichten
sich in dem 1970 in Kraft getretenen Vertrag, auf eine nukleare
Abrüstung hinzuwirken. Nicht unterzeichnet wurde das Abkommen von
Indien, Pakistan und Israel.
(Quelle: ap)
Sri Lanka stellt Waffenstillstand mit Tamilen in Frage
Di.08.05.07 - Die Regierung von Sri Lanka hat sich für Neuverhandlungen
über den faktisch zusammengebrochenen Waffenstillstand im
Bürgerkrieg mit den tamilischen Rebellen ausgesprochen. Man
müsse den Tatsachen ins Auge schauen, sagte Regierungssprecher
Keheliya Rambukwella am Montag in Colombo. Das Abkommen von 2002 sei
immer wieder verletzt worden. Es sei jetzt Sache der norwegischen
Vermittler, die Zukunft der Vereinbarung mit den Rebellen zu besprechen.
Die srilankische Luftwaffe bombardierte am Montag nach
Militärangaben einen Stützpunkt der Befreiungstiger von Tamil
Eelam (LTTE) in Mullaitivu, einer Ortschaft im Norden des Inselstaats.
Bei heftigen Kämpfen in der vergangenen Woche kamen mindestens 32
Rebellen und vier Soldaten der Regierungstruppen ums Leben. Die LTTE
führt seit 1983 einen bewaffneten Kampf für einen eigenen
Staat im Nordosten von Ceylon.
(Quelle: ap)
Türkische Regierung strebt Verfassungsänderung an
Di.08.05.07 - Nach dem zweimaligen Scheitern der Wahl eines neuen türkischen
Staatspräsidenten dringt die islamisch-konservative
Regierungspartei AKP auf eine Verfassungsänderung. Sie strebt eine
Direktwahl des Präsidenten durch das Volk an.
Mit ihr soll die Amtszeit des Präsidenten von sieben auf fünf
Jahre verkürzt werden, außerdem soll das Staatsoberhaupt
für eine zweite Amtszeit kandidieren dürfen. Parlamentswahlen
sollen laut der Vorlage alle vier statt bisher alle fünf Jahre
abgehalten werden, und die für Abstimmungen notwendige Mindestzahl
anwesender Abgeordneter soll von 367 auf 184 gesenkt werden.
An diesem Quorum waren am 27. April und am Sonntag zwei Anläufe
zur Präsidentenwahl gescheitert. Abgeordnete säkularer
Parteien boykottierten die Abstimmungen, um eine Wahl des bisherigen
Außenministers Abdullah Gül von der AKP zu stoppen. Gül
erklärte daraufhin seinen Verzicht auf die weitere Kandidatur
für die Wahl im Parlament. Zugleich schlug er vor, den
Präsidenten vom Volk wählen zu lassen. Gül hat
angedeutet, dass er in diesem Fall erneut als Kandidat seiner Partei zur
Verfügung stünde. Er gehe davon aus, dass er dann 70 Prozent
der Stimmen erhalten werde, sagte Gül in einem Zeitungsinterview.
Gegen die Kandidatur eines AKP-Politikers sind in den vergangenen
Wochen mehrere hunderttausend Menschen auf die Straße gegangen.
Auch die sich als Hüter der säkularen Verfassung verstehenden
Streitkräfte haben ihre Sorge über eine mögliche
Islamisierung der Politik deutlich zum Ausdruck gebracht.
Als Reaktion auf die Krise bereitet Ministerpräsident Erdogan
für den 22. Juli eine Neuwahl des Parlaments vor. Aus seiner AKP
verlautete, sollte die Verfassungsänderung rechtzeitig
verabschiedet werden, könnte der Präsident am selben Tag
gewählt werden. Allerdings kann der scheidende Staatspräsident
Ahmet Necdet Sezer sein Veto gegen eine Verfassungsänderung
einlegen oder eine Volksabstimmung darüber anordnen.
(Quelle: ap)
Sarkozy ruft Franzosen nach Wahlsieg zur Einheit auf
Di.08.05.07 - Nach seinem Wahlsieg hat der künftige Präsident Frankreichs,
Nicolas Sarkozy, seine Landsleute zur Einheit aufgerufen. Er werde der
"Präsident aller Franzosen sein, und dies ausnahmslos", versprach
der konservative Politiker bei seiner Siegesfeier. Die Bürger
sollten die Hand ausstrecken und das Bild eines vereinten Frankreichs
zeigen. Sarkozy gewann die Stichwahl laut vorläufigem Ergebnis mit
53 Prozent der Stimmen, seine sozialistische Herausfordererin
Ségolène Royal kam auf 47 Prozent. In Paris und anderen
Städten kam es zu Zusammenstößen von Sarkozy-Gegnern und
Polizei.
Nach zwölf Jahren unter Präsident Jacques Chirac wählten
die Franzosen mit Sarkozy erneut einen konservativen Staatschef. Der
52-Jährige ist für fünf Jahre gewählt und will sein
Amt am 16. Mai antreten. Die Wahlbeteiligung erreichte mit
geschätzten 85 Prozent einen der höchsten Werte in der
Geschichte der Fünften Republik.
Der 52-jährige Sarkozy forderte auf der Place de la Concorde in
Paris die Menschen auf, "seid großzügig, tolerant,
brüderlich". Sie sollten die Hand ausstrecken und das Bild eines
vereinten Frankreichs zeigen, das niemanden außen vor lasse. Er
versprach seinerseits den Franzosen: "Ich werde Euch nicht
betrügen, ich werde Euch nicht belügen, ich werde Euch nicht
enttäuschen."
Er glaube "aufrichtig an Europa", sagte Sarkozy. Die EU-Partner sollten
aber "die Stimmen" und "die Wut der Völker" nicht ignorieren, "die
beschützt werden wollen", und Europa "als Trojanisches Pferd" im
Zuge der Globalisierung sähen. Die Franzosen hatte 2005 die
EU-Verfassung im Referendum abgelehnt.
Unterdessen setzt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf
eine gute Zusammenarbeit mit dem künftigen französischen
Präsidenten Nicolas Sarkozy. Sie habe Sarkozy zu seinem
"großartigen Wahlsieg" gratuliert, sagte Merkel. "Wir haben
darüber gesprochen, dass wir die deutsch-französische
Zusammenarbeit weiterführen, intensivieren werden", sagte die
Kanzlerin weiter, die zuvor mit Sarkozy telefoniert hatte. Dabei habe
sie dem Wahlsieger "alles Gute gewünscht für seine Aufgabe".
Weiter sagte Merkel: "Ich glaube es wird eine sehr gute Zusammenarbeit
mit ihm geben."
(Quelle: afp)
Erneut Unruhen in Frankreich nach Sarkozy-Wahlsieg
Di.08.05.07 - In Frankreich ist es die zweite Nacht in Folge zu gewaltsamen
Ausschreitungen aus Protest gegen den Sieg von Nicolas Sarkozy bei der
Präsidentschaftswahl gekommen. Mehrere hundert Menschen
versammelten sich am späten Montagabend auf der Pariser Place de
la Bastille, warfen Fensterscheiben ein und entzündeten Feuer.
Bei Krawallen waren in der Nacht zum Montag 270 Menschen festgenommen
worden. Auf dem Bastille-Platz und am Gare de Lyon lieferten sich
mehrere hundert Autonome eine Straßenschlacht mit
Sicherheitskräften, die Polizei setzte Tränengas und
Wasserwerfer ein. Die Demonstranten bewarfen die Beamten mit
Pflastersteinen. Landesweit gingen nach Angaben des Innenministeriums
etwa 10.000 Sarkozy-Gegner auf die Straßen.
Zusammenstöße mit der Polizei gab es auch in Lyon, Toulouse,
Rennes und Nantes.
(Quelle: ap)
EU-Kommission erwartet in Deutschland deutlich höheres Wachstum
Di.08.05.07 - Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die EU und ganz
besonders für Deutschland kräftig nach oben korrigiert. Die
Wirtschaft in Deutschland werde in diesem Jahr um 2,5 Prozent wachsen
und damit fast so stark wie im vergangenen Jahr mit 2,7 Prozent, teilte
die Behörde in ihrer Frühjahrsprognose mit. Für 2008
erwartet die Kommission demnach ein Wachstum von immer noch 2,4 Prozent.
In ihrer Herbstprognose war die EU-Kommission noch von einem Zuwachs in
Deutschland von nur 1,2 Prozent in diesem und 2,0 Prozent im kommenden
Jahr ausgegangen. Von beständigen Investitionen der Wirtschaft und
einem erstarkten privaten Konsum profitiert laut Kommission die ganze
EU. Gegenüber ihrer Herbstprognose geht die Behörde inzwischen
von etwa einem halben Prozentpunkt mehr Wachstum aus: Danach wird das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr in allen 27 Mitgliedstaaten
der EU um 2,9 Prozent zunehmen und sich im nächsten Jahr mit 2,7
Prozent nur leicht abschwächen.
Profitieren vom Aufschwung wird demnach der Arbeitsmarkt: Für
Deutschland erwartet die Kommission einen Rückgang der
Arbeitslosenquote auf 7,3 Prozent in diesem und auf 6,5 Prozent im
kommenden Jahr. In der EU insgesamt soll sie auf 7,2 Prozent in diesem
Jahr und auf 6,7 Prozent im nächsten zurückgehen.
Entlastung erwartet die EU-Kommission auch für die
öffentlichen Haushalte. In Deutschland soll der am BIP gemessene
Fehlbetrag in diesem Jahr nur noch bei 0,6 Prozent liegen und 2008
weiter auf 0,3 Prozent sinken. Im Mittel der Eurozone, für deren
Mitgliedstaaten der Stabilitätspakt die Defizitgrenze bei drei
Prozent zieht, soll das Minus in diesem Jahr noch 1,0 Prozent und 2008
noch 0,8 Prozent betragen. Deutschland hatte bis 2005 jahrelang zu den
"Defizitsündern" gehört. In der Spitze betrug es 2003 ein
Minus von 4,0 Prozent.
(Quelle: afp)
ALG-II-Empfänger erhalten bald zwei Euro mehr
Di.08.05.07 - Empfänger von Arbeitslosengeld II erhalten ab Juli zwei Euro mehr
im Monat. Die Regelleistung steigt von 345 auf 347 Euro, wie die
"Saarbrücker Zeitung" berichtet. Hintergrund des Anstiegs ist
demnach die Kopplung an die Rentenerhöhung, die Ende April vom
Bundeskabinett beschlossen wurde. Dadurch erhöht sich das
Arbeitslosengeld II ebenfalls um 0,54 Prozent. Eine Sprecherin des
Bundesarbeitsministeriums bestätigte dies: "Es wird eine kleine
Erhöhung geben", sagte sie der Zeitung.
(Quelle: afp)
DGB-Chef Sommer für Einführung sozialer Mindeststandards
Di.08.05.07 - DGB-Chef Michael Sommer hat die Einführung sozialer
Mindeststandards gefordert, um die Situation von Arbeitnehmern weltweit
zu verbessern. Wie Sommer am Montag beim G-8-Arbeitsministertreffen in
Dresden berichtete, verdienen rund 80 Prozent der Weltbevölkerung
weniger als zwei Dollar am Tag, 1,4 Milliarden Menschen haben
überhaupt keine Arbeit.
Mit der sozialen Dimension der Globalisierung müssten sich auch
die Regierungschefs der G-8-Staaten im Juni bei ihrem Treffen in
Heiligendamm befassen, forderte Sommer. Politik müsse einen
gesetzlichen Rahmen schaffen, um zum Beispiel Kinderarbeit zu verbieten
und die Vereinigungsfreiheit von Gewerkschaften zu sichern.
Der DGB-Chef warnte davor, dass sich das soziale Klima weiter
verschlechtere. Die Regierungen hätten es versäumt dafür
zu sorgen, dass Arbeitnehmer einen gerechten Anteil am
Wirtschaftswachstum erhielten. Von den Globalisierungsgewinnen
profitierten vor allem Wohlhabende und Reiche. Der Mehrzahl der
Arbeitnehmer werde dagegen ihr Anteil am Wirtschaftswachstum
vorenthalten.
Der DGB-Chef bekräftigte seine Forderung nach der Einführung
eines Mindestlohns von 7,50 Euro in Deutschland. «In Europa haben
wir ihn schon in 20 Ländern, sagte Sommer der AP. Ob der
Mindestlohn auf einen Schlag komme, wisse er nicht, aber «wir
brauchen ihn jetzt und zwar sofort und in allen Branchen.» Die
Entscheidung liege bei den Koalitionspartnern, betonte Sommer. Der DGB
werde in jedem Fall seinen Druck aufrechterhalten.
(Quelle: ap)
Hessischer Ministerpräsident Koch entfacht neue Debatte über
Kündigungsschutz
Di.08.05.07 - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat eine neue Debatte
über eine Lockerung des Kündigungsschutzes entfacht.
«Nur ein deutlich verringerter Kündigungsschutz kann einige
hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze schaffen»,
schrieb der CDU-Politiker in einem Beitrag für die Montagausgabe
der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Bei seinen
Parteikollegen stieß er damit auf gespaltene Reaktionen.
Eine Flexibilisierung des Kündigungsschutzes, die die
Beschäftigungsaussichten verbessere, sei ein Gebot der
Gerechtigkeit, schrieb Koch. Vor der CDU-Präsidiumssitzung am
Montag in Berlin verteidigte er seinen Vorstoß. «Ich glaube,
dass klar bleiben muss, dass in der Bundesrepublik nach wie vor zu
viele Menschen ohne Arbeit sind», sagte er vor Journalisten. Nur
mit Veränderungen auch im Kündigungsschutzrecht könnten
Hunderttausende zusätzlich in Arbeit gebracht werden. «Wir
müssen uns ein Stück bewegen. Das System, das wir derzeit
haben, ist zu starr.»
Es gebe sehr pragmatische Vorschläge, sagte Koch. Als Beispiel
nannte er die Option, am Anfang einer Beschäftigung über
Kündigungsschutz oder Abfindung zu entscheiden.
Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann
kritisierte den Vorstoß Kochs, «weil wir zurzeit keine
Debatte über den Kündigungsschutz in Deutschland
brauchen». Man könne nicht den Kündigungsschutz
liberalisieren und die Arbeitslosenversicherung lassen wie sie ist,
betonte der CDU-Politiker. «Wenn, dann muss man beide Themen
zusammen diskutieren.»
Unterstützung erhielt Koch vom thüringischen
Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU). Wenn die SPD sich bei dem
Thema bewegen würde, «dann wäre das gut für den
Arbeitsmarkt», sagte er.
(Quelle: ap)
Bundespräsident lehnt Gnadengesuch für Christian Klar ab
Di.08.05.07 - Bundespräsident Horst Köhler hat eine Begnadigung des
ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar abgelehnt. "Der
Bundespräsident hat entschieden, von einem Gnadenerweis für
Herrn Christian Klar abzusehen," teilte das Bundespräsidialamt mit.
Der Entscheidung hätten unter anderem Stellungnahmen der
Bundesjustizministerin, der Generalbundesanwältin sowie ein
kriminalprognostisches Gutachten zugrunde gelegen. Der
Bundespräsident habe darüber hinaus zahlreiche Gespräche
geführt, abschließend in der vergangenen Woche auch mit Klar.
Köhler lehnte außerdem das Gnadengesuch der ehemaligen
RAF-Terroristin Birgit Hogefeld ab. Der Bundespräsident sehe sich
nicht in der Lage, ihrem Gnadengesuch "derzeit - im vierzehnten Haftjahr
- zu entsprechen". "Der Bundespräsident wird jedoch zu gegebener
Zeit erneut und von Amts wegen über das Gesuch befinden",
hieß es in der Erklärung weiter.
(Quelle: afp)
Deutsches Klimaziel laut Studie ohne Atomkraft erreichbar
Di.08.05.07 - Die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung sind nach einer neuen
Studie auch ohne Atomkraft erreichbar - allerdings zu einem
höheren Preis für Wirtschaft und Verbraucher. So käme
eine Minderung der deutschen Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020
mittels verstärktem Ausbau der erneuerbaren Energien um rund 4,5
Milliarden Euro teurer als mit unbefristeter Nutzung der Atomkraft.
Dies geht aus einer von der Regierung angeforderten Studie des
Prognos-Instituts und des Energiewirtschaftlichen Instituts der Uni
Köln hervor, die am Montag in Berlin bekannt wurde. Die Regierung
ließ mit Blick auf den Energiegipfel im Juli drei Szenarien
rechnen: die schlichte Umsetzung der Vereinbarungen im
Koalitionsvertrag - also Beibehaltung des Atomausstiegs; ein forcierter
Ausbau der erneuerbaren Energien; und drittens die Abkehr vom
Atomausstieg mit Laufzeiten von bis zu 60 Jahren für die
verbliebenen 17 deutschen Meiler.
Heraus kam, dass die Umsetzung des Koalitionsvertrags allein schon bis
zu 39,1 Prozent Minderung beim Kohlendioxid bis 2020 im Vergleich zu
1990 bringen könnte. In dem Szenario würde der Anteil von
Ökostrom und -wärme am Primärenergieverbrauch 13,4
Prozent erreichen. Der Strompreis für Privathaushalte würde
von heute 19,5 auf 19,6 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2020 wachsen.
Im zweiten Szenario würde der Ausbau von erneuerbaren Energien
noch stärker forciert als bislang vorgesehen: auf 16,8 Prozent
Anteil am Primärenergieverbrauch im Jahr 2020. Der Strompreis
würde dann bei 20,5 Cent je Kilowattstunde liegen. Der Mehrpreis
für die Volkswirtschaft summiert sich gegenüber dem
«Koalitions-Vertrags-Szenario» auf 4,6 Milliarden Euro.
Dafür würde das selbst gesetzte deutsche 40-Prozent-Ziel
übererfüllt: 41,3 Prozent Minderung würden erreicht.
Im «Atomszenario» kämen sogar 45,3 Prozent Minderung
zu Stande. Der Strompreis läge bei nur 18,4 Cent im Jahr 2020. Die
Mehrkosten würden sich gegenüber der einfachen Umsetzung des
Koalitionsvertrags auf 100 Millionen Euro belaufen. Alle drei Szenarien
gehen von einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz aus. Beim
«Atomszenario» fiele diese aber mit 13,4 Prozent wegen
geringeren Spardrucks deutlich kleiner aus als beim
«Koalitions-Vertrags-Szenario» (17 Prozent).
Das Umweltministerium sieht die Studienergebnisse positiv. Nun sei
belegt, dass das 40-Prozent-Ziel auch ohne Atomkraft erreichbar sei,
hieß es in Ministeriumskreisen. Das Szenario zum verstärkten
Ausbau der Erneuerbaren sei unter dem Gesichtspunkt der neuen
EU-Ausbauziele realistisch, denn Brüssel erwarte von Deutschland
etwa 16 bis 18 Prozent Anteil am Primärenergiebedarf. Den
Strompreisvorteil beim Atomszenario erachtet das Ministerium als
minimal. Ein Unterschied von einem Cent je Kilowattstunde sei ein guter
Preis dafür, das inhärente Unfall- und Terrorrisiko zu
beseitigen.
(Quelle: ap)