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Irak am tausendfünfundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Mindestens neunzehn Tote bei Anschlag im Nordirak. USA mahnen politische
Fortschritte im Irak an. Iran will USA bei Entwerfen von
Rückzugsstrategie aus Irak helfen
Do.10.05.07 - Ein Selbstmordattentäter hat am Mittwoch in der nordirakischen
Stadt Erbil mindestens 19 Menschen mit in den Tod gerissen. Rund 80
Menschen wurden bei der Explosion der Autobombe verletzt, fünf
davon lebensgefährlich. Der Anschlag ereignete sich vor dem
Innenministerium der autonomen Region Kurdistan.
Der Attentäter sprengte sich in Erbil in einem Lastwagen in die
Luft. Ein Sprecher des Gouverneurs erklärte, Ziel des Anschlags sei
das Innenministerium gewesen. Das kurdische Fernsehen zeigte Aufnahmen
des fast völlig zerstörten Gebäudes. Auch das
nahegelegene Hauptquartier der kurdischen Sicherheitskräfte wurde
beschädigt.
Das 350 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Erbil ist die
Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan, die bislang weniger von
Gewalt betroffen war als andere Landesteile. Der letzte
größere Anschlag in Erbil liegt mehr als drei Jahre
zurück: Am 1. Februar 2004 töteten zwei
Selbstmordattentäter bei Angriffen auf kurdische Parteibüros
109 Menschen.
Angesichts der fortgesetzten Gewalt im Irak machen die USA weiter Druck
auf die Führung in Bagdad, um die Versöhnung zwischen den
Konfliktparteien voranzutreiben. US-Vizepräsident Dick Cheney
räumte bei einem vorher nicht angekündigten Besuch in der
irakischen Hauptstadt am Mittwoch ein, dass der Irak ein
gefährlicher Ort sei. Die Regierung scheine aber zu verstehen,
dass sie mehr zur Überwindung der religiösen und politischen
Spannungen tun müsse, sagte er auf einer Pressekonferenz in der
US-Botschaft.
«Ich denke, die irakische Führung begreift, dass es in ihrem
wie in unserem Interesse ist, Fortschritte an der politischen Front zu
machen», sagte Cheney. Er war zuvor mit Ministerpräsident
Nuri al-Maliki zusammengetroffen. Von UN-Befehlshaber General David
Patraeus ließ er sich außerdem aus erster Hand über
die Lage im Irak informieren. Kurz vor der Pressekonferenz Cheneys
wurde die streng gesicherte Grüne Zone, in der sich das
Regierungsviertel und die US-Botschaft befinden, von einer heftigen
Explosion erschüttert. Die Wucht der Detonation ließ die
Scheiben der Botschaft erzittern. Reporter, die den
Vizepräsidenten begleiteten, wurden vorübergehend an einen
anderen Ort gebracht. Die Gespräche des Vizepräsidenten seien
aber nicht gestört worden, sagte Cheneys Sprecherin Lea Anne
McBride.
Die USA warfen unterdessen dem Iran vor, einige sunnitische
Aufständische im Irak in ihrem Kampf gegen die
US-Streitkräfte zu unterstützen. Der Sprecher der US-Truppen
im Irak, Generalmajor William Caldwell, berief sich auf
glaubwürdige Geheimdienstinformationen. Näher
äußerte er sich nicht dazu.
Der Iran ist nach Angaben eines ranghohen Politikers dazu bereit, die
USA beim Entwerfen einer Rückzugsstrategie aus dem Irak zu
unterstützen. "Der Einmarsch war eine Katastrophe, der Rückzug
sollte nicht katastrophal sein", sagte Vize-Außenminister Abbas
Araghtschi der britischen Zeitung "Financial Times" (Mittwochausgabe).
Der Minister sprach sich nicht für einen sofortigen Abzug der
US-Truppen und ihrer Verbündeten aus. Dies würde zu Chaos und
Bürgerkrieg führen. Es müsse aber einen Plan geben.
Durch die Besatzung sei der Irak in einen "Teufelskreis" geraten. Die
ausländischen Truppen rechtfertigten ihre Anwesenheit mit dem
Argument, einen "Krieg gegen den Terror" zu führen, die
"Terroristen" wiederum sähen sich als Kämpfer gegen die
Besatzer.
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 10.05.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshunderteinundachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Mindestens 21 Zivilisten bei Luftangriff in Afghanistan getötet
Do.10.05.07 - Bei einem Luftangriff zur Unterstützung einer US-Spezialeinheit
sind im Süden Afghanistans mindestens 21 Zivilpersonen getötet
worden, wie der Gouverneur der Provinz Helmand am Mittwoch sagte.
Taliban-Kämpfer hätten bei Kämpfen im Bezirk Sangin in
Häusern von Bewohnern Zuflucht gesucht, sagte Gouverneur
Assadullah Wafa. Unter den Toten des Luftangriffs seien auch Frauen und
Kinder, sagte er.
Ein US-Militärsprecher, Major William Mitchell, erklärte, ihm
lägen keine Berichte über zivile Opfer vor. Es sei aber eine
«bedeutende» Anzahl feindlicher Kämpfer getötet
worden. Ein Bewohner des betroffenen Gebiets erklärte, fünf
Häuser seien in dem Dorf Soro bei dem Luftangriff zerstört
worden. Dabei seien 38 Menschen getötet und mehr als 20 verletzt
worden. Der Bezirk Sangin ist eines der Zentren der Opium-Produktion in
Afghanistan.
Erst tags zuvor hatten sich die US-Truppen dafür entschuldigt,
dass Marineinfanteristen im März bei einem Einsatz 19 Zivilisten
getötet und 50 verwundet hatten. Die betroffenen Familien bekommen
eine Entschädigung. Die Soldaten hatten wahllos um sich geschossen,
nachdem neben ihrem Konvoi eine Bombe explodiert war.
Bei den Kämpfen wurde auch wieder ein Soldat der US-geführten
Koalitionstruppen getötet. Zur Nationalität des Getöteten
wurde zunächst nichts mitgeteilt, es handelte sich aber vermutlich
um einen US-Soldaten. Seit Jahresbeginn sind in Afghanistan damit 48
Soldaten der NATO- und Koalitionstruppen ums Leben gekommen.
Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministers Des Brown
unterstützt der Iran möglicherweise die radikalislamischen
Taliban in Afghanistan. Es gebe Hinweise darauf, dass Teheran die
NATO-Truppen dort «durch Stellvertreter» angreifen wolle,
sagte Brown am Dienstag vor dem Verteidigungsausschuss des Unterhauses
in London. Der Iran habe schon «anderswo in der Region die
Konfrontation mit uns und den Vereinigten Staaten und anderen
NATO-Mitgliedern gesucht, und es gibt Hinweise, dass sie das gleiche in
Afghanistan tun», erklärte Brown. Die USA und
Großbritannien haben dem Regime in Teheran mehrfach vorgeworfen,
Aufständische im Irak zu unterstützen.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Weltbank kritisiert israelische Barrieren im Westjordanland
Do.10.05.07 - Behinderungen von Seiten Israels machen nach Einschätzung der
Weltbank eine Erholung der palästinensischen Wirtschaft
unmöglich. Die finanzielle Situation der Palästinenser werde
sich erst entspannen, wenn Israel auf physische Hindernisse wie
Straßensperren und Behinderungen in der Verwaltung verzichte,
heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.
Für Palästinenser sei der Zugang zu schätzungsweise mehr
als der Hälfte des Westjordanlands begrenzt, und größere
Straßen dürften sie auf der Länge von rund 700
Kilometern nicht benutzen.
Im Westjordanland normal Geschäfte zu führen sei extrem
schwierig, erklärte der für Israel und die Autonomiegebiete
zuständige Weltbank-Direktor David Craig. Ein nachhaltiges Wachstum
der palästinensischen Wirtschaft sei abhängig davon, dass
Israel diese Hindernisse beseitige.
Die Barrieren gingen mitunter über das erklärte Ziel der
Regierung hinaus, Sicherheit für Israel zu garantieren, und dienten
auch dem Ausbau jüdischer Siedlungen, heißt es in dem
18-seitigen Bericht weiter. Die Zahl der Siedler im Westjordanland nahm
demnach zwischen 2001 und 2005 um 5,5 Prozent pro Jahr zu - in Israel
betrug das Bevölkerungswachstum dagegen lediglich 1,8 Prozent
jährlich. In 121 Siedlungen im Westjordanland leben laut Weltbank
derzeit rund 250.000 Israelis, das sind rund doppelt so viele wie 1994.
Obwohl Israel im November 2005 zugesagt habe, die
Reisebeschränkungen für Palästinenser zu lockern, gebe es
inzwischen mehr Barrieren, heißt es in dem Bericht weiter. Ihre
Zahl stieg demnach um 44 Prozent auf 547. Das Westjordanland sei in
zehn Enklaven zerstückelt, und nur über israelische
Kontrollstellen könne von einer in die andere gereist werden.
(Quelle: ap)
Afrikanische Regierungschefs rufen zu Investitionen auf
Do.10.05.07 - Die nordwestafrikanischen Staaten Niger und Togo haben die
Industrieländer aufgefordert, Afrika nicht nur seine Schulden zu
erlassen, sondern auch auf dem Kontinent zu investieren. Der bisherige
Schuldenerlass habe die Not in seinem Land nicht behoben, sagte Nigers
Regierungschef Hama Amadou am Dienstag in Berlin nach einem Treffen zur
Vorbereitung des G-8-Gipfels. Investitionen könnten den armen
Ländern dagegen helfen, aus ihren natürlichen Ressourcen
Nutzen zu ziehen. Er nannte die großen Uranvorkommen seines Landes
als Beispiel dafür, wie Afrikanern der Profit am Rohstoffreichtum
entgehe, den internationale Firmen fördern und im Ausland
weiterverarbeiten. Amadou war mit seinem togolesischen Kollegen Yawovi
Agboyibo in Berlin.
(Quelle: afp)
Beitritt aller Staaten zur Chemiewaffenkonvention gefordert
Do.10.05.07 - Zehn Jahre nach Verabschiedung des Vertrags zum Verbot von Chemiewaffen
hat der Direktor der zuständigen Organisation alle noch nicht dem
Abkommen beigetretenen Staaten zur Unterzeichnung aufgerufen. Es sei
nicht zu akzeptieren, dass die Nahoststaaten der Konvention weiter fern
blieben, sagte Rogelio Pfirter, Direktor der Organisation für das
Verbot Chemischer Waffen (OPCW), am Mittwoch vor einer Feierstunde zum
Jubiläum in Den Haag.
Im Beisein von Diplomaten aus den meisten der 182 Mitgliedsstaaten
weihte Königin Beatrix der Niederlande vor der OPCW-Zentrale in
Den Haag ein Mahnmal für die Opfer von Chemiewaffen ein. Die
Chemiewaffenkonvention trat am 29. April 1997 in Kraft.
Ägypten, Syrien und der Libanon haben das Abkommen bisher
ebensowenig unterzeichnet wie Nordkorea. Die drei arabischen Staaten
verlangen, dass ein Verbot von Chemiewaffen Teil eines umfassenden
Vertrags zur Ächtung von Massenvernichtungswaffen sein müsse,
der auch die Atomrüstung in Israel einschließe. Israel habe
die Konvention zwar unterzeichnet, lehne aber unter Hinweis auf die
Situation in der Region die Ratifizierung ab, erklärte Pfirter.
«Ich kann all diese Argumente nicht akzeptieren», sagte der
OPCW-Direktor vor Journalisten. Auch der Irak, Somalia und Angola haben
das Abkommen noch nicht unterzeichnet.
(Quelle: ap)
Belgien entschuldigt sich für Judendeportation im Krieg
Do.10.05.07 - Belgiens Regierungschef Guy Verhofstadt hat sich erneut für die
Rolle seines Landes bei der Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg
entschuldigt. Es sei ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Landes,
sagte Verhofstadt bei einer Feier zum 62-jährigen Kriegsende. "Nur
wenn wir die Verantwortung der damaligen Regierung anerkennen,
können wir eine Zukunft errichten, in der so etwas nie wieder
geschieht." Er hoffe, dass die rund 5600 Entschädigungszahlungen,
die Opfer oder ihre Angehörigen beantragt hätten, bis Ende des
Jahres ausgezahlt würden.
Es war das dritte Mal, dass Verhofstadt sich öffentlich für
die Deportation belgischer Juden in der NS-Zeit entschuldigte. Ein von
der Regierung in Auftrag gegebener Bericht hatte im Februar
festgestellt, dass das Verhalten der belgischen Behörden seinerzeit
"einer Demokratie unwürdig" gewesen sei. Demnach kam Belgien im
Jahr 1940 dem Antrag der Nationalsozialisten nach, die jüdische
Bevölkerung namentlich aufzulisten; ab 1942 mussten die Juden in
allen belgischen Städten außer Brüssel und Lüttich
den Judenstern tragen.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten in Belgien
schätzungsweise 56.000 Juden. Etwa 25.000 von ihnen, also fast die
Hälfte, wurden während des Krieges ins Konzentrationslager
Auschwitz gebracht. Nur rund 1200 von ihnen überlebten. Insgesamt
töteten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg rund sechs
Millionen europäische Juden.
(Quelle: afp)
Frankreich: Sarkozy wegen Kurzurlaub auf Industriellenjacht unter
Beschuss
Do.10.05.07 - Wegen eines Kurzurlaubs auf der Jacht eines befreundeten Industriellen
ist der künftige französische Staatspräsident Nicolas
Sarkozy nur drei Tage nach seiner Wahl unter heftigen Beschuss geraten.
Ein «skandalöses und unbescheidenes Verhalten» warf
ihm eine sozialistische Exministerin am Mittwoch vor, er habe die
einfachen Menschen schockiert. Die gewaltsamen Anti-Sarkozy-Proteste
dauerten an. In der Nacht zum Mittwoch gingen wieder 200 Autos in
Flammen auf, wie das Innenministerium bekannt gab. An einer Pariser
Universität beschlossen 300 Studenten wegen der Wahl Sarkozys
einen Streik.
Dieser war am Montag mit seiner Frau Cécilia und seinem
zehnjährigen Sohn im Privatjet des Milliardärs Vincent
Bolloré nach Malta geflogen. Dort entspannte er sich zweieinhalb
Tage auf dessen Jacht. So kurz nach der Wahl habe noch kein
Präsident seinen Geschmack am Geld und an der Geschäftswelt
zur Schau gestellt, sagte der Wahlkampfsprecher der Sozialistin
Ségolène Royal, Vincent Peillon. Die frühere
sozialistische Justizministerin Elisabeth Guigou warnte vor einem
Interessenkonflikt.
Sarkozy setzte sich auf Malta zur Wehr: Er habe nicht die Absicht, sich
zu entschuldigen, sagte er. Er habe nach dem harten Wahlkampf eine
Pause benötigt, die Jacht habe ihm die Möglichkeit geboten,
dem Druck der Medien zu entkommen. Zudem finde die Amtsübergabe
durch Jacques Chirac erst in acht Tagen statt.
Er kenne Vincent Bolloré seit zwanzig Jahren, erklärte
Sarkozy weiter. Einen Interessenkonflikt gebe es nicht, da die Gruppe
Bolloré niemals mit dem Staat zusammengearbeitet habe. Der
Geschäftsmann, der ein Papier- und Medienimperium mit 33.000
Mitarbeitern leitet, betonte, er habe Sarkozy und dessen Familie als
Privatpersonen eingeladen. Die Kosten der Minikreuzfahrt samt Anflug im
Privatjet betragen laut der Zeitung «Libération»
rund 70.000 Euro.
Zu neuen gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sarkozy-Gegnern und
der Polizei wie in den beiden vorangegangenen Nächten kam es in
der Nacht zum Mittwoch nicht. Sonntagnacht steckten Jugendliche und
junge Erwachsene in Paris und anderen Städten insgesamt 730 Autos
in Brand, 592 Personen wurden verhaftet. In der zweiten Nacht waren es
noch 373 Autos und 160 Festnahmen, in der dritten Nacht sank die Zahl
der Verhaftungen auf 80. Anders als bei den Unruhen vor eineinhalb
Jahren, als vor allem Jugendliche aus Einwandererfamilien in den
Trabantenstädten randalierten, ging die Gewalt diesmal
hauptsächlich von Autonomen aus.
Innenminister François Baroin nannte die Ausschreitungen
«nicht hinnehmbar». Politische Einstellungen müssten
an der Wahlurne ausgedrückt werden, nicht auf der Straße,
sagte er dem Radiosender France-Info. Sarkozy hatte die Wahl am Sonntag
mit 53,1 Prozent klar vor der Sozialistin Ségolène Royal
gewonnen. Bei einer Vollversammlung an der Universität Tolbiac in
Paris beschlossen 300 Studenten und Sarkozy-Gegner die Blockade ihrer
Hochschule.
(Quelle: ap)
Bei EU-Verfassung droht Konflikt um Rechte nationaler Parlamente
Do.10.05.07 - Im Kampf um die EU-Verfassung droht einem Zeitungsbericht zufolge ein
Konflikt um die künftigen Rechte der nationalen Parlamente. Die
Niederlande, Polen und Tschechien forderten die Einführung einer
«Roten Karte» für die Volksvertretungen der 27
EU-Staaten, berichtet das «Handelsblatt» (Mittwochausgabe)
unter Berufung auf Brüsseler EU-Diplomaten. Nach den Vorstellungen
in Den Haag, Warschau und Prag solle jeder Gesetzgebungsvorschlag der
EU-Kommission automatisch gescheitert sein, wenn ein Drittel der
nationalen Parlamente dagegen protestiert.
Damit wollten die drei Mitgliedstaaten das Subsidiaritätsprinzip
in der EU stärken. Es besagt, dass die Gemeinschaft lediglich
solche Aufgaben übernehmen soll, die nicht ebenso gut auf
nationaler Ebene geregelt werden können.
Die Niederländer hatten 2005 wie die Franzosen in einem Referendum
die EU-Verfassung abgelehnt. Die derzeitigen Regierungen in Polen und
Tschechien gelten als besonders EU-skeptisch.
(Quelle: ddp)
Deutschland
Bundesweite Razzia gegen linke G-8-Gegner
Do.10.05.07 - Mit einer bundesweiten Razzia wegen Terrorverdachts ist die Polizei am
Mittwoch gegen linke Gruppen aus dem Spektrum der G-8-Gegner
vorgegangen. In Hamburg, Berlin, im Berliner Umland und in Bremen wurden
seit dem Morgen Büros und Privaträume durchsucht, wie
Sprecher der "Gipfelsoli Infogruppe" und von "Campinski" mitteilten. Die
Bundesanwaltschaft schaltete sich ein, da der Verdacht eines
terroristischen Hintergrunds bestehe, sagte eine Sprecherin mit Blick
auf die Durchsuchung des autonomen Kulturzentrums "Rote Flora" in
Hamburg. Die Gipfelgegner wiesen den Terrorvorwurf zurück.
Nach Angaben der Gipfelgegner ist der Durchsuchungsbeschluss
ausgestellt mit Verweis auf den Paragrafen 129a und lautet auf "Bildung
einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G-8-Gipfels". Die
Auswahl an linken Wohnprojekten und Infrastruktur mache deutlich, dass
die Ermittlungen als Vorwand genommen würden, um wahllos gegen die
linke Mobilisierung vorzugehen, hieß es in einer Erklärung.
Hintergrund seien womöglich Ermittlungen zu diversen
Sachbeschädigungen, die mit Bezug zum G-8-Gipfel verübt
worden seien. Festnahmen habe es aber zunächst nicht gegeben. Doch
habe die Polizei eine Liste von 15 Personen, die gesucht würden,
sagte ein Sprecher der "Gipfelsoli Infogruppe".
Die von der Bundesanwaltschaft geleitete Durchsuchung der "Roten Flora"
in Hamburg dauere seit dem Morgen an, sagte eine Sprecherin. Die einst
als Konzerthaus erbaute und seit 1989 besetzte "Rote Flora" gilt als
Treffpunkt der linksextremistischen Szene in Hamburg. In Berlin waren
nach Angaben von G-8-Gegnern mindestens sieben Wohnungen und
Büroräume betroffen, darunter das Künstlerhaus Bethanien
und das Kulturzentrum Mehringhof. In der Gegend um Bernau in Brandenburg
richtete sich die Durchsuchung nach Angaben der Gipfelgegner
anscheinend gegen Anti-Gentechnik-Aktivisten. Nähere Informationen
liegen aber bislang noch nicht vor.
Die Durchsuchungen richteten sich vor allem gegen Gruppierungen, die
keine Forderungen an die G-8-Staaten stellten, sondern die G-8 als
Institution rundherum ablehnten, hieß es in der Erklärung der
Gipfelgegner weiter. Der Sprecher der "Gipfelsoli Infogruppe" verwies
auf Vorfälle wie Farbbeutel-Würfe aus den vergangenen Wochen.
Die Durchsuchungen würden nur vorgenommen, um Material für
weitere Ermittlungen zu sammeln. Er betonte mit Blick auf die Polizei:
"Der Fahndungsdruck ist hoch."
Gegen mehr als 20 Personen wurden Ermittlungsverfahren wegen Bildung
einer terroristischen Vereinigung eingeleitet, wie die Behörde am
Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Sie werden verdächtigt, das
Treffen der Staats- und Regierungschefs mit Brandanschlägen
stören zu wollen und bereits mehrere Taten verübt zu haben.
Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft konzentrieren sich auf zwei
Gruppen von G-8-Gegnern aus dem militanten linksextremistischen Umfeld.
«Wir ermitteln gegen 21 namentlich Bekannte und weitere
unbekannte Personen», sagte Sprecherin Petra Kneuer in Hamburg.
Da man umfangreiches Datenmaterial gesichert habe, werde die Auswertung
einige Zeit dauern, erst in mehreren Wochen sei mit ersten Ergebnissen
zu rechnen.
Vor allem geht es um bereits verübte Anschläge. Insgesamt
legen die Ermittler den Globalisierungsgegnern zwischen 2005 und 2007
rund 40 Anschläge zur Last. Dazu zählen ein Brandanschlag auf
das Auto von Finanzstaatssekretär Thomas Mirow in Hamburg und die
Beschädigung eines Berliner Sozialgerichts mit einem
Molotow-Cocktail. Mit insgesamt 25 gehen die meisten Taten auf das
Konto der «militanten gruppe». Die Bundesanwaltschaft will
mit der Aktion aber auch weitere Aktionen verhindern. «Wir
erhoffen uns zu erfahren, wenn weitere Anschläge geplant
sind», sagte Kneuer.
«Festnahmen im Zusammenhang mit unserer Aktion gab es
keine», sagte Kneuer. Die Hamburger Polizei habe allerdings im
Zusammenhang mit der Durchsuchung des alternativen Kulturzentrums
«Roten Flora» 18 Störer festgenommen. Das Gebäude
im Hamburger Schanzenviertel gilt als wichtiger Anlaufpunkt für
G-8-Gegner.
Mit Empörung und Unverständnis reagierten Vertreter der
linken Szene und linker Parteien auf die Razzia. Grünen-Chefin
Claudia Roth erklärte, es dürfe keine Kriminalisierung und
keine gezielte Einschüchterung von G-8-Gegnern geben, die ihren
Protest gewaltfrei organisieren wollten.
Die stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei.PDS, Katja
Kipping, warnte ebenfalls davor, die Proteste gegen den G-8-Gipfel zu
kriminalisieren. Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) sprach von
gezielten Einschüchterungen. Das Netzwerk Friedenskooperative
nannte die Durchsuchungen «unsachgemäß und
unverhältnismäßig».
In zahlreichen Städten Deutschlands haben am Abend insgesamt mehr
als 6000 Gegner des G8-Gipfels in Heiligendamm gegen die
Großrazzia protestiert. Während es in Hamburg bei einer
Demonstration von 2000 Aktivisten der linken Szene zu Ausschreitungen
mit mehreren Verletzten kam, blieb es in Berlin weitgehend friedlich.
Dort hatten sich laut Polizei rund 3000 Protestierer versammelt. Auch
in Köln, Hannover und Göttingen verliefen die Märsche
durch die Innenstädte friedlich.
Unterdessen ordnete Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble an, aus
Sicherheitsgründen vor und während des Gipfels an den Grenzen
zu den EU-Nachbarländern wieder Kontrollen durchgeführt
werden können. Sie würden lageabhängig erfolgen und
sollten die Anreise potenzieller Straf- und Gewalttäter
verhindern. «Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Gefahren
durch gewalttätige Globalisierungsgegner», teilte
Schäuble in Berlin mit.
Der Gipfel der acht führenden Wirtschaftsnationen findet vom 6.
bis 8. Juni im Ostseebad Heiligendamm statt. Auf vergangenen Gipfeln,
etwa in Genua 2001, war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen
Sicherheitskräften und militanten Demonstranten gekommen.
(Quellen: afp, ap, dpa)
Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger will in
Testphase Kündigungsschutz aussetzen
Do.10.05.07 - Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther
Oettinger hat sich dafür ausgesprochen, den Kündigungsschutz
in Deutschland während einer Testphase auszusetzen. «Mein
Vorschlag wäre, dass wir die Probe aufs Exempel machen und
zunächst befristet für drei Jahre auf den stringenten
Kündigungsschutz in Deutschland verzichten», sagte der
CDU-Politiker der «Financial Times Deutschland»
(Donnerstagausgabe).
«Sollten die erwarteten positiven Effekte in Form von mehr
Arbeitsplätzen nicht eintreten, können wir gern zu den
bisherigen Regeln zurückkehren», sagte er weiter. Oettinger
stützt damit den Vorschlag seines hessischen Amtskollegen Roland
Koch. Der hatte am Montag mit dem Verweis auf das dänische Modell
gefordert, den Kündigungsschutz zu lockern und dafür das
Arbeitslosengeld I aufzustocken, das im ersten Jahr der
Arbeitslosigkeit gezahlt wird.
«Ich bin überzeugt, dass gerade jetzt bei weiter anziehende
Konjunktur von den Unternehmen noch mehr Arbeitsplätze geschaffen
würden, wenn es bei Neueinstellungen, insbesondere in kleinen und
mittleren Betrieben in den ersten zwei bis drei Jahren keinen
Kündigungsschutz gäbe», sagte Oettinger. Als Beispiel
nannte auch er Dänemark, wo Vollbeschäftigung herrsche.
(Quelle: ap)
Das Stammzell-Gesetz steht wieder auf dem Prüfstand
Do.10.05.07 - Das umstrittene Stammzell-Gesetz steht auf dem Prüfstand: In einer
Anhörung erklärten am Mittwoch 24 Experten dem
Forschungsausschuss des Bundestags, warum sie dieses Gesetz für
richtig oder falsch halten. Dies könnte der Anfang vom Ende der
Stichtagsregelung sein, nach der nur embryonale Stammzell-Linien
eingeführt werden dürfen, die vor dem 1. Januar 2002
hergestellt wurden.
Während die FDP für eine Verschiebung des Stichtags eintritt
und einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt hat, sind die
Grünen mehrheitlich dagegen. Die Regierungsparteien zeigen sich
uneins. Die SPD-Abgeordnete Ulla Burchart, Vorsitzende des
Forschungsausschusses, sagte laut «Süddeutscher
Zeitung», die Forscher müssten «sehr plausibel und
überzeugend» ihre Änderungswünsche vorbringen. Dann
halte sie es für möglich, dass der Stichtag verschoben werde.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hielt sich in der Debatte bislang
zurück. Doch sie gilt als Befürworterin einer
importfreundlichen Linie und forderte Experten auf, entsprechende
Vorschläge zu unterbreiten.
Sogar der evangelische Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber,
hält mittlerweile eine Verschiebung des Stichtags auf Ende 2005
für denkbar. Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) zeigte sich
zuletzt dafür ebenfalls offen. Laut «Spiegel» wolle
sie den Stichtag nur «vom Grundsatz her auf keinen Fall
aufgeben».
Das im Jahr 2002 verabschiedete «Gesetz zur Sicherstellung des
Embryonenschutzes im Zusammenhang mit Einfuhr und Verwendung
menschlicher embryonaler Stammzellen» ist für viele deutsche
Wissenschaftler zu einem Ärgernis geworden. Das deutsche Regelwerk
hänge sie vom internationalen Fortschritt ab. Die vor dem 1. Januar
2002 gewonnenen und importierten Stammzellen seien der «totale
Schrott», sagte beispielsweise der Molekularbiologe am Deutschen
Krebsforschungszentrum Heidelberg, Werner Franke, dem
«Spiegel». Wer mit dem Material in der Petrischale arbeite
und dann Forschungsergebnisse publiziere, werde international nicht mehr
ernst genommen. Das Gesetz sei nur noch hinderlich.
Zum einen ist es problematisch, überhaupt an Material zu gelangen.
In Deutschland wird die «missbräuchliche Verwendung»
von Embryonen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.
Deswegen müssen die Stammzellen aus Schweden oder den USA
importiert werden, wo die Gesetze liberaler sind. Viele der vor dem 1.
Januar 2002 gewonnenen Zellen sind zudem mittlerweile aufgebraucht oder
mit Viren belastet. Wer aus Arbeiten mit solchen Stammzellen dennoch
allgemein gültige Schlüsse ziehe, mache sich angreifbar,
berichtete der «Spiegel».
So hoffen viele Forscher auf eine Gesetzesnovelle, die ihnen zum einen
den Import frischer Stammzellen und zum anderen mehr Rechtssicherheit
ermöglicht. Schon im Dezember verlangte die Deutsche
Forschungsgemeinschaft eine Reform des Gesetzes, da das Land ansonsten
den Anschluss an die Spitzenforschung verliere. Die Verunsicherung unter
Wissenschaftlern sei enorm, deutsche Forscher würden auf diese
Weise von vielen Projekten ausgeschlossen. Allein die Europäische
Union fördere mit 50 Millionen Euro in den nächsten Jahren
internationale Kooperationen, bei denen Deutsche deshalb nur selten
mitmachen könnten.
Das Thema hatte bereits vor Jahren schon einmal Politiker und Fachleute
gespalten. Auf der einen Seite standen vor allem die Kirchenvertreter,
für die bereits Embryonen im frühesten Stadium Leben sind. Auf
der anderen Seite standen Befürworter wie der heutige
Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze. Der
hielt es laut «Spiegel» «sogar für ein
christliches Gebot», für neue Heilungsmethoden die Chancen
der Stammzellforschung zu nutzen.
(Quelle: ap)