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Irak am tausendachtundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
Fünf Soldaten bei Angriff auf US-Patrouille getötet. Mehr als
zwanzig Tote bei Selbstmordanschlägen in Bagdad. Schiiten
plädieren für Sicherheitsabkommen mit US-Truppen
So.13.05.07 - Bei einem Angriff auf eine US-geführte Militärpatrouille im
Süden der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Samstag fünf
Soldaten getötet und drei offenbar verschleppt worden. Die Attacke
habe sich am frühen Morgen rund zwanzig Kilometer westlich der
Stadt Mahmudija erreignet, sagte der Sprecher der US-Armee, General
William Caldwell. Die angegriffene Einheit habe aus sieben US-Soldaten
und einem irakischen Übersetzer bestanden. Ob der Iraker unter den
Getöteten war, blieb zunächst unklar.
US-geführte Truppen seien in weniger als einer Stunde am Ort des
Überfalls gewesen und hätten mit der Suche begonnen. Es seien
Straßensperren errichtet worden und die Armee werde nicht
aufhören, nach den Vermissten zu suchen, sagte Caldwell weiter.
Zudem seien Hubschrauber im Einsatz. Irakische Sicherheitskräfte
teilten mit, einen mutmaßlichen Terroristen in Mahmudija
erschossen zu haben. Darüber, ob der Vorfall mit dem Angriff auf
die US-Truppen im Zusammenhang stand, gab es zunächst keine
Angaben.
Mahmudija ist rund dreißig Kilometer südlich von Bagdad
gelegen und gilt als eine Hochburg von Aufständischen im Irak. Die
Stadt liegt in einem landläufig als "Todesdreieck" bezeichneten
Gebiet. Obwohl US-Soldaten im Irak beinah täglich Opfer von
Angriffen werden, sind Entführungen relativ selten. Im Januar
waren vier US-Soldaten in der Provinz Kerbala von Aufständischen
entführt und getötet worden.
Bei zwei Selbstmordanschlägen in Bagdad sind am Freitag mindestens
23 Menschen in den Tod gerissen worden. Die mit Sprengstoff beladenen
Autos explodierten am Abend kurz hintereinander in dem überwiegend
von Schiiten bewohnten Stadtviertel Safaranija im Südosten der
irakischen Hauptstadt. Unter den Toten waren mehr als zehn Polizisten,
etwa 60 Menschen wurden verletzt. Die Anschläge ereigneten sich
nahe der Dijala-Brücke über den Tigris. Diese wurde stark
beschädigt.
Der US-Kommandeur im nördlichen Irak, Generalmajor Benjamin Mixon,
erklärte unterdessen, ihm stünden nicht genügend Soldaten
zur Verfügung, um in der Unruheprovinz Dijala für Ruhe und
Ordnung zu sorgen. Er benötige deshalb dringend Verstärkung.
Der irakischen Regierung warf Mixon vor, «die mächtigste
Waffe» gegen die Aufständischen nicht einzusetzen -
nämlich eine funktionierende Verwaltung und angemessene
Dienstleistungen.
Unterdessen hat die größte Partei der irakischen Schiiten
ein neues Sicherheitsabkommen zwischen der Regierung und den
US-geführten Koalitionstruppen vorgeschlagen. Darin müssten
die Befugnisse beider Seiten geklärt werden, betonte Abdul Asis al
Hakim, der Chef des Obersten Rates für die islamische Revolution
im Irak (SCIRI), am Samstag vor Journalisten in Bagdad. Beobachter
werteten dies als Zeichen einer wachsenden Unzufriedenheit mit der
Rolle der USA im Irak.
Al Hakim hat wiederholt kritisiert, dass das Vorgehen der US-Truppen
gegen sunnitische Aufständische die Arbeit der irakischen
Sicherheitskräfte behindere, die besser mit der Szene vor Ort
vertraut seien. Gleichwohl hat er sich gegen einen sofortigen Abzug der
ausländischen Soldaten ausgesprochen. Als Hakim erklärte am
Samstag ferner, seine Partei werde sich in Oberster Islamischer Rat des
Iraks umbenennen. Der Verzicht auf den Begriff «Revolution»
trage der neuen politischen Lage Rechnung.
Der «New York Times» vom Samstag zufolge sind in den
vergangenen vier Jahren große Mengen irakischen Erdöls
offenbar illegal abgezweigt worden. Täglich seien zwischen 100.000
und 300.000 Barrel nicht verbucht worden, schrieb die Zeitung unter
Berufung auf einen neuen Bericht der US-Regierung. Bei einem
Durchschnittspreis von 50 Dollar (37 Euro) pro Barrel (159 Liter)
würde dies bedeuten, dass den offiziellen Stellen täglich
Einnahmen zwischen fünf und 15 Millionen Dollar entgangen sein
dürften.
(Quellen: ap, afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 13.05.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertvierundachtzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Afghanisches Parlament setzt Außenminister im Streit mit Iran ab
So.13.05.07 - Das afghanische Parlament hat am Samstag Außenminister Rangin
Dadfar Spanta
Der Beschluss der Volksvertretung wurde damit begründet, dass der
im vorigen Jahr von Präsident Hamid Karsai ernannte Minister zu
wenig getan habe, um die Abschiebung afghanischer Flüchtlinge aus
dem Iran zu stoppen. Das Nachbarland hat allein im April fast 50.000
Afghanen des Landes verwiesen, die sich unerlaubt in dem Nachbarland
aufhielten. Afghanistan hatte die Islamische Republik vergeblich
aufgerufen, die Abschiebung zu stoppen, da das Land mit dem Strom der
Rückkehrer überfordert sei.
(Quelle: rtr)
Mindestens elf Tote bei Unruhen in Pakistan
So.13.05.07 - Straßenkämpfe zwischen Regierungs- und
Oppositionsanhängern haben am Samstag in der pakistanischen Stadt
Karachi mindestens elf Menschen das Leben gekostet. Mehr als 70 weitere
seien verletzt worden, verlautete aus Polizeikreisen. Überall in
der Stadt waren Schüsse zu hören. Bewaffnete Anhänger der
regierungstreuen Partei Vereinigte Volksbewegung (MQM) hätten
Fernsehaufnahmen von den Unruhen verhindern wollen und des Gebäude
des privaten Senders Aaj beschossen, berichtete dessen Leiter, Arshad
Zubairi. Nach Behördenangaben waren 15.000 Sicherheitskräfte
in der Stadt im Einsatz.
Auslöser der seit Wochen andauernden Unruhen ist die Absetzung des
Obersten Richters Iftikhar Mohammed Chaudhry durch Präsident Pervez
Musharraf Anfang März. Chaudhry war am Samstagmorgen zu einer
weiteren Protestveranstaltung in Karachi eingetroffen. Die Regierung
wirft dem Richter Amtsmissbrauch vor, seine Anhänger betrachten
die Absetzung dagegen als politisch motiviert.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Israel zu 'ernsthaften Gesprächen' über Friedensplan bereit.
Israelische Außenministerin Livni kündigt weitere
Gebietsräumungen im Westjordanland an
So.13.05.07 - Israel ist zu "ernsthaften Gesprächen" mit Vertretern der
Arabischen Liga über den arabischen Friedensplan für den Nahen
Osten bereit. "Wir müssen uns hüten, diese Gelegenheit zu
verpassen", sagte der stellvertretende israelische Regierungschef,
Schimon Peres, nach Angaben des Militärradios. "Wenn die arabische
Seite ernsthafte Vorschläge vorlegt, wird Israel im Gegenzug seine
eigenen Vorschläge vorlegen, um ernsthafte Verhandlungen zu
führen und eine gemeinsame Grundlage zu finden", betonte Peres.
Der Friedensplan, der auf eine Initiative Saudi-Arabiens
zurückgeht und im März beim Gipfel der Arabischen Liga in Riad
neu ins Rollen gebracht worden war, sieht die Normalisierung der
Beziehungen mit Israel, dessen Rückzug aus den besetzten Gebieten,
die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates
sowie die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge vor.
Die israelische Regierung sieht in der Initiative positive Elemente,
lehnt eine eventuelle Rückkehr palästinensischer
Flüchtlinge nach Israel aber entschieden ab.
Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat einen weiteren
Rückzug aus dem besetztem Westjordanland in Aussicht gestellt.
Damit solle die Errichtung eines unabhängigen
palästinensischen Staates gefördert werden, sagte die
Kadima-Politikerin am Samstag in einem Interview der ägyptischen
Zeitung «Al Ahram». Fortschritte auf diesem Gebiet
würden allerdings dadurch behindert, dass moderate
palästinensische Politiker die militanten Kräfte nicht in
Schach halten könnten.
«Ich kann versichern, dass Gaza nicht der letzte Schritt
war», sagte Livni mit Bezug auf den israelischen Abzug aus dem
autonomen Küstenstreifen im Sommer 2005. «Wir wollen die
Palästinenser nicht kontrollieren.» Die Politikerin, die
Ministerpräsident Ehud Olmert als Chefin der Kadima-Partei
ablösen will, ließ in dem Interview allerdings offen, wann
ein weiterer Rückzug Israels aus dem Westjordanland anstehen
könnte.
Verteidigungsminister Amir Perez sprach sich derweil gegen weitere
Militäroperationen im Gazastreifen aus. Diese würden nur als
letztes Mittel erfolgen, sagte der Vorsitzende der Arbeitspartei bei
einer Kundgebung in der Stadt Holon. Aus dem Küstenstreifen werden
immer wieder Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert.
(Quellen: afp, ap)
Bolivien: Morales will
Verstaatlichung der Energieindustrie fortsetzen
So.13.05.07 - Der bolivianische Präsident Evo Morales hat angekündigt,
seine Politik der Verstaatlichung von Öl- und Gasindustrie
fortzusetzen. «Wir haben die Arbeit noch nicht beendet»,
erklärte er am Samstag bei einer Zeremonie zur Übernahme von
zwei Ölraffinerien, die bislang einem brasilianischen Konzern
gehörten. Die Regierung hatte diese Woche eingewilligt, von dem
brasilianischen Staatsunternehmen Petroleo Brasileiro zwei Raffinerien
für umgerechnet rund 83 Millionen Euro zurückzukaufen. Am
Freitag kündigte sie an, die Mehrheit an den bolivianischen
Aktivitäten von weiteren vier ausländischen Unternehmen
erwerben zu wollen. Morales hatte im vergangenen Jahr einen Erlass zur
Verstaatlichung der bolivianischen Öl- und Gasindustrie
verkündet. Nach mehrmonatigen Verhandlungen wurde
ausländischen Unternehmen erlaubt, im Land zu bleiben, wenn sie
eine Mehrheit ihres Geschäfts in Bolivien an den Staat verkaufen.
(Quelle: ap)
Russland stärkt Kontrolle über Energie-Exportwege
So.13.05.07 - Russland, Turkmenistan und Kasachstan haben ein Pipeline-Abkommen
geschlossen, das die Kontrolle Moskaus über die zentralasiatischen
Energie-Exportwege stärkt. Die Vereinbarung vom Samstag sieht den
Bau einer Pipeline an der Küste des Kaspischen Meeres vor, durch
die turkmenisches Erdgas über Kasachstan und Russland in den Westen
geliefert werden soll. Das Abkommen ist ein Rückschlag für
die Bemühungen der Europäer und der USA nach mehr
Unabhängigkeit von der Ölversorgung aus dem Nahen Osten und
Gaslieferungen, die nicht unter russischer Kontrolle stehen. Mit dem Bau
der Pipeline folge man einem turkmenischen Wunsch, sagte der russische
Präsident Wladimir Putin nach der Bekanntgabe der
Übereinkunft in der turkmenischen Hauptstadt. Bis 2012 soll die
Pipeline eine Kapazität für die Durchleitung von 20 Milliarden
Kubikmeter Gas erreichen, wie Putin weiter sagte. Turkmenistan ist nach
Russland der zweitgrößte Erdgasproduzent in der
früheren Sowjetunion und verfügt über die
fünftgrößten Erdgasvorkommen weltweit.
(Quelle: ap)
EU bedauert Scheitern der Klimakonferenz in New York
So.13.05.07 - Deutschland und die EU haben bedauert, dass die UN-Klimakonferenz in
New York aus europäischer Sicht gescheitert ist. Die UN-Kommission
über Nachhaltige Entwicklung sei nicht in der Lage gewesen, sich
auf einen anspruchsvollen Text zu Energie, Klima, Luftverschmutzung und
industrielle Entwicklung zu einigen, erklärte Deutschlands
Umweltminister Sigmar Gabriel am Samstag in Berlin. Die Welt erwarte
von den Vereinten Nationen konkrete Schritte zur Bekämpfung der
Folgen des Klimawandels, erklärte Gabriel.
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte, die Herausforderungen
des Klimawandels, der sicheren Energieversorgung und der
Luftverschmutzung stellten sich heute deutlicher als noch vor fünf
Jahren. «Sie verlangen von der Politik stärkere und
ehrgeizigere Verpflichtungen», sagte Dimas. Deshalb sei es
schade, dass die Kommission den Erwartungen nicht gerecht geworden sei.
Die EU sei aber überzeugt, dass die Kommission genau das richtige
Forum sei, um nachhaltige Entwicklung auf globaler Ebene
voranzubringen. «Die Europäische Union hat sich daher
während der vergangenen zwei Wochen unermüdlich dafür
eingesetzt, dass über eine inhaltlich aussagefähige
Verständigung verhandelt wird», erklärte Gabriel
zugleich in seiner Eigenschaft als Vertreter der
EU-Präsidentschaft. Doch sei dies nicht gelungen.
Die EU hat sich der Mitteilung zufolge auf der Konferenz unter anderem
für konkrete Zeitziele beim Ausbau erneuerbarer Energien
eingesetzt. Auch für ein internationales Abkommen zur
Energieeffizienz und die Einbeziehung der Energiepolitik in die
nationale Planung ab dem Jahr 2010 habe man geworben, erklärte
Gabriel.
(Quelle: ap)
EU will radikale Imame ausfindig machen
So.13.05.07 - Die sechs größten EU-Staaten haben sich am Samstag hinter
Pläne der Brüsseler Kommission gestellt, im Kampf gegen den
Terror die Moscheen länderübergreifend einer Bestandsaufnahme
zu unterziehen. EU-Innenkommissar Franco Frattini sagte nach einer
Konferenz in Venedig, im Rahmen des Projekts solle die Rolle der Imame,
ihre Ausbildung, ihre Fähigkeit, sich in der Landessprache
auszudrücken, und die Finanzierung der Moscheen untersucht werden.
Für Deutschland nahm Innenminister Wolfgang Schäuble an der
Konferenz teil, auch US-Heimatschutzminister Michael Chertoff kam nach
Venedig. Der italienische Ressortchef Guiliano Amato sagte, Europa habe
reichlich Erfahrung mit dem «Missbrauch von Moscheen, die anstatt
Orte des Gottesdienstes zu sein, für andere Zwecke gebraucht
werden». Das EU-Projekt soll Imame ausfindig machen, die einen
radikalen Islam predigen.
Die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens,
Italiens, Spaniens und Polens äußerten sich zudem besorgt
über den Drogenschmuggel. Sie wollen mit afrikanischen Staaten
zusammenarbeiten, um eine neue Kokain-Route von Kolumbien über
Afrika nach Europa zu unterbinden. So sollen in Lissabon und Gibraltar
zwei Stützpunkte eingerichtet werden, von denen aus der Kampf
gegen den Drogenhandel koordiniert wird.
(Quelle: ap)
Deutschland
Koalition einigt sich auf Erbschaftssteuerreform
So.13.05.07 - Die Spitzen der Koalitionsfraktionen haben sich auf eine Reform der
Erbschaftssteuer geeinigt. Wie die Nachrichtenagentur ddp aus
Koalitionskreisen erfuhr, verständigten sich Unions-Fraktionschef
Volker Kauder (CDU), CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer und der
SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck am Samstag auf einen gemeinsamen
Entschließungsantrag.
Demnach soll die Reform «mindestens das gegenwärtige
Steueraufkommen der Länder sicherstellen». «Hohe
Vermögensübertragungen müssen entsprechend der
Leistungsfähigkeit zum Steueraufkommen beitragen»,
heißt es in dem Entschließungsantrag für den Bundestag
weiter. Die Vermögensübertragung «in einem gewissen
Umfang» insbesondere auf Ehegatten und Kinder - wie die
Übertragung privat genutzten Wohneigentums - solle
«weitgehend steuerfrei bleiben».
Union und SPD machen damit zugleich den Weg für die geplante
Unternehmenssteuerreform frei. Zwischen beiden Vorhaben bestehe ein
«enger Zusammenhang», heißt es in dem Text. Beide
Vorhaben dienten dem Ziel, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu
stärken, Arbeitslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen und die
Besteuerung nach Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.
Die Erbschaftsteuer sei als Ergänzung zur Einkommensteuer
«richtig, denn sie knüpft auch an den Zuwachs von
Leistungsfähigkeit des Erben an», heißt es weiter.
Daher solle an einer Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen
festgehalten werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf, der die Vorgaben
des Bundesverfassungsgerichts umsetzt, solle rechtzeitig innerhalb der
gesetzten Frist verabschiedet werden.
Bei der Übertragung von Unternehmen hält die große
Koalition dem Entschließungsantrag zufolge an einem
Kabinettsbeschluss fest, wonach die Erbschaftssteuer reduziert werden
und nach zehn Jahren der Unternehmensfortführung entfallen soll.
(Quelle: ddp)
Verhärtete Fronten bei Mindestlohn
So.13.05.07 - Die CDU hat Hoffnungen auf eine rasche Einigung mit der SPD über
Mindestlöhne gedämpft. «Ich glaube nicht, dass wir am
Montag schon eine Lösung zum Mindestlohn hinbekommen
werden», sagte der Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, Volker
Kauder, vor der Sitzung des Koalitionsausschusses der «Welt am
Sonntag».
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Kurt Beck wollen nach
Informationen der Zeitung bei einem Gespräch bereits an diesem
Sonntag im Kanzleramt nach einer Lösung suchen.
Merkel wolle den SPD-Vorsitzenden in Sachen Mindestlohn dabei für
eine Ausweitung des Entsendegesetzes gewinnen, schreibt das Blatt und
beruft sich auf Regierungskreise. Damit blieben Mindestlöhne auf
bestimmte Branchen beschränkt. Das würde Plänen von
Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) widersprechen. «Ich
möchte den Mindestlohn möglichst schnell beschließen -
und zwar komplett, also inklusive Auffang-Mindestlohn für die
Fälle, wo es tariflich nicht klappt», sagte Müntefering
der «Welt am Sonntag». Das Arbeitnehmer- Entsendegesetz
müsse für alle Branchen geöffnet werden. «Wir
müssen Löhne verhindern, die so niedrig sind, dass derjenige,
der Vollzeit arbeitet, davon nicht leben kann und der Staat ersatzweise
über Sozialtransfers Löhne indirekt zahlen muss.»
Kauder verwies auf die Möglichkeit, das Entsendegesetz
auszuweiten. Damit könnten bestehende tarifliche Lohnuntergrenzen
nicht nur auf deutsche, sondern auch auf ausländische Arbeitnehmer
ausgedehnt werden. Der Tarifausschuss entscheide, ob tarifliche
Mindestlohnstrukturen allgemein verbindlich würden. Dazu
müssten mindestens 50 Prozent der Betriebe tarifgebunden sein.
«Unter diesen Voraussetzungen sind wir bereit, weitere Branchen
ins Entsendegesetz aufzunehmen.» Im Gegensatz zu Müntefering
schloss Kauder nicht aus, niedrige Einkünfte weiter mit
Sozialleistungen aufzustocken.
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla schlug im Nachrichtenmagazin
«Focus» vor: «Wir legen fest, dass der niedrigste
Lohn, der in einem gültigen Tarifvertrag vereinbart ist, nirgends
unterschritten werden darf. Dann würde die Lohnfindung weiter den
Tarifparteien obliegen.» Zugleich bekräftigte er: «Der
gesetzliche Einheitsmindestlohn, der Hunderttausende Arbeitsplätze
vernichtet, kommt für uns nicht in Frage.»
DGB-Chef Michael Sommer lehnte einen Mindestlohn unter 7,50 Euro strikt
ab. Diese Höhe sei die «unterste Grenze des
Erträglichen und nicht verhandelbar», sagte der Vorsitzende
des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) der «Neuen
Osnabrücker Zeitung» (Samstag). Stundenlöhne von
teilweise drei Euro nannte er «inhuman und eine abgrundtiefe
Blamage für die soziale Marktwirtschaft».
Sommer unterstütze den Vorschlag Merkels, in bestimmten Branchen
Tariflöhne für allgemein verbindlich zu erklären. In
vielen Branchen sei dies jedoch nicht möglich, weil entweder die
Arbeitgeber «und in manchen Fällen auch die
Gewerkschaften» nicht ausreichend organisiert seien.
Ministerpräsidenten der CDU warnten Merkel vor zu großen
Zugeständnissen an die SPD. «Das Wort der Kanzlerin gilt -
einen gesetzlichen Mindestlohn wird es mit uns nicht geben»,
sagte Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus dem
«Focus». Ebenso äußerte sich Bayerns
Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) in der
«Wirtschaftswoche».
(Quelle: dpa)
Union will Kontrolle der Geheimdienste reformieren
So.13.05.07 - Die Union will die Kontrolle der deutschen Geheimdienste auf eine neue
Grundlage stellen. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel»
berichtete am Samstag vorab, das geheim tagende Parlamentarischen
Kontrollgremiums (PKG) aus neun Abgeordneten der Fraktionen solle um
einen vom Bundestag bestellten Geheimdienstbeauftragten erweitert werden.
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU)
wurde mit den Worten zitiert, der Geheimdienstbeauftragte müsse als
«verlängerter Arm der Abgeordneten» mit besonderen
Befugnissen ausgestattet werden. Eigene wissenschaftliche Mitarbeiter,
ein ständiges Büro und das Recht auf Akteneinsicht sollen
danach eine effizientere Kontrolle der Nachrichtendienste
ermöglichen.
Außerdem wolle die Union präzisieren, in welchen Fällen
die Abgeordneten von den Behörden unterrichtet werden müssen.
Bislang gelte dies nur bei nicht näher definierten Vorgängen
von besonderer Bedeutung.
FDP, Grüne und Linkspartei fordern schon länger mehr
Kontrollrechte für das Parlament. Der
Geheimdienst-Untersuchungsausschuss, der unter anderem die Affäre
um den ehemaligen Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz behandelt, hatte
mehrfach Lücken bei der Kontrolle von Verfassungsschutz und
Bundesnachrichtendienst offen gelegt
(Quelle: ap)
Asylpolitik: Regierung wegen geplanter Abschiebung von
Irak-Flüchtlingen unter Druck
So.13.05.07 - Die Bundesregierung gerät wegen der geplanten Abschiebung von
Irak-Flüchtlingen unter Druck. Politiker aus Regierungs- und
Oppositionsparteien sowie Menschenrechtsgruppen kritisierten
Bestrebungen des Bundesinnenministeriums, Flüchtlinge trotz einer
bürgerkriegsähnlichen Situation in den Irak abzuschieben.
«Das darf nicht sein», sagte der SPD-Berichterstatter im
Bundestags-Menschenrechtsausschuss, Christoph Strässer, der
Nachrichtenagentur ddp. Der FDP-Fachmann Florian Toncar bezeichnete
Rückführungen als «nicht vertretbar, solange der Irak
derart unsicher ist».
Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der
Grünen, nannte die entsprechenden Verfahren eine «zynische
Perversion von Juristerei». Die Politiker forderten
übereinstimmend einen Abschiebestopp. Der Bundestagsabgeordnete
Michael Leutert (Linke) kündigte einen entsprechenden Antrag seiner
Fraktion an.
Ruth Jüttner von der Menschenrechtsorganisation amnesty
international mahnte: «Die Menschenrechtslage im Irak macht einen
Abschiebestopp dringend notwendig.» Das
Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hatte
angesichts der instabilen Lage im Irak erst vor wenigen Tagen dazu
aufgerufen, keine irakischen Flüchtlinge abzuschieben. Anerkannte
Flüchtlinge sollten ihren Status behalten.
In den vergangenen drei Jahren sind gegen rund 18 000
Irak-Flüchtlinge Widerrufsverfahren eingeleitet worden, deren Ziel
es ist, ihnen den Flüchtlingsstatus zu nehmen. In tausenden
Fällen waren die Verfahren erfolgreich. Als Konsequenz wird ihnen
nach Erfahrungen von amnesty international überwiegend auch die
Aufenthaltserlaubnis entzogen. Damit sind die Iraker lediglich noch
geduldet und müssen sich dies alle drei Monate neu bestätigen
lassen. Sie bekommen schwieriger Arbeit, haben Probleme Wohnungen zu
finden oder zu halten. «Und sie sind in ständiger Angst vor
Abschiebung. Das macht die Menschen kaputt», betonte Kopp,
«was die Innenminister betreiben ist ein Verunsicherungs- und
Verdrängungsprogramm. Und das ist genau so gewünscht.»
Im vergangenen November hatte die Konferenz der Innenminister
beschlossen, dass mit Rückführungen von Irakern, die
straffällig geworden seien, in den Nordirak begonnen werden
könne. Niedersachsen und Bayern setzen diesen Beschluss bereits in
Erlasse um. Bayerns Innenministerium lässt Listen mit
möglicherweise abzuschiebenden Irakern zusammenstellen. Als
«straffällig» gelten dabei Personen die zu einer Strafe
von mehr als 50 Tagessätzen verurteilt worden sind. Die
können allerdings schon zusammenkommen, wenn ein Flüchtling
mehrfach die Grenzen seines eng umrissen Aufenthaltsbereich
überschritten hat. «Und wir fürchten, warnte
Amnesty-Expertin Jüttner, »dass dies nur ein Einstieg ist,
dass nach und nach immer weitere Gruppen abgeschoben werden
sollen.« Außerdem sei auch der Nordirak noch lange nicht so
sicher und stabil, dass dorthin abgeschoben werden dürfte.
Hintergrund des Vorgehens der Innenminister ist die Argumentation, der
Fluchtgrund der meisten Iraker sei das Regime Saddam Husseins gewesen.
Da dieses Regime nicht mehr existiere, sei auch der Grund für die
Anerkennung des Asylstatus verschwunden. Josef Winkler, der
migrationspolitische Sprecher der Grünen sagte: »Diese
Begründung ist angesichts der Gewalt und Unsicherheit im Irak
schlichtweg zynisch. Ich halte es für grausam, was die
Innenminister machen.«
Laut Bundesinnenministerium sollen die Widerrufsverfahren nun für
bestimmte Gruppen für vier Monate zurückgestellt werden. Als
Beispiel wurden gegenüber der Nachrichtenagentur ddp
»Personen aus dem Großraum Bagdad« genannt.
Amnesty-Vertreterin Jüttner bezeichnete dies als einen
»ersten positiven Schritt, der aber nicht ausreiche«.
SPD-Politiker Strässer sagte: »Da sich die Lage im Irak
täglich verschlechtert, muss von den Widerrufsverfahren Abstand
genommen werden."
(Quelle: ddp)
Wissenschaft
Astronomen entdecken 'galaktisches Fossil'
So.13.05.07 - Astronomen haben in unserer Galaxie einen Stern entdeckt, der kurz nach
dem Urknall entstanden ist. Das galaktische Fossil sei 13,2 Milliarden
Jahre alt, berichten die Forscher um Anna Frebel von der
Universität von Texas in Austin. Zum Vergleich: Das Universum
entstand vor 13,7 Milliarden Jahren.
«Der Stern HE 1523- 0901 wurde eindeutig zu Beginn der Zeit
geboren», schreibt die Europäische Südsternwarte (ESO)
in Garching bei München. Die Entdeckung gelang mit Hilfe des Very
Large Telescopes der ESO in Chile.
Zur Altersmessung nutzten die Forscher unter anderem die radioaktiven
Elemente Thorium und Uran. Sie zerfallen sehr langsam und bilden so
zusammen mit Vergleichselementen mehrere gute «kosmische
Uhren». Astronomen können das Alter von Sternen nur
bestimmen, wenn genügend dieser oder ähnlicher Elementen
vorhanden sind.
Sterne wie HE 1523-0901 sind nach Angaben der Forscher entstanden,
bevor viele Generationen von Sternen unsere Galaxie mit chemischen
Elementen bereichert haben. Die Erkenntnisse seien daher auch wichtig,
um mehr über die Entstehung der chemischen Elemente kurz nach dem
Urknall zu erfahren. Die Studie ist in den «Astrophysical Journal
Letters» vom Freitag veröffentlicht.
(Quelle: dpa)
Genmais-Debatte: Greenpeace warnt vor Risiken
So.13.05.07 - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat angesichts einer eigenen
Studie über mögliche Risiken einen Anbaustopp der Genmaissorte
MON 810 gefordert. Der Genmais «ist nicht ausreichend erforscht
und entspricht nicht dem, was angemeldet wurde», sagte
Gentechnik-Experte Christoph Then zur Vorstellung der Studie.
Eine Untersuchung von 600 Proben in Deutschland und Spanien ergab, dass
einige Gen-Maispflanzen unvermutet hohe Mengen des für Insekten
schädlichen Giftes Bt enthalten. Zwischen den Pflanzen konnten
Schwankungen im Giftgehalt bis zum Hundertfachen gemessen werden. Das
Gift tötet den Schädling Maiszünsler. Es gilt für
den Menschen als ungefährlich.
Die Umweltorganisation sieht die EU-Zulassung in Frage gestellt. Die
Schwankungsursache sei unbekannt, sagte Then. Möglicherweise
reagierten die Pflanzen auf Umwelteinflüsse oder das eingebaute Gen
sei nicht stabil. Auch die Grünen im Bundestag und die
Linksfraktion verlangten einen Anbaustopp. Das Gentechnikunternehmen
Monsanto wies dies zurück: «Die für
Sicherheitsbewertungen zuständigen deutschen, europäischen und
weitere internationale Behörden bestätigen seit zehn Jahren
die Sicherheit von Mais MON 810.» Weltweit ist die
genveränderte Maissorte auf mehr als 80 Millionen Hektar angebaut.
Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) hatte den künftigen
Saatguthandel mit der Maissorte wegen möglicher Umweltgefahren
vorerst gestoppt. Monsanto muss einen Plan über Umweltfolgen
vorlegen, was nach Ansicht des Unternehmens erfüllt ist. Der
Handelsstopp gilt nicht für die laufende Saison. Der
Öko-Anbauverband Bioland forderte, ausgesäten Genmais
umzupflügen. Die FDP-Fraktion im Bundestag warnte die
Bundesregierung davor, ihre High-Tech-Strategie zu gefährden. Das
Gift im Genmais sei nicht giftig für Säugetiere. Grüne
und Imker protestierten am Brandenburger Tor in Berlin gegen den
Genmais-Anbau.
(Quelle: dpa)