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Irak am tausendsiebenundfünfzigsten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
US-Militärbefehlshaber im Irak ruft Iraker zur Versöhnung
auf. Erneut fallen mehr als ein Dutzend Menschen der Gewalt im Irak zum
Opfer
Di.22.05.07 - Der US-Militärbefehlshaber im Irak, General David Petraeus, hat
die Iraker zur Mithilfe bei der Überwindung der Gewalt im Land
aufgerufen. In einem am Montag vom Verteidigungsministerium in
Washington veröffentlichten offenen Brief an das irakische Volk
heißt es: «Wir brauchen Ihre Hilfe, um die Gewalt zu
bezwingen.» Und weiter schreibt der General: «Verweigern
Sie jedem Feind Unterschlupf, geben Sie mögliche Informationen
über seinen Aufenthalt weiter und seien Sie Stolz auf ihre
Sicherheitskräfte und unterstützen Sie sie.» Der
General bat zudem um Verständnis für Einschränkungen der
Bewegungsfreiheit der Menschen, die dazu dienten, das Leben sicherer zu
machen. Sobald sich die Sicherheitslage verbessert habe, würden
die Sicherheitsbarrieren wieder abgebaut. Jetzt sei für die Iraker
die Zeit zur Versöhnung gekommen. «Es ist Zeit, den Frieden
zu wählen», heißt es in dem offenen Brief weiter.
Der Gewalt im Irak sind am Montag erneut mehr als ein Dutzend Menschen
zum Opfer gefallen. Allein bei einem Angriff auf einen Kleinbus
nördlich von Bagdad wurden nach Polizeiangaben sieben Insassen
getötet, darunter ein Kind. Der Bus war von der vorwiegend von
Schiiten bewohnten Stadt Chalis nach Bagdad unterwegs. Bei der
Ortschaft Hibhib beschossen laut Polizei gegen Mittag Unbekannte das
Fahrzeug.
Bei einem Bombenanschlag auf eine Militärpatrouille wurden im
Westen Bagdads drei irakische Soldaten getötet und zwei verletzt.
Nach Militärangaben wurde der Anschlag am Vormittag im
überwiegend von Sunniten bewohnten Viertel Adil verübt. In
der rund 60 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba
beschossen Aufständische eine Bank. Zum Zeitpunkt des Angriffs
standen Kunden in einer Schlange, um sich ihre Renten auszahlen zu
lassen. Zwei Menschen seien bei dem Angriff getötet worden, teilte
die Polizei mit.
Drei Polizisten wurden in Mukdadija, rund 90 Kilometer nördlich
von Bagdad, und in der südirakischen Hafenstadt Basra von
Unbekannten erschossen. In Bagdad wurde ein Reporter entführt und
getötet. Wie die Zeitung «Assaman», für die er
arbeitete, am Montag schrieb, wurde der 22-jährige Ali Chalil am
Sonntag beim Verlassen des Hauses eines Verwandten im Stadtteil Baijaa
verschleppt. Wenige Stunden später sei seine Leiche gefunden
worden. Chalil sei einer der prominentesten Reporter der Zeitung
gewesen. Er hinterlässt seine Frau und ein eine Woche altes Baby.
Erst drei Tage zuvor waren zwei irakische Journalisten getötet
worden, die für den US-Sender ABC arbeiteten. Nach Angaben des New
Yorker Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) wurden seit Beginn
der Invasion im Irak im März 2003 insgesamt 104 Journalisten und
39 Medienassistenten getötet, 48 Journalisten wurden
entführt. Chalil ist in diesen Zahlen nicht erfasst.
Eine Mörsergranate explodierte am Montagnachmittag auf dem Dach
des irakischen Parlamentsgebäudes in der streng gesicherten
Grünen Zone in Bagdad. Das Dach wurden nach Angaben eines
Abgeordneten leicht beschädigt. Personen seien nicht zu Schaden
gekommen.
Mehr als eine Woche nach dem Überfall auf eine US-Einheit im Irak
fehlt noch jede Spur von drei seitdem vermissten Soldaten. Die mit der
Suche beauftragten Truppen durchkämmen ein 350 Quadratkilometer
großes Gebiet südlich von Bagdad. Oberstleutnant Randy
Martin erklärte am Sonntag, er hoffe, dass die vermissten
Männer noch am Leben seien. Mit jedem Tag, der verstreiche, sinke
jedoch die Wahrscheinlichkeit dafür.
Die Soldaten wurden bei einem Überfall am 12. Mai gefangen
genommen, bei dem auch vier US-Soldaten und ein Iraker getötet
wurden. Die US-Streitkräfte nehmen an, dass die drei Männer
im Alter von 19, 20 und 25 Jahren von Rebellen der Al Kaida im Irak
verschleppt wurden.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 22.05.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am sechshundertdreiundneunzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Welthungerhilfe beschließt Strategiewechsel in Afghanistan
Di.22.05.07 - Die deutsche Welthungerhilfe (DWHH) hat einen umfassenden
Strategiewechsel in Afghanistan beschlossen. Ein neues Konzept solle
Neutralität und Unabhängigkeit der entwicklungspolitischen
Arbeit gewährleisten, erklärte die Organisation am Montag in
Bonn. Bis zur Fertigstellung des Konzepts im kommenden Oktober sollten
keine Hilfsprojekte neu aufgenommen oder verlängert werden.
Laufende Aktivitäten würden aber zum Abschluss gebracht.
Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß,
erklärte, in den ländlichen Regionen Afghanistans sei der
Zentralstaat nicht präsent. Gründe seien starke regionale
Herrscher und die weit verbreitete Korruption.
Nicht-Regierungsorganisationen würden daher zunehmend mit Aufgaben
des Zentralstaats betraut, die Ergebnisse stelle die Regierung als
eigene Errungenschaften dar. Dies bringe die Organisationen «ins
Fadenkreuz regierungsfeindlicher Gruppen».
Zu der neuen Strategie werde die Kooperation mit lokalen Strukturen
gehören, erklärte Preuß. Zudem orientiere man sich mehr
an den Prioritäten der Bevölkerung, weniger an den von der
Zentralregierung definierten Schwerpunkten. Die Abgrenzung zu den
internationalen militärischen Einheiten müsse noch klarer
werden.
Im Norden Afghanistans war Anfang Mai ein afghanischer Lastwagenfahrer
der Deutschen Welthungerhilfe getötet worden. Am 8. März
hatten Unbekannte den deutschen DWHH-Helfer Dieter Rübling
erschossen.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Neue Eskalation im Gazastreifen - Militante Palästinenser feuern
abermals Raketen auf israelische Grenzstadt Sderot. Israel fliegt
weitere Luftangriffe auf den Gazastreifen. Schwere Kämpfe im
Nordlibanon gehen weiter
Di.22.05.07 - Die Spirale der Gewalt im Nahen Osten dreht sich weiter. Militante
Palästinenser feuerten am Montag abermals Raketen auf die
israelische Grenzstadt Sderot, Israel reagierte mit Luftangriffen auf
Ziele im Gazastreifen. Bei einem derartigen Angriff auf ein Auto im
nördlichen Gazastreifen wurden vier Extremisten getötet, wie
aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete. Mindestens
zwei weitere Menschen seien verletzt worden.
Die militante Organisation Islamischer Dschihad erklärte, bei den
vier Toten handele es sich um ihre Mitglieder. Die israelischen
Streitkräfte bestätigten einen Angriff auf das
Flüchtlingslager Dschebalija. Er habe dem Islamischen Dschihad
gegolten. Bei einer Serie von vier früheren Luftangriffen wurde in
der Nacht ein Hamas-Kämpfer getötet. Beide Organisationen
haben in der Vergangenheit zahlreiche Raketen auf israelisches Gebiet
abgefeuert. Beim Beschuss von Sderot am Montag kam niemand zu Schaden.
Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas rief zu
internationalem Druck auf Israel auf, um die Angriffe zu stoppen, bei
denen seit vergangenem Dienstag etwa 40 Menschen ums Leben kamen. Der
EU-Außenbeauftragte Javier Solana wurde am Montag zu einem
viertägigen Besuch in der Region erwartet. Er werde alle
beteiligten Parteien zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung
aufrufen, erklärte sein Büro in Brüssel.
Am Sonntagabend feuerte die Luftwaffe ein Geschoss auf das Haus eines
Hamas-Abgeordneten in Gaza ab. Dabei wurden nach Klinikangaben
mindestens acht Menschen getötet und 13 verletzt. Der Abgeordnete
Chalil al Haja befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in dem Haus.
Nur zwei der Opfer waren Hamas-Kämpfer, bei den sechs anderen
handelte es sich nach palästinensischen Angaben um Verwandte und
Nachbarn des Politikers. Die Hamas drohte Israel mit Vergeltung.
Die israelischen Streitkräfte erklärten, die Luftwaffe habe
ausschließlich auf eine Gruppe Bewaffneter gezielt. Die
getöteten Zivilpersonen seien offensichtlich als Schutzschilde
missbraucht worden. Das Sicherheitskabinett in Jerusalem hatte am
Sonntag eine Ausweitung der Militäraktionen gegen die Hamas und den
Islamischen Dschihad beschlossen, um die anhaltenden Raketenangriffe zu
stoppen.
Der Minister für öffentliche Sicherheit, Avi Dichter,
erklärte, die Streitkräfte würden bei ihren
Einsätzen keinen Unterschied machen zwischen militärischen und
politischen Führern. Im Armeerundfunk rief er am Montag offen zum
Angriff auf den in Damaskus lebenden Hamas-Führer Chalid Maschaal
auf. Für ihn gebe es nirgendwo Sicherheit oder Immunität,
denn Israel werde bestimmt eine Gelegenheit finden, ihn auszuschalten.
Die vermehrten Angriffe auf den Gazastreifen führten zur
Einstellung der Gefechte zwischen den rivalisierenden
palästinensischen Gruppen Hamas und Fatah. «Niemand
würde akzeptieren, dass wir gegen einander kämpfen,
während die Israelis Gaza beschießen», erklärte
Hamas-Sprecher Fausi Barhum.
Unterdessen haben sich die libanesischen Streitkräfte den zweiten
Tag in Folge heftige Gefechte mit islamischen Extremisten geliefert.
Die Soldaten umstellten das palästinensische Flüchtlingslager
Nahr el Bared, während Panzer es beschossen. Die Kämpfer der
Gruppe Fatah Islam feuerten aus dem Lager Mörsergranaten
zurück. Bei den Gefechten wurden nach offiziellen Angaben seit
Sonntag fast 50 Menschen getötet, darunter der Bruder eines
Hauptverdächtigen im Fall der fehlgeschlagenen
Kofferbomben-Anschläge in Deutschland.
Zur Zahl der Opfer in dem Lager gab es zunächst keine offiziellen
Informationen. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, es seien
mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, weitere 40 seien verletzt
worden. Offiziellen Angaben zufolge kamen seit Sonntag mindestens 27
Soldaten und 20 islamische Kämpfer ums Leben. Wegen der
Scharfschützen trauten sich nach Angaben von Augenzeugen die
30.000 Bewohner nicht mehr aus ihren Häusern.
Nach einer kurzen Waffenruhe kam es am Montagnachmittag zu neuen
Kämpfen. Flammen und dichter Rauch stiegen über dem
Flüchtlingslager auf. Während der Feuerpause, die von
palästinensischen Vertretern und Ministerpräsident Fuad
Siniora vermittelt worden war, konnten 18 Verletzte aus dem Lager in
Sicherheit gebracht werden. Ein Sprecher der Gruppe Fatah Islam drohte
mit einer Ausweitung der Kämpfe auf Tripoli, wenn der Beschuss
nicht beendet werde.
Die deutsche Regierung warnte vor einer neuen Spirale der Gewalt im
Libanon und forderte alle Beteiligten auf, eine weitere Eskalation zu
vermeiden. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg
erklärte, die deutsche Regierung verfolge die Entwicklung mit
großer Sorge. Sie sei auch in ihrer Funktion als
EU-Ratspräsidentschaft darauf bedacht, die Stabilität und
Souveränität des Libanons zu unterstützen. Die
EU-Ratspräsidentschaft verurteilte in ihrer Erklärung die
Angriffe auf libanesische Sicherheitskräfte und bekräftigte
ihre Unterstützung für die Regierung von Siniora.
Ein neuerlicher Anschlag in einem christlichen Viertel der Hauptstadt
Beirut schürte derweil auch dort neue Befürchtungen über
ein Wiederaufflammen der Gewalt. Eine 63 Jahre alte Frau kam in dem
Stadtteil Aschrafieh am Sonntagabend bei einer Bombenexplosion ums
Leben, zwölf Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.
Ein im Zusammenhang mit den fehlgeschlagenen
Kofferbomben-Anschlägen gesuchter Islamist wurde bei den
Kämpfen in Tripoli getötet. Wie aus libanesischen
Sicherheitskreisen verlautete, handelt es sich um Saddam El Hajdib, die
Nummer vier der Fatah Islam und Bruder eines in Deutschland
inhaftierten Verdächtigen. Bei der Erstürmung eines Hauses in
der Hafenstadt waren am Sonntag zehn Extremisten getötet worden.
Eine Leiche wurde den Angaben zufolge als die El Hajdibs identifiziert,
dem in Beirut wegen der versuchten Kofferbomben-Anschläge in
Abwesenheit der Prozess gemacht wurde.
El Hajdib war der Bruder des in Deutschland inhaftierten Youssef
Mohamed El Hajdib und ein Cousin von Khaled Khair Eddin El Hajdib, der
in Beirut vor Gericht steht. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft,
Andreas Christeleit, bestätigte den Tod Saddam El Hajdibs. Gegen
ihn sei allerdings in Deutschland wegen der Kofferbomben nicht
ermittelt worden. Sein Bruder Youssef Mohamed El Hajdib wurde kurz nach
der Tat in Kiel festgenommen. Er wird voraussichtlich im Sommer in
Deutschland angeklagt.
In Beirut stehen derzeit vier Angeklagte vor Gericht, der Prozess
sollte am (morgigen) Dienstag fortgesetzt werden. Die Kofferbomben
wurden im Juli vergangenen Jahres in zwei Zügen von Köln nach
Hamm und Koblenz entdeckt. Nur wegen eines technischen Fehlers kam es
nicht zur Explosion.
(Quelle: ap)
Frankreichs Präsident Sarkozy will weiter vereinfachten EU-Vertrag
auf den Weg bringen
Di.22.05.07 - Im Streit um die EU-Verfassung hat Frankreichs neuer Präsident
Nicolas Sarkozy seinen Willen bekräftigt, "rasch" zu einer Einigung
auf einen "vereinfachten Vertrag" zu kommen. Es gebe "noch
unterschiedliche Meinungen", sagte Sarkozys Sprecher David Martinon
weiter nach einem Treffen zwischen dem französischen
Präsidenten und dem Präsidenten des Europaparlaments,
Hans-Gert Pöttering (CDU), am Montag in Paris. "Aber es gibt nun
eine Richtung, und wir wissen, dass wir in diese Richtung arbeiten
können." Pöttering drang auf eine Kompromisslösung und
sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe eine "positive
Grundeinstellung" bei Sarkozy wahrgenommen. "In der Sache muss man aber
um Lösungen ringen."
(Quelle: afp)
Deutschland
'Alternativer Verfassungsschutzbericht' - Menschenrechtsgruppen warnen
vor Abbau der Grundrechte
Di.22.05.07 - Bei illegalen Polizeiaktionen soll der Staat nach Ansicht des
früheren Verfassungsrichters Jürgen Kühling den
Betroffenen künftig Schadenersatz zahlen.
Wiederholt habe das Bundesverfassungsgericht die Justiz wegen
rechtswidriger Hausdurchsuchungen gerügt, trotzdem komme es nach
wie vor zu solchen Aktionen, sagte Kühling bei der Vorstellung des
«Grundrechte-Reports 2007» am Montag in Karlsruhe. Ein
wirksames Gegenmittel wäre eine «anständige
Entschädigung», denn eine Durchsuchung sei eine
«ungeheure Demütigung» und ein tiefer Eingriff in die
Privatsphäre.
Der Report gilt als «alternativer
Verfassungsschutzbericht». Mit ihm warnen Menschenrechtsgruppen
vor einem Grundrechte-Abbau durch Ausweitung von Polizeibefugnissen und
unzureichenden Rechtsschutz. Kühling nannte den Befund
«insgesamt beunruhigend». Der Trend setze sich fort,
«Freiheitsrechte einem überzogenen Sicherheitsbedürfnis
zu opfern und den Armen mit sozialer Kälte zu begegnen».
Kühling verwies auf einen eklatanten Fall missbräuchlicher
Polizeigewalt 2002 in Hamburg, bei dem sich eine Rechtsanwältin
auf dem Rückweg vom Weihnachtseinkauf unversehens in einer
eingekesselten Demonstration wiederfand. Sie sei durchsucht, gefesselt
und stundenlang im Polizeibus durch die Stadt gefahren worden. Vor
Gericht habe sie 500 Euro Schadenersatz erstritten. «Gegen solche
Übergriffe der Polizei ist kein Kraut gewachsen», sagte
Kühling - es sei denn, der Staat müsse mit empfindlichen
Entschädigungen rechnen.
Ein Autor des Reports moniert die Missachtung höchstrichterlicher
Rechtsprechung bei der Novellierung von Polizeigesetzen. Trotz der vom
Bundesverfassungsgericht festgelegten hohen Hürden für eine
vorbeugende Telefonüberwachung und für Eingriffe in die
Privatsphäre hätten mehrere Länder polizeiliche
Eingriffsbefugnisse geschaffen, die diese Vorgaben ignorierten, unter
anderem Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Schleswig-Holstein.
Herausgeber des Grundrechte-Reports sind unter anderem die
Humanistische Union, Pro Asyl und mehrere Juristenvereinigungen. Er
erscheint seit 1997 jeweils zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai.
(Quelle: dpa)
Regierung will für genügend Lehrstellen sorgen
Di.22.05.07 - Die Bundesregierung will in diesem Jahr für genügend
Lehrstellen sorgen. «Wir setzen darauf, dass wir im September alle
Bewerber in qualifizierten Ausbildungsplätzen oder einer der von
der Bundesregierung gestarteten Initiativen unterbringen», sagte
der Parlamentarische Staatssekretär im
Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze, am Montag im
brandenburgischen Ludwigsfelde. Seinen Angaben zufolge fehlen derzeit
noch gut 200.000 Lehrstellen.
Der CDU-Politiker appellierte an die Industrie, sich bei der
Qualifizierung junger Leute zu engagieren. «Ausbildung ist die
Zukunft des Landes», sagte er. «Ich fordere die Unternehmen
auf, auch in diese Zukunft zu investieren.» Der wirtschaftliche
Aufschwung müsse sich in diesem Jahr auch auf dem Ausbildungsmarkt
bemerkbar machen, sagte Hintze. Die Bundesregierung habe registriert,
dass mittlerweile im Handwerk wieder mehr Lehrstellen angeboten
würden.
Er verwies auch auf den Anfang März verlängerten
Ausbildungspakt mit mehreren Wirtschaftsverbänden. Darin
verpflichtet sich die Wirtschaft, bis 2010 jährlich 60.000
Lehrstellen bereitzustellen. Hintze beklagte aber auch, dass viele
Betriebe mittlerweile Sorgen hätten, für anspruchsvolle
Ausbildungsplätze genügend geeignete Bewerber zu finden. Oft
seien die schulischen Leistungen nicht ausreichend.
(Quelle: ap)
Forderungen nach BaFÖG-Erhöhung
Di.22.05.07 - Nach sechs Jahren ohne BAfÖG-Erhöhung wächst der Druck
auf die Bundesregierung, die staatliche Ausbildungsförderung noch
2007 anzuheben. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft forderte bei
einer öffentlichen Anhörung am Montag im Bundestag, noch in
diesem Jahr müssten die Fördersätze und Freibeträge
als erster Schritt um zehn Prozent angehoben werden. Das Deutsche
Studentenwerk forderte ebenfalls noch 2007 eine deutliche Erhöhung.
Angesichts der zusätzlichen Steuereinnahmen und der boomenden
Konjunktur hatte bereits der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck eine
BAföG-Erhöhung um 290 Millionen Euro gefordert. Zuvor hatte
sich das SPD-Präsidium für eine BAföG-Erhöhung noch
in dieser Legislaturperiode ausgesprochen. Bundesbildungsministerin
Annette Schavan (CDU) hatte im März eine Erhöhung der
BAföG-Sätze und Freibeträge im kommenden Jahr nicht
ausgeschlossen.
Die Fördersätze waren zuletzt 2001 angehoben worden. Die rund
507.000 BAföG-Empfänger unter den Studierenden mussten seither
trotz steigender Lebenshaltungskosten eine Reihe von Nullrunden
hinnehmen.
Derzeit liegt der BAföG-Höchstsatz bei 585 Euro. Eltern
dürfen maximal 1.440 Euro an anrechenbarem Einkommen haben, damit
ihr Kind überhaupt Ausbildungsförderung bekommt.
(Quelle: ap)
Steinbrück, Steinmeier und Nahles künftig SPD-Vizevorsitzende
Di.22.05.07 - Neben Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sollen künftig nur
noch Außenminister Frank-Walter Steinmeier und die Parteilinke
Andrea Nahles Stellvertreter des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck sein. Beck
teilte am Montag in Berlin im Anschluss an Sitzungen von
Parteipräsidium und Vorstand mit, die Spitze habe seine
Personalvorschläge einstimmig gebilligt. «Die Namen muss ich
nicht nennen», sagte er, nachdem die Namen schon seit Wochen
bekannt waren.
Endgültig entscheiden soll über die neue Stellvertreterriege
der Bundesparteitag der SPD Ende Oktober in Hamburg. Neben dem
Vorsitzenden und seinen drei Stellvertretern bilden dann die designierte
Schatzmeisterin Barbara Hendricks und Generalsekretär Hubertus
Heil die Parteispitze.
Zurzeit gibt es noch fünf SPD-Vizevorsitzende. Allein
Steinbrück bleibt nach dem Umbau im Amt; nicht mehr vertreten sind
die baden-württembergische Landeschefin Ute Vogt, die Bonner
Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, der sachsen-anhaltische
Finanzminister Jens Bullerjahn und die Bundestagsabgeordnete Elke
Ferner. Vor der öffentlichen Bekanntgabe der Entscheidung hatte es
Kritik daran gegeben, dass kein ostdeutscher SPD-Funktionär mehr
Vizeparteichef ist.
(Quelle: ap)
Emnid: Linksruck auch in Thüringen, Hessen und dem Saarland
Di.22.05.07 - Nach der Bürgerschaftswahl in Bremen zeichnet sich laut einer
Umfrage in weiteren Bundesländern ein Linksruck ab. Die Zeitung
«Bild am Sonntag» berichtete vorab unter Berufung auf eine
Emnid-Erhebung, die CDU verzeichne in Thüringen, Hessen und dem
Saarland dramatische Verluste. Zugleich gewinne die Linkspartei.PDS
erheblich an Zuspruch.
Im Saarland kommt die Linkspartei, die mit Spitzenkandidat Oskar
Lafontaine bei der Landtagswahl 2009 erstmals antreten will, dem Blatt
zufolge derzeit auf 13 Prozent. Die SPD liegt bei 26 Prozent
gegenüber 30,8 Prozent 2004. Die Grünen erreichen acht Prozent
(2004: 5,6 Prozent). Die allein regierende CDU von
Ministerpräsident Peter Müller verliert 7,5 Punkte und
erreicht noch 40 Prozent. Die FDP steigert sich auf acht Prozent.
In Thüringen stürzt die ebenfalls allein regierende CDU von
Ministerpräsident Dieter Althaus laut der Zeitung um rund 11
Prozentpunkte auf 32 Prozent ab. Die Linkspartei mit 27 Prozent und die
SPD mit 23 Prozent könnten ein Regierungsbündnis bilden. Bei
den Wahlen 2004 hatte die PDS 26,1 Prozent, die SPD 14,5 Prozent
erreicht. Grüne und FDP, die 2004 an der
Fünf-Prozent-Hürde gescheitert waren, liegen laut Emnid
derzeit bei jeweils sechs Prozent.
In Hessen, wo im Januar 2008 ein neuer Landtag gewählt wird, muss
sich Ministerpräsident Roland Koch auf herbe Verluste einstellen.
Emnid sieht die CDU bei 40 Prozent, 8,8 Punkte hinter dem Resultat von
2003. Die SPD erreicht derzeit 32 Prozent (plus 2,9 Prozent), die
Grünen 11 Prozent (plus 0,9 Prozent). Die Linkspartei liegt auf
Anhieb bei vier Prozent. Die FDP kommt auf 9 Prozent, das bedeutet 1,1
Prozentpunkte mehr als 2003.
Bundesweit ermittelte Emnid eine rechnerische Mehrheit für ein
rot-rot-grünes Regierungsbündnis. Danach erreichen SPD (30
Prozent), Grüne und Linkspartei (jeweils 11 Prozent) derzeit
zusammen 52 Prozent - einen Punkt mehr als bei der letzten
Bundestagswahl. Die Union liegt bei 34 Prozent, die FDP bei 11 Prozent.
Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte der Zeitung: «Die
Bürger fürchten, dass der Wirtschaftsaufschwung nicht in ihren
Taschen ankommt, sondern vor allem den Konzernen nutzt. Das führt
zu Frustration und verstärkt die Neigung, den etablierten Parteien
den Rücken zu kehren und Parteien mit Protestpotential zu
wählen. Linke Argumente hätten erheblichen Zuspruch. Davon
profitiere vor allem die Linkspartei. Vom 30. April bis 16. Mai
befragte Emnid in Thüringen 516, im Saarland 504 und in Hessen 599
Wahlberechtigte. Die Erhebung für den Bund fand von 9. bis 15. Mai
mit 2599 Befragten statt.
Die SPD-Landesvorsitzenden in Thüringen, Hessen und dem Saarland
sind uneins über den Umgang mit der Linkspartei. Saar-Landeschef
Heiko Maas sagte dem Blatt: «Zweieinhalb Jahre vor einer Wahl
über Koalitionsoptionen zu spekulieren, ist völlig
widersinnig.» Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie schloss
ein Bündnis nicht aus. "Die PDS ist in Ostdeutschland stark
verankert und versucht einen zunehmend pragmatischen Kurs», sagte
er. Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti zeigte sich ablehnend.
«Ich schließe eine Koalition mit der Linkspartei aus»,
betonte sie.
(Quelle: ddp)
Bundes-Grüne sehen wieder 'einen Fuß in der Tür'
Di.22.05.07 - Spitzenpolitiker der Grünen haben die anstehenden
Koalitionsverhandlungen mit der SPD in Bremen als Signal für den
Bund begrüßt. Dass nach einer großen Koalition
Rot-Grün komme, werteten sie am Montag als Zeichen für andere
Länder und den Bund. Bürgermeister Jens Böhrnsen
erklärte dagegen, er wolle keinen «Exportschlager»
schaffen, sondern den Herausforderungen in der Hansestadt begegnen. Am
Montagabend votierte die Bremer Grünen-Spitze wie zuvor der
SPD-Landesvorstand für Koalitionsverhandlungen.
Am Tag nach dem Votum der SPD-Spitze sagte der
Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Fritz Kuhn, im Sender WDR 5,
Bremen zeige, dass Rot-Grün eine Option sei und eine große
Koalition nur ein Übergangsphänomen. Das Wichtigste sei, dass
die Grünen jetzt - «wenn es um Machtbeteiligung in Bund und
Ländern geht - wieder einen Fuß in der Tür
haben». Wenn sie auch bei den Landtagswahlen 2008 in Hamburg,
Niedersachsen und Hessen dazugewännen, werde es wieder grüne
Regierungsbeteiligungen in den Ländern geben.
Auch der Fraktionsgeschäftsführer der Grünen im
Bundestag, Volker Beck, hob in der «Netzeitung» die
Signalwirkung hervor. «Die Lehre aus Bremen ist: Nach der
großen Koalition kommen die Grünen», sagte Beck.
Der Bremer Bürgermeister sieht die rot-grüne Koalition jedoch
nicht als Modell. «Ich will damit keinen Exportschlager unbedingt
schaffen, sondern ich will eine Lösung für die bremischen
Herausforderungen», sagte Böhrnsen dem Sender NDR Info. Die
Sozialpolitik habe den Ausschlag für die Koalitionsentscheidung
gegeben. Es gebe die größten Schnittmengen im Bereich
Kinderbetreuung und Bildungschancen junger Menschen. Aber auch beim
Stärken der Wirtschaftskraft, der Schaffung von
Arbeitsplätzen und der finanziellen Perspektive gebe es mit den
Grünen breite Übereinstimmung.
Auch die Grünen-Landesspitze will ihrer
Landesmitgliederversammlung am Donnerstag Koalitionsverhandlungen
empfehlen. Zudem stellte der Landesvorstand personelle Weichen, wie der
Vorsitzende Dieter Mützelburg am Montagabend mitteilte. Demnach
soll eine Verhandlungskommission gebildet werden, der die beiden
designierten Senatsmitglieder angehören. In die Landesregierung
wollen die Grünen nach aktuellem Stand die Spitzenkandidatin bei
der Wahl, Karoline Linnert, sowie den Bundestagsabgeordneten Reinhard
Loske entsenden, zeitweilig umwelt- und bildungspolitischer Sprecher
der Berliner Fraktion.
Bleibt es beim siebenköpfigen Senat inklusive Bürgermeister
Böhrnsen, rechnen die Grünen mit zwei Ressorts. Linnert,
derzeit Vorsitzende des Haushaltsausschusses in der Bremer
Bürgerschaft, wird als Finanzsenatorin gehandelt. Als zweites
Ressort soll für den kleineren Regierungspartner Bildung oder
Umwelt interessant sein.
Bei der SPD sind neben Böhrnsen vermutlich die beiden
SPD-Senatoren sowie der parteilose bisherige Finanzsenator Ulrich
Nußbaum weiter im Boot. Der derzeitige Bildungssenator Willi
Lemke ist als möglicher Innensenator im Gespräch.
Der SPD-Landesvorstand hatte am Sonntag einstimmig Rot-Grün
empfohlen und sich nach zwölf Jahren großer Koalition von
der CDU abgewandt. Es gilt als sicher, dass der SPD-Landesparteitag am
Donnerstag die Aufnahme offizieller Koalitionsverhandlungen
beschließt.
(Quelle: ap)
UNHCR kritisiert verschärftes Zuwanderungsgesetz
Di.22.05.07 - Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) kritisiert die geplanten
Verschärfungen im Zuwanderungsgesetz. Der Regionalvertreter
für Deutschland, Österreich und die Tschechische Republik,
Gottfried Köfner, monierte am Montag vor dem
Bundestagsinnenausschuss in Berlin, es sei die Chance verpasst worden,
Verbesserungen beim Flüchtlingsschutz in Deutschland gesetzlich zu
verankern.
Als Beispiel für die verschlechtere Stellung von Asylbewerbern
nannte der UNHCR-Vertreter die geplante Ausdehnung des
Asylbewerberleistungsgesetzes von drei auf vier Jahre. Zudem gebe es
keinen klaren Rechtsanspruch auf psychologische und medizinische
Behandlung für Opfer von Gewalt und Folter sowie minderjährige
Asylbewerber, kritisierte Köfner.
(Quelle: ddp)