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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausendsiebenundsechzigsten Tag nach Erlangung der formellen
Souveränität
US-Truppen verhandeln mit Aufständischen über Waffenruhe. 25
Tote bei Selbstmordanschlag in Falludscha
Fr.01.06.07 - Die US-Streitkräfte im Irak verhandeln mit Aufständischen
über einen möglichen Waffenstillstand. Er habe alle
Kommandeure beauftragt, mit Extremisten, religiösen und
Stammesführern Gespräche zu beginnen, sagte Generalleutnant
Raymond Odierno am Donnerstag. Ziel seien eine Eindämmung der
andauernden Gewalt und möglicherweise die Unterzeichnung einer
Vereinbarung, wonach es keine Anschläge mehr gegen die
Koalitionstruppen oder die irakische Regierung gebe, erklärte
Odierno in einer Videokonferenz von Bagdad aus.
Das Blutvergießen hielt auch am Donnerstag an: Vor einem
Rekrutierungsbüro der Polizei in Falludscha sprengte sich ein
Selbstmordattentäter in die Luft, über die Zahl der
Todesopfer gab es widersprüchliche Angaben. Die irakische Polizei
sprach von 25 Toten und 50 Verletzten. Nach US-Angaben wurde ein
Polizist in den Tod gerissen, acht Menschen erlitten Verletzungen.
Der Attentäter hatte sich laut Polizei unter die anstehenden
Bewerber gemischt und sich dann an einem von mehreren Kontrollpunkten
vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Das Rekrutierungsbüro
in einer Grundschule im Osten der Stadt war erst am Samstag
eröffnet worden.
Im irakischen Stadtteil Amarija kam es zu heftigen Gefechten zwischen
US-Truppen und mutmaßlichen Al-Kaida-Kämpfern. Dabei wurde
nach offiziellen Angaben der Al-Kaida-Anführer in der Region
getötet. 45 Kämpfer seien gefangen genommen worden.
Die US-Streitkräfte gaben den Tod von drei weiteren Soldaten
bekannt. Damit sind im Mai im Irak mindestens 122 amerikanische
Soldaten ums Leben gekommen, die dritthöchste Zahl in einem
einzelnen Monat seit Kriegsbeginn.
(Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 01.06.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am siebenhundertunddritten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.01.06.06 - Mädchen berichtet über mutmaßliches Massaker von
Haditha - Bush 'beunruhigt' +++ Erneut Tote bei Anschlägen +++ Mehr als
40 Leichen in Bagdad gefunden +++ Im Irak so viele Journalisten
getötet wie im Vietnam-Krieg +++ Gut drei Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs
sind immer weniger Länder bereit, die Politik der USA mit der Entsendung eigener
Truppen an den Golf zu unterstützen...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606010.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.08.12.2006 - Seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind mindestens 2.919
Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben gekommen. Der weitaus
größte Teil kam erst nach dem offiziellen Ende der
Hauptkampfhandlungen am 1. Mai 2003 ums Leben.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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Russischer Präsident Putin wirft USA neues Wettrüsten vor
Fr.01.06.07 - Knapp eine Woche vor dem G8-Gipfeltreffen in Heiligendamm hat der
russische Präsident Wladimir Putin den USA ein neues
Wettrüsten vorgeworfen. «Nicht wir sind die Initiatoren
eines neuen Wettrüstens», sagte der Kremlchef am Donnerstag
nach einem Gespräch mit dem griechischen Staatspräsidenten
Karolos Papoulias in Moskau.
Die russischen Raketentests in dieser Woche seien eine direkte Reaktion
unter anderem auf die US-Raketenabwehrpläne für Mitteleuropa.
«Das ist keine aggressive Handlung unsererseits, sondern nur eine
Antwort auf die ziemlich harten und durch nichts zu rechtfertigenden
einseitigen Handlungen unserer Partner», sagte Putin, der
US-Präsident George W. Bush beim Gipfel in Heiligendamm vom 6. bis
8. Juni treffen wird.
Bush sagte am Donnerstag der tschechischen Tageszeitung «Mlada
fronta Dnes», das geplante Raketenabwehrsystem sei
«keineswegs gegen Russland» gerichtet. «Wir
betrachten Russland nicht als Bedrohung», betonte er in einem
Interviewauszug, den das Blatt am Abend auf seiner Internetseite
veröffentlichte. «Der Sinn des Systems ist, die freie
Gesellschaft zu schützen. Und das möchte ich auch meinem
Freund Wladimir Putin erklären», sagte Bush.
Der Kreml bezeichnete es in Moskau als möglich, dass Putin den
Raketenstreit in Heiligendamm zum Thema macht. «Vielleicht werden
diese Fragen angeschnitten. Aber es gibt auch sehr viele andere Themen
auf der Tagesordnung», sagte Putins G8-Beauftragter Igor
Schuwalow nach Angaben der Agentur Interfax.
Putin bekräftigte im Gespräch mit dem griechischen
Präsidenten die schweren Vorwürfe gegen die NATO. «Ein
neuer Militärstützpunkt in Bulgarien, noch einer in
Rumänien, ein Raketenstandort in Polen, ein Radar in Tschechien,
was sollen wir tun?» Es dürfe nicht sein, dass sich nur
Russland allein an Abmachungen halte. Die russischen Streitkräfte
hatten am Dienstag nach eigenen Angaben erstmals eine neue
Interkontinentalrakete mit atomar bestückbaren
Mehrfachsprengköpfen sowie eine neue Kurzstreckenrakete getestet.
Der tschechische Ministerpräsident Mirek Topolanek wies Putins
Kritik zurück. «Russland ist nicht militärisch
gefährdet, sondern sieht bloß seine wiedergefundenen
Machtambitionen bedroht», sagte der Regierungschef am Donnerstag
auf einer Konferenz in Prag. «Wir sind zum Dialog mit Moskau
bereit, entscheiden aber über innere Angelegenheiten wie die
mögliche Stationierung eines Radars allein. Wir möchten nicht
mehr zum russischen Einflussgebiet gehören, in dem man Moskau
für alles um Erlaubnis fragen muss», sagte Topolanek.
Unterdessen bleibt die Ablehnung einer Beteiligung ihres Landes an dem
umstrittenen US-Raketenabwehrsystem in der tschechischen
Bevölkerung hoch. Rund 61 Prozent hätten sich in einer
aktuellen Umfrage gegen die Stationierung einer US-Radaranlage in
Böhmen ausgesprochen, teilte das Meinungsforschungsinstitut CVVM
am Donnerstag in Prag mit. Etwa 30 Prozent seien dafür. Am
kommenden Dienstag kommt Bush nach Prag, um persönlich für
das geplante Projekt zu werben.
(Quelle: dpa)
Russland lehnt auch überarbeitete Kosovo-Resolution ab
Fr.01.06.07 - Russland hat am Donnerstag im Sicherheitsrat auch den jüngsten
überarbeiteten Entwurf für eine UN-Resolution zur Zukunft des
Kosovos abgelehnt und weitere Verhandlungen gefordert. Die USA und
mehrere europäische Länder hatten Resolutionsentwurf zuvor in
den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eingebracht. Über den
Vorschlag sollte am heutigen Freitag in New York diskutiert werden.
Für das Kosovo müsse ein für alle Seiten akzeptabler
Kompromiss gefunden werden, forderte der russische UN-Botschafter
Witali Tschurkin erneut. Er verwies dabei auch auf einen
«wichtigen Brief» des serbischen Außenministers Vuk
Jeremic an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Auch Jeremic fordert
darin weitere Verhandlungen, um die langfristige Stabilität des
kosovos zu garantieren. Die Unabhängigkeit des unter UN-Verwaltung
stehenden Gebiets lehnt er aber weiter ab.
Der amerikanische UN-Botschafter Zalmay Khalilzad erklärte,
Experten würden am Freitag über die Resolution sprechen.
Tschurkin bemerkte dazu, Russland werde nur zuhören. Über die
Resolution könne nicht gesprochen werden, da grundlegende Zweifel
Russlands nicht berücksichtigt seien. Er deutete an, dass Russland
die Resolution mit seinem Veto blockieren werde. Auf die Frage eines
Journalisten nach der Haltung Moskaus bei einer Abstimmung über
den Resolutionsentwurf erklärte Tschurkin, unter den gegebenen
Umständen wäre das Ergebnis offensichtlich. Er wolle das Wort
Veto nicht gebrauchen, «aber Sie erraten gut, was ich im Kopf
habe».
Der UN-Gesandte Martti Ahtisaari hat eine international überwachte
Souveränität für das Kosovo vorgeschlagen. Serbien lehnt
eine Unabhängigkeit der zu seinem Staatsgebiet gehörenden
Provinz, die seit 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet wird,
jedoch strikt ab. Russland will nur eine Lösung im
UN-Sicherheitsrat akzeptieren, die auch Serbien billigt.
Auf die Frage, ob die von Tschurkin genannten grundlegenden
Unterschiede zwischen Russland auf der einen und den USA und den
Europäern auf der anderen Seite überbrückt werden
könnten, sagte der französische UN-Botschafter Jean-Marc de
La Sabliere: «Ich bin ein sehr guter Ingenieur.»
(Quelle: ap)
Bush nominiert Ex-Vizeaußenminister Zoellick als
Weltbank-Präsident
Fr.01.06.07 - US-Präsident George W. Bush hat den ehemaligen
Vize-Außenminister und US-Handelsbeauftragten Robert Zoellick als
neuen Präsidenten für die Weltbank nominiert. Zoellick, der
deutsche Wurzeln hat, sei ein überzeugter Internationalist und dank
seiner langen Karriere in der Diplomatie und Wirtschaft gut auf den
Posten vorbereitet.
Das sagte Bush am Mittwoch in Washington. Zoellick fühle sich dem
Auftrag der Weltbank verpflichtet, Ländern bei der Bekämpfung
von Armut zu helfen. Außerdem habe er das Vertrauen und die
Unterstützung von politischen Führern aus allen Teilen der
Welt erworben. Zoellick gilt auch als Deutschland-Kenner. Nach dem
Mauerfall hatte er sich als US-Chefunterhändler bei den
Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen für eine zügige Wiedervereinigung
eingesetzt.
Der 53-Jährige tritt die Nachfolge von Paul Wolfowitz an, der vor
knapp zwei Wochen im Zuge einer Günstlingsaffäre seinen
Rücktritt zum 30. Juni angekündigt hatte. Zoellick muss im
Verlauf des Juni noch vom 24-köpfigen Exekutivrat der Bank
bestätigt werden. Die fünfjährige Amtszeit beginnt am 1.
Juli. Der als intellektuell brillant und pragmatisch beschriebene
Diplomat gehört zum inneren Zirkel der Bush-Regierung.
Zoellick rief die 10 000 Mitarbeiter der Bank und die Geberländer
dazu auf, die Spannungen, Frustrationen und Ängste der vergangenen
Monate hinter sich zu lassen und sich stattdessen auf die Zukunft der
Weltbank zu konzentrieren. Ohne seinen Vorgänger Wolfowitz
namentlich zu nennen, versprach Zoellick eine gute Zusammenarbeit mit
dem Exekutivrat und den Mitarbeitern.
Zoellick hat unter allen drei republikanischen Präsidenten seit
Ex-Präsident Ronald Reagan gearbeitet. Der Jurist mit
Harvard-Abschluss gehört seit Amtsantritt des amtierenden
Präsidenten George W. Bush im Januar 2001 zum inneren Zirkel der
Regierung. Als US-Handelsbeauftragter war er Geburtshelfer der
Doha-Runde über eine weitere Liberalisierung des Welthandels. Er
führte ebenfalls Verhandlungen zur Aufnahme Chinas und Taiwans in
die Welthandelsorganisation WTO.
Im Januar 2005 wurde Zoellick von Bush als Vize-Außenminister
nominiert. Als Diplomat verhandelte er mit Peking, um Spannungen
über Handels- und Sicherheitsfragen beizulegen. Im sudanischen
Bürgerkrieg half er als rechte Hand von Außenministerin
Condoleezza Rice, ein Friedensabkommen zwischen der sudanesischen
Regierung und den Rebellen auszuhandeln. Zoellick trat dann am 7. Juli
vergangenen Jahres von seinem Amt zurück und wechselte als
Vizedirektor zur Investmentbank Goldman Sachs.
Zoellick hatte sich schon vor zwei Jahren gute Chancen auf den
Direktorenposten bei der Weltbank ausgerechnet. Aber damals bevorzugte
Bush den damaligen Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz. Zoellick
gilt als harter Verhandler, der aber auch den Konsens sucht und
Brücken baut. Ihm werden nicht nur intellektuelle Brillanz und
Pragmatismus, sondern manchmal auch brüskes Verhalten nachgesagt.
(Quelle: dpa)
Virtuelle Welt soll in China Arbeit schaffen und Umwelt schonen
Fr.01.06.07 - Durch den Aufbau einer virtuellen Internet-Welt verspricht sich China
im realen Leben die Schaffung neuer Arbeitsplätze, ohne dabei die
Umwelt weiter belasten zu müssen. Chinas Beteiligung an der
virtuellen 3-D-Welt Entropia Universe werde schätzungsweise 10.000
qualifizierte Stellen schaffen, erklärte David Liu, Chef der
für Internetprojekte verantwortlichen chinesischen Gesellschaft
CRD. Diese neuen Arbeitsplätze könnten selbst von Menschen in
abgeschiedenen Regionen besetzt werden, ohne dabei neuen Verkehr zu
produzieren. Das entlaste die Umwelt.
CRD beauftragte die schwedische Software-Firma Mindark nach deren
Angaben vom Mittwoch mit der Entwicklung einer chinesischen Abteilung in
der virtuellen Welt "Entropia Universe". Startklar soll das Projekt im
September 2008 sein.
In der Cyber-Welt von Entropia Universe können Spieler virtuelle
Dienste und Gegenstände gegen echtes Geld kaufen und verkaufen.
Dafür wird die virtuelle Währung Project Entropia Dollar (PED)
eingesetzt, die mit einem festen Kurs von zehn zu eins zum US-Dollar
gekauft werden kann. Nutzer können damit in der virtuellen Welt
erzielte Gewinne auch wieder in echtes Geld zurücktauschen. Zudem
sollen über die Spiele-Plattform auch Geschäfte in der realen
Welt angebahnt werden. Mindark verdient an dem Spiel, indem die Firma
Gebühren auf alle Transaktionen erhebt. Das Spiel zählt laut
Anbieter derzeit über 580.000 registrierte Nutzer.
(Quelle: afp)
US-Präsident Bush stellt eigene Initiative zum Klimaschutz vor
Fr.01.06.07 - US-Präsident George W. Bush hat eine Woche vor dem G-8-Gipfel eine
eigene Klima-Initiative gestartet und 15 Staaten aufgerufen, bis 2008
ein globales Ziel zur Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes zu
vereinbaren. Die größten Schadstoff-Produzenten sollten dazu
Ende dieses Jahres zu einer Konferenz zusammenkommen, erklärte
Bush am Donnerstag in Washington. Unter den aufgeführten
Ländern sind neben den USA auch die Schwellenländer China und
Indien sowie mehrere europäische Staaten.
Auf einer Reihe von Treffen sollten sich die 15 Länder auf
weltweite Klimaziele verständigen, verlautete aus dem Weißen
Haus. Wie diese Ziele zu erreichen seien, könne dann jede
Regierung selbst entscheiden. Die USA sind dem Kyoto-Protokoll zur
Reduzierung von Treibhausgasen nicht beigetreten, die Boom-Nationen
China und Indien sind von den Verpflichtungen des Abkommens
ausgenommen. Verbindliche Ziele zum Klimaschutz sollen auch kommende
Woche auf dem G-8-Gipfel in Heiligendamm diskutiert werden.
Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte Bushs
Vorschlag, betonte aber, das Ganze müsse in einen UN-Prozess
einmünden. Bushs Initiative sei ein gemeinsamer Grund, auf dem man
agieren könne, sagte Merkel. An seiner Rede sei zu erkennen, dass
niemand mehr an der Frage des Klimawandels vorbeikomme.
Der britische Premierminister Tony Blair nannte den US-Vorschlag einen
«großen Schritt vorwärts». Zum ersten Mal
hätten die USA erklärt, dass sie Teil einer weltweiten
Vereinbarung sein wollten, sagte Blair während eines Besuchs in
Südafrika dem Sender Sky News. Washington setze zum ersten Mal
interne Ziele und habe sich erstmals für eine globale Marke bei
der Reduzierung von Treibhausgasen ausgesprochen.
Indien fordert vom Westen unterdessen technische Kooperation für
den Klimaschutz. Der deutsche Außenminister Frank-Walter
Steinmeier sagte in Berlin, die Haltung Europas zur technologischen
Partnerschaft mit dem Subkontinent sei entscheidend für die
Haltung Indiens bei den anstehenden UN-Klimaverhandlungen auf der
indonesischen Insel Bali. Die dortigen Verhandlungen im Herbst sollen
ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll vorbereiten, das 2012
ausläuft.
Indien wies nach Angaben Steinmeiers im Verlauf des Gesprächs der
so genannten EU-Troika mit einer indischen Delegation mehrfach darauf
hin, dass es an Zusammenarbeit mit Europa interessiert sei. Dies gelte
besonders für Bereiche, wo «Vereinbarungen noch etwas
schwierig sind, etwa bei Klimaschutz und Energiepolitik». Indien
strebe einen Zugang zum Technologieniveau des Westens an. China hatte
zuvor wie Indien deutlich gemacht, dass es konkrete Grenzwerte für
den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase, wie sie von
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem G-8-Gipfel nächste Woche in
Heiligendamm angestrebt werden, nicht mittragen will.
Australien will sich unterdessen offenbar doch ein Ziel zur Reduzierung
der Treibhausgase setzen. Ministerpräsident John Howard
erklärte, wenn das Land einen Handel mit Emissionen auf den Weg
bringe, seien Zielsetzungen notwendig. Allerdings müssten diese
mit Blick auf die Konsequenzen für die australische Wirtschaft
ausgewählt werden. Auch die Regierung in Canberra gehört
nicht zu den Unterzeichnern des Kyoto-Protokolls.
(Quelle: ap)
NASA-Chef sieht in Klimawandel nicht unbedingt ein Problem
Fr.01.06.07 - Der weltweite Klimawandel ist nach den Worten von NASA-Chef Michael
Griffin nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Er sei sich nicht sicher,
ob der Klimawandel ein Problem sei, sagte Griffin am Donnerstag im
US-Sender National Public Radio. Es sei arrogant anzunehmen, dass sich
das Klima in Zukunft nicht ändern könne. Wissenschaftler
kritisierten seine Äußerungen als ignorant.
Er habe keine Zweifel, dass es einen Trend zur globalen Erwärmung
gebe, sagte Griffin in dem Interview. «Ich bin mir aber nicht
sicher, ob das ein Problem ist, mit dem wir uns beschäftigen
müssen.» Er frage sich, welches menschliche Wesen das Recht
habe zu entscheiden, dass dieses Klima, das wir jetzt haben, das Beste
für alle anderen menschlichen Wesen sei. «Ich glaube, das
wäre eine arrogante Haltung», sagte Griffin.
Erst am Mittwoch hatten Wissenschaftler seiner Behörde eine Studie
vorgelegt, in der festgestellt wurde, dass die «vom Menschen
produzierten Treibhausgase das Klima der Erde nahe an einen kritischen
Punkt gebracht haben, mit möglicherweise gefährlichen
Konsequenzen für den Planeten».
Der Wissenschaftler Jerry Mahlman vom Nationalen Zentrum für
Atmosphärenforschung der USA sagte, Griffins Äußerungen
zeigten, dass er entweder «völlig ahnungslos» oder ein
entschiedener Ideologe der Anti-Klimawandel-Bewegung sei. Und
NASA-Forscher James Hansen, der federführende Autor der
Klimastudie, sagte, Griffins Bemerkungen zeigte eine «Arroganz
und Ignoranz», da Millionen Menschen von den Auswirkungen des
Klimawandels betroffen seien. Der wissenschaftliche Berater des
Weißen Hauses, Jack Marburger, erklärte, die
Äußerungen des NASA-Chefs hätten nichts mit der Haltung
der Regierung zu tun. Er habe seine rein persönlichen Ansichten
vertreten und schon immer einen sehr ironischen Humor gehabt.
(Quelle: ap)
Merkel will Klimaschutzabkommen nur im UNO-Kontext
Fr.01.06.07 - Der G8-Beauftragte der deutschen Regierung, Bernd Pfaffenbach,
schließt ein Scheitern der Klimaverhandlungen auf dem G8-Gipfel
in Heiligendamm nicht aus. «Ich hoffe es nicht, aber
auszuschließen ist das auch nicht», sagte er der
«Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe) laut einem
Vorabbericht. Die Bundesregierung werde sich nicht «um des lieben
Friedens willen» von ihren Kardinalforderungen verabschieden.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimaschutz dürften nicht
verwässert werden. Dem Berliner «Tagesspiegel»
(Freitagausgabe), sagte Pfaffenbach, Ziel von Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) sei ein neues globales Klimaschutzabkommen
ausschließlich im Rahmen der UNO. Dies sei die «rote
Linie« der deutschen Delegation beim G8-Gipfel.
Es sei unvermeidlich, das Treffen von Heiligendamm ohne
Abschlusserklärung zum Klimaschutz zu beenden, »wenn die
Kanzlerin so unter Druck käme, dass sie unsere Grundprinzipien
aufgeben müsste«, sagte der Staatssekretär im
Bundeswirtschaftsministerium. Zu den Prinzipien zähle, «dass
ein neues Klimaschutzabkommen im Rahmen der Vereinten Nationen
verhandelt werden muss», sagte Pfaffenbach, dem
«Tagesspiegel», ohne direkt zum neuen Vorstoß von
US-Präsident George W. Bush Stellung zu nehmen, der am Donnerstag
15 Staaten zur Vereinbarung eines globalen Klimaziels aufgerufen hatte.
Ein weiteres Grundprinzip sei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zum
Klimaschutz nicht verwässert werden dürften, stellte
Pfaffenbach klar.
Merkels Berater signalisierte, dass es keine quantitativen Festlegungen
geben werde. »Es ist eine gewisse Allergie gegen europäische
Vorgaben spürbar«, sagte er mit Blick auf die USA, Kanada
und Japan. In einem außerplanmäßigen Treffen der
«Sherpas» - der Berater der acht Staats- und
Regierungschefs - kommende Woche in Berlin solle der Versuch einer
Einigung unternommen werden. Die Erwartungen seien aber viel zu
hochgeschraubt. «Wir können in Heiligendamm nicht den Knoten
durchhauen.»
(Quelle: ddp)
Hilfsorganisationen verlangen neue globale Medikamentenpolitik
Fr.01.06.07 - Knapp eine Woche vor Beginn des G-8-Gipfels in Heiligendamm haben
Hilfs- und Gesundheitsorganisationen in einer gemeinsamen Erklärung
eine Neuausrichtung der globalen Medikamentenpolitik gefordert. Das
Augenmerk müsse sich künftig auf die bislang missachteten
ärmsten Bevölkerungsschichten richten, heißt es in der
unter anderem von Organisationen wie medico international, Brot
für die Welt und Misereor initiierten Erklärung.
Außerdem geht es um die Sicherstellung eines preiswerten Zugangs
zu patentgeschützten Medikamenten.
Das Bündnis kritisiert zudem das patentgestützte
Forschungsmodell, das dazu führe, dass vorwiegend Medikamente und
Impfstoffe für eine zahlungskräftige Kundschaft entwickelt
würden. «Systematisch werden die Gesundheitsbedürfnisse
von Menschen, die über keine oder zu geringe Kaufkraft
verfügen, vernachlässigt», schreiben die Organisationen.
Sie beklagen, dass der medizinische Fortschritt an der Mehrheit der
Weltbevölkerung vorbei gegangen sei. Jährlich sterben den
Angaben zufolge 13 Millionen Menschen an behandelbaren Krankheiten.
Auf keinen Fall dürfe das internationale Patentrecht
verschärft werden. Vielmehr gelte es, Zwangslizenzen für
notwendige Arzneimittel zu verhängen und deren lokale Produktion zu
unterstützen. Die Organisationen fordern «eine an den
Gesundheitsbedürfnissen ausgerichtete Politik, die Arzneimittel wie
auch andere unentbehrliche Güter der Daseinsvorsorge als
öffentliche Güter begreift».
(Quelle: ap)
Mehr zum Thema:
http://www.medico-international.de
Verdoppelung der Mittel im Kampf gegen Aids gefordert
Fr.01.06.07 - Vor dem G-8-Gipfel wächst der Druck auf die Industriestaaten, ihre
Hilfe im weltweiten Kampf gegen Aids drastisch aufzustocken. Sie hinkt
früheren Versprechen derzeit weit hinterher. Statt 8,3 Milliarden
Dollar wären bereits in diesem Jahr 17,3 Milliarden nötig,
erklärten Parlamentarier aus den G-8-Staaten am Donnerstag bei
einer Konferenz in Berlin.
Derzeit sind weltweit rund 40 Millionen Menschen mit dem tödlichen
HI-Virus infiziert - nach Zahlen der Deutschen Stiftung
Weltbevölkerung drei Viertel davon in Afrika. Die G-8-Staaten
treffen sich kommende Woche mit Vertretern afrikanischer Länder in
Heiligendamm. Afrika soll neben dem Klimaschutz ein Schwerpunkt des
Gipfels sein.
Zwar sei die Zahl der Aids-Kranken, die im südlichen Afrika Zugang
zu Medikamenten haben, seit 2003 von 100.000 auf 1,3 Millionen
gestiegen. Weitere fünf Millionen Aidskranke in
Entwicklungsländern bekämen aber immer noch keine Behandlung,
sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete Sibylle Pfeiffer. Dabei hätten
die G-8-Staaten 2005 versprochen, bis 2010 universellen Zugang zu
Behandlung und Pflege für alle Aids-Kranken zu ermöglichen.
Mehr noch als die Behandlung mit Arzneien sei die Verhütung von
HIV-Infektionen von wachsender Bedeutung, betonte Jörg Maas,
Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.
Diese scheitere in vielen Ländern schlicht an der
Verfügbarkeit von Kondomen. In Afrika stünden pro Mann und
Jahr sechs aus Hilfsgeldern finanzierte Kondome zur Verfügung.
Allein 3,9 Milliarden Dollar zusätzlich wären nötig, den
Bedarf an Verhütungsmitteln weltweit zu decken.
Auch die Pharmaindustrie appellierte an den G-8-Gipfel, mehr Mittel
gegen Aids bereitzustellen. Dabei gehe es weniger um Geld für
Medikamente, sondern um den Ausbau der Infrastruktur, sagte Andreas
Barner, Chef des deutschen Verbands Forschender Arzneimittelhersteller.
Es gebe zu wenig Ärzte und Schwestern, zu löchrige
Verteilsysteme in den betroffenen Ländern.
Konkret fordert die Branche deshalb von den G-8-Staaten Geld zur
Aufstockung von Gehältern für Schwestern und Ärzte und
Druck auf die afrikanischen Länder, ihre Gesundheitssysteme zu
stärken. Auch die Abgeordnete Pfeiffer sieht im Personalmangel ein
Hauptproblem. Inzwischen arbeiteten in Manchester mehr malawische
Ärzte als in Malawi.
Der VFA und der internationale Pharma-Dachverband IFPMA betonten, dass
man bei der Versorgung armer Staaten mit verbilligten Aids-Medikamenten
vorangekommen sei. Auf Initiative von sieben führenden Herstellern
erhielten inzwischen 827.000 Aids-Kranke subventionierte Arzneien. Die
Zahl habe sich binnen zwei Jahren verdoppelt. Sie müsse weiter
erhöht werden, meinte Barner. Ihre Patente an den Mitteln wollen
die Hersteller aber keinesfalls aufgeben. Anderenfalls ließe sich
die teure Forschung nicht refinanzieren, meinte Barner.
(Quelle: ap)
Kritische Journalisten von G-8-Gipfel ausgeschlossen
Fr.01.06.07 - Mit heftiger Kritik haben Medienverbände auf den Ausschluss
kritischer Journalisten von der Berichterstattung am Ort des
G-8-Gipfels reagiert. Es dränge sich der Verdacht auf, dass
kritische Berichterstattung unterdrückt werden solle,
erklärte der Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) am Donnerstag.
Ein Regierungssprecher wies die Kritik mit Nachdruck zurück. Die
Berliner Tageszeitung «taz» protestierte gegen die
Rücknahme der Akkreditierung eines ihrer Korrespondenten.
Laut DJV wurde den betroffenen Journalisten lediglich mitgeteilt, dass
«die Akkreditierung für den G-8-Gipfel auf Empfehlung des
Bundeskriminalamtes nicht erteilt werden kann». Welche
Gründe dagegen sprächen, hätten die Betroffenen nicht in
Erfahrung bringen können. Es handele sich um Journalisten, die in
Vorbereitung auf den Gipfel kritisch über Globalisierungsthemen
berichtet hätten.
Ähnlich äußerte sich die Deutsche Journalistinnen- und
Journalisten-Union (dju). «Wir betrachten diese Vorgehensweise
als absolut unzulässigen Versuch der Beeinträchtigung der
freien Berichterstattung vom G-8-Gipfel und als Maßnahme der
Einschüchterung, die wachsame kritische Berichterstattung
verhindern soll», schrieb die dju und verlangte die sofortige
Wiederzulassung der Berichterstatter.
Auch die «taz» erklärte, der Vorgang entspreche nicht
ihren Vorstellungen von Pressefreiheit. Der Betroffene sei vom
Bundespresseamt an den Datenschutzbeauftragten des BKA verwiesen
worden, wenn er Gründe für seinen Ausschluss erfahren wolle.
«Diese Vorgehensweise ist eine klare und unzulässige
Beeinflussung der freien und kritischen Berichterstattung über das
Ereignis,» erklärte der stellvertretende Chefredakteur
Reiner Metzger.
Ein Regierungssprecher sagte, es sei einsichtig, dass der Zugang zu
Veranstaltungen dieser Art nicht ohne Sicherheitskontrollen
möglich sei. Das Bundespresseamt wende das bei allen
Veranstaltungen der Bundesregierung übliche
Akkreditierungsverfahren an. Es sei verbunden mit einer
Sicherheitsüberprüfung wie bei anderen
Großveranstaltungen auch, etwa der Fußball-WM im
vergangenen Sommer.
Die Sicherheitsüberprüfung werde im Einverständnis mit
den Journalisten durchgeführt, hieß es weiter. Nur wenn eine
entsprechende Empfehlung der Sicherheitsbehörden vorliege, werde
keine Akkreditierung ausgestellt. Den Betroffen stehe der Rechtsweg
offen.
Weiter hieß es, für den G-8-Gipfel habe das Bundespresseamt
rund 4.700 Anträge auf Akkreditierung entgegengenommen. Die Zahl
der Fälle, in denen eine Akkreditierung nicht möglich gewesen
sei, liege bei etwa 20.
(Quelle: ap)
Streit um Sicherheitsvorkehrungen für G-8-Gipfel wird härter
Fr.01.06.07 - Wenige Tage vor dem G-8-Gipfel in Heiligendamm hat der Streit um die
Sicherheitsvorkehrungen an Schärfe zugenommen. SPD-Minister aus
den Bundesländern kritisierten die Vorkehrungen als
überzogen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU)
kündigte indessen erneut ein hartes Durchgreifen gegen militante
Gipfelgegner an, zeigte aber auch Verständnis für friedliche
Demonstrationen. Der Streit überschattete die
Innenministerkonferenz (IMK) von Bund und Ländern, die am
späten Donnerstagnachmittag in Berlin begann.
Der Kieler Ressortchef Ralf Stegner (SPD) warnte kurz vor dem Treffen
davor, Demonstranten und Terroristen "in einen Topf" zu werfen. Auch
sein rheinland-pfälzischer Kollege Karl Peter Bruch (SPD)
kritisierte, die Sicherheitsmaßnahmen seien kaum mehr vereinbar
mit der Demonstrationsfreiheit.
Schäuble sagte unterdessen im Deutschlandradio, die "kleine
Minderheit von gewaltbereiten Demonstranten" werde erleben, "dass sie
keine Chance haben wird". Zugleich bekräftigte der Minister, das
Demonstrationsrecht gehöre "grundsätzlich zu einer
freiheitlichen Ordnung".
Mit Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen kritisierte der Mainzer
Ressortchef Bruch vor allem die Anforderungen der USA. Die dortigen
Sicherheitsbehörden machten "Vorgaben, die man kaum erfüllen
kann", sagte der SPD-Politiker im SWR. Die Entwicklung sei Besorgnis
erregend, denn die deutschen Behörden müssten garantieren,
"dass die Demokratie, die Demonstrationsfreiheit funktioniert".
Dagegen betonte der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz im
"Kölner Stadt-Anzeiger", die Sicherheitsstandards der USA spielten
zwar sicherlich eine Rolle. "Das ist immer so, wenn der amerikanische
Präsident reist". Doch wenn die Deutschen gute Gastgeber sein
wollten, "dann müssen wir das akzeptieren". Gleichwohl sei das
Ausmaß der Versammlungsverbote "überdimensioniert".
Derweil bestätigte die Bahn einen Bericht der "Süddeutschen
Zeitung", wonach sie die Polizei über zum Gipfel anreisende
Demonstrantengruppen informieren wird. Dies sei ein "völlig
übliches Verfahren bei Großveranstaltungen", sagte ein
Konzernsprecher in Berlin. Ziel sei es, den Personaleinsatz den
Besucherströmem anzupassen und so "die Sicherheit für alle
Fahrgäste zu gewährleisten". Heftige Kritik an den
Bahn-Plänen übte die Vize-Vorsitzende der Linkspartei, Katina
Schubert. Damit sei "ein Maß an Denunziantentum erreicht, welches
in nicht hinnehmbarer Art und Weise Protest delegitimiert und Menschen
einschüchtert".
(Quelle: afp)
Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Mai weiter gesunken
Fr.01.06.07 - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Mai den niedrigsten
Stand seit fünfeinhalb Jahren erreicht. In diesem Monat waren 3,806
Millionen ohne Job, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA)
mitteilte. Dies waren 161.000 weniger als im April und sogar 732.000
weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,4 Prozentpunkte
auf 9,1 Prozent zurück. Der konjunkturelle Aufschwung dauere an und
belebe den Arbeitsmarkt, erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei auf "sehr hohem Niveau."
Im Westen sank die Arbeitslosenzahl im Mai um 106.000 auf 2,499
Millionen. Die Arbeitslosenquote lag dort bei 7,5 Prozent. Im Osten
verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 55.000 auf 1,307 Millionen.
Hier lag die Arbeitslosenquote mit 15,2 Prozent allerdings weiter
doppelt so hoch wie im Westen.
Der Rückgang der Arbeitslosenzahl war im Mai zwar schwächer
als im Vorjahr, lag aber etwa im Durchschnitt der drei Jahre davor.
Saisonbereinigt gab es sogar eine leicht Zunahme der Arbeitslosigkeit,
was aber vor allem auf den milden Winter zurückzuführen ist:
Da sich in den Wintermonaten weniger saisonale Arbeitslosigkeit
aufgebaut habe, könne im Frühjahr auch weniger abgebaut
werden, erklärte die Arbeitsagentur.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag nach den
BA-Berechnungen im März bei 26,56 Millionen und damit um 618.000
höher als ein Jahr zuvor. Deutlich mehr als die Hälfte des
Anstiegs sei auf Vollzeitstellen entfallen, erklärte die BA. Zudem
habe es einen Zuwachs bei den Selbstständigen gegeben.
Das Stellenangebot lag deutlich über dem des Vorjahres. Bei der BA
sind derzeit insgesamt 643.000 freie Stellen gemeldet, von denen 89
Prozent sofort zu besetzen sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies
77.000 mehr. Von diesem Angebot waren 63 Prozent ungeförderte
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
Neben diesen Stellen kennt die BA noch weitere freie Jobs, die etwa bei
privaten Vermittlern registriert sind. Dadurch erhöht sich das
Stellenangebot insgesamt auf 928.000. Dies sind 153.000 Stellen mehr als
im Vorjahr.
(Quelle: afp)
Bundesarbeitsgericht stärkt Rechte krankheitsanfälliger
Arbeitnehmer
Fr.01.06.07 - Das Bundesarbeitsgericht hat die Rechte krankheitsanfälliger
Arbeitnehmer gestärkt: Bei betriebsbedingten Kündigungen
dürfen sie gegenüber Arbeitnehmern, die geringere Fehlzeiten
haben, nicht benachteiligt werden, wie der Zweite Senat am Donnerstag
in Erfurt entschied.
Eine Arbeitnehmerin, die seit einem Herzinfarkt mit einem Grad von 50
schwerbehindert ist und in den vergangenen Jahren mehrfach länger
erkrankt war, hatte gegen ihre betriebsbedingte Kündigung als
Wirtschaftshilfe geklagt. Ihr Arbeitgeber, ein kirchliches Krankenhaus,
hatte die Kündigung damit begründet, dass die von ihr
betriebene Wäscherei ausgegliedert worden sei. Andere
Einsatzmöglichkeiten bestünden nicht, da andere Mitarbeiter,
die in der Vergangenheit weniger Krankheitszeiten hatten, als
leistungsstarke Mitarbeiter nicht gekündigt werden könnten.
Obwohl das Landesarbeitsgericht die Klage abgewiesen und die Revision
nicht zugelassen hatte, war die Klägerin erfolgreich. Das
Bundesarbeitsgericht hob die Entscheidung des Landesarbeitsgerichts
Sachsen-Anhalt mit der Begründung auf, es liege kein berechtigtes
betriebliches Interesse vor, Arbeitnehmer mit geringeren
Krankheitszeiten von der Sozialauswahl auszunehmen.
Dazu erklärte die Gewerkschaft ver.di in Berlin, mit dem von ihr
betriebenen Musterverfahren sei nun sichergestellt worden, dass die
Grundsätze bei der Überprüfung betriebsbedingter und
krankheitsbedingter Kündigungen nicht verwischt würden.
(Aktenzeichen: Bundesarbeitsgericht - 2 AZR 306/06)
(Quelle: ap)
DGB will Rente mit 67 verhindern
Fr.01.06.07 - Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael
Sommer, erwartet von der Politik, dass die von der großen
Koalition beschlossene Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 67
Jahre wieder abgeschafft wird. In einem Interview mit der
«Leipziger Volkszeitung» (Freitagausgabe) kündigte der
DGB-Chef zugleich an, dass die Gewerkschaften diese Frage mit in den
Mittelpunkt des nächsten Bundestagswahlkampfes rücken werden.
«Wir werden die Rente mit 67 im Wahlkampf und auch vorher
thematisieren. Wir wollen, dass sich die Parteien ernsthaft damit
auseinandersetzen, dass die Rente mit 67 für viele ein
existenzielles Problem ist», zitierte das Blatt Sommer. Immer
mehr Menschen müssten Altersarmut fürchten, weil sie
längst nicht bis 67 arbeiten könnten. «Zurzeit schafft
es nur ein Fünftel der Beschäftigten gesund mit 65 in die
Rente. Ändert sich dies nicht gravierend, und das ist nicht
abzusehen, ist die Rente mit 67 ein reines
Rentenkürzungsprogramm», sagte Sommer.
Der DGB-Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhang auf eine
Überprüfungsklausel im Gesetz: «2010 soll entschieden
werden, ob die Rente mit 67 unter Berücksichtigung der
Arbeitsmarktlage sowie der wirtschaftlichen und sozialen Situation
älterer Arbeitnehmer überhaupt vertretbar ist.» Davor
könne sich niemand drücken, «und wir werden die
Parteien sehr hart daran messen», sagte Sommer.
(Quelle: ap)
Verdeckte Zahlungen zu Gunsten der arbeitgeberfreundlichen
Betriebsrats-Organisation AUB: Ex-Gewerkschafts-Chef Schelsky räumt
Lobbyarbeit für Siemens ein
Fr.01.06.07 - In der Affäre um verdeckte Zahlungen zu Gunsten der
arbeitgeberfreundlichen Betriebsrats-Organisation AUB hat dessen
langjähriger Chef Wilhelm Schelsky schwere Vorwürfe gegen
Siemens erhoben. «»Ich war verdeckt als Lobbyist für
Siemens tätig. Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze.
Der Plan kam aus dem Zentralvorstand«, sagte Schelsky dem Magazin
»Stern«. Der Münchner Konzern wollte sich dazu nicht
äußern.
»Ich sollte mit dem Geld eine Dachorganisation aufbauen. Und das
habe ich getan«, erläuterte Schelsky den Zweck der
Millionen-Honorare, die er über Jahre von Siemens erhielt.
Über Berater-Firmen hat der heute 58-Jährige allein seit 2001
angeblich rund 45 Millionen Euro von Siemens kassiert. Ihm wird
Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen.
Siemens nahm keine Stellung zu den Äußerungen Schelskys. Ein
Unternehmenssprecher verwies darauf, dass es sich bei den Vorgängen
um die AUB um ein laufendes Verfahren der Staatsanwaltschaft
Nürnberg handle.
Juristisch könnte es dem «Stern» zufolge darauf
ankommen, ob Schelsky das Geld nur nach Siemens-Anweisung an die AUB
weitergereicht hat oder darüber weitgehend frei verfügen
konnte. »Ich war von Siemens vollständig unabhängig in
der Ausgestaltung meiner Auftragserfüllung. Es gab weder
Vorschriften über die Inhalte meiner Tätigkeit noch eine
Aufforderung, Bericht zu erstatten. Man hat mir vertraut«, sagte
er dazu. Konkrete Entscheidungen von Betriebsräten seien allerdings
nicht erkauft worden.
Wie das Magazin weiter berichtet, bestätigte auch Siemens-Vorstand
Johannes Feldmayer, der ebenfalls zum Kreis der Beschuldigten
zählt, gegenüber der Staatsanwaltschaft Nürnberg, dass
der eigentliche Zweck der Honorare die Finanzierung von Schelsky gewesen
sei, damit dieser sich um die Stärkung der AUB kümmere.
Feldmayer, der den umstrittenen Berater-Vertrag aus dem Jahr 2001
unterschrieben hat, habe »die Sache historisch
übernommen«, sagte dessen Anwalt Martin Reymann-Brauer dem
«Stern». Die Überweisungen an Schelsky reichten bis
Anfang der 90er Jahre zurück. Schelsky habe die AUB im großen
Stil subventioniert. Über seine Firma soll er jahrelang
AUB-Mitarbeitergehälter gezahlt haben. Zudem wurden Hotelkosten
und Referenten-Honorare, die bei Betriebsräte-Schulungen der AUB
anfielen, nach Informationen des Magazins oftmals direkt Schelsky in
Rechnung gestellt.
Die AUB teilte mit, über die Höhe der Zahlungen Schelskys an
die Betriebsrats-Organisation sei nichts bekannt. «Sollte es
richtig sein, dass es zwischen Siemens und der Unternehmensberatung
Schelsky ein Vertragsverhältnis hinsichtlich des Aufbaus der AUB
gab, hatten wir auch hiervon keine Kenntnis und distanzieren uns
entschieden», sagte AUB-Bundesvize Ingrid
Brand-Hückstädt in Nürnberg. Sie betonte, die AUB
hänge finanziell nicht am Tropf Schelskys. Die AUB werde weiter
bestehen und sich im Sommer «mit einem neuen Vorstand und einer
neuen Satzung präsentieren».
(Quelle: ddp)
Ab 2008 mehr Geld für Bafög-Empfänger
Fr.01.06.07 - Bafög-Empfänger sollen nach dem Willen von
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ab 2008 mehr Geld
bekommen und anders als bisher ihr ganzes Studium im EU-Ausland
absolvieren können. «Bafög-Empfänger sollen
Vollzeit im Ausland studieren können. Das werden wir
spätestens zum Winter 2008 ändern», sagte Schavan der
«Berliner Zeitung» (Freitagausgabe).
Sie werde sich auch dafür einsetzen, dass dies längerfristig
für alle Länder gelte und nicht auf die EU beschränkt
bleibe, sagte die Ministerin. Bislang müssen Studenten eine
gewisse Zeit in Deutschland studiert haben, um Bafög beziehen zu
können.
Schavan kündigte ferner an, die Bafög-Sätze in den
nächsten zwei Jahren um insgesamt zehn Prozent zu erhöhen.
2008 solle es die erste Erhöhung geben, die zweite Stufe sei
für 2009 geplant. Die Freibeträge beim Bafög sollen
zeitgleich um acht Prozent steigen. «Dies wird dazu führen,
dass mehr Studierende Anspruch auf Bafög erhalten», betonte
die CDU-Politikerin.
(Quelle: ap)
Islam verletzt nach Meinung Giordanos die Würde der Frau
Fr.01.06.07 - Der Islam verletzt nach Auffassung des Publizisten Ralph Giordano die
Würde der Frau. «Die Wahrheit ist, dass die Geschichte des
Islam eine einzige instituierte Entwürdigung der Frau ist»,
sagte Giordano in einem Interview der «Stuttgarter
Nachrichten». Mit Kopftuch oder Burka verhüllte Frauen hatte
Giordano zuvor als «menschliche Pinguine» bezeichnet.
«Dieser Ausdruck richtet sich nicht gegen die muslimische Frau,
sondern gegen die, die sie durch Totalverhüllung in einen
menschlichen Pinguin verwandeln», sagte er.
Der Schriftsteller hatte den geplanten Bau einer Großmoschee in
Köln-Ehrenfeld kritisiert und nach eigener Aussage dafür
Morddrohungen erhalten. Über die geplante Moschee, die Platz
für bis zu 4.000 Gläubige bieten soll, sagte er in dem
Interview: «Diese sakrale Monstranz wäre ein falsches Signal,
weil sie eine gelungene Integration vortäuscht.»
Deutschland stehe aber vielmehr vor dem «Scherbenhaufen einer
total verfehlten Migration», wird der Publizist weiter zitiert.
Millionen Migranten seien nach Deutschland gekommen - und ein
großer Teil sei weder willens noch fähig, sich zu
integrieren. «Seither prallen zwei grundverschiedene Kulturen
aufeinander, und es ist die entscheidende Frage, ob diese beiden
Kulturen miteinander verträglich sind.»
(Quelle: ap)