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Aktuelle Nachrichten
Irak am tausendeinhundertundsiebzehnten Tag nach Erlangung der
formellen Souveränität
Gefahr eines Völkermords für demokratischen
Präsidentenbewerber Obama kein Grund für Verbleib im Irak.
Drei britische Soldaten im Irak bei Angriff getötet. Britischer
Heereschef sieht keine Reserven mehr
Sa.21.07.07 - Die USA können nach Auffassung des demokratischen
Präsidentenbewerbers Barack Obama ihre militärische Macht
nicht zur Lösung humanitärer Probleme in der Welt einsetzen.
Auch die Gefahr eines Völkermordes im Irak nach einem
vollständigen Abzug des US-Truppen sei kein ausreichender Grund
für eine fortgesetzte Stationierung, sagte Obama in einem Interview
der Nachrichtenagentur AP.
«Sehen Sie, wenn das ein Kriterium für Entscheidungen
über die Stationierung von US-Truppen wäre, dann müssten
wir jetzt 300.000 Soldaten in Kongo haben - wo Millionen in ethnischen
Konflikten ermordet wurden. Das haben wir nicht», sagte der
Senator. «Dann würden wir einseitig den Sudan besetzen - was
wir nicht getan haben.» Konflikte wie im Irak und Sudan
müssten mit Diplomatie gelöst werden, betonte Obama.
Militärische Anstrengungen und Schutztruppen könnten eine
wichtige Rolle spielen, wenn sie ein internationales Mandat hätten.
Dies sei im Irak nicht der Fall.
Bei einem Angriff auf einen britischen Stützpunkt im Südirak
sind drei Soldaten getötet und mehrere weitere verwundet worden,
wie ein Militärsprecher am Freitag mitteilte. Major Matthew Bird
erklärte, das Lager am Flughafen von Basra sei am Donnerstag
mehrmals mit Mörsern oder Raketen beschossen worden. Bei einem
dieser Angriffe seien drei Angehörige der Luftwaffe ums Leben
gekommen. Etliche Verletzte würden im Militärkrankenhaus
behandelt.
In diesem Monat wurden damit bislang sechs britische Soldaten im Irak
getötet, seit Kriegsbeginn im März 2003 sind es 161. Derzeit
sind noch rund 5.500 Soldaten im Irak stationiert. Für die Angriffe
sind meist schiitische Milizionäre verantwortlich.
Das britische Heer hat durch die Belastungen im Irak und Afghanistan
kaum noch Reserven, auf unerwartete Ereignisse zu reagieren. Das geht
aus einem vertraulichen Vermerk von Heereschef General Richard Dannatt
hervor, das in der Samstagausgabe der Londoner Zeitung «Daily
Telegraph» abgedruckt wurde.
«Unsere Reserven, auf das Unerwartete zu reagieren (und ebenso
für die laufenden Operationen) sind nahezu nicht vorhanden»,
schrieb Dannatt. «Wir haben fast keine Kapazität mehr, auf
Unerwartetes zu reagieren.» Es sei von großer Wichtigkeit,
sich mit der Personalkapazität zu befassen. Er halte die Situation
zwar noch für handhabbar, Sorge machten ihn aber die langfristigen
Auswirkungen des Ausmaßes der derzeitigen Einsätze auf
Soldaten, Ausrüstung und die zukünftige operationale
Einsatzfähigkeit, schrieb Dannatt in dem Memo.
Das britische Verteidigungsministerium erklärte zu der Notiz des
Heereschefs, man habe bereits erklärt, dass bei anhaltender
Belastung der Streitkräfte auf dem derzeitigen Niveau die
Planungsvorgaben überarbeitet werden müssten.
Großbritannien will seine Truppen in Afghanistan bis Ende des
Jahres auf 7.700 Mann verstärken. Im Irak sind 5.500 Soldaten
stationiert.
boa, (Quelle: ap)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 21.07.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am siebenhundertzweiundfünfzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Do.07.06.2007 - .Der Irak-Krieg hat bereits fast 3.500 US-Soldaten das Leben gekostet.
Mit dem Tod von vier amerikanischen Soldaten am Mittwoch stieg die Zahl
nach Zählung der Nachrichtenagentur AP auf 3.498.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
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'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus.
Auf zwischen 8.000 bis 10.000 schätzt Ruth Benn vom National War
Tax Resistance Coordinating Committee in New York die Zahl der
US-Bürger, die aus Protest gegen Kriege ihre Steuern gar nicht
mehr oder nicht vollständig zahlen. Gross erzählt, er habe
sich zu Beginn des Irak-Kriegs selbst nicht ins Gesicht sehen
können. «Ich wusste, dass die Bomben, die fielen, zum Teil
mit meinen Steuergeldern bezahlt wurden. Ich musste wirklich etwas tun,
um meine Mittäterschaft zu beenden.»
Viele Steuerverweigerer leiten das Geld, das sie einbehalten, nach
eigenen Angaben an wohltätige Organisationen weiter. Andere, wie
Joanne Sheehan aus Norwich, achten darauf, dass ihr Einkommen komplett
unter dem steuerpflichtigen Limit bleibt. «Ich verstehe nicht,
warum ich für den Frieden arbeiten und für den Krieg bezahlen
soll», sagt Sheehan schulterzuckend.
Gross verdiente als technischer Redakteur fast 100.000 Dollar (72.000
Euro) im Jahr. Zunächst wusste er nicht genau, wie hoch die
Gehaltskürzung ausfallen müsste, damit er unter den
Steuergrenzwert fiel. Später fand er heraus, dass er dafür
nur noch weniger als den Mindestlohn verdienen durfte. Heute achtet er
genau darauf, was er ausgibt und schafft es so, von etwa 15.000 Dollar
(knapp 11.000 Euro) im Jahr zu leben.
Der 38-Jährige räumt ein, dass die Zahl der
Kriegssteuerverweigerer zu klein ist, um den Krieg im Irak zu beenden.
«Aber ich denke, wir weisen den Leuten, die sich in der
Anti-Kriegs-Bewegung engagieren, den Weg», sagt Gross. «Ich
kann mich selbst im Spiegel ansehen und wenigstens sagen, dass ich ihn
(den Krieg) nicht unterstütze. Wenigstens bin ich nicht Teil der
Maschinerie.»
Der IRS, die oberste Steuerbehörde der USA, ist angesichts der
Verweigerer selbstverständlich nicht gerade begeistert. Zwar
hätten Steuerzahler das Recht, ihre Meinung kundzutun,
erklärte IRS-Sprecherin Dianne Besunder. Sie seien jedoch nach wie
vor verpflichtet, Steuern zu zahlen. Denn Steuerverweigerer stellten
für diejenigen Steuerzahler, die ihren gerechten Anteil
entrichteten, eine unzulässige Belastung dar, kritisierte Besunder.
Doch nicht nur der IRS sind die Verweigerer ein Dorn im Auge. John
Ubaldi von der Organisation Move America Forward, die das Militär
und den Krieg gegen den Terror unterstützt, sagt, eine Regierung
könne mit dieser Haltung nicht funktionieren. Die
Steuerverweigerer sendeten außerdem ein falsches Signal an
Terroristen, indem sie den Eindruck vermittelten, dass die USA nicht
hinter dem Irak-Krieg stünden, erklärte Ubaldi.
Zwar erhöht ein neues Gesetz die Strafen für inkorrekte
Steuererklärungen um das Zehnfache auf 5.000 Dollar. Doch ins
Gefängnis müssen nur die wenigsten der Steuerverweigerer.
Wenn eine Reihe von Mahnungen keinen Erfolg zeigt, zieht der IRS das
ausstehende Geld direkt vom Gehalt der Widerständler ab oder holt
es sich von deren Konten - Strafgebühren und Zinsen inklusive.
«Sie sind sehr höflich, was die ganze Sache ein wenig
langweilig macht», sagt Rosa Packard aus Greenwich, die aus
Protest seit langem keine Steuern mehr zahlt.
(Quelle: ap)
US-Präsident Bush erlässt Folterverbot bei Verhören
Sa.21.07.07 - US-Präsident George W. Bush hat am Freitag ein Verbot von Folter
beim Verhör von Terrorverdächtigen erlassen. Bush
unterzeichnete eine Verfügung, die brutale und unmenschliche
Behandlung, Erniedrigung und die Verunglimpfung des Glaubens eines
Häftlings untersagt. Bush hat bislang erklärt, die USA
praktizierten keine Folter. Welche Verhörmethoden künftig
erlaubt sind, wollte das Weiße Haus nicht sagen.
Bushs Anordnung zufolge muss außerdem die Versorgung der
Grundbedürfnisse von terrorverdächtigen Häftlingen
sichergestellt sein. Sie müssen demnach angemessene Ernährung
und Wasser erhalten, vor der Witterung geschützt werden sowie die
notwendige Kleidung und grundlegende medizinische Versorgung erhalten.
Washington wurde weltweit wegen seiner Verhörmethoden kritisiert,
darunter das so genannte Waterboarding, eine Foltermethode, bei der der
Gefangene zu ertrinken glaubt.
(Quelle: ap)
Nahost-Konflikt
Olmert fordert Syrien zu direkten Friedensgesprächen auf. Israel
lässt wie angekündigt 255 palästinensische
Häftlinge frei
Sa.21.07.07 - Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat den syrischen
Präsidenten Bashar al-Assad zu direkten Friedensgesprächen
aufgefordert. Wie der israelische Rundfunk berichtete, sagte Olmert,
Assad solle nicht auf die Vermittlung der USA warten. Jedoch müsse
sich der syrische Staatschef darüber im Klaren sein, dass Israel
einen Rückzug von den im Sechs-Tage-Krieg 1967 eroberten
Golan-Höhen nicht als Vorbedingung akzeptieren werde.
Israel hat am Freitag wie angekündigt 255 palästinensische
Häftlinge freigelassen. Die meist zur Fatah-Organisation von
Präsident Mahmud Abbas gehörenden Gefangenen wurden in Bussen
ins Westjordanland gebracht. Zahlreiche Angehörige und
Fatah-Anhänger versammelten sich bereits in den Morgenstunden zum
geplanten Festakt. Keiner der Häftlinge gehört zur
radikal-islamischen Hamas oder zum Islamischen Dschihad. Mit der
Freilassung will die israelische Regierung die Position von Abbas
stärken.
boa, (Quelle: dpa)
Frankreich und Großbritannien rufen zum Handeln in
Darfur-Krise auf
Sa.21.07.07 - Frankreich und Großbritannien haben die Staatengemeinschaft am
Freitag zum Handeln in der Darfur-Krise aufgerufen. «Die Menschen
sterben und leiden, und das muss endlich aufhören», sagte der
französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach einem
Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown. Brown schloss
einen härteren Kurs gegenüber der sudanesischen Regierung
nicht aus: «Wenn nichts geschieht, sind wir bereit, als einzelne
Staaten die Sanktionen zu verschärfen.»
Die Außenminister beider Länder würden nach New York
reisen, um sich dort für die «schnellstmögliche
Verabschiedung» einer UN-Resolution zu Darfur einzusetzen, sagte
Brown. Die Resolution soll die Stationierung einer gemeinsamen
Friedenstruppe der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen in der
sudanesischen Krisenregion in Gang setzen. Dem Konflikt fielen laut UN
schon 200.000 Menschen zum Opfer, 2,5 Millionen Menschen wurden zu
Flüchtlingen.
Sobald die Resolution verabschiedet ist, wollen Sarkozy und Brown
gemeinsam in die zentralafrikanische Region reisen, wie Brown sagte.
Sein Land werde substanzielle Wirtschaftshilfe leisten, wenn eine
Waffenruhe dies möglich mache. Was sich in Darfur ereigne, sei eine
«große menschliche Tragödie», sagte der
britische Premierminister.
(Quelle: ap)
Präsident des Tschads will EU-Friedenstruppe für sein Land
Sa.21.07.07 - Der tschadische Präsident Idriss Deby will die Stationierung einer
EU-Friedenstruppe in seinem Land zum Schutz der Flüchtlinge aus der
sudanesischen Nachbarregion Darfur akzeptieren. «Es ist
notwendig», sagte er am Donnerstag nach einem Treffen mit dem
französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy in Paris. Die
Initiative zu der Truppe kommt vom französischen
Außenminister Bernard Kouchner, am Montag will die EU mit der
konkreten Planung für ihre Entsendung beginnen.
Nach UN-Angaben leben in den Flüchtlingslagern im Tschad an der
Grenze zum Sudan 230.000 Menschen. Die EU will zu ihrem Schutz im
kommenden Jahr 1.500 bis 3.000 Soldaten für zunächst
zwölf Monate entsenden. Die Verhandlungen über die
Einzelheiten seien noch nicht abgeschlossen, sagte Deby. Der Tschad
halte es aber für wichtig, dass die internationale Gemeinschaft die
Flüchtlinge auf seinem Territorium schütze und das Eindringen
der arabischen Reitermilizen Dschandschawid unterbinde.
Die Gewalt aus der benachbarten Krisenregion Darfur, der schon 200.000
Menschen zum Opfer gefallen sind, hat in den vergangenen Monaten
mehrmals auf den Tschad übergegriffen.
(Quelle: ap)
Versorgungslage in Simbabwe verschlechtert sich weiter
Sa.21.07.07 - Im inflationsgeplagten Simbabwe verschlechtert sich die Versorgung der
Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern immer weiter. Am
Freitag führte eine Ankündigung der Regierung, ein spezielles
System zum Erwerb von Benzin auslaufen zu lassen, zu chaotischen
Zuständen in der Hauptstadt Harare. Nicht nur Autofahrer sind auf
Benzin angewiesen, auch Gewerbetreibende benötigen wegen der
häufigen Stromausfälle für ihre Generatoren Kraftstoff.
Wegen der galoppierenden Inflation hatte die Regierung ein System
entwickelt, das es Simbabwern bisher ermöglichte, gegen Dollar
Coupons zu erwerben, die dann zum Bezug von Benzin berechtigten. Diese
Coupons - die wegen der Inflation frühzeitig gekauft und dann
gehortet wurden - sollen ab 1. August nicht mehr gelten, wie die
Regierung am Donnerstag mitteilte. Seither bilden sich an den wenigen
Tankstellen des Landes endlose Schlangen, und die Abgabe von Benzin
wurde rationiert.
Bereits Ende Juni hatte die Regierung von Präsident Robert Mugabe
als Maßnahme gegen die Inflation von rund 4.500 Prozent
Preissenkungen für Lebensmittel angeordnet. Dadurch brach die
Versorgung mit Grundnahrungsmitteln annähernd zusammen. Zahlreiche
Geschäftsleute, die sich weigerten, die Preise anzupassen, wurden
festgenommen. Der staatliche Rundfunk berichtete am Freitag, drei
Direktoren der größten Supermarktkette des Landes seien
verhaftet worden.
«Ich bin jetzt durch drei Supermärkte gejagt»,
berichtet Marjory Wessels, eine Hausfrau aus der Stadt Gweru, 200
Kilometer von Harare entfernt. Alles was sie gefunden habe, sei Kaffee.
Die Grundnahrungsmittel wie Brot, Mais, Eier, Fleisch und Milch sind
seit den erzwungenen Preiskontrollen praktisch aus den Regalen der
Supermärkte verschwunden. Auch in privaten Apotheken gibt es viele
wichtige Medikamente nicht mehr. Außerhalb der Hauptstadt ist die
Versorgungslage noch problematischer.
Die Inflation in Simbabwe beträgt nach Regierungsangaben 4.500
Prozent - die höchste Rate weltweit. Private Finanzunternehmen
gehen jedoch von bis zu 9.000 Prozent aus. Bereits am Dienstag hat die
Welternährungsorganisation (FAO) in Rom vor der katastrophalen
Versorgungslage in Simbabwe gewarnt. Immer mehr Menschen litten dort an
Unterernährung, hieß es.
(Quelle: ap)
Afghanistan: Taliban bekennen sich zur Entführung von zwei
Deutschen
Sa.21.07.07 - Die Taliban haben sich am Freitag zur Entführung von zwei
Deutschen in Afghanistan bekannt. Für ihre Freilassung forderte
Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi den Abzug der deutschen Soldaten aus
Afghanistan. In der Provinz Ghasni überfielen die Taliban am
Donnerstag einen Bus und entführten 18 südkoreanische
Fahrgäste, unter ihnen 15 Frauen. Bei ihnen handelt es sich
möglicherweise um Mitglieder einer südkoreanischen Kirche.
Die zwei Deutschen waren am Mittwoch mit fünf ihrer einheimischen
Kollegen entführt worden. Sie arbeiteten an einem Dammprojekt. Der
Vorfall trug sich in der Provinz Wardak in Zentral-Afghanistan zu, wie
das Bundesaußenministerium bestätigte. Die Polizei der
Provinz ging von «gewöhnlichen Verbrechern» als
Täter aus.
Taliban-Sprecher Ahmadi sagte am Freitag telefonisch, es werde
untersucht, wer die Südkoreaner seien und was sie in Afghanistan
machten. Anschließend werde die Taliban-Führung über ihr
Schicksal entscheiden. Gegenwärtig gehe es der Gruppe gut, sagte
Ahmadi. Nach Angaben des stellvertretenden Polizeichefs von Ghasni,
Mohammad Saman, wurde der Bus am Donnerstag überfallen, als er auf
dem Weg von Kandahar im Süden des Landes nach Kabul war.
Möglicherweise hätten die Entführer einen Hinweis auf
den Bus erhalten, erklärte Saman.
Ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums konnte
keine weiteren Einzelheiten nennen. Die südkoreanische
Nachrichtenagentur Yonhap berichtete am Freitag, die Entführten
seien Mitglieder der Saemmul-Gemeinde-Kirche in Bundang südlich von
Seoul. Eine Kirchenvertreterin bestätigte, dass 20 Mitglieder zum
freiwilligen Dienst in Afghanistan seien. Sie könnten
gegenwärtig nicht erreicht werden.
Am 28. Juni war ein weiterer Deutscher verschleppt und nach einer Woche
wieder freigelassen worden. Ob in seinem Fall Lösegeld bezahlt
wurde, war nicht bekannt.
Anschläge haben in Afghanistan weitere acht Menschen das Leben
gekostet. Bei einem Autobombenanschlag auf einen Konvoi der
US-geführten Koalitionstruppen wurden am Freitag in der
südlichen Provinz Helmand zwei Zivilpersonen getötet. Zwei
Soldaten wurden nach Militärangaben leicht verletzt. Ebenfalls in
Helmand töteten Taliban-Kämpfer am Donnerstag bei einem
Angriff sechs Polizisten. Zwei weitere wurden verletzt, wie der
Polizeichef der Provinz, Muhammad Hussein, erklärte.
(Quelle: ap)
Pakistans Oberstes Gericht setzt suspendierten Richter wieder ein
Sa.21.07.07 - Der Oberste Gerichtshof Pakistans hat die Suspendierung des Obersten
Richters des Landes, Iftikhar Chaudhry, für nicht
rechtmäßig erklärt. Wie das Gericht am Freitag in
Islamabad mitteilte, darf der von Staatspräsident Pervez Musharraf
im März geschasste Richter seine Funktion wieder ausüben. Die
von Musharraf gegen Chaudhry erhobenen Beschuldigungen wies das Gericht
zurück. In den vergangenen Monaten hatten im ganzen Land zahlreiche
Demonstrationen gegen die Entscheidung des Präsidenten
stattgefunden.
Chaudhry war von Musharraf unter anderem der Vetternwirtschaft und des
Amtsmissbrauchs beschuldigt worden. Er soll demnach seine Stellung
missbraucht haben, um seinem Sohn hohe Posten verschafft,
Dienstfahrzeuge privat genutzt und anderen Richtern nachspioniert haben.
Der Jurist hattte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und von
einer politisch motivierten Entlassung gesprochen.
Die Opposition warf dem Militärmachthaber Musharraf vor, mit
seinem Vorgehen gegen Chaudhry die Justiz schwächen zu wollen, um
seine Ausgangslage vor den anstehenden Wahlen zu verbessern. Musharrafs
Amtszeit läuft Ende des Jahres ab; der Präsident strebt ein
weiteres Fünf-Jahres-Mandat an.
(Quelle: afp)
Noch kein Zeitplan für weitere Abrüstung Nordkoreas
Sa.21.07.07 - Die Gespräche zum Stopp des nordkoreanischen Atomprogrammes sind
am Freitag ohne einen konkreten Zeitplan für die Abschaltung aller
Reaktoren zu Ende gegangen.
Vertreter der sechs Länder wollen nun im September zu einer neuen
Gesprächsrunde zusammenkommen, wie die chinesische Delegation
mitteilte. An den Verhandlungen nehmen neben Nord- und Südkorea,
China, die USA, Russland und Japan teil.
Nordkorea legte in dieser Woche wie im Februar vereinbart die fünf
Atomanlagen in Yongbyon still. Einen konkreten Termin für das Ende
aller nuklearen Aktivitäten lehnte das kommunistisch regierte Land
aber ab. Die USA hatten darauf gedrängt, hierfür eine Frist
bis Jahresende zu setzen.
Gleichwohl zeigte sich US-Chefunterhändler Christopher Hill
zuversichtlich, dass die zweite Abrüstungsphase noch 2007
abgeschlossen werden könne. Dabei muss Nordkorea seine
Atomgeheimnisse preisgeben und den Komplex in Yongbyon endgültig
betriebsunfähig machen. Im Gegenzug erhält der verarmte und
international isolierte Staat 950.000 Tonnen Öl. Für die
Stilllegung seiner Atomanlagen bekommt Nordkorea 50.000 Tonnen
Schweröl.
Der chinesische Chefdelegierte Wu Dawei bekräftigte, dass
Nordkorea sich weiter der atomaren Abrüstung verpflichtet
fühle. Im September solle der Fahrplan für weitere Schritte
festgelegt werden. Danach sei so schnell wie möglich ein Treffen
der sechs Außenminister geplant, die nach Wegen für mehr
Sicherheit in der Region suchen wollen.
Bis zum nächsten Treffen im September sind weitere Gespräche
auf Expertenebene unter zu Energielieferungen, technischen Fragen im
Zusammenhang mit den Abrüstungsschritten sowie den gespannten
Beziehungen Nordkoreas zu den USA und Japan geplant.
(Quelle: rtr)
Kosovo-Resolution im Weltsicherheitsrat zurückgezogen
Sa.21.07.07 -Der Weltsicherheitsrat wird sich nach ergebnislosen Verhandlungen
vorerst nicht weiter mit der Zukunft des Kosovos befassen. Die
Unterstützer einer Resolution über den künftigen Status
der serbischen Provinz zogen ihren Entwurf nach anhaltendem Widerstand
Russlands am Freitag zurück. Über das Thema werde nun die
Kosovo-Kontaktgruppe beraten, verlautete aus Diplomatenkreisen in New
York. Der kosovarische Ministerpräsident Agim Ceku erklärte
die Verhandlungen im Sicherheitsrat für gescheitert.
Die Verfechter des jüngsten Resolutionsentwurfs für die
Zukunft des Kosovos, darunter die USA und die EU, erklärten, die
Frage nach dem künftigen Status der Provinz müsse rasch
gelöst werden. Moskau hat kritisiert, der Entwurf steuere bereits
auf eine Unabhängigkeit des Kosovos zu. Ceku sagte, das Parlament
könne Ende des Monats eine Erklärung verabschieden, wonach
die Provinz sich am 28. November - einem historischen Feiertag -
unabhängig erkläre. Dabei handele es sich aber nur um eine
Idee, betonte Ceku. Der Vorschlag müsse noch weiter diskutiert
werden.
(Quelle: ap)
Frankreich und Großbritannien starten Initiative für
EU-Ökosteuer - Ziel: Geringere Mehrwertsteuer für umweltschonende Produkte
Sa.21.07.07 - Frankreich und Großbritannien wollen die Mehrwertsteuer für
Öko-Produkte in der EU senken. Geplant sei eine «sehr starke
Initiative zum Schutz der Umwelt», sagte Staatspräsident
Nicolas Sarkozy am Freitag nach einem Treffen mit dem britischen
Premierminister Gordon Brown. So rasch wie möglich würden die
Finanzminister beider Länder nach Brüssel reisen, um dort
für den Vorschlag einer reduzierten Mehrwertsteuer zu werben.
«Es ist doch nicht normal, dass ein Auto, das die Umwelt
verschmutzt, billiger ist als ein sauberes», sagte Sarkozy. Das
geplante Ausmaß der Steuersenkungen ließ er zunächst
offen.
Brown sprach von einem «starken Signal». Es müssten
«Anreize für die Verbraucher geschaffen werden,
umweltschonende Produkte zu kaufen». Dies gelte vom
Kühlschrank bis zum Auto. Man werde bei der EU-Kommission und beim
EU-Finanzministerrat für die Initiative werben und hoffe auf breite
Unterstützung der anderen EU-Staaten.
(Quelle: ap)
Frankreichs Präsident Sarkozy 'sehr betroffen' über neue
Selbstmorde in Firmen
Sa.21.07.07 - Die Selbstmord-Serie in französischen Großunternehmen ruft
mittlerweile auch in der Staatsspitze Besorgnis hervor. Präsident
Nicolas Sarkozy sei "sehr betroffen" über die Fälle von
Selbsttötung am Arbeitsplatz, sagte sein Sprecher David Martinon in
Paris. Der Präsident wolle, dass die Selbstmorde genau untersucht
würden, um "Abhilfe für diese Probleme zu schaffen". Am
Mittwoch hatte sich in Paris eine Ingenieurin des Atomkonzerns Areva
aus dem Fenster gestürzt; wenige Tage zuvor hatte sich ein
Mitarbeiter des Autobauers Peugeot-Citroën in einem Firmenlager
erhängt. Seit dem Herbst nahmen sich über ein Dutzend
Franzosen am Arbeitsplatz das Leben.
Mit den Selbstmorden setze sich "eine traurige Reihe" fort, sagte
Sprecher Martinon am Donnerstagabend. Zuvor hatte sich schon
Arbeitsminister Xavier Bertrand betroffen "über diese menschlichen
Dramen" geäußert. Das Ministerium setzte sich demnach mit dem
Personalbüro von Peugeot-Citroën (PSA) in Verbindung, "um
eine Bilanz der Lage zu ziehen". Seit Anfang des Jahres gibt es bei dem
Autobauer bereits sechs Selbstmorde.
Die Gewerkschaft forderte die Unternehmensführung nach dem letzten
Fall im ostfranzösischen Mülhausen auf, die Suizide von
unabhängigen Experten untersuchen zu lassen. Ein unvoreingenommener
Betrachter von außen könne "den übermäßigen
Stress" in der Firma besser beurteilen als die Chefetage. PSA sagte
danach eine Untersuchung mit einem Krankenhauspsychiater zu.
Peugeot-Citroën hatte schon Anfang Juli eine kostenlose
Servicenummer eingerichtet, bei der überforderte Mitarbeiter sich
beraten lassen können. Im Falle der Areva-Ingenieurin war laut
Gewerkschaften nicht klar, ob sich die 48-jährige aus
persönlichen Gründen das Leben nahm oder wegen ihrer
Arbeitsbelastung.
Auch beim Autobauer Renault und beim französischen Energieriesen
EDF nahmen sich in den vergangenen Monaten mehrere Mitarbeiter das
Leben. Renault gab "Spannungen" in der Belegschaft wegen der hoch
gesteckten Ziele des Unternehmens zu. Auch beim französischen
Catering-Konzern Sodexho beging eine Angestellte Selbstmord.
In Frankreich gab es im Jahr 2004 insgesamt 10.798 Selbstmorde - fast
genau so viele wie in Deutschland im selben Jahr. Dabei hat Frankreich
nur rund 63 Millionen Einwohner, während es 82 Millionen in
Deutschland sind.
(Quelle: afp)
Deutschland
Kein Baby-Boom mit neuem Elterngeld
Sa.21.07.07 - Das neue Elterngeld hat in seinem ersten Quartal keinen Baby-Boom
ausgelöst. In den ersten drei Monaten des Jahres seien 149 300
Kinder geboren worden und damit nur wenige mehr als vor Jahresfrist,
teilte das Statistische Bundesamt destatis am Freitag in Wiesbaden mit.
Die Zahl lag um 0,4 Prozent über dem Wert aus dem ersten Quartal
2006, dem Jahr mit den wenigsten Geburten in der Geschichte der
Bundesrepublik. Die Zahl der Jungen lag in den ersten drei Monaten 2007
mit 76 700 deutlich über dem Wert der neugeborenen Mädchen (72
600).
Das Elterngeld, das berufstätige Väter und Mütter
stärker unterstützt, war Anfang Mai 2006 in der großen
Koalition grundsätzlich beschlossen worden, so dass gezielte
Zeugungen theoretisch möglich gewesen wären. Das zu
Jahresbeginn in Kraft getretene Gesetz trägt jedoch das Datum vom
5. Dezember 2006.
Nach früheren destatis-Angaben sind im ersten Quartal knapp 60 000
Anträge auf Elterngeld eingegangen, von denen 58 417 bewilligt
wurden. Knapp sieben Prozent der Anträge stammten von den
Vätern der Neugeborenen, was gegenüber dem vorherigen
Erziehungsgeld zumindest eine Verdoppelung des Männeranteils
bedeutet. Die Mehrheit aller Antragsteller erhielt nur die
Mindestförderung von 300 Euro pro Monat. Endgültige Aussagen
über die Nutzung des Elterngeldes sind aber nicht möglich, da
es auch rückwirkend und von jedem Elternteil einzeln beantragt
werden kann. Entscheiden sich beide Elternteile für eine
Betreuungszeit, können sie wie Alleinerziehende bis zu 14 Monate
lang Unterstützung erhalten.
Den Geburten standen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres
206 500 Sterbefälle gegenüber (minus 0,5 Prozent), so dass die
Bevölkerungszahl um 57 200 sank. Im gleichen Vorjahreszeitraum
waren 1100 Menschen in Deutschland mehr gestorben und der Negativ-Saldo
mit 58 900 noch größer.
Das Bundesamt legte am Freitag auch endgültige Zahlen aus der
Bevölkerungsstatistik 2006 vor. Mit 672 675 lebend geborenen
Kindern verzeichneten die Standesämter die niedrigste Geburtenzahl
in der Geschichte der Bundesrepublik. Gegenüber dem Vorjahr
bedeutete das einen nochmaligen Rückgang der Geburten um 1,9
Prozent. Die Sterbefälle gingen ebenfalls um 1,0 Prozent auf 821
600 zurück.
(Quelle: dpa)
Bundesagentur wird Geld für Weiterbildung nicht los
Sa.21.07.07 - Wegen der guten Konjunktur wird die Bundesagentur für Arbeit (BA)
ihr Geld für Weiterbildungen nicht los. BA-Vorstand Raimund Becker
sagte der «Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe) laut
Vorabmeldung, das Programm werde kaum in Anspruch genommen. Von den 200
Millionen sind in diesem Jahr demnach nur fünf Millionen Euro
abgerufen worden.
Mit dem Geld will die BA un- und angelernte Arbeiter in Kurse schicken,
wo sie zusätzliche Qualifikationen erwerben sollen, wie das Blatt
schreibt. Die BA bezahlt die Kurse und die Löhne in dieser Zeit,
so dass die Teilnahme für Unternehmer und Arbeitnehmer kostenlos
ist. «Wir trommeln dafür mittlerweile im zweiten
Jahr», sagte Becker. Aber Firmen seien angesichts der guten
Auftragslage nicht bereit, ihre Arbeiter zu entbehren. Die BA will
deswegen laut Becker im Herbst 220 Weiterbildungsberater einstellen,
die Chefs vom Nutzen des Programms überzeugen sollen.
(Quelle: ap)
DGB fordert Gesetz gegen Benachteiligung von Frauen
Sa.21.07.07 - Als alarmierend sieht der DGB die von EU-Kommissar Vladimir Spidla
genannte systematische Benachteiligung von Frauen mit Kindern bei der
Entlohnung. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock sagte
am Freitag im WDR-Interview, die Zahlen würden «zum Himmel
schreien»; der Durchschnittsverdienst der Frauen in Deutschland
liege zwischen 22 und 26 Prozent unter dem der Männer. Die Studie
der EU bestärke den Gewerkschaftsbund in der Forderung nach einer
gesetzlichen Regelung.
Sehrbrock verwies auf entsprechende Gesetze im Ausland. «In
Deutschland haben wir eine lockere Vereinbarung zwischen der Regierung
und den Arbeitgebern», erklärte sie. «Wir waren ja
immer der Meinung, dass man eine gesetzliche Grundlage braucht. Und die
Studie der Europäischen Kommission bestärkt uns
natürlich. Sie ist Wasser auf unsere Mühlen, dass es dringend
erforderlich ist für die Betriebe, verbindliche Regelungen zu
schaffen.»
Die Deutschen sähen diesbezüglich auch europaweit sehr
schlecht aus, sagte die Stellvertreterin von DGB-Chef Michael Sommer.
«Wir sind von der Europäischen Kommission gerügt worden.
Und ich denke, deshalb muss jetzt auch etwas geschehen - nicht nur auf
der gesetzlichen Ebene.» Natürlich seien auch die
Betriebsräte und Unternehmensleitungen gefordert, sicherzustellen,
dass auf der Grundlage von Tarifverträgen eine faire Eingruppierung
von Männern und Frauen erfolge. «Davon sind wir in vielen
Fällen noch weit entfernt», sagte Sehrbrock. Sie betonte,
die Tarifverträge als solche seien in der Regel nicht
diskriminierend, aber die Eingruppierung sei der entscheidende Punkt.
(Quelle: ap)
Atomskepsis der Bundesbürger wächst
Sa.21.07.07 - Nach den Zwischenfällen in den Meilern Krümmel und
Brunsbüttel wächst die Skepsis der Bundesbürger
gegenüber der Atomenergie. Inzwischen lehnen 54 Prozent der
Deutschen eine über 2021 hinausgehende Nutzung der bestehenden
Kernkraftwerke ab, wie das am Freitag veröffentlichte
ZDF-»Politbarometer» ergab. Im März waren es noch 49
Prozent. Statt zuvor 44 Prozent wollen jetzt nur noch 39 Prozent der
über 1.000 Befragten die Atomkraftwerke länger nutzen als
nach dem Ausstiegsszenario bisher gesetzlich geregelt ist.
(Quelle: ap)
Umweltschützer kritisieren Verflechtungen zwischen Atomindustrie
und Kontrollbehörden
Sa.21.07.07 - Umweltschützer kritisierten am Freitag bestehende Verflechtungen
zwischen Atomindustrie und Kontrollbehörden. So sei der wegen der
Zwischenfälle von Vattenfall entlassene Atom-Chef Bruno Thomauske
früher beim Bundesamt für Strahlenschutz für die
Genehmigung von Atommüllzwischenlagern zuständig gewesen,
sagte der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern, Hubert Weiger.
Es müsse verboten werden, dass verantwortliche Beamte von
Aufsichtsbehörden zu Stromkonzernen wechseln. Solche Regelungen
seien etwa auch im militärischen Bereich üblich, sagte Weiger.
Der Chef des größten deutschen Atomenergiebetreibers E.ON
räumte unterdessen ein, dass die Kernenergie nicht die Lösung
aller Probleme sei. Die Technologie erlaube es aber, Zeit zu gewinnen,
«bis andere Energieträger ausreichend zur Verfügung
stehen, sagte E.ON-Chef Wulf Bernotat der «Süddeutschen
Zeitung». Er hoffe, dass die nächste Bundestagswahl eine
andere politische Mehrheit bringe, die einen Weiterbetrieb der
Atomkraftwerke ermögliche.
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast forderte indes erneut
einen Lizenzentzug von Vattenfall. Auch einer Beweislastumkehr bei der
Kraftwerkssicherheit stehe sie positiv gegenüber: «Bei einer
Beweislastumkehr müssten die Landesbehörden weniger
Befürchtungen vor unkalkulierbaren Regressforderungen
haben», sagte Künast der «Passauer Neuen Presse».
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium,
Michael Müller, räumte der Übertragung der Beweislast
jedoch schlechte Chancen ein. Er habe bereits 1999 vorgeschlagen, dass
ein Atomkraftbetreiber innerhalb einer bestimmten Zeit nachweisen muss,
dass im Falle eines Unfalles die Folgen auf die Anlage begrenzt
bleiben, sagte der SPD-Politiker im Sender WDR5. «Das konnte sich
damals bei der juristischen Prüfung nicht halten»,
fügte Müller hinzu. Er glaube nicht, dass heute eine
rechtliche Prüfung wesentlich anders aussehe und der
Koalitionspartner CDU bei einer erneuten Prüfung mitmache.
Zunächst sei zu prüfen, ob die Atomaufsicht in ihrer
derzeitigen Form noch zeitgemäß ist.
(Quelle: ap)
Angeblich 3,5 Millionen Euro für zurückgetretenen
Vorstandschef von Vattenfall Europe
Sa.21.07.07 - Der wegen der Pannenserien in Krümmel und Brunsbüttel
zurückgetretene Vorstandschef von Vattenfall Europe, Klaus
Rauscher, erhält nach Informationen der «Berliner
Zeitung» noch 3,5 Millionen Euro. Die Summe des «goldenen
Handschlags» ergebe sich aus seinem Jahresgehalt von rund einer
Million Euro und der Restlaufzeit seines Vertrags von dreieinhalb
Jahren. Vattenfall wollte den Bericht nicht kommentieren. Rauscher war
am Mittwoch zurückgetreten, der Aufsichtsrat bestätigte den
Schritt am Donnerstagabend. Die stellvertretende Vorsitzende der
Grünen-Fraktion, Bärbel Höhn, kommentierte den Bericht
mit den Worten, jetzt wüssten die Kunden genau, wo die
nächste Strompreiserhöhung hinfließe.
(Quelle: ap)
Wissenschaft
Französischer Beamter führt normales Leben mit Mini-Gehirn
Sa.21.07.07 - Ein Beamter, der mit einem winzigen Gehirn ein nahezu normales Leben
führt, hat französische Ärzte in Erstaunen versetzt. Der
Mann sei unlängst ins Krankenhaus gekommen, weil sein linkes Bein
sich schwach angefühlt habe, berichtet die Fachzeitschrift
"Lancet". Eine Computertomografie und eine Kernspintomografie bei dem
44-Jährigen hätten "äußerst ungewöhnliche"
Bilder erbracht, sagte der Arzt Lionel Feuillet vom Marseiller
Krankenhaus La Timone der Nachrichtenagentur AFP. "Das Gehirn war
eigentlich nicht vorhanden."
Neuropsychologischen Untersuchungen zufolge habe der Mann einen
Intelligenzquotienten (IQ) von 75. Der Großteil der
Bevölkerung hat mindestens einen IQ von 85, der Durchschnitt liegt
bei 100. Bei den Untersuchungen habe sich gezeigt, dass die
üblichen Hohlräume im Gehirn sich bei dem Mann massiv
ausgedehnt hätten, sagte Feuillet. "Das Gehirn selbst, also das
graue und weiße Ding, war völlig an den Rand des
Schädels gedrückt." Der zweifache Vater habe trotzdem ein
normales Leben geführt. Obwohl er "eine leichte intellektuelle
Behinderung" habe, sei er nahezu normal entwickelt und habe sich ein
soziales Netz aufgebaut.
(Quelle: afp)