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Irak am 1311ten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Türkei erwägt Militärintervention im Irak - Drohungen
gegen die Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak
erneuert. US-Regierung fordert Bagdad zu energischen Schritten gegen
die PKK auf
Fr.26.10.07 - Wenige Stunden vor einem türkisch-irakischen Krisentreffen zum
Kurdenkonflikt hat die Türkei ihre Entschlossenheit zu einer
möglichen Militärintervention im Irak bekräftigt. Der
türkische Präsident Abdullah Gül erneuerte am Donnerstag
die Drohungen gegen die Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei
Kurdistans (PKK) im Nordirak. Sein Land sei "fest entschlossen, alle
erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Bedrohung zu
beseitigen". Regierungschef Erdogan sagte, über eine Intervention
entscheide allein die Türkei.
Die Geduld der Türkei sei "am Ende", sagte Gül während
eines Treffens der Schwarzmeer-Anrainerstaaten in Ankara. Die
Türkei respektiere zwar die territoriale Integrität des Irak,
könne aber nicht hinnehmen, "dass irakischer Boden für
terroristische Aktivitäten genutzt wird". Erdogan erwiderte auf
eine Mahnung von US-Außenministerin Condoleezza Rice, in dem
Konflikt Zurückhaltung walten zu lassen: "Natürlich kann sie
(Rice) hoffen, dass die Türkei nicht außerhalb ihrer Grenzen
operiert, aber die Entscheidung über die Notwendigkeit einer
solchen Intervention ist unsere Sache."
In Ankara wollte eine irakische Delegation mit führenden
türkischen Politikern über Möglichkeiten zur Entspannung
des Konflikts an der gemeinsamen Grenze beraten. Der türkische
Außenminister Ali Babacan hatte nach seiner Rückkehr aus
Bagdad gesagt, die Abordnung müsse mit konkreten Vorschlägen
kommen, andernfalls sei der Besuch sinnlos. Das Parlament in Ankara
hatte die türkische Regierung Mitte vergangener Woche
ermächtigt, militärisch gegen die PKK-Kämpfer im
Nordirak vorzugehen.
Die türkische Armee vereitelte am Dienstag nach eigenen Angaben
einen weiteren Angriff von PKK-Rebellen auf einen Armeeposten an der
irakischen Grenze. Nach türkischen Medienberichten wurden bei den
Kämpfen rund 30 Rebellen getötet.
Die US-Regierung forderte Bagdad zu energischen Schritten gegen die
Kurdenrebellen auf irakischem Territorium auf. Die irakische Regierung
müsse die Büros der PKK im Nordirak schließen, sagte
eine Sprecherin des Weißen Hauses. Bagdad habe dasselbe bereits
vor einem Jahr zugesagt, die USA verstünden daher die Skepsis
Ankaras.
Die kurdische Regionalregierung im Irak bestritt unterdessen, dass die
verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) Vertretungen im Nordirak
unterhalte.
In Brüssel kam es am Rande einer Kundgebung gegen die PKK zu
gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen jungen Türken und der
Polizei. Dabei wurden laut Polizei etwa zehn Beamte verletzt.
boa (Quelle: afp)
Blick ins Archiv:
Der Krieg gegen Irak begann am 20. März 2003
Knapp zwei Stunden nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Staatschef
Hussein flog die US-Armee erste Luftangriffe auf Bagdad.
US-Präsident Bush hatte
Hussein eine Frist gesetzt, bis zwei Uhr Mitteleuropäischer Zeit das Land zu verlassen.
Der irakische Machthaber hatte zuvor bereits einen Gang ins Exil abgelehnt. Bush erklärte in
einer Fernsehansprache
(19.03.03 - 10:16 P.M. EST / 20.03.03 - 4:15 MEZ) , die erste Phase zur Entwaffnung des Irak sei eingeleitet
worden. Er habe angeordnet, ausgewählte militärische Ziele anzugreifen. Dies sei der Ausgangspunkt
für eine breit angelegte Aktion. Bush räumte ein, der Krieg könnte länger dauern und
schwieriger werden, als manche vorhersagten. Die USA und ihre Verbündeten würden
alles versuchen, um unschuldige Zivilisten zu schonen....
Chronologie des Irak-Kriegs:
Teil 1: 20.03.2003 bis 30.06.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_01.htm#news
Teil 2: 01.07.2003 bis 31.10.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv4/irak_02.htm#news
Teil 3: 01.11.2003 bis 31.12.2003
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv5/irak_03.htm#news
Teil 4: 01.01.2004 bis 31.05.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_04.htm#news
Teil 5: 01.06.2004 bis 31.10.2004
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_05.htm#news
Teil 6: 01.11.2004 bis 30.04.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_06.htm#news
Teil 7: 01.05.2005 bis 31.12.2005
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_07.htm#news
Teil 8: 01.01.2006 bis 26.10.2006
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv6/irak_08.htm#news
Vor einem Jahr:
Irak am achthundertneunundvierzigsten Tag nach Erlangung der formellen Souveränität
Do.26.10.06 - US-Präsident Bush 'sehr besorgt' über Lage im Irak +++
Ehemaliger UN-Waffeninspekteur Hans Blix bezeichnet US-Vorgehen im Irak
als 'reines Versagen' +++ Irakischer Regierungschef Maliki: Werden das
staatliche Gewaltmonopol durchsetzen +++ Gegner des Irak-Kriegs wollen
US-Soldaten mobilisieren...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0610260.htm#news
|
Zitate zur Begründung des Irak-Krieges:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_a
Auszüge aus Powells 'Beweisen' zum Irak vom 5. Februar 2003:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402040.htm#040204_b
... Lügen und Täuschungen, die in
London und Washington produziert wurden, verursachten den Tod von bis
zu 55.000 Irakern, unter ihnen 9.600 Zivilisten... John Pilger, ZNet 05.02.2004... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_b
Iraq Body Count:
http://www.iraqbodycount.net
Fr.29.10.2004 - Einer Studie zufolge sind rund 100.000 Iraker an den Kriegsfolgen
gestorben. Die meisten Todesfälle gingen auf Gewalteinwirkung
zurück, nicht zuletzt durch Luftangriffe der Alliierten, wie es in
der Studie heißt, die auf der Website der renommierten
britischen Medizinzeitschrift «The Lancet» [http://www.thelancet.com]
veröffentlicht wurde... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv3/irak_k01.htm#bodycount
Sa.06.09.2007 - .Der Irak-Krieg hat bereits mindestens 3.813 US-Soldaten das Leben gekostet.
Zur Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Iraker gibt es keine
verlässlichen Angaben.
(Quelle: ap)
«Kanonenfutter für das Pentagon»
... wer sind sie eigentlich - die toten amerikanischen Soldaten?... Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv2/k0402110.htm#040211_a
'Statt des Sohnes kam eine leere Hülle aus dem Irak zurück'
»Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, daß
unsere Familie wieder heil und glücklich ist, seit mein Sohn aus
dem Irak in ein ziviles Leben zurückgekehrt ist. Aber das ist
nicht der Fall. Mein Sohn ist 21 Jahre alt, er ist obdach- und
arbeitslos. Am 11. Januar (2006) hat er sein Auto in den frühen
Morgenstunden an einen Betonpfeiler gefahren. Niemand, der das Auto
sah, konnte sich vorstellen, daß er den Unfall überlebt hat.
Ich erinnere mich an den Tag, als ich den Anruf bekam: Mein Sohn war
zurück aus dem Krieg, zurück in den Staaten. Ich sank
schluchzend zusammen und dankte dem Schöpfer dafür, daß
er am Leben war. Damals hatte ich keine Ahnung, daß alles, was da
aus dem Krieg zurückkehrte, nur eine Hülle war. Der Geist
meines Jungen und seine Seele müssen immer noch irgendwo in den
Straßen des Irak herumirren... «
Georgia Stillwell, Mitglied der Organisation »Military Families
Speak Out«... Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2006/02-10/056.php
US-Offizier verweigert Marschbefehl in den Irak
Sa.24.06.06 - Ein US-amerikanischer Offizier protestiert gegen den Irak-Krieg:
Der 28 Jahre alte Leutnant Ehren Watada verweigerte am
Donnerstag seinen Marschbefehl in den Irak mit der Begründung,
erstens, daß er als Soldat verpflichtet sei, Recht und Gesetz und
die Verfassung der USA zu achten, zweitens, weil er in Irak dazu
gezwungen würde, Kriegsverbrechen zu begehen, und drittens, weil
der Irak-Krieg ein ungerechter und illegaler sei...
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv8/k0606240.htm#060624_f
Die Kosten für den Irak-Einsatz explodieren
Mittwoch 20. Dezember 2006: Seit März 2003 haben die USA für den Einsatz im Irak 350 Milliarden
Dollar aufgewendet. In diesem Jahr bereits kletterten die Kosten des Irak-Einsatzes
auf monatlich acht Milliarden Dollar gegenüber 6,4 Milliarden Dollar monatlich im Vorjahr.
US-Präsident Bush hat weitere 100 Milliarden Dollar (75,9 Milliarden Euro) im Kongress beantragt.
Quellen: ap, afp
'Wenigstens bin ich nicht Teil der Maschinerie' - US-Bürger
verweigern Steuern aus Protest gegen Irakkrieg
Sa.21.07.07 - Als die USA vor mehr als vier Jahren in den Irak einmarschierten, bat
David Gross seinen Vorgesetzten um eine drastische Gehaltskürzung
- er wollte so wenig verdienen, dass er keine Steuern mehr zahlen
müsste, über die der Krieg finanziert wird. Als sein
Arbeitgeber ablehnte, kündigte er kurzerhand. Inzwischen ist der
38-Jährige selbständig und weigert sich, Steuern zu
entrichten. Und er befindet sich in guter Gesellschaft: Immer mehr
Gegner des Irak-Kriegs in den USA drücken ihren Unmut durch
Steuerverweigerung aus....
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/ boa-archiv9/k0707210.htm#07072101
Feldpost aus der Wüste: 'The war as we saw it'
Nicht einmal vier Wochen ist es her, da haben sieben Feldwebel der
amerikanischen Armee ehrlich Zeugnis abgelegt. Von ihrem Krieg, so wie
sie ihn sahen. "The war as we saw it", abgedruckt am 19.August in der
New York Times, las sich nüchtern: eine Epistel ohne Pathos, ein
Epos ohne Helden. In dem Brief aus der Wüste erhoben die einfachen
Soldaten weder elendig Klage über den Alltag in Begdad noch bittere
Anklage gegen den Kriegsherrn im Oval Office. Was sie schrieben, war
schlicht und einfach nur: Amerika kann diesen Krieg nicht gewinnen.
Niemals
Als "wirklich surreal" empfanden die sieben Bürger in Uniform die
rosigen Pinselstriche, mit denen die Heeresführung und die Politik
daheim in Washington ihren Einsatz führten. Sie selbst wähnten
sich im Dunkel, gefangen zwischen "entschlossenen Feinden und
fragwürdigen Verbündeten". Amerikas Versuch, mit seiner
geballten Militärmacht den Bürgerkrieg unter Iraks
Volksgruppen zu ersticken, "wird nur sicherstellen, dass uns langfristig
alle hassen".
Nach vier Jahren US-Besatzung, nach 15 Monaten eigenen Erlebens an der
Front mochten die Feldwebel keinen Sinn mehr in ihrer Mission ausmachen.
"Wir haben die Tyrannei der Bath-Partei durch die Tyrannei von
Islamisten, Milizen und krimineller Gewalt ersetzt"
Als Lichtblick blieb den sieben Sergeanten, im Oktober nach Hause zu
kommen. Doch die Hoffnung trog. Einen aus der Gruppe traf ein Kopfschuss
aus dem Hinterhalt, noch ehe die Feldpost die Heimat erreichte, er
überlebte. Zwei andere Kameraden hatten so viel Glück nicht:
Unterfeldwebel Omar Mora und Oberfeldwebel Yance Gray starben am Montag
dieser Woche bei einem Autounfall. Beide waren Söhne, Väter,
Ehemänner und noch nicht einmal dreißig Jahre alt. Nun sind
sie - Helden.
Aus der Süddeutschen Zeitung 15. September 2007
'The war as we saw it' - New York Times, 19.08.2007:
http://www.nytimes.com/2007/08/19/opinion/19jayamaha.html?_r=2
Britische Denkfabrik nennt Irak- und Afghanistanpolitik 'desaströs'
Mo.08.10.07 - Der Militäreinsatz der USA und ihrer Verbündeten im Irak und
in Afghanistan hat sich nach Einschätzung der britischen
Denkfabrik Oxford Research Group als "Desaster" erwiesen. Die Besatzung
des Irak sei ein "schwerer Fehler" gewesen. Sie bilde den
Nährboden für Generationen von El-Kaida-Anhängern
ähnlich wie die Präsenz der sowjetischen Truppen in
Afghanistan in den 80er Jahren.
Die Inhaftierung tausender Menschen ohne Gerichtsverhandlungen, die
weit verbreitete Folter, Misshandlungen von Gefangenen und die geheime
Verbringung von Verdächtigen in Drittländer seien Wasser auf
die Mühlen "extremistischer Organisationen", heißt es in dem
Bericht. El Kaida verfüge heute über mehr Einfluss als zum
Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September in den USA. Die
westlichen Länder müssten die Gründe dafür
analysieren und eine grundsätzlich andere Politik einleiten.
Die Gruppe empfiehlt unter anderem den Abzug der ausländischen
Truppen aus dem Irak sowie verstärkte diplomatische
Bemühungen - auch gegenüber Syrien und dem Iran.
(Quelle: ap)
Kriegsveteranen kosten USA Milliarden von Dollar
Mi.24.10.07 - Am 11. September 2001 hat er verbrannte Körper aus den Ruinen des
Pentagons geborgen, später hat er in Kuwait und im Irak noch mehr
Grauen erlebt. Heute hält es der ehemalige US-Marine in keinem Job
mehr aus, er kann weder seine Schulden bezahlen noch immer
wiederkehrende Selbstmordgedanken aus seinem gepeinigten Hirn
verscheuchen: Gamal Awad gehört zu der wachsenden Zahl einer neuen
Gruppe von Kriegsveteranen: der «wirtschaftlich Gefallenen»...
Die Kosten für die Versorgung verwundeter US-Rückkehrer aus
den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten könnten nach
Schätzungen annähernd 700 Milliarden Dollar (500 Milliarden
Euro) erreichen, fast so viel wie die Kosten für den gesamten
Irakkrieg. ..
Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv9/k0710240.htm#07102402
|
Kriegskosten der USA bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar geschätzt
Fr.26.10.07 - Der Rechnungshof des US-Kongresses hat die Gesamtausgaben für die
Kriege im Irak und in Afghanistan bis 2017 auf 2,4 Billionen Dollar
(1,7 Billionen Euro) geschätzt. Bisher haben die USA für die
Militäreinsätze in beiden Ländern 604 Milliarden Dollar
(425 Milliarden Euro) ausgegeben, wie das Congressional Budget Office
am Mittwoch in Washington mitteilte. Davon entfielen nur etwa 30
Milliarden auf diplomatische Initiativen und Aufbauhilfen.
Das Weiße Haus wies die Schätzung als Spekulation
zurück. Die Demokraten hingegen sprachen von einem Armutszeugnis
für die Regierung von Präsident George W. Bush. «Die
Schätzung ist meilenweit entfernt von der ursprünglichen
Behauptung einer Summe von 50 Milliarden Dollar, die die Iraker selbst
bezahlen könnten», sagte die Präsidentin des
Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.
Die Schätzung ist die bislang am weitesten reichende Analyse der
Kriegskosten. In der Projektion für die nächsten zehn Jahre
geht der Rechnungshof davon aus, dass weiterhin eine große Zahl
von Soldaten im Irak nötig sein wird. Selbst wenn in sechs Jahren
nur noch 75.000 Soldaten im Irak stationiert wären, würde der
US-Haushalt mit rund einer Billion Dollar (700 Milliarden Euro)
für militärische und diplomatische Kosten sowie mit 705
Milliarden Dollar (495 Milliarden Euro) für Zinszahlungen
fällig.
(Quelle: ap)
Nato-Eingreiftruppe schrumpft auf einen harten Kern
Fr.26.10.07 - Die Nato kann ihr ehrgeiziges Projekt einer 25.000 Soldaten starken
schnellen Eingreiftruppe für Krisenfälle vorerst nicht in
vollem Umfang in die Tat umsetzen.
Die Verteidigungsminister des Bündnisses wollten nun die
Diskussion über ein "schrittweises Vorgehen" vorantreiben, sagte
Nato-Sprecher James Appathurai am Donnerstag beim Treffen der
Nato-Verteidigungsminister im holländischen Noordwijk. Damit ist
gemeint, dass nur noch eine Kerntruppe bislang unbekannter
Größe jederzeit abrufbereit vorgehalten wird. Beim
Nato-Gipfel in Riga vor knapp einem Jahr hatte die Nato ihre
Eingreiftruppe noch für voll einsatzfähig erklärt.
Insgesamt 25.000 Soldaten aus den Mitgliedstaaten sollten nach den
ursprünglichen Plänen jederzeit binnen fünf Tagen in ein
Krisengebiet verlegt werden und dort bis zu 30 Tage im Einsatz bleiben
können. Doch diese Truppenstärke konnte bisher nicht erreicht
werden, denn die Nato hat mit anderen Ländern bereits rund 41.000
Soldaten in Afghanistan im Einsatz.
Mit dem Eindampfen der permanent einsatzbereiten Kräfte wird die
ursprüngliche Sollstärke von 25.000 dem Nato-Sprecher zufolge
aber nicht gekippt. Bei Bedarf solle der Kern rasch aufgestockt werden.
Auch das Aufgabenfeld bleibe gleich. Dieses reicht von der
Bündnisverteidigung über den Kampf gegen den internationalen
Terrorismus und gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen bis
hin zu Rettungsaktionen für gefährdete Zivilisten in
Krisengebieten.
Die Nato-Partner hatten den Aufbau der Eingreiftruppe im November 2002
beschlossen. Ihre ersten Kontingente sind seit Herbst 2004 bereit. Sie
kamen zum Beispiel bei dem schweren Erdbeben in Pakistan im Oktober
2005 zum Einsatz.
(Quelle: rtr)
Raketenabwehrsystem in Osteuropa - US-Verteidigungsminister Gates
fordert Russland zu Zugeständnissen auf
Fr.26.10.07 - US-Verteidigungsminister Robert Gates hat Russland in der
Auseinandersetzung um das Raketenabwehrsystem in Osteuropa zu
Zugeständnissen aufgefordert. Die USA seien den Russen bereits sehr
weit entgegengekommen, nun sei Moskau am Zug, sagte Gates am Donnerstag
während des Rückflugs von der US-Militärbasis Ramstein
nach Washington. «Wir haben viel angeboten. Und ich denke, jetzt
will ich ein bisschen Bewegung von ihrer Seite sehen», sagte
Gates.
Die USA haben unter anderem vorgeschlagen, dass russische Beamte in den
wichtigsten Stützpunkten des Raketenabwehrsystems zugegen sein
könnten, um deren Arbeit zu überwachen. Dies könnte auch
für die geplanten - und von Russland wegen ihrer geographischen
Nähe strikt abgelehnten - Stellungen in Polen und Tschechien
gelten. Washington begründet die Notwendigkeit des Abwehrsystems
mit einer möglichen Bedrohung durch den Iran. Moskau glaubt jedoch
nicht, dass Raketen aus Teheran eine reale Gefahr darstellen.
(Quelle: ap)
USA verhängen neue Sanktionen gegen den Iran
Fr.26.10.07 - Die USA haben am Donnerstag neue drastische Sanktionen gegen den Iran
verhängt und damit ihren Druck auf die Regierung in Teheran
verstärkt. Betroffen seien das iranische Verteidigungsministerium,
die Revolutionsgarde und mehrere Banken, erklärten
Außenministerin Condoleezza Rice und Finanzminister Henry Paulson
am Donnerstag in Washington. Sie sollten damit für die
Unterstützung von terroristischen Organisationen im Irak und im
Nahen Osten sowie für den Verkauf von Raketen und ihre
Atomaktivitäten bestraft werden.
Es ist vermutlich das erste Mal, dass die USA Teile der
Streitkräfte eines anderen Staates zur Terrororganisation
erklärt haben. Die Sanktionen sollen mehr als 20 iranische
Einzelpersonen und Unternehmen unter Kontrolle der Revolutionsgarde vom
amerikanischen Finanzsystem ausschließen. Die iranische
Eliteeinheit Kuds soll wegen ihrer Aktivitäten in Afghanistan, im
Irak und im Nahen Osten zu einer terroristischen Organisation
erklärt werden. Die Sanktionen sind die schärfsten der
Vereinigten Staaten gegen den Iran seit der Besetzung der US-Botschaft
in Teheran 1979.
Die Sanktionen seien Teil einer «umfassenden Politik, um den
bedrohlichen Verhalten der Iraner entgegenzutreten», sagte Rice.
Die USA seien zwar weiter offen für eine Verhandlungslösung,
aber der Iran habe leider das Verhandlungsangebot der USA abgelehnt.
Stattdessen bedrohe er weiter Frieden und Stabilität, indem er
eine Atompolitik verfolge, die zu einer Atombombe führen
könne, gefährliche Raketen baue, militante Schiiten im Irak
und Terroristen im Irak, Afghanistan, Libanon und den
palästinensischen Gebieten unterstütze. Zudem leugne der Iran
die Existenz eines Mitgliedslands der Vereinten Nationen und drohe, es
von der Landkarte zu beseitigen, sagte Rice mit Bezug auf Israel.
Die Sanktionen sind der vorläufige Schlusspunkt scharfer
Erklärungen im vergangenen Monat auf beiden Seiten. Sie schneiden
das iranische Militär nicht nur vom amerikanischen Finanzsystem
ab, sondern dürften auch Auswirkungen auf das internationale
Bankensystem haben. Die Sanktionen ermöglichen es den USA,
große Teile des iranischen Militärs finanziell zu isolieren
und mit ihm jeden, auch im Ausland, der mit ihnen Geschäfte macht.
Der russische Präsident Wladimir Putin warnte am Donnerstag vor
neuen internationalen Sanktionen gegen den Iran. Ein solcher Schritt
werde nur in eine Sackgasse führen, sagte Putin in Lissabon vor
dem EU-Russland-Gipfel. Die Situation werde sich damit verschlimmern.
Er bezog sich offensichtlich auf die Entscheidung der US-Regierung,
neue Sanktionen zu verhängen. Der russische Präsident
erklärte weiter, der Konflikt um das iranische Atomprogramm sei
nur durch Verhandlungen zu lösen.
Im Sicherheitsrat wurden wegen des Atomstreits schon zwei Mal
Sanktionen gegen Teheran verhängt. Eine dritte Resolution wurde
aber von China und Russland blockiert.
In Teheran wurde die Sanktionsankündigung zurückgewiesen. Der
Kommandeur der Revolutionsgarde, General Mohammad Ali Dschafari, die
Streitkräfte seien wie eh und je bereit, die Revolution zu
verteidigen. Die USA hätten schon früher scharfe Angriffe auf
die Garde gerichtet, sagte Dschafari laut einem Bericht der
Nachrichtenagentur.
(Quelle: ap)
Mindestens 20 Tote bei Anschlag in Pakistan
Fr.26.10.07 - Ein Selbstmordanschlag auf einen Lastwagen der Streitkräfte hat am
Donnerstag in Pakistan mindestens 20 Menschen das Leben gekostet. Die
Polizei erklärte, bei den meisten Opfern handele es sich um
Soldaten. 34 Menschen seien verletzt worden, einige von ihnen schwer.
Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz in Mingora im Bezirk
Swat. Dort hatte die Regierung in dieser Woche 2.500 Soldaten
stationiert, um Anhänger eines extremistischen Geistlichen zu
bekämpfen. Der Lastwagen mit 45 Soldaten kippte durch die Wucht
der Explosion auf die Seite, Munition im Inneren explodierte. Die
Feuerwehr benötigte mehrere Stunden, um den Brand zu löschen.
(Quelle: ap)
Birmas Junta verteidigt Gewalt gegen Mönche
Fr.26.10.07 - Birmas Religionsminister hat die Niederschlagung der friedlichen
Proteste in dem südostasiatischen Land Ende September erneut
verteidigt. Die Demonstranten seien von «falschen»
Mönchen verleitet worden, sagte Brigadegeneral Thura Myint Maung
bei einem Treffen mit dem staatlich sanktionierten Mönchsrat in
Rangun.
Das berichteten die Staatszeitungen am Donnerstag mit einem Bild, das
den Brigadegeneral in devoter Haltung vor den Mönchen zeigt. Mit
solchen Fotos versucht die Militärregierung die Botschaft zu
vermitteln, die Mönche seien der Junta wieder wohlgesonnen.
Der Minister sagte, als Buddhisten hätten die Soldaten bei der
Niederschlagung des Aufstandes äußerste Vorsicht walten
lassen. Kein Mönch sei in Gefangenschaft ums Leben gekommen.
Dissidentengruppen haben dagegen Fotos von Toten und Misshandelten in
den safranroten Roben der Mönche veröffentlicht. Die Gewalt
gegen die Mönche hat in dem buddhistischen Land ein Tabu gebrochen.
Die Menschen sind über das Vorgehen nach wie vor entsetzt.
Die Junta ernannte unterdessen Generalleutnant Thein Sein zum
Premierminister. Er tritt die Nachfolge des Mitte Oktober gestorbenen
Soe Win an. Das Amt ist mit keinerlei Macht ausgestattet, da die Politik
von der Militärjunta bestimmt wird.
(Quelle: dpa)
Nahost-Konflikt
Israelische Kampfflugzeuge über dem Libanon beschossen. Zwei junge
Palästinenser sterben durch israelische Rakete. Forderungen in
Israel nach Sanktionen gegen den Gazastreifen
Fr.26.10.07 - Libanesische Truppen haben am Donnerstag über dem Süden des
Landes tieffliegende israelische Kampfflugzeuge beschossen. Treffer
wurden nach libanesischen Angaben nicht gemeldet. Die beiden
israelischen Flugzeuge überflogen am Vormittag das Gebiet
östlich der Stadt Merdschajun. Israelische Kampfflugzeuge fliegen
häufiger in libanesischem Luftraum. Dabei handelt es sich nach
israelischen Angaben um Aufklärungsflüge.
Zwei junge Palästinenser sind Medizinerkreisen zufolge im
Gazastreifen am Mittwoch durch eine israelische Rakete getötet
worden. Der Vorfall habe sich bei Beit Hanun ereignet, verlautete aus
den Kreisen. Zwei weitere Palästinenser wurden demnach verletzt.
Augenzeugen zufolge richtete sich der israelische Angriff gegen ein
Gebiet, von dem aus radikale Palästinenser wiederholt Raketen auf
Israel abfeuerten. Die israelische Armee bestätigte, sie habe
Palästinenser angegriffen, die drei Raketen in Richtung Israel
abgeschossen hätten. Die palästinensischen Raketen schlugen in
der Stadt Sderot ein, verletzten aber niemand.
Angesichts der fortgesetzten palästinensischen Raketenangriffe
dringen Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums auf
Strafmaßnahmen gegen den Gazastreifen. Der staatliche Runfunk und
die Zeitung "Haaretz" berichteten, Verantwortliche des
Verteidigungsministeriums hätten beschlossen, der Regierung die
Umsetzung ihrer Drohungen zu empfehlen. Israel hatte den Gazastreifen am
19. September als Reaktion auf den Raktenbeschuss zum "feindlichen
Gebiet" erklärt und damit gedroht, die Versorgung mit Waren sowie
Öl und Strom stark einzuschränken.
Die Stromversorgung soll nach den Vorstellungen der
Ministeriumsvertreter laut "Haaretz" zunächst jede Nacht für
zwei Stunden im Gebiet von Beit Hanun im Norden des Gazastreifens
gekappt werden. Von dort hatten radikale Palästinenser die
südisraelische Stadt Sderot immer wieder mit Raketen beschossen.
Wenn nötig sollten die Sanktionen auf den Warenverkehr und
Treibstofflieferungen ausgeweitet werden. Der Gazastreifen hängt
stark von der israelischen Belieferung ab, die mehr als zwei Drittel der
Stromversorgung ausmacht.
Seit die radikalislamische Hamas im Juni die Kontrolle über den
Gazastreifen übernommen hat, sind nach israelischen Armeeangaben
etwa tausend Raketen und Mörsergrananten auf Israel abgefeuert
worden. Dutzende Menschen seien bei den Angriffen verletzt worden. Am
Dienstag war Südisrael erneut mit acht Raketen beschossen worden.
Das israelische Militär will nach Berichten der Zeitung "Jediot
Ahronot" in Kürze eine Kampagne starten, um die Bevölkerung
für die Gefahr von Raketenangriffen zu sensibilisieren. Die Zeitung
veröffentlichte einen Rundbrief der Armee an die Städte und
Gemeinden des Landes, in dem grundlegende Verhaltensregeln im Falle
eines Raketenbeschusses gegeben werden, vor allem im Hinblick auf die
Gefahren chemischer oder biologischer Kampfstoffe. Die Armee habe aber
keine Hinweise auf einen bevorstehenden Angriff mit Chemie-Waffen,
heißt es in dem Rundschreiben.
boa (Quellen: ap, afp)
Rebellengruppen im Tschad unterzeichnen Friedensabkommen
Fr.26.10.07 - Vier Rebellengruppen haben mit der Regierung des zentralafrikanischen
Landes Tschad ein Friedensabkommen unterzeichnet. Die Vereinbarung kam
unter Vermittlung Libyens und des Sudans zustande. «Ich hoffe,
dass dies der letzte Schritt des Friedensprozesses im Tschad ist und
ich garantiere, dass sich alle Vertragsparteien an das Abkommen halten
werden», sagte der tschadische Präsident Idriss Deby am
Donnerstag bei der Unterzeichnung im libyschen Sirte.
Nach einem ersten, vorläufigen Friedensabkommen, das vor drei
Wochen ausgehandelt worden war, wurde nun die endgültige
Vereinbarung unterzeichnet. In dem Vertrag verpflichteten sich die
Rebellengruppen zu einem sofortigen Waffenstillstand und zur Umwandlung
in eine politische Partei. Die Kämpfer sollen in die
Streitkräfte integriert werden. Im Gegenzug stellte die Regierung
eine Amnestie in Aussicht. Beide Seiten verpflichten sich, alle
Gefangenen frei zu lassen.
Die EU hatte vor knapp zwei Wochen grünes Licht für den
Einsatz einer Friedenstruppe im Tschad gegeben. Die Stationierung der
EUFOR-Truppe zum Schutz von Flüchtlingslagern im Osten des
zentralafrikanischen Landes soll spätestens Mitte November
beginnen. Die Bevölkerung des Tschads leidet seit der
Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 unter
Bürgerkriegen und gewaltsamen Machtwechseln. Brennpunkt der
Spannungen ist zurzeit das Grenzgebiet zur sudanesischen Region Darfur.
Der Sudan und der Tschad haben sich gegenseitig beschuldigt, die
Rebellen des jeweils anderen Landes zu unterstützen.
(Quelle:ap)
Amnesty: Sicherheitskräfte im Kongo verfolgen Gegner von Kabila
Fr.26.10.07 - Ein Jahr nach den Wahlen im Kongo verletzen Sicherheitskräfte dort
Amnesty International zufolge auch weiterhin die Menschenrechte: Gegner
des Präsidenten Joseph Kabila würden vergewaltigt, gefoltert
und ermordet, erklärte die Menschenrechtsorganisation am
Donnerstag. "Weit entfernt davon, die Menschen im Kongo zu
beschützen, sind die staatlichen Sicherheitskräfte weiterhin
Ursache von Folter und Tod." Im Umfeld der Wahlen habe eine Kultur der
Menschenrechtsverletzungen zu weitverbreiteten Misshandlungen
geführt. Eine Reform der Sicherheitskräfte sei daher dringend
nötig.
Bei den Wahlen hatte Kabila den Oppositionsführer Jean-Pierre
Bemba besiegt, einen ehemaligen Rebellenführer. Zur Absicherung der
Wahl waren damals zeitweilig auch 800 Bundeswehr-Soldaten eingesetzt.
(Quelle: rtr)
Brände in Kalifornien: Versicherte Schäden in
Milliardenhöhe
Fr.26.10.07 - Der Versicherungswirtschaft drohen wegen der verheerenden Brände
in Kalifornien schon jetzt Schadensforderungen von mehr als einer
Milliarde Dollar.
Damit sei die Katastrophe eine der teuersten in der Geschichte des
US-Bundesstaates, erklärte der Branchendienst Insurance Information
Institute (III). Die Folgen für die Branche sind indes deutlich
geringer als nach dem Hurrikan Katrina, der 2005 im Süden der USA
Rekordschäden von mehr als 60 Milliarden Dollar hinterlassen
hatte. Für deutsche Versicherer wie die Münchener Rück,
Hannover Rück oder Allianz ist es aktuell noch zu früh zu
sagen, wie stark sie betroffen sind.
"Im Moment hängt alles vom Wetter ab: Wenn der Wind weiter
kräftig bläst, wird es immer teurer", sagt Tom Larsen vom
Institut EQECAT, das auf die Berechnung von Katastrophenschäden
spezialisiert ist.
Am Donnerstag sorgten indes niedrigere Temperaturen und eine
Abschwächung der Winde für eine leichte Entspannung der Lage.
Fünf Tage nach Ausbruch der Feuer loderten im südlichen Teil
Kaliforniens noch rund 15 Brände. Die Zahl der Todesopfer ist
mittlerweile auf mindestens sechs gestiegen, dutzende Menschen wurden
durch die Flammen verletzt. Rund 2000 Quadratkilometer - etwas weniger
als die Fläche des Saarlandes - sind bislang niedergebrannt. Eine
halbe Million Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, rund 1500
Häuser wurden zerstört.
Auch Kaliforniens Katastrophenschutz-Direktor Ron Lane spricht bereits
von Schäden in Milliardenhöhe. In den vergangenen Jahrzehnten
sind EQECAT zufolge immer mehr Menschen in die gefährdeten Gegenden
gezogen, was die Risiken erhöhte. Einem Modell des Instituts
zufolge sind alle acht Jahre in Kalifornien Waldbrände mit
Schäden über eine Milliarde Dollar wahrscheinlich. Alle 15
Jahre überschreitet die Summe demnach die Marke von zwei
Milliarden Dollar. Die bislang verheerendste Feuerkatastrophe ereignete
sich in dem Bundesstaat 1991 mit versicherten Schäden in Höhe
von inflationsbereinigt 2,5 Milliarden Dollar.
Einig sind sich die Experten, dass die Folgen der diesjährigen
Brände für die Versicherungswirtschaft überschaubar
bleiben. "Auf Forderungen von einer bis zwei Milliarden Dollar hat sich
die Branche eingestellt", sagte III-Präsident Robert Hartwig. Auch
David Bradford, Branchenexperte vom Versicherungsberater Advisen,
betonte: "Das ist eine Katastrophe für Kalifornien, aber nicht
für die Versicherungswirtschaft." Goldman Sachs erwartet, dass sich
wegen der Ausbreitung der Brände die Forderungen recht
gleichmäßig auf alle Firmen verteilen, die in Kalifornien
Immobilien und andere Vermögenswert versichert haben. Der Schweizer
Versicherungskonzern Zurich Financial Services erklärte bereits,
von den Schäden kaum betroffen zu sein.
(Quelle: rtr)
UNEP warnt vor großer Wasserknappheit in etwa 20 Jahren
Fr.26.10.07 - Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat vor einer
großen Wasserknappheit in weniger als 20 Jahren gewarnt. Wenn die
derzeitigen Entwicklungen andauerten, würden dann mehr als 1,8
Milliarden Menschen in Gegenden mit großer Wasserknappheit leben,
teilte UNEP-Vertreterin Elizabeth Migongo-Bake bei der Vorstellung des
Globalen Umweltzustandsberichts (GEO-4) in Berlin mit. An Krankheiten
durch verschmutztes Wasser sterben demnach schon jetzt in
Entwicklungsländern jährlich drei Millionen Menschen - die
meisten davon Kinder unter fünf Jahren.
Aus dem Bericht geht auch hervor, dass weltweit mehr als 60 Prozent
aller Ökosysteme geschädigt sind und übernutzt werden.
Die Ergebnisse des Berichts belegten "eindringlich die Notwendigkeit,
dass effektive multilaterale Institutionen geschaffen werden
müssen, die in der Lage sind, diese großen Probleme
zielstrebig und umfassend anzugehen", sagte der Parlamentarische
Staatssekretär im deutschen Umweltministerium, Michael Müller
(SPD). Die deutsche Regierung trete mit mehr als 50 Staaten
weltweit dafür ein, einen Verhandlungsprozess einzuleiten, der auf
die Umwandlung von UNEP zu einer "schlagkräftigen"
UN-Umweltorganisation ziele. "Wir brauchen eine UN-Umweltorganisation,
die Wissen und Kompetenz bündelt, die für alle Umweltthemen
eine führende und koordinierende Rolle in den Vereinten Nationen
einnimmt und die die globale Umweltpolitik entschlossen vorantreibt",
sagte Müller.
(Quelle: afp)
Deutschland
30-Stunden-Streik der Lokführer legt Nahverkehr lahm
Fr.26.10.07 - Beim bisher längsten Streik der Lokführer im Tarifstreit mit
der Bahn haben am Donnerstag erneut Millionen von Berufspendlern
massive Beeinträchtigungen hinnehmen müssen. Bundesweit
fielen rund 11.000 Regionalzüge und S-Bahnen aus, wie die Bahn in
Berlin mitteilte. In Ostdeutschland kam der Nahverkehr fast ganz zum
Erliegen. Viele Pendler stiegen auf das Auto um. Die Bahn bezifferte
den Schaden des Streiktags auf zehn Millionen Euro. Die
Lokführergewerkschaft GDL wollte den Arbeitskampf noch bis Freitag
um 08.00 Uhr fortsetzen.
An dem erneuten Ausstand beteiligten sich nach Bahn-Angaben rund 1700
Lokführer. Am stärksten betroffen waren erneut Bahnkunden in
Ostdeutschland, wo die GDL stark vertreten ist. In Sachsen,
Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern fuhren bis
zum Donnerstagmittag nur etwa zehn Prozent der Regionalzüge.
Die Bahn hatte mit Streikbeginn am Donnerstag früh
Ersatzfahrpläne in Kraft gesetzt, die bis zum Streikende am
Freitagmorgen einen stark ausgedünnten Verkehr vorsehen. Im Laufe
des Freitag sollen Regionalzüge und S-Bahnen nach und nach wieder
im normalen Fahrplan verkehren. Streiks im Fern- und Güterverkehr
sind der GDL bis auf weiteres gerichtlich untersagt.
Die GDL zog ein positives Zwischenfazit ihres 30-Stunden-Streiks. "Nach
ersten Eindrücken sind diesmal mehr Züge stehen geblieben als
bei den Streiks zuvor", sagte eine Sprecherin in Frankfurt am Main.
Trotz der erheblichen Behinderungen setzte die GDL weiter auf das
Verständnis der Bahnkunden. "Wenn sich die Sympathie
tatsächlich ins Gegenteil verkehrt, wäre das für uns ein
enormes Problem, weil wir eigentlich nicht angetreten sind, unsere
Kunden so stark zu beeinträchtigen wie wir es derzeit
müssen", sagte GDL-Vizechef Claus Weselsky dem Bayerischen
Rundfunk (BR).
Eine Annäherung im festgefahrenen Tarifstreit zwischen der Bahn
und der GDL war unterdessen nicht in Sicht. Bahn-Vorstand
Karl-Friedrich Rausch forderte die GDL nochmals zu Verhandlungen auf:
"Unser Angebot liegt auf dem Tisch." Weselsky sprach dagegen von einer
"Mogelpackung". Der seperate Tarifvertrag ist die Hauptforderung der
GDL, die von der Bahn jedoch strikt abgelehnt wird.
(Quelle: afp)
Angst vor Altersarmut trotz Aufschwung ungebrochen
Fr.26.10.07 - Der Konjunkturaufschwung in diesem Jahr hat die Sorge der Deutschen um
ihre finanzielle Situation im Alter nicht beruhigt. Jeder Sechste (16,3
Prozent) fürchtet einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten
Postbank-Studie zufolge heute, den Lebensunterhalt im Alter nicht mehr
aus eigenen Mitteln bestreiten zu können.
Die Angst vor Altersarmut sei damit nicht geringer geworden, berichtete
Postbank-Chef Wolfgang Klein. In Ostdeutschland stieg sie sogar noch an.
Hier rechnet jeder Vierte (25 Prozent) damit, dass das Geld später
nicht reicht, 2006 waren es noch 20 Prozent.
Die Jüngste Altersvorsorge-Studie der Postbank in Zusammenarbeit
mit dem Institut für Demoskopie Allensbach zeigt außerdem,
dass inzwischen eine relative Mehrheit von 43 Prozent dafür ist,
eine private zusätzliche Altersvorsorge zur Pflicht zu machen. Nur
31 Prozent sind dagegen, 26 Prozent unentschieden oder machen keine
Angaben.
(Quelle: ap)
Förderung der Riester-Rente soll ausgedehnt werden
Fr.26.10.07 - Die Bundesregierung plant eine deutliche Ausweitung der Förderung
für die Riester-Rente. Die «Bild»-Zeitung berichtete
unter Berufung auf Unionsfraktionschef Volker Kauder, der Zuschuss
solle künftig auch für den Kauf einer Wohnung ausgezahlt
werden können. «Künftig können auch die
Käufer von Wohneigentum einen Riester-Zuschuss bekommen - entweder
zu den laufenden Tilgungsraten an die Bank oder als
Steuergutschrift.» Bisher gibt es die Riester-Förderung nur
für eine Rentenversicherung. «In den Genuss der
Förderung soll jeder kommen, unabhängig vom Einkommen»,
sagte Kauder. Man stehe bei dem Thema kurz vor einer Einigung mit der
SPD.
(Quelle: ap)
Milliarden-Topf für Ausbau der Kinderbetreuung
Fr.26.10.07 - Der Ausbau der Kinderbetreuung ab Januar ist einen entscheidenden
Schritt vorangekommen: Noch vor Jahresende richtet der Bund ein
Sondervermögen von gut zwei Milliarden Euro dafür ein. Mit
den Stimmen der großen Koalition verabschiedete der Bundestag am
Donnerstag ein entsprechendes Gesetz. Die Opposition befürwortet
zwar ebenfalls die Schaffung weiterer Krippenplätze, hält
aber den Weg der Finanzierung über ein Sondervermögen
für falsch.
In den Topf fließen dank unverhofft hoher Steuereinnahmen in
diesem Jahr im Rahmen des Nachtragshaushalts 2007 insgesamt 2,15
Milliarden Euro. Diese Summe schießt der Bund Ländern und
Kommunen zu den Investitionskosten für den Betreuungsausbau zu.
Vereinbart ist, die Zahl der Plätze für Kinder unter drei
Jahren in Krippen oder bei Tagesmüttern bis 2013 auf 750.000 zu
verdreifachen, so dass jedes dritte Kind unterkommen könnte. Den
laufenden Betrieb unterstützt der Bund bis 2013 mit weiteren 1,85
Milliarden Euro, danach dann jährlich mit 770 Millionen Euro.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) verteidigte den
gewählten Weg der Finanzierung. Es sei richtig und auch
verfassungsmäßig, Liquiditätsüberschüsse in
ein Sondervermögen einzubringen und für die Betriebskosten
dann den Ländern einen Pauschalbetrag über die Umsatzsteuer
zukommen zu lassen. Eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und
Ländern werde «klebrige Finger» verhindern und
dafür sorgen, dass das Geld auch bei den Kommunen ankomme,
versicherte er.
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Nicolette Kressl
erwartet, dass diese Vereinbarung nächsten Monat unterzeichnet
wird. Kressl sprach von einem großen «Sprung nach
vorne». Mit dem Sondervermögen werde der erste Schritt eines
umfangreichen Pakets abgeschlossen, sagte sie mit Hinweis auch auf den
Rechtsanspruch kleiner Kinder auf einen Betreuungsplatz ab 2013.
Unions-Haushälter Steffen Kampeter bezeichnete Investitionen zu
Gunsten von Familien als «Herzensanliegen», wenn auch
weiterhin Sparen angesagt sei. Wie er gab auch Steinbrück die
Parole «Sparstrümpfe statt Spendierhosen» aus. Die FDP
hielt «Sondertöpfe» für den Krippenausbau
für haushalterisch bedenklich und hätte eine Finanzierung
über einen zusätzlichen Mehrwertsteuerpunkt für die
Kommunen vorgezogen. Die Grünen sprachen von einem faulen
Kompromiss und hätten das Geld lieber aus einer Reform des
Ehegattensplittings beschafft. Die Linke forderte, die Unternehmen zur
Mitfinanzierung von Kita-Plätzen in die Pflicht zu nehmen.
(Quelle: ap)
Bundestag lehnt Linke-Vorstoß für ALG-I-Verlängerung ab
Fr.26.10.07 - Die Links-Fraktion ist am Donnerstag im Bundestag mit einem
Vorstoß zur Verlängerung der Bezugsdauer beim
Arbeitslosengeld I (ALG I) gescheitert. Mit den Stimmen aller anderen
Fraktionen lehnte das Parlament einen Antrag der Links-Fraktion ab,
für jedes Jahr Beitragszahlung einen Anspruch auf einen Monat
ALG-I-Bezug festzuschreiben. Zudem sollte nach dem Willen der
Links-Fraktion für Erwerbslose ohne ausreichende Beitragsjahre eine
«Mindestabsicherung» eingeführt werden, bei der
Behinderte sowie Betroffene über 55 Jahre 24 Monate hindurch ALG I
beziehen und über 60-Jährige 30 Monate lang.
Linke-Parteichef Oskar Lafontaine kritisierte, Hartz IV zwinge
Menschen, jede Arbeit anzunehmen, sei sie auch noch so schlecht. Er
fügte hinzu, «schlechte Arbeit» wie Minijobs,
Niedriglohnstellen, Leiharbeitsplätze und Ein-Euro-Jobs
beeinträchtigten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und erlaubten
jungen Menschen nicht, eine Familie zu gründen. Neben der
ALG-I-Verlängerung forderte die Links-Fraktion in mehreren
Anträgen unter anderem die Stärkung des
Kündigungsschutzes und einen gesetzlichen Mindestlohn von 8 Euro.
Die designierte SPD-Vize Andrea Nahles betonte, es müsse mehr
getan werden, um die Qualität von Arbeit ins Zentrum zu
rücken. Dass Leiharbeiter weniger Geld verdienten als ihre
Kollegen, sei auf Dauer «nicht in Ordnung». Mit Blick auf
die Links-Fraktion fügte sie hinzu, der Kündigungsschutz sei
bei der SPD «in guten Händen».
Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann warf der Linken vor, mit
Anträgen zu stereotypen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit
eine «Rolle rückwärts» machen zu wollen. Der
FDP-Abgeordnete Heinrich Kolb sprach von «Ungereimtheiten»,
die man nicht mittragen könne. Grünen-Arbeitsmarktexpertin
Brigitte Pothmer kritisierte eine «postsozialistische
Rhetorik».
(Quelle: ddp)
Bundestag bringt Mindestlohn für Briefzusteller auf den Weg
Fr.26.10.07 - Der Bundestag hat die gesetzliche Grundlage für Mindestlöhne
in der Postbranche auf den Weg gebracht. Arbeitsminister Franz
Müntefering (SPD) pochte am Donnerstag in der ersten Plenardebatte
über eine Ausweitung des Entsendegesetzes auf eine pünktliche
Umsetzung der Regelung für Briefzusteller zum 1. Januar 2008.
«Dumpinglöhne und Lohndumping widersprechen den Grundlagen
der sozialen Marktwirtschaft», sagte er.
Die SPD will sich auch künftig mit dem Thema Mindestlöhne
innerhalb der Koalition profilieren. «Wir werden die Union hier
treiben», sagte Fraktionschef Peter Struck dem
«Tagesspiegel» (Freitagausgabe). Er prognostizierte
«erhebliche Debatten» mit dem Koalitionspartner über
Lohndumping. «Da kann die Union dann zeigen, ob sie sozialer
geworden ist, oder sich nur den Anschein gibt.»
Briefzusteller sollen künftig Mindestlöhne zwischen 8,00 und
9,80 Euro erhalten. Die Ausweitung des Entsendegesetzes soll bereits am
8. oder 9. November verabschiedet werden und zum 1. Januar 2008 in
Kraft treten. Müntefering sagte in der Bundestagsdebatte, der
Mindestlohn müsse zu einer selbstverständlichen
Größenordnung werden.
Die Union mahnte erneut die Klärung offener Detailfragen an. Der
CDU-Arbeitsmarktexperte Ralf Brauksiepe sagte, er hoffe auf
befriedigende Antworten der Bundesregierung im weiteren
parlamentarischen Verfahren. «Wir wollen hier zu einer Regelung
kommen», betonte er.
FDP-Chef Guido Westerwelle wertete die Ausweitung des Entsendegesetzes
als Abkehr vom Reformkurs. «In Wahrheit wird heute wieder ein
Stück am Grabstein der Agenda 2010 gemeißelt», sagte
er. Diese Entwicklung sei «außerordentlich bedenklich und
außerordentlich verheerend». «Der Reformfrühling
hat in Deutschland gerade mal ein paar Monate gehalten», sagte
Westerwelle.
Linksfraktionschef Gregor Gysi kritisierte, dass zwischen ver.di und
den Arbeitgebern unterschiedliche Mindestlöhne für Ost und
West vereinbart wurden. Dass die Gewerkschaft dies unterschrieben habe,
sei ein Skandal.
(Quelle: ap)
Gewerkschaft beklagt Niedriglöhne im Bäckerhandwerk
Fr.26.10.07 - Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beklagt
Niedriglöhne im ostdeutschen Bäckerhandwerk. Durch jahrelange
Tariflosigkeit seien die ostdeutschen Einkommen von der Entwicklung in
Westdeutschland abgekoppelt worden, sagte die Vorsitzendes des
NGG-Bezirks Ost, Petra Schwalbe, am Donnerstag in Berlin. Eine
Fachverkäuferin verdiene beispielsweise bei einer 40-Stunden-Woche
nur rund 1000 Euro pro Monat und liege damit weit unter der offiziellen
Armutsgrenze von 1442 Euro pro Monat. Junge Bäckergesellen
bekämen einen Brutto-Stundenlohn von 6,32 Euro.
(Quelle: ddp)
Importpreise ziehen wieder stärker an
Fr.26.10.07 - Höhere Kosten für Energie haben die Importpreise im September
wieder stärker anziehen lassen als in den Vormonaten. Wie das
Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete, lag der Index der
Einfuhrpreise um 1,3 Prozent über dem Niveau vom September 2006. Im
August und im Juli hatte die Jahresteuerungsrate minus 0,6 Prozent
beziehungsweise plus 0,4 im Vergleich zum Vorjahr betragen. Bei den
Energieträgern verzeichneten die Statistiker einen Preisanstieg von
6,5 Prozent. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen lagen 8,4 Prozent
über den Werten des Vorjahres.
Im Nahrungsmittelsektor war im September vor allem die Einfuhr von
Getreide (plus 52,5 Prozent), Milch und Milcherzeugnissen (plus 22,3
Prozent), Rohkakao (plus 13,0 Prozent) sowie Rohkaffee (plus 6,3
Prozent) deutlich teurer als im gleichen Monat des Vorjahres. Billiger
waren laut Bundesamt unter anderem Datenverarbeitungsgeräte und
-einrichtungen (minus 29,9 Prozent) sowie elektronische Bauelemente
(minus 19,0 Prozent). Gegenüber August 2007 legten die Importpreise
um 0,6 Prozent zu.
(Quelle: ap)
Regierung erwartet 2008 nur noch zwei Prozent Wachstum
Fr.26.10.07 - Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose für 2008
zurückgeschraubt. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte am
Donnerstag in Berlin, statt 2,4 würden jetzt nur noch zwei Prozent
Wachstum erwartet. Für das laufende Jahr würden 2,4 Prozent
erwartet.
Die Arbeitslosigkeit wird laut Glos 2008 auf unter 3,5 Millionen im
Jahresdurchschnitt sinken. «Sie wird damit den tiefsten Stand seit
über zehn Jahren erreichen», sagte Glos nach seinem Redetext.
2008 werde die weltwirtschaftliche Dynamik etwas schwächer werden
und das Wachstum überwiegend von den binnenwirtschaftlichen
Impulsen bestimmt werden. Es werde weiterhin eine lebhafte
Investitionstätigkeit der Unternehmen erwartet. «Die privaten
Haushalte übernehmen im kommenden Jahr die Rolle des
Wachstumsträgers», sagte Glos.
Die Wirtschaftsforschungsinstitute hatten vergangene Woche in ihrem
Herbstgutachten ein Wachstum von 2,2 Prozent für das kommende Jahr
vorausgesagt. Für das laufende Jahr wurden 2,6 Prozent angegeben.
(Quelle: ap)
Gesundheitsministerin will Pflegebegriff um 'Zuwendung' erweitern
Fr.26.10.07 - Parallel zur Pflegereform will Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)
den Pflegebegriff ausweiten. Ein von ihr beauftragtes Expertengremium
werde Vorschläge erarbeiten, wie der
Pflegebedürftigkeitsbegriff weiterentwickelt werden kann, sagte
Schmidt der «Netzeitung.de». «Dazu gehören auch
die Fragen nach einer besseren Berücksichtigung von Betreuung und
Zuwendung.» Von den Vorschlägen erhoffe sie sich eine
bessere, auf die Bedürfnisse der Pflegepatienten abgestimmte
Versorgung.
Betreffs der Finanzierung der Pflege und der Beitragsentwicklung sind
für Schmidt die Schätzungen der 1990-er Jahre voll und ganz
eingetroffen. «Norbert Blüm [der damalige Sozialminister] hat
bereits 1995, bei der Einführung der Pflegeversicherung,
prophezeit, dass der Beitragssatz etwa zehn bis zwölf Jahre halten
werde - das hat sich exakt bewahrheitet», sagte die
SPD-Politikerin. Klar sei auch damals schon gewesen: Die
Pflegeversicherung sei keine Vollversicherung, sie müsse immer auch
eigenes durch Einkommen ergänzt werden.
Die große Koalition will den Beitragssatz ab Juli 2008 um 0,25
Prozentpunkte erhöhen, wodurch die Finanzierung der
Pflegeversicherung bis zum Jahr 2015 gesichert sein soll.
(Quelle: ddp)