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   Weltsozialforum Porto Alegre 2001
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Zeitgleich zum Treffen der "Global Leaders" in Davos versammeln sich im brasilianischen Porto Alegre vom Do. 25. bis Di. 30. Januar 2001 Gewerk- schaftsführer, Vertreter von Stiftungen und Nichtregierungsorganisatio- nen, von Menschenrechtsorganisationen, von kulturellen, ökologischen, feministischen Vereinigungen und Bürgerbewegungen aus allen Erdtei- len, um Alternativen zur Globalisierung zu entwickeln. Zwei- bis dreitau- send Teilnehmer werden erwartet.
 
Von den 6 Milliarden Menschen auf der Welt leben laut Weltbank 2,8 Milliarden von weniger als zwei Dollar pro Tag und 1,2 Milliarden mit weniger als 1 Dollar. 
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In Ergänzung zu Kongressen und Treffen von Ministern und Funktionären im Rahmen der WTO, IWF und Weltbank ist das alljährlich im Winter im Schweizer Davos stattfindende Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) ein informelles Zusammenkommen von Wirtschaftslobby und Politmanagement. Dort schmieden selbsternannte "Global Leaders" Pläne für die Zukunft der Welt und fällen weitreichende Entscheide über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg. Was medial als der "Geist von Davos" inszeniert wird, besteht in Wirklichkeit aus politischen und wirtschaftlichen Absprachen und milliarden- schweren Grossdeals. So wurden in Davos beispielsweise die Uruguay-Runde des GATT, aus der später die WTO entstand, wie auch das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA lanciert. [1] 

Im Jahr 2001 wird Davos Konkurrenz bekommen - durch eine Veranstaltung, die
auf ihre Weise viel eher das Recht beanspruchen kann, die ganze Welt, und zwar die wirkliche, zu vertreten. Vom Do. 25. bis Di.30. Januar 2001, zeitgleich mit dem Treffen in Davos, wird auf der Südhalbkugel, im brasilianischen Porto Alegre, das erste Weltsozialforum stattfinden. Dort erwartet man eine deutlich andere Auswahl von Teilnehmern: Gewerkschaftsführer, Vertreter von Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen, von Menschenrechtsorganisationen, von kulturellen, ökologischen, feministischen Vereinigungen und Bürgerbewegungen aus allen Erdteilen. Es sollen also nicht nur alle kommen, die in Seattle dabei waren, sondern noch viele andere: Vertreter von kleinen und mittleren Unterneh- men des Südens, die Opfer der Globalisierung geworden sind, Repräsentanten der Kirchen, Parlamentsabgeordnete und Gemeindevertreter. Zwei- bis dreitau- send Teilnehmer sollen sich einfinden, jeder ein Hoffnungsträger. 
Das Weltsozialforum ist gedacht als ein Ort des Austauschs und der Diskussion über die großen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, wissenschaftlichen,
technologischen und politischen Fragen, die sich der Menschheit stellen. Im
Unterschied zur Konferenz von Davos sollen diese Themen allerdings nicht aus der Perspektive der Finanzwelt betrachtet werden, sondern unter dem Blick- winkel der Bürger in allen Ländern der Welt. [2] 

Mehr unter: 
    www.taz.de/tpl/2000/08/11.nf/text.Tname,a0033.list,MONDE_lm.idx,13
 

Quellen: 
    [1] Aufruf der Anti-WTO-Koordination Schweiz, [2] Le Monde diplomatique

Weltsozialforum Porto Alegre 2001: 
    www.forumsocialmundial.org.br



 

Weltwirtschaftsforum Davos 2001
Mobilisierung gegen das Treffen der Mächtigen in Davos 

Vom 25.-30. Januar 2001 findet in Davos das "Annual Meeting Davos 2001 of
the World Economic Forum" (WEF) statt, wo sich Grössen aus Weltpolitik und
–wirtschaft versammeln. Gegen das Treffen der Global Leaders bildet sich
wachsender Widerstand. 

In den letzten 3 Jahren nahmen die Proteste gegen das Weltwirtschafts-Forum immer größere Ausmaße an. In diesem Jahr beteiligen sich an der Mobilisierung nach Davos in den Schweizer Alpen auch zahlreiche Organisationen und Gruppen aus Italien (unter anderem Ya Basta) und auch aus Frankreich. Sie wollen mit Störaktionen erreichen, dass das WEF abgebrochen werden muss. Für Samstag den 27.01.2001 ist eine Großdemonstration vorgesehen. 

Als Aktionsplattform des WEF-Widerstands dient die Anti-WTO-Koordination Schweiz. Auf der Basis der "Ablehnung aller Herrschafts- und Diskriminierungs- formen und - systeme", soll ein Bündnis geschmiedet werden, in dem sich "die verschiedenen Formen des WEF-Widerstands aufeinander beziehen". In ihrem Aufruf zur Mobiliserung nach Davos, wirft die Anti-WTO-Koordination Schweiz dem WEF vor "mit dem organisierten Zusammenkommen von Global Leaders" Triebfeder zu sein "in der Entwicklung und Festigung der Neuen Weltordnung."
Gefordert wird die Abschaffung des WEF. Bewusst wählen die Anti-WEF- Aktivisten den Weg der Konfrontation: Es soll dem WEF keine Möglichkeit geboten werden, "sich im Blitzlicht der Medien mit einer vordergründigen ' Dialogbereitschaft mit der Zivilgesellschaft' als offen und friedensstiftend zu präsentieren." Der "von den Mächtigen diktierte Dialog" diene nur "dem Vertuschen von Kritik", schreibt die Anti-WTO-Koordination. Es müsse hier darum gehen , "über eine breite Basismobilisierung eine Gegenkraft zu entwickeln". Gegen das "alles durchdringende neoliberale Denken" wollen die WEF-Gegner "andere gesellschaftliche Modelle wieder denk- und umsetzbar machen." 
 

 
Aktionsplattform gegen das World Economic Forum Davos 
    www.bermuda.ch/reitschule/anti-wto/ 

World Economic Forum Davos 2001 
    Offizielle Homepage des Weltwirtschaftsforums: 
    www.weforum.org



 

 

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boa München, boa special 22.01.2001
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