Seit
1990 wurden in Deutschland
bis
zu 110 Menschen von Neonazis getötet -
erstochen,
totgetreten, erschlagen.
Während
Experten, Komitees und Medien für die Zeit nach der Wende bis zu 110
Todesopfer rechter Gewalt zählen, weist die einzige Statistik die
Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt herausgeben, nur 22 Tötungsdelikte
rechtsextremer Gewalt aus. Jene Opfer, die etwa bei einer Brandstiftung
in einem Asylbewerberheim verbrennen, werden von den Statistikern der beiden
Behörden nicht berücksichtigt: Sie zählen nur vorsätzlich
getötete oder ermordete Opfer. Bei der Frage, ob ein rechtsextremes
Tatmotiv vorliegt, streiten sich häufig Landes- und Bundesbehörden,
aber auch Verfassungsschützer mit anderen Institutionen. "Wenn ein
Richter sagt: Das ist kein Rechtsextremismus, dann müssen wir das
hinnehmen", sagt Verfassungsschutz-Sprecher Hans-Gert Lange.
Quelle:
Die Woche 11.08.2000
.
Von
Neonazis getötet:
(seit
1990, Auflistung von "Die Woche")
BADEN-WÜRTTEMBERG
Friedrichshafen
16.06.1991 - Agostinho (34, Angola) erstochen
Ostfildern-Kemnat
08.07.1992 - Jugoslawischer Arbeiter (55) erschlagen
BERLIN
16.06.1992
- Mete Eksi (19, Türke) erschlagen
29.08.1992
- Vietnamese (29) gequält und erstochen
29.08.1992
- Obdachloser (58) misshandelt, getötet
19.10.1992
- Peruaner (37) geschlagen und erstochen
21.11.1992
- Linker Hausbesetzer (27) erstochen
BAYERN
München
10.12.1991 - Rumäne nach Überfall gestorben
Kolbermoor
15.08.1999 - Mosmabikaner totgeschlagen
BRANDENBURG
Eberswalde
25.11.1990 - Amadeo Antonio (Angola) erschlagen
Hohenselchow
03.12.1991 - 30-Jähriger Türke bei Schlägerei getötet
Senftenburg
14.12.19991 - 27-Jähriger ausgeraubt und erschossen
Gransee
05.01.1992 - 18-Jähriger von 15 Skins erschlagen
Neuruppin
01.07.1992 - Obdachloser (50) misshandelt, erstochen
Zossen
07.11.1992 - Obdachloser (52) angezündet, getötet
Guben
13.02.1999 - Asylbewerber verblutet nach Hetzjagd
MECKLENBURG-VORPOMMERN
Saal
15.03.1992 - Rumäne (18) im Flüchtlingsheim getötet
Greifswald
01.01.1997 - Obdachloser von Jugendlichen erschlagen
Weimar
09.07.2000 - Obdachloser zu Tode getreten
Ahlbeck
24.07.2000 - Obdachloser zu Tode getreten
NIEDERSACHSEN
Göttingen
31.12.1990 - 23-Jähriger Linker erstochen
Hannover
11.01.1992 - Flüchtlingsheim-Bewohner getötet
Gifhorn
04.03.1992 - 23-Jähriger stirbt an Gehirnverletzungen
Buxtehude
18.03.1992 - 53-Jähriger erschlagen, der nicht auf Hitler trinken
will
Eschede
09.08.1999 - Obdachloser von zwei Skins erschlagen
NORDRHEIN-WESTFALEN
Hörstel
04.04.1992 - Deutscher stirbt bei Brandstiftung
Wuppertal
13.11.1992 - Angeblicher Jude (53) angezündet
Wülfrath
21.11.1992 - Halbjude (92) von Altnazi (89) getötet
Siegen
15.12.1992 - Behinderter Arbeiter (57) totgetrampelt
Mühlheim/Ruhr
09.03.1993 - Türke (56) erleidet Infarkt nach Scheinhinrichtung
Solingen
20.05.1993 - Türkische Familie im Haus verbrannt
Marl
06.07.1993 - Obdachloser von 18-Jährigem erschlagen
Velbert
05.02.1995 - Obdachloser erstochen
Duisburg
17.03.1999 - 58-Jähriger Rentner zu Tode getreten
Dortmund/
Waltrop 14.06.2000 - Drei Polizisten bei Kontrolle erstochen
RHEINLAND-PFALZ
Hachenburg
28.12.1990 - Nihat Yusufoglu (Kurde) erstochen
Lampertsheim
31.01.1992 - Familie aus Sri Lanka verbrannt
Bad
Breisig 01.08.1992 - Obdachloser (49) totgetrampelt
Koblenz
24.08.1992 - Obdachloser (35) bei Feier erschossen
SAARLAND
Saarlouis
19.09.1991 - Ghanaer (Flüchtlingswohnheim) verbrannt
SACHSEN
Leisnig
23.02.1991 - Afghane stirbt nach Überfall auf Flüchtlingsheim
Dresden
31.03.1991 - Jorge Joao Gomondai (28) erschlagen
Leipzig
01.06.1991 - 35-Jähriger aus fahrendem Zug gestürzt
Leipzig
05.07.1998 - Portugisischer Bauarbeiter erschlagen
Meuro
12.12.1991 - LKW-Fahrer bei Raubüberfall erschossen
Hoyerwerda
25.12.1992 - Fahrer einer Heavy-Metal-Band getötet
SACHSEN-ANHALT
Magdeburg
07.02.1997 - 17-jähriger Punk von Skinhead erstochen
Dessau
11.06.2000 - Mosambikaner (39) erschlagen
THÜRINGEN
Stotternheim
03.08.1992 - Polnischer Saisonarbeiter (24) erschlagen
Erfurt
15.01.1992 - 46-jähriger Parkwächter getötet
Arnstadt
22.01.1993 - Zwei Obdachlose im Heim verbrannt
THÜRINGEN
Quelle:
Die Woche 11.08.2000
"Sie
starben, weil sie anders aussahen,
anders
dachten, anders lebten"
Eine
Bilanz rechtsextremistischer Gewalt im Deutschland der vergangenen zehn
Jahre, recherchiert und erstellt von der "Frankfurter Rundschau" und dem
Berliner "Tagesspiegel":
http://www.fr-aktuell.de/fr/spezial/rechts/t201720000914252928.htm
Stand:
14.09.2000
Opferhilfe
und Schutz von Minderheiten:
Opferperspektive
e.V.
Die
Mitglieder dieser in Deutschland einmaligen ehrenamtlichen Initiative verschaffen
den Opfern von Skinheads Anwälte, Ärzte, Psychologen, begleiten
sie vor Gericht und stehen ihnen bei:
http://www.opferperspektive.de
Amadeu Antonio
Stiftung
Die
Stiftung trägt den Namen des ersten Opfers rechter Gewalt nach dem
Mauerfall. Die Stiftung bekämpft Rassismus und Antisemitismus und
unterstützt Projekte, die sich für den Schutz von Minderheiten
einsetzen.
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de
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