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Mi.16.02 bis Di.29.02.2000
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| Di. 29.02.2000 Rumänien: Trinkwasser-Notstand im Donaudelta Die vor einem Monat aus einer Goldwaschanlage ausgeflossene Cyanid-Brühe hat nun das zum grossen Teil unter Naturschutz stehende Donaudelta in Rumänien verseucht. Dies führte vergangenen Sonntag zu einem Trinkwasser-Notstand. Im Donaudelta benutzt die Bevölkerung ausschliesslich Donau-Wasser zum Trinken. Ausserdem lebt sie vom Fischfang, der jetzt wegen des vergifteten Wassers verboten ist. (boa München, 29.02.2000, quelle: afp v. 28.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 29.02.2000 Verheerendes Jahrhundert-Unwetter in Afrika und Australien Im südlichen Afrika und in Australien haben Jahrhundert-Unwetter schwerste Verwüstungen angerichtet. In Mosambik, Simbabwe und Südafrika kamen bisher rund 250 Menschen ums Leben. Weit über eine Million Menschen wurden obdachlos. Nach wochenlangen Regenfällen wurde die Lage besonders in Mosambik dramatisch. Die Menschen flüchteten auf Bäume, Hausdächer und höher gelegene Plätze, um den reissenden Fluten zu entkommen. In Australien kam es zu den stärksten Regenfällen seit hundert Jahren, die in der normalerweise trockenen Landesmitte zu mächtigen Überschwemmungen führten. Gleichzeitig wütete am Sonntagabend ein Wirbelsturm, der die Stadt Caims im Nordosten Australiens verwüstete. (boa München, 29.02.2000, quelle: dpa v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 29.02.2000 Die Erde erwärmt sich schneller als befürchtet Nach Erkenntnissen von US-Klimaforschern erwärmt sich die Erde immer schneller. Im vergangenen Vierteljahrhundert stieg die Durchschnittstemperatur um zwei Grad hochgerechnet auf ein ganzes Jahrhundert. Diese Steigerungsrate war bisher erst für das 21. Jahrhundert erwartet worden. Die Experten fanden deutliche Hinweise, dass die seit 1976 gestiegene Erwärmungsrate vom Menschen verursacht sei. (boa München, 29.02.2000, quelle: afp, afp, fr v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 29.02.2000 Luftverkehr: Mehr als zwei Millionen Starts und Landungen Erstmals mehr als zwei Millionen Starts und Landungen gab es im vergangenen Jahr auf den 17 internationalen Flughäfen in Deutschland. Die Zahl der Flüge innerhalb Europas stieg um 10 Prozent, die der im Inland um gut fünf Prozent. Die Treibhausemissionen des Flugverkehrs einschliesslich CO2 und Stickoxid, Wasserdampf und Kondensstreifen, Sulfat und Russ tragen gegenwärtig signifikant zum Klimawandel bei. (boa München, 29.02.2000, quelle: fr v. 03.02.2000, boa Archiv) | zurück zum Nachrichtenticker | Mo. 28.02.2000 Ärzte für Befruchtung auf Probe Die Bundesärztekammer hat sich für die genetische Selektion von Embryonen ausgesprochen. Im Rahmen der Reagenzglas-Befruchtung macht es eine neue Form vorgeburtlicher genetischer Diagnostik möglich, Zellen von Embryos zu entnehmen und noch ausserhalb des Mutterleibes auf genetische Defekte zu untersuchen. Findet sich kein Fehler, wird die Eizelle mit den verbliebenden Zellen in die Gebärmutter implantiert. Dieses von der Ärztekammer befürwortete Verfahren der sogenannten Prä-Implantations-Diagnostik (PID) ist nach dem deutschen Embryonenschutzgesetz verboten. Noch lehnt das Bundesgesundheitsministerium die Zulassung des PID ab. Kritiker warnen vor dieser Diagnostik. Sie bedeute eine indirekte Form der Eugenik, und könne das Einfallstor für Embryonenforschung und Menschenzüchtung werden. (boa München, 28.02.2000, quelle: dpa, sz, kna, fr v. 24./25.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mo. 28.02.2000 Gen-Patente seit 1987 ohne Rechtgrundlage vergeben Das Europäische Patentamt(EPA) in München hat bereits seit 1987 ohne Rechtsgrundlage mehrere Patente auf Gene vergeben. Den Angaben von Greenpeace zufolge sei ein Gen für das Schwangerschaftshormon Relaxin ebenso patentiert worden wie eines für Stressanfälligkeit. Dies zeige, dass das Anfang der vergangenen Woche bekanntgewordene Keimbahnpatent "nur die Spitze eines Eisbergs" sei. Das EPA teilte mit, dass unter bestimmten Bedingungen Gene seit 1998 patentierbar seien. Davor sei es im Einvernehmen aller Europäischen Länder "etablierte Praxis" gewesen, auf Gene Patente zu erteilen. (boa München, 26.02.2000, quelle: az v. 26.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mo. 28.02.2000 Keimbahnpatent: Vehemente Kritik am Europäischen Patentamt Ärzteorganisationen, Parteiensprecher jeglicher Couleur und alle involvierten Ministerien kritisierten einhellig, dass das Europäische Patentamt (EPA) einen Patentantrag hat durchgehen lassen der auch den genmanipulierten Menschen mit einschliesst. Sowohl das Forschungsministerium als auch Gesundheits- und Justizministerium wollen einen förmlichen Einspruch gegen das umstrittene Patent erheben. Über die Rücknahme des Patents urteilt eine eigene Abteilung des EPA. Die Entscheidungen des Patentamtes sind keiner richterlichen Kontrolle unterworfen. (boa München, 26.02.2000, quelle: taz v. 24.02.2000) | Hintergrund | Weitere Informationen zu "Gen-Patent auf Embryo" auf der Homepage von Greenpeace: http://www.greenpeace.de/GP_SYSTEM/1DZUFVKD.HTM | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 26.02.2000 Abhörsystem 'Echolon' spioniert e-mails, Faxe und Telefonate aus. Das US-britische Lauschsystem 'Echolon' spioniert e-mails, Telefonate und Faxe in ganz Europa aus. Dies geht aus einer Studie hervor, die der britische Journaliste Duncan Campell m Auftrag des EU-Parlaments in Brüssel erstellt hat. Nach Campells Angaben besteht das Abhörnetz, das auf einem rund 50 Jahre alten Abkommen zwischen Grossbritannien und den USA basiert, seit den 70er Jahren. Echolon ermöglicht es demnach, weltweit an Informationen zu kommen, die über Satellit weitergeleitet werden - seien es Telefonate, Faxe oder e-mails. (boa München, 26.02.2000, quelle: afp v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 26.02.2000 Datenschützer warnen vor Absenkung des Datenschutzniveaus In einem gemeinsamen Text kreiden Datenschutzbeauftragte aus fünf Ländern einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Datenschutz im Strafverfahren "gravieredende" Mängel an. Es sei zu befürchten, dass den Strafverfolgungsbehörden ein regelrechtes "Befugnis-Shopping" zur Gewinnung von sensiblen Informationen eröffnet werde. Die Zweckbindung von Daten der Ermittlungsbehörden drohe nahezu vollständig aufgehoben zu werden. Die zwölf Datenschutzbeauftragten lehnen die Absicht einiger Länder ab, dass Zeugen selbst bei Bagatelldelikten per Öffentlichkeitsfahndung gesucht werden und öffentliche Stellen Informationen aus Strafverfahrensakten "praktisch für alle Zwecke bekommen können.". (boa München, 26.02.2000, quelle: fr v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 26.02.2000 Strassburg plant totale Video-Überwachung des öffentlichen Raumes Die sozialistische Stadtverwaltung will in Bussen und Strassenbahnen, in Schulen und auf öffentlichen Plätzen, die Überwachung per Video-Kameras einführen. Unterstützt wird das Vorhaben von der konservativen Opposition. Wissenschaftler der Strassburger Universität, Teile der Sozialistischen Partei und die Grünen machen gegen dieses Projekt der Bürgerkontrolle Front. Das elektronische Auge habe sich Schritt für Schritt ausgebreitet: Zuerst immer mehr Kameras in Einkaufszentren und Geschäftsgalerien, dann die "Verkehrskontrolle" per Video auf Kreuzungen und in Tunnels, und nun die Umwandlung des öffentlichen Raumes in einen Ort unter der Kontrolle der Sicherheitskräfte, was eine schwerwiegende Verletzung der elementarsten Freiheitsrechte bedeute. (boa München, 26.02.2000, quelle: fr v. 24.02.2000) "Methoden eines totalen Überwachungsstaates" Polizei in München plant flächendeckende elektronische Überwachung. | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 25.02.2000 Personal legt Konzern-Computer mit Protest-e-Mails lahm. Durch mehr als 100 000 versandte elektronische Briefe legte das Personal der Anlagenbaufirma Foxboro-Eckhardt GmbH in Stuttgart die elekronische Kommunikation von Foxboro in den USA für acht bis zehn Sunden lahm. Mit ihrer virtuellen Demonstration protestierten die 200 Beschäftigten gegen die geplante Abwicklung der Hälfte der Stellen. (boa München, 25.02.2000, quelle: taz v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 25.02.2000 Internet-Banking bedroht Banken-Jobs Hypo-Vereinsbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank - alle grossen deutschen Geldhäuser kündigen in den letzten Tagen an, dass sie ihre Aktivitäten im Internet stark ausbauen. Die Kehrseite der Medaille: Das Geschäft in den Filialen wird immer unwichtiger. Die Folgen für die Mitarbeiter sind schlimm: Allein in München sind 7 000 von insgesamt 36 000 Jobs bedroht, schätzt die Gewerkschaft HBV. (boa München, 25.02.2000, quelle: az v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 25.02.2000 REW und VEW streichen 12 500 Arbeitsplätze Die fusionswilligen Energiekonzerne REW und VEW werden auf dem Weg zum drittgrössten Stromunternehmen in Europa 12 500 Arbeitsplätze streichen. Man sei zu diesem Schritt gezwungen, wegen des rapiden Preisverfalls auf dem Strommarkt. Politiker und Gewerkschafter begrüssten die geplante Fusion. (boa München, 25.02.2000, quelle: afp v. 25.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 25.02.2000 Deutsche Bahn: Abbau von 70 000 Arbeitsplätzen Die Deutsche Bahn (DB) plant in den kommenden vier Jahren den Abbau von rund 70 000 Arbeitsplätzen. 2004 sollen 6830 Lokomotivführer weniger Dienst tun als im vergangenen Jahr. Mit 42 Prozent weniger Personal (27 109 Stellen) soll künftig die für Strecken und Stellwerke zuständige "DB NETZ" auskommen. Dies ist das Ergebnis einer Streichliste, die der verkehrspolitische Sprecher der PDS im Bundestag, Winfried Wolf, vorlegte. (boa München, 25.02.2000, quelle: fr v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 25.02.2000 Dramatisch steigende Erwerbslosigkeit von Ausländern Ende Januar waren in Deutschland 520 954 Ausländer arbeitslos. Ihre Arbeitslosenquote ist mit 19,6 Prozent nahezu doppelt so hoch wie die der Deutschen. In Berlin sind so gar 35,2 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 43,3 Prozent und in Sachsen-Anhalt 49,2 Prozent der ausländischen Erwerbspersonen arbeitslos. Das Problem wird sich nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg in den nächsten Jahren noch verschärfen. (boa München, 25.02.2000, quelle: taz v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 25.02.2000 Massenhaft High-Tech-Gastarbeiter gesucht Das Geschäft der High-Tech-Firmen boomt. Die Firmen sind voll ausgelastet. Doch es fehlen 75 000 Spezialisten. Gerhard Schröder gibt nun den Forderungen der Industrie nach und will massenhaft Computer-Spezialisten aus Indien und Osteuropa holen. "Wir sind bereit, eine Karte zu vergeben, die in Amerika Green Card heisst", so Schröder in Hannover, wo er die weltgrösste Computermesse CEBIT 2000 eröffnete. (boa München, 25.02.2000, quelle: az v. 24.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 24.02.2000 Wissenschaftlerin fühlt sich vom ORF zensiert Wissenschaftliche Analyse eines Haider-Interviews im ORF abgelehnt Wie der österreichische "Standard" berichtet, sollte die Wiener Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak im Rahmen der ORF-Sendung "Kunststücke" über "rassistischen und antisemitischen Sprachgebrauch" reden. Die Forscherin der Akademie der Wissenschaften schlug vor, Ausschnitte aus einem Interview mit FPÖ-Chef Jörg Haider sowie einer Parlamentsdebatte zur Immigration zu kommentieren und analysieren. Laut Wodak habe ihr ein ORF-Redakteur aber erklärt, dass die entsprechenden Recherchen "von oben" untersagt worden seien und Namen von Politikern nicht genannt werden dürften. "Noch niemals ist mir in den vielen Jahren meiner Tätigkeit eine solche Zensur im ORF widerfahren. ORF-Kulturchefin Haide Tenner weist dies allerdings zurück. "Alibihafte Schuldzuweisungen auf einzelne Politiker wäre "in der gegenwärtigen Situation zu einfach", erkärte Tenner. (boa München, 24.02.2000, quellen: standard, apa 23.02.2000) * * * "Im gestrigen ORF-Interview über das Klagenfurter Landestheater entlarvte sich Haider sprachlich selbst - in einem Aussmass wie nie zuvor. Innerhalb weniger Sekunden sprach er von Boxen, schlagen, Glaskinn, Niederschlag, Treffer, Prügel usw.(...)" (Auszug aus einer e-mail an den österreichischen "Standard", 22.02.00) | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 24.02.2000 Haider klagt mit Erfolg gegen ZDF wegen kritischer Äusserungen In der ZDF-Sendung "Frontal" vom 12. Oktober meinte der Moderator, Jörg Haider sei "auf jeden Fall ein gefährlicher politischer Gauner". Das Wiener Landgericht sah den Tatbestand der Beleidigung erfüllt, und gab dem gegen das ZDF klagenden Jörg Haider Recht. Ursprünglich hatte der FPÖ-Chef sich auch gegen die ebenfalls in der politischen Magazin-Sendung des ZDF gefallenen Bezeichnungen "skrupelloser Demagoge", "Robin Hood der zu kurz gekommenen" sowie die Behauptung gewandt, er "bediene sich der ewig gestrigen Alt-Nazis". Haiders Rechtsvertreter zog jedoch die auf jene Stellen bezogene Klage zurück, nachdem das Gericht andeutete, dass diese Passagen im Rahmen einer "rein politischen Kritik" wohl zulässig seien. (boa München, 24.02.2000, quellen: standard, apa v. 21/23.02.2000) Berichte über die Großdemonstration vom Samstag (19.02.00) und Informationen über die täglichen Demonstrationen in Österreich: http://www.gegenschwarzblau.cjb.net | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 24.02.2000 Berlin: SPD betreibt Aus des Offenen Kanals Der neue medienpolitische Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, Andreas Köhler plädiert für die Abschaffung des Offenen Kanals, da dieser ein "Kind der 70-er Jahre" und daher nicht mehr zeitgemäß sei. Wohl sei es "wichtig, dass Randgruppen und Bürgerinitiativen ein Forum bekommen". Aber heutzutage habe "das Internet diese Funktion übernommen." Gegen die Abschaffung des Offenen Kanals gäbe es innerhalb der SPD keinen nennenswerten Widerstand, so Köhler. Auch von Seiten der CDU wird Zustimmung signalisiert. Grüne und PDS wenden sich mit scharfer Kritik gegen die drohende Abwicklung des Offenen Kanals. "Immer mehr kommerzielle Anbieter gehen auf Sendung. Warum soll es im Gegenzug nicht möglich sein, dieses kleine Pflänzchen, zu dem jeder und jede Zugang hat, zu erhalten?", frägt Alice Ströver (Bündnisgrüne). (boa München, 24.02.2000) (quelle: partisan.net 23.02.) | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 24.02.2000 Türkei: Sendeverbot für CNN wegen PKK-Diskussion CNN Türk, der türkische Ableger des amerikanischen Nachrichtensenders CNN, wurde wegen einer Diskussionssendung über die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ihren zum Tode verurteilten Vorsitzenden Abdullah "Apo" Öcalan. mit einem eintägigen Sendeverbot belegt. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendein Fernsehsender im Land von der obersten Aufsichtsbehörde für Funk und Fernsehen (RTÜK) aus politischen Gründen mit Sanktionen belegt wird. (boa München, 24.02.2000, quelle: sz v. 19./20.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 23.02.2000 Greenpeace blockiert das Europäische Patentamt (EPA) Das Amt hat irrtümlich Patent auf Manipulation menschlicher Gene vergeben. Etwa 90 Aktivisten von Greenpeace haben am Dienstagmorgen am Europäischen Patentamt (EPA) in München gegen die Erteilung eines Patentes protestiert, das auch gentechnisch manipulierte Menschen mit einschliesst. Die Umweltschützer versperrten die Haupt-Eingänge des EPA mit drei Meter hohen Mauern Greenpeace-Gentechnik-Experte Christph Then erklärte: "Das Amt verschachert das Nutzungsrecht für Menschen, Tiere und Pflanzen an die Gentech-Industrie." Das EPA hatte am Montag bestätigt, Im Dezember nach fast sechsjähriger Prüfung irrtümlich das Patent EP 695 351 für die australische Firma Stern Cell Sciences und die schottische Universität Edinburgh erteilt zu haben. In Claim 48 der Patentschrift heisst es nach Angaben von Greenpeace, dass das Patent "alle Zellen von Tieren, insbesondere von Säugetieren, einschliesslich des Menschen" umfasst. Unter Patenschutz fällt somit auch die Entnahme von Zellen menschlicher Embryonen, die genetische Manipulation dieser Zellen, sowie die Züchtung gentechnisch veränderter Menschen aus diesen Zellen. (boa München, 23.02.2000, quellen: ap, taz, fr, sz, greenpeace v. 21/22..02.2000) | Hintergrund | Weitere Informationen zu "Gen-Patent auf Embryo" auf der Homepage von Greenpeace: http://www.greenpeace.de/GP_SYSTEM/1DZUFVKD.HTM | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 23.02.2000 Microsoft unter Spionageverdacht Das französische Verteidigungsministerium verdächtigt Microsoft nach einem Bericht der Pariser Tageszeitung "Libération" der Spionage. Anhaltende Gerüchte sprächen von installierten Spionage-Programmen. Mitglieder des militärischen US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) könnten in den für Entwicklung zuständigen Microsoft-Teams sitzen. Im vergangenen Herbst hatte der Programmierer und Mathematiker Andrew Fernnandes behauptet, das Betriebssystem Windows NT ermögliche dem NSA-Geheimdienst Zugang zu privaten Computern. Er sei in der Sicherheitssoftware von Windows auf einen neuen digitalen Schlüssel mit der Bezeichung NSAkey gestossen. Microsoft widersprach diesem Vorwurf entschieden. (boa München, 23.02.2000, quellen: sz, dpa v. 21.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 23.02.2000 Massenweise Droh-Mails gegen Haider-Gegner Demonstrationen und Protestaktionen gegen den Rechtspopulisten Jörg Haider und seine FPÖ werden weitgehend im Internet organisiert. Termine und virtuelle Gesprächsräume findet man zum Beispiel unter http://www.aktion-zivilcourage.at oder http://www.gegenschwarzblau.cjb.net Dass dort Statements gegen Schwarz-Blau mit Angabe der e-Mail-Adresse veröffentlicht wurden, hatte für einige der Autoren unangenehme Folgen: Sie erhielten Spam-Mails. Ähnliche Erfahrungen mussten Wiener Demonstranten machen, die sich im Netz zu den Protestaktionen verabredeten: Ihnen wurden von eindeutig dem rechten Lager zugehörigen Unbekannten tausende Droh-Mails zugesandt.. Gleichzeitig hat Jörg Haider Klage gegen die Webseite http://www.fpo.at eingereicht, die die offizielle Page seiner Partei www.fpoe.at karikiert. Die Ersteller der perfekt gemachten Karikatur werden von der FPÖ als Cyberterroristen bezeichnet. (boa München, 23.02.2000, quelle: fr v. 19.02.2000) Via e-Mail, Handy und Internet organisiert sich die Protestbewegung | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 22.02.2000 Europäisches Patentamt erteilt Patent auf Embryo Erstmals hat das Europäische Patentamt (EPA) in München ein manipuliertes menschliches Gen geschützt. Wer das Patent EP 695 351 besitzt, darf die künstlichen Zellen und Organismen selektiv nachbilden. Theoretisch ist damit auch die Züchtung eines gen-veränderten Menschen möglich. Greenpeace brachte den Skandal am Montag ans Tageslicht. "Ein schwerer Fehler" sei dem Patentamt unterlaufen, räumte Rainer Osterwalder, Sprecher des Amtes am Montag nach Bekanntgabe der Greenpeace-Recherchen ein. Drei Prüfer hätten das Patent offenbar "aus Versehen" erlassen. Die Patenterteilung des EPA verstösst gegen deutsches und europäisches Patentrecht. Das Patent mit der Nummer EP 695 351 rüttelt am letzten Tabu der Gentech-Branche: der Züchtung des Menschen. Es sichert dem Inhaber die Rechte auf die Entnahme von Zellen aus menschlichen Embryonen, auf die gentechnische Manipulation dieser Zellen und auf die Herstellung gentechnisch veränderter Embryonen. (boa München, 22.02.2000, quellen: br u. greenpeace v. 21.02.2000) | Hintergrund | Weitere Informationen zu "Gen-Patent auf Embryo" auf der Homepage von Greenpeace: http://www.greenpeace.de/GP_SYSTEM/1DZUFVKD.HTM | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 22.02.2000 Hacker an der Wall Street Hackern ist es gelungen, die US-Börse zu manipulieren und zahlreichen Investoren Verluste zuzufügen. Nach ihrer gefälschten Nachricht über die Fusion zweier US-Biotechnologie-Firmen waren deren Kurse stark gestiegen. Als die Firmen die Meldung zurückwiesen, stürzten die Kurse wieder ab. Viele Händler reagierten empört: Sie hätten sich bisher immer auf die Internet-Informationen verlassen können. (boa München, 22.02.2000, quellen: az , sz 19.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 22.02.2000 Kampf um Web-Adresse: Künstlergruppe besiegt Konzern Die kleine Künstlergruppe namens "etoy" erhielt vom amerikanischen Registrierungsservice "Network Solution" (NSI) den lang umstrittenen Namen "etoy.com" zurück. Das US-amerikanische Spielzeug-Versandunternehmen eToys mit der Webadresse "www.etoys.com" hatte auf juristischem Wege versucht, an die vielversprechende Registrierung "etoy.com" zu gelangen, welche die Künstlergruppe aber schon seit 1994 besass. Die Firma eToys machte in jüngster Zeit enormen Gewinn, befürchtete aber, dass die etoy-Hompepage den Umsatz schmälern könnte: Wer das "s" von eToys vergisst, landet nämlich unweigerlich bei den Freaks aus der Kunstszene. Am 10. Oktober wurde die etoy-Domain per Gerichtsbeschluss blockiert. Künstler, Wissenschaftler und andere Aktivisten zettelten daraufhin eine beispiellose Kampagne im Internet und in den Medien an, und zwangen den Konzern, seine Klage fallen zu lassen. (boa München, 22.02.2000, quelle: sz 19.02.2000 und boa-Archiv) | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 22.02.2000 Polizei stürmt bei Gross-Razzia falsche Wohnungen Bei der bundesweit durchgeführten Gross-Razzia gegen Hehlerbanden hat die Polizei am vergangenen Montag irrtümlich auch zwei falsche Wohnungen durchsucht. Dies bestätigte der Göttinger Polizeisprecher Helmut Latermann am Sonntag. Laut Bericht des Göttinger Tagblatts, hat in Weißenborn (Kreis Göttingen) ein 39 jähriger Wohnungsinhaber fast eine Stunde lang völlig nackt und in Handfesseln am Boden liegen müssen. Der 15 jährige Sohn sei ebenfalls gefesselt worden. Er habe eine halbe Stunde lang mit dem Gesicht zur Wand sitzen müssen. Die Mutter und die beiden drei und sechs Jahre alten Töchter mussten zitternd mit ansehen, wie die Baematen die Wohung durchsuchten. Erst nach längerer Zeit hätten die Beamten ihren Irrtum bemerkt und sich gegenseitig Vorwürfe gemacht. Auch im Raum Minden (Nordrhein-Westfalen) hatten Spezialkräfte irrtümlich die Wohnung von Unbeteiligten gestürmt. (boa München, 22.02.2000, quelle: fr 21.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Di. 22.02.2000 Atomanlage Sellafield: Fälschung von Prüfberichten Mitarbeiter der Betreiberfirma der britischen Atom-Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Sellafield haben systematisch Sicherheitsgutachten gefälscht und Kontrollen mangelhaft ausgeführt. Das geht aus einem am Freitag in London veröffentlichten Untersuchungsbericht der britischen Atomaufsichtsbehörde NII hervor. (boa München, 22.02.2000, quelle: dpa, ap 18.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mo. 21.02.2000 Bis zu 300 000 bei Protestkundgebung in Wien gegen Schwarz-Blau Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich am Samstag etwa 300 000 Menschen auf dem Heldenplatz in Wien. Die Kundgebung stand unter dem Motto: Nein zu Rassismus! Nein zum Rechtsextremismus! Hinter dem Demonstrationsaufruf stand eine breite Allianz von Jugend- und Frauenverbänden, Gewerkschaften, Künstlerinitiativen und Parteien. Prominente Redner aus dem In- und Ausland äußerten ihre Angst, das österreichische Regierungsmodell könnte in Europa Schule machen. Der französische Filmstar Michel Piccoli stellte klar: "Wir demonstrieren nicht gegen Österreich, wenn wir gegen Haider demonstrieren." Michael Friedmann, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland warnte vor dem "Gift des Rassismus" und proklamierte: "Wir haben uns hier versammelt, weil wir ein Ja zur Multikulturaliät und der Öffnung Europas und ein Nein zu Rassismus und Einfalt sagen." Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Ariel Muzicant ergänzte: "Es ist ein Skandal, dass Rassismus und Antisemetismus wieder Kavaliersdelikte geworden sind." In einer Grussbotschaft warnte der Dichter H.C.Artmann eindringlich vor der Missgeburt die "eine Verbindung von ÖVP und sogenannten Freiheitlichen zeitigen wird." Was ein frisch-fröhlicher Austrofaschismus mit pseduodemokratischem Habitus bedeute, habe das unselige Jahr 1938 gezeigt. Er sage nur das eine: "Schützt Österreich vor den Wölfen im Lämmerfell!". (boa München, 21.02.2000) Via e-Mail, Handy und Internet organisiert sich die Protestbewegung Weitere Berichte über die Großdemonstration vom Samstag (19.02.00) und Informationen über die täglichen Demonstrationen in Österreich: http://www.gegenschwarzblau.cjb.net | zurück zum Nachrichtenticker | Mo. 21.02.2000 Hitlers "Mein Kampf" wird im Internet angeboten Die Internet-Buchhandlung "buecher.de" wird verdächtigt, das verbotene Buch "Mein Kampf" angeboten zu haben. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Volksverhetzung, nachdem ein Rechercheur des Simon-Wiesenthal-Centers das Angebot aus dem Netz fischte. Auch ein Beamter des Finanzministeriums, das die Rechte an "Mein Kampf" verwaltet, stiess auf das Buchangebot bei "buecher.de". (boa München, 21.02.2000, quelle: sz v. 19.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mo. 21.02.2000 NS-Zwangsarbeiter-Entschädigung: Wirtschaft hat erst gut 2 Milliarden Mark zusammen. Bislang haben erst 192 Firmen (Stand 17.2.) eine Gesamtsumme von gut zwei Milliarden Mark zugesagt. Erst nach langen zähen Verhandlungen hatten sich Bundesregierung und Wirtschaft am 12. Dezember letzten Jahres bereit erklärt, jeweils 5 Milliarden Mark für die früheren Zwangsarbeiter zur Verfügung zu stellen. Detailfragen zur Entschädigung der ehemaligen NS-Zwangsarbeiter sind bis heute noch nicht geklärt. Zwischen zehn und fünfzehn Millionen Menschen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus zur Zwangsarbeit gezwungen: Kriegsgefangene, Zivilisten und KZ-Häftlinge. Nach Berechnungen der Bremer Stiftung für Sozialgeschichte sparte sich die deutsche Wirtschaft, einschliesslich der öffentlichen Hand, durch die - im Vergleich zu deutschen Beschäftigten - deutlich niedrigere Entlohnung etwa 16 Milliarden Reichsmark - nach heutigem Geldwert mehr als 95 Milliarden Mark. Die komplette Liste mit Firmen, die während des "Dritten Reiches" Zwangsarbeiter beschäftigt haben und sich bisher nicht am Entschädigungsfonds beteiligen, kann abgerufen werden unter der Web-Adresse des American Jewish Commitee (AJC): http://www.ajc.org (boa München, 21.02.2000, quelle: sz v. 19.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19.02.2000 Internationale Demonstration und Grosskundgebung in Wien Heute findet in Wien eine internationale Demonstration und Großkundgebung gegen die Regierungsbeteiligung der rechten Haider-Partei FPÖ statt. Es werden über 200 000 Teilnehmer erwartet. Zahlreiche Kultur- und Polit-Prominenz aus dem In-und Ausland hat ihr Kommen zugesagt. Nach Angaben des ORF haben am gestrigen Streiktag der Schulen in Wien etwa 4 000 Schüler gegen "Schwarz-Blau" demonstriert. Ihre Teilnahme wird Berücksichtigung finden "in der Betragungsnote im Jahreszeugnis" (Original-Ton ORF2) (boa München, 19.02.2000) Via e-Mail, Handy und Internet organisiert sich die Protestbewegung Informationen über die täglichen Demonstrationen in Österreich: http://www.gegenschwarzblau.cjb.net | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19.20.02.2000 Jüdischer Friedhof in Göttingen geschändet Auf dem jüdischen Friedhof in Göttingen wurden nach Angaben der Polizei mehr als vierzig Gräber und ein Gebäude mit Hakenkreuzen und antisemitischen Parolen beschmiert. Bisher gebe es keine Hinweise auf die Täter. (boa München, quelle: http://www.partisan.net vom 18. Februar 2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19. und So.20.02.2000 Trittin bei 25-Jahr-Feier der Wyhler AKW-Bauplatzbesetzung An diesem Wochende feiern in Wyhl die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen den 25. Jahrestag der Wyhler AKW-Bauplatzbesetzung. Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist als Redner für die Feier angesagt. 1975 gelang es der Bevölkerung von Wyhl und Umgebung den Bau eines Atomkraftwerks zu verhindern.. Wyhl wurde zum Ausgangspunkt der Antiatombewegung in Deutschland. Dass die Antiatombewegung noch lebt, wollen Atomkraftgegner im baden-württembergischen Philippsburg demonstrieren: sie haben für Sonntag angekündigt, auf dem Castor-Gleis vor dem Atomkraftwerk Philippsburg eine "Probe-Blockade" durchzuführen. Treffpunkt soll am Samstag um 12.30 Uhr der Bahnhof Philippsburg sein. (boa München, 18.02.2000) NAI HÄMMER GSAIT! - Whyl 1975 - 2000 Dem Atomausstieg Beine machen! | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19.02.2000 Hessischer Ministerpräsident Koch gerät zunehmend unter Druck Nicht nur in der CDU wächst nach dem Rückzug von Partei- und Fraktionschef Wolfgang Schäuble der Druck, ebenfalls sein Amt niederzulegen. Auch DIHT-Präsident Hans Peter Stihl fordert den Rücktritt Roland Kochs. Die Vorfälle um die CDU-Spenden- und Finanzaffäre würden "investitionswillige Unternehmen aus dem In-und Ausland" verunsichern, stellte er fest. Koch lehnt einen Rücktritt erneut ab. Die Union-Bundestagsfraktion hat sich am Freitag auf den 1955 geborenen Finanzexperten Friedrich Merz als neuen Fraktionsvorsitzenden festgelegt. Gegen Angelika Merkel als mögliche CDU-Parteivorsitzende kommen Einwände aus Kreisen der CSU: Sie sei zu modern für eine konservative Partei. (boa München, quelle: afp u. br5 v. 18.02.2000, sz v.17.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19.02.2000 Kanzleramt: Viele Kohl-Akten unvollständig Im Kanzlreramt sind weit mehr Akten aus der Regierungszeit Kohls (CDU) verschwunden oder lückenhaft, als bisher bekannt war. Unvollständig seien die Unterlagen in Bezug auf alle Vorgänge, die wegen Korrupitonsverdacht umstritten sind, berichtet Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmreier (SPD) dem Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre. (boa München, quelle: afp v. 18.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19.02.2000 Ecuador: Indios protestieren gegen Dollar-Einführung Rund 3000 Indios haben in Quito am Donnerstag gegen die Einführung des US-Dollars als offizielle Währung protestiert. Am 9. Januar hatte der damalige Präsident den Wechsel zur US-Währung angekündigt. Daraufhin stürzten ihn aufständische Indios mit Unterstützung des Militärs. Der Nachfolgrer Gustavo Noboa kündigte an, ebenfalls den Dollar einführen zu wollen. (boa München, quelle: afp v. 18.02.2000) Hintergrund | zurück zum Nachrichtenticker | Sa. 19.02.2000 Clinton gegen Aussetzung der Todesstrafe auf Bundesebene US-Präsident Bill Clinton hat sich gegen eine Aussetzung der Todesstrafe auf Bundesebene ausgesprochen. Bei Verbrechern, die von Bundesgerichten zum Tode verurteilt worden seien, sei dies angebracht. (boa München, quelle: afp v. 18.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 18.02.2000 Wyhl feiert 25 Jahre Anti-AKW-Widerstand 1975 begann die Bevölkerung von Wyhl und Umgebung den Bau eines Atomkraftwerks zu blockieren - mit Erfolg: das Verwaltungsgericht Freiburg untersagte die Errichtung der Nuklearanlage. Wyhl wurde zum Ausgangspunkt der Antiatombewegung in Deutschland. Von heute bis Sonntag feiern in Wyhl die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen den 25. Jahrestag der Wyhler AKW-Bauplatzbesetzung. Dass die Antiatombewegung noch lebt, wollen Atomkraftgegner im baden-württembergischen Philippsburg demonstrieren: sie haben für Sonntag angekündigt, auf dem Castor-Gleis vor dem Atomkraftwerk Philippsburg eine "Probe-Blockade" durchzuführen. (boa München, 18.02.2000) NAI HÄMMER GSAIT! - Whyl 1975 - 2000 Dem Atomausstieg Beine machen! | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 18.02.2000 Radioaktivität entweicht aus AKW nahe New York Aus einem Atomreaktor in der Nähe von New York ist Radioaktivität ausgetreten. Ursache ist eine undichte Stelle in einer Wasserleitung über die heißes, radioaktives Wasser in ein Kaltwasserbecken geleitet wird. Das 55 Kilometer nördlich von New York in Buchanan gelegene 26 Jahre alte Kraftwerk sei sofort abgeschaltet worden, eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung bestehe nicht, sagte ein Sprecher der Betreiber-Firma. Die örtlichen Behörden gingen davon aus, dass die Situation unter Kontrolle sei. (boa München, quelle: ap, fr, v. 17.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 18.02.2000 Ärzte kritisieren den geplanten Ausbau des Flughafens Frankfurt Die Landesärztekammer Hessen hat gesundheitliche Bedenken gegen einen weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens erhoben. Man dürfe die negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nicht verharmlosen: "Fluglärm kann krank machen." Aus medizinischer Sicht sei der Flughafenausbau sehr kritisch zu sehen. Das Recht auf ungestörte Nachtruhe sei ein vorrangiges Ziel. Die Ärzte fordern, Ruhe solle als ein schützenswertes Rechtsgut im Umweltrecht verankert werden. Die Zeit eilt, denn wegen des massiv zunehmenden Luftverkehrs üben die Flughafenbetreiber wachsenden Druck auf die Politiker aus, um eine Lockerung des Nachtflugverbots zu erreichen. (boa München, quelle:ap,sz v. 16.02.2000 und boa-archiv) | zurück zum Nachrichtenticker | Fr. 18.02.2000 Demonstrationen bei Überraschungsbesuch Haiders in Kanada Gegen den überraschenden Besuch des umstrittenen österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider in Kanada haben mehrere Dutzend Demonstranten vor seinem Hotel in Montreal protestiert. Heider kündigte an, das Montrealer Holocaust-Gedenkzentrum besuchen zu wollen. Der jüdische Kongress in Kanada lehnte dieses Ansinnen jedoch kategorisch ab. Heute treten in Wien über 50 Schulen in einen Streik. Am Vormittag marschieren die Schüler zum Stephansplatz um gegen "Scharz-Blau" zu protestieren. Es werden über 20 000 Teilnehmer erwartet. Morgen findet in Wien eine internationale Demonstration und Großkundgebung gegen die Regierungsbeteiligung der rechten Haider-Partei FPÖ statt. Zahlreiche Kultur- und Polit-Prominenz hat ihr Kommen zugesagt. (boa München, quelle: afp v. 16.02.2000) Via e-Mail, Handy und Internet organisiert sich die Protestbewegung Informationen über die täglichen Demonstrationen in Österreich: http://www.gegenschwarzblau.cjb.net | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 17.02.2000 Internationale Grosskundgebung gegen ÖVP/FPÖ-Regierung Am Samstag findet in Wien eine internationale Demonstration mit abschliessender Grosskundgebung am Heldenplatz/Ballhausplatz statt. Verantwortlich für diese Protestveranstaltung zeichnet ein Bündnis von Menschenrechtsorganisationen namens "Demokratische Offensive". Zahlreiche künstlerische und politische Prominenz aus dem In- und Ausland haben ihr Kommen zugesagt. Inzwischen macht der "FPÖ-Effekt" der österreichischen Tourismusbranche schwer zu schaffen. Trotz Informationssperre gibt es alarmierende Nachrichten über Absagen von Kongressen und Reisebuchungen. In Insbruck wurde zum Beispiel ein internationaler Kongress für Tropenmedizin abgesagt. 2.500 Teilnehmer waren erwartet worden. (boa München, 15.02.2000) Via e-Mail, Handy und Internet organisiert sich die Protestbewegung Informationen über die täglichen Demonstrationen in Österreich: http://www.gegenschwarzblau.cjb.net | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 17.02.2000 Anbau von gentechnisch verändertem Mais vorläufig ausgesetzt Nach dem Bekanntwerden einer möglichen Zulassung von gentechnisch verändertem Mais (Bt-Mais) durch das zuständige Sortenamt in Hannover und der damit verbundenen Freigabe für den landwirtschaftlichen Anbau, verständigten sich gestern die Landwirtschaftsminister der Länder, den unbegrenzten Anbau von Gen-Mais bis auf weiteres auszusetzen. Genmanipulierter Mais steht unter Verdacht, beim Menschen die Wirksamkeit von Antibiotikum herabzusetzen. (boa München, quellen: fr v.15.02.2000, berliner zeitung v. 16.02.2000) Hintergrund: Siehe Nachrichten vom Mi.16.02.2000 | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 17.02.2000 Atomgegner kündigen für Samstag Blockade in Philippsburg an Am Sonnabend wollen Atomkraftgegner auf dem Castor-Gleis vor dem baden-württembergischen Atomkraftwerk Philippsburg eine "Probe-Blockade" durchführen. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte Ende Januar unter anderem Transporte von abgebrannten Brennelementen aus den AKW Philippsburg, Biblis und Neckarwestheimnach Ahaus genehmigt. Für den 20. Februar haben Atomkraftgegner einen "Sonntagsspaziergang" zum Atommüllzwischenlager Ahaus angekündigt. Die Früjahrskonferenz der Antiatombewegung findet vom 30.03. bis 02.04.2000 in Mülheim (Ruhr) statt. Dem Atomausstieg Beine machen! Vom 18. bis 20.02.2000 feiern in Whyl die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen den 25. Jahrestag der Wyhler AKW-Bauplatzbesetzung. (boa München, quellen: jw v. 15.02.2000, und boa archiv) NAI HÄMMER GSAIT! - Whyl 1975 - 2000 | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 17.02.2000 Schäuble verzichtet auf CDU-Partei- und Fraktionsvorsitz Nach heftiger Kritik aus Kreisen der Unions-Parteien wegen mangelndem Krisenmanagement bei der CDU-Parteispenden- und Finanzierungsaffäre gab Schäuble gestern seinen Verzicht auf den CDU-Partei- und Fraktionsvorsitz bekannt. (boa München, quelle: df v. 16.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 17.02.2000 Peru: Hacker dringen in Computersystem der Wahlkommission ein Hacker haben die Web-Seite der staatlichen Wahlkommission in Peru verändert und Listen von Wahlbeamten gefälscht. Oppositionsgruppen äußerten die Sorge vor Manipulation des Wahlergebnisses. Am 9. April bewirbt sich Präsident Alberto Fujimori um eine dritte Amtszeit, was verfassungsrechtlich umstritten ist. (boa München, quelle: ap v. 16.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Do. 17.02.2000 UNCTAD-Konferenz: Bisher keine greifbaren Ergebnisse Auf der 10. Tagung der Welthandels und Entwicklungskonferenz in Bangkok blieb es bisher bei Gemeinplätzen. Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) nutzen den UNCTAD-Gipfel zur Rechtfertigung ihrer Politik. Der scheidende IWF-Präsident Michel Camdessus behauptete, der IWF sei ein "Freund der Armen". Senegals Vertreter erinnerte daran, dass durch die Vergabepraxis des IWF, die Staaten des subsaharischen Afrika noch stärker in die Schuldenfalle getrieben wurden. 10.000 Polizisten, Soldaten und Sondereinheiten schützen die Versammlung der 3 000 Delegierten aus etwa 40 Staaten. Erstmalig sind Nichtregierungsorganisationen (NGO) als Beobachter zu den Beratungen zugelassen. (boa München, quelle: jw v. 15.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 16.02.2000 Regierung erlaubt uneingeschränkten Anbau von Genmais Nach Informationen der Berliner Zeitung, soll in Deutschland erstmals eine gentechnisch veränderte Nutzpflanze für den uneingeschränkten Anbau zugelassen werden. Die Bauern können dann künftig den umstrittenen sogenannten Bt-Mais 176 ohne Beschränkung anpflanzen und als Nahrungsmittel und Tierfutter vermarkten. Bt-Mais wurde durch die Einschleusung von Genen, gegen Schadinsekten widerstandsfähiger und gegen ein Unkrautvernichtungsmittel des Biotech-Konzerns Novartis unempfindlich gemacht. Novartis hatte den Antrag für die Zulassung gestellt. Fachleute des Umweltbundesamtes kritisieren den Anbau von Bt-Mais wegen ungeklärter Folgen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. In anderen EU-Staaten wie Österreich und Luxemburg sind Einfuhr und Anbau von genmanipulierten Pflanzen verboten. (boa München, quelle: berliner zeitung v. 15.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 16.02.2000 Winnacker hält Eingriffe in menschliche Keimbahnzelle für vertretbar Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft Ernst Ludwig Winnacker hält laut Informationen der Süddeutschen Zeitung die sogenannte Keimbahntherapie in bestimmten Fällen für vertretbar. Bei dieser Therapie werden Keimzellen oder befruchtete Eizellen genetisch manipuliert -der Embryo und künftige Nachkommen besitzen somit ein verändertes Erbgut. Angewendet wird diese Methode in der Tier- und Pflanzenzucht. Am Menschen wird die Keimbahntherapie bislang nicht eingesetzt und ist in Deutschland verboten. Bei sehr schweren Erbleiden sei jedoch kaum etwas dagegen einzuwenden, so Winnacker bei einem Vortrag am Dienstagabend vergangener Woche in Berlin. (boa München, quelle: sz v. 10.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 16.02.2000 Wien: Protestbewegung überlistet Polizei mit Handy und Internet Die täglichen Demonstrationen gegen die regierende rechts-konservative ÖVO/FPÖ-Koalition in Österreich werden über Informationen auf Internet-Seiten und Handy-Displays (SMS) spontan organisiert. Tausende sind so innerhalb weniger Minuten mobilisierbar, spontan lassen sich die Protestrouten ändern.. Ein Methode, mit der die bisher als allmächtig empfundene Staatspolizei an der Nase herumgeführt werden kann. (boa München, quelle:dpa v. 15.02.2000) Hintergrund | zurück zum Nachrichtenticker | Informationen über die täglichen Demonstrationen in Österreich: http://www.gegenschwarzblau.cjb.net Mi. 16.02.2000 CDU muss 41 Millionen Mark an Bundeskasse zurückzahlen Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat am Dienstag in Berlin festgelegt, dass die CDU wegen ihres fehlerhaften Rechenschaftsberichtes für 1998 insgesamt 41,348 Millionen Mark aus der staatlichen Parteienfinanzierung an die Bundeskasse zurückzahlen muss. Dies ergebe sich zwingend aus dem Parteiengesetz, so Thierse. "Ermessensspielräume bestehen hier nicht." (boa München, quelle: dpa v. 15.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | Mi. 16.02.2000 CDU-Fraktion putscht gegen ihren Vorsitzenden Schäuble Während der gestrigen Sitzung der CDU-Bundestagsfraktion wurde das Krisenmanagement des CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble heftig kritisiert. Die ursprünglich für Anfang Mai geplanten Vorstandswahlen werden nun auf kommenden Dienstag vorgezogen. Schäuble verliess die Fraktionssitzung kommentarlos. (boa München, quelle: df v. 16.02.2000) | zurück zum Nachrichtenticker | |
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