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Der kleine Ort Donaueschingen
an der Brigach hat mit seinem 1921 gegründeten Festivalbetrieb wie
kein anderer Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts geschrieben. Hier haben
schon Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg ihre Karrieren
begonnen und ohne die von den "Donaueschinger Musiktagen" vergebenen Kompositionsaufträge,
wären Größen wie Karl-Heinz Stockhausen, Pierre Boulez,
Luigo Nono oder Helmut Lachemann nicht die, die sie heute sind.
Raumklang
und spartenuebergreifende kuenstlerische Konzepte
Raumklang und spartenübergreifende
künstlerische Konzepte stehen
im Zentrum der Donaueschinger
Musiktage 2000. Vom 20. bis 22. Oktober
werden bei dem international
renommierten Festival für Neue Musik,
das seit nunmehr einem halben
Jahrhundert mit Unterstützung des
Südwestrundfunks (SWR)
stattfindet, 21 Auftragskompositionen von
Künstlern aus neun
Nationen uraufgeführt. Vergeben wurden die
Kompositionsauftraege wie
auch in den vergangenen 50 Jahren vom
SWR, der damit erneut jungen
Talenten die Möglichkeit gibt, ihre Werke
abseits von Verkaufszahlen
und Zuschauerquoten einem
internationalen und kritischen
Publikum präsentieren können.
Im Fokus der diesjährigen
Donaueschinger Musiktage stehen
künstlerische Konzepte,
die mit neuen räumlichen Dispositionen
experimentieren. Das Bestreben
über dynamisch-energetische
Qualitäten eine raumausfüllende
Atmosphäre des Im-Klang-Seins
zu schaffen, zielt nicht
nur auf ein neues Richtungshören, sondern auf
veränderte Formen der
sinnlichen Wahrnehmung. Diese Akzentuierung
findet sich sowohl in den
beiden grossen Sinfoniekonzerten mit dem SWR-
Sinfonieorchester Baden-Baden
und Freiburg unter Leitung von Sylvain
Cambreling und Lothar Zagrosek
mit Werken von Mark Andre, Peter Ruzicka,
Jörg Mainka und Vinko
Globokar, sondern auch in den Kammerkonzerten
mit den Ensembles "recherche"
und "accanto", dem Klangforum Wien und
dem von Rupert Huber geleiteten
"SWR-Vokalensemble", die Werke von
Martin Smolka, Wolfram Schurig,
Stefano Gervasoni, Brice Pauset und
Pierluigi Billone zur Uraufführung
bringen.
Eine weiterer Akzent des
experimentellen Festivals liegt traditionsgemäss
im Bereich kunstübergreifender
Perspektiven: etwa wenn sich Peter Ablinger
und Andreas Dohmen von fotorealistischen
Arbeitsweisen aus der Bildenden
Kunst anregen lassen, um
auf diese Weise für das Konzert Formen zu kreieren,
die die Grenzen zur Klanginstallation
überschreiten, wenn Olga Neuwirth und
Michael Kreihsl in "The
long rain" einen Film einbeziehen, der über drei
Videowalls in den Raum greift,
wenn Chris Newman und der amerikanische
Performancekünstler
und Architekt Vito Acconci nicht nur klangliches Material,
sondern auch Malerei und
Fotokunst integrieren oder wenn sich Ron Kuivila,
Stephan Froleyks und Thomas
Schulz in ihren Raumklanginstallationen auf
Literatur und Sprache beziehen.
Die SWR-Jazz-Session präsentiert
mit der "Kamikaze Ground Crew"
sowie dem Claudio Puntin
Quintett und dem Steffen Schorn Ensemble drei
der gegenwärtig namhaftesten
Jazzformationen.
Das detaillierte Programm
und Eintrittskarten sind über das Verkehrsamt
Donaueschingen, Karlstrasse
58, 78166 Donaueschingen (Tel.: 07771/857221-224,
Fax: 0771/857228) zu beziehen.
Unter http://www.swr.de/donaueschingen/
finden Sie detaillierte Informationen zu
den Komponisten und Werken.
SWR
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Anlässlich der Donaueschinger
Musiktage 1997 startete die Redaktion Neue Musik des Südwestfunks
Baden-Baden in S2 Kultur als erstes Kulturradio das MultimediaRadio - eine
neuartige Form radiophoner Vermittlung, die auch die visuellen Aspekte
eines Geschehens vermittelt, ohne dass damit das Visuelle sui generis das
Auditive verdrängt. Das MultimediaRadio versteht sich in diesem Rahmen
als begleitendes und ergänzendes Medium:
http://www.swr.de/donaueschingen/multimediaradio/index.html
Die MultimediaRadio-Homepage
vermittelt mit Texten, Fotos, Tönen und Videos einen interessanten
Eindruck von den audio-visuellen Installationen der Donaueschinger
Musiktage der Jahre 1997, 1998 und 1999. Insbesondere 1999 standen künstlerische
Entwürfe im Zentrum des Musikfestivals, die sich im Zwischenbereich
von Szene, Klang, Bild und Raum bewegten.
Hier ein kleines akustisches
Beispiel:
Raumklangkomposition von
<sabine schäfer
// joachim Krebs>
>> Sonic Lines n' Rooms
<<
Donaueschinger Musiktage
1999
download
Achtung!
Die Komposition beginnt
mit sehr leisem Klang.
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