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242 MILLIARDEN MARK GEBOTEN Die Vodafone-Mannesmann-Fusion: Größte Wirtschaftstransaktion der Geschichte Firmenzusammenschlüsse verfehlen häufig die hochgesteckten Ziele |
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20.11.1999 Britischer Mobilfunkkonzern versucht feindliche Übernahme der deutschen Firma Mannesmann. Vodafone kontert damit angeblich die Übernahme des britischen Mobilfunkbetreibers Orange. Mannesmann hatte angekündigt, Orange für 62 Milliarden Mark zu erwerben Mit dem höchsten Übernahmeangebot
der Wirtschaftsgeschichte will Vodafone-Airtouch sich den Mannesmann- Konzern
einverleiben. Am Freitag offerierte das britische Unternehmen 53,7 eigene
Aktien für eine von Mannesmann. Vodafone-Chef Chris Cent erklärte,
es sei sein letztes Angebot (Knockout-Angebot). Sechzig Prozent der
389,8 Millionen Mannesmann- Aktien gehören ausländischen
Investoren, vor allem Fonds, Banken und Versicherungen. Umgerechnet kostet
die feindliche Übernahme - zu Kursen vom Donnerstagabend - rund 242
Milliarden Mark. Eine unvorstellbare Summe. Mit dem "Knockout"-Angebot
an die Mannesmann- Aktionäre soll das Management in die Knie gezwungen
werden. Eine erste freundliche Offerte über gut 200 Milliarden Mark
hatte der Mannesmann-Vorstand zurückgewiesen. Diese Summe würde
reichen, um beispielsweise fünf Monate lang den gesamten Bundeshaushalt
zu bestreiten.
boa München
03.02.2000
Der Milliarden-Poker ist entschieden: Vodafone und Mannesmann schließen sich zusammen. Das gaben am Donnerstag abend die beiden Vorstandschefs Gent und Esser in Düsseldorf bekannt. Nach einem monatelangen Kampf der Telekom-Giganten nun doch eine Fusion im beiderseitigen Einverständnis. Zuvor hatte der britische Konzern ein verbessertes Übernahmeangebot vorgelegt. Mannesmann wird mit 49,5 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Die Mannesmann-Aktionäre erhalten für eine Aktie 58,9 Vodafone-Papiere. (Quelle: Deutsche Welle) Hintergrund und Chronologie: http://www.dwelle.de/aktuelles/tagesthema/manuskript/20000204.html
12.04.2000
Auf diesen Tag hatte Vodafone-Chef Chris
Gent lange gewartet: Mit der Zustimmung der Brüsseler EU-Kommission
ist der ehrgeizige Topmanager am Ziel seiner Träume. Der Mannesmann-Konzern
darf vom weltgrößten Mobilfunkbetreiber geschluckt werden -
wenn auch unter Auflagen.
21.07.2000
Das Fusionsfieber grassiert vor allem in Branchen wie dem Finanzwesen, der Automobilproduktion, der Mikroelektronik, den Telekommunikationen, der Pharmaindustrie und dem Einzelhandel. Nach einem Bericht des Informationsdienstleisters
Thomson Financial stieg in den ersten sechs Monaten die weltweite Zahl
der Firmenzusammenschlüsse und -übernahmen um 26 Prozent auf
18.0888 .Diese Transaktionen umfassten einen Wert von fast 1,9 Billionen
Dollar (nahezu vier Billionen Mark).
"Die gegenwärtig wie eine ansteckende Krankheit umgehende und von Kontinent zu Kontinent hin- und herspringende Fusionitis hat drei entscheidende Ursachen. Erstens das Bemühen des großen Kapitals um shareholders value um das käufliche Wohlwollen der Kasinokapitalisten im oberen Drittel unserer Industriegesellschaften. Zweitens die nicht mehr bezifferbaren Mengen der lukrativen Anlagen nachjagenden, frei um den Erdball flottierenden Kapitalien, die obendrein durch Derivate, computergesteuerte Spekulationsverfahren, fortwährend vermehrt werden. Drittens die seit etlichen Jahren anhaltende, eskalierende Überproduktionskrise, die zuerst Südostasien ins Chaos gestürzt hat, dann Südamerika, die GUS und China. [...] Bei jeder Fusion oder Übernahme werden zur Rechtfertigung sogenannte Synergieeffekte einkalkuliert. Sie meinen: Kostensenkung durch Rationalisierung, also Schließung von Forschungs- und Produktionsstätten, Personalabbau in Produktion, Forschung und Verwaltung. Darüber hinaus hat die Oligopolbildung in allen Wirtschaftszweigen die Verdrängung kleiner Unternehmen durch die Großkonzerne zur Folge, was weiteren Verlust von Arbeitsplätzen und Steuern impliziert." [2] "Fusionen und Aufkäufe stellen die äußerste Form der Kostenreduzierung dar, die sich [...] auf viele Milliarden Dollar bemißt. [...] Die Einsparungen ermöglichen es den Konzernen, sich zu akzeptablen Kapitalerträgnissen zurückzuarbeiten." [3] "Das große Problem, das diese gigantischen
Fusionen heraufbeschwören, ist die Unausgeglichenheit zwischen der
öffentlichen und der privaten Macht in unserer Gesellschaft. [...]
Großunternehmen üben einen unverhältnismäßig
(Quellen: ap, fr, [2] jw,
[3] Energieexperte Daniel Yergin, [4] Jeffrey E. Garten, Dekan der Managementschule
an der Universität Yale)
27.07.2000
Laut einer Studie der Bank Cantrade sind 60% bis 80% aller Firmenzusammenschlüsse in den USA ein finanzieller Fehlschlag, was sich auch in einer ungenügenden Performance der betreffenden Aktien spiegelt. Als Hauptgrund für die ungenügende finanzielle Entwicklung von neuvermählten Gesellschaften nennen die Auguren die zu hohen Übernahmepreise. Die Bilanz des Käufers wird dadurch sehr stark belastet. Als Folge davon verfehlen viele neu fusionierte Gesellschaften ihre hochgesteckten Ziele. Es gelingt dem neuen Management meist nicht, die Marktstellung zu festigen und Kosteneinsparungen aus Synergien durchzuführen, was sich schliesslich auf den operativen Gewinn auswirkt. Dieser wiederum wirft seinen Schatten auf die Aktienkurse. Eine Grossfusion bedeutet immer auch eine Neupositionierung aller am Markt beteiligten Gesellschaften. So kann es laut der Studie dazu kommen, dass die Konkurrenz durch das neue Umfeld seine Abwehrkräfte stärkt. Ein weiterer Grund für die schlechte Performance von "Fusionsaktien" ist oftmals die Unfähigkeit der neuen Geschäftsführung, verschiedene Firmenkulturen zu vereinen. Dieser Punkt wird meistens vernachlässigt, führt aber in vielen Fällen zu Problemen, die sich sehr schnell auf die Erfolgsrechnung auswirken können. (Quelle: NZZ)
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| . | [1] Qellen: dpa, ap, sz, fr, az v.20.11.99 sowie boa-Archiv, last update: 27.07.00 | .. |