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Hans Rudolf Zeller Kriterien
der experimentellen Musik
Bayerischer Rundfunk, Bayern2 Radio (BR2)
"Hans Rudolf Zellers Aufsätze
etwa über Xenakis, Scelsi oder Schnebel gehören zum Besten, was
in den letzten 20 Jahren zur neuen Musik formuliert wurde"
Die Frage der Kriterien experimenteller Musik wird erstaunlich selten
gestellt, ganz so, als wären Kriterien von vornherein unvereinbar
mit ihrem Begriff oder würden ihn unzulässig
einschränken. Gewiß wäre dann nicht mehr alles
Beliebige möglich. Aber gerade dies kann mit experimenteller
Arbeit auch nicht gemeint sein, obwohl man sie kaum so eindeutig
beurteilen kann, wie man vor längerer Zeit einmal glaubte sagen zu
können, was etwa ein guter Kontrapunkt ist oder wie eine gute Oper
gebaut zu sein hat. Und man konnte dies relativ gefahrlos, weil eine
Vielzahl normativer Kriterien zur Verfügung stand, die von der
Tradition mehr oder weniger beglaubigt waren. Auf sie kann
experimentelle Kunst wie Musik nicht mehr zählen und darum sind
ihre Kriterien ganz entschieden prospektive, um nicht zu sagen
provisorische, zeitgebundene, jederzeit revidierbare. |
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Hans Rudolf Zeller, geboren 1934 in Berlin, Studien in Freiburg und Köln. Seit 1959 Essays, Rundfunksendungen, Übersetzungen und experimentelle Texte. Mitarbeiter der Schriftenreihe MUSIK-KONZEPTE und der ZEITSCHRIFT FÜR EXPERIMENTELLE MUSIK. Editionen: Dieter Schnebel Denkbare Musik (1972) und Cage Box (1979). Xenakis-Ausstellung in Bonn (1974). Veranstaltungsreihe über Musik der anderen Tradition (Bonn 1981), über das Gesamtwerk von Alban Berg (Kalkutta 1985 / München 1986), über Edgard Varese und Ferruccio Busoni (Sofia 1994). Entwurf einer kinematologischen Literatur in verschiedenen Dimensionen: Textbänder -operative Texte - Handschriften - Versuche für Sprechorgane u.a. Blablamata (1963), kinem kontexte (1965); kinem X. Seit 1976 Medienkompositionen (Marx-Mill; Schallplattenmusik) sowie Sprech-Schriften und Stücke für Stimme(n) und Diascriptor(en) (u.a. DENKFIGUR, DIA-LOG, Essay über Klänge, ohne abzusetzen, Klavierartikulation). In den 90er Jahren Vortragsreisen über werkspezifische Mikrotonsysteme und Modelle der Medienkomposition. Husserl-Töne für Sprecher und Folienprojektionen. Arbeiten zum Projekt Schrift - Laut - Musik mit Videoproduktionen (Scriptophonie). Siebenteilige Sendereihe: Kriterien der experimentellen Musik (1999). Mitherausgeber von Musik der anderen Tradition - Mikrotonale Tonwelten (2003). Sendereihe Zwischen Mythos und Mathematik - Iannis Xenakis und die experimentelle Musik danach (2004). Ausstellung Tesa-Arbeiten und Klammerausdrücke (2004). Bögen für (und) Diascriptor und Stimme (2005/2006). Tesa-Klänge: Performance mit Klebestreifen. Das Stimmen eines Flügels als ein Stück Musik, Performance. Vierteltonstimmung und Komposition: Franz Schillinger in memoriam (2005). Dreizeiler und Buchstaben-Sequenzen, Lesung. Lautspirale für Diascriptor und Stimme (2006). Wanderungen für 2 Diascriptoren (2007). Tesa-Bilder und Tesa-Klänge: Ausstellung und experimentelle Klangaktionen(2008). Hans Rudolf Zeller lebt in München. ![]()
Abbildung 1
Hans
Rudolf Zeller entwickelt seit fast vierzig Jahren, ausgehend von der
Schwierigkeit von Notation und deren "Zeichen", das künstlerische
Konzept einer Schrift - Laut - Musik.
Kompositorische Prozesse werden spielerisch Gegenstand von Komposition.
Notation als Zeichensetzen, von Gedanken über Sprechen zum
Schreiben. Spielfeld meist Diascriptoren, die den eher intimen Vorgang
des Notierens öffentlich machen. Improvisatorische Elemente in der
Ausführung erfordern eine neue Art von Ensemblespiel im Rahmen des
vorgegebenen Konzepts. ![]()
Abbildung 2
[1] SKOP-Dokumentation Laut - Stimme - Sprache mit
Beiträgen von
Heinz-Klaus Metzger, Hans Rudolf Zeller, René Bastian,
Robert Harnischmacher, Eckhard Rhode, Peter Fjodorof, Jörg
Burkhardt sowie der Gruppe ZBM: 91 Textseiten,
5 Foliogramme, zwei MC‘s. Zu beziehen
beim Verlag Dietmar Fölbach, Koblenz, ISBN 3-923532-90-3 oder bei
SKOP (28 Euro inkl. Versandkosten). Mail an SKOP skop@skop-ffm.de Nach Eingang
von 28 Euro auf das SKOP-Konto: SKOP ist ein
"Verein für neue künstlerische Ausdrucksformen" in Frankfurt
a.M.
Hans Rudolf Zeller -
Metaphilosophische Voraussetzungen der Schrift-Laut-Musik
Hans Rudolf Zeller - "Triptychon für
Stimme, Schrift und Kaligraphie"
Hans
Rudolf Zeller - DIA-LOG
Musik der anderen Tradition - Mikrotonale Tonwelten Selbst
in der avancierten neuen Musik blieb die zentrale Frage nach der
Gültigkeit des temperierten Systems auch nach größten
Erschütterungen wie dem Zweiten Weltkrieg weitgehend ausgeklammert.
Dabei ging es immerhin um die Frage, wie Musik letztlich klingen soll,
zum Beispiel welche Intervalle von welchem System erlaubt sind und
welche nicht, ob Musik auf Dauer auch mit "jenem Kompromiß, das
sich temperiertes System nennt, das einen auf unbestimmte Frist
geschlossenen Waffenstillstand darstellt" (Schönberg), leben kann
oder ob sie sich der befristeten Lösung ihres Problems endlich
entledigen und anderen Stimmungen (durchaus auch im emotionalen Sinne)
nachgeben und folgen muss.
edition
text + kritik im Richard Borrberg Verlag, München 2003, 26 EUR Flashfilme
:
Hans Rudolf
Zeller - Tesa-Arbeiten und Klammerausdrücke
Der Beginn der künstlerischen Arbeit mit
Tesafilm ist von Hans Rudolf Zeller mit einem Kalenderblatt vom Juni 1961 fixiert worden, ihr Ende
bleibt bis heute offen...
Hans Rudolf Zeller - Tesa-Bilder - Ausstellung 2008, Schloss Kallmünz, Meran.
Hans Rudolf Zeller - Tetralogie Band 1: schwarz-auf-weiß - 1967
In Band 1, schwarz auf weiß geht es um das Schwarz der Lettern
und seine differenzierte Strukturierung...
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B.O.A.-Künstlerkooperative
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