| Diese weit
verbreitete Überzeugung ist ein Beispiel dafür, wie ein ursprünglich
rein sprachliches Problem bald fatale praktische Konsequenzen haben können:
für humanitäre Organisationen, für die Politik, vor allem
aber für die Kriegsopfer. Das Problem besteht in der Verwechslung
zweier Aspekte von Krieg. Wer von einem Krieg sagt, daß er aus humanitären
Gründen "gerecht sei", geht davon aus, daß eine der kriegführenden
Parteien im Recht ist und die andere (die Opfer eingeschlossen) im Unrecht.
Die humanitäre Aktion (im worteigentlichen Sinn) ist aber immer nur mit den Folgen von Krisen beschäftigt. (...) Dagegen ist es Angelegenheit der Politik, sich mit den Gründen von Krieg auseinander zu setzen und sie nach Möglichkeit zu entschärfen. |