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Diese Seite wurde aktualisiert am 23.12.2002 



Mo.23.12.02
internationaler\\medien\\kunstpreis 2003

Der gemeinsam vom Südwestrundfunk Baden-Baden (SWR) und vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ausgeschriebene "internationale\medien\kunstpreis 2003" wird diesmal für Kunstvideos sowie andere mediale und interaktive Kunstprojekte vergeben, die sich mit "konstruiertem Leben" befassen. Gemeint sind die Szenarien der Fiktion zwischen Computergames, Cyber-Sex, Nanobytes, Robotic Arts.

Von der Laptop-Musik zur standardisierten Unterhaltungsindustrie, vom Computerspiel zur Gentechnologie, vom alltäglichen Chat im Internet bis zum Gebrauch intelligenter Werkzeuge, wird eine Zunahme der Konstruierbarkeit und Künstlichkeit sichtbar. Der internationale Medienkunstpreis möchte in diesem Jahr von den KünstlerInnen weltweit wissen: Wie sehen sie das "Konstruierte Leben"? Wie ist ihre Vision unserer Zukunft, wo liegen die Chancen und die Gefahren dieser Entwicklung?

In der Sparte "Video" ist der "internationale\medien\kunstpreis 2003" dotiert mit 1.200 EUR; in der Sparte "Interaktiv" mit 12.000 EUR.

Mehr Information unter:
http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$2970

(Quelle: zkm)
 
 

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So.22.12.02
Neue Ausgabe von dichtung.digital

Zahlreiche Beiträge der aktuellen Ausgabe von dichtung-digital (6/2002, 4.Jg/Nr. 26) können online im Netz eingesehen werden.

Hier eine kleine Auswahl:

***Autonome Avatare. Hybris virtueller Zeichen-Körper? [Deutsch]
Im Kontext von Fragestellungen um Zeichenhaftigkeit von Körpern im Netz in ihrem materiellen/entmaterialisierten Umfeld unternimmt Mela Kocher über den Umweg einer etymologischen Begriffskritik eine semiotische Analyse des Avatars in seiner Funktionen als elektronischer Stellvertreter des Menschen.
http://www.dichtung-digital.com/2002/11-10-Kocher.htm

***Ein Essay über virtuelle Körper realer Personen im Netz [Deutsch]
Judith Mathez spürt dem Transfer einer physischen Person in ihre virtuelle Verkörperung nach und skizziert drei Problemkreise, die daraus erwachsen: 1. der Körper als kommunikativer Zeichenträger per se; 2. das Verhältnis zwischen physischem Körper und Onlinekörper; 3. die Entkörperlichung und Verkörperlichung, die aus der Wechselwirkung zwischen physischem Körper und Onlinekörper hervorgeht.
http://www.dichtung-digital.com/2002/11-10-Mathez.htm

***Shattered embodiment. Cyberspace as Cartesian Project [Englisch]
Die Technologie der Virtuelle Realität unterminiert die Cartesianische Weltsicht. Elke Müller vergleicht Descartes' Philosophie mit Merleau-Pontys Phänomenologie und unterscheidet drei Formen des virtuellen Raumes, von denen die Höhle der stärkste Bruch mit Descartes zu sein scheint: die Erfahrung des 'zerschmetterten Körpers'.
http://www.dichtung-digital.com/2002/11-10-Mueller.htm

(Quelle:rohrpost)
 
 

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Fr.20.12.02
MART - Museo di Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto eröffnet

Am 15. Dezember 2002 wurde in Roverto ein neues Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst eröffet: das Mart [1], Museo di Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto. .

Der rund 6000 Quadratmeter umfassende Museumsbau dient als Ausstellungsfläche für die Präsentation einer Sammlung, die die gesamte Entwicklung der italienischen Moderne exemplarisch dokumentiert. Darüber hinaus werden Einblicke in aktuelle internationale Strömungen gewährt. Der Architekt des monumentalen und gleichzeitig nüchternen Bauwerks mit einer kreisförmiger Piazza im Zentrum ist der Schweizer Mario Botta [2] . Botta zeichnet sich bereits für den Bau mehrerer Museen verantwortlich, darunter das SF MOMA [3], San Francisco (USA), das Museum Jean Tinguely [4], Basel (CH) und die Médiatheque [5] in Villeurbanne (F).

[1] MART:
http://www.mart.trento.it/

[2] Mario Botta:
http://www.botta.ch/botta_en.html

[3] SF MOMA
http://www.botta.ch/archi_pu_06_en.html

[4] Museum Jean Tinguely
http://www.botta.ch/archi_pu_07_en.html

[5] Médiatheque Villeurbanne
http://www.botta.ch/archi_pu_03_en.html

(Quelle: zkm)
 
 

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Do.12.12.02
Wim Wenders: Digital-Film ist große Chance für das Genre

Der Filmemacher Wim Wenders sieht im neuen digitalen Film eine große Chance für das Genre. "Wir sind filmhistorisch in einer Schwellenzeit, in der mit dem digitalen Kino eine neue Ära anbricht. Das bedeutet nicht nur neue Techniken, sondern damit wird die ganze Landschaft des Films sowohl als Industrie als auch als Sprache und Kunst aufgemischt", sagte der 57-Jährige in einem dpa-Gespräch in Hamburg.

Wenders, der am Donnerstag seine Professur an der Hochschule für bildende Künste antrat, wird dort einen neuen, Fächer übergreifenden Filmstudiengang entwickeln. "Die große Chance des digitalen Films liegt darin, sowohl bekannte, alte Formen wie den Dokumentarfilm oder den Neorealismus wieder zu beleben, als auch neue Formen zu erfinden", sagte Wenders. "Heute kann jemand, der es drauf hat, mit einer Kamera, die es an jeder Ecke gibt, mit geringen Mitteln einen Film machen, der in der ganzen Welt zu sehen ist. Das war noch nie da", meinte der Filmemacher. Mehr unter: http://www.heise.de/newsticker/data/anw-12.12.02-008/

(Quelle: heise)
 
 

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Fr.13.12.02
Haus der Geschichte in Bonn feiert Leni Riefenstahl

Im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn wird das Lebenswerk der wegen ihrer Nähe zu den Nationalsozialisten umstrittenen Regisseurin Leni Riefenstahl mit einer Ausstellung (bis 2. März 2003) gewürdigt, die keine Hommage sein will. Doch wie soll die angekündigte kritische Präsentation gelingen, ohne das politische Ideal dieser Ästhetik gleich mit zu feiern? Mehr unter: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/13786/1.html

Ralph Giordano und Günter Wallraff fanden in einem Offenen Brief an Kulturstaatsministerin Christina Weiss den Eröffnungsredner Hilmar Hoffmann ganz ungeeignet, weil der Ex-Goethe-Präsident neuerdings Riefenstahls filmisches Genie preist – in der Eröffnungsrede brachte er sie zusammen mit Stalins Regiestars Eisenstein und Dowshenko.

Als in diesem Sommer das Münchner Filmmuseum einige von Riefenstahls für die Öffentlichkeit verbotenen Filmen zeigte, standen die Warteschlangen weit auf den Sankt-Jakobs-Platz hinaus.

"Unzweifelhaft waren Riefenstahls einschlägige Filme propagandistische Aufrüstungen, die Faschismus, Führerkult und überlegene Stärke von 'Herrenmenschen' ohne den geringsten Anflug von Kritik glorifizierten", schreibt Goedart Palm in einer kritischen Würdigung der Bonner Ausstellung (telepolis, 13.12.02). Und weiter: "Dass diese Ästhetik in späteren Jahren bis hin zu den Reklamewelten von Wolfgang Joop und Calvin Klein zur künstlerischen Inspirationsquelle wurde, spricht längst nicht für die Riefenstahl, sondern belegt die anhaltende Faszination von Bildern, die sich auf dem schmalen Grat zwischen faschistischem Größenwahn und vitalistisch inszeniertem Körperkult, Willenskraft und antikisierender Pseudoromantik bewegen. Leni versprach in ihrem hybriden Schönheitskult die volle Dröhnung und vermittelte nicht nur den Nazis Schauder des Entzückens über so viel mythentriefende Selbstherrlichkeit unbeugsamer Menschen. "

(Quellen: telepolis, sz)
 
 

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Mo.09.12.12.02
Turner Preis geht an Keith Tyson

Der Künstler Keith Tyson ist am Sonntag in London mit dem renommierten Turner-Preis ausgezeichnet worden. Sein Werk ist eine mit Computern gefüllte schwarze Säule - eine Interpretation der berühmten Rodin-Skulptur "Der Denker".

Der mit 20.000 Pfund (rund 31.000 Euro) dotierte Turner-Preis ist eine der wichtigsten, der britischen Kunstszene. Kulturminister Kim Howells hatte die diesjährigen Beiträge als "sehr langweilig" bezeichnet und nannte sie "konzeptionellen Mist". Trotz der harschen Kritik zieht die Ausstellung der nominierten Werke jährlich bis zu 70.000 Besucher an.

Tyson wurde durch eine von ihm erfundene Maschine bekannt, die er mit Datensätzen fütterte und die daraufhin verschiedene Vorschläge für Kunstwerke errechnete. Diese wiederum setzte Tyson um. So entstanden beispielsweise ein in Blei gegossenes Menü der Schnellrestaurantkette Kentucky Fried Chicken.

Mehr unter:
http://www.tate.org.uk/britain/exhibitions/turnerprize/2002/tyson.htm
http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/arts/2016546.stm

(Quelle:rtr)
 
 

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Sa.07.12.12.02
Blurting In A & L online

Die Website von Art & Language ist in die Website des ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe) integriert und präsentiert das Lexikon "Blurting in A & L" (1973) als Online-Version (http://blurting-in.zkm.de).

Die Website enthält zudem Artikel, die "Blurting in A & L" im Kontext der Aktivitäten der Gruppe in den 70er Jahren verorten.

Die Gruppe begann ungefähr 1972 mit einer Kritik ihrer theoretischen Grundlagen. Die Mitglieder von Art & Language verwendeten die Philosophy of Science (Popper, Lakatos, Feyerabend, Kuhn) als methodologische Basis für eine Kritik der Kunstwelt sowie für eine Selbstkontextualisierung im Umfeld der Probleme des Kunstbetriebs. Die Einträge/Anmerkungen/Blurts in "Blurting in A & L" reflektieren den 1973 in Diskussionen zwischen Mitgliedern der Gruppe erreichten Stand dieser Diskussionen. Auf "Blurting in A & L" folgten Diskussionen soziologischer Theorien, die dabei halfen, die Probleme der Kunstinstitutionen (Museen) und des Kunstmarkts (Galerien) innerhalb eines größeren sozialen Feldes, den Formen der postmateriellen Bürokratisierung, zu bestimmen. Diese Debatten waren 1975/76 von Bemühungen begleitet, die Grundlagen der Kritik der Bürokratisierung im allgemeinen sowie in der Kunst im besonderen (als eines der Subsysteme der Verwaltung) in Slogans so zu fassen, dass sich ein größeres Publikum gewinnen lässt, ohne auf Reflexion verzichten zu müssen.

Jede der Seiten in der Website "Blurting in A & L online" erlaubt spontane Einträge in ein akkumulatives Forum, das jeden neuen Eintrag zu den älteren hinzufügt. Das akkumulative Forum provoziert Einschreibungen ohne jede thematische Beschränkung.

Das akkumulative Forum erlaubt es, Zeichen ungeachtet seiner Bedeutung und allein mit der Absicht einzutragen, die Anzahl der Zeichen und die Länge der Akkumulation von Einträgen zu steigern. Das Diskussionsforum kann zu ähnlichen Akkumulationen führen, aber User können zum problembezogenen Dialog zurückkehren: Dies ist ein Experiment.

Die Diskussionen über die Beziehungen zwischen Zeichen und Bedeutungen halfen Mitgliedern von Art & Language, die Funktionen von Propaganda und Schlagworten auf eine Art zu problematisieren, die - parallel zum französischen Diskurs (Barthes, Foucault, Baudrillard, Derrida, Lyotard) - die Debatten der 80er Jahre über Postmoderne vorwegnahm. In diesen Debatten wurde die Autorität re- und dekonstruiert, die in Prozessen der Konventionalisierung und Institutionalisierung von Zeichen-Bedeutung-Koordinationen entsteht. Mehr unter:
http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$2698

(Quelle:zkm)
 
 

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So.01.12.12.02
Kunst und Kommerz: Gründerzentrum hilft Künstlern beim Vermarkten.

Dem Thema Kunst und Kommerz -- oder kurz KuK -- widmet sich seit Samstag ein Gründerzentrum im romantischen Eifelörtchen Monschau, unweit von Aachen. In einer fast 100 Jahre alten Villa wurde als ein Kooperationsprojekt des Kreises und der Stadt Aachen und dem Wirtschaftsministeriums NRW ein Zentrum zur Unterstützung von Existenzgründungen im Bereich der Kulturwirtschaft seiner Bestimmung übergeben. Den Kunstschaffenden soll insbesondere der Einsatz neuer Medien für die Vermarktung der künstlerischen Arbeit nahe gebracht werden, ohne dass sie sich zu stark von den eigentlichen künstlerischen Projekten entfernen müssen. Dazu stehen sowohl Ateliers als auch Seminarräume und eine Bühne zur Verfügung.

Diesem ungewöhnlichen Versuch, den Widerspruch zwischen Kunst und Kommerz in einem Gründerzentrum zu lösen, widmet man sich ab sofort in diesem bundesweit einmaligen Projekt. Zunächst bietet man zwölf Künstlern unterschiedlichster Prägung eine Plattform für den Aufbau einer tragfähigen Existenz. So können die in wirtschaftlichen und technologischen Dingen meist unerfahrenden Gründer die ersten Schritte in die Selbstständigkeit tun, und das unter Bedingungen, die bislang nur Start-Up-Unternehmen traditioneller oder stark technologischer Wirtschaftszweige vorbehalten waren. Wichtiger Baustein des KuK ist eine Beratungsstelle für Existenzgründer in Sachen Kunst, die von der Stadt Aachen eingerichtet wurde. Sie soll bestehende Netzwerke nutzbar machen, Initiativen bündeln und Kooperationen fördern.

(Quelle:heise)
 
 

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Do.21.11.12.02
BND-Chef für mehr kulturelles Engagement in islamischen Ländern

Der Bundesnachrichtendienst-Chef August Hanning hat sich für ein stärkeres kulturelles Engagement der Deutschen im islamischen Kulturkreis ausgesprochen. «Wir sollten die Bildung der Jugend nicht den Extremisten überlassen», sagt er am Donnerstagabend in Nürnberg als Gast der Industrie- und Handelskammer. Er stelle eine Entfremdung islamischer Eliten von europäischen Bildungsidealen fest, sagte Hanning.

(Quelle:ap)
 
 

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Mi.20.11.12.02
Libertà e Giustizia: Italiens Intellektuelle gegen Berlusconi

Eine Gruppe von italienischen Intellektuellen hat im Mailänder Piccolo Teatro die Vereinigung "Libertà e Giustizia" (Freiheit und Recht) ins Leben gerufen. Unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Semiologe Umberto Eco, der Germanist Claudio Magris, die Architektin Gae Aulenti, der Mediziner Umberto Veronese oder der Physiker Giovanni Bachelet knüpfen mit diesem Namen ausdrücklich an die bürgerlich-liberale antifaschistische Widerstandsbewegung "Giustizia e Libertà" an.

Die Kulturvereinigung will unter dem Vorsitz des liberalen Wirtschaftsjournalisten Gianni Locatelli auf Tagungen und mit Debatten – im Internet zu verfolgen unter http://www.libertaegiustizia.it – politische Themen behandeln und dem Unbehagen der Zivilgesellschaft an der politischen und kulturellen Situation in Italien Ausdruck geben, ohne einerseits Partei zu werden oder sich andererseits an den "Girotondi", den demonstrativen Umkreisungen von öffentlichen Einrichtungen, zu beteiligen. Bislang haben sich 150 Personen zusammengefunden, man möchte in ein paar Monaten die Mitgliederzahl von 4000 erreichen.

(Quelle:sz)
 
 

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Do.21.11.02
Leiche in Londoner Kunstgalerie öffentlich seziert.

Gegen den Widerstand der britischen Behörden hat der deutsche Anatomieprofessor Gunther von Hagens vor einem Publikum in London öffentlich eine Leiche seziert.

Beobachtet von etwa 500 zahlenden Zuschauern und dem Kamerateam eines britischen Fernsehsenders sezierte der deutsche Arzt am Mittwochabend in einer Kunstgalerie im Londoner East End die Leiche eines 72 Jahre alten Deutschen. Berichten zufolge befanden sich im Publikum auch mehrere Anatomie-Professoren, die von der Polizei gebeten worden waren, die Veranstaltung zu beobachten. Bei der Autopsie am Mittwochabend erklärte von Hagens Schritt für Schritt, was er gerade tat und beantwortete auch Fragen aus dem Publikum, das ruhig war und fasziniert schien. Während zwei Stunden entfernte er einzelne Teile aus dem Körper eines 72-jährigen deutschen Alkoholikers und Kettenrauchers. Der Mann war im März verstorben.

Der Fernsehsender Channel 4 wollte später am Abend eine redigierte Fassung der Aufnahmen von der Autopsie ausstrahlen, um damit "die Tabus um den Tod zu entmystifizieren". Die Gesundheitsbehörden hatten von Hagens mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht und die Polizei zu "angemessenen Massnahmen" aufgefordert.
http://www.nzz.ch/2002/11/21/vm/page-newzzD8SC800F-12.html

(Quelle: nzz/ap)
 
 

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Fr.15.11.12.02
Arbeitsstipendien für Medienkünstler

Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst vergibt für die Zeit von Juni-Dezember 2003 drei 6-monatige Arbeitsstipendien für internationale Künstler, die sich mit Neuen Medien beschäftigen. Jedes Stipendium ist mit 10.225,84 Euro dotiert, es besteht keine Residenzpflicht. Die Stipendien werden durch eine Förderung der Stiftung Niedersachsen ermöglicht. Deadline für die Bewerbung mit Projektbeschreibung ist: 31. Januar 2003 (Poststempel).

Die Stipendiaten des Jahres 2002 waren: Johan Grimonprez (B), Dagmar Keller/Martin Wittwer (D/CH) und Florian Zeyfang (D).

Mehr Information unter:
http://www.edith-russ-haus.de
 
 

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Mo.14.10.02
Der Nam June Paik Award 2002 geht an Herwig Weiser

Ausgezeichnet wurde der österreichische Künstler Herwig Weiser zusammen mit senen Partnern Albert Bleckmann und F.X. Random für die Medienkunst-Arbeit "Zgodlocator". In Weisers Projekt schätzte die Jury besonders den eingreifenden und kritischen Umgang mit der Mastermaschine des beginnenden 21. Jahrhunderts, dem Computer. Jenseits eines traditionellen Kunstbegriffes stehen bei ihm Prozesscharakter, Offenheit und spielerische Erkundung im Fokus der künstlerischen Auseinandersetzung mit Medientechnik.

In der interaktiven Installation "Zgodlocator" werden Landschaften aus metallenen Granulaten durch Magnete aktiviert und in dynamische Material- und Klangstrukturen versetzt. Die Granulate entstammen dem Recycling von Computerschrott, der hier in einer Art technoiden Ur-Situation zu neuem Leben erweckt wird.

Die Dekonstruktion und Uminterpretation medienindustrieller Bausteine sieht die Jury in besonderer Weise mit der Pionierarbeit des Namenspatrons für den Preis verbunden. Auch Nam June Paik begann seine Karriere als Medienkünstler mit direkten Eingriffen in die Fernseh- und Videomaschinerie. So wie Paik die Technik in chaotische Zustände versetzt hat, so hinterfragt auch Weiser auf ganz andere und eigene Art die Welt der Technologie und ihren machtvollen Einfluss auf die Maschine und die Gesellschaft.

Das Projekt "Zgodlocator" ist als Diplomarbeit Waisers an der Kunsthochschule für Medien Köln entstanden. Beim Medienkunst Festival Transmediale in Berlin gewann er für diese Arbeit den ersten Preis für interaktive Kunst.

Herwig Weiser - Kurz-Vita:
http://www.transmediale.de/01/de/weiser_cv_d.htm

Zgodlocator:
http://www.zgodlocator.org/

Sieh Dein rechtes Auge mit Deinem linken Auge
Nam June Paik: Fluxus/Video:
http://www.boa-muenchen.org./boa-kuenstlerkooperative/paik0.htm#oben

Nam June Paik Hompepage:
http://www.namjunepaik.de

(Quellen: rohrpost, transmediale)
 
 

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Mo.14.10.02
Chinua Achebe erhielt Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Die Urkunde des Friedenspreises ehrt mit Chinua Achebe "eine der kräftigsten und zugleich subtilsten Stimmen Afrikas in der Literatur des 20. Jahrhunderts, einen unnachgiebigen Lehrer und Moralisten und vor allem einen grossen Erzähler". Achebes grosses Thema ist der Einbruch der Kolonisierung in die traditionalen Gesellschaften Afrikas. Seinen Stammesgenossen vom nigerianischen Volk der Ibo hat er Gesicht und Stimme zurückgegeben. Und mit seinem Werk korrigiert er die europäischen Zerrbilder über Afrika Chinua Achebe ist ein ebenso unumstrittener wie verdienter Preisträger. Und er pflegt seine Kritik ohne Eifer vorzutragen. Als man ihn am Samstag in einer Pressekonferenz zu Kritik an der amerikanischen Aussenpolitik verlocken wollte, begnügte er sich mit der Bemerkung, es gebe wichtigere Kriege als die gegen Staaten: jene nämlich, die gegen Hunger, Aids und Analphabetismus geführt werden müssten.

Mehr unter:
http://www.nzz.ch/2002/10/14/fe/page-article8GJV4.html
http://www.taz.de/pt/2002/10/14/a0053.nf/text.name,askJXfPaG.n,0

Chinua Achebe im Internet:
http://www.lilac-media.de/afri-lit/autor/achebe.htm

(Quellen: nzz, taz)
 
 

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Fr.11.10.02
Imre Kertész erhält den Nobelpreis für Literatur

Der ungarische Schriftsteller Imre Kertész erhält den Literatur-Nobelpreis. Kertész werde ausgezeichnet "für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet", teilte die Königliche Schwedische Akademie in Stockholm mit. Kertész hat im Zweiten Weltkrieg das Konzentrationslager Auschwitz überlebt und sich in seinem Werk mit den Folgen des Totalitarismus auseinandergesetzt

Imre Kertész wurde im Alter von über sechzig Jahren zu einem Weltschriftsteller. Seine Essays „Die englische Flagge" (1991) sind ebenso auf Deutsch veröffentlicht wie das „Galeerentagebuch" (1993) und "Ich – ein anderer" (1998), lauter literarische Reflexionen auf Freiheit, Identität – und zunehmend auf das eigene, von Tausenden, am Ende immer bitteren Zerstreuungen durchzogene Leben eines international bekannten Autors. Gerade erschienen ist die Erzählung "Ein Spurensucher" (Suhrkamp), die von einem ehemaligen Häftling des Konzentrationslagers Buchenwald erzählt, der nach Jahrzehnten an diesen Ort zurückkehrt – und zu seiner hellen Verzweiflung die Vergangenheit abgeräumt findet.

Mehr unter:
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel1419.php
http://www.nobel.se/literature/laureates/2002/press-d.html
http://www.nzz.ch/2002/10/12/fe/page-article8GG1H.html
http://de.news.yahoo.com/021010/286/302zx.html

Porträt: Imre Kertész, ungarischer Schriftsteller:
http://www.goethe.de/in/d/frames/pub/kc/d/kc0001-portrait.html

Imre Kertész - Kurzbiografie:
http://www.lyrikwelt.de/autoren/kertesz.htm

(Quellen: sz, nzz, ap)
 
 

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Do.03.10.02
CODeDOC - Online-Ausstellung des Whitney-Museums

Das Whitney-Museum hat eine Ausstellung mit zwölf Computer- und Netzkunst-Arbeiten zusammengestellt, bei der nicht nur die Werke selbst, sondern auch deren Quellcode gezeigt werden. CODeDOC heißt die Online-Ausstellung, die zur Zeit auf der Website des New Yorker Museums zu sehen ist. Zusammengestellt von Christiane Paul, die seit einiger Zeit online wie offline sehr verdienstvolle Ausstellungen mit digitaler Kunst für das Whitney kuratiert, präsentiert CODeDOC Arbeiten von US-amerikanischen Künstlern, die das Museum in Auftrag gegeben hat.

Wer eine der Arbeiten anklickt, bekommt erst eine Website mit einer Buchstabenwüste geliefert - das ist der Computercode, der "hinter" dem jeweiligen Werk steckt. Erst dann kann das Kunstwerk selbst besichtigt werden.

CODeDOC - Online-Ausstellung :
http://www.whitney.org/artport/commissions/codedoc

(Quelle: rohrpost)
 
 

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Mi.02.10.02
Antonin Artaud im Wiener Museum moderner Kunst

Das Wiener Museum moderner Kunst zeigt eine dokumentarische Schau zu Leben und Werk des französischen Theaterregisseurs, Schauspielers, Dichters und Visionärs Antonin Artaud (1896-1948). Erstmals ist auch eine Auswahl seiner bisher in der Bibliothèque nationale unter Verschluss gewesenen "Cahiers" zu sehen.

Die Ausstellung "Hommage à Antonin Artaud" ist bis zum 17. November zu sehen.

Artaud ist schon längst zum "Saint Antonin", zum Heiligen der modernen französischen Literatur, inauguriert worden. Spätestens seit den sechziger Jahren wird er nicht mehr als die monolithische, rätselhafte Gestalt im Umkreis des Pariser Surrealismus wahrgenommen, sondern als Prophet einer Gegenkultur jenseits des "abendländischen Logozentrismus". Bedeutende Essayisten wie Maurice Blanchot und der Pariser Poststrukturalismus machten ihn zur Galionsfigur eines neuen Literaturbegriffs und zum Kardinalobjekt ihrer theoretischen Beweisansprüche.

Mehr unter:
http://www.nzz.ch/2002/10/02/fe/page-article8E6SE.html

Museum moderne Kunst Wien:
'http://www.mumok.at

Antonin Artaud (1896-1948)
Biographie, Werke, Sekundärliteratur, Links:
http://userpage.fu-berlin.de/~twokmi/surr/artaud.html

(Quelle: nzz)
 
 

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Do.03.10.02
Wiederveröffentlichung älterer Aufnahmen mit Werken von Steve Reich

Innerhalb der Reihe "20/21", mit der sich die Deutsche Grammophon um Werke des 20. und 21. Jahrhunderts bemüht, gibt es nun eine Art Unterreihe mit dem Titel "echo". Hier findet man Wiederveröffentlichungen älterer Aufnahmen - teilweise bereits mit historischem Wert. Das gilt etwa für die Einspielungen von Steve Reichs "Music for Mallet Instruments, Voices and Organ" und "Six Pianos", die Reich mit seinem Ensemble 1974 für die Deutsche Grammophon eingespielt hatte - in beiden Fällen Arbeiten eines lupenreinen Minimalismus, dessen spezifisch Reich'sche Techniken wie der sukzessive Aufbau der Patterns, deren Augmentation und Phasenverschiebung von Steve Reich and Musicians mit geradezu didaktischer Klarheit vorgeführt werden. Komplettiert wird die CD mit einer 1983 für Philips entstandenen Aufnahme der "Variations for Winds, Strings and Keyboards". Dabei handelt es sich um Reichs erstes Auftragswerk für ein Orchester.

Mehr unter:
http://www.nzz.ch/2002/10/02/fe/page-article8FBAI.html

Steve Reich Porträt:
http://www.swr2.de/hoergeschichte/komponisten/reich.html

(Quelle: nzz)
 
 

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Mi.02.10.02
EU-Forschungsprojekt
zu Methoden der Produktion, Präsentation und Konservierung von Medienkunst

Das "medien_kunst_netz dortmund", ein kürzlich initiierter Verbund zwischen dem "hartware medien kunst verein", dem Museum am Ostwall und dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, hat mit Unterstützung der Europäischen Kommission ein einjähriges Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das sich Fragen der Produktion, Präsentation und insbesondere der Konservierung von Medien- bzw. digitaler Kunst widmet. Kooperationspartner sind dabei unter anderem das Niederländische Institut für Medienkunst, Montevideo/TBA in Amsterdam, das Center für Culture & Communication, C3, in Budapest sowie Hans Dieter Huber, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Das Projekt wird die verschiedenen Formen der Medienkunst wie Video, Videoinstallation, Interaktive Kunst, Netz- und Softwarekunst in seiner Auseinandersetzung mit den je spezifischen Produktions-, Präsentations- und Konservierungsbedingungen einbeziehen.

Dabei stehen nicht nur technologische Fragestellungen, sondern auch kunstwissenschaftliche, historische und medientheoretische Aspekte im Vordergrund. Im Rahmen des Forschungsprojektes findet im Frühjahr 2003 ein interdisziplinärer Kongress in Dortmund statt, der die Fragen und Ergebnisse des Projektes in einem internationalen Kontext diskutiert und dazu KünstlerInnen, KuratorInnen, RestauratorInnen, MuseumsvertreterInnen, KunsthistorikerInnen und weitere ExpertInnen auf dem Gebiet der Medienkunst einlädt. Ziel des Projektes ist die Vernetzung und Initiierung dezentraler Infrastrukturen für die Produktion, Präsentation und Konservierung von Medienkunst.

Information::
http://www.hartware-projekte.de/programm/inhalt/eu.htm

(Quelle: hartware)
 
 

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Mi.25.09.02
Goethes Nachlass gehört zum UNESCO-"Weltgedächtnis"

Mit einer Urkunde ist die Aufnahme des handschriftlichen Nachlasses Goethes in das UNESCO-Register "Memory of the World" (Weltgedächtnis) feierlich besiegelt worden. Der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Klaus Hüfner, übergab das Dokument in Weimar an die Stiftung Weimarer Klassik. Zur Sammlung gehören Manuskripte wie die Reinschrift des "Faust II" und des "West- Östlichen Divan". Der Nachlass zählt seit November 2001 zu knapp 100 Objekten weltweit, die die UNESCO als bedeutsames dokumentarisches Erbe der Menschheit besser schützen will.

Der sehr umfangreiche Nachlass Goethes wird seit 1885 im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt und wissenschaftlich erschlossen. Er umfasst etwa 90 Prozent aller poetischen Manuskripte Goethes (1749- 1832). Nahezu vollständig erhalten sind die Tagebücher des Dichters aus sechs Jahrzehnten und mehr als ein Drittel seiner Briefe. Auch etwa 20 000 Briefe, die er erhielt, hatte Goethe aufbewahrt. Der Nachlass füllt rund 480 Archivkästen.

Memory of the World Register:
http://www.unesco.org/webworld/nominations/register.htm

Goethe- und Schiller-Archiv :
http://www.weimar-klassik.de/gsa/index.html

(Quelle: rtr)
 
 

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Mi.25.09.02
Chris Dercon neuer Leiter am Münchner Haus der Kunst

Chris Dercon wird 2003 die Nachfolge von Christoph Vitali als Leiter des Münchner Hauses der Kunst übernehmen, teilte das bayrische Kunstministerium mit. Der 1958 im belgischen Lier geborene Dercon hatte vor knapp zwei Wochen sein Ausscheiden als Leiter des Rotterdamer Museums Boijmans van Beuningen auf den 1. Juni 2003 bekannt gegeben, dem er seit 1996 vorsteht. In den achtziger Jahren arbeitete Dercon als freier Ausstellungskurator und Kunstkritiker. Eines seiner Spezialgebiete ist die zeitgenössische Videokunst. In den Jahren 1988 und 1989 war er Programmdirektor des PS 1 in New York. Bayerns Kunstminister Hans Zehetmair hatte im Januar überraschend erklärt, den Vertrag von Christoph Vitali über 2003 hinaus nicht zu verlängern. Diese Entscheidung war von Politikern und Kunstexperten heftig kritisiert worden.

Haus der Kunst München:
http://www.hausderkunst.de/

(Quelle: dpa)
 
 

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Mi.25.09.02
Das Wiener MAK in Geld-Nöten

Das Wiener Museum für angewandte Kunst funkt SOS, weil es fürchtet, seine Seele zu verlieren. Die Sammlung, eine der bedeutendsten europäischen Dokumentationen der "Applied Arts", droht an den finanziellen Nöten des Museums zuschanden zu gehen. Seit der Entlassung aus der staatlichen Obhut in die finanzielle Selbständigkeit kämpft das Museum darum, seine Identität zwischen gewerblicher und zeitgenössischer bildender Kunst, zwischen Realität und Utopie zu wahren.

Mehr unter:
http://www.nzz.ch/2002/09/25/fe/page-article8F2S6.html

MAK:
http://www.mak.at/

(Quelle: nzz)
 
 

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Mi.25.09.02
Tate-Galerie in London fehlt Geld für Einkäufe

Die britische Tate-Galerie kann wegen Geldmangels keine bedeutenden Kunstwerke für ihre Sammlung mehr kaufen. Den Worten von Direktor Nicholas Serota zufolge reicht die Finanzierung durch die Regierung nicht aus. Es bestehe die Gefahr, dass die Galerie ihren Anspruch, Ausstellungsort für die wichtigsten britischen Künstler zu sein, bald nicht mehr erfüllen könne, warnte Serota am Dienstag bei der Vorstellung eines Berichts über die vergangenen beiden Jahre in London. "In den vergangenen zwei Jahren waren wir nicht in der Lage, auch nur ein einziges bedeutendes britisches Kunstwerk des frühen 20. Jahrhunderts zu kaufen."

Mit zwei Millionen Pfund (rund 3,2 Millionen Euro) pro Jahr stelle die Regierung für Neuerwerbungen weniger Geld zur Verfügung als vor zwanzig Jahren, sagte Serota. Erfolgreiche Ausstellungen hätten in diesem Jahr zum Überleben der Tate-Galerie und des Ablegers Tate Modern beigetragen. 2003 erwarte die Tate-Galerie aber ein Defizit von 1,5 Millionen Pfund. Die Galerie leide auch unter dem schlechten Wirtschaftsklima und den Auswirkungen der Anschläge vom 11. September auf den Tourismus.

Tate-Galerie:
http://www.tate.org.uk/

(Quelle: rtr)
 
 

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Mo.16.09.02
Pinakothek der Moderne wird eröffnet.

Deutschlands größter Museumsneubau wird heute in München eröffnet. Die Pinakothek der Moderne hat 121 Millionen Euro gekostet und bietet rund 13 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Der Bau vereinigt vier bedeutende Sammlungen aus den Gebieten Kunst, Grafik, Architektur und Design.

Die Pinakothek der Moderne will Forum und Sammelstätte sein für alle Formen der künstlerischen Kreativität im 20. und beginnenden 21.Jahrhundert.

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/a0209160.htm#top

Münchens dritte Pinakothek:
Wie Politik und Behörden jahrelang dem Projekt zugesetzt haben, dessen sie sich jetzt rühmen. Ein kritischer Beitrag von Gottfried Knapp in der SZ vom 14.09.02:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/a0209160.htm#knapp

Pinakothek der Moderne:
http://www.pinakothek-der-moderne.de

(Quellen: ap, dpa, sz)
 
 

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So.15.09.02
documenta 11 ging mit Besucherrekord zu Ende

Nach 100 Tagen ist die documenta 11 in Kassel am Sonntag mit einem Besucherrekord von 650 000 Gästen zu Ende gegangen. Das teilten die Organisatoren zum Abschluss der Weltkunstausstellung mit. Auf der vorangegangenen documenta vor fünf Jahren waren 631 000 Besucher gezählt worden.

Die documenta hatte ihren Blick erstmals über den Westen hinaus verstärkt auf die Kunst anderer Erdteile gerichtet. Thema waren unter anderem die Folgen des Kolonianismus in Dritt-Welt-Ländern, aus denen deutlich mehr Künstler als sonst auf der documenta vertreten waren.

Mit dem aus Nigeria stammenden Amerikaner Okwui Enwezor hatte die Kunstschau erstmals einen nicht-europäischen Kurator erhalten, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, die documenta von ihrem überwiegend westlichen Blick zu befreien.

Insgesamt waren 450 Kunstwerke von 118 Künstlern aller Kontinente zu sehen. Erstmals waren zur Vorbereitung der Kasseler Ausstellung vier Diskussions-Plattformen mit Wissenschaftlern und Künstlern in verschiedenen Regionen der Welt organisiert worden.

Mehr unter:
http://de.news.yahoo.com/020915/3/2ylw4.html
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel3259.php
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/getArticleSZ.php?artikel=artikel3261.php
http://www.taz.de/pt/2002/09/09/a0156.nf/text.name,askWhaZjP.n,0

documenta:
http://www.documenta.de/

(Quellen: ap, dpa, sz)
 
 

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Do.04.07.02
Theaterproduzent enthauptet Thatcher-Statue

Wegen der Enthauptung [1] einer Statue der einstigen britischen Premierministerin Magaret Thatcher muss sich ein englischer Theater-Produzent vor der Justiz verantworten. Ein Londoner Gericht warf dem 37-jährigen Paul Kelleher mutwillige Zerstörung vor, weil er am Vortag in einer Londoner Kunstgalerie mit einem Cricket-Schläger und einer Eisenstange auf die Statue der "Eisernen Lady" eingeschlagen hatte. Die zerstörte Statue hatte einen Wert von umgerechnet knapp 225.000 Euro.

Der Angeklagte gab die Tat zwar zu, lehnte es aber ab, als Krimineller abgestempelt zu werden. Der Theater-Produzent wartete nach der Tat in der Galerie neben der zerstörten Statue auf die Polizei.

Staatsanwalt John Gilbert vermutete, dass der Angeklagte die Verhandlung vor Gericht dazu nutzen wolle, seinen "Sorgen über die Zukunft der Welt und die seines zwei Jahre alten Sohnes Ausdruck zu verleihen - Menschen wie die Baronin Margaret Thatcher [2] seien Schuld an dem Kapitalismus und den globalen Problemen." Kelleher betonte, sein Opfer sei doch bloß eine Statue gewesen.

(Quelle: afp)

[1] Die "Enthauptung" hat die britische Presse zu hämischen Kommentaren veranlasst. Der "Daily Mirror" schrieb: "Thatcher geköpft - aber leider ist es nur ihre Statue."

[2] Wieviele Menschen hat Thatcher getötet?
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/2516/1.html

Margaret Thatcher - brit. Politikerin - Geb. 13.10 1925 in Grantham.
http://www.bk.fh-hannover.de/bk/projekte/M11/uw/thatche1.htm

"Die Frau war eine Landplage, und ihre Ideen stinken hier und da immer noch vor sich hin. Es muss wohl noch eine ganze Generation heranwachsen, bis das Thema durch ist und alle begriffen haben: Einkaufen ist keine Metapher für Leben." (Billy Bragg, Britanniens letzter politischer Songwriter, im taz-Interview vom 22.3.2002)
http://www.taz.de/pt/2002/03/22/a0136.nf/text.name,ask5HHqDr.n,0

 
 

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Do.27.06.02
Kultur 2000 - Ausschreibung 2003
Förderprogramm der Europäischen Kommission

Das EU-Rahmenprogramm zur Kulturförderung "Kultur 2000" unterstützt Kooperationsprojekte auf allen künstlerischen und kulturellen Gebieten (u.a. darstellende Kunst, visuelle und bildende Kunst, Literatur, kulturelles Erbe und Kulturgeschichte). "Kultur 2000" wird einmal jährlich ausgeschrieben.

Die Ausschreibung richtet sich an Projekte von hoher Qualität, die Innovation und Kreativität fördern, einen echten europäischen Mehrwert erbringen und die derzeitigen Anliegen und Interessen der Akteure im Bereich der Kultur widerspiegeln. Die Förderung können Projekte beantragen die sich mit mindestens einem der drei folgenden Themen befassen: Zugang der Bürgerinnen und Bürger zur Kultur, Bürgernähe, Einsatz neuer Technologien bzw. Medien im kulturellen Schaffen; Tradition und Innovation, Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Der diesjährige Schwerpunkt der Ausschreibung liegt im Bereich der Darstellenden Kunst. Dazu gehören Theater, Tanz, Musik, Oper, Musiktheater, Straßentheater und Zirkus.

Der Originaltext der Ausschreibung sowie das Antragsformular können ab sofort von unserer Homepage von der Internet-Seite der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission abgerufen werden:
http://europa.eu.int/comm/culture/eac/c2000condition_en.html
 
 

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Mi.26.06.02
"Tötet Möllemann!"
Strafverfahren gegen Schlingensief nach Anti-Möllmann-Aktion

Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wirft dem Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief Volksverhetzung vor. Schlingensief habe in einer symbolischen Aktion dazu aufgefordert, bei FDP-Veranstaltungen als "Selbstmordattentäter" aufzutreten.

Schlingensief hat in Düsseldorf im Rahmen des Festivals "Theater der Welt" mit drastischen Mitteln gegen FDP-Parteivize Jürgen Möllemann und dessen israel-kritische Äußerungen demonstriert. Möllemann wirft dem Theatermann vor, mit seiner "Aktionen 18" die künstlerische Freiheit überzogen zu haben.

Christoph Schlingensief lässt sich nicht einschüchtern. Der Regisseur verteidigt seine jüngsten Protest-Aktionen und ruft seine Künstlerkollegen auf, ebenfalls aktiv zu werden. Nach der Wahl sei es zu spät, etwas zu unternehmen, mahnte Schlingensief.

Mehr unter: http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/n0206260.htm#top

Christoph Schlingensief
http://www.schlingensief.com/

Aktionen 18
http://www.aktion18.de

Theater der Welt 2002
Internationales Theaterfestival vom 21.-30. Juni
http://www.theaterderwelt.de/
 
 

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Do.06.06.02
Kunst und Globalisierung
documenta 11 in einer Zeit historischen Zweifelns.

Kunst im Zeitalter der Globalisierung, Künstler aus wirklich allen Teilen der Welt - das bietet erklärtermaßen die an diesem Samstag beginnende 11. documenta (bis zum 15. September). Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie mit den Zerwürfnissen in Folge des Imperialismus umgegangen werde, der kulturelle, soziale und wirtschaftliche Strukturen zerstört habe, sagte der aus Nigeria stammende documenta-Chef Okwui Enwezor auf einer Pressekonferenz. . Eine politische Waffe könne die documenta aber nicht sein, betonte Enwezor, der in New York lebt. Ähnlich wie die erste documenta 1955 liege die elfte Weltkunstschau in einer Zeit historischen Zweifelns.

Mit seinem gesellschaftspolitischen Konzept knüpft Enwezor an die wohl einflussreichste documenta 5 von 1972 an, die sich der Isolierung der Kunst von Gesellschaft und Politik entgegenstellte. Politisch engagierte Künstler protestierten damals gegen Militarismus und Folter und über allem prangte das provozierende Motto des Fluxus- Künstlers Ben Vautier auf dem Giebel des Fridericianum: "Kunst ist überflüssig".

Bei der documenta 11 sind rund 450 Kunstwerke von 118 Künstlern und Künstlergruppen aus allen 5 Kontinenten zu sehen. Fotografie, Videokunst und Film spielen diesmal eine zentrale Rolle. Die klassischen Genres Malerei und Zeichnung treten dagegen in den Hintergrund. Im Gegensatz zur letzten Documenta, bei der Catherine David eine Auswahl von Internet-Arbeiten in einem eigenen Raum zeigte, ist bei der zwölften Documenta fast keine Netzkunst zu sehen.

Von der Künstlergruppe tsunamii.net stammt eins von drei Internetprojekten, die bei der Documenta 11 zu sehen sind.

Mehr unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/sa/12803/1.html
http://www.taz.de/pt/2002/06/29/a0118.nf/text.name,askvadpN4.n,0

documenta 11:
http://www.documenta.de/

Rezensionen:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/sa/12695/1.html
http://www.jungewelt.de/2002/07-05/020.php
http://de.news.yahoo.com/020607/3/2sphw.html
 
 

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Fr.31.05.02
ag-kurzfilm
Deutscher Kurzfilmverband gegründet.

Am 5. Mai wurde in Oberhausen am Rande der 48. Internationalen Kurzfilmtage die AG Kurzfilm gegründet. Organisationen aus den Bereichen Kurzfilmfestivals, Filmhochschulen, Vertrieb und Verleih haben sich zusammengeschlossen, um die öffentliche Wahrnehmung von Kurzfilmen zu verbessern. "Ein ganz vordringliches Ziel", so die Presseerklärung zur Gründung, sei "die gestärkte Stellung deutscher Kurzfilme und ihrer Autoren, Regisseure und Produzenten im Ausland".

Wer die deutsche Situation kennt, weiß, dass es bislang keine überregional gebündelte Lobby für den Kurzfilm gibt. In den filmpolitisch bedeutenden Institutionen und Gremien hat der Kurzfilm dementsprechend weder Sitz noch Stimme, gleichwohl dort Entscheidungen, den Kurzfilm betreffend, fallen

Mehr unter: http://www.shortfilm.de/ikf/pages/magazin/index.php?id=112

(Quelle: kurzfilmtage.de)

ag-kurzfilm:
http://www.ag-kurzfilm.de
 
 

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Di.28.05.02
Das Virtuelle Labor ist online
Ein Digitalisierungsprojekt zum Verhältnis von Lebenswissenschaften, Kunst und Technik.

Es besteht aus zwei eng miteinander verbundenen Bereichen: einem Essay-Teil, in dem Historiker ihre Forschungsergebnisse zu Themen der Experimentalisierung in Lebenswissenschaften, Kunst und Technik publizieren können und einem digitalen Archiv, das Materialen zu Experimenten, Instrumenten, Gebäuden, Wissenschaftlern und Künstlern für den Zeitraum zwischen 1830 und 1930 zur Verfügung stellt.

Online unter: http://vlp.mpiwg-berlin.mpg.de

(Quelle: rohrpost)
 
 

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