LAUT
- STIMME - SPRACHE
Lettristische,
anagrammatische, lautmalerische und lautgestische Kunst
in Schrift und Klang
"Laut - Stimme -
Sprache" hieß das Thema, zu dem SKOP, ein "Verein für neuere
künstlerische Ausdrucksformen" in Frankfurt, Sprachkünstler,
Komponisten, Philosophen, Musikologen und Musiker in mehreren Veranstaltungsserien
eingeladen hatte. Mit einem Textband, zwei Audio-Kassetten und fünf
Foliogrammen dokumentiert nun SKOP die Herbstveranstaltungen 1995, in denen
beispielhaft das Spektrum neuerer musikalischer Formen zum Ausdruck kommen:
Zum Thema
"Musik und Sprache" liefert Heinz-Klaus Metzger äußerst
anregende Gedanken.
René
Bastian, Komponist aus Wissembourg, stellt in Text und Ton eine komplette
Komponiergrammatik formalisierter Art vor, die zugleich universell anwendbar
ist und mit der sich sogar die vom Komponisten zur Aufgabe gestellte Frage
"Ist die Welt am Sonntag eine S-Partitur" beantworten ließe.
Hans Rudolf
Zeller, Komponist, Musiker, Bildender Künstler und einer der exponiertesten
Medientheoretiker der Neuen Musik, präsentiert fünf Foliogramme:
Schrift wird hier zur kompositorischen Geste die gleichzeitig auch
als autonome Grafik verstanden werden kann. Zu seiner Schreib- und Notationskunst
nimmt Zeller in einem ausführlichen Interview Stellung.
Sprachphilosophische
Reflexionen über Ernst Cassirer von Robert Harnischmacher schließen
sich an.
Textkonzentrate
extremer Dichte bietet Eckhard Rhode.
Peter Fjodorof
spricht palindromisch fließende Silbenbänder: der Sprache wird
der Bedeutungspanzer genommen, ihre affektiven Weichteile werden freigelegt.
Die Gruppe
ZBM bietet grenzwertige Geräusch- Rhythmus- Wortfetzen; die Live-Hörspieler
Harri Ansorge, Ole Jarchov und York T. aus Berlin arbeiten mit mehreren
Schichten trivialer Sprachsituationen.
Marianne
Schuppe, Corinna Mayer/Micha Daniels und Andreas The August bringen das
ungebrochen Innovative der künstlerischen Arbeit mit Sprache zum Ausdruck.
Jörg
Burkhards "elektronicgraffiti" schließlich präsentiert elektro-hydrogene
Musik, bei der das stromleitende Medium des Wassers genutzt wird wie sonst
nur das Notenpapier.
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