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Samuel Beckett
/ Bruce Nauman
Die offenen
und verborgenen Beziehungen
und geistigen
Verwandschaften zwischen
den Werken
des Schriftstellers Samuel
Beckett und
des Künstlers Bruce Nauman
4. Februar bis 30. April 2000
KUNSTHALLE WIEN
Mo - So 10.00 - 18.00
Do 10.00 - 22.00
Karlsplatz, Treitlstr.12
A-1040 Wien
http://www.KUNSTHALLEwien.at
Im Rahmen der Ausstellung
wird erstmals der Versuch unternommen, Beckett auch als visuellen Künstler
vorzustellen. Es werden Einflüsse aufgezeigt, die Beckett als Künstler
(nicht nur als Schriftsteller) auf die amerikanische Avantgarde der 60er
und 70er Jahre ausübte. Stellvertetend für diesen Einfluss steht
ihr Protagonist Bruce Naumann, dessen Performances zum Teil von Textpassagen
Beketts inspiriert sind.
In der Ausstellung
treffen die verschiedensten Medien und Exponatarten aufeinander: Notizzettel,
Originalmanuskripte, Booklets und Bücher, Skizzen, Zeichnungen, Diashows,
Objekte, Fernsehstücke, Videos, Filme, Installationen und Rauminszenierungen.
Becket begann auf
Französisch und damit 'ohne Stil' zu schreiben, um das Exzessive und
die Farbe des Ausdrucks aufzugeben und sich mehr dem Sprachklang und ihrem
Rhythmus in einer für ihn kargen Sprache zu konzentrieren: er wollte
in der Lage sein, das zu sagen, was er eigentlich zu sagen hatte. Auch
Nauman begann zurückgeworfen auf sich selbst, im Atelier mit dem eigenen
Körper zu experimentieren.
Naumanns Performances
lehnen sich an Texte Beketts an, die ähnliche, sich wiederholende
und scheinbar bedeutungslose Handlungen beschreiben. Die Videokamera liegt
auf der Seite und zeichnet eine Stunde lang auf, was im Atelier geschieht.
Der Darsteller, Naumann selbst, bewegt sich mit gestreckten Beinen kreuz
und quer durch den Raum, ohne sich um die Logik der geraden Linien zu kümmern.
Dieser Vorgang findet seine textliche Entsprechung in Beketts Roman 'Molloy'.
Auf steifen Beinen, ohne die Knie zu beugen, ohne anzuhalten stolpert man
seitenlang vorwärts. "Denn ich wußte nicht, auf welches Bein
ich mich bei meinen Kunstsprüngen stützen sollte. Versuchen wir
in diesem Dilemma uns über die Dinge klar zu werden. Das Bein, das
schon lange steif war, folgen Sie mir gut, tat mir weh, das bedarf keiner
Worte, und das andere diente mir gewöhnlich als Drehpunkt oder Stütze."
Samuel Barcley Bekett
(1906- 1989)
studierte am Trinity
College in Dublin Französisch, Italienisch und Neuere Literatur. Als
Student soll er durch sportlichen Ehrgeiz - als Boxer, Kricketspieler und
Motorradfahrer - von sich reden gemacht haben. Von 1928- 1930 war er Englisch-Lektor
in Paris, dort gehörte er zum Kreis um Joyce an. Ab 1929 veröffentlichte
er in Paris erste literarische Beiträge. Nach Aufenthalten in verschiedenen
Ländern lebte er ab 1937 wieder in Paris, wo er sich später der
Résistance zur Verfügung stellte. 1942 musste er fliehen. Bekett
schrieb zunächst englisch und übersetze dann selbst ins Französische,
später weigerte er sich - "um mich noch ärmer zu machen"- seiner
Muttersprache und schrieb seine Werke erst in Französisch, bevor er
sie ins Englische übertrug. Berühmtheit erlangte Bekett mit 'Warten
auf Godot' (1953). Bekett wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet,
u.a. der Médaille de la Résistance (1945), dem Nobelpreis
für Literatur (1969) und der Große Theaterpreis der Autoren-
und Komponisten- Gesellschaft SACD in Frankreich (1984).
Hörspiele:
'All That Fall' (1957), 'Embers' (wurde 1959 mit dem prix Italia ausgezeichnet
und als 'Aschenglut' vom SWF/BR produziert), 'Cascando' (1963/BR 1995),
'Radio II' (1976).
Bruce Nauman,
1941 geboren, ist
einer der renommiertesten bildenden Künstler. Der "Meister des Alptraums
und der Ekstase" (SZ) hat in unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet:
er drehte Filme, fotografierte, machte Neonskulpturen und spielte mit der
Wahrnehmung in closed-circuit-Installationen. Daneben entstehen Arbeiten,
die immer wieder die Themen Schmerz, Folter und Erniedrigung sowie Abstumpfung
durch Wiederholung behandeln.
text-quellen:
kunsthalle wien und bayern2-radio
bis 26.03.2000
Sonderausstellung
Bruce Nauman
Museum
für NeueKunst|ZKM
Karlsruhe, Lorenzstr.9
täglich ausser
Montag 10.00-18.00 Uhr
und Mittwoch 10.00-20.00
Uhr
bis 02.07.2000
Bruce
Nauman
Werke
aus belgischen,
deutschen
und niederländischen
Sammlungen
Wilhelm
Lehmbruck Museum
Duisburg
Di-Sa 10-17 Uhr,
So 10-18 Uhr
Information:
http://www.duisburg.de/lehmbruck/
"...the whole
thing's coming out of the dark"
Samuel Beckett-
words / sounds & moving images
Hörspiel,
Performance und Live-Radiosendung aus der Kunsthalle Wien
Idee und Textauswahl:
Gaby Hartel und Klaus Buhlert.
Konzeption und
Regie: Klaus Buhlert.
Eine Gemeinschaftsproduktion
von Bayerischer Rundfunk
Hörspiel
und Medienkunst, Kunsthalle Wien, ORF,
DLR, ZKM Karlsruhe
2000
part one, Freitag 04. Februar
2000 / part two, Freitag 24. März 2000
jeweils 20:05 in Bayern2-Radio
Samuel Beckett on UbuWeb Sound
... The Whole Thing's Coming Out of the Dark
(MP3-Audio-Dateien)
http://www.ubu.com/sound/beckett_whole_thing.html
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